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TF Fahrrad - Allgemeine Fragen

Auf einen Tag kommt es nicht an. Was ich bislang mitbekommen habe werden auch 3, 4 oder 5 Tage problemlos akzeptiert. Das Labor sollte dir dazu rechtlich gesicherte Auskünfte geben können.

Eine größere Lücke würde ich aber vermeiden. Bei Haarproben ist es allein dein Problem die Termine einzuhalten und du kannst langfristig planen.

Was gerne vergessen wird: Betroffene können auch mehr als 4 Proben (Alkohol, 1 Jahr) erstellen lassen. Wenn es also zweifelhaft ist ob der geplante Termin eingehalten werden kann, kann der Temin (oder auch mehrere) problemlos vorgezogen werden. Um das Jahr vollzumachen lässt man dann halt eine fünfte Probe machen. In der Gesamtabrechnung sind das nur geringe Zusatzkosten.
 
Wenn der "Friseurtag" auf einen Sonntag fallen sollte, hättest du womöglich eh schlechte Karten, insofern sind paar Tage hoch und runter kein Problem. Die von @Lampencharlie angegebenen 2 Wochen wären allerdings der Maximalspielraum, den ich ohne gute Begründung an deiner Stelle auf keinen Fall ausreizen würde. Da hättest du Erklärungsbedarf bei der MPU. Aber die von @MrMurphy genannten 3-5 Tage sind wohl akzeptabel, wobei ich persönlich nicht über die 3 Tage gehen würde.
 
Moin!

Danke euch! Es geht tatsächlich wirklich nur um diesen einen Tag im Januar, in dem ich die HA am 16.01. wegen eines ganztägigen beruflichen Termins nicht machen kann und daher auf den 15.01. gehen würde. Im April und Oktober wird es dann wieder der 16. des Monats werden, die Tage sind fest geblockt und bei der Arbeit auch schon mit Urlaub eingetragen.

Die zusätzliche 5. HA hatte ich ja schon erwähnt und wäre auch nicht das Ding, dann eben so ca. in Monat 13 oder 14. Aber das mit dem einen Tag beruhigt mich. Danke.

Und @kapomick ja, das ist klar. Ich habe bei der Planung im Oktober bewusst den 16. eines Monats gewählt, der liegt in den 3-monatigen Abständen stets unter der Woche :)
 
Hallo zusammen,

ich wollte mich mal wieder melden, und stelle gerade fest, dass schon wieder über 5 Monate vergangen sind.

Zum Stand: Bis auf den Anhörungsbogen der Polizei mit dem BAK-Ergebnis von 2,06 habe ich bis heute weder von der FEB noch vom Gericht Post erhalten.

Nach der lange anhaltenden Panik, da die TF mit dem Fahrrad stattfand und eine zeitnahe MPU den Verlust des Führerscheins bedeuten würde, bin ich mittlerweile recht entspannt.

Ich habe heute mal den Fragebogen beantwortet und poste ihn hier. Falls es einen neuen Thread geben soll, mache ich gerne einen neuen auf.

Ich würde mich über eure Rückmeldungen freuen, gerne auch härter, nach fast 12 Monaten bin ich in der Sache nicht mehr so leidlich.

Grüße
Chris
 
Zur Person
Geschlecht: m
Größe: 180
Gewicht: 85
Alter: 39

Was ist passiert?


Datum der Auffälligkeit: 22.06.25

BAK: 2,06

Trinkbeginn: 20:30

Trinkende: 01:30

Uhrzeit der Blutabnahme: 03:15


Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: nein
Dauer der Sperrfrist: keine

Führerschein
Hab ich noch: ja
Hab ich abgegeben: nein
Hab ich neu beantragt: nein
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): noch nicht vorhanden


Bundesland: RLP

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nichts
Ich lebe abstinent seit: 23.06.25


Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: ja, 1x (3 Monate) am 16.10.25, 16.01.26, 16.04.26, geplant 16.07.26
Urinscreening ja/nein: nein
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein
Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: nein
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:

Altlasten


Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein


1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)


Am Vortag des Tages der Trunkenheitsfahrt (Sonntag, 22.06.25) bin ich ich am Samstag, dem 21.06.25 um 07:00 Uhr aufgestanden, habe gefrühstückt und meinem Vater von 09:00 bis 15:00 Uhr bei Gartenarbeiten geholfen und war um 15:30 Uhr zuhause. Ich habe dann etwas gegessen und mich ein wenig ausgeruht. Ich war zu einer Geburtstagsfeier eines Freundes, den ich seit der Schulzeit kenne und mit dem ich zusammen auch das Abitur gemacht habe, eingeladen, die um 18 Uhr startete und in seinem Garten stattfand. Gegen 18 Uhr startete ich von zuhause aus mit dem Fahrrad, besorgte unterwegs noch etwas Grillgut und kam gegen 18:30 Uhr im Garten meines Freundes an. Anwesend waren rund 20 Personen, überwiegend Personen aus früheren Zeiten der Schulzeit, die ich teilweise auch mehrere Jahre nicht mehr gesehen habe. Bei meiner Ankunft war der Grill bereits an, wir haben gegrillt und um 19:30 Uhr gegessen, nach Ankunft und zum Essen trank ich zunächst Fanta. Gegen 20:30 Uhr trank ich dann ein erstes Bier (0,33 L). Im Laufe des Abends kamen bis 23 Uhr einige Bier hinzu, dann wechselte ich auf Longdrinks (Whiskey Cola, 0,33 L, 4 cl Asbach) und konsumierte bis 01:30 Uhr (mehr bei Frage 2). Während des gesamten Abends wurde viel über „alte“ und „lustige“ Zeiten gesprochen, auch über die privaten und beruflichen Entwicklungen derjenigen, die ich schon lange Zeit nicht mehr gesehen habe. An das Verlassen der Feier, das zeitlich mit dem Ende des Konsums zusammenfällt, und an die Fahrt selbst konnte ich mich nach der TF nicht erinnern, das hat sich bis heute nicht geändert. Durch Gespräche im Nachhinein mit dem Geburtstagskind habe ich erfahren, dass ich mit drei Personen, die ebenfalls auf dem Geburtstag waren, zum 1,1 KM entfernten Bahnhof gelaufen bin (Fahrrad geschoben, wie einige andere auch, andere waren ohne Rad unterwegs). Die anderen drei mussten mit der Bahn in die entgegengesetzte Richtung, deren Bahn kam früher, ich blieb also am Bahnhof zurück und muss dann mit dem Rad losgefahren sein. Meine Erinnerung setzt ein, als ich um 02:20 Uhr mit dem Rad auf der Straße unterwegs war, ein Polizeiauto mit Blaulicht neben mir fuhr und mich zum Anhalten aufforderte. Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich ohne Licht unterwegs bin und wurde gefragt, ob ich Alkohol getrunken habe. Das habe ich bejaht und ein paar Bier angegeben, mit der Durchführung des Atemalkoholtests war ich in dem Moment einverstanden und habe diesen dann auch gemacht. Aufgrund der Höhe des gemessenen Werts musste ich das Fahrrad dann abstellen und wurde mit zur Wache genommen. Dort wurden meine Personalien erfasst und kurz auf den Arzt gewartet, der dann um 03:15 Uhr eine Blutentnahme durchführte (Ergebnis 2,06) und noch ein paar Tests mit mir durchführte (auf einem Bein stehen, geradeaus laufen). Nach Abschluss der Maßnahmen habe ich die Wache um 4 Uhr verlassen dürfen und bin mit einem Taxi nachhause gefahren.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?

20:30 Uhr - 21:00 Uhr: 1 Bier a 0,33 L, 5 %

21:00 - 22:00 Uhr: 3 Bier a 0,33 L, 5 %

22:00 - 23:00 Uhr: 3 Bier a 0,33 L, 5 %

23:00 - 0:00 Uhr: 3 Whiskey Cola, 0,33 L, Anteil 4 cl Whiskey

00:00 Uhr - 01:30 Uhr: 4 Whiskey Cola, 0,33 L, Anteil 4 cl Whiskey


3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?


Nach Rekonstruktion via Routenplaner fuhr ich vom Bahnhof aus 1,5 KM bis zu dem Zeitpunkt, an dem mich die Beamten dann angehalten haben. Restliche Distanz bis zu meiner Wohnung 3,8 KM.


4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?

Davon gehe ich aus, kann mich daran aber nicht mehr erinnern. Ich gehe davon aus, dass das Gefühl der Sicherheit bei mir aber dafür gesorgt hat, die Fahrt letztlich auch anzutreten.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ich wollte die Trunkenheitsfahrt nicht vermeiden, sondern schnellstmöglich nachhause.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.


7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Ich schätze, dass ich in meinem Leben ca. 800 Mal alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen habe ohne aufzufallen.
Ein Großteil hiervon besteht aus Fahrten mit dem Fahrrad beispielsweise bei Radtouren in der warmen Jahreszeit, mit denen auch eine Einkehr in Restaurants, Biergärten etc. in Verbindung stand, wo Alkohol konsumiert wurde. Daneben war ich vor der Trunkenheitsfahrt regelhaft mit dem Fahrrad unterwegs, wenn ich vorher wusste, dass Alkohol konsumiert wird (wie z. B. Am 22.06.25, aber auch bei Treffen mit Freunden zuhause oder Garten) und eine Fahrt mit dem Auto daher ausscheidet. Es hat sich hierbei eine Routine entwickelt, das Fahrrad als Fortbewegungsmittel für solche „Ausflüge“ zu nutzen und es ist zu oft gut gegangen, es ist nie etwas passiert. Im Nachhinein - vor allem nachdem ich mich mit den Folgen von Alkohol auf den Körper bei auch nur geringen Mengen beschäftigt habe - kann ich froh sein, dass während dieser zahlreichen Fahrten unter anderem aufgrund des eingeschränkten Reaktionsvermögens in alkoholisiertem Zustand nichts passiert ist. Insgesamt folgere ich daraus, dass ich sehr oft leichtsinnig gehandelt habe und mich aber auch andere Personen dadurch in Gefahr begeben habe. Auch ist mir nach Gesprächen mit Bekannten/Freunden bewusst geworden, dass die Ansicht „Man lässt das Auto ja extra stehen weil man vor hat etwas zu trinken und fährt daher mit dem Fahrrad“ weit verbreitet ist, das war bis zum 22.06.25 auch meine Sicht. Ich kann hiervor im Bekannten-/Freundeskreis nur warnen und mache das auch immer wieder.

Unabhängig davon kommt hinzu, dass mir bis zum 22.06.25 nicht bewusst war, welche Promillegrenzen für das Fahrradfahren existieren und vor allem nicht, welche Auswirkungen eine Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad für den Führerschein hat.

Rückblickend ist mir zudem bewusst geworden, nachdem ich mich insbesondere mit der Thematik des Abbaus von Alkohol auseinandergesetzt habe, dass schätzungsweise auch ca. 50-100 Mal eine Teilnahme am Straßenverkehr mit dem Auto auf kürzeren Strecken am Folgetag (samstags/sonntags, nach Trinken am Freitag/Samstag) nach Konsum erfolgte, um beispielsweise Einkäufe zu erledigen oder Brötchen beim Bäcker zu holen, zu dessen Zeitpunkt der am Abend/in der Nacht zuvor konsumierte Alkohol noch im Körper enthalten und nicht vollständig abgebaut war.

Wenn ich wusste, dass am Folgetag längere Fahrten mit dem Auto auf dem Plan standen, habe ich am Abend zuvor gänzlich auf Alkohol verzichtet, um fit zu sein, ohne Gedanken über möglichen Restalkohol im Körper/Fahrtauglichkeit. Wenn ich selbst mit dem Auto unterwegs war (Restaurants, Freunde usw.) und nachhause fahren musste, habe ich ebenfalls gänzlich auf Alkohol verzichtet.
 
Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)


Meine allererste Erinnerung an Alkohol geht auf eine Familienfeier (Hochzeit) zurück, bei der ich 11 Jahre alt war.

Das allererste Mal Alkohol konsumiert habe ich im Alter von 16 Jahren. Eine Jugendgruppe in meinem damaligen Wohnort veranstaltete damals eine Party, um zahlreiche Restbestände an Bier loszuwerden, die kurz vor dem MHD waren. Für damals 3 Euro war das ein All-you-can-drink-Event. Die Party habe ich mit einem ehemaligen Klassenkameraden aufgesucht und an dem Abend 3 Bier a 0,33 L getrunken. In der Nacht und am Folgetag habe ich mich mehrfach übergeben, konnte 2 Tage lang nichts essen und habe die meiste Zeit nur im Bett gelegen und geschlafen.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Ja, ich würde sagen, dass ich regelmäßig Alkohol getrunken habe, da ich unter dem wöchentlichen Konsum am Wochenende bzw. zumindest an jedem zweiten Wochenende auch regelmäßiges Trinken verstehe. In den „letzten“ Jahren war mein Trinkverhalten relativ konstant.


Hier ist mir nicht ganz klar, ob hierzu auch die gesamte Historie gehört? Ich habe die detaillierte Historie jetzt zu Frage 10 geschrieben?!


10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Ich muss die Angaben zu dieser Frage in mehrere Episoden unterteilen, da sich für mich rückblickend teils große Unterschiede zu Menge und Häufigkeit ergeben haben. Ich fasse hier so gut es geht zusammen und versuche möglichst detaillierte Angaben zu Menge und Häufigkeit zu machen.
Bier spielte in jungen Jahren überhaupt keine Rolle, ich führe das heute auf die unter Frage 8 geschilderte Erfahrung zurück.

2002 - 2003: Erster Alkoholkonsum (siehe Frage 8). Im Alter von 16/17 Jahren dann bei Geburtstagen von Freunden, ca. alle 6-8 Wochen, je nach Geburtstag, teilweise aber auch an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden, überwiegend Wodka-O/Wodka-Maracuja. Trinkmenge 3-4 Mischungen mit 2 cl in 0,2 L Bechern.

2004-2007: Mit Ende 17/Anfang 18 begann die Zeit, zu der ich mit Freunden erstmals Discotheken besucht habe, dann ab 18/19 Jahren auch regelmäßig an Wochenenden, Abifeiern, Discotheken, Geburtstage. Wir waren hier immer ein fester Kreis von 3-4 Personen, oftmals haben sich dann aus erweiterten Freundeskreisen noch andere Personen angeschlossen. An einem Tag am Wochenende (Freitag oder Samstag) waren wir dann unterwegs, zunächst 1 Mal im Monat. Dies steigerte sich dann im Laufe der Zeit auf 2-4 Mal pro Monat. Vor Beginn der Tour meist „Vorglühen“ bei jemandem zuhause, hierbei dann anfangs 3-4 Longdrinks, im weiteren Verlauf wurde dann zu 3 bzw. zu 4 eine Flasche Wodka mit O-Saft/Maracuja/Energy, oder Whiskey Cola (Flasche 0,7 L, 40 % Alk) geleert. Menge hierbei zu Beginn 3 bis 4 Gläser a 0,33 L mit 2-4 cl Wodka/Whiskey, im Laufe der Zeit dann 6 bis 8 Gläser a 0,33 L mit 2-4 cl Wodka/Whiskey vor Discobesuch. Bei Fahrt mit der Bahn dann in der späteren Phase noch 1-2 Dosen Jack Daniels Cola a 0,33 L, 10 % Alkvol. In der Discothek 3 bis 6 weitere Getränke der Art wie zuhause.

2008 - 2010: Zeit des Studiums weit entfernt vom Wohnort.
Im Schnitt alle 2 Wochen nach Ankunft am Studienort Treffen mit Studienkollegen sonntags 3-4 Gläser Whiskey Cola, 0,33 L, 2/4 cl Whiskey. Im Jahr 2009 so gut wie jeden Mittwoch Studentenparty, vor Besuch 4-8 Gläser Whiskey Cola 0,33 L, 2/4 cl Whiskey, auf der Party selbst 4-12 Longdrinks (Wodka-O, Whiskey-Cola, 0,2 L Becher), ausgenommen sind hier Phasen der Klausurvorbereitung, Hausarbeiten, Abschlussarbeit.

Wochenende zuhause, Treffen mit Freunden, 2009 teilweise dann auch Freitag und Samstag, wenn einzelne Freunde an einem der Tage verhindert waren. Treffen zuhause/Fussballschauen/Grillen, Discobesuche. Wodka-O oder Whiskey Cola, 8-12 Longdrinks über einen ganzen Abend verteilt, 0,33 L, 2/4 cl (wie erwähnt, teilweise auch freitags und samstags).

In dieser Zeit auch Familienfeiern (Hochzeiten, runde Geburtstage). Hier ebenfalls Longdrinks mit Familienmitgliedern, Wodka (O/Maracuja) oder Whiskey (Cola), Menge ca. 8-12 Longdrinks über Tag/Abend verteilt, teilweise anschließend noch mit Freunden weitergezogen, weitere Longdrinks (3-6, Art und Menge wie beschrieben) konsumiert.


2011-2015: Hier noch regelmäßige Treffen mit alten Schulfreunden, ca. alle 4 Wochen einmal, ähnlicher Konsum wie von 2008 bis 2010 bei Treffen am Wochenende. Darüber hinaus Treffen im „neuen“ Freundeskreis oder Familienfeiern, Grillabende, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten. Circa alle 2 Wochen, Konsum dann hauptsächlich Whiskey Cola, 8-12 Gläser über ganzen Tag/Abend/Nacht verteilt, teilweise auch mehr.

2016-2019: Häufige Radtouren am Wochenende mit Freunden in warmer Jahreszeit, Einkehr in Biergärten, Gartenparties, Fussballschauen bei Freunden, Stadionbesuche. Mit Beginn der Radtouren keine Longdrinks, Beginn des Konsums von Bier, überwiegend Verzicht auf Longdrinks (nur noch bei Anlässen wie Hochzeiten, Geburtstagen). Ansonsten Bier. Zu Beginn je Anlass 2-3 Bier a 0,5 L Pils oder Weizenbier, nach „geschmacklicher Angewöhnung“ dann im Laufe der Jahre 2-3 Mal pro Monat 4 bis 6 Bier a 0,5 L Pils/Weizenbier über Tag verteilt, alle 4 bis 6 Wochen auch bis zu 8 Bier. Bei Restaurantbesuchen 2-3 Bier a 0,5 L, je nach Lokal zusätzlich 2-3 Schnäpse 2 cl (ca. 1 Mal pro Monat).


2020-2022: Coronazeit. Treffen nur mit jeweils einzelnen Freunden am Wochenende, Fussballschauen, unterhalten, Grillen, Stadionbesuche. 2-3 Mal pro Monat ca. 4-6 Bier a 0,5 L, alle 2 Monate auch bis zu 8 Bier a 0,5 L, je nach Dauer von Beginn bis Ende. Alternativ stattdessen auch mal 3-4 Bier a 0,5 L und 1-5 Longdrinks Whiskey Cola 0,33 L , 4 cl Whiskey, 1-2 x pro Monat.


2023 bis 2025: Wieder häufigere Treffen mit Freunden, 2-4 Mal pro Monat am Wochenende, hier jeweils 4-6 Bier a 0,5 L, alle 2 Monate auch bis zu 8 Bier a 0,5 L, je nach Dauer von Beginn bis Ende. Alternativ je Anlass auch 1x pro Monat 3-4 Bier a 0,5 L und 1-5 Longdrinks Whiskey Cola 0,33 L, 4 cl Whiskey 1-2 x pro Monat.

Seit 2016 bis 2025: Besuche von jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen (z. B. Oktoberfeste, Fastnacht/Karneval).



11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Wie in Frage 10 geschildert habe ich mit verschiedensten Leuten getrunken. Überwiegend habe ich mit Freunden getrunken. Daneben habe ich bei Familienfeiern auch mit Familienmitgliedern getrunken. Die Anlasse fanden überwiegend zuhause (bei Freunden/Familie, bei mir), in Discotheken, in Lokalitäten für Feiern oder unterwegs in Biergärten statt.


12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)


Seitdem ich mich erinnern kann (Zeiten in der Grundschule), war ich übergewichtig und hatte immer wenig Selbstbewusstsein, war sehr schüchtern und zurückhaltend, wenn ich in einer Gruppe von mehreren Menschen unterwegs war. In meiner Jugend war ich daher sehr selten unterwegs, habe viel Zeit zuhause vor dem Computer verbracht und „gezockt“. Als ich älter wurde und die Jungs, mit denen ich online viel Zeit verbracht habe, andere Interessen entwickelten (erste Parties usw.), wollte ich mich dem anschließen und dabei sein. Als wir 16/17 Jahre alt waren begann diese Zeit, zu der Geburtstage stattfanden, bei denen auch Alkohol konsumiert wurde. Das war normal, wer nicht mitgetrunken hat gehörte nicht dazu und wurde als „langweilig“ abgestempelt und wurde dann irgendwann auch nicht mehr eingeladen bzw. hat selbst den Spaß daran verloren. Nachdem ich hier begonnen hatte - abgesehen bis auf die ersten 2-3 Mal - auch Alkohol zu konsumieren, kam mir das irgendwo entgegen. Der Alkohol hatte eine Wirkung, die ich als „beflügelnd“ beschreiben würde, ich kam aus mir raus, war offener, fühlte mich stärker, selbstbewusster, erzählte den Leuten auch von mir, machte Witze. Kurz gesagt: Die Leute haben eine ganz andere Person kennengelernt. Hierauf wurde ich im Nachhinein dann auch regelmäßig angesprochen, teilweise waren dann auch eher peinliche Stories dabei, aber ich stand irgendwo im Mittelpunkt und war Gesprächsthema. Aufgrund der auch auf die anderen wirkenden lustigen Art mit Witzen und dummen Aktionen war ich ein gern gesehener Gast, der auch immer auf Geburtstage und Parties bei Leuten zuhause eingeladen wurde. Und damit wurde ich auch insgesamt verstärkt Bestandteil dieser „Clique“, was mir damals extrem gut gefallen hat. Ich habe hier den Alkohol irgendwo als Helfer kennengelernt, der mich dahin bringt, akzeptiert zu werden, offener zu werden, redseliger zu sein, um besser anzukommen. Hinzu kam, dass es dann in dieser Zeit auch zu meiner ersten „ernsten“ Beziehung kam, bis zu dem Beginn der Zeit mit Parties und Alkohol hatte ich keinen Bezug zum anderen Geschlecht. Auch hier - so sehe ich das heute und damals vielleicht im Unterbewusstsein - hat mir der Alkohol also geholfen meine erste Beziehung zu erlangen.

Durch diese Erfahrungen ist das Selbstbewusstsein sicherlich gewachsen, der Alkoholkonsum ist aber geblieben, weil es in meinem damaligen Freundeskreis normal war, die Zeit neben der Schule, die wir gemeinsam verbracht haben, waren meistens die Abenden an Wochenenden mit Party. Alternativ wurden eben andere Anlässe gefunden, Fussballschauen, Grillen usw., überall hat Alkohol dazu gehört, es hat die Stimmung gelockert, die Kommunikation wurde offener, lustiger, lauter.

Aus dieser Zeit startete ich dann in mein Studium, weit entfernt von meinem Heimatort. Hier war ich dann also erstmal komplett alleine. In diesem Zug trennte sich meine erste Beziehung nach 3 Jahren von mir. In kurzer Zeit habe ich dort Leute kennengelernt, mit denen ich dann nach den Vorlesungen die Zeit verbracht habe, in der Regel waren wir 5 bis 6 Personen. Die Wochenenden habe ich zuhause bei meinen Eltern verbracht. Nach Rückkehr (meistens sonntags) haben wir uns dann immer getroffen, gezockt und getrunken. Das wurde zum wöchentlichen Ritual. Später kamen dann noch regelmäßige Studiparties an so gut wie jedem Mittwoch dazu - auch hier natürlich Alkohol - auch hier war der Alkohol hilfreich.

An den Wochenenden wollte ich meine Freunde in der Heimat natürlich ebenfalls treffen und die Wochenenden nicht alleine zuhause verbringen, dort ging es an den Wochenenden dann weiter, weil die Abendplanungen stets Discobesuche vorsahen, bei denen auch alle Alkohol konsumiert haben. Es war normal und gehörte dazu.

Nach Abschluss der Uni bewegte ich mich weiterhin in meinem Freundeskreis in der Heimat, wir fühlten uns in den Discotheken irgendwann nicht mehr wohl und fühlten uns ein wenig zu alt und haben dann alternative Anlässe entwickelt, wozu zum Beispiel Gartenparties oder Feiern zu Hause gehörten. Selbstverständlich mit Alkohol.

Bei Familienfeiern - ich habe einige Cousins in meinem Alter, die ich sonst sehr selten sehe - war das Trinken mit ihnen ebenfalls normal, auch in den beschriebenen Mengen.

Die Arbeit war zunächst kein Motiv. Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn war alles recht entspannt, wenig Stress, wenig Verantwortung. Das änderte sich im Jahr 2020, als ich mich auf eine Stelle beworben hatte, die teilweise auch mit Personalführung einhergeht. Rückblickend muss ich sagen, dass es mir über mehrere Jahre nicht gelungen ist, den Switch vom Kollegen zu einer Art „Führungskraft“ zu schaffen. Zu gut war das Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen aus der Zeit als Kollege, als dass ich mich getraut hätte, Konflikte einzugehen. Stattdessen lief einiges schief und wurde ausgesessen. Auch bei Konflikten mit meiner jetzigen Frau bin ich diesen aus dem Weg gegangen. Ich habe dann die Flucht gesucht. Spätestens am Wochenende zu Freunden oder mit diesen gemeinsam in andere Lokalitäten, um zu trinken, die „Belastungen“ zu vergessen und Ablenkung zu haben und um über „angenehmere“/„lustige“ Dinge zu sprechen.



13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Nach dem ersten Alkoholkonsum (im Alter von 16 Jahren) habe ich mich zunächst sehr locker und selbstbewusst/stark, wie aufgedreht gefühlt, das ist dann relativ schnell in Richtung Übelkeit mit anschließenden 2 tägigen Kopfschmerzen gekippt.

Ansonsten hat Alkohol in stressigen Situationen eine entspannende, beruhigende Wirkung ausgelöst. Ich wurde zudem offener, erzählfreudiger und selbstbewusster. Aggressiv bin ich nie geworden.


14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Als ich anfing Bier zu trinken (ca. 2016) sprach mich meine Mutter darauf an, seit wann ich Bier trinken würde. Meine Antwort war damals, dass ich nicht mehr das „harte Zeug“ trinken möchte.



15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Rückblickend habe ich viel Zeit (und Geld) verschwendet, indem ich mich dem Alkoholkonsum gewidmet habe. Insbesondere die Ausflüchte und damit ungeklärte weiterhin bestehende Probleme haben sich auf die Stimmung im Umfeld (in der Beziehung) negativ ausgewirkt, da dies zu Streitigkeiten geführt hat.
 
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?

Da ich heute nicht mehr trinke, beantworte ich die Frage zum Zeitpunkt Juni 25:

Ja, während der Phase des Studiums (2008 bis 2010) und in der Zeit zuvor habe ich wesentlich mehr Alkohol getrunken als im Juni 25.


17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja, dies kam in den Vergangenheit nach meiner ersten Trinkerfahrung noch 3 Mal vor (2 x 2009, 1 x Silvester 2023).



18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ja, im Rahmen des Studiums während der Phasen des Schreibens von Hausarbeiten (6-8 Wochen, mehrfach), während der Phase der Abschlussarbeit (4 Monate).


19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Früher hätte ich mich als Gelegenheitstrinker bezeichnet, ohne jegliche Gefährdung, körperliches Verlangen oder Entzugserscheinungen waren nie gegeben und es war „normal“, in der Häufigkeit und in den Mengen zu trinken. Heute weiß ich, dass der Konsum alles andere als normal war, abhängig war ich nicht, jedoch vielleicht auf dem Weg dahin.

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Nein, ich trinke heute keinen Alkohol mehr.


21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?


Am Abend des 21.06.25 bzw. in der Nacht auf den 22.06.25.


22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein.


23. Warum trinken Sie heute keinen Alkohol?


Seit dem 22.06.25 verzichte ich vollständig auf Alkohol. Primär ist dies auf das Ereignis am 22.06.25 zurückzuführen. Nach diesem Ereignis hatte ich zunächst ein großes Schamgefühl und mich für ca. 10 Tage fast vollständig zurückgezogen, bei der Arbeit irgendwie funktioniert und privat nur mit meiner Frau und unserer Tochter gesprochen, hier erstmal wirklich auf ein Minimum beschränkt, habe fast nichts Essen können. Ich wollte niemanden sehen und hören. Ich hatte vor diesem Tag noch keinerlei Berührungspunkte mit der Polizei/der Justiz und möchte das zukünftig nicht mehr erleben. Hierzu gehört auch die lange Phase von circa 3 Monaten, in der ich täglich mit Angst an den Briefkasten gegangen bin, um zu schauen, ob in der Sache Post eingetroffen ist. In dieser Phase habe ich mich intensiv mit dem Thema Alkoholkonsum beschäftigt und habe nach reiflicher Überlegung und den Erfahrungen, die ich nach dem ersten „Schock“ gemacht habe für mich entschieden, zukünftig keinen Alkohol mehr zu trinken. Hierzu zählen insbesondere die Anlässe aus der Vergangenheit, bei denen ich regelmäßig Alkohol konsumiert wurde. 3 Wochen nach dem Ereignis fand eine große Familienfeier statt, zu der ich erstmals selbst gefahren bin, das gab es in den letzten 20 Jahren nicht. Im Vorfeld habe ich mich hier gefragt, wie das wird. Zum einen eventuelle Fragen mancher Personen, weshalb ich denn nicht trinke, zum anderen der Verzicht. Ich habe hier gegenüber den Personen, die mich darauf angesprochen haben, offen und ehrlich Auskunft gegeben. Unproblematisch war für mich der Verzicht, abgesehen von meinen Problemen in Folge der Fahrt (das schwirrte da noch ganz groß in meinem Kopf herum) war es eine schöne, lustige Feier, die ich dann auch mal mit „anderen Augen“ wahrgenommen habe. Darüber hinaus habe ich mich nach der ersten Phase dann auch wieder mit Freunden getroffen. Insgesamt habe ich bei den Zusammenkünften, egal welcher Art, für mich gemerkt, dass ich keinen Alkohol brauche, um Spaß zu haben und erzählfreudiger zu sein. Beruflichen Stress verarbeite ich heute im Rahmen von Gesprächen mit meiner Frau oder mit meinen Eltern/Freunden oder einer Psychologin, zu der ich ca. alle 6-8 Wochen Kontakt habe. In diesen Gesprächen entwickeln sich - im Gegensatz zum Konsum von Alkohol zur vermeintlichen Stressbewältigung - auch zusätzlich noch Lösungsansätze für Schwierigkeiten/Probleme, was mir enorm weiterhilft.

Heute sehe ich es so, dass der Konsum von Alkohol viele Probleme in vielen Bereichen verursachen kann, abgesehen von den finanziellen Auswirkungen eines Strafverfahrens und eines Führerscheinentzuges, auf welchen ich ein Stück weit aus beruflichen Gründen oder auch um meine Tochter zu Freunden/zum Sport zu bringen angewiesen bin. Alkohol ist kein Problemlöser, er verursacht oder vergrößert bereits bestehende Probleme. Auch gesundheitliche Schäden zählen zu den negativen Folgen regelmäßigen Alkoholkonsums. Im Großen und Ganzen sehe ich in einer Abstinenz nur positive Aspekte, wohingegen im Alkoholkonsum für mich persönlich keine Vorteile zu erkennen sind und verzichte daher komplett darauf.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Ich möchte hier auch auf Frage 23 verweisen um mich nicht zu wiederholen. Rückblickend muss ich mir eingestehen, dass ich das am 22.06.25 eingetretene Ereignis gebraucht habe, um aufzuwachen. Zum Treffen mit Freunden, zu Feierlichkeiten usw. gehörte es für mich in der Regel dazu, Alkohol zu konsumieren. Ich habe mich nicht mit den negativen Folgen des Alkoholkonsums beschäftigt und mir keine Gedanken darüber gemacht.


25. Wie haben Sie die Änderung erreicht?

Noch in der erwähnten Phase unmittelbar nach dem 22.06.25 habe ich angefangen, mich mit dem Thema Alkoholkonsum - zunächst in Bezug auf den Straßenverkehr - auseinanderzusetzen. Ich habe feststellen müssen, dass eine Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad den Führerschein kosten kann (auf den ich ein Stück weit angewiesen bin) und dass ein Strafverfahren auf mich zukommt. Das waren für mich zunächst erstmal die schlimmsten zwei Dinge.

In den nächsten Tagen bin ich dann auf weitere Themen, wie beispielsweise die gesundheitlichen Auswirkungen von Alkoholkonsum, gestoßen. Hierbei habe ich viele Dinge gelernt, unter anderem, bis zu welchem Promillewert von sozialverträglichem Trinkverhalten die Rede ist. Demgegenüber habe ich meinen Promillewert gesehen und mich erstmals in meinem Leben wirklich mit meinem Trinkverhalten beschäftigt. Hierbei haben sich für mich sehr viele Fragen gestellt: Wie konnte es so weit kommen (Promillewert, Fähigkeit noch Fahrrad zu fahren)? Wie geht es weiter? In diesem Zuge bin ich auf viele Themen gestoßen, die für mich erstmal nur schwer zu verstehen waren und von denen ich dachte, das kapiere ich nicht, alles wie ein riesiger Berg (Motive, umfangreiche Konsumhistorie). Mit der Zeit - in der ich sehr viel über die Vergangenheit nachgedacht habe - habe ich viele Erkenntnisse gewonnen, insbesondere habe ich mich auch hier erstmals damit beschäftigt, wann und wieviel Alkohol ich im Laufe meines Lebens konsumiert habe, das Ergebnis war schockierend/niederschmetternd. Hier habe ich dann auch wirklich ein paar Tage gebraucht und habe mich zurückgezogen. Es war schwer mir einzugestehen, dass das Trinkverhalten in der Vergangenheit alles andere als normal war, wenn ich das überhaupt noch so ausdrücken kann. Aufgrund dieser Erkenntnisse stand für mich erstmal fest, dass ich zumindest vorübergehend erstmal keinen Alkohol konsumieren werde, schaden kann es dem Körper jedenfalls nicht. Durch den offenen Umgang und der Akzeptanz und der Unterstützung aus meinem - bis auf ein paar Ausnahmen verbliebenen - Umfeld und der Annahme des Angebots von berufsbegleitenden psychologischen Gesprächen habe ich in kurzer Zeit gemerkt, dass das Leben fortan positiver weitergeht und ich auf vielseitige Unterstützung zählen kann. Im weiteren Verlauf habe ich dann auch den Entschluss gefasst, zukünftig vollständig auf den Konsum von Alkohol zu verzichten.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus? (Stand heute)

Aus meinem Umfeld habe ich in den letzten Monaten mehrfach die Rückmeldung erhalten, dass die Veränderung, die auf die Abstinenz zurückzuführen ist, positiv gesehen wird. Mit meiner Frau spreche ich mittlerweile über Dinge, die mir unangenehm sind oder die mich belasten, sei es innerhalb der Beziehung oder auch in anderen Bereichen. Wir erarbeiten gemeinsam Wege und Lösungen und schweigen Probleme nicht mehr tot.

Nach stressigen Arbeitstagen fühle ich mich wesentlich ausgeglichener und habe auch zuhause bessere Laune. Dies führe ich darauf zurück, dass ich Problemen nicht mehr aus dem Weg gehe und vor allem im Rahmen der berufsbegleitenden psychologischen Sitzungen gelernt habe, besser mit konfliktbehafteten Situationen umzugehen, diese besser zu verarbeiten. Zudem die Erkenntnis, dass es ein Leben neben der Arbeit gibt, das wichtiger ist.


Weiterhin stehe ich seit der Abstinenz an jedem Wochenende früh auf (um 6 oder 7 Uhr) und nutze die Wochenenden dazu, um mich für mich neu entdeckten Interessen zu widmen, die handwerklicher Art sind (Arbeiten im Garten, in der Wohnung), gehe regelmäßig Laufen und fühle mich insgesamt ausgeglichener, entspannter und einfach besser. Ich habe seit dem 22.06.25 insgesamt 16 kg abgenommen, wodurch ich mich auch besser fühle und mich auch äußerlich selbstbewusster fühle. Handwerkliche Arbeiten habe ich mir vor dem 22.06.25 nie zugetraut, da ich in diesem Bereich eher untalentiert schien und mich hier als absolute Niete gesehen habe.

Darüber hinaus ist meine Frau ein Stück weit davon beeindruckt, dass in mir doch etwas handwerkliches Geschick steckt, anders ist es nicht zu erklären, dass es immer wieder neue Ideen gibt, denen ich mich widmen darf :-) Auch im Freundeskreis spreche ich mit dem verbliebenen Freundes auch über ernste oder unschöne Themen, die zum Leben gehören, das war früher wenn überhaupt nur ansatzweise der Fall. Heute dauern solche Gespräche länger an, wesentlich tiefgründiger, früher sprach jemand Probleme an, die wurden zur Kenntnis gewonnen, und dann war die Sache abgehakt. Nicht nur ich spreche in diesem Kreis über meine Probleme, ich höre auch gerne zu und versuche hilfreiche Ratschläge zu geben.


27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt? (Stand heute)

Den Grundstein dafür habe ich aus heutiger Sicht gelegt, indem ich nach der besagten schwierigen Phase nach dem Ereignis gegenüber Familie und Freunden offen mit dem Ereignis umgegangen bin. Einerseits war mein Umfeld erstmal schockiert, andererseits bin ich hier auf große Offenheit gestoßen. Mit meiner Frau spreche ich wesentlich mehr als vor einem Jahr, insbesondere Probleme spreche ich gezielt an und gehe Diskussionen nicht mehr aus dem Weg. Dies gilt ebenso für schwierige Situationen im Beruf. Ich weiche möglichen Konflikten nicht mehr aus, sondern spreche Dinge an und versuche Lösungen für schwierige Situationen zu finden. Meine berufsbegleitende Psychologin unterstützt mich hierbei sehr und bestärkt mich auf dem Weg, den ich eingeschlagen habe, was sich auch durch Feedback der Kollegen bei der Arbeit zeigt, die auch unliebsame Anweisungen akzeptieren. Mittlerweile weiß ich, dass ich als Mensch und die berufliche Rolle zu differenzieren sind, und das ist auch den Kollegen bekannt. Veranstaltungen, bei denen der Alkoholkonsum aus meiner Sicht absolut im Vordergrund steht (z. B. Oktoberfeste, Fastnacht/Karneval) suche ich zukünftig nicht mehr auf. Zur Wahrheit gehört auch, dass sich mein Freundeskreis infolge des Ereignisses und meines geänderten Alkoholkonsums ein wenig verändert/reduziert hat. Einige Personen, mit welchen ich mich vor allem nach besonders stressigen Phasen auf ein paar Bier getroffen habe, um zu trinken, waren an nichts anderem als dem Trinken interessiert. Das habe ich in den letzten Monaten festgestellt, als der Konsum von Alkohol weiterhin im Vordergrund stand und mein Problem von Beginn an überhaupt nicht Ernst genommen wurde. Von diesen Personen habe ich mich vollständig distanziert und habe zu diesen mittlerweile auch keinen Kontakt mehr.


28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Aktuell kann ich mir dies überhaupt nicht vorstellen, auch wenn ich weiß, dass ein Rückfallrisiko nie zu 100 % ausgeschlossen werden kann. Die von mir über viele Jahre angetrunkene Giftfestigkeit wird für den Rest meines Lebens bestehen. Dennoch ist es der Konsum von Alkohol nicht wert, die positiven Erfahrungen der letzten Monate und die erlernten Methoden, vor allem mit dem Umgang von Stress, einzureißen und in alte Muster zu verfallen. Ich bin stolz darauf, was ich bis heute erreicht habe - und im Vergleich mit der Phase nach dem 22.06.25 - wie ich mich heute fühle. Mein Umfeld stärkt mir den Rücken, hat stets ein offenes Ohr und spiegelt mir auch regelmäßig wider, welch positive Veränderung bei mir wahrgenommen wird. All das bestärkt mich darin, auf dem Weg zu bleiben, den ich eingeschlagen habe.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

In dem ich weiterhin und zwar lebenslang konsequent auf den Konsum von Alkohol verzichte.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Nein.
 
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