Wiederholungstäter

Nancy

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Hallo Jeka,
ich habe dich nicht vergessen, bin nur zeitlich etwas unter Druck, da mein Kollege hier noch im Urlaub ist...
Danke für deine Geduld.
 

Travel-Mate

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Hallo Jeka!
Vorweg, ich muss selbst eine Alk-MPU machen und habe bisher keine praktischen Erfahrungen. Aber ich habe u.a. auch dein Gutachten gelesen, um mich auf die MPU vorzubereiten.

Ich bin mir sicher, dass du nicht bestanden hast, liegt daran, dass du keine sichere Strategie für das kontrollierte Trinken entwickelt hast. Lese dir dein Gutachten ab Seite 14 durch, ab dem unteren Abschnitt erläutert der Gutachter, warum er so entschieden hat.

Der Gutachter findet es positiv, wie du deine Vorgeschichte aufgearbeitet hast, da passt alles. Allerdings bemängelt er deine Strategie im Umgang mit Alkohol NACH der TF. Bei dieser Fragestellung hast du eher ausweichend und weitaus unkonkreter geantwortet und genau das ist der Grund warum du die MPU nicht bestanden hast.

Du musst exakt beschreiben können, wie du sicherstellst, dass du nie wieder alkoholisiert fährst. Das geht entweder durch absolute Abstinenz oder eben kontrolliertes Trinken. Für das KT brauchst du feste Regeln, also z.B. berechnest du mit der Wildmark-Formel wie viel Bier du trinken kannst, damit du 0,3 ‰ nicht übersteigst. Cocktails oder Wodka-Bull vom Barkeeper passen nicht zum KT, weil du nie weißt, wie viel Alkohol wirklich drin ist. Und somit kannst du nicht sicher sein, dass dein KT klappt. In der MPU geht man davon aus, dass man eher scheiße baut, umso betrunkener man ist. Also wenn der Barkeeper einen guten Tag hat und dir einen großzügigen Cocktail mischt, kann es sein, dass du dadurch auf 0,8 ‰ kommst und dich dann nicht mehr kontrollieren kannst und mehr trinkst als ursprünglich geplant. Und damit besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass du erneut besoffen fährst.

Kurz gesagt: die fehlende Strategie des KT hat dich durchfallen lassen.


Ich hab mir Notizen zu deinem Gutachten gemacht, der folgende Teil dreht sich um Seite 14 bis Ende. Vielleicht helfen dir meine Notizen :)

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Das sind meine Gedanken dazu, viel Glück beim nächsten Mal!
 

Travel-Mate

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Das mit dem 4 Tageskurs steht ja auch im Gutachten. "Es besteht die begründete Aussicht, die Einstellungsmängel, durch Teilnahme an einem Kurs..."

Aber wenn du deinen Lappen wieder hast, herzlichen Glückwunsch!
Was hast du für den Kurs gezahlt?
 

Nancy

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Hallo Jeka,

zunächst: Ich habe die erste Seite deines alten Gutachtens entfernt, da darauf persönliche Daten erkennbar waren. Ebenso die Seite mit den Namen von Gutachter und Arzt, die von dir nicht geschwärzt wurden.

Ich schließe mich den Ausführungen von Travel-Mate an, dass es sich bei deiner ersten MPU um fehlende Strategien bzgl. des künftigen Alk.konsums gehandelt hat und du darum einen Kurs nach §70 machen musstest.
Irgendwie ist auch in deinen Aussagen herauszulesen, dass du noch nicht wirklich bereit für eine Veränderung deines Trinkverhaltens warst (sagt sich im Nachhinein leicht:smiley294:), trotzdem hatte ich dieses Bauchgefühl als ich das Gutachten las.

Nun sind seit deiner letzten Auffälligkeit viele Jahre vergangen, das macht das Ganze etwas "leichter". Dennoch muss der Gutachter ja davon überzeugt werden, dass dein geändertes Verhalten schon sehr lange besteht und du schon seit Jahren nichts mehr trinkst. Von daher ist es wichtig das du auch mit deinen Antworten überzeugst. Diese sind im Großen und Ganzen auch zufriedenstellend und nachvollziehbar, trotzdem mache ich einige Anmerkungen:

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Mit 13 hatte ich zum ersten Mal Alkohol probiert. Es waren Alkopops. Ca. 5,0% Alk. Bis 15 habe ich aber nicht getrunken.

Mit 15 kam das Bier. Es wurde unregelmäßig getrunken. Überwiegend am WE. Nicht jede Woche aber in Mengen 3-5 Bier 0,5L pro Treff.

Mit 17 waren 3-5 Bier 0,5L. Ca. 1 Mal im Monat Wodka Bull, Jackicola wenn ich weggegangen bin(ca. 4-6 Gläser). Das Bier habe ich ca. 2 Mal im Monat getrunken. Menge 3-5 Bier0,5L am Abend.

Mit 19 4-6 Bier 0,5L einschließlich Wodka, Jack Daniels beide gemischt mit Saft, Cola usw. alles an einem Abend. Ca. 2 Mal im Monat. Jägermeister kam auch dazu.

Ab 24 habe ich ca. 2-3 Mal im Jahr Wodka, Jack Daniels oder Jägermeister getrunken, 5-7 Gläser. Bier fast jede Woche bis 5 Flaschen 0,5L.

Seit 11.03.17 abstinent.
Vergleiche hier bitte nochmal die Angaben im alten Gutachten. Stimmen die überein?
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich will abstinent leben, weil ich eingesehen habe das Alkohol nur Mittel zum Zweck waren. Sie waren in erster Linie für mich da um in eine Gruppe mit einbezogen zu werden. Um lockerer zu werden und Hemmungen fallen zu lassen. Ich habe gelernt dass es auch ohne Alkohol geht, akzeptiert und in eine Gruppe mit einbezogen zu werden oder auch sich zu öffnen. Das zu erreichen geht auch mit einem abstinenten Leben.
Du "willst" nicht nur abstinent leben, sondern du lebst abstinent!
25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
In erster Linie habe ich den Konflikt mit mir selbst gelöst. Ich habe es nicht mehr nötig zu trinken um akzeptiert zu werden. Eine weitere Änderung für mein Verhalten waren Menschen, die mir nahe stehen. Sie haben mir Hoffnung zugeredet, dass ich das mit meiner Abstinenz locker hinbekomme. Meine Umstellung in die Abstinenz viel mir nicht schwer. Ich hatte den Ergebnis genau vor Augen was passiert, wenn die Kontrolle über sich selbst verloren geht. Meine Entscheidung stand fest, nie wieder Alkohol. Ich habe festgestellt, dass die Abstinenz mir persönlich gut tut und neu Kraft gegeben hat. Woran ich mich jedoch anfangs gewöhnen musste war, dass ich zu Feierlichkeiten einer der wenigen bin, alkoholfreie Getränke zu trinken. Aber auch das stört mich nicht mehr, im Gegenteil, es stärkt mein Selbstbewusstsein.
Konflikte mit "sich selbst" zu lösen, ist keine so gute Strategie für eine MPU. Du solltest dir dabei Hilfe geholt haben. Das können z.B. Menschen aus deinem Umfeld gewesen sein (Freunde, Familie)... Wenn der Gutachter dich fragt, warum du dir am Anfang deiner AB keine prof. Unterstützung geholt hast (z.B. eine SHG), was antwortest du ihm dann?
27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Ich stelle sicher nicht in meine alten Gewohnheiten zu verfallen denn ich mich mit meine Weiterbildung beschäftige. Da ich meine berufliche Situation verbessern will, muss ich viel Zeit beim Lernen verbringen und viel Leistung bringen. Es bleibt keine Zeit fürs Trinken.

Außerdem habe ich aufgrund einiger Vorfälle von alten Freunden getrennt. Dazu gehe ich normalen Freizeitaktivitäten nach und verbringe mehr Zeit mit meiner Familie.
Das "keine Zeit" mehr für das Trinken bleibt, ist für eine langfristige Vermeidungsstrategie nicht unbedingt beruhigend. Was ist denn wenn deine berufliche Situation dir wieder mehr Zeit lässt? Viel mehr solltest du noch einmal darauf eingehen, wie sehr dir der Alk.konsum geschadet hat und das du aus innerer Überzeugung nichts mehr trinkst.

So, ich denke das reicht für den Moment...
 

Jeka089495

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Dennoch muss der Gutachter ja davon überzeugt werden, dass dein geändertes Verhalten schon sehr lange besteht und du schon seit Jahren nichts mehr trinkst.

Frägt er das direkt? Reich es wenn ich seit 2 Jahren nicht trinke oder müssen mehr sein?
 

Nancy

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Ist sehr wahrscheinlich das er fragt wann du zuletzt Alk. getrunken hast.
Es gibt dabei keinen Zeitraum "von"-"bis", bei dem man sagen könnte das es besser wäre, aber ja, je länger du schon abstinent bist, umso gefestigter sollte deine neue Verhaltensweise sein (wobei ein Rückfall in alte Gewohnheiten eh nie ausgeschlossen werden kann)...
 

Jeka089495

Benutzer
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?


Ich lebe abstinent weil ich eingesehen habe das Alkohol nur Mittel zum Zweck waren. Sie waren in erster Linie für mich da um in eine Gruppe mit einbezogen zu werden. Um lockerer zu werden und Hemmungen fallen zu lassen. Ich habe gelernt dass es auch ohne Alkohol geht, akzeptiert und in eine Gruppe mit einbezogen zu werden oder auch sich zu öffnen. Das zu erreichen geht auch mit einem abstinenten Leben.





25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?



Ich habe es nicht mehr nötig zu trinken um akzeptiert zu werden. Eine Änderung für mein Verhalten waren Menschen, die mir nahe stehen und sind für mich die Ansprechpartner. Unter anderen meine Freunde, die viel Sport treiben und selbst keine Alkoholkonsumenten sind. Sie haben mir Hoffnung zugeredet, dass ich das mit meiner Abstinenz locker hinbekomme. Meine Umstellung in die Abstinenz viel mir nicht schwer. Ich hatte den Ergebnis genau vor Augen was passiert, wenn die Kontrolle über sich selbst verloren geht. Meine Entscheidung stand fest, nie wieder Alkohol. Ich habe festgestellt, dass die Abstinenz mir persönlich gut tut und neu Kraft gegeben hat. Woran ich mich jedoch anfangs gewöhnen musste war, dass ich zu Feierlichkeiten einer der wenigen bin, alkoholfreie Getränke zu trinken. Aber auch das stört mich nicht mehr, im Gegenteil, es stärkt mein Selbstbewusstsein.





27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Ich habe gesehen, wie stark das Alkohol mir geschadet hat. Ich stelle sicher nicht in meine alten Gewohnheiten zu verfallen denn ich habe neue Perspektiven erkannt, und da wird Alkoholkonsum nur schaden. Da ich meine berufliche Situation verbessern will, suche ich neue berufliche Herausforderungen, wo Führerschein ein Muss ist(Aussendienst).
Ich habe aufgrund einiger Vorfälle mich von mehreren Freunden getrennt. Dazu gehe ich normalen Freizeitaktivitäten nach und verbringe mehr Zeit mit meiner Familie.
 

Nancy

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Da hat jemand wirklich nur das nötigste überarbeitet....

Stelle doch bitte den gesamten FB am Stück noch einmal ein...
 

nobby

Benutzer
was ich nicht verstehe ist, dir wurde ein Kurs nach Paragraph 70 angeboten im Gutachten, hast du den danach gemacht? Ja/Nein
Denn nach erfolgreicher Absolvierung hättest du den Führerschein bekommen können! Hast du mit der FSST gesprochen, oder was lief dabei schief?
 
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