TF + Unfall 2,3 Promille

Ach ja, eines noch: gewöhne dir an, IMMER von dir zu sprechen! Nicht: "Was wird getan, damit es nie wieder passiert", sondern: was mache ICH, damit es nie wieder passiert. Kleiner Unterschied, große Wirkung, versprech ich dir. DU bist der Handelnde in deinem Leben.
 
Danke für den Hinweis.
Ich versuche es immer anzuwenden.
Im Beruf ist es halt genau anders herum - hier wird es gerne gesehen, wenn man von wir spricht. Unterstützt nach Außen den Teamgedanken....
 
Habe ich schon verstanden. Dennoch ist es für mich nicht einfach nach > 30 Berufsjahren das "Wir - gewinnt" aufzugeben. Ich versuche es aber seit der TF in mein Leben zu integrieren. Tut mir jetzt schon gut, da ich mich im Spiegel sehe. Nicht mehr nur das verschwommene Gegenüber.
 
Dennoch ist es für mich nicht einfach nach > 30 Berufsjahren
eine Frage: wenn DU Mist gebaut hast - hättest Du da auch das Team ggü. dem Chef als Verantwortlichen präsentiert? Vermutlich eher nicht, oder*? Auch nicht die letzten 30 Jahre.
(das schreibe ich in der Absicht, es für dich vllt einfacher zu machen)

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* es geht hier um Abgabe der Selbstverantwortung. Wenn Du da für dich mit "ach doch, schon" antwortest, könnte es sein, dass es ein grundsätzliches Problem mit der Übernahme von Eigenverantwortung gibt - und sowas kann locker auch eine der Ursachen für den ehemaligen Alkoholkonsum sein, vllt auch "über Bande"
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ging noch nicht mal um "du" oder "wir". Du hast den Satz im Passiv geschrieben (was wird getan...). Das ist genauso von sich selbst distanzierend wie der legendäre "man". Aber auf deinem Weg geht es nur um DICH.
 
eine Frage: wenn DU Mist gebaut hast - hättest Du da auch das Team ggü. dem Chef als Verantwortlichen präsentiert? Vermutlich eher nicht, oder? Auch nicht die letzten 30 Jahre.
(das schreibe ich in der Absicht, es für dich vllt einfacher zu machen)
Das ist ja genau das - MEIN - Problem.
Lass mich ein wenig ausholen wenn ich darf.

Seitdem ich denken kann, bin ich von meinem E(rzeuger) (ich kann ihn nicht Vater nennen) mißbraucht, gedemütigt usw. worden. Schläge mit der Hand oder mit Gegenständen war an der Tagesordnung. Verbale Anfeindungen, Schlechtmachen gegenüber bzw. vor Dritten gehörten dazu. Massive Drohungen auch gegenüber behandelnden Ärzten ja nicht die Ursache für Knochenbrüche zu benennen.
Schon hier ging es nie darum, dass ICH Mist gebaut habe (dann hätte ich ja Sanktionierungen verstanden), sondern WIR (das war mein Bruder und ich) sind verprügelt worden, wenn E besoffen in den Nachbarszaun gefahren ist.

Im Berufsleben ist es leider so, dass "Wir" alle sind - inkl. Chef. Aber nur dann, wenn es glatt läuft, der Kunde zufrieden ist. Bei Fehlern, Problemen - Ursache ist egal - wird aus dem "Wir" inkl. Chef das "Wir" ohne Chef. "Wir" der Pöbel bekommen dann die Sanktionen.

Lieber @joost für meine Fehler bin immer ICH nach vorne gegangen. Da gab es für mich kein "Wir". Auch habe ich andere eher in Schutz genommen.

Leider habe ich die beiden Faktoren einfach runtergespült. Nicht weggetrunken sondern versucht wie mit einem Wasserfall runterzuspülen.

Ist jetzt doch kürzer geworden, aber es tut gerade sehr weh.
 
Du erlebst also, dass eine Führungsperson, in deinem Fall "Erzeuger" und Chef, dann nicht hinter dir stehen, wenn du es gebraucht hast. Das ist sehr schmerzlich, aber ein guter Ansatz für deine Aufarbeitung. Es ist ja so, wenn du so ein Verhalten schon in der Kindheit erlebt hast durch deinen "Erzeuger", dass eine Wiederkehr dieses Verhaltens noch viel intensiver empfunden wird von jemandem als dem, der das nicht so erfahren hat. Da kannst du auf jeden Fall mal ansetzen. Auch wenn das viele immer nicht wahrhaben wollen: Alkoholproblematiken haben oft einen Ursprung in der Kindheit. Das scheint bei dir mehr als evident.
 
(kleine Anmerkung:
aber es tut gerade sehr weh.
Mein alter Professor hat damals immer gesagt "wo es weh tut, gehts lang - genau dort"
Bisschen wie beim Zahnarzt, dort ist es vllt auch nicht die Mutter aller Ideen, wenn Du dem den Auftrag gibst: "bitte schauen sie unten links, oben rechts tuts weh" )
 
Alkoholproblematiken haben oft einen Ursprung in der Kindheit. Das scheint bei dir mehr als evident.
Bei mir fing es mit 15 Jahren an. Geb-Feier meines 3 Jahre älteren Bruders. Ich habe 1 Bier probiert - hat weder geschmeckt noch sonstwas (nach meiner heutigen Erinnerung).
Nächsten Tag - als E wieder kam, setze es natürlich wieder Schläge (Begründung gab es wieder keine). Schlimmer als je zuvor. Stubenarrest war eh klar.
Da kam mein Bruder und sagte "trinke 2-3 große Bier und der Schmerz wird weniger". Gesagt - getan und er, der Alk wirkte. Ich hatte eine Art Entspannung, weniger körperliche Schmerzen.
Das war quasi der Startschuss für meine Trinkerkarriere.
Ich steigerte den Konsum innerhalb der folgenden 2-3 Jahre auf bis 10 große Bier pro Anlass..

Später kopierte ich mein Verhalten auf Willkür, ungerechtfertigte Sanktionierungen usw. in mein berufliches Leben und "dämpfte" mich ab.
Meine Spitze erreichte ich in den Jahren 2013-2017. Hier wollten mich sogenannte Kollegen und mein Vorgesetzter Richtung Scientology bringen. Teure Persönlichkeitsseminare machen usw. Zu der Zeit war es für mich so, dass ich 3-4x Woche bis 10-11 große Bier trank.
Dies erfuhr und erkannte ich jedoch erst als es fast zu spät war. Innerlich fand ich mich schon damit ab, alles zu verlieren und im Wohnwagen oder unter einer Brücke weiter zu "leben".

Mein Trinkmuster ist insgesamt geprägt durch ein ständiges Auf- und Ab. Gab es Angriffsphasen (mir fällt kein besserer Begriff ein) griff ich zu Flasche, war es ruhig und friedlich habe ich gar nichts getrunken. Der Wechsel fand teils in Tagen statt, teils habe ich monatelang nichts getrunken. Dies war aber keine sog. Trinkpause, die ich mir vorgenommen habe.
 
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