• Als Forenbetreiber sind wir nicht verpflichtet, Beiträge oder Themen auf bloßen Wunsch zu löschen. Eine Entfernung erfolgt ausschließlich bei Vorliegen einer gesetzlichen Verpflichtung (z. B. bei rechtswidrigen Inhalten oder berechtigten datenschutzrechtlichen Ansprüchen). Bitte veröffentlichen Sie daher nur Inhalte, deren dauerhafte Speicherung und öffentliche Zugänglichkeit Sie zustimmen.

TF + Unfall 2,3 Promille

Wieso jetzt 5 Monate verloren ?
Mit AN hast du doch direkt nach der TF angefangen…:smiley2204:
Hätte. Der RAe meinte das ich bis zum StB warten soll, dann mit dem Berater die AB Notwendigkeit besprechen soll. Dann wären die Monate vorbei gewesen. So habe ich zwar zunächst ein „falsches“ Labor genommen weil es für mich weit weg war. Aber noch im November habe ich den neuen Vertrag unterschrieben und begonnen.
 
Sorry falls ich mich unglücklich ausgedrückt habe und es zu Irritationen geführt hat.

Zum RAe: Ist Fachanwalt für Verkehrsrecht. Warum er den Hinweis gegeben hat, mit den Aktivitäten bis zum StB zu warten, wenn in meinem Fall doch allein aufgrund der hohen Promille eine Nicht-AB doch in keinem Fall - weder für ´s Leben, noch für mich oder die MPU - zielführend sein kann, bleibt sein Geheimnis. Wenn ich mir überlege a) wie wichtig mir der sofortige Verzicht auf ALk war und 2) was mir schon jetzt die Gedanken und gestarteten Maßnahmen zur Aufarbeitung geben, dann wäre es Sch.... (mir fällt gerade kein passendes Wort ein) gewesen einfach untätig zu warten. Das soll nicht purer Aktionismus heißen.

Aber egal - ich gucke nach vorne. Lege keinen Einspruch ein und konzentriere mich auf mich.

Eigentlich wollte ich schon den FB hochgestellt zu haben, aber meine letzte EMDR-Sitzung am Mi und jetzt die Diskussion um den StB haben mich doch einiges an Kraft gekostet (leider merke ich es auch körperlich/gesundheitlich).
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde nicht, dass du dich „unglücklich“ ausgedrückt hast, alles gut :smiley138:

Lasse dir Zeit und Ruhe mit dem FB, deine Seele braucht auch Erholungsphasen.
LG :smiley138:
 
Ich bin jetzt doch ein wenig ungeduldig mit mir geworden und stelle den FB ein - er ist über die Tage entstanden und heute soweit, dass ich ihn einstellen möchte.
An einigen Stellen bin ich mir nicht sicher, ob ich die Frage wirklich richtig verstanden habe und ob ich bestimmte Dinge so formulieren kann oder auch weglassen soll(te)

Fragebogen



Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)

Wir hatten nach einem sehr schlecht gelaufenen Projekt im Job am späten Mittag (Hinweis: aufgrund der Zusammenstellung der Projektmitarbeiter begann der Arbeitstag gegen 5 Uhr) des 16.10.25 ein Krisengespräch mit wichtigen Personen aus dem Projekt. Mir wurde nahezu sämtliche Schuld zugesprochen und ich habe diese auch angenommen – obwohl dies nicht zutraf – ohne zu widersprechen. Dieses wurde natürlich gerne von den Vorgesetzten angenommen, da sie damit ja quasi freigesprochen wurden.

Ich wurde immer gedemütigter, verletzter. Kindheitserinnerungen wurden wach und ich spürte quasi die Schmerzen.

Nach dem Meeting war ich nicht mehr ich selbst. Es gab kein bernie mehr.

Auf dem Weg zum Auto bin ich an einem Kiosk vorbei gekommen und habe 2 Bier / 0,5 l / 4,8% getrunken. Nachdem ich im Auto war habe ich nach kurzer Zeit an einem Supermarkt gehalten um Nachschub eigentlich für zuhause zu kaufen. Im Auto selbst trank ich auf der Rückfahrt mit kurzen Pausen ca. 8-9 weitere Biere und ich baute um ca. 20.10 Uhr einen Unfall, da ich keine Kontrolle mehr über das Auto hatte. Ich landete im Straßengraben und ein in der Nähe befindlicher Landwirt rief die Polizei. Zum Glück gab es keinen Personenschaden; der Wagen war Totalschaden.

In der Zeit des Fahrens war es unverantwortlich von mir, mich dem Alk hinzugeben und ich habe dadurch andere und mich selbst gefährdet. Es hätte auch schon viel früher bei der Fahrt zum Unfall kommen können.

Die BAK hat um 21:40 Uhrzeit 2,23 P ergeben.


2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

Sorte Bier je 0,5l

Menge 2x 0,5 l a 4,8% in der 16:30-17:00 Uhrzeit.

Ca. 8-9x 0,5 l a 5,3 % in der Zeit 17:15 Uhr bis zum Unfall ca. 20.15 Uhr

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Ich bin mit mehreren Pausen zum weiter trinken etwa 12km gefahren und es waren noch ca 4km bis nach Hause.


4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können? (Ja/Nein + Begründung)


Am Anfang der Fahrt hatte ich BAK der sicher schon bei 0,3-0,5 Promille lag, hatte ich schon kein Gefühl mehr außer Verletztheit und nur den Gedanken, dass ich diese los werde. Bei der Fahrt hatte ich eine zunehmend schlecht werdende Auffassungsgabe und mein Reaktionsvermögen ließ nach. Später hatte ich überhaupt kein Gefühl mehr. Nachträglich betrachtet war es ein Wunder das nichts vorher passiert ist.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Ins Auto bin ich gegangen, ohne da überhaupt ans Fahren zu denken. Ich war so in Gedanken, in meinen Gefühlen, in der Verletztheit gefangen, dass ich keinerlei Vermeidungsideen mehr hatte.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
nein
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Frage an die Profis: soll hier nur eine Zahl genannt werden?

Hier muss ich etwas ausholen: in meinem Beruf war ich die Woche – häufig von So spät nachmittags, meist von Mo früh bis Do abends außerhalb im Projekt und hatte da nie ein Auto dabei.

Seit Corona hat sich dieses verändert und ich war im Homeoffice und kaum noch mit dem Auto unterwegs. Seit 2025 ist es zu 50/50% Auswärts und Homeoffice gekommen.

In Summe würde ich von einer durchaus dreistelligen Anzahl – um die 500x - ausgehen.


Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)


In meinem Elternhaus war Alk immer vorhanden; Vater hat immer (nicht regelmäßig) getrunken. Ich konnte es als Kind nicht zuordnen, dass dies so war.

An meine erstes Trinken von Alk kann ich mich nur schemenhaft erinnern. Es war im Urlaub und wir Kinder mussten für die Erwachsenen Wein von einem privaten Weinbauern kaufen. Dabei wurde immer ein großer Weinkrug rumgereicht und erst wenn dieser leer war, durfte man gehen. Als ich 1x musste holen, war ich so betrunken dass ich einfach eingeschlafen bin. Da war ich 11 oder 12 Jahre. Der erste wissentliche Konsum war 1 Bier beim Geburtstag meines Bruders (da war ich 15) - es hat nicht geschmeckt und ich kann mich nicht erinnern, ob es irgendwie gewirkt hat.




9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Nach dem ersten wissentlichen Bier auf dem Geburtstag meines Bruders kamen am nächsten Tag meine Eltern nach Hause und es setzte wieder Dresche und anschließend kam mein Bruder und meinte, wenn ich 2 - 3 Bier trinke, werden die Schmerzen weniger und alles ist easy. Naja - wie soll ich sagen: gesagt - getan.

Innerhalb der nächsten Jahre habe ich die Biermenge deutlich erhöht. Mit etwa 19-20 Jahren war ich dann bei den Übergriffen bei 4l / Bier angekommen. Das blieb dann so bei verschiedenen Übergriffen, psychisch und physisch, die teils 3-4x Woche stattfanden und dann aber auch wieder wochenlang nicht, wenn der Schläger auf „Fortbildung“ war.

Bis hin zur TF. Seitdem lebe ich abstinent.


10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Eines vorweg: Mein Trinken war immer Anlassbezogen. Daher schwankt die Häufigkeit sehr stark.

Sorte war fast ausschließlich Bier (0,5 l ), selten Sekt zum Anstoßen max bis 1 Glas 0,2 l, 2-3 mal im Jahr

Menge Bier (Entwicklung):

Jugend – 2013: Anlassbezogen bei Übergriffen, später bei Anfeindungen im Job von 0 / Woche bis 3-4x/Woche bis 4/5l pro Anlass

2013-2015: Erhöhung aufgrund massivster Übergriffe im Job 4x/Woche bis 6l/ Anlass

2015 bis nach Corona und danach: bis 3x Woche 3/ 4 l pro Anlass (Anlässe kaum mehr in Erinnerung da Homeoffice)

2024 - TF: wieder mehr Anlässe 4x Woche bis 5l / Anlass

Seit TF: abstinent


11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Überwiegend allein im Büro oder vor Corona im Hotelzimmer. Selten auf Firmenjubiläen (ein halbes Glas Sekt zum Anstoßen später nur Wasser) oder direkt nach Feierabend ein Bier im Hotel zum Essen mit den Kollegen.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)

Äußere Motive:

In der Jugendzeit war eine Art Gemeinschaftsgefühl. Später gab es Sekt bei Firmenanlässen. Das Ganze hat mir aber nichts gegeben und bei den entsprechenden Anlässen griff ich meist nur noch nach Wasser. Es war dabei sicher auch die Entwicklung der Gesellschaft, die eine gewisse Abkehr vom täglichen Schluck oder dem Besäufnis auf Firmenfeiern ermöglichte auch wenn dies schon vorher nie meins war.



Innere Motive:

Mein Elternhaus war von frühester Kindheit / Erinnerung durch Gewalt und Alkohol geprägt. Alkohol war immer präsent, Schläge durch meinen Erzeuger (ich kann ihn nicht Vater nennen) alltäglich. Meine Mutter bezeichne ich nur als Verräterin, da sie es vorzug, mich als „Schutzschild“ vorzuhalten statt mich zu beschützen um nicht selbst den Schlägen ausgesetzt zu sein.

Nach meinem ersten Bier bzw. der Geburtstagsfeier wurde ich nach der Rückkehr meiner Eltern direkt wieder verprügelt. Wieder mal grundlos – die Feier war ja von meinem Bruder. Am nächsten Tag konnte ich mich kaum bewegen und mein Bruder sagte dann „trinke 3-4 Bier, dann spürst du die Schmerzen nicht mehr“. Gesagt getan. Ich spürte die körperlichen Schmerzen weniger, auch die psychische Verletzung wurde gedämpft.

Dieser Vorfall ist exemplarisch zu sehen.

Selbst als ich mit starken Verletzungen zum Arzt musste und ich dort die Wahrheit über die Herkunft der Verletzungen sprach wurde dies auch vom Arzt runtergespielt und zuhause gab es wieder Schläge. Diesmal mit der Begründung, weil ich es dem Arzt sagte.

Auch die psychische Gewalt ist immer unvorhersehbar vorhanden gewesen. Das Ganze bis ins hohe Alter. War es in der Kindheit nur „die flache Hand die mal ausrutschte“ waren es später Gegenstände (Kochlöffel, Besenstil…) die eingesetzt wurden.

Bis mein Erzeuger mit etwa Mitte 70 Jahren an Krebs erkrankte wurde ich angeschwärzt – bei Nachbarn, in der Firma usw.. Selbst meine Tochter wurde angegangen.

Finanziell wurde ich sehr kurz gehalten. So hatte ich noch nicht einmal eine kurze Sporthose für den Schulsport um nur ein Beispiel zu nennen. Auch das nahm ich so auf, dass ich im wahrsten Sinne nichts Wert bin.

Ich lernte daraus den Mund zu halten, ich entwickelte Antennen die Gefühle anderer zu erahnen um ja Schläge zu umgehen. Dieses Verhalten habe ich so verinnerlicht, dass es auch außerhalb des Elternhauses mein Leben dominierte. Bei Bedürfnissen anderer musste ich zur Verfügung stehen. Wenn ich nicht spontan das Problem lösen konnte, habe ich es selbst als Niederlage gesehen und mich unter Zugzwang gesetzt.

Lieber schlucken als reden oder Gefühle zeigen war angesagt.

Ich konnte auch nichts gut machen, weder in Schule noch beim Sport in der Lehre oder später im (selbst finanzierten) Studium. Immer Vorwürfe ohne Kenntnis der Umstände und schon gar nicht meiner Gedanken. Ihnen (meinen Eltern) zu dienen, dafür war ich gut genug. Meinen Erzeuger besoffen irgendwo abzuholen, ihn ins Krankenhaus zu bringen. Das ging. Bis zuhause – dann ging es wieder im alten Tritt weiter.

Durch diese Art der „Kindeserziehung“ habe ich nie gelernt, konstruktiv, sozial usw. mit Dritten in eine Auseinandersetzung zu gehen. Ich konnte auch in der Lehre und später im Beruf kaum oder besser gar nicht für mein ich einstehen. Ich konnte dafür nicht einstehen, weil ich selbst mein eigenes ich nicht kannte. Ich war mir meiner Bedürfnisse nicht bewusst und konnte sie daher auch nicht äußern. Diese stark eingeschränkte Entwicklung des eigenen ICHs hatte auch seine Fortsetzung im Beruf. Die Überlebenstaktik aus der Kindheit habe ich nicht in eine neue Zeit transportieren, entwickeln können.

Meine Eltern nahmen mehr und mehr psychischen Einfluss, prangerten mich bei Nachbarn, Freunden und auch bei meiner Arbeit an. Ich bin dadurch quasi gezwungen worden, mich beruflich und räumlich mehrfach zu verändern (von Hamburg über Siegen nach München und wieder Richtung Bremen).

Es entwickelte und gab daher kein Ich, nicht der bernie der da steht.

Durch meine bis zu TF nicht vorhandene Selbstreflexion kam ich erst jetzt dazu, das alles zu hinterfragen. Bis dahin konnte ich nicht über meine Probleme, auch über die Existensbedrohung usw. reden. Ich war nicht fähig dazu.

Aus heutiger Sicht hätte ich viel früher die Reisleine ziehen müssen. Aber das konnte ich nicht, was ich jetzt, wo es fast zu spät ist, mache. Heute stelle ich mir die Frage: Hatte ich überhaupt Bedürfnisse oder wollte ich nur funktionieren um die negativen Erfahrungen nicht weiter zu spüren?

Ergänzung der Historie: was ich damals in der Jugend usw. nicht wusste ist, dass auch meine Eltern, insbesondere mein Erzeuger mit alkoholkranken und schlagenden Eltern aufgewachsen sind. Heute frage ich mich, warum meine Eltern nicht in der Lage waren, ihren Teufelskreislauf zu durchbrechen und es stattdessen an Kinder weitergegeben haben.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)

Frage: sind hier negative und (vermeintlich) positive Aspekte gemeint?



Wenig: Probleme / Schmerzen wurden geringer

Viel: Probleme / Schmerzen waren nahezu weg, Gereiztheit nahm zu, kritische Gespräche / Diskussionen waren gar nicht mehr möglich, ohne das ich die Decke gegangen bin, am nächsten Tag hatte ich immer größer werdende Schuldgefühle, das eigentliche Problem nicht gelöst zu haben

Für die User, die als Trinkmotiv eine Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins erkannt haben (und dies bei der MPU auch so anführen), ergibt sich eine weitere Frage:

13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?
(Zum Hintergrund der Frage kann hier nachgelesen werden: KLICK)

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Es gab Anmerkungen meiner Frau. Diese habe ich aber ignoriert oder lapidar vom Tisch gewischt und verharmlost.


15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Es war ein schleichender Prozess, den ich in all den Jahren nicht wirklich wahrhaben wollte. Ich bin halt älter geworden, alles ging ein wenig langsamer und körperliche Aktivitäten (Holzhacken …) hielt ich nur noch kürzer werdende Zeit aus. Aus heutiger Sicht weiß ich dass sich auch mein Charakter langsam verändert hat. Statt das der Alk meine Probleme löste wurde ich immer dünnhäutiger, aus jeder Fliege an der Wand wurde durch mich ein Elefant. Leiseste Kritik – auch wenn sie konstruktiv war (z.B. bei der Diskussion um die Farbe der Badfliesen) – für zu unverhältnismäßiger Abwehr durch mich. Gemeinsame Aktivitäten mit der Familie oder Freunden wurden weniger, ich war nicht mehr der Antreiber.

Und das schlimmste daran war, dass ich es in dem Moment noch nicht mal merkte.



16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


In der Zeit Ende 2013 – Mitte 2015 habe ich deutlich mehr getrunken – 4x/ Woche bis hin zu fast täglich 12 Bier (0,5 l , 4,8%). Umstand war der, dass ich ein neues, meine Existenz bedrohendes Ereignis vor mir fand, dass in einer Phase ausuferte, und ich es mehr und mehr runtergespült habe.

Es war damals so, dass mein Vorgesetzter und mein Personalverantwortlicher mich in Richtung der Sekte Scientology bringen wollten. Ich sollte Persönlichkeitsseminare machen, Audits durchführen usw. Täglich wurde ich im Projekt unter der Gürtellinie angegriffen. Am Wochenende kamen Anrufe mit Hinweise, dass sich der Kunde noch am Freitagabend beschwert hatte ich mich auf ein Gespräch am Montag einstellen sollte. Jeder dieser Angriffe löste Wut aus, aber bin damit falsch umgegangen.

Ich konnte aus falscher Scham mit niemanden darüber sprechen.

Es wurde mir erst später – fast zu spät bewusst. Erst als ich mir sagte, ok, du bist fertig, ziehst in einen Wohnwagen und wirst assozial, konnte mich da wieder rausziehen. Ich schaltete am Boden liegend einen Anwalt ein, es kam zum Prozess mit dem Ergebnis der Freistellung und Kündigung.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Wenn die Frage darauf abzielt, ob ich einen Filmriss hatte – nein.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Nein – nicht im Sinne einer Trinkpause.


19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher habe ich mir keine wirklichen Gedanken über den Alk-Konsum gemacht. Es war für mich ein Dämpfen meiner Probleme, meiner Schmerzen.

Heute denke ich nach den Hypothesen würde ich eine Einordnung in A2 sehen. Der Mißbrauch steht für mich heute außer Frage. Die Mengen habe ich früher nicht als viel zu viel wahrgenommen und die gesundheitlichen Auswirkungen entstehen ja eh nur bei anderen aber ja nicht bei mir. Was für ein Verdrängen und Irrglaube über Jahre.

Hätte ich noch mehr Probleme, noch häufiger bekommen, hätte sicher die Gefahr hin zu einer Abhängigkeit bestanden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

nein

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Am Tag der TF 16/10/25
22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
nein
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich habe erkannt, dass ich ein Alk-Problem habe (Frage an die Profis: schreibe ich hier habe (weil ich lebenslang damit nicht umgehen kann es aber nicht ausdrückt, dass ich seit der TF mich verändert habe?) und damit nicht umgehen kann. Alk wurde von mir als Dämpfer in Problemsituationen eingesetzt. Sehr spät – durch die TF – habe ich mir bewusst gemacht, dass das Gegenteil der Fall war. Mein Alk-Konsum führte zu mehr Problemen anstatt wie gehofft diese zu lösen. Es macht für mich keinen Sinn mehr, zum Alk zu greifen. Meine Probleme löse ich anders (siehe unten).

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes meine Dinge/Probleme mit Alk runtergespült. In der Vergangenheit war ich nie in der Lage, mein Verhalten zu reflektieren. Die Sinnfrage habe ich mir nie gestellt. Es war mir ja anerzogen, mit Prügel eingebleut, mein ich zu negieren, auszublenden.

Die TF und deren Folgen war der berühmte Tritt mich zu hinterfragen. Mein Trinkverhalten hat andere Menschen und mich selbst gefährdet. Das darf nie wieder passieren und das Wohl anderer – also keine Gefährdung durch mich - und aber auch mein eigenes Ich stehen im Vordergrund.

Im Ergebnis steht die AB, unverrückbar. Für mich kommt auch ein geringer oder kontrollierte Konsum nicht in Frage. Alk ist einfach nicht mehr Bestandteil meines Lebens.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Umstellungsphase: ich hatte keine Entzugssymptome usw., aber die ersten 2-3 Wochen waren nicht immer leicht. Meine Strategien wie oben genannt waren noch nicht fest. Durch Homeoffive (durch die Projektsituation nach der TF) und aufgrund der räumlichen Entfernung zur nächsten Einkaufsmöglichkeit wurde ich nahezu gezwungen, in Situationen, in denen ich eher zum Alk gegriffen habe, erst nachzudenken und in mich zu hören. So lernte ich sehr schnell, wie wirksam, das „in sich hören“, das "bewusst werden" ist. Diese Art der Unterstützung wurde dann immer weniger wichtig und spielt heute keine Rolle mehr.



Änderung durch:

Ich habe an mehreren Stellschrauben gedreht um an den Kindheitserinnerungen, meinem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Mein Runterschlucken, Dämpfen durch den Alk durch Alternativen abzulösen.

Wichtigster Schritt ist meine Einsicht, dass ich zuvor ein riesiges Problem mit Alk hatte. Daher war die erste Entscheidung für mich und mein Leben: nie wieder Alk. Dann die Frage: Wie schaffe ich dies? Und da kam die erste Sinneswandlung (blöde Begründung aber so war es) vom Himmel gefallen, die da hieß, du bist nicht allein. Auch wenn ich sehr oft von Dritten enttäuscht wurde: Suche dir dennoch und gerade jetzt Hilfe. So bin ich mit meiner Grundsatzentscheidung im Bauch folgendermaßen vorgegangen:

  • Unterstützung in einer SHG gesucht – hier habe ich 3 verschiedene ausprobiert; die ersten zwei haben mir nicht gefallen. In der 3. lief es von Beginn an super. Ich lernte viel aus den Erfahrungen anderer Betroffener. Jeder erzählt von sich und ich kann nach kurzer Eingewöhnung unheimlich offen mit mir und meinen Problemen sein – das kannte ich vorher nicht. Ich habe es als Kind nie gelernt. Mit meinen Anliegen stoße ich auf offene Ohren und bekomme Tipps – gut nicht alle sind für mich brauchbar aber ein Teil regt zum Nachdenken an. Auch heute tut die Gruppe mir einfach gut, ich freue mich hinzugehen.
  • Achtsamkeitsübungen machen – in mich hinein hören, ins Herz atmen. Mache ich jetzt jeden Morgen ca. 5 min. und tut mir unheimlich gut. Es ist fester Bestandteil meines Lebens, meines Ichs geworden
  • Unterstützung durch einen Psychosomatiker. Im Rahmen meiner erstmaligen Selbstreflexion habe ich auch gelernt, dass die psychischen Defizite zu körperlichen Einschränkungen – bei mir Luftnot – führen. Diese Defizite aufarbeiten ist das Ziel. (Hinweis an dieser Stelle: die Aufarbeitung mit dem Arzt wird bis Q04/26 andauern, meine MPU wird danach sein und das Ergebnis steht natürlich noch nicht fest aber der Weg ist skizziert)
  • Beziehung beleben: in meiner Beziehung sprechen wir vielmehr über uns und die Probleme – alles Dinge die ich früher nicht gemacht habe oder gar nicht konnte und statt dessen den Frust durch andere Aktivitäten überspielt habe
  • Vor Dritten (insbesondere im Arbeitsalltag) seine Meinung sagen und vertreten > in der Kommunikation mit meinen Chefs hat sich einiges getan. Von meinem damaligen Chef habe ich mich nach einem klärenden Gespräch getrennt. Dieses Gespräch hat mich viel Kraft und Vorbereitung gekostet. Aber es war es mir wert. Wert weil ich ich war. Das erste Mal in meinem Leben! Direkt nach dem Gespräch habe ich geheult wie sonstewas. Naja, in der Folge habe ich einen neuen Chef bekommen, mit dem ich komplett anders rede, mich austausche, wir uns respektieren (mein Gott, dass ich nochmal schreibe, dass ich mich respektiert fühle)
  • Selektion Freundeskreis – hier war ich komplett offen mit meinem Problem und es kam in der Folge zu einer gewissen Dreiteilung. Teil a) „Freunde“ die einfach sagten „Pech gehabt, trinkt doch jeder usw.“ und meine Änderung nicht verstanden. Mit denen habe ich schon mehr oder weniger direkt nach der TF den Kontakt abgebrochen. Teil b) waren Freunde die es einsahen, dass wir / ich zuviel tranken aber dennoch nicht zu eigenen Veränderungen bereit waren. Hier gibt es noch sporadischen telefonischen Kontakt. Teil 3) ist mir am wichtigsten: Freunde sahen mein Problem auch bei sich und entschieden sich gegen den Alk. Hier ist wahre Freundschaft entstanden. Wie rufen uns bei Problemen an (was früher undenkbar war) unternehmen Dinge zusammen, wo wir früher gar kein Interesse dran hatten.
Zunächst war ich mit diesen Umstellungen unsicher. Unsicher, ob sie funktionieren würden, ob ich sie umsetzen und durchhalten kann. Und vor allem, ob sie zu dem gewünschten Ergebnis führen (also Probleme lösen statt mit Alk zu dämpfen, runterzuspülen). Nach den anfänglichen Anwendungsschwierigkeiten wurde ich immer besser und mit der Zeit kommen hier immer mehr positive Erfahrungen im Freundeskreis, im Umgang mit dem Chef zusammen.



26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Das ist in zwei Wörter zu fassen: durchweg positiv! Ich fühle mich wohler, kann viel mehr / besser usw. mit mir und anderen aktiv umgehen. Werde für meine Ansichten durch „neue“ Dritte respektiert, auch wenn sie nicht jedem gefallen. Aber es bleibt alles im Rahmen, keiner fühlt sich gekränkt oder angegriffen.

Im Umfeld kann jeder Kritik in jeder Form äußern und ich kann mich damit auseinander setzen statt es runter zu spülen. So hat auch mein Gegenüber etwas davon. Das belebt das Miteinander total. Ich kann auch viel mehr mit den „selektierten“ Freunden und Familie machen, im Voraus planen und dies auch einhalten. Auch wenn am Vortag oder auch nur Stunden vorher etwas Stressiges geschehen ist.

Früher war ich bei Alk – Konsum oft „angefressen“. Alles war zuviel. Das ist weg – mein Charakter hat sich zu einem aus meiner Sicht „erwachsenen Menschen“ entwickelt und ich kann mich auch um die Probleme Dritter kümmern. Mein Anspruch diese Probleme zu lösen ist zwar irgendwie noch da, aber nicht so zwingend. Ich kann heute auch mal sagen „ich verstehe dich, habe aber zur Zeit keine Lösung“ – das konnte ich früher nicht und empfand dieses „Nichtlösen“ als persönlichen Angriff.

Mich mit meinem Enkel zu beschäftigen, ihn wachsen zu sehen und auch durch meine Tochter und ihren Mann das Vertrauen zu haben mit ihm gut umzugehen, macht mich stolz. Natürlich liegen da auch mal die Nerven bei uns allen blank, wenn der Kleine ununterbrochen schreit. Aber ich kann ohne Alk ruhig und besonnen Lösungen anbieten und umsetzen. Und wenn es als Beispiel nur ist, dass ich das Baby in den Kinderwagen lege und spazieren gehe. Das beruhigt das Baby und die Eltern können auch entspannen.



27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Nun – ich trinke nichts mehr und fühle mich wohl damit. Alk war nie ein Genußmittel und als Problemlöser total ungeeignet.

Ich habe mein ich an einigen Stellen verändert. Dieser Prozess begann recht kurz nach der TF und hat sich im Laufe der letzten Monate als sehr zielführend erwiesen (auch hier der Hinweis: der Weg ist skizziert und ich gehe ihn konsequent weiter bis zur MPU und darüber hinaus; ob ich ihn noch verändere wird sich zeigen). So stehe ich für mich / meine Überzeugungen ein und bin auch bereit die Konsequenzen zu tragen. Diese sind vordergründig oft erst negativ, bei näherem hingucken sind sie aber positiv. In Gefahrensituationen z.B. Ärger mit dem Chef stelle ich mir immer die Frage, was kann schlimmsten Falls passieren? Schlucke ich alles mit Alk runter kenne ich die schlimmen Konsequenzen im Ansatz; sage ich ruhig und überlegt meine Meinung kommt schlimmstens Falls die Kündigung. Daher ist nach 1 min Überlegung die Antwort klar die zweite. Sich selbst zu achten ist fester Bestandteil geworden; auch gegenüber Dritten mal nein zu sagen wenn es wirklich nicht geht habe ich erlernt und wende ich an.
Mein verändertes Sozialverhalten, offen Problem usw., zu besprechen ist mein neues Ich geworden. Durch die AB bin ich auch deutlich weniger reizbar und aus einer Mücke wird nicht gleich ein Elefant und ich liebe es.

Ich umgebe mich heute mir Freunden, Bekannten, die quasi ausnahmslos entweder selbst keinen Alkohol trinken oder ein Glas Wein zum guten Essen genießen. In diesem Umfeld haben wir tolle Diskussionsrunden und es macht mich unheimlich glücklich für seine Meinung und Argumente einstehen zu können und gleichzeitig die der anderen auch zu akzeptieren und sich überzeugen zu lassen. Das kannte ich früher nicht. Da habe ich mich zurückgehalten und im Inneren "die Anderen" als Idioten bezeichnet und den Frust - eigentlich den über mich - runtergespült.

Auch dieses – für manche mag es lächerlich klingen – in sich hinein hören, bringt mich weiter. Es zeigt mir, wie ich mich fühle und wahrnehme.


28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)

Ich weiß nicht was morgen oder übermorgen ist – wer hat schon an Corona gedacht und ich werde andere Menschen auch nicht ändern. Es wird z.B. Vorgesetzte geben, die mich - aus welchen Gründen auch immer – angreifen. Hier offen zu kommunizieren, für sich einstehen ist jetzt meins geworden. Auch wenn ich z.B. ein Projekt nicht bekommen habe, bin ich mir treu geblieben, habe meine Ansichten vertreten. Dieses befriedigt mich und ich schaue gerne stolz in den Spiegel.
Nichtsdestotrotz gilt es wachsam zu sein. Warnsignale wie erhöhte Gereiztheit, Gedankenkreisen oder übermäßiges Grübeln wahrnehmen und dann reagieren.

Das Gespräch mit den nächsten Angehörigen ist natürlich immer möglich. Für Notfälle – falls meine Veränderungen überfordert wären – haben wir in der SHG einen Notrufnummern-Plan. Da ist immer jemand zu erreichen und auch ich wurde schon nachts kontaktiert und konnte allein durch zuhören meinem Gegenüber helfen. Trotz all der negativen Erfahrungen mit anderen Menschen habe ich es nicht aufgegeben, an das Gute zu glauben und ich bin in der Lage Hilfe Dritter anzufragen und auch anzunehmen. Weiter gibt es die Möglichkeit, auch nüchtern, zu einer Entzugsklink zu fahren und sein Problem zu schildern. Hier kann man sofort aufgenommen werden und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Ausgleich finde ich durch eine viel detailliertere Wahrnehmung auch der kleinen Dinge im Leben. Morgens, wenn noch alle schlafen mit den Hunden zu gehen, die kalte Morgenstimmung zu schmecken und sich darüber freuen. Dann kann der Tag kommen! Das andere dies nicht verstehen ist mir egal geworden (früher hatten Kollegen, Freunde darüber „berichtet“ wie toll es ist auszuschlafen usw.).

Frage an die Profis: soll ich den nächsten Aspekt sagen – er entspricht der Wahrheit, führt aber ggf. zu weit ???

Ich hatte in den letzten Jahren mehr und mehr gesundheitliche Probleme, bei denen die Ärzte jedoch keine körperlichen Ursachen / keinen Auslöser feststellen konnten. Es wurde an den Symptomen gearbeitet, was aber nicht viel brachte. Seit dem der Alk keine Rolle mehr spielt, sind die Symptome schon nach kurzer Zeit weniger geworden und dass möchte ich weiter nach vorne bringen.


29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

In dem ich komplett AB lebe und leben werde.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Die TF mit den Folgen hat mir den scheinbar notwendigen Tritt verpasst, mich endlich zu reflektieren. Mein ich zu hinterfragen. Dies hat an vielen Stellen zu Veränderungen geführt, die ich heute liebe und nie wieder aufgeben werde. Meine gesteckten Ziele (Haus renovieren, Spaß mit dem Enkel zu haben, mit mir im Reinen zu sein) all das ist jetzt wieder möglich! Das will ich nie wieder durch den kurzfristigen vermeintlichen Freund Alk riskieren.
 
richtige Bauchgefühl bzgl. deines Anwalts :smiley138:
Ich habe jetzt mal zur Bestätigung dem RAe geschrieben, dass ich auf den Einspruch verzichte! Nicht das er noch aktiv wird und mehr Geld für nichts "verdient". Auch erscheint mir das Risiko, dass die Staatsanwaltschaft noch Ermittlungen insbesondere wegen der TS-Höhe anstrebt, nicht ganz abwägig.
Auf den von ihm empfohlenen MPU-Vorbereiter werde ich nicht zugehen.
 
Lieber @bernie,
ich habe mich nun erst einmal mit deinen Motiven beschäftigt, und ich möchte dir sagen, dass ich diese sehr gut dargestellt und auf den Punkt gebracht finde ( „Lieber schlucken als reden oder Gefühle zeigen“ ).
Dabei kam mir gleich noch der Zusatz, „…oder wehren“, in den Sinn.

Respekt und Hut ab vor dir und deinem Weg !

LG :smiley138:
 
Hallo @Karl-Heinz ,
das "nicht wehren" trifft es ganz gut. Ich konnte es nicht - warum nicht? Den Grund kenne ich noch nicht. Spätestens als ich 20 oder 25 Jahre war, hätte ich es zumindest abwehren müssen. Statt dessen bin ich weggelaufen, habe Job, privates Umfeld und Wohnort massiv geändert.
Diese Einsicht in die Ohnmacht tut heute noch immer weh. Ich erhoffe mir hier durch die EMDR-Therapie eine Art Heilung oder Einsicht um nicht immer wieder in diese "ich habe Schuld-Gefühle" zu rutschen. Dieses Triggern muss aufhören und daher bin ich zumindest zur Zeit auch nicht keinem VP (der wird es nicht können sondern ehr daran arbeiten dass das Triggern nicht in Alk aufgelöst wird).
Gruß bernie
 
as "nicht wehren" trifft es ganz gut. Ich konnte es nicht - warum nicht? Den Grund kenne ich noch nicht.
Du müsstest da eigentlich schnell hinkommen, wenn Du dir eine andere Frage stellst:
Was genau hindert dich daran, Dich zu wehren?
Hinweis: Emotionsbelastungen gesucht, die können recht kurz und spontan sein. Die erwähnte "Ohnmacht" (oder Ohnmachts-Erleben in solchen Momenten?) könnte möglicherweise schon mal in diese Richtung gehen... vllt sogar in Verbindung zu "ich habe Schuld-Gefühlen" ?*

_____________________________________________
* schönes Material für ne gute EMDR-Sitzung^^
 
Zuletzt bearbeitet:
Woher sollst du es können, dich wehren…?
So traurig das ist, aber das „Wehren“ wurde dir ja leider gründlich ausgetrieben.

Nun bist du ja in einem Prozess, in dem „der echte Bernie“ mit seinen Fähigkeiten, Kompetenzen, Bedürfnissen, Wünschen, Gefühlen etc. quasi das erste Mal inˋs Licht tritt.
Mit allen Schwächen und Stärken.

Vielleicht kommst du dir manchmal vor wie eine weiße Leinwand….?

Lasse dir Zeit, dir und dem Prozess zu vertrauen, dann wirst du diese Leinwand mit vielen Farben füllen können.
Dann wirst du gelernt haben, dich zu wehren, weil du dir selber endlich Wertschätzung entgegenbringst.
Dann wirst du nicht erleiden, ertragen und erdulden, wenn jemand dir keine Wertschätzen entgegenbringt.

LG :smiley138:
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist gerade brutal für mich.
@joost und @Karl-Heinz ihr bringt mich mit euren Worten gerade den Tränen sehr nahe.
Auf diese Ohnmacht, dieses "wer bin ich", und damit meine ich nicht die Sendung in der ARD, keine Antwort zu haben, verursacht so immense Schmerzen. Und das seit > 50 Jahren.
 
verursacht so immense Schmerzen. Und das seit > 50 Jahren.
mein alter Lehrtrainer hat immer gesagt: wo es weh tut, gehts lang^^
Endlich aufräumen ... für die Zukunft :)

Und: es ist ja wahrscheinlich eine uralte Ohnmacht. Damals vllt angemessen, aber heute ..?
(Und aus EgoState-Perspektive: Da ist offenbar ein kleiner, der dringend Hilfe braucht. Vllt willst Du dem endlich mal aus seiner Schockstarre helfen, ihm eine Zukunftsperspektive schenken?)
 
Es gibt ein wunderbares Lied dazu:
„Loslassen lernen“ von Aki BOSSE

Ich lege es dir wärmstens ans Herz.
Es ist soo wahr, sooo traurig, aber auch sehr tröstlich
 
Danke für den Liedtitel.
Leider hat es den Haken "...einmal reinen Tisch machen"!
Das wollten meine Eltern nicht vor 20 Jahren, das wollte E nicht 2-3 Jahre vor seinem Tod, das will meine Mutter-Veräterin heute nicht.
Motto: "Über das Vergangene reden wir nicht!"

Und ja @joost - damals war es eine Überlebensstrategie; mindestens heute ist sie unangebracht. Mein erster Schritt nach passender Hilfe zu suchen hat viele, viele Anläufe und Erstgespräche gebraucht. Sie führten mich trotz angeblicher professioneller Hilfe nie zu positiven Ergebnissen.
Jetzt, heute - hier und bei meinem EMDR´ler hoffe ich vielleicht zum letzten Male, zum Erfolg zu kommen.

BTW in den letzten Tagen gab es wieder viele Anfeindungen und massiven Ärger aus dem Job aber ich bin dennoch nicht in alte Muster (=Alk) verfallen. Das macht mich ein kleines Stückchen stolz!
 
Sie führten mich trotz angeblicher professioneller Hilfe nie zu positiven Ergebnissen.
jup. Klassische Verhaltenstherapie z.B. hat da keine geeigneten "Werkzeuge" im Programm. Die unterhalten sich immer mit dem "falschen Klienten" (mit den erwachsenen Anteilen statt mit den kleinen, die aber das ursächliche emotionale Problem haben^^)
EMDR kann da schon gut klappen (Direktverarbeitung auf der Emotionsebene), EgoState- bzw. Schematherapie auch. In D sind wir aktuellen Entwicklungen ca. 30 Jahre hinterher, diese Verfahren werden erst seit kurzem von der Kasse bezahlt. Es sind aber schon über viele Jahrzehnte erfolgreiche Therapiemodelle im (komplex)Traumabereich.
 
Leider hat es den Haken "...einmal reinen Tisch machen"!
Das wollten meine Eltern nicht vor 20 Jahren, das wollte E nicht 2-3 Jahre vor seinem Tod, das will meine Mutter-Veräterin heute nicht.
Motto: "Über das Vergangene reden wir nicht!"
Ich habe für mich „reinen Tisch machen“ mittlerweile so „umfunktioniert“, dass ich diesen mit mir mache.
Andere kann ich sowieso nicht beeinflussen.
Ja, ich kann versuchen, dass sie sich mit mir auseinandersetzen, evtl. Reue zeigen, entschuldigen etc.
Aber zumindest bei mir hat das nicht ansatzweise geklappt.

Da habe ich ausschließlich meine Energie verschwendet.
Es war ein Prozess, aber mittlerweile konnte ich viele Menschen, Umstände etc. in Frieden hinter mir lassen.

Ich habe mir gedacht:
„Die müssen jeden Tag in ihren Spiegel gucken, sie haben ihre eigenen Gründe, Verletzungen etc., warum sie das getan haben. Mit mir hat das letztlich nichts zu tun. Dass sie mit sich selber leben müssen, ist Strafe genug.“

Ich weiß natürlich nicht, ob das für dich ein Weg sein könnte, wollte dir aber gerne sagen, dass mir diese Strategie sehr gut geholfen hat und hilft.
 
Zurück
Oben