FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Der Gutachter mag Inhalte, keine Überschriften
Ich denke hier liegt oft - auch bei mir - des Pudels-Kern.
Es verbergen sich aus meiner Sicht mehrere Aspekte hinter dieser eigentlich einfachen und logischen Forderung:
a) ICH muss erkennen, dass ich die Inhalte überhaupt erarbeiten muss
b) ICH muss die Inhalte für MICH erarbeiten (mit Unterstützung z.B. des Forums)
c) Jetzt muss ICH auch noch die Gründe erforschen und
d) Gegenmaßnahmen ableiten, probieren, stabilisieren UND
e) dass auch noch dem Gutachter, einer mir unbekannten Person, die mich nicht kennt, meine Art und Weise nicht geläufig ist, in kurzer Zeit überzeugen, dass ich mich/ mein Verhalten usw. geändert habe.

Bezogen auf
Julchen schrieb:
In meiner damaligen Beziehung war ich schon lange

sehr unglücklich,

wirst du @Julchen doch vermutlich wissen, warum dies so war bzw. was dich unglücklich gemacht hat. Ich verstehe @joost so, dass genau diese Details der Gutachter hören will - woher soll er sonst zu einer Einschätzung respektive zu einem Gutachten kommen?
Sehe ich das in etwa richtig, @joost ?
 
jup. In einer unglücklichen Beziehung zu bleiben muss zumindest einen dauerhaften inneren Kampf nach sich ziehen.. den genau zu beschreiben wäre dann mehr als nur eine Überschrift. Und dann auch den vulnerablen Punkt: was genau hat mich daran gehindert, für mich zu sorgen? (Emotionen und daraus resultierende Gedanken / Kognitionen)
Wenn ich das nicht finde (und behebe), dann ist die Chance groß, dass ich da wieder reindabbe...
mit allen Folgen (erst Alkohol als Lösungsversuch und dann ist man ratzfatz wieder in der Sucht, die ja für sich ein ganz eigenständiges Problem darstellt).

Ich würde auch vorschlagen, das jetzt etappenweise nachzuarbeiten. Erstmal bis hierher, dann gehts weiter.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was hat das mit Dir gemacht? Emotionen sind wichtig, weniger hingegen, dass die Nachricht per Whatsapp kam
Ich war sauer, wütend und aufgebracht, hatte sie doch wieder die richtige Vermutung. Ich fühlte mich schuldig, schlecht innerlich und äußerlich. Ich hatte wieder einmal versagt. Hatte getrunken.

Auf welche Weise genau ging es dir schlecht? Inhalte, keine Überschriften.
Ich war enttäuscht über mich selber, hatte andere enttäuscht (Eltern, Arbeitgeber, Mann). Noch nicht einmal die kleinste Aufgabe (nicht zu trinken) hatte ich nicht geschafft.

Das musst Du hinbekommen oder zumindest aus deinem sonstigen üblichen Konsum ableiten können. Es war ja nicht das erste Mal, dass Du mehrere Tage hintereinander Hochtrinkmengen zu Dir nimmst.
Ich bin Freitags angefangen mit Weißwein, süß. 2 Gläser und dann ein Glas Sekt. Kurz vor dem Schlafengehen noch ein Glas Rotwein. Nachts wachte ich auf und trank weiter Rotwein. Ich trank immer ein Glas direkt leer. Ich habe meinen Mann mal gefragt wieviel Flaschen er entsorgt hatte, es waren neun. Ich hatte am Sonntag Besuch (dieser hat die erwähnten EC-Karten geklaut). Ich kann mich auch noch dran erinnern, dass ich mit ihm noch eine Dose Jim Beam Cola u Bier getrunken habe. Bin dann aber wieder auf Wein umgestiegen, weil ich das nicht vertrage u sichtbare Ausfallerscheinungen bekomme, torkeln und lallen.

kein theoretisches Wissen. Du weisst Doch, wieviel Du in der Vergangenheit getrunken hast. Und Du weisst, wie schnell sich Alkohol abbaut. Damit kannst Du zumindest schon mal die Fahrten mit Restalkohol abschätzen. Jeden Tag? Jeden 2. Tag? An der Punkt wird deutlich, dass Du Dich noch gar nicht mit Deinem früheren Konsum genauer beschäftigt hast.
Ich muss hier schon sagen, dass ich deutlich im 4stelligen Bereich liege, wenn ich meine 2 TF bzw. „Trinkerzeiten“ annehme. Ich habe teilweise täglich getrunken und hatte dann am nächsten Tag Restalkohol.

Das ist Verhalten. Welcher innere Zustand gehört dazu / war die Ursache dafür?
Warum habe ich mich zurückgezogen? Alleine zuhause konnte ich in meine Scheinwelt fliehen, mir alles schön trinken. Es sollte aber ja keiner mitbekommen, dass es mir schlecht geht. Mit Eltern brauchte ich da nicht drüber sprechen, die haben eh nix vom Ex gehalten. Dann hätten sie ja wieder Recht gehabt und ich wäre wieder die dumme Göre, die nicht hören will und immer alles besser weiß. Nee diese Maske wollte ich behalten, lieber still leiden als den unbequemen Weg.

Lieber ungesunder bequemer alter Weg, als einmal ein Fallen zu riskieren und endlich den Hintern hochzubekommen. Einen neuen Weg einzuschlagen. Krampfhaft versuchen den äußeren Schein zu wahren. Nur nicht von anderen (Familie) zu hören, haben wir die doch gesagt.

Als Kind habe ich Alkoholiker abgestempelt, meine Eltern hatten immer über unseren Nachbarn gelästert. Der alte Säufer. Zum einen war ich in meiner Scheinwelt, zumindest am Anfang. Später habe ich mir eingeredet, so lange ich nix Hartes trinke, bin ich kein Alki. Ich bin nicht so ein Nichtsnutz, wertlos.

 
Was genau hat Dich unzufrieden gemacht? Welche Emotionen hat das ausgelsöt, welche Gedanken? Inhalte, nicht nur Überschriften.
Mich hat die monotone Arbeit (Stücklisten abtippen, Betriebsanweisungen nach handschriftlicher Vorgabe ändern) unzufrieden gemacht, zudem wurde ich sehr schlecht bezahlt. Ich wurde auch von meinem Exfreund u seinen Eltern darauf hingewiesen, dass es echt wenig ist, was ich verdiene. Aber ich hatte ja schon eine zeitlang Arbeit gesucht u war erstmal froh diesen Job zu haben. Für mein Selbstwert war die Arbeit nicht gut. Ich wollte mich beweisen, wollte lernen, etwas anspruchsvolles.


Warum bin ich dort geblieben und wieso unglücklich. Ich wollte nicht auf meinen alten Freundeskreis verzichten. Hatte Angst, dass es nicht klappt und ich dann wieder ganz ohne Freunde dastehe. Habe nach der Ausbildung ein Fernstudium nebenbei angefangen, aber mit neuem Job dabei war es viel zu viel. Ich musste auch noch über eine Stunde pro Strecke fahren. Totale Überforderung, 40 Stunden arbeiten und dann noch dem Studium gerecht werden.

Irgendwann waren die 2 Jahre befristeter Vertrag zu Ende und ich konnte gehen. Druck, Druck von Ex u seiner Familie neue Arbeit zu finden. Ich habe mich als Versager gefühlt, habe mich verglichen mit anderen in meinem Alter und dann gesehen, dass ich alles falsch gemacht habe. Die Beziehung ist später mit nem Knall beendet worden. Auf sehr fiese Art und Weise. Meine Eltern haben ihre Sprüche verteilt und ich war äußerlich u innerlich ein Haufen Scheisse, Sorry. Dann zeitnah 1. TF.
 
ok.. jetzt kristallisiert sich bisschen was raus.
Unter der Vorannahme, dass Alkohol als Lösungsversuch dummerweise DAS verstärkt, wogegen es oberflächlich hilft, läuft das recht gut zusammen und zieht sich durch:

enttäuscht über mich selber, hatte andere enttäuscht
Ich fühlte mich schuldig, schlecht innerlich und äußerlich. Ich hatte wieder einmal versagt
Dann hätten sie ja wieder Recht gehabt und ich wäre wieder die dumme Göre
Ich bin nicht so ein Nichtsnutz, wertlos.
Ich habe mich als Versager gefühlt,
gesehen, dass ich alles falsch gemacht habe
ein Haufen Scheisse,

Ich vermute mal, das ist so der (gefühlte) Kern, der Dich Dein Leben lang begleitet. (kleines *seufz..)

Naja. Das begann früh und hat sich selbst gut verstärkt über die Zeit. Das ist so insgesamt ein guter Grund für die Konsumentwicklung und die hohe Gewöhnung am Ende. So kanns der Gutachter (vllt ein bisschen traurig) nachvollziehen.
Jetzt ist es aber halt so, dass so olle Belastungen nicht einfach mal so weggehen, nur weil man sie kennt. Hier würde mich interessieren, was genau Du erlebt hast, dass diese Emotionen (mitsamt den damit verknüpften Glaubenssätzen) ihre Macht verloren haben. Bitte keine Überschriften ("hab ne dbt-Therapie gemacht und die hat mir geholfen"), sondern echte, nachvollziehbare Inhalte. Auf welche Weise hat sie Dir geholfen? Woran hast du dort gearbeitet? Was hat sich verändert? Wie konnte das passieren?

UND: genau das ist das Material, das Du für Dein Frühwarnsystem brauchst. Wie kannst Du inzwischen damit umgehen, womit hast Du zwischenzeitlich gute Erfahrungen gemacht (Situationen schildern!), was machst Du, wenn Deine Bordmittel dann doch nicht reichen? Wann genau reagierst Du - und wie genau? Woher weisst Du, dass es erfolgsversprechend ist?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich vermute mal, das ist so der (gefühlte) Kern, der Dich Dein Leben lang begleitet. (kleines *seufz..)

Naja. Das begann früh und hat sich selbst gut verstärkt über die Zeit. Das ist so insgesamt ein guter Grund für die Konsumentwicklung und die hohe Gewöhnung am Ende. So kanns der Gutachter (vllt ein bisschen traurig) nachvollziehen.
Jetzt ist es aber halt so, dass so olle Belastungen nicht einfach mal so weggehen, nur weil man sie kennt. Hier würde mich interessieren, was genau Du erlebt hast, dass diese Emotionen (mitsamt den damit verknüpften Glaubenssätzen) ihre Macht verloren haben. Bitte keine Überschriften ("hab ne dbt-Therapie gemacht und die hat mir geholfen"), sondern echte, nachvollziehbare Inhalte. Auf welche Weise hat sie Dir geholfen? Woran hast du dort gearbeitet? Was hat sich verändert? Wie konnte das passieren?
Natürlich gehen diese Belastungen überhaupt nicht so schnell weg. Ich wusste auch erst überhaupt nicht was ich in der DBT sollte. Mir wurde in der SIA dazu geraten. Naja nun konnte ich mit den gewöhnlichen Skills nicht viel anfangen. Hatte erst Schwierigkeiten mich ins Setting einzufinden. Nur gab es in der Visite (ca. 12 Ärzte u. Co) eine Situation, in der ich gebeten habe, etwas in einem Arztbrief von meinem Mann zu streichen (ja totaler Blödsinn, Weiß ich selber), natürlich kam ein Nein, ich wollte diskutieren, dass ich wenn er den Führerschein abgibt nicht mehr zur Arbeit komme und diese verliere. Die Antwort lautete kurz. Das ist die Konsequenz vom Trinken u Arbeit findet man wohl woanders. Ich war außer mir, habe die danach folgende Therapie verpasst, weil ich für meinen Mann einen Anwaltstermin erledigen wollte.

Das gab ein Gespräch mit dem Arzt, er erklärte mir was ich mit diesem Beispiel schon wieder alles falsch gemacht hatte, wie ich unter Hochstress impulsive Entscheidungen getroffen habe, was mein Mann darauf gesagt hätte, wie meine Erwartung gewesen wäre und meine Gefühle jetzt. Das mag jetzt wohl ein blödes Beispiel sein, aber für mich war es ein Anfang, ein Anfang um mir die Augen zu öffnen. Vor der Therapie habe ich mich um alles gekümmert, dass alles geregelt ist, wenn ich weg bin. Das dieser FE von ihm jetzt dazwischen kommt hätte ich nicht ahnen können. Nun ja ich war in der Therapie für mich und hatte da nichts besseres zu tun, als die Termine für meinen Mann zu erledigen, mich wieder hinten an zu stellen u zu riskieren, dass ich wegen Regelverstoß gehen muss. Was war der Dank, ja richtig keiner. Es kam per WhatsApp, … alles klar. Ich war wieder enttäuscht, hatte ich mir doch den Hintern aufgerissen…Was hätte ich vorher zuhause gemacht, ja was getrunken um mich zu beruhigen. Was wäre danach gewesen, ja es wäre wieder angefangen. Ich habe vom Rest der Visite nichts mehr mitbekommen, weil ich in meinem Film war.

Ich bin mit kleinen Dingen angefangen. Habe mir Knete mit in die nä. Visite genommen, habe meine Hände beruhigt u konnte klar meine nä. Ziele benennen. Ich habe mir einen Brief an mein Zukunftsich geschrieben. Ich musste beim Schreiben sehr weinen, was ich schon alles geschafft habe. Dann das Beispiel mit Ostersamstag FS Abgabe Mann, komisch das ach so blöde validieren hat geholfen. Manchmal fühlte ich mich überfordert, es staute sich in mir, ich konnte ja weiterhin die SHG besuchen und konnte mir dort durch einfach alles von der Seele reden Luft machen. Das Gefühl war unbeschreiblich, ich fühlte mich leicht und freier. Klar waren die Probleme nicht weg, aber der Kopf klar für die nächsten Schritte. Nachts schlief ich wieder öfter durch. War fit am nächsten Tag und der Sport machte mir wieder Spaß. Ich bekam vom ältesten Mitpatienten, der durch seine Art eigentlich immer nur Ärger suchte, ein Kompliment. Wie ich mich in der kurzen Zeit schon gemacht hätte, was ich alles während der Therapie noch aushalten müsste. Ich begriff was ich eigentlich in meiner Familie für eine Stellung inne hatte. Ich bekam Aufgaben Grenzen zu setzen, Nein zu sagen, was sich voll einfach anhört, aber für mich eine riesige Hürde darstellten. Beim Telefonat mit meiner Mutter, wo meine Grenzen auf übelste überschritten wurden, mir Vorwürfe gemacht wurden und ich als Lügner betitelt wurde entschied ich diesmal, dass das Gespräch beendet ist, ich bettelte nicht mehr. Ich legte auf. Ich ging nach draußen, laufen, ja gut mit Zigarette, aber ich lief und hörte Musik. Abends schlief ich wieder durch. Keine Alpträume. Ich habe sehr gegen meine Verhaltensanalyse gegeben gesehen, aber ich bekam nur positive Rückmeldungen. Das war meine Geschichte, die Psychologen interessierte Zuhörer. Natürlich gab es auch weitere Probleme, aber ich konnte mich damit anfreunden, Dinge die ich nicht ändern kann zu akzeptieren. Ich hatte mich damit abgefunden meine Arbeit aufgegeben zu müssen, da es dorthin keine Ofis gab. Abends vor dem Schlafengehen fing ich wieder an zu beten, wie ich es als Kind kennengelernt hatte, ich bedanke mich für den Tag und betete. Allmählich lernte ich wieder zur Ruhe zu kommen, nicht immer Vollstrom 180%…
Ups etwas sehr lang geworden. Hier auch eine Art Abspannung vom Tag loszuwerden durch Schreiben.
Ich könnte noch 100 Beispiele nennen… Wenn dieses so gemeint ist, hab ich auch außerhalb meiner Käseglocke erlebte Anwendungen.
 
UND: genau das ist das Material, das Du für Dein Frühwarnsystem brauchst. Wie kannst Du inzwischen damit umgehen, womit hast Du zwischenzeitlich gute Erfahrungen gemacht (Situationen schildern!), was machst Du, wenn Deine Bordmittel dann doch nicht reichen? Wann genau reagierst Du - und wie genau? Woher weisst Du, dass es erfolgsversprechend ist?
In Situationen, wo ich in absoluten Hochstress komme, z. B. Vater wurde mit Verdacht auf Infarkt ins Krankenhaus eingeliefert. Ich bin erst laufen gegangen, nee da half es nicht zum beruhigen. Kalte Dusche, wunderbar. Hier habe ich weiter angeknüpft, Hände beruhigt und Atemübungen gemacht. Ich bekomme dann mein Adrenalin, was mir dann oft durch den Körper schiesst in den Griff.

Auch wenn ich zu viel auf einmal möchte, ich nenne es immer Spaghetti im Kopf bekomme, nehme ich mir altmodisch meinen Papierkalender, teile mir meine TO DO‘s auf, setzte Prioritäten. Nicht alles an einem Tag. Ich gönne mir jeden Tag bewusst Pausen. In der Woche ist um 20:30 Schicht mit Arbeit, Haushalt u Co. Danach wird abgeschaltet auch mal mit Blödsinn wie z.B. Trash-TV und Nein, es triggert mich nicht, wenn dort gesoffen wird. Woran ich Erfolg merke? Das wichtigste, ich schlafe ohne Albträume.

Fortsetzung folgt wenn so gemeint.
 
schaun mer mal..

was genau machst Du, wenn wieder solche Emotionen hochschießen:
enttäuscht über mich selber, hatte andere enttäuscht
Ich fühlte mich schuldig, schlecht innerlich und äußerlich. Ich hatte wieder einmal versagt
Dann hätten sie ja wieder Recht gehabt und ich wäre wieder die dumme Göre
Ich bin nicht so ein Nichtsnutz, wertlos.
Ich habe mich als Versager gefühlt,
gesehen, dass ich alles falsch gemacht habe
ein Haufen Scheisse,
 
Ach ja eins muss ich noch loswerden, ich kann wie ihr merkt endlich offen erzählen, ich gehe mittlerweile auch bei der Arbeit und im Bekanntenkreis so offen mit meiner Krankheit um, ich schreibe und erzähle mir alles von der Seele, ich merke nur wenn ich es nicht in mich hineinfresse, kann mir geholfen werden.
☺️ Denn so alleine wie ich immer dachte bin ich nicht. Durch meine neue Art, nüchtern, nicht besoffen versteckt im Kämmerlein, bin für viele sehr liebenswert ☺️
 
schaun mer mal..

was genau machst Du, wenn wieder solche Emotionen hochschießen:
Wenn die Gedanken losgehen habe ich meine Notfallkarte bzw. Notfallkoffer.

„Ich bin scheiße. Ich hab versagt. Ich bin wertlos.“

„Stopp. Das ist mein altes Scham-Programm. Nicht die Realität.“

Nervensystem runterfahren, ich muss zuerst aus dem Hochstress raus, auf ein Level wo ich zumindest wieder „denken“ kann
• Beide Füße fest auf den Boden
• Atemzüge
• Ich werde gerade wieder ruhig

„Ich fühle mich gerade wie eine Versagerin – aber ich BIN keine.“

Das ist mein Gefühl, aber nicht die Tatsache

„Ich bin nicht allein. Ich darf Fehler machen und bin trotzdem wertvoll.

Was habe ich alles erreicht, was tue ich aktiv

„Was würde ich einer Freundin aus der SHG jetzt sagen?“

Notfallskills, auch wenn einfach habe ich mir diese im Handy greifbar abgespeichert

• Gesicht oder Hände mit kaltem Wasser waschen
• 5 Minuten rausgehen
• Tee oder Kaffee trinken
• Eine Person aus der SHG anschreiben oder telefonieren
• Etwas aufräumen, laufen, bewegen

Ich stabilisiere mich wieder, handle nicht impulsiv und es eskaliert nicht.

Das dies funktioniert, habe ich angewendet, wo mir meine Anwältin gesagt hat, ich muss „kleine Brötchen“ backen, ich bin eine Alkoholikerin, wenn auch eine funktionierende.

Dieser Satz tat weh, ich habe mich selber sehr tief in dieses Argument reingesteigert. Diese Gefühle kommen oft, wenn ich alleine bin. Kalt Duschen bringt mich dann zu dem Punkt wo ich diese Attacke durch Atmen abflachen kann. Dann bin ich soweit um auch meinen SHG Kontakt für diese Fälle anzuschreiben. Oder anderweitig zu telefonieren. Ich weiß, aus Erfahrung und Reflexion der Vergangenheit, dass diese Welle, der Suchtdruck für meine Erleichterung nur kurz bleibt.
Zuerst muss ich mich beruhigen, soweit dass ich klar denken kann, keine impulsiven Entscheidungen.
 
Ein anderes Beispiel hatte ich, wo ich den FS abgenommen bekommen habe vor versammelter Mannschaft. Das war reudig, ich fühlte mich so wirklich am Boden. War ich ja auch. Das Gefühl kam immer u immer wieder hoch. Ich bin dann in die Offensive gegangen, mich für mein Fehlverhalten entschuldigt bei den Personen und ihnen gedankt für diese Aktion, denn das hat mir mein Leben gerettet. Ich hätte sonst kein Stop bekommen. Die Reaktion der anderen war kurz schweigen, darauf folgten Worte wie Hut ab, dass du so dazu stehst.
Innerlicher Wachstum, klar quatschen Leute und zeigen mit dem Finger auf einen, aber irgendwann nicht mehr weil ich ein Säufer bin, sondern eine Kämpferin.
 
Ich brauche für mich auch etwas anspruchsvolles, habe gemerkt, dass ich dazulernen möchte und mir das gut tut. Jetzt ist die MPU ein komplexes Thema, wo ich mich selber studieren muss, aber auch für die Zeit danach (ich glaube hier fest an mich diese zu bestehen) habe ich mir ein Ziel gesetzt, in dem ich mich zur Suchtkrankenhelferin ausbilden lasse.
Das ist auch wieder ein Gegenbeispiel für meine negative Grundannahme. Ich habe bereits in einem Jahr sehr viel Zuspruch von anderen bekommen, wie wertvoll mein Engagement u Gedanken für die Gruppe sind.
 
„Ich bin scheiße. Ich hab versagt. Ich bin wertlos.“

„Stopp. Das ist mein altes Scham-Programm. Nicht die Realität.“
"dann sag ich mir....."
etc.pp
ok, das sind die Kognitionen. Kurz davor muss was zu fühlen sein. DA wäre die Ursache, schau mal dort genauer hin.
Hinweis: wenn Du neben dem kognitiven am-Symptom-rumskillen mal an die Emotionen kommst (vllt auch in der Therapie) und diese entmachten kannst, kannst Du irgendwann das Rumskillen sein lassen, weils nicht mehr nötig ist.

Jetzt ist die MPU ein komplexes Thema, wo ich mich selber studieren muss, aber auch für die Zeit danach
Jup.
 
Ja genau eigentlich schon vor meiner Reaktion (z.B. „Adrenalin“) einschreiten. Auch bei banalen Auslösern, wie böse Blicke anderer, Gedankenkreisen, strenger Tonfall.
Was ich im Moment noch laut benenne, jedenfalls zuhause: Ey du triggerst mich (sonst für mich ich bin getriggert).
Füße auf den Boden, flache Hand auf die Brust, lang ausatmen.
Für mich: das war mal, altes Ich. Jetzt bin ich sicher und genug. Ich hinterfrage mein inneres Kind, meine kindlichen Gefühle
 
altmodisch meinen Papierkalender, teile mir meine TO DO‘s auf, setzte Prioritäten.
Das finde ich prima und gar nicht altmodisch.
Für mich bedeutet das aufschreiben ein Stück Freiheit. Ich kann´s nicht mehr vergessen, kann nochmal drüber schauen (alles korrekt und vollständig?) und nach dem Erledigen Revue passieren lassen - habe ich alles zu meiner Zufriedenheit gemacht oder gibt´s Dinge die ich nicht / nur unzureichend bedacht hatte?
Ich mache das inzwischen einmal am Morgen und einmal am Abend.
 
Ja genau eigentlich schon vor meiner Reaktion (z.B. „Adrenalin“) einschreiten. Auch bei banalen Auslösern, wie böse Blicke anderer, Gedankenkreisen, strenger Tonfall.
Was ich im Moment noch laut benenne, jedenfalls zuhause: Ey du triggerst mich (sonst für mich ich bin getriggert).
Füße auf den Boden, flache Hand auf die Brust, lang ausatmen.
das waren schon wieder alles Beschreibungen von Kognitionen und Verhalten.


meine kindlichen Gefühle
DIE hätten mich interessiert :)
 
-meine Angst alleine gelassen zu werden
-Angst vor der Last auf den Schultern
-nicht sicher zu sein
-nicht liebenswert zu sein
-zu viel zu sein oder zu stören, nicht gewollt zu sein
-Kontrolle zu verlieren
-Angst Gefühle nicht aushalten zu können
 
Das darf mit in die MPU.
Den Umgang damit, wenn sie vollautomatisch hochschießen, hast du ja beschrieben (Skills). Das ist auch gut für die MPU. UND: es sind die Frühwarnticker, die Du in Zukunft verwenden kannst, um die Notfallbox zu öffnen - und perspektivisch könnte es eine erleichternde Idee sein, diesen alten Emotionsreaktionen Frieden zu schenken, sie schon im Kern runterzufahren*. So eine Idee kann auch mit in eine MPU.

Eine Frage: fiel es Dir schwer, diese Emotionen zu benennen bzw. da mal genauer nachzuspüren?

______________________________
* Anmerkung: der dbt fehlt der passende Ansatz bzw. das passende Werkzeug dazu, vllt wirds mal ne (kassenbezahlte) Schematherapie?
 
Ja ich muss sagen die Emotionen einzeln zu benennen fällt mir schwer, mittlerweile zwar um einiger besser, aber „früher“ war es einfach eine Überschrift, einfach nur Angst.
Darunter spielte sich alles ab.

Ich finde dieses Forum ist Gold wert, es macht soviel für mich, lässt mich nachdenken und reflektieren. Und das nehme ich nicht nur mit für die MPU.
Dankeschön
 
Ja ich muss sagen die Emotionen einzeln zu benennen fällt mir schwer,
hm ...

Ich würde Dich gerne einladen, diese Emotionen (die ja nun mal da sind in aller Stärke) zu würdigen (!) - als optimal (!) angepasste Reaktion auf Erlebnisse, die Du (deine kleinen Anteile) aber dann doch irgendwie überstanden hattest.
Sie wahrnehmen, würdigen, sich dem Schmerz (der "Kleinen") zu öffnen.. in dem Bewusstsein, dass das alles WAR und Du es überlebt hast, ihr es überlebt hattet. Vllt wissen das deine Kleinen noch gar nicht...

Um dann dorthin, wo es grad so weh tut, beruhigende Worte zu sprechen, die Kleinen trösten.. voller Zuversicht und Liebe. Laut sprechen, so dass es ein Außenstehender hören könnte.
Und dann mal nachspüren, was das mit dem Gefühl macht...

Das geht aber nur, wenn Du für Dich sicherstellen kannst, dass Du "groß" bleibst, also nicht total im Gefühlserleben des Kleinseins untergehst. Denn die Kleinen brauchen jetzt ne Große, die Trost und Sicherheit spenden kann. Das hätten sie vermutlich damals schon gebraucht...
 
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