Ich vermute mal, das ist so der (gefühlte) Kern, der Dich Dein Leben lang begleitet. (kleines *seufz..)
Naja. Das begann früh und hat sich selbst gut verstärkt über die Zeit. Das ist so insgesamt ein guter Grund für die Konsumentwicklung und die hohe Gewöhnung am Ende. So kanns der Gutachter (vllt ein bisschen traurig) nachvollziehen.
Jetzt ist es aber halt so, dass so olle Belastungen nicht einfach mal so weggehen, nur weil man sie kennt. Hier würde mich interessieren, was genau Du erlebt hast, dass diese Emotionen (mitsamt den damit verknüpften Glaubenssätzen) ihre Macht verloren haben. Bitte keine Überschriften ("hab ne dbt-Therapie gemacht und die hat mir geholfen"), sondern echte, nachvollziehbare Inhalte. Auf welche Weise hat sie Dir geholfen? Woran hast du dort gearbeitet? Was hat sich verändert? Wie konnte das passieren?
Natürlich gehen diese Belastungen überhaupt nicht so schnell weg. Ich wusste auch erst überhaupt nicht was ich in der DBT sollte. Mir wurde in der SIA dazu geraten. Naja nun konnte ich mit den gewöhnlichen Skills nicht viel anfangen. Hatte erst Schwierigkeiten mich ins Setting einzufinden. Nur gab es in der Visite (ca. 12 Ärzte u. Co) eine Situation, in der ich gebeten habe, etwas in einem Arztbrief von meinem Mann zu streichen (ja totaler Blödsinn, Weiß ich selber), natürlich kam ein Nein, ich wollte diskutieren, dass ich wenn er den Führerschein abgibt nicht mehr zur Arbeit komme und diese verliere. Die Antwort lautete kurz. Das ist die Konsequenz vom Trinken u Arbeit findet man wohl woanders. Ich war außer mir, habe die danach folgende Therapie verpasst, weil ich für meinen Mann einen Anwaltstermin erledigen wollte.
Das gab ein Gespräch mit dem Arzt, er erklärte mir was ich mit diesem Beispiel schon wieder alles falsch gemacht hatte, wie ich unter Hochstress impulsive Entscheidungen getroffen habe, was mein Mann darauf gesagt hätte, wie meine Erwartung gewesen wäre und meine Gefühle jetzt. Das mag jetzt wohl ein blödes Beispiel sein, aber für mich war es ein Anfang, ein Anfang um mir die Augen zu öffnen. Vor der Therapie habe ich mich um alles gekümmert, dass alles geregelt ist, wenn ich weg bin. Das dieser FE von ihm jetzt dazwischen kommt hätte ich nicht ahnen können. Nun ja ich war in der Therapie für mich und hatte da nichts besseres zu tun, als die Termine für meinen Mann zu erledigen, mich wieder hinten an zu stellen u zu riskieren, dass ich wegen Regelverstoß gehen muss. Was war der Dank, ja richtig keiner. Es kam per WhatsApp, … alles klar. Ich war wieder enttäuscht, hatte ich mir doch den Hintern aufgerissen…Was hätte ich vorher zuhause gemacht, ja was getrunken um mich zu beruhigen. Was wäre danach gewesen, ja es wäre wieder angefangen. Ich habe vom Rest der Visite nichts mehr mitbekommen, weil ich in meinem Film war.
Ich bin mit kleinen Dingen angefangen. Habe mir Knete mit in die nä. Visite genommen, habe meine Hände beruhigt u konnte klar meine nä. Ziele benennen. Ich habe mir einen Brief an mein Zukunftsich geschrieben. Ich musste beim Schreiben sehr weinen, was ich schon alles geschafft habe. Dann das Beispiel mit Ostersamstag FS Abgabe Mann, komisch das ach so blöde validieren hat geholfen. Manchmal fühlte ich mich überfordert, es staute sich in mir, ich konnte ja weiterhin die SHG besuchen und konnte mir dort durch einfach alles von der Seele reden Luft machen. Das Gefühl war unbeschreiblich, ich fühlte mich leicht und freier. Klar waren die Probleme nicht weg, aber der Kopf klar für die nächsten Schritte. Nachts schlief ich wieder öfter durch. War fit am nächsten Tag und der Sport machte mir wieder Spaß. Ich bekam vom ältesten Mitpatienten, der durch seine Art eigentlich immer nur Ärger suchte, ein Kompliment. Wie ich mich in der kurzen Zeit schon gemacht hätte, was ich alles während der Therapie noch aushalten müsste. Ich begriff was ich eigentlich in meiner Familie für eine Stellung inne hatte. Ich bekam Aufgaben Grenzen zu setzen, Nein zu sagen, was sich voll einfach anhört, aber für mich eine riesige Hürde darstellten. Beim Telefonat mit meiner Mutter, wo meine Grenzen auf übelste überschritten wurden, mir Vorwürfe gemacht wurden und ich als Lügner betitelt wurde entschied ich diesmal, dass das Gespräch beendet ist, ich bettelte nicht mehr. Ich legte auf. Ich ging nach draußen, laufen, ja gut mit Zigarette, aber ich lief und hörte Musik. Abends schlief ich wieder durch. Keine Alpträume. Ich habe sehr gegen meine Verhaltensanalyse gegeben gesehen, aber ich bekam nur positive Rückmeldungen. Das war meine Geschichte, die Psychologen interessierte Zuhörer. Natürlich gab es auch weitere Probleme, aber ich konnte mich damit anfreunden, Dinge die ich nicht ändern kann zu akzeptieren. Ich hatte mich damit abgefunden meine Arbeit aufgegeben zu müssen, da es dorthin keine Ofis gab. Abends vor dem Schlafengehen fing ich wieder an zu beten, wie ich es als Kind kennengelernt hatte, ich bedanke mich für den Tag und betete. Allmählich lernte ich wieder zur Ruhe zu kommen, nicht immer Vollstrom 180%…
Ups etwas sehr lang geworden. Hier auch eine Art Abspannung vom Tag loszuwerden durch Schreiben.
Ich könnte noch 100 Beispiele nennen… Wenn dieses so gemeint ist, hab ich auch außerhalb meiner Käseglocke erlebte Anwendungen.