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Drogen-MPU wegen Fahrt unter THC und Methamphetamin

Könnt ihr mir bitte noch Tips zu „persönliche Hintergründe ihres Drogenkonsums“ im FB geben. Alles was im alten FB dazu steht ist Käse.

Ich möchte das alles schriftlich festhalten was wir die letzten Tage rausgebohrt haben, solange es noch frisch ist.

Soll ich beim Urschleim mit Schule und Ohrfeigen anfangen, dann zu den entstandenen Ängsten und verbundenen Erlebnissen übergehen? So richtig Lebenslauf mäßig? Oder mit dem ersten Konsum starten und den Rest nur auf Nachfrage Preis geben.
 
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Das Ganze auch vorbereitend auf Sitzungen beim Psychtherapeuten…
50min für 110€ wollen gut genutzt sein. Das Ganze mal 12. :oops:
 
Soll ich beim Urschleim mit Schule und Ohrfeigen anfangen,
ich würde erstmal die emotionale Ausgangsbasis für den Drogeneinstieg erwähnen (und in der weiteren Entwicklung). Also das, wofür der Drogenkonsum ursprünglich ein Lösungsversuch war. Die dahinterliegenden Details wollen Gutachter idR gar nicht wissen, aber bei Nachfrage hättest Du was in Petto (das ist auch der Grund, weshalb wir hier im Forum bisschen tiefer bohren als vllt unbedingt nötig).

Gut wäre auch, wenn Du erkennst, was der Konsum so mit Dir gemacht hat, vllt erst unmerklich, später dann offensichtlicher, bis hin zur Trunkenheitsfahrt. Und wenn Du heute, im hier und jetzt, eine gut erkennbare innere Distanz zu Deinen damaligen Entscheidungen spürbar machen kannst, ist das Gold wert für die MPU.
Mit ersterem sicherst Du die H-null ("kann ich dem Menschen vor mir vertrauen") und zeigst, dass Du Dir Mühe gegeben hast, unter die platte Oberfläche zu schauen, mit letzterem signalisierst Du Langzeitstabilität Deiner neuen Lebensentscheidung.

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Sitzungen beim Psychtherapeuten…
Nur meine Meinung: Für das Geld sollte er gut sein. Du solltest schon nach der zweiten Sitzung dorthin kommen, wo es weh tut und nicht erst stundenlang um den heissen Brei rumschwafeln. Das merkst Du schon. Naja... und die Chemie muss natürlich stimmen, weil sonst die unbewussten (wichtigen) Prozesse blockieren. Hast Du was mit EgoState / Schematherapie gefunden?
 
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Ich baller jetzt einfach mal rein, was ich bisher ausgearbeitet habe. Darauf könnte ich bei den weiteren Fragen gefühlt gut aufbauen.
Ihr müsst nicht kommentieren wenn der Rest noch nicht da ist. Hackt aber bitte dazwischen wenn völliger Käse dabei ist. Damit ich falsche Ideen nicht weiter spinne.
Joost wird sofort bemerken dass ich plötzlich doch vorher mal (außer bei Anlässen) Alkohol getrunken habe. Asche auf mein Haupt :smiley1659:

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
  • In der 7. Klasse im Sozialkunde-Unterricht
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
  • THC 1999
  • Crystal 2014
3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)

THC
  • Ab´99 Mo-Fr 1-3mal über die Woche verteilt abends im Lehrlingswohnheim in der Gruppe Gras/Hasch geraucht.
  • Ab ´01 Dosis langsam gesteigert zu täglichem Konsum. Zunehmend auch alleine.
  • Je nach beruflicher/privater Anforderung ab ´05 auch schon mal morgens. Direkt auf Arbeit oder unterwegs nie. Bis 2014 im Wochenmittel je nach Verfügbarkeit 4g Hasch oder 6g Gras.
  • Ab ´14 bis zum Delikt im April´25 gleiches Konsummuster aber Menge gesteigert auf 8g Gras/Woche.
Crystal
  • Ab Anfang 2014 Einstieg mit 1 Line je 0,1g pro Woche am Wochenende abends in der Gruppe
  • Ende ˋ14 Ausweitung Konsum zunehmend auf Wochentage, anfangs zu Nachtschichten, dann im Verlauf des Jahres und mit Beginn Hausbau nahezu täglich, immer morgens nicht mehr abends, fast nur noch allein im stillen Kämmerchen. Max. wöchentliche Menge steigt bis 1g.
  • Ab ´16 weiterhin Konsum nahezu täglich morgens, Menge bis zum Delikt im April ´25 auf 1g pro Woche konstant halten können.
  • Ich besorgte alle 7-8 Tage 1g das ich mir entsprechend aufteilte
4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
  • Nein, sicherlich in jungen Jahren probiert aber nach schlechten Erfahrungen in Kombination mit THC schnell bleiben lassen
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
  • In der Intervention haben wir den bisherigen Konsum besprochen und risikoarm festgestellt. Ich habe nicht gemischt konsumiert. Etwa 2-3 mal die Woche ein Radler 0,5l, (typischerweise bei meiner Schwester) oder ein 0,33l Bier bei meinem Onkel wo man nicht wegkam ohne etwas getrunken zu haben. Zu Anlässen 6mal jährlich bis 2 x 0,5l Bier.
6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
  • Ich trinke morgens 2 Tassen Kaffee und rauche 15 Zigaretten am Tag. Nachmittags ggf. noch eine Tasse Kaffee.
7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
  • Durch Cannabis zog ich mich von meinem nicht konsumierenden sozialen Umfeld zurück. Ich legte weniger Wert auf mein Äußeres. Mein Kurzzeitgedächtnis wurde schlechter. Die Konzentration war eingeschränkt.
  • Crystal steigerte meine Leistungsfähigkeit scheinbar. Auf das morgendliche High folgte aber Erschöpfung am Abend. Durch gesunde Ernährung und dauerhafte Begrenzung der Dosis hielt ich die Auswirkungen über Jahre im Rahmen, gesundheitliche Auswirkungen bemerkte ich aber. Aus dem Konsum resultierte Selbstüberschätzung, dies hatte noch nach dem Konsumstop beruflich negative Auswirkungen.
8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
  • Ja. Ich wollte einerseits Ängste dämpfen und andererseits vor meinen Eltern alles recht machen um nicht in Ungnade zu fallen
  • Bezüglich Crystal erschreckt mich das heute besonders. Ich war in Sorge ohne die Droge in ein Leistung-Loch zu fallen oder auf Arbeit nicht mehr genug leisten zu können.
9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
  • 24ng THC 12ng OH 180ng COOH
  • 100ng Methamphetamin
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
  • Täglich nachmittags/abends 1g Cannabis, Morgens 0,15g Crystal
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
  • Morgens bis 10Uhr 0,15g Crystal und 0,5g Cannabis
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
  • Ja. Cannabis hatte ich an diesem Tag schon morgens konsumiert. Der Grund war, dass ich Urlaub hatte und unsere Tochter die Nacht davor und noch bis abends bei Oma und Opa in Betreuung war. Auf Arbeit oder bei Beschäftigung mit meiner Tochter war ich darauf bedacht nicht erkennbar bekifft zu sein
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
  • Die Polizei wendete nach einer Vorbeifahrt auf einer Nebenstraße. Auf der Bundesstraße war eine Baustelle. Der Streifenwagen folgte mir und unterzog mich einer allgemeinen Verkehrskontrolle (nicht anlassbezogen).
14. Was war der Zweck der Fahrt?
  • Ich war dabei eine neue Starterbatterie für die selten genutzte Familienkutsche zu besorgen. Gegen 10Uhr morgens beim Ausparken aus dem Carport sprang der Wagen gerade so noch an. Am nächsten Tag wollten wir pannenfrei zum Flughafen fahren und nach 10 Tagen wieder heim.
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
  • Vom Heimatort bis zum ATU ~25km, auf dem Rückweg wurde ich nach etwa 3km kontrolliert
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
  • THC wirkt lange nach, daher sind über die Jahre 4000mal realistisch.
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
  • Es gab keinen Konflikt mehr. Ich achtete großteils noch darauf nicht all zu offensichtlich/zu stark berauscht unterwegs zu sein um möglichst unfallfrei zu fahren und um nicht erwischt zu werden. Ich stellte aber meinen Lebenswandel über die Verkehrssicherheit. Das beweist die TF. Eine Trennung von Konsum und Fahren fand nicht mehr statt.
18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
  • THC verlangsamt Reaktionszeiten, verändert zeitliches und räumliches Empfinden, falsche Einschätzung von Situationen und veränderte Reaktion auf Gefahren, Blendempfindlichkeit nimmt zu
  • Crystal führt zu Selbstüberschätzung, führt evt. zu schnellem und riskantem Fahren, Situationen und Gefahren können anders bewertet und unangemessen reagiert werden
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
  • Je nach Konsummuster kann THC bis 72h nachwirken, Crystal je nach Menge bis 2 Tage
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
  • Täglicher Konsum kann zu Abhängigkeit führen
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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Drogenkonsum?
  • 2 bestimmende Probleme konnte ich während meiner Aufarbeitung finden. Beide stehen in Zusammenhang mit Ängsten, die ich auf traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit zurückführe.
  • Problem_1… Angst vor Vielem… Ich dachte im Leben oft über Erlebnisse und Zwischenmenschliches NEGATIV nach. Was denkt man von mir? Habe ich genug geleistet und alles richtig gemacht? Habe ich etwas getan was mich schlecht aussehen lässt? Damit verbunden war ich unsicher in Gruppen, fühlte mich nicht wohl unter vielen Leuten oder Fremden. Auch fremde Umgebungen machten mir Angst. Diese Gedanken versuchte ich mit THC-Konsum zu dämpfen. Die schlechten Gedanken vorwiegend nach der Arbeit. Die Angst vor fremden Umgebungen beispielsweise am Tag der TF, vor einem Urlaub in der Ferne. Crystal steigerte mein Selbstwertgefühl, was mir auf Arbeit hilfreich schien. Kundenbesuche im Störungsfall oder komplexe Umschaltungen erzeugten Ängste und ich konnte so scheinbar souveräner und spontaner anpacken.
  • Problem_2… Das Lieblingskind-Abschaum-Schema... Meine Eltern hatten schon immer eine hohe Erwartungshaltung an mich. Sie achten sehr darauf wie man sie im Ort wahrnimmt. Wenn ich mal nicht funktionierte, gaben sie mir das Gefühl weniger wert zu sein. (Was du kiffst? Aufhören oder Du fliegst raus, Drogen= Abschaum). Hier spielt auch meine Schwester eine Rolle die, ganz anders als ich, unabhängig ihren eigenen Weg ging. Was meinen Eltern gar nicht nicht passt. Aktuell bekommt sie immernoch Konsequenzen in Form von Vernachlässigung zu spüren. (Vater-hasst-Schwager-Problem). So entstand ein Druck immer abliefern, immer Liebkind sein zu müssen. Diese Prägung reichte weit über Familiäres hinaus. Ich hatte Angst vernachlässigt und weniger geliebt zu werden (Abschaum zu sein) wenn ich nicht immer 110% abliefere. Hohe Anforderungen auf Arbeit (Schichtarbeit/Nachtschichten) führte im Zusammenhang damit, beim Crystal-Problem zu einer Dosis-Steigerung. Hin zu einem fast täglichen Konsum.
  • THC-Einstieg… Zu Cannabis kam ich in der Ausbildung 100km weit von zu Hause weg. Fühlte mich immer fremd und gehemmt. Der Kollege mit dem ich das Zimmer teilte, kiffte abends oft auf dem Balkon. Ich schaute mir das ungefähr 1 Jahr lang an. Es blieb offenbar ohne ernste Konsequenzen. Er kam gut klar. Zwischenzeitlich schloss ich mich der, meiner Meinung nach, coolsten Gruppe an, wo auch gelegentlich gekifft wurde. Ich probierte daher irgendwann auch und hatte das Gefühl dass es mich lockerer und weniger verkopft macht. Ich hatte nun ein „Werkzeug“ in der Hand, das ich im weiteren Leben immer wieder benutzte. In dieser eingeschworenen Gruppe konsumierte ich auch erstmals Amphetamin. Vor der praktischen Abschluss-Prüfung brachte ein Kollege das Pulver mit. Sagte es hilft gegen Prüfungsangst. 6 Kollegen teilten sich eine kleine Menge. Die Dosis war wirklich winzig ABER die Hemmung etwas zu schnupfen, war abgebaut. Konsequenzen hatte das vorerst nicht.
  • Crystal-Einstieg… Mit etwa 28 Jahren bin ich in eine Szene vor Ort gekommen, wo Drogen gut verfügbar waren. Anfangs hauptsächlich um Cannabis zu kaufen. Hier hielt ich mich dann immer öfter auf und begann an Wochenenden in der Gruppe Amphetamine zu nehmen. Das weitete sich in den folgenden Jahren aus. Ich hatte oft Nachtschichten und war Pendler mit 80km einfacher Strecke. Vermeintlich konnte ich das besser mit Amphetaminen leisten. Es schlich sich so nach und nach in meinen Arbeitsalltag ein. Ab 2014 gab es kaum noch Amphetamine mehr, Crystal war stets gut verfügbar. Ich stieg nach einigem Zögern ein.
 
Ursachen: bis hierher sicherst Du Dir die H-null, der Gutachter dürfte auch alles weitere gern glauben wollen. Tiefer musst Du erstmal sicherlich nicht gehen, Du hast ihm ein paar rote Fäden hingeworfen, die er ja dann aufgreifen kann, wenn er mag.
Jetzt schaue noch mal genau hin, wie sich im Lauf der Zeit die schädlichen Nebenwirkungen entwickelt haben. Die magst Du vllt damals gar nicht wahrgenommen haben, aber aus heutiger Sicht kann die Suche recht ergiebig sein...
Cave: so insgesamt liest es sich teilweise schon etwas nach "Verselbstständigung des Konsums, lösgelöst von ursprünglichen Nutzen" (=Sucht).
Dieser Abschnitt hier löst das aber gut wieder auf:
. Ich war in Sorge ohne die Droge in ein Leistung-Loch zu fallen oder auf Arbeit nicht mehr genug leisten zu können.

Bin jetzt nur mal drübergeflogen, aber so insgesamt finde ich es beeindruckend!
 
Zum Thema Kalibrierung.
Genau das mit dem Leistungsloch haben wir in der Intervention in der ABC-Analyse als eine Bewertung(alt) drin gehabt.
„Es gibt mir Antrieb um gute Leistungen zu bringen, wenn ich aufhöre befürchte ich ein Leistungs-Loch. Viele Sachen würden liegen bleiben, auch in der Familie“ :smiley138:
 
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