Moin
42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
- Die Gefahr eines Rückfalles wird immer da sein und ich werde auf Warnsignale achten. Positive aber auch negative Dinge werden zukünftig geschehen. Ein Warnsignal wäre wenn es wieder zu starken Ängsten oder vermehrt negativen Gedanken kommt.
Wie
genau machen diese sich bei dir bemerkbar ?
Im Bauch ?
In der Kehle ?
etc.
- In diesen Momenten darf ich nicht zu Alkohol oder Drogen greifen,
Darf ?
Oder
will ich nicht zu Substanzen greifen ?
Oder
muss ich nicht mehr zu Substanzen greifen ?
- das wäre wieder ein falscher Lösungsversuch
- . Ich habe gelernt äußere Einflüsse entsprechend anders zu bewerten und damit z.B. Ängsten oder Stress die Macht zu nehmen.
Wie genau hast du das gelernt ?
- Nach dem Verlust meines Jobs zu Anfang der Abstinenz waren reichlich negative Gedanken und Zukunftsängste da. Es war das erste Mal, dass nicht ich ein Arbeitsverhältnis beendet hatte. Die Fristlose führte zu 3 Monaten Sperre bei ALG1. Der Fehler lag ausschließlich bei mir, was ich zuerst nicht wahr haben wollte. Ich fühlte mich ungerecht behandelt und machtlos. Nachdem ich ein paar Nächte nüchtern drüber geschlafen und auch die Perspektive meines Arbeitgebers durchdacht hatte, kam nach und nach die Einsicht. Es war überraschend zu erleben wie gut ich das innerhalb einiger Wochen verdaut hatte. Ich denke noch manchmal darüber nach aber eher emotionslos und sachlich als wütend und verbittert. Es ist einfach nicht mehr zu ändern und ein Teil meines Lebens. Ich weiß dass ich fachlich eine große Lücke hinterlassen habe und es auch andere gute Arbeitgeber gibt.
Das ist mir noch zu sachlich, sprich
emotionslos geschildert, insbesondere die von mir fett gemachten.
Motiv Angst ?
Motiv Macht ?
Und „
emotionslos“ ist meiner Einschätzung nach an dieser Stelle unglaubwürdig.
- Auch persönliche Fehleinstellungen zum Abschaum-Schema habe ich korrigiert.
Wie konntest du das „korrigieren“ ?
Für mich klingt das nach „Tipp-Ex“, falsch geschriebenes Wort, „Tipp-Ex“ drüber, falsch geschriebenes Wort weg.
Aber beim Menschen klappt das ja gerade nicht, oder ?
- Hier möchte ich als Beispiel meine Arbeitslosigkeit nennen. Allen fiel sofort auf dass kein Betriebsauto mehr vor der Tür steht und ich dann ganz zu Hause und arbeitslos war. Ich hatte seither 3 Bewerbungsgespräche bei Firmen die ich gut hätte erreichen können. Bei 2 Arbeitgebern hätte ich sofort starten können. Bei den Gehaltsverhandlungen bekam ich 3 und 4€ über Mindestlohn angeboten und lehnte mit dem Hinweis ab, dass ich am Ende monatlich bei 400€ unter ALG1 lande. Ich möchte nicht als sehr gut ausgebildete Fachkraft für dieses Geld arbeiten nur um im Dorf oder vor meinen Eltern nicht mehr als arbeitsloser Faulenzer da zu stehen. Das Gerede der Leute halte ich aus, weil es zu meinem Vorteil ist und niemandem ein Urteil darüber zusteht.
Wie kann ich mir das „aushalten“ vorstellen ?
Wie ist dir das gelungen ?
Was macht das mit dir ?
Wie sind die Reaktionen derer, die dich als „Abschaum“, als Schmarotzer, „arbeitsloser Faulenzer“ sehen ?
Und gerade bei deinen Eltern ist das gerade doch mit vielen negativen Emotionen verbunden, oder ?
Und wie reagierst du darauf ?
Den eigenen
Wert erkennen…?
Du bist wertvoll…?
Eigene Motive wie Angst und Macht spielen keine Rolle mehr ?
Wenn ja, warum ?
- Wenn ich doch mal Probleme habe die mich überfordern und die Gefahr droht rückfällig zu werden, kann ich mir professionelle Hilfe holen. Die Suchtberatung kann ich jederzeit kontaktieren. Ich kenne die Mitarbeiter vor Ort nach meinem Besuch und weiß dass ich willkommen bin. Berührungsängste mit Psychotherapeuten und Psychologen habe ich nach meiner MPU-Vorbereitung auch abgelegt.
Kannst du es also aushalten, dass du Hilfe brauchst ?
Also die Macht über dich abgeben ( Querverweis „urinieren unter Aufsicht“ ) ?
So, mein Lieber, das war jetzt viel Input. Dieser braucht. ei dir aber nicht ankommen, dass alles „falsch“ ist, im Gegenteil.
Es war schon sehr brauchbar.
Denn nur zu Brauchbarem kann ich viel schreiben, Anregungen geben etc.
LG
