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Escooter 1.12 promille. Keine Ausfallerscheinungen.

maverik8

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,
letzte Woche Montag habe ich unerwartet (wie auch mein Anwalt meinte) eine MPU-Anordnung bekommen. Seitdem bin ich etwas verwirrt und unsicher, wie ich am besten vorgehen soll. Ich recherchiere zwar viel im Internet, aber es fällt mir trotzdem schwer, das alles richtig einzuordnen.
Deshalb wollte ich hier nach eurer Einschätzung und eurem Rat fragen.
Denkt ihr, dass ich in meinem Fall Abstinenz machen muss, oder kann ich es mit kontrolliertem Trinken versuchen?
Außerdem: Was meint ihr, macht es Sinn, wenn ich meiner Sachbearbeiterin schreibe und meine privaten psychologischen Sitzungen etwas ausführlicher darstelle? Ich habe sie bisher nur Bescheinigung von meiner 4 VP Sitzungen geschickt. Vielleicht könnte sie meinen Fall dann nochmal neu bewerten?
Hier ist auch mein ausgefüllter Fragebogen und meine Situation:



1. Was ist passiert?
Am 15. Juni 2025 wurde ich morgens gegen 7:20 Uhr mit einem E-Scooter von der Polizei kontrolliert. Um 8:25 Uhr wurde mir Blut abgenommen, dabei wurden 1,12 Promille festgestellt.
Ich war an dem Wochenende mit einem engen Freund unterwegs, den ich seit etwa 15 Jahren kenne. Wir haben zusammen studiert, sehen uns aber selten, weil er in einer anderen Stadt lebt. Er war an dem Wochenende bei mir zu Besuch, und aus dieser Freude heraus haben wir zusammen gefeiert.
Wir haben gegen 20:00 Uhr angefangen zu trinken. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, aber es waren ungefähr 5–6 Bier und zusätzlich etwa 6–7 Tequila-Shots. Getrunken habe ich bis ungefähr 5:00 oder 5:30 Uhr morgens, weil es mir nicht mehr gut ging.
Danach wollten wir nach Hause. Vor dem Club gab es kein Taxi, deshalb haben wir E-Scooter genommen. Mein Zuhause war etwa 2 km entfernt. Ungefähr 50 Meter vor meiner Wohnung wurden wir dann von der Polizei kontrolliert.
Bei der ärztlichen Untersuchung wurden keine groben Ausfallerscheinungen festgestellt, und mein Verhalten wurde als kooperativ beschrieben.

2. Warum kam es zur Auffälligkeit?
Das Ganze ist passiert, weil mehrere Dinge zusammengekommen sind.
Zum einen habe ich an dem Abend mehr getrunken als sonst, weil mein Freund zu Besuch war und wir uns lange nicht gesehen hatten.
Zum anderen habe ich die Situation mit dem E-Scooter komplett falsch eingeschätzt. Ich wusste nicht, dass dafür die gleichen Regeln gelten wie beim Autofahren.
Außerdem habe ich Alkohol früher auch genutzt, um lockerer zu werden und leichter mit Menschen zu sprechen. Ich war oft eher schüchtern und hatte Angst vor Kritik. Dadurch habe ich in solchen Situationen mehr getrunken, als eigentlich gut für mich war.

3. Wie war der Rauschmittelkonsum vor der Auffälligkeit?
Ich habe Alkohol mit etwa 17 Jahren zum ersten Mal probiert. seitdem ich habe ungefähr alle zwei Wochen getrunken, meistens mit Freunden und eher Bier.
In der letzten Zeit, wenn ich ausgegangen bin, lag meine durchschnittliche Menge ungefähr bei 4 Bier und zusätzlich etwa 4 Tequila-Shots. Die Häufigkeit war nicht sehr hoch, aber die Menge ist mit der Zeit gestiegen. (Das hat mich schon länger gestört, und bereits vor dem Delikt wollte ich mein Verhalten ändern, andere Interessen entwickeln und mich auch psychotherapeutisch damit auseinandersetzen. Ich hatte vor, damit im Herbst anzufangen, aber durch das Delikt wurde dieser Prozess deutlich beschleunigt).
Das hat sich vor allem entwickelt, nachdem ich in eine neue Stadt umgezogen bin und danach insgesamt noch zweimal den Wohnort gewechselt habe, einmal wegen des Studiums und zweimal wegen der Arbeit. Insgesamt bin ich in den letzten sieben Jahren dreimal umgezogen. In den neuen Städten kannte ich zunächst niemanden und wollte Kontakte knüpfen. Nüchtern fiel mir das schwer, weil ich eher schüchtern war. Alkohol hat mir geholfen, offener zu sein und auf andere Menschen zuzugehen.
Das kam freitags oder samstags vor, wenn ich frei hatte und keinen Wochenenddienst hatte, etwa drei- bis fünfmal im Monat. Diese Abende gingen oft über mehrere Stunden, teilweise bis in den Morgen(ca. 6-10 stunden).
Dabei hatte ich für mich klare Regeln: Unter der Woche, wenn ich am nächsten Tag arbeiten musste, habe ich keinen Alkohol getrunken. Mir war wichtig, gut zu schlafen und am nächsten Tag konzentriert zu sein. In meinem Job trage ich viel Verantwortung und wollte vermeiden, durch mangelnde Konzentration Fehler zu machen.

4. Wie ist der Konsum heute?
Nach dem Vorfall war ich erstmal etwa dreieinhalb Monate komplett abstinent, weil mich das Ganze sehr geschockt hat.
Danach habe ich angefangen, mich intensiv mit mir selbst zu beschäftigen. Ich war bei vier verkehrspsychologischen Sitzungen und habe zusätzlich eine eigene Psychotherapie begonnen, die ich bis heute mache. Insgesamt habe ich bisher etwa 24 Sitzungen gehabt.
In der Therapie habe ich nicht nur den Alkohol, sondern auch die Ursachen dahinter aufgearbeitet. Ich habe verstanden, dass mein Konsum viel mit Unsicherheit, Angst vor Kritik und fehlender Klarheit bei Entscheidungen zu tun hatte. Das hängt auch mit meiner Kindheit zusammen. Meine Mutter war oft sehr kritisch, mein Vater eher passiv.
Ich habe gemerkt, dass ich Alkohol früher genutzt habe, um mich sicherer zu fühlen. Heute ist das nicht mehr so. Ich kann auch ohne Alkohol offen mit Menschen sprechen.
Nach der Abstinenz habe ich bewusst ausprobiert, wie mein Konsum heute ist. Ich habe gemerkt, dass Alkohol mir eigentlich nichts mehr bringt. Ich habe auch verschiedene Mengen ausprobiert und festgestellt, dass für mich kleine Mengen ausreichen und ich mich gut kontrollieren kann.
Insgesamt trinke ich heute deutlich seltener und weniger, ich würde sagen etwa 80 % weniger als früher. Es ist eher selten ca. 2 Bier und nur zu besonderen Anlässen.

5. Wie wird sichergestellt, dass es nie wieder zu einer Auffälligkeit kommt?
Ich habe heute ganz klare Regeln für mich.
Schon seit ich meinen Führerschein 2017 gemacht habe, galt für mich: Wenn ich Auto fahre, trinke ich keinen Alkohol, nicht mal ein Bier. Das war mir immer wichtig, weil ich gemerkt habe, dass schon kleine Mengen meine Reaktion verändern.
Nach dem Vorfall habe ich verstanden, dass diese Regel für alle Fahrzeuge gilt, also auch für E-Scooter. Ich habe mich darüber informiert und gemerkt, dass das kein Spielzeug ist, sondern ein Verkehrsmittel mit echten Risiken.
Deshalb gilt für mich jetzt ganz klar: Wenn ich Alkohol trinke, fahre ich gar nichts mehr – weder Auto noch E-Scooter.
Durch meine Therapie und die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst habe ich mein Verhalten deutlich verändert. Ich habe viele Erfahrungen gemacht und festgestellt, dass ich nüchtern viel besser und produktiver mit Menschen sprechen kann. Außerdem bin ich im Alltag und beim Sport deutlich aktiver und bleibe konstant dran.
Früher war es oft so, dass ich nach dem Trinken am nächsten Tag verkatert war. Zusätzlich habe ich dann auch geraucht, obwohl ich das sonst nicht mache. Das hat sich insgesamt stark negativ ausgewirkt. Ich habe oft mehrere Tage gebraucht, um mich wieder zu erholen, war weniger konzentriert und konnte keinen Sport machen, obwohl mir das sehr wichtig ist und mir Spaß macht.
Seit ich mein Trinkverhalten geändert habe, geht es mir deutlich besser. Ich fühle mich stabiler und sicherer. Deshalb habe ich mich entschieden, das so beizubehalten.
Außerdem reflektiere ich mich weiterhin regelmäßig und arbeite aktiv an mir.
Deshalb bin ich überzeugt, dass so etwas nicht nochmal passiert.
 
Häng da mal noch ein paar Stunden Vorbereitung ran. Insgesamt recht plakativ.. und pardon: irgendwie wirkst Du auf mich sehr unglaubwürdig.

Mal eben auf die Schnelle ein paar erste Holperer:
trinke ich keinen Alkohol, nicht mal ein Bier.
*räusper... Bier ist Alkohol! (Bei sowas zuckt der Gutachter gern mal zusammen)
Ich habe gemerkt, dass Alkohol mir eigentlich nichts mehr bringt.
"eigentlich" ist eine der stärksten Verneinungen im Deutschen^^

Therapie? Weswegen genau? Da wäre ich als Gutachter skeptisch, ob das nicht nur ein Geschichtelchen ist, weil... naja.. unangemessen? Irgendwie trägst Du da ganz schön auf. Mein Eindruck beim Überfliegen: "der sagt was, was der Gutachter gerne hören mag".
Könnte schnell die H-Null schießen.

Mal so unter uns: Therapie? Echt?
 
Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 189
Gewicht: 82
Alter: 33

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 15.06.2025
BAK: 1.12
Trinkbeginn: 20:00 Uhr
Trinkende: 5 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 08:25

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert:
Strafbefehl schon bekommen:
Dauer der Sperrfrist: am 14.01.2026 wurde vorzeitig aufgehoben( initial war bis 09.03.2026)

Führerschein
Hab ich noch:
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt:
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Hinweis auf Missbrauch wegen keine Ausfallerscheinungen bei 1.12 promille. Ist zu erwarten, dass der Betroffene auch zukünftig ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen wird, oder ist zu erwarten, dass er das Führen von Kraftfahrzeugen und einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholkonsum zuverlässig trennen kann?“

Bundesland: Baden-Württemberg


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: 1-2 Bier nur beim Geburtstag oder so.
Ich lebe abstinent seit: von 15.06 bis 05.10, seit 04.03

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: nein
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?: ich weiß es nicht

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?:nein
Selbsthilfegruppe (SHG):nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: 4 VP Sitzungen. Außerdem privat ca. 25 Sitzungen
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer:nein
Ambulante/stationäre Therapie:nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum:
Welche Stelle (MPI):
Schon bezahlt?:
Schon eine MPU gehabt?
Wer hat das Gutachten gesehen?:
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:
Kann Herr Xxxx trotz der Hinweise auf Alkoholmissbrauch im Sinne der An- lage 4 zur FeV ein Kraftfahrzeug der Gruppe 1 (FE-Klasse B) sicher führen? lst insbesondere nicht zu erwarten, dass er zukünftig ein Kraftfahrzeug unter einem die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholeinfluss führen wird?

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten:nein
 

Häng da mal noch ein paar Stunden Vorbereitung ran. Insgesamt recht plakativ.. und pardon: irgendwie wirkst Du auf mich sehr unglaubwürdig.

Mal eben auf die Schnelle ein paar erste Holperer:

*räusper... Bier ist Alkohol! (Bei sowas zuckt der Gutachter gern mal zusammen)
Danke für die Hinweis, ich würde es berücksichtigen.
Therapie? Weswegen genau? Da wäre ich als Gutachter skeptisch, ob das nicht nur ein Geschichtelchen ist, weil... naja.. unangemessen? Irgendwie trägst Du da ganz schön auf. Mein Eindruck beim Überfliegen: "der sagt was, was der Gutachter gerne hören mag".
Könnte schnell die H-Null schießen.
Ich habe die Therapie aus eigener Motivation angefangen. Der Vorfall hat mich wirklich erschreckt und ich wollte verstehen, wie es dazu kommen konnte.
Am Anfang habe ich mich vor allem mit meinem Alkoholkonsum beschäftigt und gemerkt, dass ich in bestimmten Situationen unsicher war, zum Beispiel was andere über mich denken. Das hat mein Verhalten beeinflusst.
Danach habe ich mich auch mit meiner Vergangenheit und meiner Entwicklung beschäftigt, um besser zu verstehen, warum ich in manchen Situationen so reagiere.
Mir ging es insgesamt darum, mich selbst besser kennenzulernen und bewusster mit mir und meinem Verhalten umzugehen – vor allem in Bezug auf Alkohol.
Heute habe ich ein viel klareres Verständnis dafür und gehe damit deutlich verantwortungsvoller um.

Unnötige Zitate entfernt *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wie soll man damit am besten umgehen?
hm.. die Erläuterung zu Deiner Therapie wirkt jetzt auf mich glaubhaft.
Wie Du damit umgehen könntest? Vllt als wichtigen Schuss vor den Bug sehen? Immerhin hat er eine Therapie angestupst, die Dir ja dann schon irgendwie wichtig zu sein scheint. Und je früher, desto mehr Leben ohne Altbelastungen hast Du vor Dir...
Dann wird aus "Pech gehabt" -> Glück gehabt (unter 1.1pm wäre gar nix passiert).

btw: wie fit warst Du denn bei der Fahrt? Offenbar wurden ja explizit "keine Ausfallerscheinungen" festgestellt... irgendwo.
 
Na gut das war alles nivh angenehm einerseits pech aber andereseits svhon gut weil ich mit diesem Thema beschäftigen musste und dadurch habe ich viel neues über mich entdeckt.

ich war schon echt müde und ich wollte möglichst schnell ins Bett gehen. Das alles hat mich sehr erschrocken und dann war ich sofort wach und voll mit Adrenalin und Kortison(also mit überlebesninstikt).
 
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