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Escooter 1.12 promille. Keine Ausfallerscheinungen.

maverik8

Neuer Benutzer
Hallo zusammen,
letzte Woche Montag habe ich unerwartet (wie auch mein Anwalt meinte) eine MPU-Anordnung bekommen. Seitdem bin ich etwas verwirrt und unsicher, wie ich am besten vorgehen soll. Ich recherchiere zwar viel im Internet, aber es fällt mir trotzdem schwer, das alles richtig einzuordnen.
Deshalb wollte ich hier nach eurer Einschätzung und eurem Rat fragen.
Denkt ihr, dass ich in meinem Fall Abstinenz machen muss, oder kann ich es mit kontrolliertem Trinken versuchen?
Außerdem: Was meint ihr, macht es Sinn, wenn ich meiner Sachbearbeiterin schreibe und meine privaten psychologischen Sitzungen etwas ausführlicher darstelle? Ich habe sie bisher nur Bescheinigung von meiner 4 VP Sitzungen geschickt. Vielleicht könnte sie meinen Fall dann nochmal neu bewerten?
Hier ist auch mein ausgefüllter Fragebogen und meine Situation:



1. Was ist passiert?
Am 15. Juni 2025 wurde ich morgens gegen 7:20 Uhr mit einem E-Scooter von der Polizei kontrolliert. Um 8:25 Uhr wurde mir Blut abgenommen, dabei wurden 1,12 Promille festgestellt.
Ich war an dem Wochenende mit einem engen Freund unterwegs, den ich seit etwa 15 Jahren kenne. Wir haben zusammen studiert, sehen uns aber selten, weil er in einer anderen Stadt lebt. Er war an dem Wochenende bei mir zu Besuch, und aus dieser Freude heraus haben wir zusammen gefeiert.
Wir haben gegen 20:00 Uhr angefangen zu trinken. Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, aber es waren ungefähr 5–6 Bier und zusätzlich etwa 6–7 Tequila-Shots. Getrunken habe ich bis ungefähr 5:00 oder 5:30 Uhr morgens, weil es mir nicht mehr gut ging.
Danach wollten wir nach Hause. Vor dem Club gab es kein Taxi, deshalb haben wir E-Scooter genommen. Mein Zuhause war etwa 2 km entfernt. Ungefähr 50 Meter vor meiner Wohnung wurden wir dann von der Polizei kontrolliert.
Bei der ärztlichen Untersuchung wurden keine groben Ausfallerscheinungen festgestellt, und mein Verhalten wurde als kooperativ beschrieben.

2. Warum kam es zur Auffälligkeit?
Das Ganze ist passiert, weil mehrere Dinge zusammengekommen sind.
Zum einen habe ich an dem Abend mehr getrunken als sonst, weil mein Freund zu Besuch war und wir uns lange nicht gesehen hatten.
Zum anderen habe ich die Situation mit dem E-Scooter komplett falsch eingeschätzt. Ich wusste nicht, dass dafür die gleichen Regeln gelten wie beim Autofahren.
Außerdem habe ich Alkohol früher auch genutzt, um lockerer zu werden und leichter mit Menschen zu sprechen. Ich war oft eher schüchtern und hatte Angst vor Kritik. Dadurch habe ich in solchen Situationen mehr getrunken, als eigentlich gut für mich war.

3. Wie war der Rauschmittelkonsum vor der Auffälligkeit?
Ich habe Alkohol mit etwa 17 Jahren zum ersten Mal probiert. seitdem ich habe ungefähr alle zwei Wochen getrunken, meistens mit Freunden und eher Bier.
In der letzten Zeit, wenn ich ausgegangen bin, lag meine durchschnittliche Menge ungefähr bei 4 Bier und zusätzlich etwa 4 Tequila-Shots. Die Häufigkeit war nicht sehr hoch, aber die Menge ist mit der Zeit gestiegen. (Das hat mich schon länger gestört, und bereits vor dem Delikt wollte ich mein Verhalten ändern, andere Interessen entwickeln und mich auch psychotherapeutisch damit auseinandersetzen. Ich hatte vor, damit im Herbst anzufangen, aber durch das Delikt wurde dieser Prozess deutlich beschleunigt).
Das hat sich vor allem entwickelt, nachdem ich in eine neue Stadt umgezogen bin und danach insgesamt noch zweimal den Wohnort gewechselt habe, einmal wegen des Studiums und zweimal wegen der Arbeit. Insgesamt bin ich in den letzten sieben Jahren dreimal umgezogen. In den neuen Städten kannte ich zunächst niemanden und wollte Kontakte knüpfen. Nüchtern fiel mir das schwer, weil ich eher schüchtern war. Alkohol hat mir geholfen, offener zu sein und auf andere Menschen zuzugehen.
Das kam freitags oder samstags vor, wenn ich frei hatte und keinen Wochenenddienst hatte, etwa drei- bis fünfmal im Monat. Diese Abende gingen oft über mehrere Stunden, teilweise bis in den Morgen(ca. 6-10 stunden).
Dabei hatte ich für mich klare Regeln: Unter der Woche, wenn ich am nächsten Tag arbeiten musste, habe ich keinen Alkohol getrunken. Mir war wichtig, gut zu schlafen und am nächsten Tag konzentriert zu sein. In meinem Job trage ich viel Verantwortung und wollte vermeiden, durch mangelnde Konzentration Fehler zu machen.

4. Wie ist der Konsum heute?
Nach dem Vorfall war ich erstmal etwa dreieinhalb Monate komplett abstinent, weil mich das Ganze sehr geschockt hat.
Danach habe ich angefangen, mich intensiv mit mir selbst zu beschäftigen. Ich war bei vier verkehrspsychologischen Sitzungen und habe zusätzlich eine eigene Psychotherapie begonnen, die ich bis heute mache. Insgesamt habe ich bisher etwa 24 Sitzungen gehabt.
In der Therapie habe ich nicht nur den Alkohol, sondern auch die Ursachen dahinter aufgearbeitet. Ich habe verstanden, dass mein Konsum viel mit Unsicherheit, Angst vor Kritik und fehlender Klarheit bei Entscheidungen zu tun hatte. Das hängt auch mit meiner Kindheit zusammen. Meine Mutter war oft sehr kritisch, mein Vater eher passiv.
Ich habe gemerkt, dass ich Alkohol früher genutzt habe, um mich sicherer zu fühlen. Heute ist das nicht mehr so. Ich kann auch ohne Alkohol offen mit Menschen sprechen.
Nach der Abstinenz habe ich bewusst ausprobiert, wie mein Konsum heute ist. Ich habe gemerkt, dass Alkohol mir eigentlich nichts mehr bringt. Ich habe auch verschiedene Mengen ausprobiert und festgestellt, dass für mich kleine Mengen ausreichen und ich mich gut kontrollieren kann.
Insgesamt trinke ich heute deutlich seltener und weniger, ich würde sagen etwa 80 % weniger als früher. Es ist eher selten ca. 2 Bier und nur zu besonderen Anlässen.

5. Wie wird sichergestellt, dass es nie wieder zu einer Auffälligkeit kommt?
Ich habe heute ganz klare Regeln für mich.
Schon seit ich meinen Führerschein 2017 gemacht habe, galt für mich: Wenn ich Auto fahre, trinke ich keinen Alkohol, nicht mal ein Bier. Das war mir immer wichtig, weil ich gemerkt habe, dass schon kleine Mengen meine Reaktion verändern.
Nach dem Vorfall habe ich verstanden, dass diese Regel für alle Fahrzeuge gilt, also auch für E-Scooter. Ich habe mich darüber informiert und gemerkt, dass das kein Spielzeug ist, sondern ein Verkehrsmittel mit echten Risiken.
Deshalb gilt für mich jetzt ganz klar: Wenn ich Alkohol trinke, fahre ich gar nichts mehr – weder Auto noch E-Scooter.
Durch meine Therapie und die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst habe ich mein Verhalten deutlich verändert. Ich habe viele Erfahrungen gemacht und festgestellt, dass ich nüchtern viel besser und produktiver mit Menschen sprechen kann. Außerdem bin ich im Alltag und beim Sport deutlich aktiver und bleibe konstant dran.
Früher war es oft so, dass ich nach dem Trinken am nächsten Tag verkatert war. Zusätzlich habe ich dann auch geraucht, obwohl ich das sonst nicht mache. Das hat sich insgesamt stark negativ ausgewirkt. Ich habe oft mehrere Tage gebraucht, um mich wieder zu erholen, war weniger konzentriert und konnte keinen Sport machen, obwohl mir das sehr wichtig ist und mir Spaß macht.
Seit ich mein Trinkverhalten geändert habe, geht es mir deutlich besser. Ich fühle mich stabiler und sicherer. Deshalb habe ich mich entschieden, das so beizubehalten.
Außerdem reflektiere ich mich weiterhin regelmäßig und arbeite aktiv an mir.
Deshalb bin ich überzeugt, dass so etwas nicht nochmal passiert.
 
Häng da mal noch ein paar Stunden Vorbereitung ran. Insgesamt recht plakativ.. und pardon: irgendwie wirkst Du auf mich sehr unglaubwürdig.

Mal eben auf die Schnelle ein paar erste Holperer:
trinke ich keinen Alkohol, nicht mal ein Bier.
*räusper... Bier ist Alkohol! (Bei sowas zuckt der Gutachter gern mal zusammen)
Ich habe gemerkt, dass Alkohol mir eigentlich nichts mehr bringt.
"eigentlich" ist eine der stärksten Verneinungen im Deutschen^^

Therapie? Weswegen genau? Da wäre ich als Gutachter skeptisch, ob das nicht nur ein Geschichtelchen ist, weil... naja.. unangemessen? Irgendwie trägst Du da ganz schön auf. Mein Eindruck beim Überfliegen: "der sagt was, was der Gutachter gerne hören mag".
Könnte schnell die H-Null schießen.

Mal so unter uns: Therapie? Echt?
 
Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 189
Gewicht: 82
Alter: 33

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 15.06.2025
BAK: 1.12
Trinkbeginn: 20:00 Uhr
Trinkende: 5 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 08:25

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert:
Strafbefehl schon bekommen:
Dauer der Sperrfrist: am 14.01.2026 wurde vorzeitig aufgehoben( initial war bis 09.03.2026)

Führerschein
Hab ich noch:
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt:
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Hinweis auf Missbrauch wegen keine Ausfallerscheinungen bei 1.12 promille. Ist zu erwarten, dass der Betroffene auch zukünftig ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen wird, oder ist zu erwarten, dass er das Führen von Kraftfahrzeugen und einen die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholkonsum zuverlässig trennen kann?“

Bundesland: Baden-Württemberg


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: 1-2 Bier nur beim Geburtstag oder so.
Ich lebe abstinent seit: von 15.06 bis 05.10, seit 04.03

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: nein
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?: ich weiß es nicht

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?:nein
Selbsthilfegruppe (SHG):nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: 4 VP Sitzungen. Außerdem privat ca. 25 Sitzungen
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer:nein
Ambulante/stationäre Therapie:nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum:
Welche Stelle (MPI):
Schon bezahlt?:
Schon eine MPU gehabt?
Wer hat das Gutachten gesehen?:
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:
Kann Herr Xxxx trotz der Hinweise auf Alkoholmissbrauch im Sinne der An- lage 4 zur FeV ein Kraftfahrzeug der Gruppe 1 (FE-Klasse B) sicher führen? lst insbesondere nicht zu erwarten, dass er zukünftig ein Kraftfahrzeug unter einem die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholeinfluss führen wird?

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten:nein
 

Häng da mal noch ein paar Stunden Vorbereitung ran. Insgesamt recht plakativ.. und pardon: irgendwie wirkst Du auf mich sehr unglaubwürdig.

Mal eben auf die Schnelle ein paar erste Holperer:

*räusper... Bier ist Alkohol! (Bei sowas zuckt der Gutachter gern mal zusammen)
Danke für die Hinweis, ich würde es berücksichtigen.
Therapie? Weswegen genau? Da wäre ich als Gutachter skeptisch, ob das nicht nur ein Geschichtelchen ist, weil... naja.. unangemessen? Irgendwie trägst Du da ganz schön auf. Mein Eindruck beim Überfliegen: "der sagt was, was der Gutachter gerne hören mag".
Könnte schnell die H-Null schießen.
Ich habe die Therapie aus eigener Motivation angefangen. Der Vorfall hat mich wirklich erschreckt und ich wollte verstehen, wie es dazu kommen konnte.
Am Anfang habe ich mich vor allem mit meinem Alkoholkonsum beschäftigt und gemerkt, dass ich in bestimmten Situationen unsicher war, zum Beispiel was andere über mich denken. Das hat mein Verhalten beeinflusst.
Danach habe ich mich auch mit meiner Vergangenheit und meiner Entwicklung beschäftigt, um besser zu verstehen, warum ich in manchen Situationen so reagiere.
Mir ging es insgesamt darum, mich selbst besser kennenzulernen und bewusster mit mir und meinem Verhalten umzugehen – vor allem in Bezug auf Alkohol.
Heute habe ich ein viel klareres Verständnis dafür und gehe damit deutlich verantwortungsvoller um.

Unnötige Zitate entfernt *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wie soll man damit am besten umgehen?
hm.. die Erläuterung zu Deiner Therapie wirkt jetzt auf mich glaubhaft.
Wie Du damit umgehen könntest? Vllt als wichtigen Schuss vor den Bug sehen? Immerhin hat er eine Therapie angestupst, die Dir ja dann schon irgendwie wichtig zu sein scheint. Und je früher, desto mehr Leben ohne Altbelastungen hast Du vor Dir...
Dann wird aus "Pech gehabt" -> Glück gehabt (unter 1.1pm wäre gar nix passiert).

btw: wie fit warst Du denn bei der Fahrt? Offenbar wurden ja explizit "keine Ausfallerscheinungen" festgestellt... irgendwo.
 
Na gut das war alles nivh angenehm einerseits pech aber andereseits svhon gut weil ich mit diesem Thema beschäftigen musste und dadurch habe ich viel neues über mich entdeckt.

ich war schon echt müde und ich wollte möglichst schnell ins Bett gehen. Das alles hat mich sehr erschrocken und dann war ich sofort wach und voll mit Adrenalin und Kortison(also mit überlebesninstikt).
 
Also, das hört sich doch nun gar nicht so problematisch an.
3,5h nach Trinkende 1,12 auf der Uhr, 36 Jahre alt…

Da sehe ich jetzt erst einmal keine Hürden, dass du in A3 landen kannst.
A3 heißt „risikoarmer Konsum“, nicht kT.
Auch, dass du direkt nach der TF eine 3,5monatige Trinkpause gemacht hast, spricht für eine ( noch ) vorhandende Kontrollfähigkeit.

Ich würde dir aber dringend anempfehlen, mindestens die letzten 3 Monate vor der Begutachtung diesen durch Blut- oder Haaranalyse nachzuweisen.

Vielleicht magst du schon den großen FB https://www.mpu-vorbereitung-online.com/forum/threads/fragebogen-für-eine-alkohol-mpu.50/ ausfüllen…?
 
Vielen Dank für deine Nachricht!
Also, das hört sich doch nun gar nicht so problematisch an.
3,5h nach Trinkende 1,12 auf der Uhr, 36 Jahre alt…

Da sehe ich jetzt erst einmal keine Hürden, dass du in A3 landen kannst.
A3 heißt „risikoarmer Konsum“, nicht kT.
Auch, dass du direkt nach der TF eine 3,5monatige Trinkpause gemacht hast, spricht für eine ( noch ) vorhandende Kontrollfähigkeit.
Ohne Abstinenz und KT kann man auch das versuchen, habe ich es richtig verstanden?
Ich würde dir aber dringend anempfehlen, mindestens die letzten 3 Monate vor der Begutachtung diesen durch Blut- oder Haaranalyse nachzuweisen.
Ich werde es mit Haaranalyse machen.
Sehr gute Idee, ich fülle das heute ausführlich aus und berichte später hier
 
Also, im psychologischen Gespräch geht es natürlich um fehlgeleitete Emotionen.
Aber es ist eben abzuwägen, wie sie dargelegt werden.

Mein Vorschlag wäre:
Fülle den FB ausführlich aus, mit Allem, was du insbesondere in der Therapie „mitgenommen“ hast.
Falls dort etwas drin sein sollte, was du besser weglassen oder anders darstellen solltest, werden wir das ja feststellen, damit du dir die MPU nicht unnötig schwer machst.

Deal ?:smiley138:
 
Soll ich nicht so ganz ehrlich sein
schon ehrlich.. aber das, was ist, vllt nicht tragischer bewerten, als es wirklich ist. Selbst, wenns vllt grad irgendwie schockierend für dich war.
Sonst würdest Du Dich vllt in eine A2 argumentieren, die aber nur eine A3 ist (worauf erste Hinweise deuten. Kann sich aber noch ändern)
Und: falls Du wirklich in der A2 steckst (Missbrauch), dann wären 12 Monate Nachweise die passende Eintrittskarte, nebst der passenden Entscheidung für die Zukunft.
Wir würden mal später die Kriterien genau abfragen, damit Du für dich einschätzen kannst, wo Du wirklich stehst - sofern Du magst.
 
Also, im psychologischen Gespräch geht es natürlich um fehlgeleitete Emotionen.
Aber es ist eben abzuwägen, wie sie dargelegt werden.

Mein Vorschlag wäre:
Fülle den FB ausführlich aus, mit Allem, was du insbesondere in der Therapie „mitgenommen“ hast.
Falls dort etwas drin sein sollte, was du besser weglassen oder anders darstellen solltest, werden wir das ja feststellen, damit du dir die MPU nicht unnötig schwer machst.

Deal ?:smiley138:
Alles klar ich verstehe, dann mache heute ausführliche FB und poste ich hier später. Danke im Voraus
 
Hallo Leute,

hier ist mein ausgefüllter Fragebogen. Vielen Dank im Voraus für eure Rückmeldungen und eure Hilfe!

1.Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
Am 15.06.2025, an einem Sonntagmorgen, ist es zu der Trunkenheitsfahrt gekommen. An dem Wochenende war ein guter Freund von mir aus Bochum zu Besuch, wir kennen uns seit über zehn Jahren und hatten uns lange nicht mehr gesehen. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Zusammen mit noch einem weiteren Freund haben wir bei mir zu Hause gegrillt und dabei auch Alkohol getrunken.
Später, gegen ca. 2 Uhr nachts, sind wir gemeinsam in einen Club gefahren. Nach dem Club wollten wir wieder nach Hause und haben uns leider entschieden, E-Scooter zu nehmen. Gegen 7 Uhr haben wir den Club verlassen und wurden dann kurze Zeit später, etwa gegen 7:15–7:20 Uhr, von der Polizei kontrolliert.
Im Anschluss wurde bei mir um 8:25 Uhr eine Blutprobe entnommen. Dabei wurde ein Blutalkoholwert von 1,12 Promille festgestellt.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)
An dem Tag habe ich gegen ca. 20 Uhr angefangen zu trinken und insgesamt bis etwa 5 Uhr morgens Alkohol konsumiert. Über den Abend verteilt habe ich ungefähr acht Bier à 0,5 Liter sowie vier Schnäpse mit etwa 38 % Alkohol getrunken.
Gegen 5 Uhr ging es mir aufgrund der Alkoholwirkung nicht mehr gut, deshalb habe ich das Trinken zu diesem Zeitpunkt beendet.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Über den Abend verteilt habe ich 7 0,5l Bier sowie ein 0,3l Bier und 4 Schnäpse mit etwa 38 % Alkohol getrunken.Gegen 5 Uhr ging es mir aufgrund der Alkoholwirkung nicht mehr gut, deshalb habe ich das Trinken zu diesem Zeitpunkt beendet.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)
Ja, ich hatte in dem Moment das Gefühl, dass ich noch nach Hause kommen könnte. Das war im Nachhinein aber eine klare Fehleinschätzung von mir. Durch den Alkohol habe ich meine eigene Leistungsfähigkeit falsch eingeschätzt und nicht erkannt, dass ich nicht mehr in der Lage war, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Vor dem Club gab leider kein Taxi und Ich hätte die Trunkenheitsfahrt vermeiden können, indem ich mir ein Taxi bestellt hätte.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?
neine

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Früher bin ich nicht im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss aufgefallen. Allerdings muss ich im Nachhinein sagen, dass ich das Thema E-Scooter komplett falsch eingeschätzt habe. Mir war nicht bewusst, dass dafür die gleichen Alkoholgrenzwerte gelten wie beim Autofahren.
Ich habe in den letzten zwei bis drei Jahren gelegentlich nach dem Club oder nach einem Barbesuch einen E-Scooter genutzt, um nach Hause zu kommen, im Durchschnitt etwa einmal im Monat. Damals habe ich die Situation falsch bewertet und nicht erkannt, dass ich mich damit ebenfalls unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr bewege.
Außerdem bin ich auch einige Male mit Restalkohol Auto gefahren. Auch hier habe ich mich falsch eingeschätzt. Nach meiner Erinnerung ist das etwa drei- bis viermal passiert. Generell ging es mir nach dem Trinken am nächsten Tag eher schlecht, ich war abgeschlagen und verkatert. Deshalb bin ich meistens zu Hause geblieben, habe versucht mich zu erholen.


Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Ein genaues Datum kann ich nicht mehr nennen. Meine erste Erinnerung an Alkohol ist aus der Zeit, als ich etwa 17 Jahre alt war. Damals habe ich zusammen mit einem Freund ein Bier gekauft, dazu auch ein paar Zigaretten, und wir haben zusammen getrunken, geraucht und einfach geredet.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
In den letzten Jahren hat sich mein Trinkverhalten verändert. Die Häufigkeit ist dabei ungefähr gleich geblieben, aber die Menge an Alkohol ist mit der Zeit gestiegen. Ich habe also nicht öfter getrunken, sondern bei den Gelegenheiten immer mehr konsumiert.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Mein Trinkverhalten hat sich über die Zeit langsam gesteigert. Vor der Tat habe ich in der Regel bei solchen Anlässen durchschnittlich etwa vier bis fünf Bier à 0,5 Liter getrunken. Zusätzlich habe ich manchmal zum Anstoßen noch etwa zwei Schnäpse mit ca. 38 % Alkohol konsumiert.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Getrunken habe ich am Wochenende, meistens in Bars oder im Club.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Es gab bei mir verschiedene Gründe, warum ich Alkohol getrunken habe, sowohl innere als auch äußere Faktoren.
Zu den inneren Faktoren: Ich bin in einem Umfeld aufgewachsen, in dem ich viel Kritik erfahren habe. Meine Mutter war oft sehr kritisch und hat mich eher selten gelobt. Mein Vater war zwar da, aber eher passiv, er hat mich weder kritisiert noch wirklich unterstützt. Dadurch habe ich früh Angst vor Fehlern entwickelt und war oft unsicher und angespannt. Ich hatte häufig das Gefühl, nicht gut genug zu sein.
Außerdem habe ich dadurch nie richtig gelernt, Verantwortung zu übernehmen oder selbstbewusst Entscheidungen zu treffen. Im Kontakt mit anderen Menschen war ich deshalb oft unsicher und hatte Hemmungen, auf andere zuzugehen. Alkohol hat mir in solchen Situationen ein Gefühl von Mut gegeben, weshalb ich ihn gezielt genutzt habe, um offener zu sein.
Zu den äußeren Faktoren: In den letzten Jahren bin ich mehrmals umgezogen, insgesamt etwa drei Mal in sieben Jahren. In neuen Städten hatte ich zunächst kaum soziale Kontakte. Durch meine Unsicherheit fiel es mir schwer, neue Freundschaften aufzubauen. Deshalb bin ich häufig am Wochenende, also freitags oder samstags, rausgegangen, um Leute kennenzulernen.
Dabei habe ich vor dem Weggehen oft Alkohol getrunken, um mich sicherer zu fühlen. Im Nachhinein sehe ich, dass sich daraus ein Kreislauf entwickelt hat: Ich wollte Kontakte knüpfen, habe dafür Alkohol genutzt, aber gleichzeitig hat meine Unsicherheit trotzdem verhindert, dass stabile Beziehungen entstehen.
Zusätzlich war ich stark mit meinem Studium und später mit meiner Arbeit beschäftigt und hatte insgesamt wenig Zeit, soziale Kontakte wirklich zu pflegen. Auch eine gewisse Bindungsunsicherheit hat eine Rolle gespielt, sodass viele Kontakte eher oberflächlich geblieben sind.
Rückblickend erkenne ich, dass ich Alkohol vor allem genutzt habe, um meine Unsicherheit zu kompensieren und mich kurzfristig besser zu fühlen.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Ich habe mit der Zeit selbst bemerkt, dass mein Alkoholkonsum gestiegen ist. Die Häufigkeit ist zwar ungefähr gleich geblieben, aber die Menge wurde immer mehr. Das hat mir nicht gefallen und ich habe schon kurz vor der Tat angefangen, mich damit auseinanderzusetzen und zu hinterfragen, warum ich überhaupt so viel trinke.
Dabei habe ich gemerkt, dass es nicht nur um den Alkohol geht, sondern generell um meine Zufriedenheit im Leben. Obwohl ich eigentlich vieles erreicht hatte, was ich mir früher gewünscht habe, war ich innerlich nicht wirklich zufrieden. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der wir finanziell eher eingeschränkt waren. Viele Dinge, die sich andere leisten konnten, wie bestimmte Kleidung, Technik oder Reisen, waren für mich damals nicht selbstverständlich.
Deshalb hatte ich lange die Vorstellung, dass es mir besser gehen würde, wenn ich bestimmte Ziele erreiche. Zum Beispiel nach dem Schulabschluss, nach dem Studium, nach einem Umzug oder nach dem Berufseinstieg. Aber dieses Gefühl der Zufriedenheit ist nie wirklich eingetreten.
Auch als ich gearbeitet habe, genug Geld verdient habe und mir vieles leisten konnte, war ich trotzdem nicht wirklich zufrieden. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.
Zusätzlich habe ich bei mir beobachtet, wie Alkohol auf mich wirkt: Bei wenig Alkohol habe ich mich mutiger, sicherer und wohler gefühlt. Das war für mich der Hauptgrund zu trinken. Bei größeren Mengen ging es mir schlecht. Ich konnte oft nicht richtig schlafen, hatte starke Schwindel, musste teilweise erbrechen und am nächsten Tag ging es mir sehr schlecht. Das hat mir nie gefallen.
Deshalb habe ich immer wieder versucht, meine Trinkmenge zu kontrollieren und so zu dosieren, dass es mir am nächsten Tag nicht so schlecht geht. Aber im Laufe der Zeit hat sich genau diese „vermeintlich optimale Menge“ immer weiter erhöht, ohne dass ich es richtig gemerkt habe.
Ich habe dann angefangen, mich intensiver mit mir selbst zu beschäftigen, habe Podcasts gehört und Bücher zur persönlichen Entwicklung gelesen. Dabei ist mir immer klarer geworden, dass sich mein Alkoholkonsum schleichend gesteigert hat und dass ich etwas ändern muss.
Schon vor der Tat hatte ich deshalb den Entschluss gefasst, eine Psychotherapie zu beginnen, um die Ursachen besser zu verstehen. Durch das Delikt wurde dieser Prozess dann deutlich beschleunigt und ich habe kurz danach tatsächlich mit der Therapie angefangen.

Für die User, die als Trinkmotiv eine Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins erkannt haben (und dies bei der MPU auch so anführen), ergibt sich eine weitere Frage:

13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?
(Zum Hintergrund der Frage kann hier nachgelesen werden: KLICK)
Das kam eher selten vor. In den meisten Fällen war es so, dass ich weitergetrunken habe, wenn ich vorher nichts gegessen hatte und hungrig war. Dadurch habe ich die Wirkung von Alkohol stärker gespürt und meine Einschätzung war schlechter.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Direkte kritische Hinweise von anderen gab es eigentlich nicht. Im Gegenteil, mein Umfeld hat mein Verhalten eher als normal angesehen. Viele haben gesagt, dass ich mir das „verdient habe“, weil ich viel gelernt und gearbeitet habe und das als eine Art Entspannung gesehen.
Das hat mich im Nachhinein eher verwirrt, weil ich dadurch lange nicht erkannt habe, dass sich mein Konsum in eine falsche Richtung entwickelt. Rückblickend hat mich das auch gestört, weil ich dadurch länger gebraucht habe, um mein Verhalten kritisch zu hinterfragen und zu merken, dass ich etwas ändern muss.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Mein Alkoholkonsum hatte vor allem negative Auswirkungen auf meinen Alltag und meine Routine. Nach dem Trinken ging es mir am nächsten Tag oft schlecht, ich war abgeschlagen und hatte einen Kater. Teilweise hat sich das auch noch bis Montag oder Dienstag gezogen, sodass ich weniger Energie hatte.
Dadurch konnte ich meinen normalen Alltag nicht so durchziehen, wie ich es eigentlich wollte. Besonders beim Sport hat sich das bemerkbar gemacht. Ich wollte regelmäßig etwa drei Mal pro Woche trainieren, aber durch den Alkoholkonsum habe ich das oft nicht geschafft und bin dann nur auf zwei Einheiten gekommen. Außerdem war meine Leistungsfähigkeit beim Sport deutlich schlechter.
Zusätzlich habe ich beim Trinken auch gelegentlich wieder geraucht, was mir überhaupt nicht gefallen hat. Dadurch hatte ich oft Halsschmerzen und habe mich insgesamt unwohl gefühlt. Früher habe ich regelmäßig geraucht, hatte aber damit aufgehört und nur noch in Verbindung mit Alkohol ab und zu geraucht.
Insgesamt hat der Alkoholkonsum meine Wochenroutine gestört und sich negativ auf meine Gesundheit und mein Wohlbefinden ausgewirkt. Inzwischen habe ich sowohl mit dem Rauchen als auch mit dem Trinken aufgehört.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
nein.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Wie ich bereits beschrieben habe, kam das nur sehr selten vor. In Einzelfällen, wenn ich auf nüchternen bzw. hungrigen Magen Alkohol getrunken habe, habe ich die Wirkung falsch eingeschätzt. Dadurch ist es dann vereinzelt passiert, dass ich zu viel getrunken habe und stark alkoholisiert war.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Ja, das kam regelmäßig vor. Ich habe mindestens einmal im Jahr bewusst über einen längeren Zeitraum auf Alkohol verzichtet, und zwar während der Fastenzeit. Ich bin orthodox und sowohl vor Weihnachten als auch vor Ostern gibt es eine längere Fastenperiode, die etwa 40 bis 48 Tage dauert. In dieser Zeit habe ich komplett auf Alkohol verzichtet.

19. In welcher Kategorie eines Alkoholes trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher habe ich mich selbst als sogenannten Gelegenheitstrinker bzw. „Gesellschaftstrinker“ eingeschätzt. Ich habe überwiegend in Gesellschaft Alkohol getrunken und nicht alleine. Für mich hatte Alkohol vor allem die Funktion, mir den Kontakt zu anderen Menschen zu erleichtern.
Ich habe gemerkt, dass ich durch Alkohol offener, mutiger und weniger ängstlich im Umgang mit anderen war. Es fiel mir leichter zu kommunizieren, meine Gedanken auszudrücken und ich hatte weniger Angst vor Kritik. Das hat mir in sozialen Situationen zunächst ein besseres Gefühl gegeben.
Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der gerne kommuniziert, neue Leute kennenlernt und sich austauscht. Ich interessiere mich auch für tiefere Gespräche, zum Beispiel über persönliche oder philosophische Themen. Kommunikation ist für mich etwas sehr Wichtiges und gibt mir Energie.
Rückblickend sehe ich aber, dass ich Alkohol gezielt genutzt habe, um meine Unsicherheit in sozialen Situationen zu kompensieren. Getrunken habe ich dabei fast ausschließlich, wenn ich mit anderen unterwegs war, also zum Beispiel in Bars oder im Club.
 
Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Aktuell trinke ich keinen Alkohol mehr. Seit Anfang März habe ich komplett auf Alkohol verzichtet.
Direkt nach dem Delikt habe ich zunächst für etwa dreieinhalb Monate vollständig abstinent gelebt. In dieser Zeit stand ich noch unter dem Schock des Ereignisses und wollte vor allem verstehen, warum es dazu gekommen ist und welche Rolle Alkohol in meinem Leben gespielt hat. Ich habe mich intensiv damit auseinandergesetzt und auch eine Psychotherapie begonnen.
In dieser abstinenten Phase habe ich bewusst ausprobiert, wie ich ohne Alkohol in sozialen Situationen zurechtkomme, zum Beispiel in Bars, im Club oder auch auf Festivals. Dabei habe ich festgestellt, dass ich auch ohne Alkohol gut mit anderen Menschen sprechen kann, sogar besser als vorher. Das hat mich positiv überrascht und mir gezeigt, dass ich Alkohol dafür eigentlich nicht brauche.
Anschließend habe ich zwischen Oktober und Ende Februar noch einmal bewusst und reflektiert Alkohol in kleinen Mengen ausprobiert, um zu prüfen, welche Bedeutung er noch für mich hat. Dabei habe ich unterschiedliche Mengen getestet und gemerkt, dass mir die Wirkung von Alkohol nicht mehr gefällt. Ich fühlte mich eher müde, weniger klar im Kopf und insgesamt nicht so leistungsfähig wie im nüchternen Zustand.
Grundsätzlich habe ich für mich entschieden, dass – wenn überhaupt – Alkohol nur noch bei besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Familientreffen eine Rolle spielen würde und dann maximal ein bis zwei Getränke (Bier oder Wein), höchstens vier- bis fünfmal im Jahr.
Aktuell verzichte ich jedoch bewusst komplett auf Alkohol, weil ich für mich festgestellt habe, dass er mir keinen echten Nutzen mehr bringt.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Zuletzt habe ich am 28.02. Alkohol getrunken, als mich eine Freundin besucht hat. Seit Anfang März verzichte ich vollständig auf Alkohol.

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
nein.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich trinke aktuell keinen Alkohol mehr, weil ich mich im Rahmen meiner psychotherapeutischen Sitzungen intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt habe und die Gründe erkannt habe, warum ich früher Alkohol konsumiert habe, vor allem meine Unsicherheit in der Kommunikation.
Diese Themen habe ich aufgearbeitet und durch eigene Erfahrungen gemerkt, dass ich heute auch ohne Alkohol offen auf Menschen zugehen und Gespräche führen kann. In verschiedenen Situationen habe ich bewusst ausprobiert, nüchtern zu bleiben, und festgestellt, dass ich mich dabei sogar wohler fühle und klarer im Kopf bin.
Ohne Alkohol kann ich mich besser ausdrücken, bin präsenter und insgesamt zufriedener. Außerdem hat sich mein Alltag deutlich verbessert: Ich kann regelmäßig Sport machen, fühle mich körperlich fitter und habe auch das Rauchen komplett aufgegeben.
Ich bin generell ein aktiver Mensch und dieser Lebensstil passt für mich viel besser als ein Leben mit Alkohol, Müdigkeit und Einschränkungen am nächsten Tag.
Der Gedanke an gelegentliches Trinken bei besonderen Anlässen ist für mich eher symbolisch, zum Beispiel bei einem Geburtstag oder einem Familientreffen. Im Moment verzichte ich aber bewusst komplett auf Alkohol, weil ich für mich festgestellt habe, dass er mir keinen echten Mehrwert mehr bringt.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Wie 23.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Am Anfang habe ich komplett auf Alkohol verzichtet und parallel dazu intensiv mit psychotherapeutischen Sitzungen begonnen. Zusätzlich habe ich mich viel mit dem Thema Selbstreflexion beschäftigt, zum Beispiel durch Bücher zur persönlichen Entwicklung, unter anderem zur Transaktionsanalyse, sowie durch Podcasts.
Außerdem habe ich angefangen zu meditieren, insbesondere transzendentale Meditation. Das hat mir sehr geholfen, ruhiger zu werden, meine Gedanken besser zu ordnen und meine Situation klarer zu sehen.
Durch diese Kombination aus Therapie, Selbstreflexion und Meditation habe ich Schritt für Schritt ein besseres Verständnis für mich selbst entwickelt. Ich habe gelernt, im Moment zu sein und mich insgesamt ausgeglichener und zufriedener zu fühlen. Dadurch hat sich auch meine Kommunikation mit anderen verbessert, sodass ich dafür keinen Alkohol mehr brauche.
Die Umstellungsphase habe ich insgesamt als positiv erlebt. Ich hatte keine großen Schwierigkeiten, auf Alkohol zu verzichten oder ihn zu reduzieren. Mein Hauptziel war, mich selbst besser kennenzulernen und zu verstehen, welche Rolle Alkohol in meinem Leben spielt und ob ich ihn überhaupt brauche.
Heute bin ich sehr zufrieden mit meinem aktuellen Zustand und auch ein Stück stolz darauf, diesen Prozess durchlaufen zu haben.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Durch die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst, vor allem durch Psychotherapie, Meditation und das Lesen von Büchern, habe ich einen deutlich ruhigeren und stabileren inneren Zustand erreicht. Ich bin insgesamt ausgeglichener und kann besser mit Stress umgehen.
Mir ist dabei wichtig geworden, diesen inneren Zustand zu halten und bewusst im Moment zu bleiben. Das gibt mir ein gutes Gefühl und macht mir auch Spaß.
Besonders positiv ist für mich, dass ich heute ohne Alkohol gut mit anderen Menschen kommunizieren kann. Das, wofür ich früher Alkohol gebraucht habe, schaffe ich jetzt nüchtern sogar besser. Ich kann klarer denken, mich besser ausdrücken und fühle mich dabei sicherer.
Darauf bin ich stolz, und insgesamt wirkt sich diese Veränderung sehr positiv auf mein Leben aus.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Bis heute haben sich meine Gedanken und meine inneren Gefühle deutlich positiv verändert. Dadurch hat sich auch mein Umgang mit anderen Menschen verbessert. Die Kommunikation fällt mir leichter, ich bin klarer im Kopf und insgesamt stabiler.
Ich werde meine psychotherapeutischen Sitzungen weiterführen und auch die Meditation beibehalten. Mir ist es wichtig, weiterhin aktiv an mir zu arbeiten, mich besser kennenzulernen und mir regelmäßig Zeit für Reflexion zu nehmen.
Außerdem beschäftige ich mich aktuell auch beruflich mit dem Thema und überlege, mich in Richtung Psychotherapie weiterzuentwickeln und das eventuell später auch als Arzt auszuüben.
Insgesamt hat sich mein Leben durch diese Veränderungen deutlich verbessert.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)
Zu 100 % kann man so etwas natürlich nie ausschließen. Aus heutiger Sicht halte ich es aber für sehr unwahrscheinlich, dass ich wieder in alte Gewohnheiten zurückfalle.
Ich habe Alkohol früher nicht als Mittel gegen Stress genutzt. Im Gegenteil, bei Stress versuche ich aktiv Lösungen zu finden und gehe die Probleme an, anstatt sie zu verdrängen. Dafür habe ich heute klare Strategien.
Der Hauptgrund für meinen früheren Alkoholkonsum war die Unsicherheit in sozialen Situationen. Genau diesen Punkt habe ich inzwischen aufgearbeitet. Ich kann heute auch ohne Alkohol gut auf Menschen zugehen und kommunizieren, sogar besser als früher.
Dadurch hat Alkohol für mich insgesamt stark an Bedeutung verloren. Aus diesen Gründen halte ich einen Rückfall in mein altes Verhalten für sehr unwahrscheinlich.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Für mich gelten heute klare Regeln: Wenn ich Alkohol trinke, fahre ich grundsätzlich kein Fahrzeug mehr. Das betrifft nicht nur das Auto, sondern auch andere Verkehrsmittel wie zum Beispiel E-Scooter.
Außerdem achte ich bewusst auf das Thema Restalkohol. Für mich gilt im Straßenverkehr die klare Regel von null Promille.
Sicherheit hat für mich oberste Priorität, sowohl meine eigene als auch die der anderen. Ich bin mir heute klar darüber bewusst, dass Alkohol und Fahren nicht zusammenpassen.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
nein
 
Frage 3) behandelt ein anderes Thema, da ist dir eine Alternativantwort zu 2) reingerutscht^^
Mein Trinkverhalten hat sich über die Zeit langsam gesteigert.
Die Steigerung könntest Du noch kurz beschreiben..

Bei wenig Alkohol habe ich mich mutiger, sicherer und wohler gefühlt. Das war für mich der Hauptgrund zu trinken. Bei größeren Mengen ging es mir schlecht.
hier fehlt der gute (!) Grund, weiterzutrinken, wenn Du Dich doch bei wenig Alkohol mutiger, sicherer und wohler gefühlt hast und wusstest, dass es Dir bei weiterem Konsum schlechter gehen würde?

und was mir nach Deinem Plädoyer noch fehlt: welche Gründe gibts denn überhaupt, noch weiter zu konsumieren?
Ich meine... Du schreibst, wie toll das alles ohne Alkohol ist - wofür noch weiter konsumieren?

Und dann: was erzählst Du dem Gutachter, wenn er fragt, wie es Dir mit dem risikoarmen Niedrigkonsum so geht? Der würde gern wissen, ob Dein Zukunftsmodell perspektivisch funktionieren würde, welche guten Erfahrungen Du damit gemacht hast.. und der würde auch gern Deine Erfahrungen hören, wie es Dir gelingt, die Kontrolle zu behalten.
 
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