FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Haaranalysen laufen von der Suchtberaterin übers Gesundheitsamt und werden dann zum Labor geschickt.
Ich hab ehrlich gesagt noch nie davon gehört, dass das auch auf diesem Weg geht, weil da ja noch ein Schritt mehr drin ist auch in der Gefahr der Kontamination. Deshalb geschieht auch der Schnitt nur unter Laborbedingungen. Und das ist wirklich Din:Iso 17025? Nicht, dass du dann am Schluss an so was scheiterst.
Ansonsten finde ich deine Erkenntnisse positiv bemerkenswert und du bist einfach auf dem richtigen Weg. Mindestens ich kann nachfühlen, dass du erst mal lieber den geringeren Weg des Widerstands gewählt hast. Aber am Schluss bringt es nix. Sei weiter konsequent!
 
Ich hab ehrlich gesagt noch nie davon gehört, dass das auch auf diesem Weg geht, weil da ja noch ein Schritt mehr drin ist auch in der Gefahr der Kontamination. Deshalb geschieht auch der Schnitt nur unter Laborbedingungen. Und das ist wirklich Din:Iso 17025? Nicht, dass du dann am Schluss an so was scheiterst.
Ist wirklich so. Erst Kontakt zur Suchtberaterin, wenn die ein ok gibt, bzw. sie davon ausgeht, dass genug Stabilität vorhanden ist, gibt es den Vertrag für das Gesundheitsamt und die nehmen zwei Haarsträhnen, wo ich dann die beiden Identnr. auf dem Umschlag kontrollieren muss u dann geht es zum Labor. Nachricht bekommt man nur wenn negativ, da Programm dann direkt zuende u ich eine Sperre dort bekommen würde. Hier in der Gegend gibt es kein Labor, welches selber Probe nimmt u direkt untersucht. Auch die Urinproben bei meinem Mann werden zum Labor geschickt und da untersucht.
Ich weiß jetzt nicht ob ich hier das Labor namentlich erwähnen darf
 
Ah so, du gehst dann direkt zum Gesundheitsamt. Dann ist das für mich nachvollziehbar. Hab ja befürchtet, deine Suchtberaterin schneidet selbst. Da wäre ich unsicher gewesen. Aber auf diesem Weg geht das auch an manchen Orten. Schön für dich, dass das so ght.
 
Darf ich fragen, wieviel Du für eine Haaranalyse beim Gesundheitsamt zahlst?
(und ja: das Labor darfst Du nennen, vermutlich sowas wie synlab oder Dr.Enders)
 
LADR MVZ Dr. Kramer & Kollegen
Medizinisches Labor in Geesthacht‧
Haarprobe auf ETG 223 Euro
4 Stück alle 3 Monate. Die Dauer wird auch von der Suchtberatung (2 Institute arbeiten zusammen) festgelegt u nicht von der eigenen Suchtberaterin, sondern in Teamsitzung als Fallbesprechung.
 
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Nicht gerade ein Schnäppchen. Aber zumindest die Service-Bedingungen sind für dich angenehm. Das ist wenigstens was.
Nee, alles kein Schnäppchen. Aber für mich ist diese Konsequenz notwendig gewesen, ich weiß nicht, ob ich es sonst durchgezogen hätte, ohne diesen Einschnitt.
Ich habe so oft zu mir gesagt, wo ich noch am Trinken war, ich möchte die Zeit nach der ersten LZT zurück… Natürlich kann ich da nicht mehr weiter machen (weil andere Lebensumstände), aber jetzt anders abbiegen mit meiner dazu gewonnenen Erfahrung.
 
Nach LZT 2008:
In der Therapie war mein Mann meine Stütze, für mich war alles neu, weg von zuhause, oft Stress am Telefon mit meinen Eltern. Nach der Therapie änderte sich die Konstellation. Aus einer anfänglich schüchternen u ängstlichen Frau in der Therapie entwickelte ich eine neue Stärke. Ich war ab dann die starke Frau an der Seite eines Mannes, der Unterstützung brauchte. Ich habe nicht nur zugesehen, dass ich meine Schulden abtrage, sondern auch meinem Mann gezeigt, wie er vieles ändern kann u so aus seinem Loch rauskommt. Ich habe sehr viel Anerkennung aus seinem Umfeld erhalten. Ich hörte Sätze wie, gut dass er dich kennengelernt hat und ohne dich wäre er nicht da wo er jetzt ist, natürlich gerne. Da war sie wieder meine immer gesuchte Anerkennung. Ich wurde auch von meinen Eltern gelobt, wie gut ich doch alles wieder verändert hatte.

Rückblickend suchte ich immer Anerkennung, in dem ich anderen etwas Gutes tue, anstatt an mich zu denken. Mein Denken bestand aus, wenn es meinen Lieben gut geht, geht es mir auch gut. Es gab viele Situationen, wo ich mich da schon vernachlässigt habe. Zunehmend bestand mein Leben dann einfach aus funktionieren. Egal wie. Der Gesellschaft anpassen…
 
Glaub mir, ich kann dich wirklich gut verstehen. Es braucht manchmal mehrere Anläufe. Aber es wird für dein Leben ein Mehrwert sein. Das kann ich dir ganz sicher sagen.
 
Und das ist genau das, was ich nur bestätigen kann: wenn du trinkst, dann bist du gern besonders großzügig im Denken für andere, einfach, um zum einen Anerkennung zu erreichen, aber auch, um von deiner eigenen Problematik abzulenken. Da machst du Sachen, die eher gegen dich stehen, aber du tust es, um zu gefallen und dass niemand sich mit deiner Problematik auseinandersetzt. Da ist jeder wichtiger als du. Dabei bist DU die wichtigste Person deines Lebens.
 
Genau und so war es am Anfang mit Alkohol, wo es noch „wenig“ war. Ich hatte das Gefühl den Erwartungen besser Stand zu halten. Mit nem Glas Wein intus bzw. Im Hinterkopf auf dem Wohnzimmertisch war die Bude im nu geputzt u jede Woche neu dekoriert. Ich habe allen nach dem Mund geredet u brauchte keine Widerworte geben, weil gegen die angestaute Anspannung hatte ich ja meinen Wein. Nur das diese Art von Selbstmedikation auf Dauer nach hinten losgeht und mehr Probleme u Ärger nach sich gezogen hat.
Vieles habe ich auch als Ausrede benutzt, ich kann ja für mich keine Therapie machen, so habe ich es mir immer eingeredet, ich muss ja hier den Laden am Laufen halten…
 
Es ist immer erstaunlich, was alles noch irgendwie geht und wenn, dann wird es ja trotzdem schon klappen. Aber da bin ich mir letztlich nicht ehrlich gegenüber. DIES zu akzeptieren, weil es halt gegen das aktuelle Denken strebt, macht die Sache so schwer. Scheinbar ist doch alles noch irgendwie ok. Und das ist in der Situation keine Ausrede, sondern tatsächlicher Blickwinkel.
 
wir". Und dann auch Notfallplan, was sein wird, wenn nur DU es siehst und Dein Lebenspartner nicht folgen kann..
Natürlich habe ich mir da auch Gedanken zu gemacht und tatsächlich ist es schon vorgekommen, dass wir auf die Probe gestellt worden sind. Von dem einen Mal hatte ich hier berichtet. Wo meinem Mann der FS abgenommen worden ist.
Es wird nicht noch einmal eine Chance geben. Das kann weder ich, noch mein Mann tragen. Egal wer wieder anfängt. Jedoch ist jedenfalls bei mir der Gang zur Flasche nicht der eigentliche Rückfall. Dazu hatte ich ja auch schon geschrieben. Deshalb lebe ich jeden Tag so, wie ich mir ein stabiles und zufriedenes Gerüst erhalten kann. Ich hole mir Hilfe, wenn es Probleme sind, die ich alleine nicht lösen kann, oder wenn ich mal ein offenes Ohr brauche. Aus gönne ich mir bewusst Pausen u auch mal Abstand, damit nicht alles Zuviel wird und ich wieder in die Überforderung rutsche. Was für mich einnäht großer Anker darstellt ist die SHG. Hier habe ich erfahren, was echte Freunde sind. Auch das ist nicht selbstverständlich. Zuvor (2023) war ich in einer anderen Gruppe. Komplett das Gegenteil.
Gerne erzähle ich mehr, ich möchte die Zeit vor dem nächsten Einzelgespräch nutzen, um mich hier vorzubereiten wenn möglich.
 
Ich wollte nicht wahrhaben, dass ich bereits früher schon abhängig war. Die Entgiftung und Therapie habe ich auch mit Druck von Familie gemacht. Nach dem Führerscheinentzug 2006 habe ich ja noch bis 2008 weitergemacht. Alkoholabhängig zu sein hatte für mich etwas Erniedrigendes, etwas Schwaches. Heute weiß ich, dass es nichts mit Schwäche zu tun hat.
Ich habe sogar mein altes Gutachten noch. Klar darin hört sich alles total positiv an. Therapie gemacht, vorher vom damaligen Partner getrennt, der viel getrunken hatte. Neuer Partner, der Krankheit versteht, neuer Freundeskreis etc. Neue Hobbies, alles anders halt. Aber echtes Verständnis fehlte mir da.
Auch nach bestandener MPU war ich noch in meiner Scheinwelt. Ich brauchte ja nicht komplett raus. Ich trank nicht mehr, alles war gut. Wir hatten unsere eigene „Kennenlernstory“. Jetzt, nach der 2. TF ist alles auf den Tisch gekommen. Ich war vor allem ehrlich zu mir selber. Das unser Umgang und vor allein meiner bereits da die Weichen für einen Rückfall gestellt hat, ist mir klar. Ich habe mir so ja schön alles offen gelassen, um irgendwann wieder u trinken.
 
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Mit meiner Einstellung und Umgang mit dieser Erkrankung habe ich die Weichen gestellt. Ich sage bewusst ich, weil es aus meiner Sicht schon die Ursache ist. Jetzt lässt sich natürlich nicht sagen, wenn ich bewusst zu meiner Erkrankung gestanden hätte, wäre das ganze nie passiert. Ich denke es ist ein Zusammenspiel von vielen Faktoren, die zu dem Fall geführt haben. Ich möchte hier auch nur aus meiner Sicht berichten. Ihr habt mir ja schon zu verstehen gegeben, dass unsere Abstinenz keine war. Bedingt durch die Wahl unserer Getränke. Jedenfalls erinner ich mich an Gespräche, mit meinem Mann wo er mir gesagt hat, dass es für ihn angenehmer ist, jetzt eine Partnerin zu haben, die nicht trinkt, nicht danach riecht usw. Er hat in seiner Familie da genug negative Erfahrungen gemacht. Eigentlich hätte dieses ein Warnschuss sein müssen, wieso sollte ich stärker sein als der Rest der Welt? Ich verschloss die Augen, oft waren es viele kleine Augenblicke, wo der Alkohol schon wieder in unserem Leben war.

Ob in Speisen oder im Eisbecher, ich habe mich nicht mehr geschützt. Irgendwann holte ich statt alkoholfreien Sekt, eine kleine Dose normalen. Und ja, es ging eine ganze Weile gut, dass ich die Menge meinte zu kontrollieren. Und auch hier spielt meine Art zu Verzeihen eine Rolle. Warum ich soviel verzeihen kann. Ganz abgesehen davon, dass ich meinen Mann trotz allem liebe. Hier steht auch mein schlechtes Gewissen in dem Vordergrund. Was wäre wenn ich anders gehandelt hätte. Schließlich wusste ich welchen Leichtsinn ich da eingehe, auch wenn ich meine Erkrankung nicht akzeptiert hatte, hätte ich es dich wegen ihm besser wissen müssen. Klar jeder ist für sich verantwortlich. Ich habe versucht zu sagen, dass es mir nicht gut geht. Aber auch hier war es bequemer mich mit Wein zu betäuben, als konsequent stop zu sagen. Genauso habe ich die Beziehung zu meinen Eltern hinterfragt. Warum ist vieles so passiert. Nicht weil ich denen nichts bedeute. Für mich fällt es schwer hier darüber zu schreiben. Jedenfalls konnte der Psychologe in der letzten Therapie nachvollziehen warum ich eine andere Sicht darauf habe.
In Bezug auf meine Kindheit kann ich nur sagen, dass auch ich Fehler gemacht habe und auch meine Eltern überfordert waren. Es gibt Situationen die natürlich nicht zu entschuldigen sind u auch schlimm sind, aber manchmal kann es auch einen Neuanfang ohne Trennung geben. Eine gegenseitige Wertschätzung mit genügend Abstand bzw. klar gesetzten Grenzen. Egal was gewesen ist, ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie mich trotz dieser Rückfälle und wiederholten Trunkenheitsfahrt mit all den Problemen nicht fallen gelassen haben. Das ist nicht selbstverständlich. Es entschuldigt nicht die Gewalt, dass ist mir klar.
 
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Und, um das noch einmal explizit deutlich zu machen:
Ich rate dir nicht zur Trennung, weder von deinem Mann noch von deinen Eltern.
Das ist vollumfänglich deine Sache.
Dein Leben.
Deine Entscheidung(en), die du ganz alleine sowohl treffen als auch verantworten musst.

Ich kann, will und werde das aber nicht mittragen.
Das ist meine Entscheidung.
Um deine Worte zu verstehen, heißt es du kannst mir hier nicht mehr beratend zur Seite stehen?
 
heißt es du kannst mir hier nicht mehr beratend zur Seite stehen?
Beratung funktioniert nicht, wenn der Beratene sie nicht annehmen kann*.

Ich würde nochmals auf einen Kompromiß hinweisen:
Und irgendwas habt ihr damals übersehen, das müsst ihr halt jetzt beide erkennen und nachholen.
Und für die Zukunft müsst ihr sowas sehr frühzeitig erkennen und nachbessern - vor dem ersten Schluck. Und am besten wärs, wenn Du dann dem Gutachter bereits berichten kannst, dass das jetzt schon ein paar mal geklappt hat. Ich würde den Fokus legen auf: wie konnte es nach so langer Zeit scheitern, was haben wir übersehen? Mit Betonung auch auf "wir". Und dann auch Notfallplan, was sein wird, wenn nur DU es siehst und Dein Lebenspartner nicht folgen kann..
Prüfe mal für Dich nach, welche Optionen Dir offenstehen (so wirklich wirklich), wenn Du mitbekommst, dass Dein Partner den nötigen und wichtigen Kurs nicht mitgehen kann...

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* selbst, wenn die Gründe dafür gut und wichtig sind (gefühlt, aktuell)
 
Prüfe mal für Dich nach, welche Optionen Dir offenstehen (so wirklich wirklich), wenn Du mitbekommst, dass Dein Partner den nötigen und wichtigen Kurs nicht mitgehen kann...
Ein Beispiel habe ich ja benannt.
Und wir sind uns beide sicher, dass dieses der letzte Anlauf für beide ist. Warum, weil jetzt über alles gesprochen wurde und wenn es jetzt nicht klappt dann wird es nicht mehr klappen.
Was ist wenn ich merke mein Mann trinkt wieder? Dann müsste er ausziehen. Das kann ich so klar sagen. Das ist leider die harte Konsequenz. Wir beide haben eine Möglichkeit wo wir hin können im Fall eines Falles.

Oder wie meinst du das ?

Mehr als das was wir im Moment unternehmen ist fast nicht möglich. Beide Therapie unabhängig voneinander. Paargespräche mit Suchttherapeut.
Ich bin auch in der Angehörigen Gruppe dabei gewesen, als zwar Betroffene u als Co-Abhängige. Mein Mann hat aufgearbeitet, warum er so reagiert hat.
Seminare beide zur Selbstfürsorge & Resilienz + Aufklärung Suchtmittel.
Beide SHG
 
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