FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)


Nur Tattag ohne Vorgeschichte

Es war Montag der 09.09.24

Ich bin um ca. 4 morgens von meiner Mutter per WhatsApp geweckt worden, ob ich zur Arbeit gehe. Es war eine Vorwurfsvolle Nachricht. Ich verneinte. Mir ging es schlecht und ich war noch total betrunken. Ich trank weiter. Ich stellte morgens noch fest, dass meine EC Karten fehlten. Ich wusste nicht, ob mir diese geklaut worden sind oder ich die verlegt hatte. Ich lies diese telefonisch bei der Bank sperren. Mit meinem Mann habe ich auch per WhatsApp geschrieben. Er war zu dem Zeitpunkt im Krankenhaus. Dann fehlt mir ganz viel.

Ich bin erst wieder „hellwach“ geworden, wo ich von der Polizei angehalten wurde. Ich war zu Fuß mit meinem Hund unterwegs. Die Polizei ist von Zeugen angerufen worden, dass ich gefahren bin. Ich war alleine zuhause und habe alleine getrunken.

Uhrzeit war 15:21 Uhr über 2,8 Promille

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)


Ich habe Rotwein getrunken, halbtrocken. Morgens aufgewacht und bis mittags auf Restalkohol wohl 2 Flaschen geleert.
Da ich das ganze Wochenende, freitags begonnen habe zu trinken, ist es schwer zu ermitteln.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?


Ich erinnere mich leider nicht mehr an die Fahrt selber bzw. den Vormittag. Ich weiß durch Nachfragen, dass ich ca. 15 Min. von zu Hause weg war. Ich weiß nur, dass ich sehr sehr verzweifelt war. Meine Eltern wohnen ca. einen Kilometer entfernt. Dort bin ich aber nicht gewesen. Getränke kaufen auch nicht. (Ich weiß es wirklich nicht).

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)


Mir wurde ja gesagt, dass ich gefahren bin. Ich bin rückwärts aus der Garage gekommen, bin gefahren und konnte das Auto auch wieder parken. Daraus schließe ich, dass ich davon ausgegangen bin noch fahren zu können. Ich weiß das mir alles egal war.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?


Nein. Sonst hätte ich es gelassen. Ich war völlig außer Kontrolle. Ich hatte keinen Bezug zur Realität. Hatten einen totalen Blackout. Deshalb kann ich auch nur durch Erzählungen usw. mir den Tag wieder zusammenreimen.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?


Leider muss ich diese Frage mit ja beantworten.
Ich bin früher mehrfach alkoholisiert gefahren, ohne aufzufallen. 2006 hatte ich einen Unfall mit FE.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Da ich ja eine ganze Zeit schon wieder getrunken habe und ich zumindest sehr oft unter Restalkohol stand, habe ich sehr oft alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen. Ich weiß aus der Kufe, dass nur jede 700. TF entdeckt wird.

Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)


Mit 15, als ich meinen damaligen Freund kennen gelernt habe. Mir wurde vorher gesagt, wenn ich gefragt werde was ich trinken möchte soll ich was mit Alkohol bestellen, sonst sieht das doof aus.

Mir ist diese Aussage irgendwie im Kopf geblieben. Diese Aussage war prägend. Wenn du dazugehören möchtest, musst du was trinken. Alkohol als eine Art Schlüssel zur Anerkennung.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?


Anfang bis zur ersten Auffälligkeit bzw. Unfall mit FS-Verlust
Mit 15 habe ich das erste Mal Alkohol getrunken. Kurz vor meinem 16. Geburtstag lernte ich meinen
ersten festen Freund kennen. Vor dem Treffen wurde mir gesagt, wenn er sich fragt, was du trinken
willst, bestelle was mit Alkohol, sonst sieht es doof aus.

Ich bestellte ein Bier.

Es gab viel Streit im strengen Elternhaus. Oft auch mit Gewalt. Ich bin regelrecht zur Familie von

meinen damaligen Freund geflüchtet. Aus jugendsicht war dort alles lockerer, entspannter und lustiger / lebensfroher. Dort wurde täglich getrunken. Ich habe mich gut mit der Mutter meines

Exfreundes verstanden, habe oft mit ihr freitags Abends süßen Wein getrunken, zusammen haben wir eine Flasche geleert. Samstagsabends bin ich ausgegangen. Da trank ich überwiegend Bier und

Cola gemischt mit Saure Kirsche. Wieviel genau müsste ich ausrechnen, ich habe dort keine Erinnerung mehr dran, aber ich weiß, dass es zuviel war, ich erinnere mich noch an Nächte wo sich alles gedreht hat. Sonntags wurde entweder beim Fußball getrunken oder bei der Familie vom Ex.

Montags musste ich wieder zur Schule bzw. Ausbildung. Ich erinnere mich, dass ich damals sehr schüchtern war u unbedingt dazugehören wollte. Mit der Ausbildung wurde ich selbstständiger, was

meinem Ex gar nicht gefiel. Ich ging mit meiner Kollegin aus und es wurde viel getrunken. Nach der

Ausbildung konnte ich aus betrieblichen Gründen nicht in dem Betrieb bleiben. Ich war nach der Ausbildung arbeitslos. Da war es wieder das Gefühl versagt zu haben, nicht dazu zu gehören, nicht

mithalten zu können. Wenn ich mit Rückblick auf meine Vergangenheit blicke war mein ganzes Leben ein Streben nach Anerkennung, alles richtig machen, geliebt und akzeptiert zu werden. Ich war

viel alleine zuhause und habe mich zurückgezogen. Bin angefangen auch wochentags Bier zu

trinken um in meine „Scheinwelt“ zu fliehen. In dem neuen Job war ich total unzufrieden, trank täglich mehr, ich weiß noch, dass ich mir jeden Tag ein 6er Pack Dosenbier (0,33 l) kaufte und das auch mit zunehmender Zeit abends auftrank. In meiner damaligen Beziehung war ich schon lange

sehr unglücklich, wollte mich aber nicht trennen, weil ich die scheinbar tolle Familie nicht verlieren wollte. Wir zogen in unsere erste Wohnung u ich dachte ich kann so alles zum Guten wenden.

Falsch gedacht, es folgten eine Zeit aus Gewalt und Erniedrigung.

Durch meine anfängliche Begegnung mit dem Alkohol habe ich fälschlicherweise früh gelernt und geglaubt, dass Alkohol mir was positives gibt, eine Art Leichtigkeit, ein dazugehören. Ich wollte vergessen. Als Kind oder Heranwachsende war ich immer auf der Suche nach einem Freundeskreis, der mich akzeptiert. Von vielen wurde immer gesagt, dass meine Eltern zu streng sind u man besser nichts mit mir zutun haben könnte. Es war bei uns halt nicht „cool“. Die ersten Ausgehjahre habe ich die Wochenenden auch zuhause geschlafen, wo ich mich immer nachts bei meiner Mutter zurückmelden musste und somit nie betrunken nach Hause gekommen bin. Erst wo ich bei meinem Freund übernachten konnte, durfte und konnte ich auch mal über die Stränge schlagen. War es hier eine Art ausbrechen aus meinem „Käfig“? Das dort viel zu viel Alkohol in der Familie getrunken wurde hat mich damals nicht interessiert. Mit Beginn der Ausbildung wurde ich selbstständiger und selbstbewusster. Aber auch unglücklicher. Irgendwann folgte die Trennung und ich musste meine erste Wohnung aufgeben, weil ich sie mir alleine nicht mehr leisten konnte. Wieder zuhause klappte es überhaupt nicht bei meinen Eltern. Ich trank immer mehr und es endete schließlich mit Streit in der ersten aktenkundigen TF mit 2,6 Promille.

Dann trank ich bis 2008 bis zur Entgiftung / Therapie weiter. Zur Neuzeit: Meinen Mann lernte ich in der Therapie kennen.
Wir haben wie nach der Therapie angefangen alles wieder aufzubauen. Wir sind als Paar aus der Therapie raus und haben ab da alles gemeinsam gewuppt.
Neben vielen erfolgreichen Ereignissen (erfolgreiche MPU für beide, Arbeit, Schuldenabbau, Hochzeit, Hausbau, etc.) kamen auch viele Schicksalsschläge (Todesfälle in der Familie auch jung), 11 Jahre unerfüllte Kinderwunschbehandlung (Fehlgeburt), 2 Herzinfarkte von meinem Mann, plötzliche EMR von meinem Mann, Verlust unserer Hundedame usw. dazu.

Mein Mann ist zu mir gezogen in meine Heimat. Freunde in seiner Gegend sind uns zwar geblieben,
jedoch wurde der Kontakt aufgrund der Entfernung weniger. Auch unsere SHG mussten wir aufgrund der Entfernung aufgeben. Eine neue hatten wir uns nicht gesucht.

Ich muss sagen, wir haben irgendwann den Fehler gemacht alkoholfreies Bier u Sekt zu konsumieren. Auch wenn wir drauf geachtet hatten, dass wirklich 0,0 drauf steht, sehe ich dieses heute als Fehler an. Hier war ich schon nicht mehr achtsam.
Desweiteren hatten wir für Besuch immer Alkohol zuhause.
Der Rückfall im Kopf war schon lange da und ließ auch real nicht mehr lange auf dich warten. Ich war schon lange völlig überfordert .

Anfangs habe ich nur hin u wieder in Gesellschaft getrunken. Ich fühlte mich wieder zugehörig, akzeptiert u in dem neuen Freundeskreis angekommen. Ich konnte Feiern ausrichten u war ein gern gesehener Gastgeber. Hier bin ich schon wieder weit in das Problemverhalten reingerutscht.

In der Corona Zeit habe ich irgendwann auch am Wochenende getrunken. Aus den „nur“ am Wochenende wurde dann bei mir wieder auch mal zur Beruhigung, zum Stressabbau, zur Entspannung u Beruhigung. Die Wochenenden begannen Donnerstags usw. Es gab oft Streit, mein Mann konnte nicht damit umgehen, wenn ich getrunken hatte. Ich konnte mit gar nichts mehr umgehen.

Er konnte mich nicht ausstehen und ich mich selber auch nicht. Ich war ein Häufchen Elend. Aber der Alkohol wurde immer mehr. Ich habe heimlich getrunken.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?

Zuletzt regelmäßig, oft mehrmals pro Woche, teilweise täglich. Unter der Woche abends 3 Gläser Wein, freitags und samstags deutlich mehr. Im Jahr vor der Tat am Wochenende manchmal über eine

Flaschen Wein täglich. Hmm ehrlicherweise müsste ich sagen Tüten Wein. Ich kaufe freitags fürs Wochenende immer 3 Pakete Wein ein. Tütenwein, weil einfacher zu entsorgen.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

Überwiegend habe ich zuhause getrunken. Heimlich. In Gesellschaft nur kontrolliert, bloß nicht auffallen. Ich muss dazu sagen, es gab auch nur wenige Anlässe wo ich in Gesellschaft getrunken habe zum Schluss bzw. überhaupt noch ausgegangen bin.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)


Innere:
Stressabbau / Entspannung
→ „Runterkommen“, abschalten, Ruhe finden, alles noch irgendwie schaffen

Gefühlsregulation
→ Angst, Traurigkeit, Einsamkeit, Wut über mich selbst dämpfen, Depression bekämpfen

Belohnung
→ „Das habe ich mir verdient“

Selbstwert / Unsicherheit
→ mutiger, lockerer, selbstsicherer fühlen, alles „richtig“ machen, keine Schwäche zeigen

Gedanken stoppen
→ Grübeln, innere Unruhe, innere Leere

Schlafhilfe
→ Einschlafen und weiterschlafen

Äußere:

Geselligkeit
→ Treffen, „dazugehören“, nicht anders sein

Anlassbezogenes Trinken
→ Stressphasen, Belohnungen

Verfügbarkeit
→ Alkohol ist überall leicht zugänglich

Für mich spielen die inneren Motiven eine viel größere Rolle. Die äußeren Motive kann ich ganz klar regeln und mit Distanz steuern.
Der Umgang in Bezug auf die inneren Motive fordert mehr Arbeit und Umdenken. Deshalb machte ich mir hier die DBT Therapie zu Nutze.

Ich habe nach der letzten Therapie keine Grenzen gesetzt. Ich habe immer Alkohol zuhause gehabt. Auch nach der Therapie für Besuch. Habe den Fehler gemacht zuerst Malzbier (alkoholfrei), alkoholfreies Bier und alkoholfreien Sekt zu konsumieren. Ich habe nicht darauf geachtet, ob in Speisen evtl. Alkohol enthalten ist.

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Für die User, die als Trinkmotiv eine Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins erkannt haben (und dies bei der MPU auch so anführen), ergibt sich eine weitere Frage:

13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?
(Zum Hintergrund der Frage kann hier nachgelesen werden: KLICK)

Genau und so war es am Anfang mit Alkohol, wo es noch „wenig“ war. Ich hatte das Gefühl den Erwartungen besser Stand zu halten. Mit nem Glas Wein intus bzw. Im Hinterkopf auf dem Wohnzimmertisch war die Bude im nu geputzt u jede Woche neu dekoriert. Ich habe allen nach dem
Mund geredet u brauchte keine Widerworte geben, weil gegen die angestaute Anspannung hatte ich ja meinen Wein. Nur das diese Art von Selbstmedikation auf Dauer nach hinten losgeht und mehr Probleme u Ärger nach sich gezogen hat.

Vieles habe ich auch als Ausrede benutzt, ich kann ja für mich keine Therapie machen, so habe ich
es mir immer eingeredet, ich muss ja hier den Laden am Laufen halten…

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Natürlich, mein Mann und meine Eltern haben mich drauf hingewiesen. Auch mein Bruder hat dieses mindestens einmal mitbekommen. Es gab viel Streit und leider auch Gewalt.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?


Ich wurde zunehmend depressiver, antriebsloser und gereizter. Ich habe nichts mehr wirklich hinbekommen. Zwar bin ich noch zur Arbeit gegangen, aber mich immer häufiger krankgemeldet.
Es gab Streit in der Ehe wenn ich getrunken hatte.

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


Ja gab es, im Jahr 2023 und 2024. Mein war oft im Krankenhaus wegen seiner Herzerkrankungen und auch weiteren Herzinfarkt. In der Zeit wusste ich nicht wie ich damit umgehen muss, diese Warterei bis der erlösende Anruf kam. Das waren immer Abstürze und natürlich die Zeit danach, wenn mein Konsum aufgefallen ist.

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja zu den Zeiten die ich gerade genannt habe und auch das Wochenende vor der Tat.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?


Ja ich war nach der ersten Therapie viele Jahre abstinent bis ca. 2020. Auch wenn ich jetzt weiß, dass bedingt durch zb alkoholfreiem Bier dieses eher als Trinkpause zu werten ist.

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)


Ich weiß, dass ich abhängig bin. Das wusste ich auch schon nach der ersten Therapie. Ich wollte es aber nicht wahrhaben und habe es überall verschwiegen.

Jetzt habe ich meine Maske abgelegt. Teils musste ich wegen der Fahrt die sich ja rumgesprochen hat und nach einiger Zeit wollte ich dieses auch öffentlich machen. Und dieses Ablegen der Maske hat sich wie eine Befreiung angefühlt.

Nach der ersten Therapie wollte ich nicht wahrhaben, dass ich bereits früher schon abhängig war. Die Entgiftung und Therapie habe ich auch mit Druck von Familie gemacht. Nach dem Führerscheinentzug 2006 habe ich ja noch bis 2008 weitergemacht. Alkoholabhängig zu sein hatte für mich etwas Erniedrigendes, etwas Schwaches. Heute weiß ich, dass es nichts mit Schwäche zu tun hat.

Auch nach erster Therapie war ich noch in meiner Scheinwelt. Ich brauchte ja nicht komplett raus. Ich trank nicht mehr, alles war gut. Wir hatten unsere eigene „Kennenlernstory“. Jetzt, nach der 2. TF ist alles auf den Tisch gekommen. Ich war vor allem ehrlich zu mir selber. Ich kann behaupten, der Verlust von meinem Führerschein hat mir das Leben gerettet.

Heute und in Zukunft

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Nein, ich lebe abstinent.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

10.09.24

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?


Nein. Jetzt nicht mehr.

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich bin alkoholabhängig. Ich habe eine todbringende Krankheit, wenn ich diese nicht zum Aufhören und stoppen bringe.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?


Zum einen war es aus Scham, Aus Angst schwach zu sein und auch aus Bequemlichkeit.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Nach Rückkehr von dem Polizeirevier (ich musste mich von meinen Eltern abholen lassen, Polizist hatte darauf bestanden und auch mit meinen Eltern gesprochen) habe ich zuerst meinen Mann angerufen, er hatte sich Sorgen gemacht, wusste aber schon von meinen Eltern Bescheid. Anders als Erwartet gab es keine Vorwürfe. Lediglich die Bitte im Krankenhaus zwecks Entgiftung anzurufen. Das tat ich auch und am nächsten Nachmittag konnte ich kommen. Ich habe zuerst die Entgiftung gemacht, dann SIA besucht und Drob. Zusätzlich direkt mit Entgiftung meine jetzige SHG. Ende Februar konnte ich in die DBT Therapie. Die Drob u. SHG habe ich auch in der Therapie aufgesucht. Nach der Therapie weiterhin Einzelgespräche bei der Drob. Dann später Nachsorge DBT Therapie und Teilnahme an der KUFE. Die Einzelgespräche bei der Drob bleiben.

Zusätzlich nehme ich die angebotenen Wochenend- und Tagesseminare wahr.

Es war eine zumindest am Anfang schwere Zeit. Ich bin außer natürlich in der Entgiftung u. Therapie weiter arbeiten gegangen. Es war schon eine enorme Belastung. Ich habe mich sehr geschämt. Sprüche von meinem Anwalt, sie müssen jetzt kleine Brötchen backen sind mir im Kopf geblieben und auch von meiner Suchtberaterin, sie müssen zusehen, dass sie die Arbeit behalten, so wartet keiner auf sie. Das war hart für mich. Aber ich hatte den enormen Ansporn das als Anreiz zu nehmen und

Ich wollte für mich herausfinden, was ich damals übersehen habe und warum ich mit der Abstinenz gescheitert bin.

Frage- und Antwortteile besser kenntlich gemacht und übergroße Zeilenabstände entfernt *Nancy*
 
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26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Ich habe Anerkennung auf andere Art und Weise erhalten. Ohne danach zu fragen. Ohne was zu geben. Einfach indem ich wieder ich bin. Ich bin bei der Arbeit gelobt worden, in der SHG für meine Entwicklung und wie ich die Abende leite.

Mein Mann und ich haben wieder eine harmonische Beziehung. Er akzeptiert meine Grenzen und wir unterstützen uns wieder gegenseitig.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?


Ich besuche weiterhin die SHG, bin mittlerweile stellvertretende Gruppenleiterin.

Ab September 2026 beginnt meine Ausbildung zur Suchtkrankenhelferin. Mir macht es Spaß Themen für die Gruppenabende vorzubereiten und die Gesprächsrunden zu leiten. Ich habe hier zudem meine Routine, wöchentliche Auseinandersetzung mit meiner Krankheit.

Ich bleibe achtsam und horche in mich hinein, gönne mir Pausen und Auszeiten damit ich nicht in die Überforderung rutsche. Außerdem habe ich in der DBT Therapie das Beten vor dem Zubettgehen wieder für mich entdeckt. Ich kenne es aus Kindertagen und dieses beruhigt mich vor dem Schlafengehen sehr. Stoppt bei mir Grübelgedanken.

Ich habe einen festen Tagesablauf, eine feste Arbeitsstelle, wo alle Bescheid wissen.

Eine gesunde Struktur ist ein enormer Vorteil für mich. Das musste ich auch erstmal wieder verinnerlichen. Wenn das äußere Gerüst strukturiert und geordnet ist, schaffe ich das vom Kopf her auch.

Auch achte ich auf genügend und ausreichende Mahlzeiten, da mein Kopf ohne diese nicht richtig funktioniert.

Auch haben wir keinen Alkohol zuhause. Auch für Besuch wird keiner gekauft. Das haben wir jetzt auch des öfteren so gehandhabt und keiner hat sich beschwert. Freunde kommen für uns und nicht wegen des Alkohols. Ich finde das extrem wichtig, denn ich weiß, falls Suchtdruck entsteht, geht dieser auch wieder, ich weiß wie ich ihn regulieren kann, welche Skills ich anwenden muss. Da wäre der Gang zur Flasche schneller wenn Alkohol direkt verfügbar wäre.

Ich habe auch wieder ein stabiles familiäres Umfeld, weil wir wieder gelernt haben miteinander zu reden und zu leben anstatt aneinander vorbei.

Selbstfürsorge hat mittlerweile auch einen sehr großen Stellenwert bei mir. Zuerst komme ich, ich horche in mich hinein, was kann ich und was schaffe ich.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Ein Rückfall kann immer passieren, aber ich habe meine Vorboten erkannt und werde alles dafür tun, um achtsam zu bleiben und auf mich aufzupassen, dass es nicht wieder soweit kommt.

Zudem habe ich einen Notfallplan, falls mein Partner kippen sollte.

Ich kann Beispiele nennen wo ich diesen angewendet habe:

Als mein Mann seinen FS abgeben musste:

Vorm Osterwochenende 2025. Donnerstags habe ich erfahren, dass die Abgabe wohl unumgänglich ist u wir Berufung beim Gericht einreichen sollten. Ich rief meinen Mann an und sagte ihm bitte erledige alles, was du noch mit dem Auto erledigen musst u stell dich drauf ein, dass
es die letzten Tage mit fs sind. Ich war ja jetzt im Krankenhaus in Therapie u konnte da ja nicht einfach so weg. Ich habe unsere shg um Hilfe gebeten, ob jemand bei meinem Mann vorbeischauen kann. Mein Mann hatte aber entschieden er möchte nicht reden, sondern wollte erstmal den Kopf freibekommen. Das macht er mit laufen, also spazieren mit dem Hund. Naja am nächsten Tag hat er mich noch abgeholt, zuhause war die Stimmung mies, angespannt u es wurde diskutiert.

Es hätte alles keinen Sinn mehr u er hätte keine Lust mehr zu kämpfen und sich etwas holt. Ich weiß noch ich stand am Küchenfenster u das erste Mal habe ich zu ihm gesagt: ich kann verstehen, dass du sauer und enttäuscht bist. Und wenn du wieder trinken möchtest, dann ist das deine Entscheidung. Ich möchte dich dann bitten auszuziehen, weil ich kann das nicht mehr. Ich werden morgen wieder zur Therapie fahren und diese Spirale endgültig verlassen. Dann habe ich ihm noch gesagt, ich kann dir vorschlagen heute noch in deine Heimat zu fahren, uns dort einen schönen Tag zu machen. Den letzten Tag Auto zu genießen. Dann habe ich den Raum verlassen. Ich habe für mich Atemübungen gemacht um selber runterzukommen. Nach einer Weile kam er zu mir und meinte, „Bist du fertig? Lass uns dann fahren.“

Mich hat dieses Wochenende wachsen lassen. Ich habe da mein Selbstbewusstsein, dass ich nach der ersten Therapie hatte u im Laufe der Jahre verloren hatte, ein großes Stück wiederbekommen.

Auch sehe ich jetzt viele Sachen aus einem anderen Blickwinkel, stelle nicht meine Ehe an erste Stelle, sondern meine Zufriedenheit u meine Abstinenz. Ich habe mich zurückgekäpft bzw. bin noch dabei. Bin finanziell unabhängig u treffe meine Entscheidungen, so wie mir diese gut tun. Ich setze meine Grenzen u akzeptiere auch die von meinem Partner. Es gibt ein zusammen, aber nicht auf Teufel komm raus.

Auch haben wir klare Absprachen falls einer kippt. Ich weiß, dass ich sau stark bin und stolz auf mich sein kann. So kann ich aber nur sein, wenn Ich mir selber wichtig bin.

Ein weiteres Beispiel wie ich anders mit belastenden Situationen umgehe ist die Erkrankung von meinem Mann. Er musste sich einer großen OP unterziehen, am offenen Herzen. Zu dem Termin und auch zu anderen fahre ich mit. In der Wartezeit der OP war ich im Austausch mit vertrauten Personen, mit meinen Eltern u auch der SHG. Ich wusste ich brauche nur einmal anrufen und jmd. kommt. Das war eine Riesen Stütze.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?


Ich lebe abstinent.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Ich bedanke mich bei Ihnen.

Frage- und Antwortteile besser kenntlich gemacht und übergroße Zeilenabstände entfernt *Nancy*
 
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Leider bekomme ich mit dem Handy keine vernünftige Formatierung hin, hab es in Notizen geschrieben u wird etwas zerschossen beim rein kopieren. Sorry

@Karl-Heinz ich würde mich auch sehr über deine Rückmeldung freuen.
 
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Frohes neues Jahr an dieser Stelle noch mal. ☺️ So der schlimmste Tag vom Jahr ist überstanden. Kurz vorweg, nicht wegen dem Alkohol, sondern wer Haustiere hat, kann dieses nachempfinden. Es ist nun so, dass ich immer noch sammel bzw. reflektiere, was mein Mann u ich alles übersehen haben. Auch wenn es noch so kleine Dinge sind.
Silvester war für uns beide eine angespannte Situation. Jeder geht mit Anspannung anders um, auch hier kommt es auf die Zusammenarbeit an. Hätte sich jeder in seinen Unmut über die Böller reingesteigert, wäre die Nacht noch um einiges härter geworden. Also hier war es für mich ein bewusstes Stop in den Raum zu werfen, kurz sammeln, reden und zusammen ruhig mit dem sehr ängstlichen Hund agieren.
 
Eigentlich wollte ich ja noch auf Reaktion von meinem FB warten, aber ich beschäftige mich gerade mit den Trinkmengen. Weil hier muss ich noch nachholen.
Vereinfacht haben wir bei der Drob folgendes gelernt:
XGläser x 8 g Alk : 60% vom Körpergewicht = Promille (BAK)
Jetzt muss ich rückwärts rechnen
2,8 Promille x 36 : 8 g Alk = Menge Gläser
= 12,6 Gläser a 0,15 Liter Wein
Wären dann 1,89 Liter Wein
Oder 2,52 Flaschen von 0,75 L
Der Abbau wird mit 0,1 pro Stunde oder 0,2 pro Stunde dazu gerechnet.
Wobei mir die 0,2 Pro so erklärt wurden, dass sich bei manchen Menschen ein Enzym gebildet hat, wodurch diese mehr abbauen bzw. schneller. Ist wahrscheinlich der zweite Entgiftungskreislauf mit gemeint, wenn schon Schädigung oder ?
 
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Im Regelall ist damit gemeint, dass eine "geübte" Leber mehr abbauen kann. Aber ich würde mich nicht darauf versteifen an deiner Stelle. Der TÜV rechnet mit 0,1. die anderen mit 0,15‰ Abbau pro Stunde.
 
Es gibt ja diverse Promille - Rechner. Und die weisen dummerweise unterschiedliche Werte aus. Manche berücksichtigen das Gewicht nicht oder die Trinkzeit bzw. das -ende.
Ich fand eine "einfache" Rechnung recht einprägsam - gerade dann, wenn nicht mehr nachvollziehbar ist, was wann getrunken wurde:
Es werden 4 Punkte beachtet:
Trinkmenge: pauschal "normales" Bier: die 1/2 der Menge entspricht der Promille (also 0,5 Bier führen zu 0.25 Promille); Wein (Menge 0,5l = 0,5 Promille); Schnaps 0,01 l / 1cl = 0,1 Promille
Gewicht: Pauschal auf 80 kg gerechnet - pro 10 kg mehr oder weniger entsprechend je 0,1 Promille weniger oder mehr wobei adipöse Körper nicht mitzählen
Zeitraum: pro Stunde 0,1 - 0,2 Promille abziehen
Geschlecht: wenn weiblich 0,1 Promille dazurechnen

Frage an die Experten: wenn ich es wirklich nicht mehr weiß - vielleicht auch durch Restalkohol oder Mixgetränke, deren Gehalt ich nicht kenne - reichen ca. Angaben mit der Begründung (keine genaue Kenntnis mehr) und der Angabe, dass ich entsprechende Rechner bemüht habe, die aber unterschiedliche Werten ausspucken?
 
Wäre dann nach der Rechnung oben
3l Wein = 3promille abzüglich 0,2 weil 60 kg
Komme ich auf 2,8
Ich habe aber keine 3 Liter Wein getrunken oder versteh ich das falsch

Zeitraum habe ich weggelassen
 
3 l Wein -> 3 Promille (Wein gibt es natürlich auch in verschiedenen Drehzahlen)
Weiblich -> + 0,1
Gewicht 60 (= 80 - 2x10) -> + 0,2

Wären 3.3 Promille

Ich stolpere ja auch über die Rechner....bei mir weiß ich weder die Trinkzeit / -ende noch das Gewicht. Die Menge muss ich irgendwie plausibel - nicht nur für den Gutachter - hinbekommen.
 
das ist schlüssig und dürfte den Gutachter beeindrucken.
Schauen wir mal an die Ursachen:



Wie stark hatte der Alkohol beides noch verstärkt (nachdem die Betäubung vorbei war)?
Und welche Rolle spielte beides bei Deinem Rückfall 2020?
Was kam (ggf) noch dazu? (hier bitte einen sehr kritischen Blick auf Deine aktuelle Beziehung werfen)

Wenn du hier eindrucksvoll belegen könntest, dass sich da was grundlegend geändert hat...
Und: Du hättest gleich mal ein Rückfall-Frühwarnsystem.
Rückblickend erkenne ich, dass mein Alkoholkonsum nicht aus Genuss entstand, sondern aus einem tief verankerten Gefühl von Versagen, Nicht-Dazugehören, Minderwertig zu sein. Mei ganzes Leben war geprägt von dem inneren Antreiber, alles richtig machen zu müssen, um Anerkennung und Zugehörigkeit zu bekommen.

Wenn ich dieses Ziel nicht erreichte – im Beruf, in Beziehungen oder in meinem Selbstbild – entstand ein massiver innerer Druck, die totale Überforderung.

Alkohol wurde für mich zum Mittel, um diese Gefühle kurzfristig zu betäuben und in eine Scheinwelt zu fliehen. Nach außen funktionierte ich weiter, innerlich entfernte ich mich jedoch immer mehr von mir selbst. Ich konnte mich selber nicht mehr ausstehen.

Nachdem die Betäubung nachließ, verstärkte Alkohol genau das, wovor ich fliehen wollte: Unzufriedenheit, Scham, Selbstabwertung und Beziehungsprobleme. Der Konsum wurde häufiger und selbstverständlicher, meine Selbstkontrolle nahm ab.

Diese Dynamik spielte auch bei meinem Rückfall eine entscheidende Rolle. Der Unterschied zu heute ist, dass mir diese Zusammenhänge damals nicht bewusst waren. Ich habe Symptome bekämpft (Therapie 2008), aber nicht die Ursachen verstanden.

Heute erkenne ich diese Muster frühzeitig und kann sie klar benennen – das ist ein zentraler Unterschied zu früher.

Ein weiterer wichtiger Lernprozess war, meine Beziehungen kritisch zu betrachten. Ich habe erkannt, wo ich mich selbst verliere, um Erwartungen zu erfüllen, und wo mir Abgrenzung nicht gelungen ist. Ich bin in die Co-Abhängigkeit (hier meine ich das nicht in Bezug auf Alkohol) gewechselt. Heute übernehme ich Verantwortung für meine Gefühle, statt sie zu kompensieren oder zu betäuben. Habe die Ratschläge u Befürchtungen der Therapeuten verstanden.

Grundlegend verändert hat sich mein Umgang mit mir selbst. Ich definiere meinen Wert nicht mehr über Leistung oder Anerkennung von außen. Ich nehme meine Grenzen ernst, spreche Belastungen an und hole mir Unterstützung.

Mein persönliches Frühwarnsystem besteht heute darin, aufmerksam auf bestimmte Signale zu achten: anhaltende Unzufriedenheit, Rückzug, innere Unruhe, das Gefühl funktionieren zu müssen oder nicht zu genügen.

In solchen Phasen nutze ich bewusst meine Strategien: Gespräche in der Selbsthilfegruppe, therapeutische Reflexion, schriftliche Selbstbeobachtung (wie hier z.B) und klare Alltagsstrukturen.
 
Danke für diesen Anstoß. Klar wo ich getrunken habe fühlte ich mich schuldig. Ich wusste ich habe einen riesen Fehler gemacht, schämte mich. Ich habe meine Familie enttäuscht. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber die Gewalt in den letzten 2 Jahren vor dem Tattag, sind passiert wo ich getrunken hatte. Mich klein und hilflos gemacht habe. Trotzdem weiß ich, dass dies von meinem Gegenüber nicht richtig ist. Im Grunde wollte mein Mann „richtig“ handeln. Die Situation verlassen, mir so nicht helfen. Weil ich, wenn ich schlimm drauf war, natürlich um Nachschub gebettelt hatte. Wenn es umgekehrt war, habe ich ihm wohl diesen „Wunsch“ erfüllt. Ich habe mich co-abhängig verhalten. Ich habe dieses von ihm auch verlangt. In sozusagen gereizt bis aufs Blut. Diese Gewaltausbrüche lassen sich für mich deswegen anders einordnen und verzeihen.
Es ist vermutlich nicht so rüber gekommen wie ich es meine.

Heute ist mein Standpunkt eindeutig: Gewalt ist in keinem Fall richtig oder zu rechtfertigen – unabhängig davon, wie ich mich verhalten habe oder wie viel Alkohol im Spiel war.
Wenn ich nüchtern auf mein damaliges, betrunkenes Ich zurückblicke, sehe ich mich als sehr anstrengend, grenzüberschreitend und nach Alkohol bettelnd. Verlangte Co-Abhängigkein. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Ich habe gesoffen.

Gleichzeitig ist dieses Verhalten kein Grund und keine Rechtfertigung für Gewalt. Diese Grenze ziehe ich heute klar.
Mit richtig handeln im Sinne von mein Mann wollte richtig handeln, meinte ich er wollte gehen, die Beziehung beenden. So wie er es in seiner Therapie gelernt hat. Ein Alkoholiker muss erst fallen… Einen betrunkenen kann man nicht überreden sich helfen zu lassen. Anders gesagt, ich musste selber wollen…
Ich glaube ich werde falsch verstanden, weil ich mich falsch ausgedrückt habe.
 
Ich finde es wichtig zu verzeihen. Jedenfalls wenn es eine Chance gibt. Ob es jetzt bei meinen Eltern oder bei meinem Mann ist. Es haben viele Gespräche stattgefunden und wir sind noch aktiv in der Aufarbeitung. Klar sind viele Dinge und Ereignisse dabei, die ich nicht vergessen werde, aber bin mir sehr sicher, dass wir auf einem guten Weg sind. An meiner Alkoholkrankheit bin ich ganz allein selber schuld, um das mal so salopp sagen zu können. Und gerade weil ich mir selber verdammt wichtig bin, möchte ich einen vernünftigen Umgang miteinander.
Ich habe mir meinen Thread jetzt immer und immer wieder durchgelesen. Ich suche antworten, was habe ich übersehen, wo habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich habe mehr preisgegeben, als mir lieb ist…
 
Ich habe mir meinen Thread jetzt immer und immer wieder durchgelesen. Ich suche antworten, was habe ich übersehen, wo habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich habe mehr preisgegeben, als mir lieb ist…
Ich würde gerne - wenn auch nicht so professionell wie es andere könnten - helfen/unterstützen, stehe aber gerade auf dem Schlauch, wo genau die Frage ist.
 
Für mich ist es im Moment schwierig hier irgendwie voran zu kommen. Ich habe am Anfang viele wertvolle Tips erhalten und auch denke ich alle Fragen beantwortet. Jedoch hab ich etwas den Eindruck, dass ich eh ein hoffnungsloser Fall bin, vielleicht weil die Konstellation (Mann/Familie) falsch rüber gebracht, es dadurch nicht weiter gehen kann? Klar ich bin erst 16 Monate trocken, aber ich hätte als „Selbstheiler“ jetzt schon eine MPU wagen dürfen. Ich konnte aber erst nach Therapie, die erfolgreich abgeschlossen wurde mit den AN abschließen. Also im August 2025. Nächsten Monat ist die dritte Haarprobe.
 
Ich setze den kurzen FB auch noch mal rein, da ich ein paar Flüchtigkeitsfehler hatte:

FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: weiblich
Größe: 1,72
Gewicht: 59 zur Tatzeit
Alter: 43 zur Tatzeit

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 9.9.24
BAK: 2,8
Trinkbeginn: 6.9.24, Wochenende die ganze Zeit getrunken, am 9.9.24 morgens wieder weiter
Trinkende: 9.9.24
Uhrzeit der Blutabnahme: 15:21

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: Nein
Strafbefehl schon bekommen:
Dauer der Sperrfrist: 15 Monate bis 12/25

Führerschein
Hab ich noch:
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt:
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nur Auszug Bundeszentralregister
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt):

Bundesland:
Niedersachsen

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel:
Ich lebe abstinent seit: 10.09.24

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: ja (seit 29.8.25)
Urinscreening ja/nein:
PEth-Analytik ja/nein:
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele:
2 vor Therapie und 3 Kontrollen während Therapie
Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: ja
Selbsthilfegruppe (SHG): ja seit 9.24
Psychologe/Verkehrspsychologe: nein, nur Kurs über Drob, Leiter hat Zusatzqualifikation für MPU
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: ja (13 Wochen DBT suchtbegleitend, bis Ende Mai 25)
3 Monate mit 6 Terminen DBT ambulante Nachsorge
Avanti Info TÜV (Beratungsgespräch)
Seit Oktober 24 Drob
Seminar Selbstfürsorge Resilienz

Keine Ahnung:

MPU
Datum: Juli 2026
Welche Stelle (MPI):
Schon bezahlt?:
Schon eine MPU gehabt? Ja 2009 positiv
Wer hat das Gutachten gesehen?:
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden ja Punkte oder sonstige Straftaten: 0
 
Leberwerte:
Entgiftung 9/24
GPT 54
GGT 61
GOT -
MCV 95

6.12.24
GPT 10
GGT 20
GOT 15
MCV 91,7

31.1.25
GPT 10
GGT 18
GOT 15
MCV 87,9

28.2.25
GPT 8
GGT 19
GOT -
MCV 90

21.5.25
GPT 15
GGT 18
GOT 19
MCV 91

Danach keine weiteren, weil Haarproben
werde ich aber nä. Monat nochmal kontrollieren lassen
 
oh!
So wie es aussieht, hast Du nebenher Deine Leber gerettet :)
Aus der SHG und der Entgiftung weiß ich, dass es noch gaaaanz andere Werte gibt, aber natürlich bin ich froh das ich hier verdammtes Glück gehabt habe und meine Leberwerte wieder sehr gut sind. Das habe ich in der Therapie auch immer hinterfragt, was ich dafür tun kann. Mich interessiert ja nicht nur die MPU, sondern zufrieden und gesund zu sein.
 
und ich fang mal an:

Es war eine Vorwurfsvolle Nachricht.
Was hat das mit Dir gemacht? Emotionen sind wichtig, weniger hingegen, dass die Nachricht per Whatsapp kam


Mir ging es schlecht
Auf welche Weise genau ging es dir schlecht? Inhalte, keine Überschriften.

ist es schwer zu ermitteln.
Das musst Du hinbekommen oder zumindest aus deinem sonstigen üblichen Konsum ableiten können. Es war ja nicht das erste Mal, dass Du mehrere Tage hintereinander Hochtrinkmengen zu Dir nimmst.

Ich erinnere mich leider nicht mehr an die Fahrt selber bzw. den Vormittag. Ich weiß durch Nachfragen,
Das ist ok

Ich weiß das mir alles egal war.
Das auch.

Leider muss ich diese Frage mit ja beantworten.
Ich würde das "leider" weglassen. Du bekommst keine Fawning / Pleasing- Punkte beim Gutachter

Ich weiß aus der Kufe, dass nur jede 700. TF entdeckt wird.
kein theoretisches Wissen. Du weisst Doch, wieviel Du in der Vergangenheit getrunken hast. Und Du weisst, wie schnell sich Alkohol abbaut. Damit kannst Du zumindest schon mal die Fahrten mit Restalkohol abschätzen. Jeden Tag? Jeden 2. Tag? An der Punkt wird deutlich, dass Du Dich noch gar nicht mit Deinem früheren Konsum genauer beschäftigt hast.


viel alleine zuhause und habe mich zurückgezogen
Das ist Verhalten. Welcher innere Zustand gehört dazu / war die Ursache dafür?


In dem neuen Job war ich total unzufrieden,
Was genau hat Dich unzufrieden gemacht? Welche Emotionen hat das ausgelsöt, welche Gedanken? Inhalte, nicht nur Überschriften.


In meiner damaligen Beziehung war ich schon lange

sehr unglücklich,
Warum?
....
(wird fortgesetzt)
Du siehst schon: immer noch zu oberflächlich. Der Gutachter mag Inhalte, keine Überschriften
 
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