FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Mir wurde ja gesagt, dass ich gefahren bin. I
ein derart voller Blackout ist mir noch nie untergekommen, dem Gutachter vermutlich auch eher selten

Ich war völlig außer Kontrolle. Ich hatte keinen Bezug zur Realität.
Derartig massive Hirnbeeinträchtigungen auf lange Zeit können auf massive Hirnschäden durch Alkohol hindeuten - das darfst Du gern erschüttern mitnehmen.

Erst einmal möchte ich mich herzlichst bei dir bedanken, dass du mir so viel hilfst.
Zu dem Thema Hirnbeeinträchtigung möchte ich sagen, dass ich zu dem Zeitpunkt durch das Gift natürlich eine massive Beeinträchtigung hatte. Diese aber noch reversibel war. Auch ist diese Wahrheit für mich sehr erschreckend, dennoch bin ich dankbar für diese erneute Chance. Hier kommt mir immer wieder der Satz von
@Karl-Heinz in den Kopf und zwar, dass ich wenn ich sie nicht zum Stoppen bringe, eine todbringende Krankheit habe.
Bei mir war es bei meiner letzten Entgiftung nun so, nachdem ich mich offen und zugewandt, ehrlich dankbar für Hilfe mir angeboten wurde alles genau abzuchecken inkl. MRT vom Kopf. Hier bin ich natürlich sehr dankbar, dass alles noch mal gut gegangen ist.

Zu dem anderen Punkt mit meiner Erinnerungslücke, ich konnte mich anfangs an nichts erinnern. Nach u nach kamen aber Bruchstücke. Meine Anwältin hat mir damals dazu geraten, dabei zu bleiben, dass ich einen Blackout hatte. Nach wie vor weiß ich wirklich nicht mehr den ganzen Ablauf, kann es mir aber zusammen reimen.
 
Mitnehmen auf jeden Fall. Draufschauen vermutlich nicht. Ich jedenfalls durfte am Ende bei der Frage, ob ich noch etwas hinzuzufügen habe, mir meine Vorbereitungsnotizen ansehen und hätte davon noch etwas ergänzen können. Ist aber wahrscheinlich nicht Standard?! Man sollte die grundsätzlichen Sachen eher im Kopf haben.
 
Ich weiß jetzt natürlich nicht, welche Stichpunkte du meinst, dein Leben und deine Veränderung solltest du auch ohne hinbekommen, aber grad so Daten und Zahlen sind ja manchmal schwierig. Da kann es allein schon sinnvoll sein, sie mal handschriftlich zu notieren. Das prägt sich besser ein als wenn man sie nur liest oder tippt.
Zu #201: ich geh mal von aus, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn du beim blackout bleibst. Du hattest 2,8‰ und anscheinend keinen Unfall, kaum zu glauben. Aber schwierig tu ich mir immer damit, dass man ausgerechnet bei der allergrößten Trinkspitze erwischt wird. Gabs vielleicht nicht doch schon ähnlich gelagerte Fahrten davor, zumindest ein paar wenige? Bei der Kontrolldichte ist das immer so unglaubwürdig. Das wär in diesem Fall beim Unfall anders. Der schafft Fakten.
 
Zu #201: ich geh mal von aus, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn du beim blackout bleibst. Du hattest 2,8‰ und anscheinend keinen Unfall, kaum zu glauben. Aber schwierig tu ich mir immer damit, dass man ausgerechnet bei der allergrößten Trinkspitze erwischt wird. Gabs vielleicht nicht doch schon ähnlich gelagerte Fahrten davor, zumindest ein paar wenige? Bei der Kontrolldichte ist das immer so unglaubwürdig. Das wär in diesem Fall beim Unfall anders. Der schafft Fakten.
Das schlimme ist ich hatte 2006 eine fast ähnliche Situation, damals aber mit Unfall und BAK 2,67. Das Vorausgegangene war jetzt zwar „schlimmer“ aber seiner Ursache ähnlich. Warum mich das nicht lebenslang gelehrt hat, habe ich ja erörtert, kurz gesagt, ich habe meinen persönlichen Casus knacksus damals noch nicht verinnerlicht.
Da ich ich mich kurz gesagt innerlich nur noch leer gefühlt habe, war mir sozusagen alles egal. Bloß wenn ich rekonstruiere, was ist einem nassen Alkoholiker dann nicht egal - genau wo und wie der nächste Spritt herkommt. Wieso ich dann nicht wie sonst ein „Getränketaxi“ hab kommen lassen weiß ich nicht bzw. war ein Denken in diesem Zustand nicht mehr möglich. Was ich aber wohl weiß, war es meine heftigste Eskalation in meiner Rückfallgeschichte. Ich bin aufgeflogen, weil eine Person mich unter Beobachtung hatte. Es wurde drauf gewartet, dass ich diesen Fehler begehe. Versteht mich nicht falsch. Ich habe mich vor einem halben Jahr bei dieser Person bedankt. Am Anfang konnte ich es nicht. Aber nach Therapie und innerlicher „was kann schon passieren - Liste“ konnte ich dieses erhobenen Hauptes.
Deswegen ist auch genau diese Trinkspitze aufgefallen bzw. angezeigt worden.
 
Verstehe ich es richtig, dass du beobachtest wurdest und dann gezielt angezeigt wurdest?
Ja, ist so. Und auch wenn es sich im ersten Moment schlimm anhört, haben diese Person(en), mir damit geholfen. Ich meine was war das vorher fürn Leben? Und jetzt? Klar gibt es immer Rückschläge aber hier finde ich jetzt immer eine bessere Lösung.
 
Auch in Bezug auf meinem Fragebogen und der Rückfrage von @joost was mache ich wenn ich z. B. meine Arbeit verliere. Es ist für mich keine Katastrophe mehr. Zum einen habe ich auch an freien Tagen eine feste Struktur, ich habe zudem min. ein halbes Jahr Zeit, mir neue Arbeit zu suchen, bevor ich finanziell Schwierigkeiten (Kündigungsfrist) bekomme. Und bin ich mir auch nicht zu schade andere Arbeit anzunehmen. Zwar widerspricht sich das jetzt mit meiner früheren Einstellung, aber ich suche meine geistige Bestätigung nicht mehr nur im Job.
Ich habe mit meiner Erkrankung ein neues Hobby gefunden, wo ich Neues lernen kann und möchte.
Natürlich kann immer etwas in der Familie passieren, da kommt auch noch einiges auf mich zu, aber da frage ich jetzt schon auf seelische Unterstützung, ich muss nichts mehr alleine aushalten.
Ich hatte wirklich diese extremen Spitzen, war aber eine nach außen funktionierende nasse Alkoholikerin, habe zwar meinen Job in der letzten Zeit mehr schlecht als recht erledigt, aber… Auch habe ich mich nicht in Trinkerkreisen bewegt. Die paar Male trinken in Gesellschaft kann ich an 10 Fingern abzählen. Den Rest habe ich immer schön hinter verschlossenen Gardinen vollzogen.
Aber mich hat trotzdem diese schlimme Zeit einiges lernen lassen, begriffen habe ich es aber erst jetzt.
 
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jup :)

Auch wenns wieder Arbeit macht:
Da war zwischenzeitlich derart viel Input -
ich würde vorschlagen wollen, dass Du Deinen FB nochmal unter Berücksichtigung all der neuen Erkenntnisse überarbeitest und nochmal präsentierst.
 
jup :)

Auch wenns wieder Arbeit macht:
Da war zwischenzeitlich derart viel Input -
ich würde vorschlagen wollen, dass Du Deinen FB nochmal unter Berücksichtigung all der neuen Erkenntnisse überarbeitest und nochmal präsentierst.
Ich schätze diese Aufforderung sehr ☺️. Merci. Diesmal gönne ich mir aber mehr Zeit, um alles vernünftig reinzubringen. Hab mit meinen ganzen Thread deshalb zur besseren Übersicht ausgedruckt…
 
So ich habe mir jetzt eine Tabelle erstellt, die ich für Frage 10 aus dem Fragebogen zur Hilfe ziehen würde.
Ich hätte gerne eure Meinung hierzu.
Klar kann ich nicht genau 20 Jahre mit genauen Mengen im Kopf haben, aber es kommt durch aus hin.
 

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Wein hat idR 11-15% Alk, nicht 6% .. was verstehst Du unter "süßer Wein"? Ist das sowas wie Weinschorle, also gemischt mit Wasser?
Warum bist Du von Wein auf Bier umgesattelt?
Und dann wieder auf (richtigen?) Wein? *
Und Du hast wirklich mit 15 schon mit nem halben Liter Wein(schorle?) angefangen?!?

Zwischen 40 und 43 hat sich Dein Weinkonsum verdoppelt, danach verdreifacht. War das schleichend? WIe war da die Entwicklung? Haben sich die Trink-Tageszeiten verändert?

(je mehr Du dir da Gedanken drüber machst, desto besser kannst Du das in der MPU aus dem Kopf wiedergeben - und es muss ja nicht supergenau sein, eher so größenordnungsmäßig. Die "verinnerlichten" Promillezahlen sind da als Merker sicherlich sehr hilfreich)
___________
* z.B. sowas wie: das Bier erzielte nicht mehr die gewünschte Wirkung (welche war das?) und ich konnte diese Flüssigkeitsmengen nicht mehr einflößen - also bin ich zu stärkerem gewechselt..
 
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Wein hat idR 11-15% Alk, nicht 6% .. was verstehst Du unter "süßer Wein"? Ist das sowas wie Weinschorle, also gemischt mit Wasser?
Warum bist Du von Wein auf Bier umgesattelt?
Und dann wieder auf Wein?
Und Du hast wirklich mit 15 schon mit nem halben Liter Wein(schorle?) angefangen?!?

Zwischen 40 und 43 hat sich Dein Weinkonsum verdoppelt, danach verdreifacht. War das schleichend? WIe war da die Entwicklung? Haben sich die Trink-Tageszeiten verändert?
Diesen süßen Wein gab es damals im Discounter A. es handelt sich um einen weinhaltigen Cocktail mit Kohlensäure. Ich habe jetzt welche mit 7% gefunden.
Also das war die erste Zeit wo ich mich erinnere. Freitagsabends mit Mutter vom Ex zusammen gesessen u eine Flasche geleert. Weiter in einer Kneipe Bier mit Kurzen.
Ich kann nicht genau sagen, ob ich da 16 oder 18 war. Auf jeden Fall wurde in der Familie viel getrunken u ich habe es dort „gelernt“. In den letzten Jahren hat sich der Konsum gesteigert von einer Flasche Wein bis zu 2 Flaschen Wein in den Eskalationszeiten. Das Wochenende mit der TF war das Schlimmste.
Die Zeiten haben sich so verändert, dass ich wenn ich arbeiten war nur abends getrunken habe u Wochenende teilweise schon morgens. Ich habe auch gegen Ende immer die Gläser geext.
 
* z.B. sowas wie: das Bier erzielte nicht mehr die gewünschte Wirkung (welche war das?) und ich konnte diese Flüssigkeitsmengen nicht mehr einflößen - also bin ich zu stärkerem gewechselt..
Das war bei mir nicht der verinnerlichte Grund. Bier hatte für mich was, wie drück ich mich jetzt aus…gewöhnliches, Trinker halt. Der Anfang mit Wein hatte was erwachsenes, kontrolliertes, genussvolles…
Auch hatte sich mein Geschmack in der Zeit der „Abstinenz“ geändert. Bier mochte ich nur noch alkoholfrei, normales Bier mochte ich gar nicht mehr.
Irgendwie war es bei uns so, die Frauen trinken Wein, die Männer Bier.

Ich bin mehr als erschrocken, nach Erstellung dieser Tabelle. Und auch Umrechnung in Promille zur Zeit der 1.TF.
Zumal ich da noch weniger gewogen habe.

Es ist heftig ja. Ich habe einfach nur verdammtes Glück gehabt… das hätte echt anders ausgehen können. Auch meine Leberwerte waren nie super hoch, da kenne ich andere Werte, aber alles in allem nur erschreckend und traurig.
 
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Ich hatte auch diese Eigenart, da hat mein Psychologe drüber geschmunzelt, vorsichtig gesagt, das Wein nur höchstens 11% haben durfte. Das ist irgendwie in meiner Verhaltensanalyse während der DBT-Therapie zur Sprache gekommen, weil ich beschrieben habe, dass ich in diesem Supermarkt Schwierigkeiten hatte diesen zu finden und mein festes Vorhaben, dieses Wochenende zu eskalieren, daran fast gescheitert ist.
Das war natürlich schönreden auf unterster Stufe, im Kopf verankert war, solange nix Hochprozentiges, bin ich noch im gesellschaftlichen Rahmen !?
Einerseits wollte ich nicht mehr dasein, andererseits nicht zu schnell weg.
 
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Ich habe eine Frage, was haltet ihr von einem Abstinenzvertrag zwischen Ehepartnern?

Mir wurde bei der Drob dazu geraten, weil ich hinterfragt habe, ob es nicht schwierig wird die MPU zu bestehen, wenn ich angebe, dass mein Mann auch trockener Alkoholiker ist. Hier wurde dieses ja auch schon als „schwierige“ Situation geschildert.

Neben ihrem Bericht über uns als Paar meinte die Suchtberaterin, kann ich mit einem Abstinenzvertrag punkten.

Also vertraglich festhalten, welche Schritte bei einem Rückfall nacheinander stattfinden sollen und müssen. Unterschrieben von uns und der Suchtberaterin. Um nochmals deutlich zu machen, uns ist es sehr ernst.
 
Also vertraglich festhalten, welche Schritte bei einem Rückfall nacheinander stattfinden sollen und müssen.
Schaden kanns nicht, aber "Rückfall" wäre zu spät, finde ich.
Lapse versus Relapse^^
Schon auf Frühwarnzeichen reagieren, nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Aber nochmal: DU bist derjenige, der für Dich Verantwortung übernehmen muss. Nicht Dein Partner, nicht Du für deinen Partner.
Dazu gehört auch, dass zu Deinem Reaktionspotential eine echte räumliche und beziehungsmäßige Distanz zum Partner denkbar sein kann. Falls alles andere nicht klappt.
 
Ich habe eine Frage, was haltet ihr von einem Abstinenzvertrag zwischen Ehepartnern?

Nichts. Die werden jährlich tausenfach (meist mündlich) geschlossen und ändern überhaupt nichts. Die Sucht ist immer stärker. Und wie willst du den Vertrag durchsetzen?

Du kannst einen einseitigen Vertrag zum Selbstschutz schließen. Dazu musst du dir zuächst klarwerden welche Konsequenzen du überhaupt ziehen kannst wenn dein Mann wieder trinkt. Wenn du Folgen bestimmst funktionieren die nur, wenn du die im Ernstfall auch durchsetzt und keine Ausreden zulässt. Darüber informierst du dann deinen Mann.
 
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