16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Ja gab es, im Jahr 2023 und 2024. Mein Mann war oft im Krankenhaus wegen seiner Herzerkrankungen und auch einen weiteren Herzinfarkt. In dieser Zeit war mein innerlicher Leidensdruck sehr hoch, der Zwiespalt zwischen stark sein und völliger Erschöpfung hat mich immer öfter zu dysfunktionalen Bewältigungsstrategien verleiten lassen. Anstatt um Unterstützung zu bitten, habe ich mich immer mehr abgeschossen und betäubt.
Wenn mein Versagen ans Licht gekommen ist hat es natürlich auch Streit gegeben, wo ich auch wieder in extreme Alkoholphasen geflüchtet bin.
Ein Diagramm zu den Zeiten habe ich angefügt.
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja zu den Zeiten die ich gerade genannt habe bzw. die „Hochphasen“ dargestellt in meinem Diagramm und auch am Wochenende vor der Tat.
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Warum kein Bestand?
Ja ich war nach der ersten Therapie viele Jahre abstinent bis ca. 2020. Auch wenn ich jetzt weiß, dass bedingt durch z.B alkoholfreiem Bier (5%) dieses eher als Trinkpause zu werten ist.
Zudem hatte ich in den Jahren 2023 und 2024 mehrere Trinkpausen, wo ich mir nach Auseinandersetzungen mit meiner Familie und Partner immer wieder vorgenommen habe nicht zu trinken. War kurz diszipliniert. Ich habe es mit dieser Einstellung aber nur ein paar wenige Monate geschafft. Erst später habe ich verinnerlicht das nur nicht trinken allein nicht reicht, dass ich mich dort in einem Trockenrausch befunden habe.
Ich habe auch nach der letzten Therapie keine Grenzen gesetzt. Ich habe immer Alkohol zuhause gehabt. Auch nach der Therapie für Besuch. Habe den Fehler gemacht zuerst Malzbier (alkoholfrei), alkoholfreies Bier und alkoholfreien Sekt zu konsumieren. Ich habe nicht darauf geachtet, ob in Speisen evtl. Alkohol enthalten ist. Habe irgendwann Nachspeisen und Eisbecher versetzt oder getoppt mit Alkohol konsumiert.
19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Ich weiß, dass ich abhängig bin. Das wusste ich auch schon nach der ersten Therapie. Ich wollte es aber nicht wahrhaben und habe es überall verschwiegen. Zudem ist nicht die Ursache, warum ich so reagiere, warum ich trinke, obwohl ich weiß, wie schädlich es ist durch mich erkannt worden. Ich habe mich nach der ersten Therapie nur das Symptom Alkohol behandelt, ich habe funktioniert und war diszipliniert. Mittlerweile weiß ich, dass ich es mit einer Art Trockenrausch vergleichen kann. Ich war zwar körperlich trocken, jedoch fehlten meine innerliche Veränderung. Ich bin auch so in die Therapie, mit der „Ansage“, ich möchte dort weitermachen, wo ich in der ersten Therapie aufgehört habe. Irgendetwas habe ich übersehen. Ich brauche mehr als Abstinenz, ich brauche Entwicklung.
Jetzt habe ich meine Maske abgelegt. Teils musste ich wegen der Fahrt die sich ja rumgesprochen hat und nach einiger Zeit wollte ich dieses auch öffentlich machen. Und dieses Ablegen der Maske hat sich wie eine Befreiung angefühlt.
Nach der ersten Therapie wollte ich nicht wahrhaben, dass ich bereits früher schon abhängig war. Die Entgiftung und Therapie habe ich auch mit Druck von Familie gemacht. Nach dem Führerscheinentzug 2006 habe ich ja noch bis 2008 weitergemacht. Alkoholabhängig zu sein hatte für mich etwas Erniedrigendes, etwas Schwaches. Heute weiß ich, dass es nichts mit Schwäche zu tun hat.
Ich war auch noch in meiner Scheinwelt. Ich brauchte ja nicht komplett raus. Ich trank nicht mehr, alles war gut. Ich war diszipliniert. Wir hatten unsere eigene „Kennenlernstory“.
Vieles konnte ich kontrollieren, aber war innerlich nicht wirklich geheilt und verstanden. Mein alter, nie versorgter Schmerz kam wieder hoch.
Jetzt, nach der 2. TF ist alles auf den Tisch gekommen. Ich war vor allem ehrlich zu mir selber. Ich kann ganz sicher behaupten, der Verlust von meinem Führerschein hat mir das Leben gerettet.
Heute und in Zukunft
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Nein, ich lebe abstinent.
21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
10.09.24
22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein. Jetzt nicht mehr.
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich bin alkoholabhängig. Ich habe eine todbringende Krankheit, wenn ich diese nicht zum Aufhören und stoppen bringe.
24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Alkohol hatte für mich lange als Problemlösung funktioniert, er hat meine Spannungen gedämpft, meine Gefühle reguliert und mir kurzfristig Entlastung verschafft. Er hat mich glauben lassen, ich habe alles im Griff.
Dazu kamen Scham, Angst Schwäche zu zeigen und auch Bequemlichkeit. Ich wollte nicht wirklich hinschauen auch nicht zugeben wie krank ich schon war. Ich habe mir wirklich immer wieder eingeredet ich bekomme das schon wieder hin. Erst als alles offen auf dem Tisch lag, mit Verlust des FS, konnte ich nicht mehr flüchten. Ich habe nicht früher aufgehört, weil ich nicht bereit war ehrlich mit mir zu sein.
25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Nach Rückkehr von dem Polizeirevier (ich musste mich von meinen Eltern abholen lassen, Polizist hatte darauf bestanden und auch mit meinen Eltern gesprochen) habe ich zuerst meinen Mann angerufen, er hatte sich Sorgen gemacht, wusste aber schon von meinen Eltern Bescheid. Anders als erwartet gab es keine Vorwürfe. Lediglich die Bitte im Krankenhaus zwecks Entgiftung anzurufen. Das tat ich auch und am nächsten Nachmittag konnte ich kommen. Ich habe zuerst die Entgiftung gemacht, dann SIA besucht und Drob.
Hier möchte ich anmerken, dass ich in der Entgiftung offen für alle Gespräche war, ich habe mich bewusst meiner Angst, zum einen mit gesundheitlichen Schäden konfrontiert zu werden, den Ergebnisse MRT Kopf und der Visite mit den Äußerungen der Ärzte gestellt.
Mit meiner neuen offenen Einstellung und mit meiner ehrlichen Absicht diesmal wirklich etwas ändern zu wollen, war der bei mir „gefürchtete“ Chefarzt gar nicht mehr so fürchterlich. Natürlich war er ehrlich, aber irgendwas in mir hatte sich hier verändert. Denn die Ärzte und Pfleger in diesem Krankenhaus sind um alle Patienten bemüht, aber es verhält sich wie bei dem Sprichwort: Wie man es in den Wald hinein ruft, so schallt es hinaus.
Zusätzlich hatte ich direkt mit Entgiftung meine jetzige SHG. Ende Februar konnte ich in die DBT Therapie für 13 Wochen. Diese wurde mir in der SIA ans Herz gelegt, dass diese Art von Therapie etwas für mich und mein Konsummuster sein könnte.
Die Drob u. SHG habe ich auch in der Therapie aufgesucht. Nach der Therapie weiterhin Einzelgespräche bei der Drob.
Dann später folgte die Nachsorge der DBT Therapie und die Teilnahme an der KUFE. Die Einzelgespräche bei der Drob bleiben.
Zusätzlich nehme ich die angebotenen Wochenend- und Tagesseminare zu Themen wie Selbstfürsorge, Resilienz und Ausbildung zum Gruppenleiter SHG wahr.
Es war eine zumindest am Anfang schwere Zeit. Ich bin außer natürlich in der Entgiftung u. Therapie weiter arbeiten gegangen. Es war schon eine enorme Belastung. Ich habe mich sehr geschämt. Sprüche von meinem Anwalt, sie müssen jetzt kleine Brötchen backen sind mir im Kopf geblieben und auch von meiner Suchtberaterin, sie müssen zusehen, dass sie die Arbeit behalten, so wartet keiner auf sie. Das war hart für mich. Schließlich musste ich den erlernten neuen Weg und den neuen Umgang mit meinen Emotionen erst erlernen. Schritt für Schritt.
Naja und ein Satz von einem langjährigen SHG Mitglied ist mir im Kopf geblieben, du musst Demut zeigen. Aber ich habe diese Eine Wiedergutmachung an mich selber, schließlich hatte ich über viele Jahre etwas in mir zerstört, was nicht auf einmal wieder zurückkommen kann.
26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Es hat eine ganze Zeit gedauert, zuerst bestand mein Verhalten wieder nur aus Disziplin, sprich nicht trinken. Aber hier bin ich am Ball geblieben, habe die SIA besucht, danach die DBT Therapie, habe hier langsam immer mehr die mir aufgezeigten Skills und Gedankensätze angewendet. Ich gehe mit Freude zur SHG, hier wurde mir mitgeteilt, wie sehr ich mich zum positiven geändert habe. Wie ruhig und gefestigt ich wirke im Gegensatz zum ausgescheuchten Huhn von vorher. Mir wurde die stellvertretende Gruppenleitung angeboten und auch ein Training diesbezüglich von der Diakonie Osnabrück habe ich wahrgenommen. Für mich ist die SHG nicht nur zu einem festen Bestandteil, sondern zu einer Art neuem Hobby geworden. Ich bringe Themenabende mit ein, wo wir unter unseren Gleichen diskutieren und lernen können. Auch ist im September diesen Jahres ein Lehrgang zum Suchtkrankenhelfer geplant.
Durch ein MPU Forum im Internet, konnte ich mich in meiner Vorbereitung noch einmal bewusst mit dem Thema Emotionen auseinandersetzen. Spätestens hier hat es endgültig „Klick“ gemacht und ich habe meine Antwort auf meine Frage, was habe ich damals übersehen, erhalten.
Ich habe Anerkennung auf andere Art und Weise erhalten. Ohne danach zu fragen. Ohne was zu geben. Einfach indem ich wieder ich bin. Ich bin bei der Arbeit gelobt worden für meine positive Veränderung und Entwicklung.
Mein Mann und ich haben wieder eine harmonische Beziehung. Er akzeptiert meine Grenzen und wir unterstützen uns wieder gegenseitig. Ich beziehe ihn wieder in meine Ängste und Sorgen mit ein, muss diese nicht alleine aushalten. Im Gegensatz zu den letzten Jahren sprechen wir wieder miteinander und ich habe die mir selbstauferlegten Aufgaben, die ihn betreffen, wieder abgegeben, so dass ich es uns beiden zu Nutze kommt. Für mich in dem Fall weniger Aufgaben heißt weniger Überforderung.
Wir sind nüchtern, immer, es kann zu jeder Zeit jemand zu uns nach Hause kommen, allein das ist schon eine extreme Erleichterung. Es ist wieder möglich mit Freunden etwas zu unternehmen. Hier sind neue Freundschaften entstanden, wo nicht getrunken wird (hier habe ich Beispiele...).
Lange auch noch in der DBT Therapie wurde auf ein Trauma geschaut, welches auch schon in der ersten LZT angespochen wurde. Mittlerweile habe ich was dieses betrifft einen anderen Blickwinkel erreicht. Die traumatischen Erlebnisse (jedenfalls in der Neuzeit) sind nicht Grund für mein Trinken. Diese Erinnerungen haben zwar meine Grundannahmen verstärkt, aber waren nicht hauptverantwortlich. Ich konnte Frieden schließen, zuerst mit mir selber, mit meinem inneren Kind, mein Kampf gegen mich selber ist immer leiser geworden. Meine Emotionen und dadurch ausgelöste Gefühle und Gedanken fühlen sich nicht mehr als Katastrophe an. Mit diesem Verzeihen an mich selber konnte ich auch anderen Personen in meiner Familie verzeihen. Das soll diese Gewalt nicht beschönigen und gutheißen, dazu habe ich einen klaren Standpunkt, aber ich kann dazu Abstand nehmen.
Ich nehme meine Veränderungen als Prozess wahr, vieles habe ich in der Therapie angeschnitten, gelernt und verinnerlicht. Anwenden kann ich es nur im echten Leben. Ein bewusster Umgang mit meiner Krankheit, die im Arztbrief als selbstverletzendes Verhalten durch übermäßigen Alkoholkonsum beschrieben wurde, hat mich aber falls reflektieren lassen. Worte wie Etappensuizid sind in meiner Aufarbeitung gefallen, weil ich zum einen wusste was der Alkohol mit mir macht und trotzdem diese Grenze nicht beachten konnte, sollen doch alle sehen, was passiert wenn ich nicht mehr da bin. Ich weiß um alle negativen Konsequenzen und trotzdem trinke ich und konnte meine Leben nüchtern nicht aushalten. Mit diesem Selbstmitleid konnte ich mich selber betrafen, ich hatte es ja nicht anders verdient. Ganz langsam habe ich mehr und mehr über mich selber verstanden.
Ich verlasse mich jetzt nicht mehr selber und bleibe da, auch unperfekt. Wenn alte Emotionen hochkommen weiß ich, ich bin nicht alleine, ich habe Hilfe bzw. darf danach fragen.
Bei der Drob hat mich meine Suchtberaterin „Ringeltaube“ genannt. Auf Nachfragen was sie damit meint kam, Sie sind ganz besonders, ich habe am Anfang nicht damit gerechnet, dass sie eine solche positive Veränderung erzielen in so kurzer Zeit. Anfänglich bin ich davon ausgegangen, dass es sich um einen Suchttyp handelt. Aber nein, es war ein für mich starkes Lob.
27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Ich besuche weiterhin die SHG, bin mittlerweile stellvertretende Gruppenleiterin.
Ab September 2026 beginnt meine Ausbildung zur Suchtkrankenhelferin. Mir macht es Spaß Themen für die Gruppenabende vorzubereiten und die Gesprächsrunden zu leiten. Ich habe hier zudem meine Routine, wöchentliche Auseinandersetzung mit meiner Krankheit.
Ich bleibe achtsam und horche in mich hinein, gönne mir Pausen und Auszeiten damit ich nicht in die Überforderung rutsche. Außerdem habe ich in der DBT Therapie das Beten vor dem Zubettgehen wieder für mich entdeckt. Ich kenne es aus Kindertagen und dieses beruhigt mich vor dem Schlafengehen sehr. Es stoppt bei mir Grübelgedanken.
Achtsamkeit nimmt für mich einen festen Platz ein, ich habe für zu Hause ein festes Ritual, ich nutze hier eine App, die mir mein Therapeut empfohlen hat. Diese heißt Headspace, ich nutze hier Körperscans und Atemübungen.
Ich habe einen festen Tagesablauf, eine feste Arbeitsstelle, wo alle Bescheid wissen.
Auch habe ich diese feste Struktur im Urlaub. Ein Verlust meiner Arbeitsstelle aus welchen Gründen auch immer kann ich jedenfalls für eine gewisse Zeit finanziell auffangen bzw. entsteht durch meinen Tagesablauf kein Leerlauf mehr.
Eine gesunde Struktur ist ein enormer Vorteil für mich. Das musste ich auch erstmal wieder verinnerlichen. Wenn das äußere Gerüst strukturiert und geordnet ist, schaffe ich das vom Kopf her auch.
Auch achte ich auf genügend und ausreichende Mahlzeiten, da mein Kopf ohne diese nicht richtig funktioniert.
Ich habe für unter der Woche wieder HelloFresh eingeführt, was für meine Planung und Kochrituale eine extreme Erleichterung darstellt und auch noch eine ausgewogene Ernährung ist.
Auch haben wir keinen Alkohol zuhause. Auch für Besuch wird keiner gekauft. Das haben wir jetzt auch des Öfteren so gehandhabt und keiner hat sich beschwert. Freunde kommen für uns und nicht wegen des Alkohols. Ich finde das extrem wichtig, denn ich weiß, falls Suchtdruck entsteht, geht dieser auch wieder, ich weiß wie ich ihn regulieren kann, welche Skills ich anwenden muss. Da wäre der Gang zur Flasche einfacher, wenn Alkohol direkt verfügbar wäre.
Ich habe auch wieder ein stabiles familiäres Umfeld, weil wir wieder gelernt haben miteinander zu reden und zu leben anstatt aneinander vorbei. Eine wichtige Aufarbeitung habe ich hier mit meinem Vater gemacht, er bringt mich mit seinen 74 Jahren jeden Tag zur Arbeit. Wir haben in dieser Zeit sehr viel reden und aufarbeiten können. Was das angeht hatte der „Bringdienst“ was enorm Bereicherndes auch in Bezug auf meine kindlichen Gedanken.
Selbstfürsorge hat mittlerweile auch einen sehr großen Stellenwert bei mir. Zuerst komme ich, ich horche in mich hinein, was kann ich und was schaffe ich.
Zusammenfassen kann ich sagen, dass ich mir hier ein Bild im Kopf eingeprägt habe von Petzold, die 5 Säulen der Identität. Das habe ich von der Kufe. Ich sorge also dafür, dass alle Säulen für mich zufriedenstellend gefüllt sind, so das Dach, meine Abstinenz, auf tragenden Säulen steht. Das ich Sorge dafür trage, dass ich nachbesser, wenn eine Säule wegbricht und nicht warte bis der Zusammensturz kommt.
-Gesundheit (regelmäßige Check-ups)
-Gemeinschaft (Treffen mit Freunden, Unternehmungen)
-Arbeit (war eine Zeit lang nicht zufriedenstellend, lag aber an meiner nassen Phase), auch im Urlaub feste Tagesstruktur
-Finanzen (kleiner Notgroschen), aber auch hier: ich kann auch mit weniger zufrieden sein (im Hinblick auf EMR Ehemann bzw. nur eine Haupteinnahmequelle)
-Werte, Normen, Bildung (hier zuerst Fokus aus Vorbereitung MPU, dann Weiterbildung Suchtkrankenhelfer, danach neues Ziel festlegen)
28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)
Ein Rückfall kann immer passieren, aber ich habe meine Vorboten erkannt und werde alles dafür tun, um achtsam zu bleiben und auf mich aufzupassen, dass es nicht wieder soweit kommt.
Zudem habe ich einen Notfallplan, falls mein Partner kippen sollte.
Ich kann Beispiele nennen wo ich diesen angewendet habe:
-Beispiel Führerscheinabgabe Mann (habe ich ja öfter genau beschrieben, lasse ich hier weg)
-Auch haben wir klare Absprachen falls einer kippt. (Wir haben einen „Vertrag“ jeder mit sich selber, aufgestellt mit unserer Suchberaterin, was gemacht wird, wenn einer droht rückfällig zu werden. Hier ist ein genauer Ablauf beschrieben, was diesem Falle zu tun ist.)
-Auch haben wir aus unserer Situation gelernt, dass uns auch ein gemeinsames Gespräch mit unserer Suchtberaterin sehr hilft. Sie bleibt uns auch nach Abschluss der Therapie erhalten.
-Für den Fall, dass es salopp gesagt keine Einigung gibt und ein Extremfall eintreffen würde („gegen den Vertrag verstoßen wird“), ich bin abgesichert, verdiene mein eigenes Geld und habe eine Möglichkeit unterzukommen
-Beispiel Umgang mit Erkrankung Ehemann (Beschreibung hatte ich schon gemacht, lasse ich hier weg)
-Wenn ich alleine zuhause bin, nachts mal ins Grübeln kommen sollte, habe ich eine Online SHG, die ich über Facebook gefunden habe, Alkoholiker – gemeinsam gegen die Sucht, hier ist immer jemand wach, hier kann ich einfach nur mitlesen oder auch selber aktiv werden.
-Auch habe ich Situationen reflektiert und erprobt, wo ich evtl. zu euphorisch bin und mich wieder etwas bremsen muss, z. B. Belohnungsdecken oder „Ich hab es geschafft“-Gefühl.
29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Ich lebe abstinent.
30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Ich bedanke mich bei Ihnen.