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FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Es hat eine ganze Zeit gedauert, zuerst bestand mein Verhalten wieder nur aus Disziplin, sprich nicht trinken. Aber hier bin ich am Ball geblieben, habe die SIA besucht, danach die DBT Therapie, habe hier langsam immer mehr die mir aufgezeigten Skills und Gedankensätze angewendet. Ich gehe mit Freude zur SHG, hier wurde mir mitgeteilt, wie sehr ich mich zum positiven geändert habe. Wie ruhig und gefestigt ich wirke im Gegensatz zum ausgescheuchten Huhn von vorher.

Durch die Kufe von der Drob und meine Aufarbeitung in einem MPU Forum im Internet, konnte ich mich in meiner Vorbereitung noch einmal bewusst mit dem Thema Emotionen auseinandersetzen. Spätestens hier hat es endgültig „Klick“ gemacht und ich habe meine Antwort auf meine Frage, was habe ich damals übersehen, erhalten.

Ich habe Anerkennung auf andere Art und Weise erhalten. Ohne danach zu fragen. Ohne was zu geben. Einfach indem ich wieder ich bin. Ich bin bei der Arbeit gelobt worden für meine positive Veränderung und Entwicklung. Von verschieden Personen. Ganz ohne Nachfragen.

Bei der Arbeit habe ich den Wunsch, nach einer Lohnerhöhung zu fragen, lange immer wieder auf die Zeit nach der Wiedererlangung meines Führerscheins verschoben.

Irgendwann habe ich meinen Mut zusammengenommen und mich davon gelöst, diesen Schritt vom Führerschein abhängig zu machen. Ich habe das Gespräch gesucht und nach einer Lohnerhöhung gefragt.

Da auch meinen Vorgesetzten meine positive Veränderung aufgefallen ist, konnte ich dabei ebenfalls einen Erfolg verbuchen.

Mein Mann und ich haben wieder eine harmonische Beziehung. Er akzeptiert meine Grenzen und wir unterstützen uns wieder gegenseitig. Ich beziehe ihn wieder in meine Ängste und Sorgen mit ein, muss diese nicht allein aushalten. Ich helfe ihm zwar weiter, jedoch eher im Sinne von ich zeige ihm den Weg, gehen muss er selber, ich unterstütze ohne zu tragen. Im Gegensatz zu den letzten Jahren sprechen wir wieder miteinander und ich habe die mir selbstauferlegten Aufgaben, die ihn betreffen, wieder abgegeben, so dass ich es uns beiden zu Nutze kommt. Für mich in dem Fall weniger Aufgaben heißt weniger Überforderung.

Wir sind nüchtern, immer, es kann zu jeder Zeit jemand zu uns nach Hause kommen, allein das ist schon eine extreme Erleichterung. Es ist wieder möglich mit Freunden etwas zu unternehmen. Hier sind neue Freundschaften entstanden, wo nicht getrunken wird.

Letztes Wochenende haben wir uns zum Beispiel mit Freunden zum Grillen verabredet. Unser Standpunkt, dass bei uns kein Alkohol mehr getrunken wird, wurde sehr gut akzeptiert.

Es war ein sehr gemütlicher Abend, und alkoholische Getränke wurden zu keiner Zeit vermisst. Zwar ging der Abend vielleicht nicht mehr so lange wie früher, jedoch hat das der Stimmung keinen Abbruch getan.

Lange auch noch in der DBT Therapie wurde auf ein Trauma geschaut, welches auch schon in der ersten LZT angesprochen wurde. Mittlerweile habe ich, was dieses betrifft, einen anderen Blickwinkel erreicht. Die traumatischen Erlebnisse (jedenfalls in der Neuzeit) sind nicht Grund für mein Trinken. Diese Erinnerungen haben zwar meine Grundannahmen verstärkt, aber waren nicht hauptverantwortlich. Ich konnte Frieden schließen, zuerst mit mir selbst, mit meinem inneren Kind, mein Kampf gegen mich selbst ist immer leiser geworden. Meine Emotionen und dadurch ausgelöste Gefühle und Gedanken fühlen sich nicht mehr als Katastrophe an. Mit diesem Verzeihen an mich selbst konnte ich auch anderen Personen in meiner Familie verzeihen. Das soll diese Gewalt nicht beschönigen und gutheißen, dazu habe ich einen klaren Standpunkt, aber ich kann dazu Abstand nehmen.

Ich nehme meine Veränderungen als Prozess wahr, vieles habe ich in der Therapie angeschnitten, gelernt und verinnerlicht. Anwenden kann ich es nur im echten Leben. Ein bewusster Umgang mit meiner Krankheit, die im Arztbrief als selbstverletzendes Verhalten durch übermäßigen Alkoholkonsum beschrieben wurde, hat mich aber falls reflektieren lassen. Worte wie Etappensuizid sind in meiner Aufarbeitung gefallen, weil ich zum einen wusste, was der Alkohol mit mir macht und trotzdem diese Grenze nicht beachten konnte, sollen doch alle sehen, was passiert, wenn ich nicht mehr da bin. Ich weiß um alle negativen Konsequenzen und trotzdem trinke ich und konnte meine Leben nüchtern nicht aushalten. Mit diesem Selbstmitleid konnte ich mich selbst betrafen, ich hatte es ja nicht anders verdient. Ganz langsam habe ich mehr und mehr über mich selbst verstanden.

Ich verlasse mich jetzt nicht mehr selbst und bleibe da, auch unperfekt. Wenn alte Emotionen hochkommen, weiß ich, ich bin nicht allein, ich habe Hilfe bzw. darf danach fragen.

Bei der Drob hat mich meine Suchtberaterin „Ringeltaube“ genannt. Auf Nachfrage, was sie damit meint, kam, Sie sind ganz besonders, ich habe am Anfang nicht damit gerechnet, dass sie eine solche positive Veränderung und Entwicklung erzielen in so kurzer Zeit.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Im Februar habe ich in meiner alten Selbsthilfegruppe, in der ich mittlerweile stellvertretende Gruppenleiterin war, aus verschiedenen Gründen erkannt, dass ich dort unter den gegebenen Umständen nicht weitermachen kann.

Nach einem Vorstandswechsel waren in der großen Gruppe Meinungsverschiedenheiten entstanden, wodurch mehrere langjährige Gruppenmitglieder ausgestiegen sind.

Nach Gesprächen und Ratschlägen des ehemaligen Gruppenleiters sowie seinem Angebot, in die neue Gruppe unter dem Dach der DROB zu wechseln – viele der Teilnehmer waren mir bereits aus der alten Gruppe bekannt – habe ich dieses angenommen.

Zwar starten wir dort zunächst als kleinere Gruppe, die erst noch wachsen muss, aber ich fühle mich in diesem Rahmen deutlich wohler und habe gelernt, meine eigenen Grenzen besser zu akzeptieren.

Auch dort kann ich weiterhin Themen vorbereiten und Abende aktiv mitgestalten.

Ab November 2026 beginne ich zudem eine Ausbildung zur Suchtkrankenhelferin. Es macht mir Spaß, Themen für die Gruppenabende vorzubereiten und Gesprächsrunden zu leiten. Dadurch setze ich mich wöchentlich aktiv mit meiner Erkrankung auseinander.

Ich achte im Alltag bewusst auf mich, bleibe achtsam und horche in mich hinein.
Ich gönne mir Pausen und Auszeiten, damit ich nicht in Überforderung gerate.

Ein wichtiger Bestandteil ist für mich auch das Beten vor dem Zubettgehen, das ich in der DBT-Therapie wieder für mich entdeckt habe. Ich kenne es aus meiner Kindheit, und es hilft mir heute, zur Ruhe zu kommen und Grübelgedanken zu stoppen.

Achtsamkeit hat insgesamt einen festen Platz in meinem Alltag bekommen.

Zu Hause habe ich feste Rituale entwickelt, unter anderem mit einer App, die mir mein Therapeut empfohlen hat. Dort nutze ich regelmäßig Körperscans und Atemübungen.

Mittlerweile ist es am Wochenende oft auch einfach ein Mittagsschlaf, den ich endlich bewusst genießen kann und der mir spürbar guttut.

Ich habe eine feste Tagesstruktur und eine stabile Arbeitsstelle, in der mein Umfeld über meine Situation Bescheid weiß. Diese Struktur halte ich auch im Urlaub aufrecht, sodass kein Leerlauf entsteht.

Eine klare Struktur ist für mich ein großer Schutzfaktor.
Ich habe gelernt, dass ich innerlich stabiler bin, wenn mein äußeres Leben geordnet ist.

Ich achte außerdem auf regelmäßige und ausreichende Mahlzeiten, weil ich weiß, dass mein körperlicher Zustand direkten Einfluss auf meine Stabilität hat.

Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass wir keinen Alkohol mehr im Haushalt haben – auch nicht für Besuch.
Das haben wir inzwischen mehrfach so umgesetzt, und es wurde von unserem Umfeld akzeptiert. Für mich ist das entscheidend, weil ich weiß: Wenn Alkohol verfügbar ist, wäre der Griff zur Flasche in einem schwachen Moment einfacher.

Ich habe gelernt, dass Suchtdruck kommt und auch wieder geht.
Ich weiß heute, wie ich ihn regulieren kann und welche Strategien mir helfen.

Auch mein familiäres Umfeld ist heute wieder stabil.
Wir haben gelernt, miteinander zu sprechen, statt aneinander vorbei zu leben. Besonders die Zeit mit meinem Vater, der mich täglich zur Arbeit fährt, hat uns sehr verbunden. Diese Gespräche haben mir geholfen, vieles aus meiner Vergangenheit aufzuarbeiten.

Selbstfürsorge hat für mich heute einen hohen Stellenwert. Ich achte darauf, was ich leisten kann und wo meine Grenzen sind.

Zusammengefasst orientiere ich mich an dem Modell der 5 Säulen der Identität nach Petzold, das ich aus der Kufe kenne.

Ich achte bewusst darauf, dass alle Bereiche stabil sind, damit meine Abstinenz auf einem tragfähigen Fundament steht:

  • Gesundheit: regelmäßige Vorsorge und achtsamer Umgang mit mir selbst
  • Gemeinschaft: Kontakt zu Familie, Freunden und Selbsthilfegruppe
  • Arbeit und Struktur: fester Tagesablauf, auch im Urlaub
  • Finanzen: ein kleiner Notgroschen und die Fähigkeit, auch mit weniger zufrieden zu sein
  • Werte, Normen und Entwicklung: MPU-Vorbereitung, Weiterbildung zur Suchtkrankenhelferin und weitere persönliche Ziele
Mein Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, wenn eine dieser Säulen ins Wanken gerät, und aktiv gegenzusteuern – bevor es zu einem Rückfall kommen kann.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Mir ist bewusst, dass ein Rückfall grundsätzlich immer möglich ist.
Der entscheidende Unterschied zu früher ist, dass ich meine persönlichen Vorboten heute erkenne und sehr ernst nehme. Ich achte bewusst auf mich und tue aktiv etwas dafür, stabil zu bleiben.

Ich habe einen klaren Notfallplan, sowohl für mich selbst als auch im Umgang mit meinem Partner, falls einer kippt.

Ich habe außerdem die App des Krankenhauses, unter dessen Dach auch die DROB angebunden ist, auf meinem Handy gespeichert. Falls ich einmal nicht weiterweiß, habe ich dort direkt die richtigen Ansprechpartner und Telefonnummern zur Hand und kann mir gezielt Hilfe holen. Das gibt mir Sicherheit und klare Handlungsschritte, an denen ich mich orientieren kann.

Für den Fall, dass es zu keiner Einigung kommt oder dieser Vertrag nicht eingehalten wird, habe ich auch für mich selbst vorgesorgt.
Ich bin finanziell eigenständig und unabhängig. Das nimmt mir die Angst vor einem möglichen Extremfall und gibt mir Stabilität.

Ich habe zudem konkrete Situationen bereits reflektiert und bewältigt, zum Beispiel im Zusammenhang mit belastenden Ereignissen oder auch in schwierigen Phasen im Umfeld meines Mannes. Diese Erfahrungen zeigen mir, dass ich heute anders handle als früher.

Wenn ich alleine bin und merke, dass ich ins Grübeln komme, besonders nachts, nutze ich zusätzlich eine Online-Selbsthilfegruppe. Dort ist jederzeit jemand erreichbar. Ich kann mitlesen oder mich aktiv austauschen. Auch das gibt mir Sicherheit.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für mich, auch positive Zustände im Blick zu behalten.
Ich habe gelernt, dass auch Euphorie oder ein „Ich habe es geschafft“-Gefühl kritisch sein können. In solchen Momenten bremse ich mich bewusst, um nicht nachlässig zu werden.

Zusammengefasst:
Ich habe heute klare Strategien, erkenne meine Warnsignale frühzeitig und habe konkrete Handlungspläne – sowohl für mich selbst als auch für schwierige Situationen im Umfeld.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?
Ich lebe abstinent.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?
Ich bedanke mich bei Ihnen.
 
Kurz am Rande, vielleicht sogar sehr wertvoll für die MPU im Hinblick darauf, wie ich mich verändert habe…
Was ich besonders in letzter Zeit bemerke ist, dass sich meine Interessen total verändert haben. Während meiner Trinkzeit konnte ich mich eigentlich kaum noch für etwas richtig interessieren, höchstens für einfache Dinge wie Trash-TV oder Kleidung. Salopp gesagt war ich für tiefere oder intelligentere Themen irgendwann gar nicht mehr richtig zugänglich.

Heute ist das komplett anders. Ich interessiere mich wieder für viele Themen wie Gesundheit, Psychologie oder Selbstreflexion. Über die SHG nehme ich auch Veranstaltungen wahr, die mich früher wahrscheinlich gar nicht interessiert hätten, zum Beispiel einen Poetry-Slam von Theresa Sperling auf einer Gesundheitsmesse.

Ich habe mir danach und auch jetzt zwischendurch immer mal wieder Texte angehört. Bei vielen Sachen merke ich, dass ich meinen Emotionen und Gefühlen wieder freien Lauf lassen kann. Genauso war es bei dem Lied „Loslassen“ von Bosse, das mir @Karl-Heinz empfohlen hat. Für mich zeigt das deutlich, wie sehr sich mein Leben und mein Denken verändert haben.
 
Das freut mich wirklich sehr, liebes @Julchen :smiley138:

Ich wollte dir nur noch kurz rückmelden, dass ich deinen FB gesehen habe.
Ich war aber unsicher, ob es dir hilft, wenn ich ihn kommentiere.

LG :smiley138:
 
Hallo Karl-Heinz, ich wäre dir sehr sehr dankbar, wenn du ihn kommentieren könntest. Liebe Grüße :smiley138:

… Gleich habe ich die letzte Haarprobe hoffentlich…
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Ziel ist es, frühzeitig zu erkennen, wenn eine dieser Säulen ins Wanken gerät, und aktiv gegenzusteuern – bevor es zu einem Rückfall kommen kann.
auf welche Frühwarnzeichen reagierst Du da? Wie genau steuerst Du dagegen*? Wie kannst Du sicherstellen, dass das auch in Zukunft stabil bleibt? Da bin ich drüber gestolpert. Das Ziel sollte zur MPU erreicht sein, nicht nur ein Ziel sein ...
denn Ziel meint: Du bist noch auf dem Weg.

_________________________________________________
* im Prinzip hast Du ja schon einiges genannt ... kannst Du sagen, dass dies dein Ziel war und Du es zwischenzeitlich erreicht hast? Prüfe das mal für Dich...
 
Genau du hast Recht. Diese Formulierung war unglücklich gewählt. Natürlich kenne ich meine persönlichen Alarmglocken und reagiere heute frühzeitig darauf.

Am besten kann ich es mit meinem Satz „Ich hab Spaghetti im Kopf“ erklären. Diesen Satz habe ich während der Therapie öfter benutzt, wenn zu viel Input, Druck oder innere Unruhe zusammenkam. Erst durch die Rückmeldung anderer ist mir bewusst geworden, wie treffend dieses Bild eigentlich ist.

Genau an diesem Punkt setze ich heute an – lange bevor überhaupt Suchtdruck entsteht. Ich achte bewusst darauf, wenn meine Gedanken unruhig werden, ich wieder zu viel will oder mich innerlich überfordere. Dann reagiere ich aktiv: Ich plane bewusste Ruhephasen ein, spreche über Probleme, ziehe Grenzen, rudere auch mal bewusst zurück und akzeptiere mittlerweile auch, dass ich manche Dinge nicht ändern kann.

Alles in allem habe ich meinen Fokus heute deutlich mehr auf mich selbst und meine eigene Stabilität gerichtet. Natürlich unterstütze ich meinen Mann weiterhin, aber anders als früher. Ich reiche ihm die Hand, nehme ihm aber nicht mehr alles ab und verliere mich dabei nicht selbst.

Ich bin insgesamt deutlich selbstbewusster geworden. Früher hatte ich oft das Bedürfnis, Stärke oder Sicherheit über eine aufgesetzte äußere Hülle zu zeigen. Heute brauche ich das nicht mehr.

Dadurch hat sich auch unsere Beziehung verändert. Sie basiert heute viel mehr auf Augenhöhe, gegenseitigem Respekt und ehrlicher Kommunikation, anstatt auf Unterordnung.

Auch wenn sich unsere Interessen mittlerweile teilweise in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, gibt es heute trotzdem wieder ein echtes „Wir“. Der Unterschied ist, dass dabei trotzdem jeder eigenständig bleiben darf. Wir verschwimmen nicht mehr miteinander (zu früher, wenn einer trinkt, fängt der andere auch an).

Früher hatte ich eher das Gefühl, mich anpassen zu müssen oder mich u. a. über die Beziehung zu definieren. Heute erleben wir unsere Beziehung mehr auf Augenhöhe – mit gegenseitigem Respekt, eigenen Interessen und trotzdem einem gemeinsamen Zusammenhalt.

Also ja ich habe mein Ziel erreicht. Trotzdem möchte ich weiter positiv hinzulernen.
 
… und auch hier ist mir eine Frage aus meinem alten Gutachten von 2009 im Kopf geblieben (ich habe das Gutachten noch).
„Warum haben Sie mit der Suchtberatung aufgehört?“
Deswegen werde ich auch weitermachen.

Ach ja, die letzte geplante Probe hab ich hinter mir. Färben sollte ich wohl besser noch lassen. Ja, das habe ich mir schon gedacht. Alles gut.

Hier kam nur die Frage auf, warum ich „nur“ 12 Monate Abstinenznachweise habe und nicht 15 Monate. Meine selbstbewusste Antwort darauf war, dass ich vorher bereits eine suchtbegleitende DBT-Therapie gemacht habe und diese drei Monate für meine persönliche Aufarbeitung natürlich mit einbeziehe.

Ich würde allerdings lügen, wenn ich sagen würde, dass mich solche Aussagen nicht doch zum Nachdenken bringen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde deine Einstellung sehr gut -> du hast das für dich getan was dir, deinem Leben usw. gut tut. Hochachtung!

Leider (oder auch zum Glück - je nachdem) leben wir in einem Land, in dem sehr viel an Bescheinigungen, Prüfungen, Zeugnissen usw. hängt. Wenn die BUK bei A1 15 Monate nachgewiesene AN verlangen und der Klient nur 12 hat, wird es halt nichts mit dem positiven Gutachten (Ausnahmen bestärken die Regel, so verstehe ich es hier).
Was ist denn bei deiner DBT-Therapie geschehen, also war sie stationär oder tagesambulant mit/ohne täglicher Drogen/Alk-Kontrolle und entsprechendem Schrieb? Zählt ein solcher Schrieb?

Frage: A1 = 15 Monate AN (von Ausnahmen abgesehen)
Die 15 Monate können sich aus
a) 15 Monate Abstinenznachweis, oder ?
b) stationäre Therapie von x - Monaten + anschließender AN von 15-x Monaten ?
c) AN = x Monate und anschließend stationäre Therapie y und anschließend AN - x-y Monate ?
zusammensetzen?

a)+b) ist ok
c) ????
 
Hallo Bernie,
Danke fürs Kompliment, was ich sehr gerne annehme.
Die DBT Therapie war stationär - 12 Wochen plus 1 Woche extra.
An den Wochenenden jeweils Belastungsprobe von ca. 24 Std. mit Heimfahrt. Alkoholkontrollen wurden stichprobenartig gemacht.
Danach 12 Monate Haaranalysen
und 6 Termine ambulante Nachsorge, Auffrischung DBT-Therapie
Also so gesehen 15 Monate, wenn anerkannt wird. Laut Suchtberaterin schon.
Mein Therapiebericht ist hier auch wohl abgelegt, hab nur leider nicht gerade im Kopf, in welchem Beitrag.
 
Ihr bringt mich glücklicherweise immer zum Nachdenken. Ich habe eine Frage aus der Kufe vom Gutachtergespräch immer weggeschoben.

„Was machen Sie in einem Extremfall?“

Ein Extremfall wäre für mich heute zum Beispiel eine schwere gesundheitliche Situation bei meinem Mann. Der Unterschied zu früher ist, dass ich heute nicht mehr versuche, alles alleine auszuhalten oder mich innerlich zu betäuben.

Ich habe diese Situation leider muss ich sagen bereits erproben müssen, damals reichten mir eine Vertrauensperson der SHG und meine Eltern zu kontaktieren.
Aber wenn ich weiter gehen müsste, wäre in etwa so meine Reihenfolge:

Ich habe gelernt, mir aktiv Hilfe zu holen, bevor überhaupt der Gedanke entsteht, Alkohol als Lösung zu sehen. Ich würde heute bewusst nicht alleine bleiben. Ich würde telefonieren, meine Eltern oder Vertrauenspersonen aus der SHG kontaktieren, meinen Bruder / Freundin anrufen oder meine Online-SHG nutzen. Ich würde auch aktiv zu meiner Nachbarin rübergehen. Früher hätte ich mich eher zurückgezogen und versucht, alles mit mir selbst auszumachen. Heute weiß ich, dass genau diese Isolation gefährlich für mich wäre.

Auch würde ich Kontakt zur SIA oder zur Drob aufnehmen, wenn die anderen Möglichkeiten nicht ausreichen.

Gerade durch die Zeit im Krankenhaus, bei der Drob und durch die Selbsthilfe habe ich heute ein großes Netzwerk. Dort kennt man mich nicht nur aus schwierigen Zeiten, sondern auch durch meine Weiterentwicklung, Gesprächsbesuche und meine Vorstellung unserer SHG. Dadurch habe ich heute überhaupt keine Scham mehr zu sagen: „Ich brauche Hilfe.“

Das ist für mich ein riesen Unterschied zu früher.
 
ich finde: mehr kann man nicht verlangen.


das andere:
Also so gesehen 15 Monate, wenn anerkannt wird.
die buk schreiben wörtlich:
in Anlage 4 Nr. 8.4 FeV wird gefordert, dass eine (belegte) stabile Abstinenz besteht,'” die in der Regel für einen Zeitraum von
mindestens 12 Monaten „nach der Entzugsbehandlung und anschließender suchtspezifischer Rehabilitation® nachgewiesen werden muss. Somit wird eine abgeschlossene erfolgreiche Entwöhnungsbehandlung vor Beginn des Abstinenz-Belegzeitraums vorausgesetzt
erfüllt denn deine DBT dieses Kriterium?
Denn wenn nicht, würdest Du in die 15-Monate-Selbstheiler-Rubrik fallen können :/
Den Punkt würde ich vorab unbedingt noch mit der MPU-Stelle abklären. Ich weiss, dass unter den Fachleuten dieser Punkt durchaus strittig debattiert ist. Faktisch kann eine Ursachen-orientierte DBT deutlich mächtiger sein als jede Standard-"Entzugsbehandlung", aber die FeV verlangt halt nun mal was anderes.
 
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Ich hatte in meiner DBT ja einen suchttherapeutischen Hintergrund. Meine Verhaltensanalyse, Problemverhalten Alkoholkonsum war darauf ausgerichtet. Meine Suchtberaterin meint passt in meinem Fall. Hattest du meinen Entlassungsbericht gelesen? Ja leider war der nicht so ausführlich.
Vielleicht muss ich ihr da vertrauen, dass es reichen könnte. Ich hatte in der Klinik auch unangemeldete Urinkontrollen.
Bloß was mache ich eigentlich jetzt mit meinen Abstinenznachweisen? Wie muss ich weitermachen, falls ich die MPU nicht schaffe? Eigentlich möchte ich ungern weiter Haare, andererseits wäre das am Sichersten.
 
wie gesagt: vorab mit der MPU Stelle klären, am besten schriftlich.
Ich sehe da alle Optionen offen. Und die Nachfrage ist legitim, es geht immerhin um einige hundert Euro.
 
Ok verstehe.
Ich habe ja nä Freitag meinen Termin bei der Suchtberaterin zwecks Bericht. Spreche dieses bei ihr nochmal an bzw. das ich das MPI vorher fragen möchte. So im Alleingang finde ich es schwierig, aus dem Grund, da alles über die Drob läuft, auch der Vertrag zwecks Abstinenz, der ja dann verlängert werden müsste.

(…Therapiebericht ist in Beitrag #252)
 
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