Gelegentlicher Cannabiskonsum MPU

AndiMpu

Benutzer
Hallo Leute,

ich würde heute gerne mal meinen Fragebogen mit euch teilen. Ich hadere immer noch mit meiner Konsumvergangenheit, würde es halt gerne mit 6 Monaten Abstinenz schaffen. Wäre dies mit der Version machbar? Eine lange Konsumvergangenheit habe ich ja schon...
Und bei den Konsummengen habe ich ehrlich gesagt etwas untertrieben. Ansonsten sollte alles Wahrheitsgetreu sein und meine Einstellung ist auch zum Großteil in der Realität so.

Wäre Toll wenn wenn sich der wer anschauen könnte und Feedback dazu gibt. Also auch an dich Max, wenn du mal Zeit hast, ich freu mich auf dein Feedback.

Falls alles perfekt laufen sollte, würde ich eventuell meine MPU sogar schon ca. im Februar 2021 machen. Also falls 6 Monate Abstinenz reichen, meine Haaranalyse nächsten Monat passt, ihr mir im Forum das Go gebt und der Verkehrspsychologe mit dem ich 2-3 mal treffen werde auch meint, dass ich soweit bin.

Vielen Dank schon mal!


Vorgeschichte:

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

Zum ersten mal habe ich von illegalen Drogen im Biologieunterricht der 6. Klasse gehört.

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)

Das erste mal konsumierte ich mit 14 Jahren mit zwei älteren Freunden. Eigentlich war ich damals abgeschreckt von Cannabis, doch durch meine älteren Freunde wurde ich immer offener dem gegenüber. Diese Freunde kifften bereits und ermunterten mich an den Abend auch es auch einmal zu probieren. Ich konsumierte aus Neugierde und weil ich der Gruppe zugehörig sein wollte.

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
Nach dem ersten mal Cannabis dauerte es mehrere Wochen bis zu meinem nächsten Konsum. Im Alter von 15 Jahren rauchte ich schnitt etwa 2-3 mal im Monat. Wobei das kein fester Rhythmus war. In den Schulferien konsumierte ich mal mehr 2-3 mal in der Woche und zu Schulzeiten paar Wochen auch mal gar nicht. Meistens konsumierte ich immer dann, wenn ich etwas mit Freunden unternommen hatte. Es wurde in meinem Umfeld zu einer Art Normalität und Cannabis stark verharmlost. Diese Konsumweise zog sich auch weiterhin über meine Schulzeit hinweg. Wobei ich auch zur z.B. zu meinen Schulabschlüssen bis zu 2 Monate davor Konsumpausen einlegte. In den Sommerferien konsumierte ich dann wieder mehr. Zu meinem Studienbeginn kurz vor meinem 18. Geburtstag konsumierte zuerst kaum, um mich auf das Studium, die neue Stadt und die Menschen besser einstellen zu können. Nachdem mein Bafög abgelehnt wurde, ich somit auf Dauer meine Miete nicht mehr zahlen konnte, mir der Studiengang nicht gefiel und ich dort Leute kennenlernte die auch konsumierten, erhöhte sich mein Konsum für ca. 5-6 Wochen auf 3-4 mal die Woche. Zu dieser Zeit wollte ich die Realität vergessen und Anschluss zu meinen neuen Freunden finden. Relativ schnell gelang ich dann zu der Einsicht, dass mir das nicht weiter hilft und ich brach mein Studium ab und zog wieder zu meinen Eltern. Mein Konsum schränkte sich wieder sehr stark ein und begrenzte sich auf Unternehmungen mit meinen Freunden wieder 2-3 mal im Monat für halbes Jahr. Ich bemühte mich um eine Ausbildungsstelle und ging unter der Woche Arbeiten. Zum Sommer hin hatten viele meiner Freunde frei und ich auch. Wir unternahmen wieder mehr und dementsprechend konsumierte ich zwischenzeitlich auch wieder mehr. Für 3-4 Monate etwa 2 mal in der Woche. Zu meinem Ausbildungsbeginn stellte sich mein Konsum wieder sehr stark ein. Etwa 2-3 mal im Monat konsumierte ich bis Dezember. Ab Januar rauchte ich für 3 ½ Monate so gut wie nichts mehr, vereinzelt ein paar Züge. Meine Einstellung gegenüber Cannabis hatte sich über die Zeit stark verändert und ich empfand zu der Zeit auch keine Lust Cannabis zu konsumieren. In meinem Freundeskreis war es weiterhin sehr präsent. Ich hatte keine Probleme den Konsum einzustellen aber mir fehlte lediglich der Wille komplett Abstinent zu leben. Weshalb ich zu Beginn der Corona Zeit auch wieder zum Cannabis gegriffen hatte. Die Kontaktbeschränkungen, die Angst sich zu infizieren und die Familie anzustecken, die Angst vor der Zukunft, die Langeweile und Einsamkeit Zuhause ließen mich glauben Cannabis würde diese Zeit mir angenehmer gestalten. Nach ungefähr 5 Wochen (2-3 mal Konsumiert in der Woche) hatte ich bemerkt, dass es mir durch den Konsum nicht besser ging und ich deshalb mein letztes Cannabis teilweise verschenkte und den Konsum nachdem alles weg war, einstellen wollte. In der 2. Mai Woche konsumierte ich Freitag und Samstag jeweils einen Joint Zuhause alleine, womit mein ganzes Zeug dann weg war. Am Sonntag Nachmittag traf ich mich mit ein paar Freunden spontan in der Wohnung eines Freundes. Wir redeten über den vergangenen Monat und die aktuell komischen Zeiten und schauten anschließend einen Film. Am Abend stoß ein weiter Freund dazu, welcher Cannabis dabei hatte. Ich konsumierte zuerst nicht mit. Er fragte mich trotz meiner Ablehnung immer wieder, ob ich nicht mitrauchen wolle. Ich verneinte dies zuerst. Bei seinem 2. Joint fragte er mich wieder und meinte, dass es nicht schlimm sei ein paar Züge zu nehmen. Ich ließ mich überreden zum einen weil wir uns schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatten und wir Cannabis immer in Gesellschaft rauchten und zum anderen weil ich mich oft schwer tat Nein zu sagen. Ich nahm etwa 3-5 Züge. Ungefähr 1 ½ Stunden nach dem Konsum wurden wir von der Polizei aufgehalten.

4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?

Nein.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?

Alkohol konsumierte ich ca. alle 2-3 Wochen. Zu Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Zusammentreffen mit Freunden in der Kneipe oder Privat. Im Durchschnitt konsumiere ich an einem Abend zwischen 2 und 6 Bier (0,5L). Jedoch nie Zuhause oder ein „Feierabendbier“ oder ähnliches.

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?

Ich rauche und ich trinke morgens immer einen Kaffee.

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?

Am nächsten Tag des Konsum spürte ich eine erhöhte Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Daher habe ich auch Sachen wie für die Schule lernen oder Sport zu machen oft verschoben. Auch merkte ich zu meinen schlechtes Lebenslagen, wie Cannabis meine Stimmung sogar nur noch verschlechterte und ich mir noch mehr Gedanken machte. Auch steigerte es meine Angst, unter anderem auch mein Selbstwertgefühl.

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja, ich habe es verharmlost. Ich habe zwar die negativen Folgen gesehen, aber wollte mir keine weiteren Gedanken dazu machen und dachte dass alles so passt wie es ist und es nicht direkt auf Cannabis bezogen.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?

6,0 ng/ml THC, 2,2 ng/ml 11-OH-THC, 41,1 ng/ml THC-COOH

10. Wann und wie viel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
In diese Woche hatte ich 3 mal konsumiert. Ich habe meine Reste verbraucht und rauchte somit einen Joint am Freitag und Samstag abends. Sonntag Abend rauchte ich bei einem Kollegen um 20:45, ca. 1 ½ Stunden vor Fahrtantritt, 3-5 Züge.

11. Wie viel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?

Ich rauchte bei einem Joint von einem Kollegen 3-5 Züge, die Dosierung habe ich nicht gesehen. Ich gehe jedoch von 0,1 – 0,2 Gramm aus.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?

Für diesen Konsum gab es keinen besonderen Grund. Es war lediglich die Tatsache meine Freunde für einige Zeit nicht gesehen / Zeit verbracht zu haben und ein Kollege mir Cannabis anbot. Wir wussten zu dieser Zeit auch nicht wie es mit Kontaktbeschränkungen weitergehen würde und ich die alte Geselligkeit mit Cannabis spüren wollte.

13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Etwa 500m nach Fahrtantritt bemerkte ich einen Streifenwagen der Polizei hinter mir fahren. Ich fuhr normal weiter und wurde zur Kontrolle gebeten. Der Grund war laut Polizeiaussage eine allgemeine Verkehrskontrolle, da auf den Straßen nichts los wäre und wir ihnen gelegen kamen. Nach der Kontrolle meines Kollegen mit Cannabisfund, schwenkte die Polizei auf mich und veranlasste Urin und Blutprobe.

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?

Kurz nach 22:00 Uhr bat uns der Freund seine Wohnung zu verlassen, da er am nächsten Tag um 5:00 Uhr auf Montage musste. Der andere Kollege bat mich auch noch ihn nach Hause zu fahren und ich selbst wollte aufgrund Arbeit am nächsten Tag nach Hause und mein Auto bei mir haben.

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?

Ich wollte ca. 1 km den Kollegen heim fahren und anschließend 3 km zu mir nach Hause. Nach 500m wurden wir aufgehalten.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Unter Berücksichtigung dass man bis zu 72h nach dem letzten Konsum von Cannabis noch unter dem Einfluss dieser Droge stehen kann und ich mir dessen nicht bewusst war, und ich einige Jahre Cannabis konsumierte bin ich ungefähr 200 mal unter dem Einfluss Auto oder Roller gefahren. Bevor ich meinen Führerschein hatte, bin ich lediglich in die Schule gefahren, Ansonsten nahmen mich meine älteren Freunde mit dem Auto mit.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Gar nicht. Ich hatte mir zu der tatsächlichen Wirkungsdauer im Körper keine Gedanken gemacht und war der Ansicht wenn die aktiv wahrnehmbare Wirkung aufhörte, ich wieder fahrtauglich wäre. Ich war unwissend und habe mich leider nicht gut genug über die Wirkung von Cannabis aufgeklärt. Heute weiß ich, ich ich mich und andere damit einer großen Gefahr ausgesetzt habe. Ich war der Ansicht es genüge einige Stunden „auszunüchtern“ bis ich wieder Fahrtauglich war. Ich bemühte mich trotzdem meistens um eine Mitfahrgelegenheit oder einen Schlafplatz, jedoch nahm ich es an Abenden wie den meiner Auffälligkeit, als ich nur wenig Konsumierte, in Kauf nach einiger Zeit wieder am Straßenverkehr teilzunehmen. Aus heutiger Sicht kann ich das nicht mehr verantworten.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

Durch den Konsum von Cannabis verändert sich die Wahrnehmung, verlängert sich die Reaktionszeit und die Augen sind lichtempfindlicher. Motorische Fähigkeiten lassen nach und Distanzen können nicht richtig eingeschätzt werden. Das führt zu erhöhter Unfallgefahr und somit stellt man für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer eine extreme Gefahr dar.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Es sind davon auszugehen, dass man bis zu 72h nach Konsum noch unter der Wirkung von Cannabis steht. Das ist von Mensch zu Mensch je nach Körperstatur, Konsummuster und unkontrollierten Abbau von THC aus dem Fettgewebe (z.B. durch Sport) unterschiedlich.

20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Ja, man bildet eine schnelle Toleranz gegenüber der Droge. Dadurch steigert sich das Verlangen nach der Droge und der Dosis. Die Denk- und Leistungsfähigkeit sinkt, Kurzeitgedächtnis nimmt ab, man läuft Gefahr eine Psychose zu entwickeln. Auch sind Depressionen, Angstzustände und Paranoia möglich. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist hier sehr groß. Die Persönlichkeit kann sich verändern und man läuft Gefahr bereitwilliger härtere Drogen auszuprobieren.
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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Anfangs war es die Neugierde und bei der Gruppe Zugehörigkeit zu finden. Ich wollte auch so „cool“ sein wie die anderen. Nach der Zeit lernte ich immer mehr Leute aus der Schule und von Freunden kennen die Kiffen und es entwickelte für mich die Ansicht, dass es normal sei zu kiffen. Bei schweren Problemen in meinem Leben wollte ich der Realität entfliehen und geschehenes nicht wahrhaben, wichtige Entscheidungen aufschieben. Ich hatte die Annahme, dass dies mit Cannabis funktionierte, es schob allerdings nur alle Probleme auf.

Auch entwickelte sich eine Geselligkeit im Freundeskreis, die einem das Gefühl gab dazuzugehören. Mal wollte dabei sein und nichts verpassen, wenn die Gruppe was unternahm.

22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?

Bis kurz vor meiner Auffälligkeit wussten meine Eltern nichts von meinem Konsum. Lediglich mein Bruder äußerte sich immer kritisch gegen Cannabis und die Konsumenten. Speziell zu mir und meinen Konsum sagte er nicht viel und war der Meinung das ich noch vernünftiger damit umging als andere. In meinem Kifferfreundeskreis herrschten keine Verurteilungen, da sie selber alle konsumierten. Und Freunde die nicht kifften äußerten sich selten zu meinem Konsum, sie waren nicht Überzeugt aber ließen mich machen.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?

Ja, das war zum einen zu meiner Studienzeit. Ich dachte es würde mich meine Probleme vergessen lassen und es würde mir dann besser gehen. Zum anderen war dies zu Beginn der Corona Pandemie der Fall. Ich dachte ich könnte meine Ängste, Sorgen und Einsamkeit durch den Konsum vergessen, was jedoch im Nachhinein nicht der Fall war. Außerdem steigerte sich mein Konsum wenn ich mehr mit Freunden unternahm.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)

Bis zu meiner Auffälligkeit nicht. Gleich danach besuchte ich die Drogenberatung der Caritas um über meinen Vergangenen Konsum zu sprechen, richtige Ansichten zu diesem Thema zu bekommen und meinem Konsum langfristig einzustellen.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nein.

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

Ja. Zu Abschlussprüfungen Realschule und Fachhochschule jeweils 2-3 Monate, um richtig lernen zu können und das Gelernte nicht zu vergessen. Auch zwischendrin habe ich immer wieder mal Wochenweise Pausen gemacht, wenn ich mal keine Lust dazu hatte. Januar bis März 2020, mit nur vereinzelten Konsum, da die allgemeine Lust zu konsumieren in dieser Zeit kaum vorhanden war.

Konsumspitzen hatte ich in meiner orientierungslosen Studienzeit, wenn ich viel mit meinem Kifferfreundeskreis unternommen hatte, und zur Beginn der Corona Zeit. Allgemein konsumierte ich meistens mit Freunden, da ich oft der Gruppe Zugehörig sein wollte und habe mich dementsprechend an deren Konsummuster angepasst, wenn wir vieles unternahmen. Zu der Studien und Corona Zeit brauchte ich eine Ablenkung von den ganzen negativen Gedanken und Ängsten die ich hatte, und dachte es würde mir dabei helfen.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?

Die meiste Zeit konnte auch ohne Drogen abschalten, nur gab es mir ein gutes Gefühl am Wochenende mit den mit den Freunden zusammen in geselliger Runde einen Joint zu rauchen und den Alltag zu vergessen. Zu meinen schwierigen Zeiten habe ich kurzzeitig zu Cannabis gegriffen, wenn ich von den Schlimmen Gedanken nicht ablassen konnte. Ich Nachhinein betrachtet hat es die Gedanken jedoch verstärkt bzw. nur kurzzeitig verzögert. Weshalb ich es relativ schnell wieder gelassen habe.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Ich denke jeder Konsument ist gefährdet in eine Abhängigkeit zu geraten. Besonders wenn das Umfeld dieses Verhalten auch noch begünstigt und es zur Normalität wird. Deshalb denke ich, dass ich gefährdet war.

29. Waren sie drogenabhängig?

Jeder der Drogen nimmt ist Gefährdet Abhängig zu werden. Ich habe bei mir jedoch keine Abhängigkeit feststellen können. Durch Konsumpausen von mehreren Monaten und dass ich zeitweise nicht mal Lust empfand zu konsumieren, selbst wenn meine Freunde vor mir geraucht haben, hat mir gezeigt dass ich damals nicht abhängig war.
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AndiMpu

Benutzer

Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Rückwirkend hätte ich es verhindern können. Ich habe mir jedoch leider keine Gedanken über die Folgen und Konsequenzen gemacht und es für zu normal angesehen. Jeder hatte es selbst in der Hand zu konsumieren oder nicht und mit meinen heutigen Ansichten würde ich meinen damaligen Konsum so nicht mehr wiederholen. Die Neugierde war größer als meine Vernunft.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

In meinen Abstinenzzeiten musste ich immer wieder feststellen, dass es eigentlich schöner ist nüchtern Erfahrungen zu sammeln. Auch fühle ich mich psychisch besser, habe mehr Antrieb im Leben und Ziele. In meiner Ausbildung läuft es sehr gut und meine Arbeit wird sehr wertgeschätzt. Auch sind meine sozialen Kontakte seitdem wieder viel besser. Ich mache wieder mehr mit alten bekannten und fühle mich Selbstbewusster.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)

Einige Zeit nach meiner Auffälligkeit realisierte ich mein Verhalten der letzten Jahre und beschloss dass ich so nicht weiter machen möchte. Auch die Gespräche mit meinem Vater über das Thema halfen mir sehr weiter und hat meine Ansicht zur Abstinenz weiter gefestigt. Ich bin mittlerweile auch ein bisschen Froh erwischt worden, da ich dadurch die Chance bekomme über mein Verhalten in Bezug auf Cannabis zu überdenken und auch zu ändern. Außerdem bin ich Froh, dass über diese Zeit nichts schlimmeres passiert ist. Auch will meinen Vater nie wieder durch meine Taten so traurig machen.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Weil ich keinen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis hatte. Ich habe den Straßenverkehr und mein eigenes Leben gefährdet. Wenn gelegentlich Konsumieren würde, würde ich auch mein Umfeld wieder dementsprechend gestalten und würde mich wieder sehr in meinem Konsum beeinflussen lassen.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Anfangs ging es mir schlecht mit meiner allgemeinen Situation. Einerseits die Strafe, die mich erwarten würde, andererseits verstand ich zuerst nicht was ich falsch gemacht hätte. Jedoch ist mir in der Zeit nach der Auffälligkeit und der Abstinenz erst aufgefallen welchen Fehler ich gemacht habe und dass ich den Straßenverkehr und mich selbst dadurch extrem gefährdet habe. Ich bin froh durch diese intensive Auseinandersetzung mit dem Thema meine Fehler lernen zu dürfen und Cannabis nicht mehr zu verharmlosen. Die erste Zeit war es schwierig mein Leben derart umzustellen. Komplett auf den Konsum zu verzichten und Freunde die noch konsumierten zu meiden. Zum Glück musste über längere Zeit keine Freundschaften beenden, da fast alle in meinem Freundeskreis einige Zeit nach diesem Vorfall mit mir begonnen haben Abstinent zu leben. Der Rest konsumierte noch einige Zeit weiter, doch diese zogen dann aus anderen Gründen in andere Städte und ich hatte seitdem keinen Kontakt zu ihnen.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?

Zu einem hat mich die Suchberatung der Caritas auf die richtigen Gedankengänge gebracht, genauso die intensiven Gespräche mit meinem Vater. Auch bin ich sehr froh über die Unterstützung meiner Freunde, die mit mir gemeinsam nach meiner Auffälligkeit aufgehört haben zu konsumieren. Das war ein sehr wichtiger und bedeutsamer Schritt. Auch hat mir mein lokaler Streetworker an den ich mich nach meiner Auffälligkeit gewandt habe mir unwahrscheinlich geholfen. Er hat sich ohne Verurteilung meine Geschichte und Ansichten angehört und mir seine eigene ehrliche Meinung erzählt, welche sehr gut getan haben. Er gibt mir bis heutige eine sehr große Hilfestellung.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?

Durchgehend positiv. Meine Familie und Freunde sehen es sehr positiv, dass ich in Zukunft ein drogenfreies Leben führen werde. Auch meinte mein Bruder, dass ich allgemein Besser gelaunt wäre.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?

Ja und Nein. Mein engster Freundeskreis, mit dem ich auch konsumiert hatte, hat mit mir zusammen aufgehört zu konsumieren und mit diesem habe ich noch Kontakt. Mit anderen Freunden die immer noch kiffen habe ich den Kontakt seitdem nicht mehr gesucht. Wenn man sich zufällig sieht redet man kurz. Mehrere alte Freunde schrieben mir in der Zeit ich etwas unternehmen möchte und ich lehnte ab, sagte dass ich nicht mehr konsumiere und auch nichts mehr damit zu tun haben will.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Die erste Zeit nach meiner Auffälligkeit habe ich bei 2 Leute aus meinem Freundeskreis hin und wieder miterlebt wie sie konsumiert hatten. Ich wusste jedoch, dass beide wegen Schule und Studium bald wegziehen würde und versuchte in der Zeit so gut es geht ihnen aus dem Weg zu gehen.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?

Ich werde weiterhin strikt meine Abstinenz einhalten und jeden Kontakt zu Drogen und deren Konsumenten meiden. Falls Leute in meinem Umfeld erneut den Konsum beginnen würden, würde ich den Kontakt abbrechen.

40. Haben Sie zu Hause Cannabis?

Nein.

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Durch eine strikte Einhaltung meiner Abstinenz und jeglichen Kontakt zu Drogen und deren Konsumenten zu vermeiden. Ich will mir weiterhin die Negativen Aspekte von Cannabis vor Augen halten, besonders im Straßenverkehr. Ich will mich und andere Verkehrsteilnehmer nie wieder gefährden.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Einen Rückfall schließe ich theoretisch aus, da ich den Kontakt zu Drogen und Konsumenten stets vermeide. Falls sich doch nochmal solch eine Situation ergeben sollte, wende ich mich mit meinen Problemen offen an meine Familie, Freunde, Suchberatung oder Streetworker. Ich habe durch die offene Kommunikation nach meiner Auffälligkeit gesehen, dass es sehr viele Menschen gibt die einem helfen können und wollen und ich davor nicht zu schämen brauche.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?

Unverändert. Ca. alle 3 Wochen einen Abend mit Freunden in der Kneipe oder bei einem zusammentreffen mit Freunden. Mein Alkoholkonsum liegt dabei im Schnitt zwischen 2 und 5 0,5L Bier. Ich trinke ich oft Wochenlang keinen Schluck, auch kein „Feierabendbier“ oder ähnliches.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Ich habe mal einen "Schnelldurchlauf" gemacht ... insgesamt gar nicht so übel.
Was mir aber aufgefallen ist ... " ... im Schnitt zwischen 2 und 5 0,5L Bier. Ich trinke ich oft Wochenlang keinen Schluck ..." ... in F5 waren es sogar 6x0,5l Bier.
Die selbst ernannte "Entschuldigung" ... "Jedoch nie Zuhause oder ein „Feierabendbier“ oder ähnliches." ... wird hier keine Wirkung zeigen.
Was ich damit sagen will ... wochenlang keinen Schluck : 3l Bier ... das passt einfach nicht zusammen.
Fakto: Dein Konsum ist einfach zu hoch.

Das ist noch keine Gesamtbeurteilung deines FB, sondern lediglich ein Vorab-Hinweis.
Für den FB brauch ich noch etwas Zeit ... aber andere User haben ja auch etwas zu sagen. ;)
 

AndiMpu

Benutzer
Hallo Max,
danke für die fixe erste Einschätzung.
Ich werde den FB wenn ich Zeit habe gleich nochmal durchgehen und die Angaben zum Alkohol, nachdem ich mir Gedanken gemacht habe, anpassen.
 

AndiMpu

Benutzer
Hallo zusammen,

kurz vorab: den aktualisierten Fragebogen werde ich demnächst noch reinstellen, hab es nicht vergessen.

Ich wollte euch noch eine spezielle Frage stellen bezüglich dem leidigen Thema der Dauer der Abstinenznachweise.

Ich habe heute über 2 Stunden mit einem erfahrenen Verkehrspsychologen gesprochen und dieser meinte grob Umrissen: Drogen (bzw. Alkohol) Missbrauch —> 6 Monate Abstinenz, Drogenabhängigkeit 12 Monate
Hierbei meinte er spiele es weniger eine Rolle insofern man vielleicht mal eine Zeit täglich konsumiert hat, sondern dass man klar anhand von den 6 Kriterien einer Abhängigkeit zeigen kann, dass nur 2 dieser Faktoren bei einem zutreffen dürfen um Missbrauch zu rechtfertigen und bei 3 oder mehr eine Abhängigkeit vorliegt.
Natürlich is es schwieriger mit einer langen und konsumlastigen Story das zu schaffen. Aber demnach hätte ich es bis jetzt falsch verstanden, da ich der Annahme war es z.B reichen würde zu sagen man habe eine Zeit lang mehr mals in der Woche konsumiert um 12 Monate Abstinenz fordern zu können.

Wie sieht ihr das? Stimmt ihr den zu oder seit ihr da anderer Ansicht?
 

AndiMpu

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1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?


Zum ersten mal habe ich von illegalen Drogen im Biologieunterricht der 6. Klasse gehört.

2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)



Das erste mal konsumierte ich Ende 2014 mit 14 Jahren mit zwei älteren Freunden. Eigentlich war ich damals abgeschreckt von Cannabis, doch durch meine älteren Freunde wurde ich immer offener dem gegenüber. Diese Freunde kifften bereits und ermunterten mich an den Abend auch es auch einmal zu probieren. Ich konsumierte aus Neugierde und weil ich der Gruppe zugehörig sein wollte.



3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)



Nach meinem ersten Konsum suchte ich weiterhin den Kontakt zu diesen älteren Freunden. Ich war noch relativ neu in dieser Stadt und suchte den Anschluss, da ich bis dahin noch relativ wenige Freunde hatte. Auch war meine persönliche Situation Zuhause sehr belastend in diesem Alter. Ich zog zu meinem Vater mit 12 Jahren, da meine Mutter weiter weg zu ihrem Freund zog. Mein Vater baute zu dieser Zeit sein Haus. Ungefähr zu dieser Zeit stellte sich heraus, dass meine Stiefmutter erneut an Krebs erkrankt ist. Zum einen ging uns das Geld für den Hausbau aus und zum anderen wurde sie sehr krank und es stand über Jahre hinweg sehr schlecht um ihren Zustand aus. Das führte dazu, dass mein Vater sehr gestresst war und es mich auch alles sehr mitgenommen hat. Bei der ganzen Arbeit Zuhause mit dem Hausbau, war der Umgangston daraus resultierend von meinem Vater sehr rau und unangenehm. Auch konnte bzw. wollte ich keine Freund mit nach Hause nehmen , da ich nicht wollte, dass sie meine Stiefmutter und meine Situation so sehen. Da ich den Anschluss bei diesen Freunden fand, die konsumierten, war es für mich oftmals ein Ausweg von Zuhause und ich konnte einer Gruppe angehören, die mir ein gutes Gefühl gaben, nicht so wie Zuhause. Mein Konsum steigerte sich so langsam, da wir oft bei Unternehmungen zusammen rauchten. Anfangs konsumierte etwa 2-3 mal Monat bis ich 15 war. Wobei ich in den Schulferien mal mehr (2-3 in der Woche) und zu Schulzeiten wieder weniger rauchte. Kurz vor meinem 15. Geburtstag verstarb meine Stiefmutter. Zu diesem Zeitpunkt konsumierte ich bewusst für ca. 1 -2 Monate nichts, um das erlebte nüchtern verarbeiten zu können, meine Trauer nicht zu verdrängen und für meine Familie da zu sein. Ich unternahm auch nichts mit meinen Freunden. Jedoch blieb die Stimmung verständlicher Weise Monate und Jahre danach Zuhause immer noch sehr bedrückt. Ich wollte weiterhin sehr oft von Zuhause weg um nicht dauerhaft mit dem Stress, Problemen und der Stimmung Zuhause konfrontiert zu sein und meine Sorgen Zuhause vergessen zu können. Bis zu meinem Realschulabschluss 2016 konsumierte ich etwa 2-3 mal in der Woche, zu Ferienzeiten wieder mehr. Jedoch konsumierte ich auch vor wichtigen Prüfungen oder lernintensiven Zeiten auch mal wochenlange gar nicht. So zum Beispiel legte ich vor den Abschlussprüfungen eine Pause von über einem Monat ein. Danach begann ich auf die Fachoberschule zu gehen. Der Konsum blieb hier gleich. In den Ferien mal mehr, zu Schul- oder Praktikumszeiten wieder weniger. Ich machte hier 2018 meinen Abschluss. Anschließend begann ich in einer neuen Stadt ein Studium. Ein großer Grund hierfür war von Zuhause raus zu kommen und der Gedanke war meine Probleme hinter mir lassen zu können. Jedoch bekam ich relativ schnell wieder neue Probleme. Relativ Überraschend wurde mir mein Bafög-Antrag abgelehnt, und das erst als ich schon einen Mietvertrag unterschrieben hatte. Der erste Monat des Studium zeigte mir, dass das Studium komplett anders ist als vorher angenommen. Es stellten sich starke Ängste bei mir ein bezüglich meiner finanziellen Situation und meiner Zukunft. Auch lernte ich bereits zu Beginn Kollegen kennen, die ebenfalls konsumierten. Kurzzeitig steigerte sich mein Konsum aufgrund meiner Probleme und diese vergessen zu wollen, den Anschluss bei meinen neuen Freunden zu finden auf 4-5 mal in der Woche für ca. einen Monat. Ich beendete relativ zügig mein Studium, nachdem für mich klar wurde, dass dieser Studiengang nichts für mich ist und ich finanziell in der Zwickmühle war. Also bin ich wieder nach Hause gezogen und mein Konsum hat sich wieder stark eingestellt. Bis ins Frühjahr rauchte ich etwa 1 mal wöchentlich, suchte mir eine Ausbildungsstelle und eine Arbeit bis dahin. Im Frühjahr traf ich auf alte Kindheitsfreunde, mit welchen ich mich wieder sehr gut anfreundete. Wir unternahmen immer häufiger etwas. Mit ihnen konsumierte ich den Sommer über etwa 2-3 mal in der Woche. Zum Ausbildungsbeginn im September ging mein Konsum wieder stark runter. Ich fühlte mich mit der neuen Arbeit sehr zufrieden und es machte mir Spaß. Am Wochenende traf ich mit meinen Freunden und konsumierten, also bis Dezember etwa 4-5 mal im Monat. Ab Januar hatte ich bis Ende März keine Lust mehr auf den Konsum. Der Konsum hatte mir zu der Zeit nicht mehr viel gegeben und deshalb ließ ich es aus freien Stücken sein. Ende März kam jedoch dann das Corona-Virus zu uns und brachte mir erneute Zukunftsängste bezüglich Arbeit, Soziales Umfeld und Familie. Auch die Korntankbeschränkungen trafen mich hart, da ich immer viel unterwegs war und viel unternommen hatte. Aus diesen Gründen dachte ich, ich könnte diese Zeit mit dem Konsum von Cannabis überbrücken. Ich arbeite nämlich die erste Zeit im Homeoffice, man durfte sich mit keinem treffen und eine allgemeine Langeweile und Niedergeschlagenheit stellte sich bei mir ein. Ich konsumierte für ca. 6 Wochen 2-3 mal in der Woche, bis ich wieder an den Punkt angelangt bin, dass ich merkte dass mir der Konsum nichts brachte und es mir dadurch nicht besser ging und ich es wieder sein lassen wollte. Ich deshalb mein letztes Cannabis teilweise verschenkt. In der 2. Mai Woche konsumierte ich Freitag und Samstag jeweils einen Joint Zuhause alleine, womit mein ganzes Zeug dann weg war. Am Sonntag Nachmittag traf ich mich mit ein paar Freunden spontan in der Wohnung eines Freundes. Wir redeten über den vergangenen Monat und die aktuell komischen Zeiten und schauten anschließend einen Film. Am Abend stoß ein weiter Freund dazu, welcher Cannabis dabei hatte. Ich konsumierte zuerst nicht mit. Er fragte mich trotz meiner Ablehnung wieder, ob ich nicht mitrauchen wolle. Ich verneinte dies zuerst. Bei seinem 2. Joint fragte er mich wieder und meinte, dass es nicht schlimm sei ein paar Züge zu nehmen. Ich ließ mich überreden zum einen weil wir uns schon längere Zeit nicht mehr gesehen hatten und wir Cannabis immer in Gesellschaft rauchten und zum anderen weil ich mich oft schwer tat Nein zu sagen. Ich nahm etwa 3-5 Züge. Ungefähr 1 ½ Stunden nach dem Konsum wurden wir von der Polizei aufgehalten.





Im Nachhinein betrachtet konsumierte ich zuerst um einen Anschluss in der Gruppe zu finden und „Dazuzugehören“. Auch weil ich auf der Suche nach Freunden war, unter anderem auch um einen Ausweg von Zuhause zu finden. Mein Umfeld und mein Freundeskreis veränderte sich im Laufe der Zeit so, dass fast alle meiner Freunde konsumierten und wir es Verharmlost und Normalisiert hatten.






4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?



Nein.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?



Alkohol konsumierte ich ca. alle 2 Wochen an einem Abend. Auf den ganzen Abend verteilt trank ich etwa zwischen 4 und 6 Bier (0,5L).

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?



Ich rauche und ich trinke morgens immer einen Kaffee.

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?



Am nächsten Tag des Konsum spürte ich eine erhöhte Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Auch während des Konsum war ich oft ängstlicher und dieses Gefühl stellte sich auch teilweise Nüchtern bei mir ein. Ich merkte eine Verringerung meines Selbstwertgefühls.



8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?

Ja, ich habe es verharmlost. Ich habe zwar die negativen Folgen gesehen, aber wollte mir keine weiteren Gedanken dazu machen und habe es nicht direkt auf Cannabis Konsum bezogen.



9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?

6,0 ng/ml THC, 2,2 ng/ml 11-OH-THC, 41,1 ng/ml THC-COOH



10. Wann und wie viel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

In diese Woche hatte ich 3 mal konsumiert. Ich habe meine Reste verbraucht und rauchte somit einen Joint am Freitag und Samstag abends. Sonntag Abend rauchte ich bei einem Kollegen um 20:45, ca. 1 ½ Stunden vor Fahrtantritt, 3-5 Züge.



11. Wie viel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?

Ich rauchte bei einem Joint von einem Kollegen 3-5 Züge, die Dosierung habe ich nicht gesehen. Ich gehe jedoch von 0,1 – 0,2 Gramm aus.



12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?

Für diesen Konsum gab es keinen besonderen Grund. Es war lediglich die Tatsache meine Freunde für einige Zeit nicht gesehen / Zeit verbracht zu haben und ein Kollege mir wiederholt Cannabis anbot. Wir wussten zu dieser Zeit auch nicht wie es mit Kontaktbeschränkungen weitergehen würde und ich die alte Geselligkeit mit Cannabis spüren wollte.



13. Wie sind Sie auffällig geworden?

Etwa 500m nach Fahrtantritt bemerkte ich einen Streifenwagen der Polizei hinter mir fahren. Ich fuhr normal weiter und wurde zur Kontrolle gebeten. Der Grund war laut Polizeiaussage eine allgemeine Verkehrskontrolle, da auf den Straßen nichts los wäre und wir ihnen gelegen kamen. Nach der Kontrolle meines Kollegen mit Cannabisfund, schwenkte die Polizei auf mich und veranlasste Urin und Blutprobe.



Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?



Kurz nach 22:00 Uhr bat uns der Freund seine Wohnung zu verlassen, da er am nächsten Tag um 5:00 Uhr auf Montage musste. Der andere Kollege bat mich auch noch ihn nach Hause zu fahren und ich selbst wollte aufgrund Arbeit am nächsten Tag nach Hause und mein Auto bei mir haben.



15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?

Ich wollte ca. 1 km den Kollegen heim fahren und anschließend 3 km zu mir nach Hause. Nach 500m wurden wir aufgehalten.



16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?

Unter Berücksichtigung dass man bis zu 72h nach dem letzten Konsum von Cannabis noch unter dem Einfluss dieser Droge stehen kann und ich mir dessen nicht bewusst war, und ich einige Jahre Cannabis konsumierte bin ich ungefähr 150 mal unter dem Einfluss Auto oder Roller gefahren. Bevor ich meinen Führerschein hatte, bin ich lediglich in die Schule gefahren, Ansonsten nahmen mich meine älteren Freunde mit dem Auto mit.



17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?

Gar nicht. Ich hatte mir zu der tatsächlichen Wirkungsdauer im Körper keine Gedanken gemacht und war der Ansicht wenn die aktiv wahrnehmbare Wirkung aufhörte, ich wieder fahrtauglich wäre. Ich war unwissend und habe mich leider nicht gut genug über die Wirkung von Cannabis aufgeklärt. Heute weiß ich, dass ich mich und andere damit einer großen Gefahr ausgesetzt habe. Ich war der Ansicht es genüge einige Stunden „auszunüchtern“ bis ich wieder Fahrtauglich war. Ich bemühte mich trotzdem meistens um eine Mitfahrgelegenheit oder einen Schlafplatz, jedoch nahm ich es an Abenden wie den meiner Auffälligkeit, als ich nur wenig Konsumierte, in Kauf nach einiger Zeit wieder am Straßenverkehr teilzunehmen. Aus heutiger Sicht kann ich das nicht mehr verantworten.



18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

Durch den Konsum von Cannabis verändert sich die Wahrnehmung, verlängert sich die Reaktionszeit und die Augen sind lichtempfindlicher. Motorische Fähigkeiten lassen nach und Distanzen können nicht richtig eingeschätzt werden. Das führt zu erhöhter Unfallgefahr und somit stellt man für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer eine extreme Gefahr dar.



19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?

Es sind davon auszugehen, dass man bis zu 72h nach Konsum noch unter der Wirkung von Cannabis steht. Das ist von Mensch zu Mensch je nach Körperstatur, Konsummuster und unkontrollierten Abbau von THC aus dem Fettgewebe (z.B. durch Sport) unterschiedlich.



20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?

Ja, man bildet eine schnelle Toleranz gegenüber der Droge. Dadurch steigert sich das Verlangen nach der Droge und der Dosis. Die Denk- und Leistungsfähigkeit sinkt, Kurzeitgedächtnis nimmt ab, man läuft Gefahr eine Psychose zu entwickeln. Auch sind Depressionen, Angstzustände und Paranoia möglich. Die Gefahr einer Abhängigkeit ist hier sehr groß. Die Persönlichkeit kann sich verändern und man läuft Gefahr bereitwilliger härtere Drogen auszuprobieren.
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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

Im Nachhinein betrachtet konsumierte ich zuerst um einen Anschluss in der Gruppe zu finden und „Dazuzugehören“. Auch weil ich auf der Suche nach Freunden war, unter anderem auch um einen Ausweg von Zuhause zu finden. Mein Umfeld und mein Freundeskreis veränderte sich im Laufe der Zeit so, dass fast alle meiner Freunde konsumierten und wir es Verharmlost und Normalisiert hatten. Auch entwickelte sich eine Geselligkeit im Freundeskreis, die einem das Gefühl gab dazuzugehören. Mal wollte dabei sein und nichts verpassen, wenn die Gruppe was unternahm.



22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?

Bis kurz vor meiner Auffälligkeit wussten meine Eltern nichts von meinem Konsum. Lediglich mein Bruder äußerte sich immer kritisch gegen Cannabis und die Konsumenten. Speziell zu mir und meinen Konsum sagte er nicht viel und war der Meinung das ich noch vernünftiger damit umging als andere. In meinem Kifferfreundeskreis herrschten keine Verurteilungen, da sie selber alle konsumierten. Und Freunde die nicht kifften äußerten sich selten zu meinem Konsum, sie waren nicht Überzeugt aber ließen mich machen.



23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?



Ja, das war zum einen zu meiner Studienzeit. Ich dachte es würde mich meine Probleme vergessen lassen und es würde mir dann besser gehen. Zum anderen war dies zu Beginn der Corona Pandemie der Fall. Ich dachte ich könnte meine Ängste, Sorgen und Einsamkeit durch den Konsum vergessen, was jedoch im Nachhinein nicht der Fall war. Außerdem steigerte sich mein Konsum wenn ich mehr mit Freunden unternahm.



24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)

Bis zu meiner Auffälligkeit nicht. Gleich danach besuchte ich die Drogenberatung der Caritas um über meinen Vergangenen Konsum zu sprechen, richtige Ansichten zu diesem Thema zu bekommen und meinem Konsum langfristig einzustellen.



25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?

Nein.



26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

Ja. Zu Abschlussprüfungen Realschule und Fachhochschule jeweils 1-2 Monate, um richtig lernen zu können und das Gelernte nicht zu vergessen. Auch zwischendrin habe ich immer wieder mal Wochenweise Pausen gemacht, wenn ich mal keine Lust dazu hatte. Januar bis März 2020, mit nur vereinzelten Konsum, da die allgemeine Lust zu konsumieren in dieser Zeit kaum vorhanden war.





Konsumspitzen hatte ich in meiner orientierungslosen Studienzeit, wenn ich viel mit meinem Kifferfreundeskreis unternommen hatte, und zur Beginn der Corona Zeit. Allgemein konsumierte ich meistens mit Freunden, da ich oft der Gruppe Zugehörig sein wollte und habe mich dementsprechend an deren Konsummuster angepasst, wenn wir vieles unternahmen. Zu der Studien und Corona Zeit brauchte ich eine Ablenkung von den ganzen negativen Gedanken und Ängsten die ich hatte, und dachte es würde mir dabei helfen.



27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?

Die meiste Zeit konnte auch ohne Drogen abschalten, nur gab es mir ein gutes Gefühl am Wochenende mit den mit den Freunden zusammen in geselliger Runde einen Joint zu rauchen und den Alltag zu vergessen. Zu meinen schwierigen Zeiten habe ich kurzzeitig zu Cannabis gegriffen, wenn ich von den Schlimmen Gedanken nicht ablassen konnte. Ich Nachhinein betrachtet hat es die Gedanken jedoch verstärkt bzw. nur kurzzeitig verzögert. Weshalb ich es relativ schnell wieder gelassen habe.



28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Ich denke jeder Konsument ist gefährdet in eine Abhängigkeit zu geraten. Besonders wenn das Umfeld dieses Verhalten auch noch begünstigt und es zur Normalität wird. Deshalb denke ich, dass ich gefährdet war.



29. Waren sie drogenabhängig?

Jeder der Drogen nimmt ist Gefährdet Abhängig zu werden. Ich habe bei mir jedoch keine Abhängigkeit feststellen können. Ich verspürte keinen Zwang einen Joint zu rauchen, sondern sah es als geselliges Mittel bei Unternehmungen mit Freunden.
 

AndiMpu

Benutzer
Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Rückwirkend hätte ich es verhindern können. Ich habe mir jedoch leider keine Gedanken über die Folgen und Konsequenzen gemacht und es für zu normal angesehen. Jeder hatte es selbst in der Hand zu konsumieren oder nicht und mit meinen heutigen Ansichten würde ich meinen damaligen Konsum so nicht mehr wiederholen. Die Neugierde war größer als meine Vernunft.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

In meinen Abstinenzzeiten musste ich immer wieder feststellen, dass es eigentlich schöner ist nüchtern Erfahrungen zu sammeln. Auch fühle ich mich psychisch besser, habe mehr Antrieb im Leben und Ziele. In meiner Ausbildung läuft es sehr gut und meine Arbeit wird sehr wertgeschätzt. Auch sind meine sozialen Kontakte seitdem wieder viel besser. Ich mache wieder mehr mit alten bekannten und fühle mich Selbstbewusster.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)

Einige Zeit nach meiner Auffälligkeit realisierte ich mein Verhalten der letzten Jahre und beschloss dass ich so nicht weiter machen möchte. Auch die Gespräche mit meinem Vater über das Thema halfen mir sehr weiter und hat meine Ansicht zur Abstinenz weiter gefestigt. Ich bin mittlerweile auch ein bisschen Froh erwischt worden zu sein, da ich dadurch die Chance bekomme über mein Verhalten in Bezug auf Cannabis zu überdenken und auch zu ändern. Außerdem bin ich Froh, dass über diese Zeit nichts schlimmeres passiert ist und dass ich mich Selbstbewusster fühle.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Weil ich keinen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis hatte. Ich habe den Straßenverkehr und mein eigenes Leben gefährdet. Wenn gelegentlich Konsumieren würde, würde ich auch mein Umfeld wieder dementsprechend gestalten und würde mich wieder sehr in meinem Konsum beeinflussen lassen.

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Anfangs ging es mir schlecht mit meiner allgemeinen Situation. Einerseits die Strafe, die mich erwarten würde, andererseits verstand ich zuerst nicht was ich falsch gemacht hätte. Jedoch ist mir in der Zeit nach der Auffälligkeit und der Abstinenz erst aufgefallen welchen Fehler ich gemacht habe und dass ich den Straßenverkehr und mich selbst dadurch extrem gefährdet habe. Ich bin froh durch diese intensive Auseinandersetzung mit dem Thema meine Fehler lernen zu dürfen und Cannabis nicht mehr zu verharmlosen. Die erste Zeit war es schwierig mein Leben derart umzustellen. Komplett auf den Konsum zu verzichten und Freunde die noch konsumierten zu meiden. Zum Glück musste über längere Zeit keine Freundschaften beenden, da fast alle in meinem Freundeskreis einige Zeit nach diesem Vorfall mit mir begonnen haben Abstinent zu leben. Der Rest konsumierte noch einige Zeit weiter, doch diese zogen dann aus anderen Gründen in andere Städte und ich hatte seitdem keinen Kontakt zu ihnen. Nach einiger Zeit stellte sich die dauerhafte Abstinenz sehr gut für mich heraus.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?

Zu einem hat mich die Suchberatung der Caritas auf die richtigen Gedankengänge gebracht, genauso die intensiven Gespräche mit meinem Vater. Auch bin ich sehr froh über die Unterstützung meiner Freunde, die mit mir gemeinsam nach meiner Auffälligkeit aufgehört haben zu konsumieren. Auch hat mir mein lokaler Streetworker an den ich mich nach meiner Auffälligkeit gewandt habe mir unwahrscheinlich geholfen. Er hat sich ohne Verurteilung meine Geschichte und Ansichten angehört und mir seine eigene ehrliche Meinung erzählt, welche sehr gut getan haben. Er gibt mir bis heutige eine sehr große Hilfestellung.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?

Durchgehend positiv. Meine Familie und Freunde sehen es sehr positiv, dass ich in Zukunft ein drogenfreies Leben führen werde. Auch meinte mein Bruder, dass ich allgemein Besser gelaunt wäre.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?

Ja und Nein. Mein engster Freundeskreis, mit dem ich auch konsumiert hatte, hat mit mir zusammen aufgehört zu konsumieren und mit diesem habe ich noch Kontakt. Mit anderen Freunden die immer noch kiffen habe ich den Kontakt seitdem nicht mehr gesucht. Wenn man sich zufällig sieht redet man kurz. Mehrere alte Freunde schrieben mir in der Zeit ich etwas unternehmen möchte und ich lehnte ab, sagte dass ich nicht mehr konsumiere und auch nichts mehr damit zu tun haben will.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Die erste Zeit nach meiner Auffälligkeit habe ich bei 2 Leute aus meinem Freundeskreis hin und wieder miterlebt wie sie konsumiert hatten. Ich wusste jedoch, dass beide wegen Schule und Studium bald wegziehen würde und versuchte in der Zeit so gut es geht ihnen aus dem Weg zu gehen.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?

Ich werde weiterhin strikt meine Abstinenz einhalten und jeden Kontakt zu Drogen und deren Konsumenten meiden. Falls Leute in meinem Umfeld erneut den Konsum beginnen würden, würde ich den Kontakt abbrechen.

40. Haben Sie zu Hause Cannabis?

Nein.

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Durch eine strikte Einhaltung meiner Abstinenz und jeglichen Kontakt zu Drogen und deren Konsumenten zu vermeiden. Ich will mir weiterhin die Negativen Aspekte von Cannabis vor Augen halten, besonders im Straßenverkehr. Ich will mich und andere Verkehrsteilnehmer nie wieder gefährden.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Einen Rückfall schließe ich theoretisch aus, da ich den Kontakt zu Drogen und Konsumenten stets vermeide. Falls sich doch nochmal solch eine Situation ergeben sollte, wende ich mich mit meinen Problemen offen an meine Familie, Freunde, Suchberatung oder Streetworker. Ich habe durch die offene Kommunikation nach meiner Auffälligkeit gesehen, dass es sehr viele Menschen gibt die einem helfen können und wollen und ich davor nicht zu schämen brauche.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?

Mein Alkoholkonsum ist seit meiner Cannabis Abstinenz auch zurück gegangen. Ich genieße es seitdem viel mehr nüchtern zu sein, früher schlafen zu gehen und am nächsten Tag früher ohne Kater aufzuwachen. Alkohol konsumiere ich ca. alle 2 Wochen an einem Abend. Auf den ganzen Abend verteilt trinke ich etwa zwischen 1 und 3 Bier (0,5L).
 

AndiMpu

Benutzer
Hier mein aktualisierter Fragebogen. Ich habe auch F3 und weitere darauf aufbauende überarbeitet. Ist jetzt wieder näher an der Realität dran und spiegelt meinen Konsum und meine Motive denke ich etwas besser. Bisschen zurückgehalten habe ich mich trotzdem mit den Konsumangaben.

Sorry aber auch hier wieder die Frage, ich würde gerne für meinen Seelenfrieden wissen ob man so mit 6 Monaten Abstinenz durchkommen kann. :D

Heute ist nämlich der beschissene Tag gekommen, an dem ich meinen Führerschein abgeben darf.
 

Fufu40625

Neuer Benutzer
Hi Andi,

ich habe mal gelesen, dass nur im Sonderfall D4 "Gelegentlicher Cannabiskonsum/Probierkonsum" 6 Monate Abstinenz ausreichen. Wenn du unter D3 "Drogengefährdung", D2 "Drogenproblematik" oder D1 "Abhängigkeit" eingeordnet wirst, bräuchtest du wohl 1J. Ich in aber kein Experte...
Mit einem COOH Wert bis 75 bist du theoretisch in D4 einzuordnen, wenn das Drumherum stimmt.
 

funkytown

Erfahrener Benutzer
Grundsätzlich könnte auch bei D3 mit 6 Monaten "gewonnen" werden (bei ausschließlich Cannabis Konsum), aber es ist keine sichere Nummer. Es hängt alles sehr vom Gespräch und dem GA ab. Ist leider ein bisschen Kristallkugel.
 

AndiMpu

Benutzer
Danke euch beiden für eure Einschätzung.

Falls mir noch wer Feedback geben könnte zu meinem Fragebogen wäre toll, damit ich wieder weiter daran arbeiten kann, falls noch etwas wäre. ;)

Und ist es nicht so, dass bei "regelmäßigen" Konsum sehr schnell auf eine Abhängigkeit geschlossen wird? Also laut Definition heißt Regelmäßig ja täglich bzw. nahe zu täglich. Nur ist es nicht auch schon regelmäßig, wenn man Beispielsweise jede oder nahezu jede Woche konsumierte?

Ist dies das Kriterium was vom jeweiligen GA abhängen kann?
 

funkytown

Erfahrener Benutzer
Das ist regelmäßig - aber nicht im juristischen Sinne. Dort ist regelmäßig eben mit (nahezu) täglich definiert. Andernfalls wäre übrigens auch sowas wie "alle 4 Jahre zum Endspiel der WM" "regelmäßig". Und nein, für eine Abhängigkeit gibt es mehrere Kriterien, die erfüllt werden müssen. Da liegt schon noch eine ordentliche Schwelle zwischen.

Fragebogen ist bei mir zeitlich im Moment knapp, vielleicht am Wochenende.
 

AndiMpu

Benutzer
Ah okay. Mit den 6 Kriterien einer Abhängigkeit habe ich mich eben schon beschäftigt. Ich für mich selbst bin mir da aber unschlüssig, ob da 3 oder mehr auf mich zutreffen würden. Bis zu zwei Kriterien wären ja ein Missbrauch.

Die Kriterien sind sehr dehnbar habe ich das Gefühl.

Z.B. steckt man natürlich einige Zeit in die Beschaffung, da es ja aufgrund der Illegalität relativ schwierig ist. Mir persönlich reichten aber die meiste Zeit 2-3g für 2-3 Wochen. Und hin und wieder hat man auch länger rumgeschrieben deswegen, aber die meiste Zeit merkte man schnell wenn nichts ging und ließ es meistens auch sein. "Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums" Interessen oder Hobbys habe ich eigentlich nicht vernachlässigt, da die Unternehmungen mit meinen Freunden sowieso eine große Zeit Investition darstellte. Und andere Hobbys oder zum Beispiel meinem Vater zu helfen, habe ich dadurch nicht vernachlässigt. So direkte Hobbys außer Zocken, Freunde treffen oder Musik machen hatte ich auch nicht wirklich.

Und natürlich hat man auch eine Dosissteigerung bzw. Toleranz, wenn man eine längere Zeit konsumiert. Besonders zu Beginn. Aber über die Zeit pendelte sich so ziemlich immer die gleiche Menge ein, die ich in einen Joint gepackt habe. Bei Freunden konnte ich definitiv feststellen, dass diese immer und immer mehr in den Joint packten. Ich blieb da immer relativ gleich. Aber im Grunde hatte ich ja eine Dosissteigerung und auch eine gewisse Toleranz.

Anhaltender Substanzkonsum trotz eindeutiger schädlicher Folgen ist auch so eine schwammige Sache. Im Beispiel ist aufgeführt bei "depressiver Verstimmung infolge des Substanzkonsums,..." weiter zu konsumieren. Ich denke, dass ich nicht wegen dem Substanzkonsum depressiv Verstimmt war, aber konsumierte mit meiner depressiven Verstimmung weiter.

Gut, Entzugssymptome hatte ich keine.

Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, Beendigung und der Menge des Konsums. Denke ich hat bei mir schon in gewisser Weise zugetroffen, wobei ich mir auch nicht sicher bin. Ich hatte z.B. einige meiner "Konsumregeln" zwar gebrochen, doch Schule, Arbeit oä. nie vernachlässigt deswegen. Wenn ich mir vorgenommen hatte auch mal nicht zu konsumieren, im Normalfall wenn ich was Zuhause hatte, habe ich dann eben schon des Öfteren konsumiert. Allgemein konsumierte ich meistens insofern ich etwas Zuhause hatte, jedoch wenn ich nichts hatte war das einige Zeit auch kein Problem --> Vielleicht schließt das auch auf einen starken Wunsch oder eine Art Zwang zu konsumieren?

Und wegen dem Fragebogen eilt es bisher noch nicht groß, nur dass er nicht übersehen wird, danke ;)
 

AndiMpu

Benutzer
Hallo zusammen,

dachte mir ich melde mich mal wieder.
Habe jetzt einen Abstinenznachweis ab 16. Dezember 6 Monate rückwirkend gemacht. Damit hat sich meine Frage damals geklärt, ob der einmalige Benzodiazepin Konsum nachweisbar ist, denke ich auch für andere gut zu wissen. Sprich mit bisschen Glück wie bei mir fällt der Test trotzdem negativ aus. :D
Aber bitte kein Vorbild an mir nehmen, zu der Zeit wusste ich noch nicht, dass ich zur MPU gebeten werde.

Zurzeit reflektiere ich viel und beschäftige mich nicht wirklich aktiv mit der Thematik. Aber ich denke ich bin schon auf einem sehr guten Weg.

Meine nächste Haaranalyse plane ich gedanklich so um den 16. Juni, womit dann ein Jahr vollständig wäre.
Überlege dies auch gleich mit dem MPU Termin zu verbinden.
Dies ist schon möglich oder?
Sprich ich gehe hin bete sie darum mir 6cm zu analysieren, um die komplette Abstinenz nachzuweisen.

Und außerdem frage ich mich noch etwas bezüglich Alkohol. Da es ja hieß bei einer Abhängigkeit oder Verdacht auf Suchtverlagerung müsse man auch Alkoholabstinenz nachweisen.

Also falls sich in der Exploration raustellen würde, dass sie mir eine Abhängigkeit zu Cannabis unterstellen würden, müsste ich ebenso 12 Monate Alkohol nachweisen? Und das gleiche bei Suchtverlagerung?

Wäre es dann aber nicht bei Gefühlt 6 von 10 Cannabiskonsumenten so, dass sie auch Alkohol nachweisen müssten? Oder bewerte ich mich selbst zu streng?

Wenn ich ehrlich wäre, müsste ich denke ich sagen, dass ich zumindest eine leichte Abhängigkeit bei mir eingestellt hatte.

Wobei nach dieser Logik dann jeder mit >75 ng/ml THC-COOH schon auch fast Alkohol nachweisen müsste, ich weiß regelmäßiger Konsum ist nicht gleich Abhängigkeit aber die Schlussfolgerung liegt doch nahe.

Und demnach wäre dann auch die Forderung von 12 Monaten Cannabis Abstinent fast Sinnlos, da man ja angeblich mit 6 Monaten Abstinenz durchkommen kann, insofern man nicht Abhängig ist/war.

Sprich in meinem Gedankengang: (Unabhängig von den Werten)
--> Keine Abhängigkeit = 6 Monate Cannabis Abstinenz (OK)
--> (Verdacht auf) Cannabisabhängigkeit = 12 Monate Cannabis + Alkoholabstinenz

Bin da richtig dran?

Ich frage, weil ich zu Anfang von allen Seiten gehört hatte, dass Cannabisabstinenz völlig ausreicht und mir nicht bewusst war, dass ich eine Alkoholabstinenz benötigen würde und nun auch keinen Nachweis habe.

Also muss ich meine Geschichte dann wiederum so drehen, dass mir keine Abhängigkeit unterstellt werden würde? Oder zählt die Einschätzung des Gutachters in dem Fall dann gar nicht? Sprich nur Nachweis durch nachgewiesene Therapie etc. zählt

Nicht falsch verstehen, ich habe absolut kein Problem mit Alkohol, nur fehlen mir die Nachweise, falls diese im Falle einer Cannabisabhängigkeit gefordert werden würden.

Aber das wäre doch der Wahnsinn wenn es jetzt daran scheitern würde... Ich wollte in der MPU einfach so ehrlich wie möglich sein, aber aus jeder Kleinigkeit wird da einem ein Strick gedreht...
 

savoy

Benutzer
Bei deiner Fragestellung geht es um Cannabis und ausschließlich darum. Es wird definitv keine Alkoholabstinenz verlangt.

Solange du im Gespräch nicht wieder gibst, dass du beim absetzen von Cannabis auf Wein und Bier umgestiegen bist, sollte das keine Rolle spielen. Ich habe auch viel gekifft damals... aber nur weil ich das jetzt lasse, trinke ich nicht mehr alk. Ganz im Gegenteil: Dieses Jahr noch gar nichts getrunken (oder konsumiert ;) )

Gruß
 
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