Hallo orlando,
bevor ich deinen FB kommentiere, habe ich noch ein paar Fragen an dich:
Warst du bei der FSSt. wegen der Akteneinsicht?
Was genau ist in deiner FS-Akte enthalten? (Die BE-Zeit von 1 Uhr stimmt doch, oder?)
Für welches MPI hast du dich entschieden?
Hast du dort abgeklärt, wie lange der max. Zeitraum zwischen deiner letzten Haaranalyse und dem MPU-Termin sein darf?
Teile uns das doch bitte mal mit, danke:smile:
Zum FB:
Tathergang
1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)
War auf einer geschäftlichen Sitzung, erst haben wir getagt, und dann war gemütliches Beisammensein mit essen und trinken, die Getränke wurden automatisch nachgefüllt, so dass ich nicht genau wusste wie viel Weinschorle ich so getrunken hatte. Das Essen fing so gegen 20.00 Uhr an. Und ich verließ die VA so gegen 23.45. Uhr setzte mich in mein Auto und wollte die ca. 1000 m nach Hause fahren. Unterwegs blieb ich stehen, weil mein Handy klingelte, dann kam eine Streife die mich fragten was sei, und die rochen dann halt meine Wein Fahne. Das war so gegen Mitternacht Pusten 1.54%: Nach Hause Führerschein holen. Der Frau Bescheid sagen, und auf die Wache wo ein Arzt mir Blut nahm, und die üblichen reaktionstest machte. Wie ich später der Akte entnehmen konnte, schnitt ich bei allen Tests schlecht ab. Das war so gegen 0.30 Uhr.
Das heißt also, dass du ohne "dringenden Grund" die VA verlassen hast....sondern "einfach nur" nach einem netten Abend betrunken in deinen Wagen gestiegen bist??
Dazu passt dies hier natürlich überhaupt nicht:
7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?
Sicher ist das in der Vergangenheit auch mal geschehen, aber es waren sicher mehr Fahrten mit Restalkohol als unmittelbar nach dem trinken. Wenn ich so bewusst darüber nachdenke, habe ich in der Vergangenheit schon auch öfter leichtfertig gehandelt. Ich denke die Zahl liegt so bei 200-mal. (das sind bei 36 Jahren etwa 6 TF pro Jahr das ist realistisch, leider)
Denn aus deiner Beschreibung geht mehr oder weniger hervor, dass es für dich eine "normale" Sache war, dich nach diesem sehr hohen Alk.konsum noch ans Steür deines Wagens zu setzen.
Ich möchte dir hierzu mal einen Link geben:
Fahrten unter Alkohol
Das du bei den Reaktionstests auf der Wache schlecht abgeschnitten hast, wird bei der MPU leider nirgends mehr in Erscheinung treten. Von daher wird der GA von einer hohen Alk.gewöhnung ausgehen...
2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
Schätze nach dem Blutalkohol und der Zeit so 12bis 15Weinschorle.
Wieviel Wein war denn in so einer Weinschorle? Du musst da bei der MPU schon genaüre Angaben machen...
12 bis 15 Gläser sind bei einer Trinkzeit von nicht mal 4 Stunden schon extrem viel und reicht trotzdem nicht aus, um deine BAK zu erklären! Das du den Wein mit Wasser verdünnt hast, macht das Ganze nicht besser, da du den Alk. ja trotzdem zu dir genommen hast.
Ich habe mit unserem
Promillerechner mal nachgeprüft, dass du ca. 1,9l Wein getrunken haben musst, um zum Zeitpunkt der BE ca. 1,7-1,8‰ gehabt zu haben. Überlege mal bitte, ob es nicht besser wäre, wenn du angeben würdest, den Wein pur getrunken zu haben. Das wären z.B. nicht ganz 8 Gläser mit jeweils 0,25 (also 1/4l) Wein gewesen. Das käme vom Flüssigkeitsvolumen in der recht kurzen Zeit von Trinkbeginn bis Trinkende auf jeden Fall plausibler rüber....
4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
Ich fühlte mich zu dem Zeitpunkt noch so fit, die kurze Strecke zu fahren.
Da ich auch direkt nach dem Trinken gefahren bin, hat der AK noch aufgebaut, auf der Wache bei der Blutprobe habe ich dann ganz schön einen im Tee gehabt.
Das ist nur bedingt richtig....denn der Abbau setzt bereits kurz nach Trinkbeginn ein. Zum Zeitpunkt der BE hattest du weniger ‰ als zum Zeitpunkt der TF....
5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?
Da das nicht geplant war, das ich so viel trinke, hatte ich nichts organisiert, es wäre aber kein Problem gewesen mit dem Taxi heim zu fahren. Aber alleine die falsche Einschätzung meines Zustandes zeigt mir doch deutlich, das ich zu viel getrunken hatte. Heute weiß ich, dass das ein Fehler war, und ich ein Taxi hätte nehmen müssen.
Du hattest nicht geplant soviel zu trinken? Warum hast du es dann gemacht? Gab es dafür einen besonderen Grund? Oder hattest du solche "Kontrollverluste" öfter?
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
Ich würde mich als Gelegenheitstrinker bezeichnen, der auf besonderen Anlässen dann schon immmer wieder mal getrunken hat, habe aus Diät gründen auch schon mal längere Zeit kein AK getrunken, etwa ein halbes Jahr. War auch zur Tatzeit in einer Phase, wo ich, seit einem ¾ Jahr eher wenig getrunken hatte.
Sorry, aber die ganze Antwort klingt eindeutig nach Verharmlosung. Ein "Gelegenheitstrinker" könnte niemals 1,75‰ erreichen und dann noch ein Auto steürn...
In dieser Frage geht es auch nicht darum, wie oft du auf den Alk. "verzichtet" hast...
-Dafür ist diese Frage da-:
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Ja, immer wieder mal aus Diät Gründen, bis zu einem ½ Jahr keinen AK getrunken.
...sondern es geht darum, wie du dir deine "Trinkfestigkeit" aneignen konntest! Das du ein 3/4 Jahr vorher "eher wenig" getrunken hast, ist dabei leider auch nicht glaubhaft.
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
Haben Wein Schorle oder Bier, weniger, getrunken, unregelmäßig ca. 2-3-mal im Monat und dann auch mal mehr, d.h. auch mal 1-2 Flaschen Wein.
Und bei dieser Antwort hast du die Gelegenheit mal recht genau herauszufinden, wieviel du tatsächlich im Laufe deines Lebens so getrunken hast....
Mache hier bitte eine Art Tabelle...und zwar vom ersten Alk.konsum bis zur TF.
Bsp.:
15 Jahre = Erster Konsum....1 Bier 0,33l
16 - ..... Jahre = 1 x im Monat (oder Woche)......Bier /Wein etc. a 0,33l
u.s.w.
In diesem FB z.B. ist die Antwort der Frage 10 sehr schön aufgeführt worden....
FB von lars
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Immer bei verschiedenen Gelegenheiten wie feiern Veranstaltungen, Partys, weniger zu Hause.
Und keine regelmäßigen Anlässe wie Stammtisch etc.
Hier wurde auch nicht danach gefragt, bei welchen Anlässen du
nicht regelmäßig Alk. getrunken hast, sondern bei welchen Anlässen du überwiegend Alk. zu dir genommen hast.
12. Warum haben Sie getrunken?
Zu Besonderen Anlässen, zu einem guten Essen, oder auch mal zur Belohnung. Selten, aber auch nicht ausgeschlossen, bei beruflichen Problemen, zur Problemverarbeitung. Hatte einige Zeit das Problem, dass ich gemoppt wurde, und dass ich entlassen werden sollte. Das hatte dann Existenzängste ausgelöst, was bei vier Kindern sicher auch normal ist. In anderen Phasen habe ich so um die 300 Stunden im Monat gearbeitet, hier kam ich abends nach Hause und dachte ich muss zum Stressabbau ein zwei Flaschen Wein trinken.
Auch im Gruppenzwang, wenn es mit Kollegen etwas zu feiern gab habe ich sicher hier und da auch zu viel getrunken. Das mit dem Feiern findet heute hin und wieder auch noch statt, und ich bin nicht der einzige Kollege, der keinen AK mehr zu sich nimmt. Mittlerweile ist das normal in der Gruppe, das nicht alle AK trinken.
Einen Gruppen
zwang kann man im fortgeschrittenerem Alter sicher nicht mehr geltend machen....
Der fett markierte Satz gehört nicht in diese Frage.....sondern in den Teil zum "Heute und in Zukunft".
Alles in allem ist das als Erklärung immer noch ein bißchen zu wenig. Deine beruflichen Probleme und Existenzängste wirst du dem GA etwas detaillierter schildern müssen. Du hast die Frage 16 mit.....
Vor 15 Jahren ging meine 1. Ehe aus beruflichen Gründen in die Brüche, und in der Phase hatte ich sicher auch das Gefühl meine Probleme teilweise mit AK zu lösen.
....beantwortet. Dies wäre vllt. dein Ansatz um mit deinem ersten überhöhten Alk.konsum zu beginnen.
Es ist so:
Entweder hat ein (nicht mehr ganz so junger) Mensch den Grundstein für seine Trinkfestigkeit bereits in jungen/jüngeren Jahren gelegt....und erst später wieder sein "altes Level" erreicht, wenn er angibt, zuvor über viele Jahre moderat getrunken zu haben. Dann reicht ein Zeitraum von wenigen Monaten (6-9), um die "alte Giftfestigkeit" wieder zu erreichen.
Oder - er gibt an, erst sehr spät mit dem Trinken angefangen zu haben. Um die entsprechende Alk.gewöhnung dann zu bekommen, muss allerdings ein wesentlich längerer Zeitraum angegeben werden, damit es auch von den Trinkzeiten einigermaßen moderat bleiben kann.
Soll heißen: Jemand der angibt, dass er jeden Tag 5l Bier getrunken hat, braucht natürlich einen wesentlich kürzeren Zeitraum zur Alk.gewöhnung, als jemand der angibt an 2 WE im Monat soviel getrunken zu haben. Ist das verständlich für dich?
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Hin und wieder Streit mit der Ehefrau.
Das waren wirklich alle Auswirkungen? Was ist denn mit der TF? War das keine Auswirkung deines Alk.konsums?
Nicht falsch verstehen.....du sollst hier natürlich nicht hinschreiben, dass du dadurch deinen FS verloren hast.
Es geht mir nur darum, dass du realisierst, dass der Alk. sehr wohl Auswirkungen auf dein Leben hatte....
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Ja, Vor 15 Jahren ging meine 1. Ehe aus beruflichen Gründen in die Brüche, und in der Phase hatte ich sicher auch das Gefühl meine Probleme teilweise mit AK zu lösen. Aber daraus hatte ich auch gelernt, mit meiner jetzigen Ehefrau kann ich über alles offen sprechen.
Bei einer AB-Angabe kannst du das nicht mehr vergleichen, da du heute keinen Alk. mehr trinkst.
19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
Wie ich verschiedentlich schon schilderte, würde ich mich rückblickend als Gelegenheitstrinker einstufen. Der bei besonderen Anlässen getrunken hat, aber nicht regelmäßig 1x die Woche oder bei besonderen Anlässen.
D.h. im Klartext, dass du bis heute nicht erkannt hast, dass du Alk.missbrauch betrieben hast?
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
Seit der TF trinke ich keinen AK mehr..
Also lautet die richtige Antwort hier: Nein
21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?
Bei der TF
Wann war das genaü Datum?
23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Auf Grund der Situation trinke ich keinen AK mehr, ich bin sogar der Meinung dass es mir gut tut, und mit 58 Jahren denke ich auch mehr an meine Gesundheit als mit 28 Jahren. Auch habe ich festgestellt, dass es auch ohne Alkohol geht, und ich zum Feiern keinen Rausch brauche, ich kann auch so fröhlich sein.
Aufgrund welcher Situation? Der Tatsache, dass du deinen FS abgeben musstest?
24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Ich hatte mich erst nach der TF intensiv mit dem Thema AK Konsum auseinandergesetzt,
und dadurch ist mir klar geworden, dass ich in der Vergangenheit zu viel getrunken habe.
Wie hier auch geschildert, trinke ich wegen der TF keinen AK mehr.. In der Vergangenheit habe ich keinen Grund gesehen gänzlich auf AK zu verzichten, was ich aber sporadisch immer wieder mal tat.
Mittlerweile habe ich mich aber entschlossen, auch in Zukunft keinen AK zu trinken.
Auch hier wieder der Verweis auf deinen FS.....
Das klingt weniger nach innerlicher Einsicht, sondern mehr danach, dass du deinem FS zuliebe auf den Alk. verzichtest....auch wenn du dich "mittlerweile" dazu entschlossen hast, auch in Zukunft keinen Alk. zu trinken....
25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Am Anfang war es nicht leicht auf den verschiedenen Anlässen nichts zu trinken, und auch seinen Mitmenschen klar zu machen, das man keinen AK mehr trinkt. Und auch zum guten Essen fehlte mir das Glas Wein. Mittlerweile habe ich auch die Vorzüge entdeckt, immer klar zu sein und alles in Ruhe zu beobachten. Auch mein Umfeld hat akzeptiert, dass ich kein AK mehr trinke, und unterstützt mich.
In vielen Gesprächen mit meiner Familie über meinen AK Konsum, wurde mir klar, dass ich in gewissen Phasen, zu viel AK getrunken hatte. Mein Umfeld unterstützt mich hier vorbildlich, indem ich jede Unterstützung bekomme, die ich benötige. Der Besuch bei einer Beratungsstelle und auch die Gespräche mit dem PS haben mir hier sehr geholfen. Ich habe wieder angefangen mehr Sport zu treiben.
Hier fehlt völlig die Aufarbeitung deiner Trinkmotive. Was ist z.B. aus deinen Existenzängsten und dem Mobbing geworden? Wie würdest du heute reagieren, wenn du wieder in solch eine Situation kommen würdest? Das ist auch aus deinen Vermeidungsstrategien nicht ersichtlich...
27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neüs Verhalten daürhaft stabil bleibt?
Ich habe mir selber regeln auferlegt, die ich auch einhalten werde. In der Vergangenheit habe ich bewiesen, dass selbstauferlegte regeln auch einhalten kann. Rauchen, Abnehmen etc.
Der Zigarettenverzicht und das Abnehmen beinhalten ja keine Regeln in dem Sinne...sondern sind der Verzicht auf etwas. Eine Regel wäre z.B. wenn du dir sagst:
Heute treibe ich 1 Std. Sport, dafür gönne ich mir nachher einen Kuchen....aber nicht mehr wie 1 Stück!
Bei 2 Std. Sport bestelle ich mir zum Kuchen noch 1 Kugel Eis dazu......aber eben nur eine Kugel etc.
Gerade bei dieser Antwort solltest du deine Familie und deine Freunde mit einbeziehen und von Hobbys etc. reden, die dir einen inneren Ausgleich verschaffen.
Wichtig auch hier die Angabe, dass du vor prof. Hilfe nicht zurückschrecken würdest...
26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Wirkt sich durchweg nur positiv aus, auf mein Leben und auch auf mein Umfeld. Außerdem habe ich das Gefühl, das es meiner Gesundheit gut tut.
Auch hier sollte ein bißchen mehr Begeisterung aufkommen. Du solltest nicht nur das Gefühl haben, dass es deiner Gesundheit gut tut, dass du auf den Alk. verzichtest....sondern es sollte zur Gewissheit geworden sein. Darüberhinaus sollte es noch mehr pos. Seiten des Alk.verzichtes geben...
Alles in allem fehlt es noch an Überzeugungskraft in deinem FB. Bedenke, du weist deine AB "nur" mit 6 Monaten nach. Wenn der GA von deinen Ausführungen nicht vollständig überzeugt ist, könnten daraus leicht 12 Monate werden.
Lese meine Anmerkungen darum bitte nochmal mit größter Aufmerksamkeit durch und versuche deinen FB entsprechend abzuändern und dann erneut einzustellen.
Du kannst natürlich auch jederzeit Rückfragen an mich stellen:smile: