Meta-Diskussion: Wann kann man juristisch eine MPU vermeiden (Bindungswirkung eines Strafurteils)

ich hatte eine Verhaltenstherapie gemacht über 6 Monate mit ausschließlich Einzelsitzungen. Die Hauptverhandlung war nach 9 Monaten + AN bis dorthin (dann fortgesetzt über 12 Monate). Hätte es nicht diesen guten Ausgang genommen, wäre ich trotzdem bestens auf eine MPU vorbereitet gewesen also zwei Fliegen mit einer Klappe.
 
Das hört sich gut an.
Ausschließlich Einzelsitzungen ist doch schon ganz was Anderes als die "58" Gruppengespräche bei der IVT-Hö
 
Die Anordnung einer MPU ist rechtswidrig, wenn im Urteil des Gerichts steht, dass der Angeklagte als nicht mehr zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet anzusehen ist. Die Bindungswirkung ist in § 3 Abs. 4 S. 1 des Straßenverkehrsgesetzes geregelt:
„Will die Fahrerlaubnisbehörde in einem Entziehungsverfahren einen Sachverhalt berücksichtigen, der Gegenstand der Urteilsfindung in einem Strafverfahren gegen den Inhaber der Fahrerlaubnis gewesen ist, so kann sie zu dessen Nachteil vom Inhalt des Urteils insoweit nicht abweichen, als es sich auf die Feststellung des Sachverhalts oder die Beurteilung der Schuldfrage oder der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen bezieht.“
 
Genau diese Infos bzgl. verkehrstherapeutischer Einrichtung + besagtem RA hatte ich auch gefunden...

Ich sehe das genau so wie Karl-Heinz, dass ohne psych. Maßnahme + Abstinenznachweisen die Aussicht, den Richter von der Fahreignung zu überzeugen, eher gering ist.


Absolute Zustimmung. :smiley138:
Ich finde die Diskussion wichtig und interessant.
Und bin der Meinung selbst wenn das so durchgeht ist die 2. MPU damit doch schon gebucht!

Ohne echte reflektion und Verhaltensänderung macht „man“ weiter wie bisher weil das Fehlverhalten
A. Nicht eingesehen / ausreichend reflektiert wird - richtig hinsehen und arbeiten tut weh
B. Keine „schmerzhaften“ Konsequenzen hatte
C. Derjenige der nach diesem Weg sucht meint mit Geld alles regeln zu können (Steile These ich weiß)

Diesen User werden wir dann hier bald nach der nächsten alkoholfahrt erneut „begrüßen“ dürfen
 
Ohne echte reflektion und Verhaltensänderung macht „man“ weiter wie bisher
Das ist ja häufig genug das Problem mit Aufarbeitung, Verhaltensänderung usw..
Also mit der Psyche, dessen Veränderung und dem Anspruch diese beurteilen zu können.
Wieviele Gutachten - sei es bei der MPU oder sonst wo - sind als nicht zutreffend oder im Nachhinein als falsch zu bezeichnen? Stichwort Rückfall, Gutachten bei Kindesmissbrauch oder oder.....
Daran schließt sich natürlich die Frage an, ob das System an sich so gut ist. In der SHG in der ich seit der TF bin, sind erschreckend viele Betroffene, die schon 4-5 oder mehr Therapien hinter sich haben. Fragt man genauer nach, wie es zu so vielen Rückschlägen kommen konnte, ist zum überwiegenden Teil rauszuhören, dass die Motivation zur Therapie / Abstinenz durch FFF begründet war. Das kann auf Dauer nicht erfolgsversprechend sein.

BTW. wer kritisiert sollte auch einen Verbesserungsvorschlag haben - kann ich leider nicht mit dienen:(
 
Ich finde die Diskussion wichtig und interessant.
Und bin der Meinung selbst wenn das so durchgeht ist die 2. MPU damit doch schon gebucht!

Ohne echte reflektion und Verhaltensänderung macht „man“ weiter wie bisher weil das Fehlverhalten
A. Nicht eingesehen / ausreichend reflektiert wird - richtig hinsehen und arbeiten tut weh
B. Keine „schmerzhaften“ Konsequenzen hatte
C. Derjenige der nach diesem Weg sucht meint mit Geld alles regeln zu können (Steile These ich weiß)

Diesen User werden wir dann hier bald nach der nächsten alkoholfahrt erneut „begrüßen“ dürfen
Gerade aus deinen genannten Gründen wird kein Richter die positive Fahreignung feststellen, wenn vorher kein psychologisches Gutachten vorliegt. Die Inhalte der Verkehrstherapie erfüllen diese Punkte. Die Rückfallquoten nach ivt-hö sind um ein vielfaches geringer als nach herkömmlicher MPU (die ja erschreckend hoch ist).
 
BTW. wer kritisiert sollte auch einen Verbesserungsvorschlag haben - kann ich leider nicht mit dienen:(
Ich gehe auch in die SHG und habe auch auf Anraten der Beratungsstelle eine ambulante Reha gemacht - „Die staatliche“
Wir hatten einmal in der Woche Gruppentherapie einmal in der Woche Einzeltherapie Gespräch

Die Gruppe hat mir gar nichts gebracht und die Gruppen Therapeutin hatte selbst Probleme. Wenn das nicht negativ Für die MPU gewesen wäre, hätte ich auch die Therapie abgebrochen.
Ich bin da wie der letzte Mensch behandelt worden, ich habe mich nach jeder Sitzung erst mal bei meiner einzeltherapeutin „beschwert“
- näher beschreibe ich das mal nicht. Viele kamen schon aus mehren langzeit Therapien und waren in der Adaption.
Ich habe 8 Monate auf diesen Platz warten müssen - als
körperlich abhängiger und psychisch instabiler die nach der Entgiftung also maximal nach 14 Tagen entlassen werden und dann in der Luft hängen kein Wunder das die rückfall Gefahr so hoch ist und diese wieder rückfällig werden.
Da du keine Werkzeuge hast und zurück ins alte Leben gehst - nur entgiftet.
Noch konsumierend erhältst du auf Staatskosten keinen Therapieplatz und da beißt sich die Katze in Schwanz ohne Einstellung Konsum keine Therapie aber wie davon loskommen wenn du nach der „trocken Schleuder Aktion“ keinen Anschluss an irgendwas hast.
Vom Grundsatz verstehe ich das, weil ein Sucht Hirn das noch konsumiert, kann keine therapeutischen Ansätze aufnehmen!
Wenn du ein Langzeitplatz hast, wirst du da gehalten wie in der Käseglocke. Das hat doch mit Leben draußen nichts zu tun und hast du da keine gute Aufbereitung und Stabilisierung und gehst dann wieder in dein altes Umfeld zurück ist die Gefahr des Rückfalls sehr hoch.

Ich habe mir neben dem staatlichen suchthilfe System von Anfang an privat finanzierte Unterstützung geholt ( die Bescheinigung wurde von der MPU ignoriert, es hat nur das „staatliche“ gezählt, wobei das am Ende zur Aufbereitung und reflektion beigetragen hat, was sich dann im Gespräch ausgezahlt und gezeigt hat.

Was kann man ändern? Puh
Ich komme aus der Medizin und mich persönlich ärgert immer, dass wir nur immer an den Symptomen rum Doktoren , aber nie zur Bekämpfung der Ursache Geld ausgeben wird.

Hier Ursachen Abmilderung:
Ich beziehe mich hier ausschließlich auf die Substanz Alkohol!
- betreutes trinken abschaffen !
Nachdem auch die WHO sagt jeder Tropfen Alkohol schadet - warum soll dann betreutes trinken erlaubt sein!
Alkohol raus aus Tankstellen und Supermärkten - in anderen Ländern gibt es Alkohol nur in separatem Läden
Alkohol teuerer machen und ordentlich Alkohol Steuer drauf. Nirgends ist Alkohol billiger als in Deutschland und ich sage mit Absicht „billig“
Insgesamt also die Hürde großer machen an Alkohol zu kommen.
Aufklärung in Schulen so wie man es auch bei Drogen macht.
Alkoholfreie Alternativen nicht teurer machen als Alkohol.
Natürlich werden dadurch die die trinken wollen oder müssen nicht abgehalten.
Das spiesruten laufen im
Supermarkt für die die Psychisch abhängig sind so wie ich es auch war hört auf wenn der Wein nicht neben dem Spargel steht

Das war mein persönlicher Gedanke dazu
 
Ich bin der gleichen Meinung. Alkohol so "unattraktiv" wie irgend möglich machen. Damit meine ich nicht die Prohibition wie in den USA (Al Capone möchte ich nicht haben). Aber solange Alk als riesige Sponsoren in Sportvanstaltungen usw. auftauchen, braucht man sich nicht wundern.

BTW ich denke nicht, dass man den der trinken will davon abhalten kann. Aber ich hab es dann schwerer ranzukommen und einfacher - mit der inneren Überzeugung (ohne der nichts geht) - wegzubleiben.
 
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