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MPU nach TF mit dem Fahrrad, 2,0 AK

Friberg976

Neuer Benutzer
Hallo zusammen, ich wurde letztes Wochenende erwischt und beginne nun endlich mit der Aufarbeitung meines Verhaltens.
Gestern habe ich an ersten Online- Informationsveranstaltung vom TÜV zur MPU teilgenommen, mich nach einem Anwalt für Verkehrsrecht umgehört und schon für einen VP entschieden, der hier vor Ort ist. Ich bleibe abstinent, habe mich aber noch nicht entschieden, welche Strategie ich fahre - da ich noch nicht weiß, wie viel Zeit mir die FS gibt.
Alles weitere würde ich nun Stück für Stück angehen - ich habe Respekt, und vielleicht auch etwas Angst. Danke schonmal für die tollen Beiträge hier und die Hilfsangebote, auch wenn ich natürlich für mich selber verantwortlich bin hilft es, Leidensgenossen und Leidensgenossinnen zu haben.

FB Alkohol

Zur Person
Geschlecht: männlich
Größe: 1,77
Gewicht: 87
Alter: 32

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit:13.05.206
BAK: - (AK 2,0), Ergebnis noch nicht da
Trinkbeginn: 16:00 Uhr
Trinkende: 00:00
Uhrzeit der Blutabnahme: 00:30

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: ja
Strafbefehl schon bekommen: nein
Dauer der Sperrfrist: unbekannt

Führerschein
Hab ich noch: ja
Hab ich abgegeben: nein
Hab ich neu beantragt: nein
Habe noch keinen gemacht: nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): unbekannt

Bundesland:

Baden-Württemberg


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: (falls man das so nennen kann) dem Vorfall

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: geplant
Urinscreening ja/nein: alternativ geplant
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?: !

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele: nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: ja
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: gerade auf der Suche
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung: -

MPU
Datum: nein
Welche Stelle (MPI): nein
Schon bezahlt?: nein
Schon eine MPU gehabt? - nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: keiner
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: nein

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein

-------------------------
 
Schön, dass du hier so früh gelandet bist :smiley138:

Sortieren wir mal:
mich nach einem Anwalt für Verkehrsrecht umgehört
In der Mandatierung sehe ich jetzt keinen Mehrwert.

und schon für einen VP entschieden, der hier vor Ort ist.
Das ist gut, achte bitte nur auf seine Qualifikation.

Ich bleibe abstinent
Auch sehr gut !

habe mich aber noch nicht entschieden, welche Strategie ich fahre -
Also, die „Strategie“ richtet sich nicht nach dir.
Sie folgt klaren Richtlinien, in welche Hypothese du bei der MPU eingeordnet werden wirst.

Ein guter Vorbereiter -wie auch wir hier- können das aber im Vorfeld einschätzen.
Grob gesagt richtet sie sich nach deiner Problemtiefe.

da ich noch nicht weiß, wie viel Zeit mir die FS gibt.
Je nachdem, wie schnell deine zuständige reagiert, wird die Zeit in keinem Fall reichen.
Es wird -neben den o.g. Kriterien- auch eine Verhaltensänderung von 12 Monaten per se vorausgesetzt ( in begründeten Einzelfällen können auch 6 Monate reichen ).

Alles weitere würde ich nun Stück für Stück angehen - ich habe Respekt, und vielleicht auch etwas Angst.
Das ist absolut nachvollziehbar.
Das geht jedem so, der zum 1.Mal mit diesem auch sicherlich von außen sehr undurchsichtigem Prozess konfrontiert ist.

Angst brauchst du nicht zu haben.
Wir begleiten dich sehr gerne durch diesen „Dschungel“.

Eines noch, was mir gleich in`s Auge gesprungen ist:
Du sprichst von „Wochenende“.
Nun hast du am Nachmittag vor dem Feiertag begonnen, dir sehr kräftig einen über die Haare zu schütten.

Das riecht schon so a bitti danach, puh, endlich, Computer aus, jetzt muss aber Alkohol her, und zwar viel.
Kann etwas für deine Kategorisierung bedeuten, muss nicht.

Nun gilt es natürlich erst einmal die BAK abzuwarten.
Frage so in ca. 14 Tagen mal bei deiner zuständigen PI ( Polizeiinspektion ) nach, am Besten persönlich wegen der eindeutigen Feststellung deiner Identität.

Egal, wie es nun sei, es ist alles zu schaffen und, auch wenn es für dich jetzt utopisch klingen mag, für die Meisten ist es am Schluss ein Mehrwert, für ihr Leben….

So weit erst einmal von mir, liebe Grüße :smiley138:
 
Vielen Dank für deine rasche Antwort, Karl-Heinz.

1. Den Anwalt würde ich zur Akteneinsicht konsultieren - mir ist zu Ohren gekommen, dass die Polizei den Bericht nicht an Privatpersonen aushändigt. Ich habe allerdings einen quasi vollständigen Filmriss, die Informationen zur Tat stammen ausschließlich von meinem Freund, der mit anwesend war und noch zurechnungsfähig. Daher wüsste ich gerne, was ich zu den Polizeibeamten gesagt habe.

2. Was macht einen qualitativ "guten" VP deiner Meinung nach aus? Ich muss nicht schon in zwei Wochen zur Therapie, habe ja noch Zeit und entscheide lieber nach guten Kriterien.

3. Zur Situation oder Problemtiefe: Ich trank immer gerne Bier, sobald ich ins Stadion ging oder auf einem Festival auch diverse Male in meinem Leben viel zu viel (3-4 Liter Bier z.B). In beiden Fällen nahm ich aber nicht am Verkehr teil. Ich habe offensichtlich ein großes Problem, sonst wäre die TF nicht vorgefallen. Mehr als 3-4 mal pro Monat konsumiere ich Alkohol nicht, meine Frau ist aktuell auch schwanger und wenn sie dabei ist trinke ich seit langem aus Solidarität gar nichts, genau so wenig wie unter der Woche. Seit einigen Jahren beschränkt sich das Trinken generell auf besagte Events, Geburtstage oder Hochzeiten. An besagtem Tag war ein Weinfest hier in der Nähe, nach einem Flammkuchen und nem Viertele wollte ich wieder nach Hause. Aber es war sehr schön und es ist eskaliert. Ich habe nur Wein getrunken und keine Kontrolle über mein Trinkverhalten an den Tag gelegt. Die letzten Stunden fehlt mir jegliche Erinnerung. Es hat mir gezeigt, wie schwach ich mich selber im Griff habe. Ich bezweifle, dass ich gezögert habe, ob ich Fahrrad fahren soll (da Filmriss). Die Entscheidung Fahrrad zu fahren, wenn ich Alkohol trinke, kommt eigentlich nicht in Frage, da ich dann bewusst nicht mit dem Fahrrad gehe, sondern mit der Straßenbahn. Es kam aber schon vor und ich hab mich jedes Mal nicht genug geschämt, dass es jetzt wieder passiert ist. Umgang mit Alkohol ist definitiv ein tiefergehendes Problem, da ich mir den Kontrollverlust nicht plausibel erklären kann. Ich bin regelrecht erleichtert, dass es nun einen Grund gibt, das Ganze ausführlich aufzuarbeiten.

Ich habe keine Punkte, bin noch nie betrunken Auto gefahren und habe keinerlei Begegnung mit der Justiz in meinem Leben gehabt. Jetzt beginnt für mich ein neues Leben, ich glaube, mein Kind wird es mir danken :)

Was meinst du mit Hypothese?

4. Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?

5. Das Datum war der Samstag, also 16.5., leider habe ich mich verschrieben.

Vielen Dank schonmal im Voraus für die Unterstützung - ich fühle mich jetzt schon gut aufgehoben.

LG
 
Aber es war sehr schön und es ist eskaliert. Ich habe nur Wein getrunken und keine Kontrolle über mein Trinkverhalten an den Tag geleg

Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?

die A3 ist nur für Menschen, die noch die Kontrolle über ihren Konsum haben. Kontrollverlust schließt sowas also aus.
Ein einmaliger Kontrollverlust wäre noch möglich, aber der Gutachter wird ziemlich genau nach weiteren suchen - und das ist auch das, was wir Dir hier ans Herz legen, allein schon, um selbst Klarheit über Deine Alkoholproblemtiefe zu bekommen.

Die wichtigste Hürde hierbei ist, ehrlich mit sich selbst unzugehen. Wenn Du glaubst, dass Du das hinbekommst, dann kannst Du mal für Dich eine erste Einschätzung vormnehmen:
und dann noch den hier:


btw:
Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?
falsche Frage. Das einzige, was Dich wirklich zu interessieren hätte, wäre:
"Verdammtnochmal, wie stark ist eigentlich meine Alkoholpropblematik?"

Solange Dir noch andere Aspekte wichtiger sind, würde ich meinen: schlechte Karten. Prüfe für Dich selbst.
 
Es freut uns sehr, dass du dich gut aufgehoben fühlst :smiley138:

Ich hoffe, dass du weißt, dass wir durchaus auch mal so genannte „harte, klare Worte“ benutzen.
Das gehört zum Prozess dazu.

Eine MPU ist mitnichten ein Sonntagsspaziergang mit netten Menschen bei Traumwetter, sondern schlammig und steinig und zwischendurch tobt ein Mordsgewitter.

Diese Worte sind niemals dazu gedacht, zu verletzen, runterzumachen o.Ä.

Das mal vorweg :smiley22:

Solange Dir noch andere Aspekte wichtiger sind, würde ich meinen: schlechte Karten. Prüfe für Dich selbst.
Alleine dieser Prozess ist schon schwer.
Im Moment steht -nachvollziehbar- im Moment deine FE im Vordergrund.
Du musst aber, um „MPU-reif“ zu werden, dich und dein Alkoholproblem in den Vordergrund stellen.
Nur so wird es dir gelangen, deine FE nicht nur wiederzuerlangen, sondern auch zu behalten.

Was wir mit deiner Hilfe nun versuchen ist erst einmal, deine Problemtiefe einzuschätzen.
Dazu sind diese Tests, die dir der liebe @joost an die Hand gegeben hat, wichtig.
Bitte schonungslos und ehrlich beantworten.

So, jetzt zu deinen Fragen :smiley22:
1. Den Anwalt würde ich zur Akteneinsicht konsultieren - mir ist zu Ohren gekommen, dass die Polizei den Bericht nicht an Privatpersonen aushändigt. Ich habe allerdings einen quasi vollständigen Filmriss, die Informationen zur Tat stammen ausschließlich von meinem Freund, der mit anwesend war und noch zurechnungsfähig. Daher wüsste ich gerne, was ich zu den Polizeibeamten gesagt habe.
Ja, das stimmt.
Der Vorgang geht nach Abschluss der Ermittlungen zur StA.
Privatpersonen bekommen keine Einsicht.

Aber Akteneinsicht bei der FEB kannst du selber nehmen.
Das kannst du für dich also abwägen

2. Was macht einen qualitativ "guten" VP deiner Meinung nach aus? Ich muss nicht schon in zwei Wochen zur Therapie, habe ja noch Zeit und entscheide lieber nach guten Kriterien.
Erst einmal ist wichtig, dass du jemanden findest, der eine psychologische Qualifikation hat.
Dann, ob der- oder diejenige die BUK ( Beurteilungskriterien ) kennt und anzuwenden weiß.
Nun sind auch neue BUK herausgekommen.
Ist er / sie darüber und über die Neuerungen informiert ?

Momentan wäre mein Rat für dich:
Warte erst einmal ab.
Wir begleiten dich gerne durch den ganzen Prozess, und dann könnten wir schauen, ob es für dich Sinn ergeben würde, noch jemanden im „real life“ zu suchen.

So, jetzt schon mal an`s Eingemachte;)
3. Zur Situation oder Problemtiefe: Ich trank immer gerne Bier,
Es spielt keinerlei Rolle, ob du Bier, Wein oder was auch immer du in dich bis zum Filmriss und zu einer TF hineinkippst.
Alkohol ist Alkohol.
Gift ist Gift.
2 Umdrehungen sind 2 Umdrehungen.

sobald ich ins Stadion ging oder auf einem Festival auch diverse Male
Hm, unter „diverse Male“ verstehe ich einige Male…
Sicher ?
Für mich riecht das nach Verharmlosung….
in meinem Leben viel zu viel (3-4 Liter Bier z.B).
Rechne das mal aus.
Und rechne mal aus, was du -bei der TF- in 8h gekippt haben musst, um 2 Promille zu erreichen.

Ich habe offensichtlich ein großes Problem, sonst wäre die TF nicht vorgefallen.
…, sonst hättest du niemals 2 ‰ überhaupt nur erreicht.
Weißt du, ab welcher Promillegrenze so genannter „gesellschaftlicher Konsum“ endet…..?

Mehr als 3-4 mal pro Monat konsumiere ich Alkohol nicht,
Uiuiui, also 26 d/ Monat trinkst du Alkohol ?

meine Frau ist aktuell auch schwanger und wenn sie dabei ist trinke ich seit langem aus Solidarität gar nichts, genau so wenig wie unter der Woche.
Mh, das ist ein krasser Widerspruch….
( Und warum du in Gegenwart deiner Frau aus Solidarität seit Langem nix trinkst, würde mich sehr interessieren )

So, das reicht erst einmal an klaren Worten ;)

Jetzt beginnt für mich ein neues Leben,
Das ist die richtige Einstellung !
Auch wenn es dir jetzt nicht glaubwürdig erscheint, ein besseres Leben.

ich glaube, mein Kind wird es mir danken :)
Mit Sicherheit, du und deine Frau auch, wage ich mal zu prognostizieren.

Was meinst du mit Hypothese?
Kurz gefasst:
In den BUK werden alle, die zur MPU müssen, in, sagen wir mal, feste Kategorien eingeteilt, je nach Problemtiefe.
Davon hängt ab, welche formalen Voraussetzungen, z.B. Abstinenznachweise, erbracht werden müssen.
Psychologische Aufarbeitung und eine fest gelegte Zeit der Verhaltensänderung ( s.o. ) werden immer vorausgesetzt.

Ich persönlich halte nichts davon, die Hypothesen nun im Vorfeld schon zu präzisieren.
Gerade am Anfang neigt der/die Betroffene, sich selbst einzuordnen und das halte ich für kontraproduktiv.


4. Bedeutet das, selbst wenn ich 6 Monate Zeit eingeräumt bekommen würde, würde das nicht reichen?
Die 6 Monate gelten nur in begründeten Einzelfällen, sind also eine Ausnahme.

5. Das Datum war der Samstag, also 16.5., leider habe ich mich verschrieben.
Prima, danke für die Klarstellung !

LG :smiley138:
 
Ich freue mich sehr über die Hilfe, danke ihr beiden. Und je klarer die Worte, desto besser. Soll ich die Testergebnisse hier nur verkünden oder hochladen?

1. schwerer Verdacht auf Alkoholsucht: Ihre Angaben zeigen ernste Anzeichen der Krankheit „Alkoholsucht“.
2. Der Score ist 14.


Für eine Aufarbeitung und Auseinandersetzung der Problematik für eine nachhalte Verhaltensänderung bin ich definitiv bereit, falls das bisher nicht deutlich wurde. Ich verharmlose nichts, habe mich bisher aber auch noch nicht so tief mit meinem problematischen Umgang mit Alkohol auseinandergesetzt, bitte so ehrliche Worte wir möglich benutzen.

falsche Frage. Das einzige, was Dich wirklich zu interessieren hätte, wäre:
"Verdammtnochmal, wie stark ist eigentlich meine Alkoholpropblematik?"

Solange Dir noch andere Aspekte wichtiger sind, würde ich meinen: schlechte Karten. Prüfe für Dich selbst.
Meine Sorge mit den 6 Monaten kam daher, dass ich nicht weiß, wie ich die Forderung auf Nachweise einer erfolgreichen MPU auf 12 Monate für eine nachweisliche Verhaltungsänderung hinauszögern kann - ich bin Pendler ohne Zugang zu ÖPV. Aber ich lerne noch, das hinten anzustellen, es ist nur so omnipräsent in den Gedanken.
Aber Akteneinsicht bei der FEB kannst du selber nehmen.
Das kannst du für dich also abwägen
Und das kann ich per losem Antrag stellen?

Momentan wäre mein Rat für dich:
Warte erst einmal ab.
Wir begleiten dich gerne durch den ganzen Prozess, und dann könnten wir schauen, ob es für dich Sinn ergeben würde, noch jemanden im „real life“ zu suchen.
Alles klar - ich warte ab. Bei der Suchtberatung habe ich auf jeden Fall schon in zwei Wochen einen ersten Termin, das gibt mir möglicherweise die Möglichkeit, mit jemanden persönlich darüber zu sprechen. Das tut bestimmt gut.

Uiuiui, also 26 d/ Monat trinkst du Alkohol ?
Nein, an 3-4 Tagen im Monat trinke ich, für Mai bedeutet das konkret: Am Freitag vor besagtem Vorfall sowie zum Stadion Besuch eine Woche zuvor. Kein Alkohol unter der Woche, kein einziges alkolhaltiges Getränk. Aber die Menge an den Tagen war kein "gesellschaftlicher Konsum", ich habe dennoch kein Fahrrad gesteuert oder einen "Kontrollverlust" erlitten. Ich weiß nicht, was die Definition ist, aber es gab jeweils die aktive Entscheidung: mir geht es gut und ein weiteres Getränk würde mich betrunkener machen, als ich das möchte und den nächsten Tag unentspannter machen. Wie ihr an meiner Wortwahl sehen könnt, drücke ich mich aus, wie jemand der am Anfang der Aufarbeitung steht - trotzdem möchte ich nochmal zum Ausdruck bringen, dass es mich selbst (leider erst seit kurzem) anwidert.

Hm, unter „diverse Male“ verstehe ich einige Male…
Sicher ?
Für mich riecht das nach Verharmlosung….
Das, was ich bisher als "viel zu viel" bezeichnen würde, passiert nicht jährlich, dieses Jahr bis zur TF gar nicht und letztes Jahr einmal am Oktoberfest. Davor habe ich drei Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet, wo die Kultur ganz anders ist und war. Aber vor allem während des Studiums war mein Bezug zu Alkohol anders, ich habe mein Verhalten in den letzten Jahren bereits ein wenig, aber bei weitem nicht ausreichend verändert.
Mh, das ist ein krasser Widerspruch….
( Und warum du in Gegenwart deiner Frau aus Solidarität seit Langem nix trinkst, würde mich sehr interessieren )
Weil sie aktuell kein Alkohol trinken kann und früher auch gerne im Urlaub oder in der Sonne mal etwas getrunken hat und es in einigen wenigen Situation vermisst. Sie hat eine sehr gesunde Einstellung gegenüber dieser Thematik und von ihr kann ich wahnsinnig profitieren. Und für micht passt es auch, vielleicht kann ich mich wenigstens von einer Alkoholabhängigkeit abgrenzen? Ich brauche ihn schon lange nicht mehr, um einen schönen Tag zu haben.

Darf ich noch etwas fragen? Was wäre eurer Ansicht nach der beste nächste Schritt? Erst einmal auf den Brief zu warten?
Und stimmt es, dass ich nun auf alkoholfreie Bier besser verzichten sollte, weil es eine Art von Ersatz darstellt? Das habe ich gelesen. Aber ich habe früher schon gerne nach dem Sport oder an den Wochenende lieber alkoholfrei getrunken, weil sie mir auch schmecken.


1000 Dank an euch, wirklich.
 
1. schwerer Verdacht auf Alkoholsucht: Ihre Angaben zeigen ernste Anzeichen der Krankheit „Alkoholsucht“.
2. Der Score ist 14.
auch wenns schwer sein mag: kannst Du diagnostisch für dich akzeptieren, dass Du mit hoher Wahrscheinlichkeit schon im Missbrauch hängst?
Falls ja, wäre die erste Hürde geschafft und jetzt wäre Platz fürs organisatorische.

Eine Sache kannst Du Dir schon klar machen: Dein Körper hat bereits seine Fähigkeit verloren, auf Giftmengen angemessen zu reagieren. Wo andere schon kotzen, fährst Du noch. Das wird so bleiben, hier muss Du also für den Rest Deines Lebens bewusst darauf achten, das wird Deine Aufgabe sein müssen.

Es käme jetzt darauf an, die Augen gegenüber Kontrollverlust zu öffnen. Wenn dein Hirn bereits so geschädigt ist, dass Kontrollzentren versagen, wäre die Idee mit "kontrolliert Trinken" ne Schnapsidee, schon vom Wort her, richtig?
Missbrauch wäre nach den Gutachterkriterien eine A2 und die bietet Dir folgende 2 Eintrittskarten für eine pos. MPU (Eintrittskarte deshalb, weil es eine notwendige, nicht aber eine hinreichende Bedingung für ein Bestehen ist. Den Unterschied zwischen "notwendig" und "hinreichend" kennst Du?)
Weg 1: Es ist zukünftig kein Kontrollverlust zu erwarten -> kontrollierter Umgang steht Dir offen, das ist ein Verhaltenskontrollprogramm, das unter fachkundiger Begleitung erlernt werden muss. Die Eintrittskarte dazu: 3 Monate Trinkpause mit Haarnachweis, 3 Monate kT als Erprobungsphase ohne Nachweise*, dann 6 Monate kT mit peth-Nachweisen.
Weg 2: Es ist zukünftig Kontrollverlust zu erwarten -> das ist ein echter wichtiger Grund für eine echte Abstinenz - nicht für die MPU, sondern fürs Leben. Die Eintrittskarte dazu: 12 Monate Abstinenznachweise (Haar, Blut, Urin)

Aber egal, welchen Weg Du nimmst: er dauert mindestens 12 Monate und beginnt mit einem 3-monatigen Haarnachweis.
Um zu vermeiden, dass diese erste Haarprobe noch wegen Alt-Konsum anschlägt, würde ich bis wenigstens einen Monat nach Konsum warten (es gibt viele, die mehrere Monate als Pufferzeitraum empfehlen, aber ich denke, vllt riskiert man aus Zeitgründen auch mal eine geschossene Haarprobe und versuchts dann 4 Wochen später nochmal).
Das würde für Dich bedeuten: Nachweiszeitraum ab 6/26, d.h. erste Haarprobe 9/26. MPU-Ziel 6/27.
Du hättest also noch Zeit.

Willst Du eine Hochrisiko-A3 wagen, wäre der Anfang identisch: 3 Monate Trinkpause mit Nachweis und dann 3 Monate risikoarmer Konsum (ohne Nachweis). Das wäre eine Eintrittskarte in eine A3, die zugleich ein passender Beginn für eine A2-Eintrittskarte wäre, falls Du mit einer A3 mit Pauken und Trompeten durchrasselst. Rein von den Vorgaben her braucht eine A3 gar keine Nachweise.

Zur Frage nach Alkfrei: wenn es um Abstinenz ginge, wäre es auch eine Aufgabe, neue Geschmackswelten zu erschließen. Alkfreies Bier hindert Dich daran. Zudem enthalten auch viele Alkfreie noch Alkohol, was mies für die teuren Nachweise sein kann. Ich würde sagen: erstmal Finger weg davon. Und später kommt es darauf an, welchen Weg Du einschlägst.

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*am Ende dieser Phase wäre dann ein einzelner peth-Nachweis nötig als Startwert für die folgende Nachweisphase. Ich habs mal bisschen abgesetzt, um das ganze im Text nicht zu kompliziert zu machen
 
Der liebe @joost hat natürlich wie immer alles großartig auf den Punkt gebracht.
Da bleibt mir nur noch deine Frage nach der Akteneinsicht beantworten:
Es braucht dafür in dem Sinne keinen Antrag.
Es ist dein verbrieftes Recht, deine Akte einzusehen.
Es steht daher auch immer in den Briefen der FEB.
Daher reicht die Vereinbarung eines Termins.
Dort kannst du die Akte fotografieren bzw. kopieren ( einige verschicken auch schon digitale Versionen ).

Auch möchte ich dir noch kurz rückmelden, dass ich die Art und Weise, wie du sowohl an deine Thematik als auch an jene, wie du hier im Forum „arbeitest“ und „auftrittst“, großartig finde ! :smiley138:
 
Auch möchte ich dir noch kurz rückmelden, dass ich die Art und Weise, wie du sowohl an deine Thematik als auch an jene, wie du hier im Forum „arbeitest“ und „auftrittst“, großartig finde !
Danke!! Das Kompliment gebührt aber euch, für die schnellen Antwort und v.a. die Hilfsbereitschaft - ich hatte heute Morgen wieder einen kleinen Nervenkoller, ich weiß aktuell noch nicht wirklich, wie ich durch diesen Albtraum komme, selbst eingebrockt und verdient mal beiseite ist es doch eine Belastung für mich und meine Familie. Das ist es schön, eure Hilfe zu bekommen...

Ich bin sehr fein damit, das Problem auch als solches zu benennen und muss ehrlich zugeben, dass ich mein Trinkverhalten bisher nicht als Missbrauch bezeichnet hätte - jetzt hab ich Klarheit. Und der Missbrauch geht so schon über Dekaden, das hat mir echt erstmal die Augen geöffnet.

Eine Sache kannst Du Dir schon klar machen: Dein Körper hat bereits seine Fähigkeit verloren, auf Giftmengen angemessen zu reagieren. Wo andere schon kotzen, fährst Du noch. Das wird so bleiben, hier muss Du also für den Rest Deines Lebens bewusst darauf achten, das wird Deine Aufgabe sein müssen.
So formuliert klingt das gruselig, ich will das auf jeden Fall schaffen.
Den Unterschied zwischen "notwendig" und "hinreichend" kennst Du?)
Ja.

Bezüglich der drei Wege, die du Joost vorgeschlagen hast:

Willst Du eine Hochrisiko-A3 wagen, wäre der Anfang identisch: 3 Monate Trinkpause mit Nachweis und dann 3 Monate risikoarmer Konsum (ohne Nachweis). Das wäre eine Eintrittskarte in eine A3, die zugleich ein passender Beginn für eine A2-Eintrittskarte wäre, falls Du mit einer A3 mit Pauken und Trompeten durchrasselst. Rein von den Vorgaben her braucht eine A3 gar keine Nachweise.

So lange ich nicht selbst überzeugt bin, dass ich meine Sichtweise fundamental geändert habe, würde ich keine zu frühe "HochrisikoA3" machen (wie du es nennst). Da ich kein Jugendlicher mehr bin soll das definitiv das letzte Mal bleiben, dass ich zum Alkohol greife (Ich muss ja beim KT nicht trinken, richtig? Oder wollen die wirklich sehen, dass man nur wenig trinkt? Sorry falls das eine doofe Frage ist). Durch den jahrelangen Fehlkonsum scheidet das also schonmal zu 99% aus. Sehr ihr das anders? Falls ihr Fälle kennt, bei denen das so funktioniert hat, würde es mir Mut machen, zumal ich zeitlich ja je nachdem vielleicht auch unter Druck sein werde. Ich würde gerne sagen, dass ich mir lieber viel Zeit lasse und von mir aus 15 Monate bis zur MPU warte, aber ohne Führerschein fällt mein Job flach. Damit stelle ich das ja irgendwie über die Tatsache, ein gesundes Verhalten wieder zu erlangen.

Bei A2 glaube ich sagen zu können, dass es keinen Kontrollverlust mehr gibt. Aber dafür bräuchte ich eine ehrliche Rückmeldung nach einem Gespräch mit einem Experten, vermute ich. Selbst das zu beurteilen maße ich mir nicht an. Wie kann ich das verhindern und andere Fragen müsste ich dazu erst einmal klären.

Ich hätte noch eine Frage: Reichen auch nur Haarnachweise? Ich bin viel am Reisen durch meinen Beruf und betrachte es als fast unmachbar, jederzeit vor Ort Urin abgeben zu können (oder PETH mit Blut).

Das heißt, um es nochmal auf den Punkt zu bringen für mich selbst:
1. Ich warte bis zum Schreiben ab. Die Ungewissheit ist auch echt ne Strafe für sich.
2. Bis dahin besuche ich erstmal die Suchtberatung. Mit einem Besuch beim VP warte ich noch.
3. Ende August / Anfang September gehe ich zur ersten Haarkontrolle.
4. Wie beginne ich mit KT? Wer hilft mir dabei und wie könnte ich das angehen? Da ich kein Alkohol trinken werde, könnte ich dennoch auf Abstinenz gehen, oder?

Gibt es noch etwas, das ihr mir als Tipp für die aktuelle Zeit mit auf den Weg geben könnt? Ich verzichte auf alkoholfreie Bier, das ist kein Problem. Hätte sie gerne weiter getrunken, aber ich sehe den kognitiven Effekt natürlich.

Dort kannst du die Akte fotografieren bzw. kopieren ( einige verschicken auch schon digitale Versionen ).
Danke! FEB heißt ... ?


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, ich helft mir aktuell mehr, als ihr euch vorstellen könnt.
 
Sorry falls das eine doofe Frage ist)
nein, gar nicht. Die Antwort darauf ist nur etwas schwierig (und nicht ganz unstrittig)^^

Bei A2 glaube ich sagen zu können, dass es keinen Kontrollverlust mehr gibt.
und weil glauben nicht wissen bedeutet, sehen die BUK eben diese (insgesamt) 9-monatige Erfahrungsphase vor. DANN solltest Du es wissen :)

Wie beginne ich mit KT? Wer hilft mir dabei und wie könnte ich das angehen? Da ich kein Alkohol trinken werde, könnte ich dennoch auf Abstinenz gehen, oder?
Ja. Es darf nur keine Nachweislücken geben.
Aber: Deine Entscheidung muss von dem getragen werden, was Du für die Zukunft vorhast, nicht von dem, was sich organisatorisch nun gerade mal anbietet. Der Gutachter klopft das sehr genau ab.

kT geht nur in Verbindung mit einem erfahrenen (Verkehrs)Psychologen, der Dich dabei begleitet. Die BUK weisen explizit darauf hin.
Und der Gutachter wird Dich zu Deinen Erfahrungen mit dem Wenigkonsum fragen. Wenn Du da nichts berichten kannst, kannst Du auch nicht einschätzen, ob es klappen wird, für die Zukunft. Wie auch?
Das ist nicht so doll für eine Zukunftsprognose, die nun mal im Kern die Aufgabe der Begutachtung darstellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Fahrerlaubnisbehörde :smiley138:
Danke für die Antwort und für den Link! :)

Deine Entscheidung muss von dem getragen werden, was Du für die Zukunft vorhast
Alles klar. Ich starte also nach dem ersten Haarnachweis entweder zusammen mit einem VP Wenigkonsum oder verfolge konsequent die Abstinenz, je nach meinem Ziel für die Zukunft? Macht das Sinn, dies erst einmal mit jemandem zu besprechen, der mich objektiv einschätzt?

Ich hätte noch eine Frage: Reichen auch nur Haarnachweise?
Und sorry fürs Nerven: Hättet ihr mir noch ggf. eine Antwort darauf?
 
Ich starte also nach dem ersten Haarnachweis entweder zusammen mit einem VP Wenigkonsum
genau


__________________________-
Reichen auch nur Haarnachweise?
Und sorry fürs Nerven: Hättet ihr mir noch ggf. eine Antwort darauf?
->

danach 3 Monate kT als Erprobungsphase ohne Nachweise*, dann 6 Monate kT mit peth-Nachweisen.
.

Wenn Du eine A2 mit Abstinenznotwendigkeit bestreiten willst, gehen auch 4 Haarnachweise a 3 Monate, ohne Nachweislücke.
Hierzu muss gesagt sein, dass Du womöglich gleich wieder MPU-reif bist, wenn die FsSt die nächsten 10 Jahre davon erfährt, dass Du mit Alkohol auffällig wurdest, denn immerhin heisst Abstinenz: lebenslang, weil notwendig. Eine "ich mach mal Abstinenz weils mir grad besser in den Kram passt" - Entscheidung hat ihren Preis...
 
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