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MPU wegen 2 Mal über 0,5 Promille

Ja, ich denke, das kann schon funktionieren, wenn man sich nicht einschüchtern lässt und nicht zu schnell antwortet. Deshalb empfehle ich auch, beim Gespräch mit dem Arzt konzentriert zu bleiben. Ich habe nämlich auf YouTube viele Videos gesehen, in denen die meisten meinten, dass der ärztliche Teil nichts ist, wovor man Angst haben muss. Theoretisch stimmt das auch, weil bestimmte Fragen zum Konsum gestellt werden, die man später beim Gutachter ohnehin ebenfalls beantworten muss.

Ich bin allerdings etwas zu locker in das Gespräch gegangen, und der Arzt war ziemlich streng. Er hat mich so nervös gemacht, dass ich einfach drauflosgeredet habe und am Anfang sogar etwas verheimlicht habe, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte. Er hat es dann gemerkt, und ich habe es auch direkt zurückgenommen. Trotzdem dachte ich mir innerlich: Wenn schon der Arzt so streng ist, wie wird dann erst der Gutachter sein? Am Ende war die Gutachterin aber viel sympathischer und hat mich nicht unter Druck gesetzt, sodass ich nicht einfach unüberlegt drauflosgeredet habe.


Ich finde deshalb, dass es auch wichtig ist, mental auf den Tag eingestellt zu sein, damit es besser klappt.
 
ch habe es noch nicht erlebt, aber kann der Gutachter das voraussetzen?
der Gutachter will keine Theorie.
Er will einschätzen könne, dass das, was du da erzählst, auch Bestand hat.

Ich habe nur in bekanntem Umfeld für mich selber einstehen können und Grenzen gezogen.
Dann ist deine andere Aussage nur eine Vorannahme, aber keine praktische Erfahrung.
Damit fällt sie als Argument durch und ist wertlos.
ersetze dann bitte:
Aber auch da weiß ich, dass ich für mich einstehen kann
mit
"aber auch da würde ich annehmen, dass ich für mich einstehen kann."
Das ist wahrer. Denn: wissen kannst du es nicht. Es sei denn, Du bist ein Sprücheklopfer. Möchtest Du, dass der Gutachter den Eindruck bekommt, Du bist Sprücheklopfer?
Hohle Absichtserklärungen nerven jeden Gutachter.
 
Zuletzt bearbeitet:
"aber auch da würde ich annehmen, dass ich für mich einstehen kann."
super Hinweis, vielen Dank. Mir fällt es noch etwas schwierig, richtig zu formulieren, was ich sagen will. Natürlich hab ich, wie denke ich jeder, die Absicht, nie wieder so etwas vorkommen zu lassen. Ich möchte aber auch so gründlich wie möglich an die Sache ran gehen, sowohl für mein Entwicklung, als auch in gewisser Weise für den Erfolg der MPU. Ich übe das schon zu formulieren und das schreiben hier hilft mir auch, aber ich nehme gerne jeden Tipp an (also gerne immer her damit, wenn euch etwas auffällt :) ). Insbesondere, da ich auch jemand bin, die losplappert, wenn ich nervös bin. Deshalb auch danke für deinen Tipp @Alexos
 
Ja, bei mir war es so, dass ich unter extreme Schüchternheit gelitten habe, deshalb war es besonders schwer am Anfang. Aber sobald man die ersten Minuten überstanden hat, ist man meistens im Flow. Wollte dich nicht abschrecken, aber wahrscheinlich ist es besser im Vorfeld darauf eingestellt zu sein, dann wird man auch nicht plötzlich überrascht =).
 
Wie kommst du darauf, dass Alkohol eine so große Rolle für mich spielt?
Wer mit 27 Jahren > 1,8 ‰ verträgt, für den spielt Alkohol eine große Rolle.

Am Abend vor der 2. TF war eine Situation mit einem sehr unangenehmen Gast auf der Geburtstagsparty, auf der ich war, und ich habe zugegebenermaßen die Situation "weggetrunken". Ich meine mit meistern dass das nicht der Standard ist, dass ich bei so etwas Alkohol trinke und jetzt während der Abstinenz auch in so einer Situation bereits war.
Meiner Einschätzung nach bist du immer noch zu sehr an Einzelfallsituationen orientiert, statt mal dein Alkoholproblem ( und ja, wer mit 27 Jahren diesen Promillewert erreicht, hat ein Alkoholproblem ) in Gänze anzugehen.
Es erklärt nicht deine Giftfestigkeit.
Wenn du in normalem gesellschaftlichen Rahmen -auch mit Ärger etc.-, hättest du max 1,1 Umdrehungen oder du wärst mit Intoxikation im KH.

Ich hab nach der 1. TF erst einmal keinen Alkohol getrunken, das war während dem Lockdown und eine Zeit in meinem Leben, in der ich nicht wusste wohin mit mir selber. Einen langfristigen Plan für meinen Konsum hatte ich allerdings nicht. Wie gesagt, mein Konsum vor der Abstinenz war ca 1-2 Mal im Monat und solche "Eskalationen" ca. 3-4 Mal im Jahr. Mein zukünftiger Plan ist, wenn überhaupt Alkohol an besonderen Anlässen (Geburtstag, Hochzeit) maximal 2 Gläser Wein / Sekt. Einen Plan nach der 1. TF hatte ich nicht, außer nie wieder an einem Abend mit Alkohol Auto zu fahren.
Mit dieser Frequenz ist es schwer, so einen sehr hohen Wert zu erreichen.

Es tut mir Leid, ich will dir nun gar nix.
Ich möchte nur, dass du die Chance auf eine positive Prognose hast.

Und außer hohlen Absichtserklärungen ohne Tiefe und Inhalt kann ich hier keine psychologische Aufarbeitung erkennen.
Du als Person, als Individuum mit deiner persönlichen Geschichte, deiner persönlichen Biographie, kommst hier -noch-gar nicht vor.
Der GA wird das nicht anders sehen, weder können noch dürfen.
Er ist an die BUK gebunden.

Vielleicht füllst du mal den großen FB aus…? :smiley138:
 
ch möchte nur, dass du die Chance auf eine positive Prognose hast.
Das möchte ich auch, deshalb möchte ich auch deine Einschätzung natürlich gerne verstehen, denn bisher hab ich das so noch nicht gehört, auch nicht von meinem VP. Wir haben ausgerechnet, dass ich am Vorabend um die 1,5 Promille gehabt haben muss, trotzdem natürlich sehr viel. Ich nehme das auch gar nicht defensiv an, sondern möchte gerne dahinter kommen.
Du als Person, als Individuum mit deiner persönlichen Geschichte, deiner persönlichen Biographie, kommst hier -noch-gar nicht vor.
Nein, das stimmt, dazu hatte ich jetzt hier den Raum noch nicht gefunden. Kann ich aber super gerne machen! Wo finde ich denn den großen FB?
 

Hier :smiley22:
 
So, ich habe das ganze mal ausgefüllt. Ich habe einfach ein bisschen drauf los geschrieben, ich hoffe, es ist alles klar :)

Tathergang

1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten.
(Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)


Erste TF am 5.5.2021 um 22:30 Uhr. Während dem Corona Lockdown war ich bei meiner Cousine. Während dem Lockdown war ich sehr selten draußen, da ich Angst vor Ansteckungen hatte, da mein Opa in einem Heim war. In der Zeit war er allerdings etwas weiter weg in Reha, weshalb ich mich nach einiger Zeit wieder live mit einem Menschen getroffen habe. Aufgrund der Ausgangsperre (in Bayern 22 Uhr) hatte ich Angst, im Taxi mehr aufzufallen und bin deshalb noch mit meinem Auto gefahren. Allgemeine Verkehrskontrolle, keine Ausfallerscheinungen, der Polizist hat Alkohol an meinem Atem gerochen und deshalb den Test gemacht. 0,6 Promille wurden festgestellt.

Zweite TF am 12.10.2024 um 6:30 Uhr morgens. Am Vorabend war ich auf einem Geburtstag und habe anschließend bei meinem Freund geschlafen und wollte dann in der früh schnell heim, da ich um 8 Uhr bei meinem Pferd sein musste. Im Miles Auto aufgehalten worden, allgemeine Verkehrskontrolle und ich habe zugegeben, am Vorabend getrunken zu haben. Deshalb Test, 0,7 Promille festgestellt.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)


Erste TF: Zwischen 18:00 und 22:00 2 Gläser Wein (0,2) und einen Aperol Spritz (0,2) getrunken

Zweite TF: Zwischen 20:00 und 24:00 eine Flasche Wein (nicht ganz, aber 0,65l) und 1 Aperol Spritz (0,33)

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?
Erste TF: 2 KM, Insgesamt 5
Zweite TF: 2 KM, Insgesamt 7

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)

Erste TF: Ich dachte beim Einsteigen, dass ich noch sicher fahren kann. Rückblickend war das ein Denkfehler, denn ich habe die Wirkung von Alkohol auf mein Fahrvermögen unterschätzt. Als ich angehalten wurde, wurde mir sofort klar: „Scheiße, ich hätte nicht fahren dürfen.“ Ich habe auf mein Gefühl gehört und wollte eventuelle Probleme mit der Ausgangssperre vermeiden, anstatt logisch nachzudenken.

Zweite TF: Am Morgen war ich verschlafen und hatte ein dringendes Ziel. Ich habe kurz überlegt, ein Taxi zu nehmen, aber das hätte zu lange gedauert, und es stand ein Miles vor der Tür, den ich dann kurzer Hand genommen habe. In dem Moment dachte ich spontan, ich hätte genug Schlaf, um fahren zu können. Rückblickend weiß ich, dass ich davor schon ein mulmiges Gefühl hatte (siehe erste Überlegung: Taxi) und eigentlich noch nicht fahren sollte. Das Ergebnis des Tests hat mich trotzdem überrascht, weil ich nicht realisiert hatte, dass Restalkohol noch so lange so stark im Körper wirkt.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Die erste ehrlich gesagt gar nicht. Ich habe mir wenig Gedanken gemacht, wie ich von meiner Cousine heim komme. Bei dem zweiten Mal am Vorabend wollte ich eigentlich heim (mit dem Taxi natürlich), habe dann aber spontan entschieden, noch zu meinem Freund zu fahren, obwohl ich sehr früh am nächsten morgen los musste. Ich wollte dann ein Taxi nehmen, hat aber wie oben erwähnt für mich zu lange gedauert.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?+

Also die erste TF, aber ich befürchte, dass das davor auch schon vorgekommen ist. Nach der ersten TF bin ich nie wieder an einem Trinkabend mit dem Auto / Rad / E-Roller gefahren, aber ich habe Restalkohol systematisch unterschätzt.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Vor der ersten TF würde ich basierend auf meinem Trinkverhalten und Leben schätzen ca. 15-20 Mal. Hier habe ich mir zu wenig Gedanken um die Wirkung von Alkohol gemacht und ab wann (0,2 Promille) Alkohol bereits einschränkend ist. Ich bin damit zu locker umgegangen und habe somit mich selber und andere in Gefahr gebracht, weil ich das Ausmaß nicht sehen wollte. Nach der ersten TF bin ich nie wieder an einem Trinkabend gefahren, allerdings muss ich insbesondere am Wochenende früh Auto fahren, da ich in den Stall muss. So, wie ich trinke bin ich darauf gekommen, dass eine beeinträchtigende Menge Alkohol (über 0,2 Promille) bestimmt nochmal 10-15 Mal in meinem Körper übrig war. Ich bin mit Naivität an die Sache ran gegangen und war der Annahme, dass einige Stunden Schlaf den Effekt von Alkohol schon auscanceln. Dass nur 0,1 Promille pro Stunde abgebaut wird wusste ich nicht, zudem war mir nicht so bewusst, wie schnell man schon wie viel Promille hat.
 
Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen?
(Allererste Erinnerung und erster Konsum)


Alkohol habe ich immer als gesellschaftliches Getränk gesehen. In meinem Elternhaus wurde zu solchen Anlässen auch getrunken, allerdings nie, wenn man einfach nur an einem normalen Abend daheim war. Meine erste bewusste Erinnerung war als ich mit meinen Eltern auf dem Oktoberfest war und mich gewundert habe, wieso alle Apfelschorle in so riesen Gläsern trinken. Da wurde mir gesagt dass das nur von Erwachsenen gemacht wird (es war natürlich Bier). Das erste mal getrunken habe ich mit 16, nachdem ich aus meinem Auslandsjahr in New York zurück gekommen bin.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?

Zwischen 16 und 18 habe ich unregelmäßig getrunken, mal zu Parties, aber ich war sehr auf die Schule fokussiert. Ich würde sagen in den 2 Jahren insgesamt 5-6 Mal, dann war es hauptsächlich Bier, pro abend 2-3 0,5 Flaschen. Zwischen 19 und 22 habe ich dann etwas mehr getrunken (Studienzeit). Man kann eigentlich sagen jedes Wochenende 2 Gläser Wein, und dann ein mal pro Monat mehr, 1 Flasche Wein oder 2-3 Aperol Spritz. von 22-23, das war das erste Corona Jahr, habe ich dann höhere Maximalmengen gehabt, aber weniger regelmäßig. An Abenden, wo es ging, habe ich im Schnitt 2-3 Gläser getrunken (1-2 mal pro Monat, aber zwischendurch auch mal 3 Monate gar nicht, weil man nur daheim saß). Ich hatte in der Zeit aber auch 2 Eskalationen, an denen ich bestimmt 1 l Wein getrunken habe. Danach habe ich 6 Monate gar nicht getrunken. Seitdem war mein Konsum wie er vor der 2. TF war, 1-2 Mal monatlich 1-2 Gläser Wein, 3-4 Mal pro Jahr bis zu 1 Flasche Wein. Und jetzt natürlich Abstinenz seit der 2. TF.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

s.o.

11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Immer in sozialem Umfeld, noch nie alleine. In meiner Studienzeit überwiegend auf Partys, danach dann eher bei schönen Essen. Während Corona dann entweder bei mir oder bei Freunden / Familie zuhause. Vor der 2. TF waren es hauptsächlich Anlässe wie beispielsweise Geburtstage. Die höheren Mengen sind überwiegend an Abenden entstanden, wo ich die Stimmung nicht ganz einschätzen konnte, entweder, weil ich die Leute nicht so gut kannte, oder weil Personen dabei waren, die ich nicht zwingend sehen muss.

12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)

Äußere Motive wie oben erwähnt, Anlässe und aus gesellschaftlichen Gründen, allerdings auch, wie am Vorabend der zweiten TF, aufgrund von unangenehmen Situationen. Eben dass Personen dabei waren, auf die ich verzichten könnte. Ich bin öfter solchen Situationen schon aus dem Weg gegangen, allerdings habe ich auch öfter den Weg eingeschlagen, dass ich mich locker trinke und mit Alkohol versuche, die Situationen zu ignorieren, anstatt sie zu verlassen.
In diesen Momenten war ich nicht in der Lage anders mit diesen umzugehen, ohne eine Szene zu machen. Es war ein bisschen Schöntrinken einer Situation. Im Nachhinein weiß ich, dass ich auch hier den Weg nicht richtig gewählt habe und für mich einstehen kann und mich nicht lockerer trinken kann, sondern jederzeit Grenzen setzen kann oder mich Situationen entfernen kann. Wenn das mein Umfeld nicht versteht, ist es das falsche Umfeld.


13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


Bei wenig Alkohol war das Hauptmotiv Genuss, nach 2 Gläsern Wein habe ich aber dennoch eine heitere Stimmung sowie das Erleichtern von tiefgründigen Gesprächen festgestellt. Bei höherem Konsum habe ich mich subjektiv oft noch „fit“ gefühlt, obwohl ich objektiv nicht mehr leistungsfähig war. Meine Hemmungen sind deutlich gesunken, ich habe mich und meine Fähigkeiten überschätzt. Körperlich habe ich erst Wachheit und anschließend Überdrehtheit gespürt, die aber von einer unfassbaren Müdigkeit gefolgt war. An einigen Anlässen habe ich auch Schwindel gemerkt.

Für die User, die als Trinkmotiv eine Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins erkannt haben (und dies bei der MPU auch so anführen), ergibt sich eine weitere Frage:

13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?

(Zum Hintergrund der Frage kann hier nachgelesen werden: KLICK)
Bei mir war es zwar nicht reines Selbstbewusstsein sondern Lockerheit und Gleichgültigkeit, die ich erreichen wollte, allerdings finde ich die Frage trotzdem relevant. Ich denke, der gewünschte Effekt von Alkohol ist nicht gekommen, da Alkohol auf meinen Umgang mit diesen Situationen eigentlich keinen Einfluss haben kann. Es sind intrinsische Verhaltensmuster, die mir helfen, mit solchen Situationen umzugehen, nicht Alkohol. Das weiß ich jetzt. Zu den Zeiten davor allerdings dachte ich, dass mir der Alkohol dabei hilft, und als ein Glas nicht genügt hat, wurde es ein zweites und ein drittes und...

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Nein

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Ich war immer der Überzeugung, dass Alkohol keine größeren Auswirkungen auf mein Leben oder mein Umfeld hatte, da ich beruflich erfolgreich bin, sportlich aktiv bin und schöne Hobbys als Ausgleich habe. Rückblickend sehe ich aber wie riskant mein Verhalten war und dass Alkohol somit sehr wohl Auswirkungen auf mein Leben hatte. Unabhängig von der Geldstrafe und dem Abgeben meines Führerscheins habe ich meine Sicherheit und die von anderen aufs Spiel gesetzt, es hatte zwar keine schlimmen Folgen, aber dennoch hätten diese sehr realistisch entstehen können.
Zudem habe ich gemerkt dass Alkohol in unangenehmen Situationen früher für mich eine Art Hilfsmittel war, um Stress oder Unwohlsein zu überspielen. Das hätte mein Verhalten in sozialen oder beruflichen Kontexten negativ beeinflussen können, und ich kann dankbar sein, dass es bis dahin noch keine handfesten Folgen hatte. Heute sehe ich, dass Alkohol für mich nur dann unproblematisch sein kann, wenn ich klare Regeln einhalte, bewusst trinke und Situationen plane, sodass keine Risiken für mich oder andere entstehen (das natürlich nach der Abstinenz, die ich aktuell nutze, um Abstand von Alkohol zu gewinnen und mir genügend Raum zu geben, die Rolle von Alkohol in meinem Leben zu hinterfragen).

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Gebe ich hier als heute dann den zustand des kontrollierten Trinkens an?

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Nein

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Ja, nach der 1. TF habe ich 6 Monate keinen Alkohol getrunken, neue Routinen entwickelt, Hobbies gefunden und meinem Leben während Corona Struktur gegeben. In der Zeit habe ich dann auch meinen Bachelor gemacht.

19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)

Ich habe mich früher als reinen Genuss und Sozialen Trinker gesehen, da ich immer dachte, nur weil ich nie alleine trinke und auch immer 2-4 Wochen Abstand zwischen den Anlässen habe, kann ich überhaupt kein Problem haben. Heute weiß ich: Ich habe Alkohol in einigen Situationen missbraucht. Mein Trinkverhalten war zwar nur im sozialen Kontext und oftmals aus reinem Genuss, allerdings gab es auch Abende in denen ich Alkohol genutzt habe, um Situationen zu erleichtern. Im Nachhinein weiß ich, dass das kein unproblematischer Umgang mit Alkohol war und dass ich dem Alkohol eine Aufgabe zugesprochen habe.
 
Heute und in Zukunft
Hier wende ich mal kurz ein, dass ich das noch nicht zu 100% alles beantworten kann, da ich ja noch nicht beim kontrollierten Trinken angekommen bin. Ich habe nur für mein aktuelles Gefühl schon einmal geantwortet.

20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?

(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)
Aktuell nein, ich würde aber gerne den Ansatz den kT nach der Abstinenz starten. Hier werde ich mir die Regel setzen, nur an einem Anlass wie eine Hochzeit oder ein Geburtstag maximal 0,2l Wein oder Sekt zu trinken. Von Aperitifs (Aperol Spritz) werde ich die Finger lassen. Aber auch bei Anlässen darf die Frequenz maximal 1 mal alle 2 Monate haben.

21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Am Abend vor der zweiten TF (11.10.2025)

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?
Nein

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?
Ich trinke aktuell nicht, da ich Abstand von Alkohol bekommen wollte. Ich wollte mein Trinkverhalten analysieren können sowie meinem Körper die Möglichkeit geben, die Toleranz für Alkohol abzubauen. Ich habe die Abstinenzzeit genutzt, neue Strategien für mich zu entwickeln und festzustellen, dass ich in vielen sozialen Situationen problemfrei dabei sein kann und Spaß habe, auch wenn ich nicht trinke. Da ich dennoch den gesellschaftlichen Genuss von Alkohol kenne, werde ich ihn nicht komplett aus meinem leben streichen. Allerdings wird es hier keine Kompromisse mehr geben sondern nur klare Regeln, an die ich mich halte. Zudem gibt es zu der Regel, an einem Abend mit Alkohol kein Fahrzeug mehr zu bewegen die Regel, dass sich das auch auf den nächsten Tag ausweitet. Ich habe mich nun über die Abbauzeiten und den Effekt von Alkohol informiert. Zu der Menge an Restalkohol kann es jedoch nicht mehr kommen, da mein Konsum sehr weit reduziert ist auf ganz feste Regeln.

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?
Nach der 1. TF habe ich die Tragweite meines Handelns sowie die Verwobenheit des Alkoholkonsums in mein Leben nicht richtig verstanden. Mir war nicht klar, wie ich in gewissen Situationen versuche, durch Alkohol zu kompensieren. Erst durch die zweite Fahrt und die Arbeit mit dem VP wurde mir bewusst, dass das so nicht weiter gehen kann. Ich kann froh sein, dass diese Realisation nicht aus etwas schlimmeren kam, denn ich habe Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Die Abstinenz habe ich genutzt, dieses Verhalten zu reflektieren und neue Strategien im Umgang mit Situationen, in denen ich mit Alkohol kompensiert hätte, zu entwickeln.

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?
Ich habe mein Verhalten durch die sechsmonatige Abstinenz bewusst geändert. Zu Beginn war es eine Umstellung, weil Alkohol vorher ein fester Bestandteil einiger sozialer Situationen war, und ich mich an den Verzicht erst gewöhnen musste. In dieser Phase habe ich gelernt, wie Alkohol auf mich wirkt, wie schnell ich mein Verhalten und meine Wahrnehmung dadurch beeinträchtige und wie leicht man eigene Grenzen überschätzt. Zudem habe ich aber auch gelernt, dass beispielsweise Geburtstage oder Weihnachten, wo ich ohne drüber nachzudenken einen Wein getrunken habe, genau so schön und fröhlich sind, wenn ich nicht trinke. Ich habe die Zeit genutzt, um alternative Strategien für schwierige Situationen zu entwickeln: Zum Beispiel unangenehme oder stressige Situationen bewusst anders zu bewältigen, klare Regeln für meinen (noch zukünftigen) Konsum aufzustellen und den Alkohol und das Fahren in Zukunft noch strikter zu trennen.

So etwas würde dann noch kommen, wenn ich kT mache, sofern das stimmt:
Rückblickend hat mir diese Umstellungsphase gezeigt, dass ich kontrolliert und reflektiert trinken kann, ohne Risiken einzugehen. Ich habe dadurch Selbstkontrolle geübt, mein Verhalten besser eingeschätzt und Mechanismen entwickelt, um sicherzustellen, dass ich in Zukunft keine riskanten Entscheidungen mehr treffe.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?
Ich habe gelernt, Grenzen zu setzen. Dadurch habe ich auch eine Freundin verloren, die nicht verstanden hat, dass ich endlich für mich selber einstehe. Ich habe dadurch aber ein neues Selbstvertrauen gewonnen und kann nun bewusster und stärker mit Situationen klar kommen. In Bezug auf mein Leben, ich habe noch ein neues Hobby gefunden und bin noch sportlicher geworden, und möchte nun sogar meine Pilates Ausbildung machen.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?
Indem ich mehrere gefundene Strategien kombiniere. Erstens habe ich klare Regeln für meinen Alkoholkonsum aufgestellt: Kein Alkohol, wenn ich noch fahren muss, und Mengenlimits, die ich bewusst einhalte.
Zweitens reflektiere ich meine eigenen Entscheidungen regelmäßig und achte darauf, Situationen zu erkennen, in denen ich früher impulsiv reagiert habe.
Drittens habe ich alternative Strategien entwickelt, um Stress oder unangenehme Situationen zu meistern: Atemübungen, Gespräche aktiv lenken, mich kurz zurückziehen oder Hobbys nutzen, um mich zu entspannen.

Durch diese Kombination aus klaren Regeln, bewusster Reflexion und praktischen Strategien kann ich sicherstellen, dass mein Verhalten dauerhaft stabil bleibt und ich Risiken für mich und andere vermeide.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)

Nein, ich kann mir heute nicht vorstellen, in meine alten Gewohnheiten zurückzufallen. Durch die beiden Vorfälle, die anschließende Abstinenz und die Reflexion habe ich genau verstanden, wie riskant mein Verhalten war. Ich habe Strategien entwickelt, um impulsives Trinken in schwierigen Situationen zu vermeiden, meinen Konsum bewusst zu planen und klare Regeln einzuhalten. Außerdem weiß ich jetzt, dass selbst gelegentliche Ausreißer meine Sicherheit und die anderer Menschen gefährden können. Diese Erfahrungen wirken für mich nachhaltig als Motivation, mein Verhalten dauerhaft zu kontrollieren.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Also momentan trinke ich ja sowieso nicht. Aber in Zukunft:
Ich trenne Trinken und Fahren strikt, indem ich mehrere Maßnahmen kombiniere: Ich fahre nie unter Alkoholeinfluss und plane vorher immer meinen sicheren Heimweg, zum Beispiel mit Taxi. Außerdem achte ich auf eine bewusste Mengenbegrenzung: Ich trinke nur so viel, dass ich jederzeit die Kontrolle über meine Handlungen behalte und keine Risiken entstehen. Schließlich berücksichtige ich immer den Restalkohol, auch, bei den geringen Trinkmengen, mit denen ich für die Zukunft plane, selbst wenn ich mich subjektiv fit fühle, fahre ich nicht, bevor der Alkohol vollständig abgebaut ist.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Ich möchte betonen, dass ich aus beiden Vorfällen viel gelernt habe. Die sechsmonatige Abstinenz hat mir geholfen, mein Trinkverhalten zu reflektieren, meine Strategien zu entwickeln und mein Verhalten dauerhaft zu ändern.
Ich habe verstanden, dass Alkohol selbst in geringen Mengen das Fahrverhalten beeinträchtigen kann und dass spontane Entscheidungen riskant sind. (Falls das die Wahrheit beim kT ist: Ich bin jetzt in der Lage, kontrolliert zu trinken, ohne die Sicherheit von mir oder anderen zu gefährden, und ich habe klare Regeln, die dies gewährleisten.)
Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich die Verantwortung für mein Verhalten übernommen habe und bereit bin, diese Verantwortung auch dauerhaft zu tragen.
 
Also, es tut mir wirklich von Herzen Leid, ich weiß auch nicht, wie ich es anders formulieren soll:
Mit der Aufarbeitung ist keine positive Prognose möglich.

Es ist im Moment auch nicht sinnvoll, den FB im Einzelnen zu kommentieren.
Du hast kein Motiv, keine Vermeidungsstrategien.
Sowohl der Konsum am Tag/Abend der 2.TF als auch deine gesamte Konsumhistorie sind unglaubwürdig.
Ebenso die Anzahl der unentdeckten TFen.

Das sind jetzt nur einzelne Punkte…

Es wartet noch sehr viel Arbeit auf dich.
Wir helfen dir sehr gerne bei deiner Aufarbeitung, mit der du eine Chance hast :smiley138:
 
@Karl-Heinz Das finde ich super interessant, weil mein VP meint, dass ich in der Aufarbeitung schon fortgeschritten bin. Noch nicht MPU reif, das muss ich aber auch noch nicht sein, aber schon recht weit. Was genau findest du denn unglaubwürdig? Mehr als die Wahrheit kann ich hier leider nicht sagen...
Was wäre dein Tipp? Mit meinem VP reden und ihn darauf ansprechen? Er war selber sehr lange Gutachter, deshalb würde ich ihm schon vertrauen, sollte ich das vielleicht nicht?
 
hier habe ich aufgehört zu lesen:
Zwischen 20:00 und 24:00 eine Flasche Wein (nicht ganz, aber 0,65l) und 1 Aperol Spritz (0,33)
und angehalten 6 Std später mit 0.7pm?

Hm.. etwas knapp, wie ich finde.
Mit knapp 1 ltr Wein käme es hin ... (oder 2 Aperol)
Es sei denn, Du hast erst gegen Schluss Deine Trinkmenge massiv erhöht. Also irgendwie 3 Stunden an einem Glas Wein genippt und den Rest dann die letzte Stunde reingekippt.
 
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