12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Ich und meine Frau lebten sich nach der Geburt des Kindes immer mehr auseinander. Gefühlt lebten wir zwar in einer Hässlichen Gemeinschaft, eine Ehe war dies aber nicht mehr.
Wir nahmen uns keine gemeinsame Zeit mehr um uns etwas Gutes zu tun. Jeder kam nur noch seinen Pflichten nach. (Kind, Haus, Arbeit). Ich traute mich aber nicht dieses Thema anzusprechen da ich nicht wusste wie ich es anfangen sollte, da ich sie nicht verletzen wollte und sie nicht denkt, dass ich glaub dass unser Kind dran schuld sei. Diese Gedanken frass ich in mich hinein, unterdrückte sie und schob sie vor mir weg. Ich fing wieder das trinken an und erhöhte die Menge schnell.
Als sich meine Frau von mir Trennte, versank ich im Gefühlschaos. Es mischte sich Wut, Enttäuschung und die sorge und Angst ein. Wie soll es weitergehen mit der Erziehung unseres gemeinsamen Kindes, werde ich es regelmäßig sehen dürfen? Habe ich dann noch ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen? oder würde sie mich übergehen. Ich hatte große Angst das sie mir mein Kind entziehen könnte und ein Umgangsverbot erwirken wollen würde. All diese Gedanken machten mich fertig und zogen mich immer weiter runter. Die Finanzielle Lage (was passiert mit dem gemeinsamen Haus) kam zu dem noch oben drauf. Das hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen und ich Tank immer mehr um diese negativen Schmerzen und Gefühlen die mich innerlich zerstörten, aus meinem Kopf zu bekommen. Alte Trinkgewohnheiten kamen wieder zum Vorschein und der Alkohol diente mir als Seelentröster wie ich es Jahre davor auch schon immer gemacht habe, wenn das Leben gerade mal wieder schwierig war.
Bei deinem Arbeitsplatz und auch bei deinem Kind ist dir das Beziehen auf dein Motiv sehr gut gelungen !
Bei deiner Frau gebe ich dir noch einige Denkanstöße, okay ?
Zum 1. Absatz:
Hatte dieses „Auseinanderleben“ etwas mit deinem Motiv zu tun ?
Ich könnte mir vorstellen, dass gerade bei der Geburt des Kindes sehr viele negative Gefühle aus deiner Kindheit wieder hochgekommen sind.
Gepaart mit dem Druck, es auf jeden Fall besser zu machen als deine Eltern ?
Ihm unbedingt eine bessere Kindheit bieten zu wollen.
Wobei ich hier nicht unerwähnt lassen möchte, dass es eine grandiose Leistung von dir ist, dieses eben nicht -unreflektiert- an dein Kind weiterzugeben.
Das zeugt von hoher Selbstreflexionsfähigkeit und innerer Stärke.
Zum 2. Absatz:
Du hast geschrieben, dass du dich nicht trauste, dieses Auseinanderleben anzusprechen.
Ging es ums „Trauen“ oder um deine gelernte Unfähigkeit, das überhaupt zu können ?
Der 3. Absatz ist mir noch zu „chronologisch“ und noch zu wenig bezogen auf dein inneres Motiv.
Ich könnte mir vorstellen, dass du insbesondere die räumliche Trennung von deiner Frau und deinem Kind als genau das subjektiv wahrgenommen hast, was dir immer eingetrichtert wurde ?
Scheitern, Versagen, weil du es ja eh nicht Wert bist ?
Erfüllung der Prophezeiung ?
Zusätzlich fällt nach der Trennung auch noch die soziale Kontrolle weg und, bumm, ( psychologisch logische Eskalation ).
Wie gesagt, lieber Kalle, das ist nur meine Einschätzung bzw. Einordnung deiner Worte.
Das muss nicht so sein, und ich möchte dir nix einreden, okay ?