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MPU wegen 2 Trunkenheitsfahrten mit Unfallflucht im Zeitraum von 4 Wochen

Guten Morgen @ Karl Heinz
Bin gerade raus aus der FEB
Die Bearbeiterin hat Rücksprache mit Ihrer Chefin gehalten und dass Attest und das Schreiben der Caritas wurde so Akzeptiert und die bedenken für eine Alkoholabhängigkeit und Phsychischer Erkrankung ist seitens der FEB vom Tisch .
Die Anordnung zur MPU bekomme ich Zeitnah
Ich möchte mich nochmal aufrichtig bei dir bedanken dass du mir da die Angst genommen hast
Vielen Dank Dir
Und allen anderen natürlich auch
 
Hallo Ihr Lieben
Habe gerade den Brief der FEB bekommen mit der Aufforderung bis zum 13.10.26 ein positives Gutachten Vorzulegen
Die Fragestellung lautet
Ist nicht zu erwarten,dass das Führen von Kraftfahrzeugen und ein die Fahrsicherheit beeinträchtigender Alkoholkonsum nicht hinreichend sicher getrennt werden kann
Ist dies eine einfache Fragestellung ? Oder wie kann ich es Verstehen ?
LG Kalle
 
Jup. Eine einfache Trennfragestellung. Ich habs nicht mehr im Gedächtnis: wie schätzt Dich die Caritas ein? Sucht oder noch Mißbrauch?
Der Gutachter wird vllt trotzdem was zu den Fahrerfluchten wissen wollen, aber da hattest Du ja gute Antworten darauf. Das reicht. Der "Wesenstest" ist vom Tisch.
 
Hallo @joost
Danke für die schnelle Rückmeldung .
Ja für die Fahrerflucht bin ich gut vorbereitet
Ich habe ja jetzt noch ein wenig Zeit. Meine Abstinenz mit 15 Monaten ist am 13 Juni voll
Jetzt kann ich mich nochmals intensiv auf die Fragestellung Vorbereiten und mir meine Strategie im Gespräch zurechtlegen. Insofern es machbar ist.
 
Hallo Ihr Lieben
Ich habe mal eine Frage zum Ablauf bei der MPU
Ich mache diese bei der Pima
Bekommt man den Fragebogen da schon vorab und füllt den dann Zuhause aus oder wird dieser am Tag der Begutachtung ausgehändigt ?
LG Kalle
 
Hey @bernie
Danke dir,das habe ich auch gefunden , ich dachte nur man muss einen Fragebogen ausfüllen indem zb abgefragt wird ob man weiß wie man die widmark Formel anwendet oder ein Alkoholisches Getränk berechnet ...
Oder ist dass alles so n diesem Persönlichen Fragebogen enthalten ?
 
Bekommt man den Fragebogen da schon vorab

Den "großen" Fragebogen hier aus dem Forum gibt es bei einer MPU nicht. Der soll das Gespräch simulieren. Im Gespräch sind keine Unterlagen erwünscht.

Als allererstes bekommen Betroffene bei jeder MPU einen Gesundheitsfragebogen zum Ausfüllen. Hier im Forum wurde mal so ein Fragebogen bereitgestellt, aus dem ich eine pdf-Datei gewandelt habe:

https://www.mpu-vorbereitung-online.com/forum/threads/mpu-ja-oder-nein.2771/page-9#post-59586

Der Fragebogen ist nicht genormt, der kann sich also von Gutachtenstelle zu Gutachtenstelle etwas unterscheiden.

Dann folgen das MPU-Gespräch, der Gesundheitscheck und der Leistungstest. Für die gibt es keine Reihenfolge.

Wichtig ist, das die Angaben aus dem Fragebogen, aus dem Gespräch und aus der Gesundheitsheitsuntersuchung (auch da wird gefragt) übereinstimmen. Deutliche sachliche Widersprüche werden als Lügen bewertet.

Die Widmark-Formel interessiert bei einer MPU überhaupt nicht. Wenn nach Trinkmengen gefragt wird sollen Betroffene immer angeben was sie konkret getrunken haben. Nicht was sie nach einer Formel getrunken haben könnten. Wichtig: Nie mit dem Gutachter über Trinkmengen diskutieren, so nach dem Motto: Nach der Formel habe ich aber nur soundsoviel getrunken. Wenn der Gutachter Zweifel an deinen Trinkmengen äußert solltest du noch mal in dich gehen.
 
Hi Mr Murphy
Danke für deine Antwort
Den Fragebogen hier im Forum habe ich ja bereits gut Aufgearbeitet.
Lügen oder Diskutieren mit dem GA habe ich sicherlich nicht vor. Dafür ist mir mein Alkoholfreies leben zu kostbar um mit so etwas alles aufs Spiel zu Setzen. Den Gesundheitsfragebogen werde ich mir ansehen. Danke für den Link
Ich möchte auf alle Eventualitäten so gut vorbereitet sein wie ich nur kann. Deswegen meine Frage.
LG Kalle
 
Ich möchte auf alle Eventualitäten so gut vorbereitet sein wie ich nur kann. Deswegen meine Frage.

Das du nachfragst spricht für dich, dafür musst du dich nicht rechtfertigen. Ich habe mal Informationen zu einer MPU zusammengestellt, vielleicht helfen die dir auch weiter:

MPU - Gut zu wissen​

Grundsätzliches​

Der MPU-Termin ist für viele Betroffene eine Streßsituation. Wer mit falschen Vorstellungen zum MPU-Termin kommt wird deshalb manchmal bereits durch Kleinigkeiten aus der Bahn geworfen oder zumindest irritiert.

Die folgenden Informationen sollen helfen, solche Klippen zu umschiffen. Sie sind unabhängig vom Anlass der MPU.

Bei einem Antrag auf einen unbegrenzten Führerschein mit 17 stehen natürlich keine Probleme im Vordergrund, sondern ob dafür die körperliche und psychische Reife ausreicht.

Darum und um ähnliche, eher seltene Ursachen für eine MPU geht es in meinen Ausführungen nicht, auch wenn viele Informationen auch auf solche MPUen zutreffen.

Strafe​

Eine MPU ist keine Strafe. Damit fallen auch die Rechte eines Angeklagten in einem Strafverfahren weg. Somit muss Betroffenen bei einer MPU auch nichts mehr nachgewiesen werden, denn das (also die Ursache für das MPU-Angebot) ist bereits im Vorfeld geschehen.

Grund für eine MPU​

Eine MPU ist freiwillig. Sie wird (abgesehen von Ausnahmen wie vollen Führerschein vor dem 18. Geburtstag) nur Personen angeboten, denen nachgewiesen wurde, das sie als (Kraft)Fahrzeugführer eine übermäßige Gefahr im öffentlichen Straßenverkehr darstellen. Die Ursachen für die von den Betroffenen ausgehende Gefährdung sind meist Süchte und damit lebenslang unheilbar: Alkoholsucht, Drogensucht, Medikamentensucht, Eigensucht, ...

Durch diese Tatsachenfeststellung im Vorfeld muss der Gutachter den Betroffenen auch nichts nach- oder beweisen. Es gibt keinen Vertrauensvorschuss für die Betroffenen. Die Betroffenen müssen ganz im Gegenteil nachweisen, das sie ihr lebenslanges Manko erkannt haben und trotzdem einen Weg gefunden haben mit einem akzeptierbaren Risiko (Kraft)Fahrzeuge zu führen.

Vorbereitung (Kurse, Nachweise und ähnliches)​

Es wird erwartet das Nachweise, Kurse, Schulungen und ähnliches zum Zeitpunkt der MPU abgeschlossen sind. Absichtserklärungen bringen keine Pluspunkte.

Anfahrt​

Meist ist das MPU-Institut dem Betroffenen nicht bekannt. Ein pünktliches Erscheinen wird erwartet. Betroffene sollten die Anfahrt zu einer ähnlichen Uhrzeit wie der MPU-Termin testweise kurze Zeit vorher durchführen, um Probleme im Vorfeld zu erkennen (Streckensperrungen, Umleitungen, ...).

Aber auch bei Bahnfahrten sehr kurze Umsteigzeiten, die bei einer Verspätung zu Problemen führen können. Oder um bei einer Fahrradanfahrt langwierige Umleitungen zu kennen. Bei kritischen Wetterlagen oder bei Schnee und Glätte ist selbst auf vorbestellte Taxen kein Verlass.

Örtlichkeit​

Der Vertrag wird häufig online oder auf dem Postweg abgeschlossen. Betroffene sollten das MPU-Institut in solchen Fällen im Voraus besichtigen und nach Möglichkeit auch mal betreten.

In einem Fall war ein Betroffener geschockt, dass es sich um einen Altbau handelte und der Fußboden knarzte. In einem anderen Fall empfand ein Betroffener die Innenraumtemperatur als viel zu kalt. Dabei kann man auch schauen, ob es die Möglichkeit gibt, bei Ankunft oder in einer Pause etwas zu Essen, zu Trinken oder Nervennahrung zu kaufen. Zudem für viele Menschen auch ein Thema: Wo befinden sich die Toiletten und in welchem Zustand sind sie? Ist der Wartebereich in einem extra Raum oder sitzt man im Flur, wo viel Durchgangsverkehr herrscht? Es kann einem ein Gefühl der Sicherheit geben sowas bereits im Vorfeld zu wissen.

Zeitdauer der MPU selbst​

Eine schnelle MPU dauert weniger als 2 Stunden, normal sind wohl 2 bis 3 Stunden, mit etwas Pech (Krankheit des Personals) auch mal 6 Stunden und mehr mit entsprechenden Pausen zwischendurch. Darauf sollte man vorbereitet sein.

Essen und Trinken, Pausen​

Betroffene sollten Getränke, etwas Nahrung (falls sich die MPU lange hinzieht) und Nervennahrung mitbringen. Ein Getränkeautomat (falls überhaupt vorhanden) im MPU-Institut kann grade zum eigenen Termin defekt sein. Wenn man auf Abruf bleiben muss besteht auch nicht unbedingt die Möglichkeit Kioske, Buden, Imbisse (soweit überhaupt vorhanden) in der Nähe aufzusuchen.

Um Pausen zu überbrücken ist vielleicht etwas Lesematerial oder andere Ablenkung sinnvoll.

Aktenlage​

Hört sich bürokratisch an. Im Sinn der MPU heißt das: Die Führerscheinstelle und die Gutachter müssen die Aktenlage akzeptieren. Wenn Betroffene die Gutachter überzeugen wollen, dass ihre Vergehen falsch bewertet wurden und sie deshalb ungerechterweise die MPU antreten müssen, ist der MPU-Termin die falche Zeit und der falsche Ort. Jeder Widerspruch zur Aktenlage muss deshalb negativ bewertet werden.

Ablauf einer MPU​

Die MPU besteht aus 4 Teilbereichen. Wobei der Fragebogen oft als nebensächlich angesehen wird. Der Fragebogen sollte trotzdem ernst genommen werden. Die Angaben im Fragebogen dürfen späteren Angaben, speziell bei der Gesundheitsuntersuchung und im psychologischen Gespräch, nicht widersprechen.
  • Schriftlicher Fragebogen
  • Gesundheitsuntersuchung
  • Leistungstest
  • Psychologisches Gespräch
Wichtig: Der Fragebogen ist meist als erstes nach der Ankunft auszufüllen. Für die anderen drei Teilbereiche gibt es keine vorgegebene oder übliche Reihenfolge. Es kann also sein, dass das psychologische Gespräch direkt nach dem Fragebogen beginnt.

In den Gutachten werden die einzelnen Teilbereiche hingegen sachlich geordnet, unabhängig davon, in welcher zeitlichen Reihenfolge sie stattfanden. Daher kommt wohl der Irrglaube, dass das psychologische Gespräch immer zum Schluss der Untersuchung erfolgt.

Übereinstimmung der eigenen Angaben​

Auch bei der Gesundheitsuntersuchung werden meist Fragen gestellt. Der Arzt muss schließlich wissen worum es geht, damit er darauf entsprechend achten kann. Dazu gehören auch Fragen zur Vorgeschichte.

Beim Leistungstest werden meiner Kenntnis nach keine zusätzlichen Fragen gestellt, wohl auch um Ablenkungen und Konzentrationsstörungen zu vermeiden.

Die Angaben im Fragebogen, bei der Gesundheitsuntersuchung und im MPU-Gespräch müssen inhaltlich übereinstimmen. Unterschiede werden in der Regel als Lüge angesehen, was direkt zu einem negativen Gutachten führt.

Fragebogen​

Im Fragebogen wird nach persönlichen Daten, Angaben zur Fahrerlaubnis und zur Fahrpraxis, Angaben zu Nachschulung und Beratung, Krankheiten, Medikamenten, Hausarzt und ähnlichem gefragt. Außerdem werden anlassbezogene Informationen gefordert.

Ein Fragebogen vom TÜV Hamburg aus dem Jahr 2020 wurde in Foris MPU Forum in jpg-Dateien veröffentlicht. Den Originalbeitrag finde ich leider nicht mehr. Ich habe die Bilder in einer pdf-Datei zusammengefasst und dort hochgeladen: https://www.mpu-vorbereitung-online.com/forum/threads/mpu-ja-oder-nein.2771/page-9#post-59586.

Gesundheitsuntersuchung​

Zur Gesundheitsuntersuchung gehört eine körperliche Inaugenscheinnahme. In der Regel muss zumindest der Oberkörper zur Abtastung (Fettleber) freigemacht werden. Man sollte entsprechend die Unterwäsche und / oder Sportkleidung wählen um sich dabei möglichst wohl zu fühlen.

Es kann auch eine Blut- und / oder Urinprobe genommen werden. Ob das immer geschieht weiß ich nicht.

Leistungstest​

Zu dem Leistungstest habe ich wenige Informationen. Die meisten Betroffenen beschreiben ihn als einfach. Computerkenntnisse sind nicht erforderlich. Fehlende Computerkenntnisse folglich kein Nachteil.

Der Leistungstest (meist zwei oder drei Einzeltests) ist so angelegt, das er nicht komplett zu schaffen ist und dadurch Stress aufkommt. Betroffene sollten selbst bei Zweifeln deshalb möglichst konzentriert bleiben.

Wenn Betroffene den Leistungstest nicht bestehen können sie ihn in der Regel direkt noch einmal machen. Ob Betroffenen die Möglichkeit angeboten wird hängt wohl davon ab, wie weit das Ergebnis von den geforderten Werten abweicht.

Wenn der Leistungstest ausnahmsweise doch nicht bestanden wird, die restliche MPU aber positiv bewertet wird, kann eine Fahrverhaltensbeobachtung (ich weiß nicht ob das der richtige Fachbegriff ist) zum Ausgleich angeboten werden. Das ist eine praktische Fahrt mit einem Fahrlehrer und einem Psychologen, die vorher geübt werden kann und natürlich zusätzliche Kosten verursacht.

Psychologisches Gespräch​

Das Gespräch gibt Betroffenen die Möglichkeit zu berichten, dass er seine Probleme / Defizite erkannt hat und welche Lösungen er gefunden hat, zukünftig trotzdem ohne Gefährdung die beantragten Fahrzeuge zu führen.

Die Angaben des Betroffenen müssen widerspruchsfrei und realistisch sein. Übersetzt in Umgangssprache: Betroffene, die bei einer Lüge ertappt werden oder ihre Probleme verharmlosen dürfen die MPU nicht bestehen. Darauf werden Betroffene während der MPU eindringlich hingewiesen.

Die Gutachter sollen während des Gesprächs neutral-freundlich bleiben und nicht erkennen lassen, wie sie die Informationen des Betroffenen bewerten. Das kann irritieren, soll aber so sein. Zusätzlich tippen sie den Gesprächsverlauf häufig direkt in ihren Computer. Dadurch kann es immer wieder zu Gesprächsunterbrechungen kommen und man sollte man sich dadurch nicht verunsichern lassen.

Das Gespräch ist keine Frage-Antwort-Veranstaltung. Die Gutachter sollen mit ihren Fragen durch das Gespräch führen, die Betroffenen sollen ausführlich, aber nicht übertrieben, antworten, außer die Frage gibt nur eine kurze Antwort her.

Dabei kann es durchaus zu Brüchen im Thema kommen oder Fragen zu persönlichen Themen gestellt werden, die vermeintlich nichts mit der eigentlichen Fragestellung der Führerscheinstelle zu tun haben. Das dient wohl dazu Lügengeschichten zu erkennen. Wer wahrheitsgemäß aus seiner Erinnerung berichtet hat damit kein Problem. Wer sich eine Lügengeschichte ausgedacht hat sehr wohl. Die Reaktionen (längere Pausen, häufiges Nachfragen um Zeit zu gewinnen) sind für Fachleute meist deutlich zu erkennen.

Viele Gutachter achten auch auf die Körpersprache. Solche Beobachtungen dienen zusätzlich dazu Lügen zu erkennen.

Alle Antworten müssen zudem zu der persönlichen (Vor)Geschichte des Betroffenen sowie der Aktenlage passen und in sich stimmig sein. Ein deutliches Zeichen für Lügen sind Antworten zu unterschiedlichen Fragen, die aber selbst nicht zusammenpassen oder sich widersprechen.

Durchgehend kurze oder ausweichende Antworten, bei denen die Gutachter immer wieder nachfragen müssen, führen regelmäßig zu einem negativen Ergebnis. Im Gutachten steht dann auch die Bemerkung "Nachfrage". Wenn die mehrmals auftaucht enden solche Gutachten nicht gut für den Betroffenen.

Ähnliches gilt für zu lange Antworten, zumal wenn dadurch vom Thema abgewichen wird. Eine Taktik von Lügnern um die Zeit für kritische Fragen zu rauben. Für die Gutachter ist das Alltagsgeschäft. Wenn einmal der Hinweis kommt sich bitte kürzer zu fassen und / oder nicht vom Thema abzuweichen sollten Betroffene sich für den Rest des Gesprächs daran halten. Wenn die Zeit nicht ausreicht um alle notwendigen Informationen zu bekommen endet das Gutachten halt negativ.

Die Angaben im Gespräch müssen wahrheitsgemäß und realistisch sein. Die Gutachter müssen dem Betroffenen nichts nachweisen. Im Gegenteil muss der Betroffene ganz einseitig belegen, dass er seine Probleme, wegen derer er bei der MPU ist, erkannt hat und welche Lösungen er gefunden hat, trotzdem keine übermäßige Gefahr im Straßenverkehr mehr darzustellen.

Es wird erwartet, das Betroffene die Fragen gedanklich verstehen und (auch bedingt durch die geforderte Vorbereitung) beantworten können. Wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist wird das berücksichtigt.

Die Gutachter stellen keine Fangfragen, müssen bei Unklarheiten oder widersprüchlichen Angaben aber nachfragen. Wenn die Gutachter zu häufig nachfragen müssen wird das als fehlende Mitwirkung beurteilt, was meist direkt zu einer negativen MPU führt.

Gegenlesen des Gesprächsprotokolls​

In der Regel wird Betroffenen die Gelegenheit gegeben das ausgedruckte Gespräch gegenzulesen. Ob das Gegenlesen angeboten werden muss weiß ich nicht. Das ist die letzte Gelegenheit um falsche oder unklare Angaben richtig zu stellen.

Dabei hat der Betroffene kein Recht darauf Angaben löschen zu lassen und das wird nur in Ausnahmefällen geschehen. Sondern die Anmerkungen werden dem Protokoll hinzugefügt. Sich darüber aufzuregen "Der Gutachter schreibt Lügen im Protokoll die mich allein dadurch benachteiligen, das sie im Protokoll stehen bleiben!" bringt nichts, das ist das ganz normale Vorgehen.

Audio- / Video-Aufzeichnung des Gesprächs​

Einige Institute bieten die Möglichkeit, das Gespräch per Audio oder seltener Video aufzuzeichnen. Das ist (bislang jedenfalls) immer freiwillig. Die Möglichkeit einer Aufzeichnung muss aber aber meiner Kenntnis nach nicht angeboten werden.

Betroffene sollten sich vorher überlegen, ob sie das wollen oder als störend empfinden. Wenn man selbst eine Aufzeichnung will sollte man vorher abklären, ob das in dem gewählten Institut möglich ist.

Prüfung durch Führerscheinstelle​

Die Führerscheinstelle muss ein (eigentlich) positives Gutachten sachlich prüfen und bei Problemen die Fahrerlaubnis verweigern (ja, die darf und muss das). Das geschieht aber sehr selten. Gründe können zum Beispiel sein:
  • Der Betroffene verheimlicht ein noch nicht abgeschlossenes Verfahren, obwohl danach gefragt wurde und er darüber informiert ist, zum Beispiel weil er nach einer Geschwindigkeitskontrolle direkt angehalten wurde
  • Der Gutachter gibt sich bei Abstinenzbehauptung mit 5 Monaten Nachweisen zufrieden ohne dies zu begründen
  • Der Gutachter empfiehlt eine Fahrverhaltensbeobachtung, obwohl dies gesetzlich ausgeschlossen ist
  • Der Mitarbeiter der Führerscheinstelle sieht die Exploration (Bewertung der Vorgeschichte) als nicht ausreichend an
Sogar wenn nach der Führerscheinneuerteilung Lügen nachgewiesen werden kann die MPU nachträglich negativ bewertet und der Führerschein wieder einkassiert werden.

Neue Führerscheinprüfungen​

Wenn die Zeit des Führerscheinentzugs deutlich länger war als die des Führerscheinbesitzes wird die Führerscheinstelle in der Regel neue Prüfungen fordern (theoretisch und praktisch). Dabei spielt auch die Gesamtzeit des Führerscheinentzugs eine Rolle. Gleiches gilt grundsätzlich, wenn der Führerschein 10 Jahre und mehr entzogen war.

Dabei gibt es keine Pflichtstunden, die Fahrschule muss sich aber von der Prüfungsreife des Betroffenen überzeugen, um ihn zur Prüfung anmelden zu dürfen.
 
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