Exploration
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)
Ich habe seit meiner Kindheit immer Kontakt mit Alkohol gehabt, da mein Vater Alkohol trinkt und hatte fast immer Alkohol zu Hause. Mein erstes Alkohol Konsum war im Jahr 2011, als ich 24 Jahre alt war. in dieser zeit wohnte ich in einem Studentenwohnheim und wir hatte dort regelmäßig Wohnheimpartys. Als ich in einer Wohnheimparty teilgenommen habe, im Jahr 2011 habe ich dort mein erster Radler getrunken.
9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?
März 2011 – Frühling 2013:
Von Sommer 2011 bis Ende Frühling / Anfang Sommer 2013 Konsum von bis zu 3 Radler oder 3 Bier (Radler Krombacher, 0,5 l, 2,5 % oder Frühkölsch, 0,5 l, 4,9 %) fast jede Woche, in der Regel Donnerstag bis Samstag, außer in den Klausurphasen.
Sommer 2013 – August 2015:
Konsum von bis zu 6 Bier (Frühkölsch, 0,5 l, 4,9 %) fast jede Woche, meist Donnerstag bis Samstag. , außer in den Klausurphasen.
Sept 2015 – Juli 2016:
Unregelmäßiger und geringer Alkoholkonsum, insgesamt etwa 20 Bier (Frühkölsch, 0,5 l, 4,9 %) im gesamten Zeitraum. Wegen Wohnortwechsel nach Aachen, keine Party gemacht und Alkoholkonsum nur gelegentlich bei Besuch in Koblenz.
August 2016 – Herbst 2018:
Mischkonsum von etwa 1 Flasche Sekt (0,7 l, 11 %) und 6 Bier (Frühkölsch, 0,5 l, 4,9 %) pro Woche.
Rückkehr nach meiner Stadt, großer Freundeskreis. Sekt habe während der Woche allein getrunken und Bier am Wochenende mit Freunden.
Dez 2018 – Mai 2019:
Gemischter Konsum von bis zu 9 Bier (Frühkölsch, 0,5 l, 4,9 %) oder etwa 0,4 l Whisky (Jack Daniel’s, 40 %) pro Woche, zusätzlich ca. 2 Flaschen Sekt pro Woche. Indem Sekt in der Woche getrunken wurde und Bier oder Whisky am Wochenende.
14.05.2019 – 03.09.2019:
Kein Alkoholkonsum (Untersuchungshaft).
04.09.2019 – 19.02.2020:
Starke Reduzierung des Alkoholkonsums auf bestimmte Gelegenheiten (neue persönliche Vorsätze, u. a. Alkoholreduktion). Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche oder 0,2 Flasche Whisky pro Woche, z. B. beim Fußballschauen, Restaurantbesuch, Treffen mit Freunden, Weihnachten oder Neujahr.
20.02.2020 – 31.10.2020:
Sehr starker Mischkonsum mit bis zu 4 Flaschen Sekt und 2 Flaschen Whisky pro Woche. Dieser Zeitraum war geprägt durch viele schlechte Ereignisse in meinem Leben: ich habe am 20 Februar 2020 meine Letzte Prüfung in einem Masterstudium endgültig nicht bestanden, und danach kam die Corona Pandemie mit dem Lockdown, außerdem als Ausländer mit einem laufenden Strafverfahren, hatte ich auch Probleme mit meinem Aufenthalt Erlaubnis. In dieser Zeit hatte ich meiner Meinung nach keine Zukunftsaussichten und habe ich mich mit Alkohol getröstet.
01.11.2020 – 04.2021:
Kein Alkoholkonsum (Unfall zu Hause am 31.10.2020 unter Alkohol und Operation). Nach der OP hatte ich mich entschlossen, künftig sehr wenig Alkohol zu trinken, da der Unfall in Zusammenhang mit Alkoholkonsum stand.
05.2021 – 12.2021:
Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche.
01.2022 – 18.03.2023:
Etwa 2 Flaschen Sekt und 1 Flasche Whisky pro Woche.
06.2023 – 31.12.2023:
Etwa 2 bis 3 Bier (0,5 l Frühkölsch, 4,9 %) pro Monat. Nach dem Unfall am 18.03.2023 wegen dem Schock habe mein Alkoholkonsum auf Freundestreffen auf 2 bis 3 Bier pro Monat reduziert.
01.01.2024 – 31.12.2024:
KT: maximal 1 Bier oder 0,2 l Sekt pro Monat. Von 01.01.2024 bis 31.12.2024 habe ich KT praktiziert
Seit 01.01.2025:
Abstinent und habe vor in der Zukunft abstinent zu leben.
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Von 2011 bis Juli 2016 habe ich überwiegend im Wohnheim oder in der Disco Alkohol konsumiert. Meistens war ich dabei mit Freunden oder Mitbewohnern aus dem Wohnheim unterwegs.
Von Juli 2016 bis März 2023 habe ich in meinem alten Freundeskreis Alkohol getrunken, bei unseren Freundestreffen sowie bei feierlichen Gelegenheiten wie Geburtstagen oder Hochzeiten. In dieser Zeit habe ich auch sehr häufig allein Alkohol konsumiert.
12. Warum haben Sie getrunken? (Innere + äußere Motive)
Seit meiner Kindheit hat mein Vater mir beigebracht, dass ich andere Menschen mit meinen Worten nicht verletzen sollte, wenn ich selbst nicht verletzt werden möchte. Diese Haltung prägte mich stark, und ich achtete sehr darauf, meine Worte sorgfältig zu wählen, um niemanden zu verletzen.
Oft war das aber auch belastend, weil ich immer versuchte, die anderen mit meinen Worten zu befriedigen, selbst wenn ich danach damit nicht zufrieden war.
Mit der Zeit wurde mir dieses Verhalten zunehmend schwer, und ich begann, mich in neuen Umgebungen zurückzuziehen und wenig Kontakte zu suchen.
Als ich schließlich in Februar in einem Studentenwohnheim zog, gab es dort regelmäßig Wohnheimpartys, wo ich teilgenommen hatte und dort ständig in Gespräch mit anderen Mitbewohnern gekommen bin.
Bei den ersten beiden Partys blieb ich jedoch nüchtern, da ich bis dahin noch nie Alkohol probiert hatte. Bei meinen Gesprächen blieb ich dabei angespannt, weil ich ständig darüber nachdachte, wie meine Worte ankommen und was andere über mich denken könnten.
Bei einer nächsten Party entschloss ich mich, ein Radler zu probieren, um zu sehen, ob es mir hilft, etwas lockerer zu werden. Da ich immer gehört hatte, dass Alkohol bei solchen Situationen helfen kann.
Beim Trinken habe ich gemerkt, dass ich mich entspannter fühle. Ich konnte freier sprechen und musste nicht ständig über meine Worte nachdenken. Das hatte mir ein gutes Gefühl gegeben. In diesem Moment dachte ich, dass Alkohol mir hilft.
Im Laufe der Zeit und mit weiteren Partys war ein Radler nicht mehr genug so wurde die Menge zunehmend.
Als ich gesehen hatte, dass Alkohol mir geholfen hat bei dieser Situation, wurde für mich mit der Zeit Alkohol ein Trostmittel, ein Mittel, mit dem ich meine Sorge vergessen konnte und meine Gefühle Regulieren konnte.
13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
- bei wenig Alkohol
Schon bei wenig Alkohol hatte ich das Gefühl, dass meine Gedanken freier werden. Ich wurde redseliger, war in lockerer Stimmung und initiierte Gespräche mit fremden Leuten, ohne groß nachzudenken.
- bei viel Alkohol,
Wenn ich viel Alkohol getrunken hatte, kam noch zusätzlich auf die Redseligkeit die Tatsache, dass ich für einen Moment meine Sorge vergessen und einfach den aktuellen Moment genießen könnte.
Zum Beispiel in dem Zeitraum von 20.02.2020 bis 31.10.2020 war mein Alkohol Konsum sehr hoch und ich war ständig alkoholisiert, weil ich nicht denken wollte, was in diesem Moment in meinem Leben los war.
Ich muss auch sagen, dass wenn ich Alkohol getrunken hatte, besonders viel, waren meine Aktionen ohne Berücksichtigung der Konsequenzen wie zum Beispiel meinen Teilnahmen an Verkehr unter Alkohol ohne die potenziellen Gefahren mich und für anderen wahrzunehmen.
Außerdem mit der Zeit wurden auch nach Alkohol Genuss vor allem bei großen Mengen die Erholungszeit länger.
13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?
Bei mir war es anfangs so, dass ich schon mit einem Radler den gewünschten Effekt erreichen
konnte. Aber wenn man sich daran gewöhnt zu trinken, wird der Körper quasi "trainiert", und mit der
Zeit reicht diese kleine Menge nicht mehr aus. Die Auslösemenge wird immer größer, und selbst
wenn ich den gewünschten Effekt erreicht hatte, trank ich weiter, weil für mich die Tatsache, dass ich
entspannt, freisprechen konnte oder meine Sorge vergessen konnte, eng mit dem Trinken verbunden war. Außerdem rückblickend erkenne ich, dass ich die Kontrolle über mein Trinkverhalten zunehmend verloren habe.
14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Von meinem Freundeskreis gab es keinen kritischen Hinweis, da wir alle Alkohol in großen Mengen konsumiert haben. Von meiner Frau gab es schon Kritische Hinweise auf meinem Konsum, da sie kein Alkohol konsumiert. Die Kritik wurde noch intensiver in den Zeiten, wo ich sehr viel getrunken hatte (Jahr 2020). Ich fand immer Ausreden wie (ich kann Alkohol gut vertragen) um die Diskussion mit ihr zu vermeiden. Ich wollte Ihr nicht sagen, dass ich in Alkohol einen Trost finde und war auch noch geprägt von dieser Idee, mit der ich aufgewachsen bin: (über seinen Schwierigkeiten redet ein Man nicht mit seiner Frau) .
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Am Anfang habe ich Alkohol benutzt als Trostmittel, als ein Mittel um meine Sorge zu vergessen und als Gefühlsregulationsmittel.
Für diese Augenblick, wo ich alkoholisiert war, war das gewünschte Ergebnis erreicht, aber nachdem ich wieder nüchtern war, waren meine Sorge und meine alte Persönlichkeit wieder da.
Also durch meiner erhebliche Alkoholkonsum und Teilnahme in Straßenverkehr, habe ich die Sicherheit andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, meine Gesundheit gefährdet, da ich unter Alkohol 2 Unfälle gemacht habe, bei einem wurde ich an der Wirbelsäule operiert. Wegen dieser Operation bin ich dauerhaft körperlich beeinträchtigt und kann heutzutage nicht schwere Lasten tragen, oder eine Position lange halten.
Außerdem wenn ich rückblickend schaue, war meine Konsum auch eine Last für meine Frau da sie mich häufig darüber angesprochen hatte und durch meinen letzten Unfall, wo meine Fahrerlaubnis entzogen wurde, trägt sie jetzt die Hauptverantwortung für Fahrten der Familie, begleitet die Kinder bei allen Aktivitäten und kümmert sich um den Einkauf. Durch den Führerscheinentzug musste ich mich wieder an öffentlichen Verkehrsmitteln anpassen.
Also ich kann sagen, dass mein Alkoholkonsum sehr große negative Auswirkung auf mein Leben und Umfeld gehabt hat: dadurch kann ich einige meiner Aufgaben als Familien Vater nicht erledigen, werden mehr Verantwortungen durch meine Frau übernommen, trage ich ein bleibender Schade auf meinem Körper und meine Bewegungen von einem Punkt A zu einem Punkt B sind heutzutage aufwändig geworden da ich überwiegen mit dem öffentlichen Verkehrsmittel mich bewege.
Heute sehe ich klar, dass mein Alkoholkonsum nicht nur mich, sondern auch meine Familie und andere Menschen stark belastet und gefährdet hat.
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
Mein Alkohol Konsum hat sich mit der Zeit kontinuierlich entwickelt und es gab Zeitabschnitte, wo ich viel Alkohol konsumiert hatte.
Juli 2016 – Mai 2019: in dieser Zeit Abschnitt hat sich mein Konsum von ca. 2 Bier pro Monat zu bis 9 Bier oder 0,4l Whisky und 2 Flasche Sekt pro Woche erhöht.
diese war bedingt durch meine Rückkehr nach Bonn, wo ich mich einem Freundeskreis anschloss, in dem regelmäßiger Alkoholkonsum üblich war. Durch häufige Trinkanlässe und zunehmende Gewöhnung entwickelte sich meine Trinkmenge schrittweise nach oben.
Februar 2020 – 31.10.2020: in dieser Zeit Abschnitt hat sich mein Konsum kontinuierlich auf bis zu 1,4l Whisky und 4 Flasche Sekt pro Woche entwickelt.
diese Zeitabschnitte in mein Leben ist die Zeit in dem ich am meisten Alkohol benutzt habe als Trostmittel da ich am 20 Februar 2020 meine Letzte Prüfung in einem Masterstudium endgültig nicht bestanden habe, und danach kam die Corona Pandemie mit dem Lockdown und zusätzlich hatte ich auch Probleme mit meinem Aufenthalt Erlaubnis da ich vorbestraft war. Ich hatte in dieser Zeit keine Zukunftsaussichten, hatte die Hoffnung verloren und fühlte mich nutzlos für meine Familie.
Januar 2022 – 18.03.2023: in dieser Zeit Abschnitt hat sich mein Konsum kontinuierlich auf bis zu 0,7l Whisky und 2 Flasche Sekt pro Woche entwickelt.
Es gab keine einzelnen akuten Auslöser mehr. Diese Entwicklung lässt sich an Angewöhnung und häufige Trinkanlässe erklären.
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja ich habe schon Kontrolle über meine Trinkmenge verloren und Zweimal bis zum großen Filmriss getrunken. Das erste Mal war im Halloween 2013 wo ich Bier und Wodka gemischt hatte und das zweite Mal war am 31 Oktober 2020 der Tag, wo ich mein erster Unfall gehabt hatte, die zu meiner Operation geführt hat. Außerdem habe ich auch inzwischen kleinere Lücke infolge meines Trinkmenge Kontrollverlust gehabt.
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Vor dem 01.01.2025 habe ich 2-mal völlig über Alkohol verzichtet. Diese Phasen erfolgten jedoch nicht aus eigener, bewusster Entscheidung, sondern waren durch äußere Umstände bedingt.
Da das erste Mal von 14.05.2019 bis 04.09.2019 war, und in diesem Zeitraum befand ich mich in Untersuchungshaft.
Das zweite Mal war von 01.11.2020 – 04.2021 nach meinem Unfall und Operation. Ich lag zuerst für ungefähr 3 Wochen in Krankenhaus, dann machte ich eine Rehabilitation und in dieser Zeit hatte ich das ganze Schuld an Alkohol geschoben, ohne mir die Grundsätzliche Frage zu stellen warum es dazu gekommen ist das ich so viel getrunken hatte.
Außerdem gab es inzwischen mehrere Entschlüsse zu Alkohol Reduktion die immer wieder gescheitert haben da sie nicht auf einer nachhaltigen inneren Veränderung und Ursachenbearbeitung beruhten.
19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein? (mit Begründung)
Früher habe ich mir keine Gedanken über mein Trinkverhalten gemacht und konnte mich daher in keine bestimmte Kategorie von Trinktypen einordnen. Klar als ich meines Unfalls gehabt hatte, habe ich Alkohol für eine Zeit gehasst aber habe mich nicht bei einer trinkende gruppe eingeordnet.
Wenn ich heute mich rückblickend in einer trinkenden Gruppe einordnend soll, mit den gewonnenen Kenntnissen im Rahmen meiner Vorbereitung wurde ich mein Trinkmuster als problematisch und Abhängigkeitsnah einordnen. Da ich sehr häufig, in großen Mengen, über einen langen Zeitraum und, allein schon ab Montag Alkohol konsumiert habe.
außerdem trotzt negative Folgen von Alkoholkonsum und kritische Hinweise meiner Frau wegen meines Konsums habe ich weiter konsumiert.