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MPU wegen Alkohol

Guten Abend,
meine Woche war ein bisschen zu voll, was MPU und die Arbeit angeht. Das hat mich psychologisch sehr beschäftigt, und ich war ein bisschen müde davon.
Ich hatte am Dienstag, den 17.03.2026, meine MPU-Simulation mit meiner VP und musste erkennen, dass sie bei einigen Punkten recht hatte. Gleichzeitig habe ich mich, was die Vorbereitung angeht, etwas falsch begleitet gefühlt.

1- Vom Verhalten her hat sie mir gesagt, dass ich zu perfekt bin in meiner Art, die Fragen zu beantworten, und dass das nicht natürlich wirkt, sondern auswendig gelernt und konstruiert. Sie meinte auch, dass die Benutzung von Fachwörtern wie „Abstinenz“ oder „Trinkmotiv“ nicht zu einem Gespräch mit dem GA passt, da es ebenfalls auswendig gelernt wirkt.
Ich muss auch erkennen, dass ich bei meinen Antworten immer alles erklären wollte, d. h. alle Details geben wollte, damit es nicht zu Widersprüchen kommt – genauso wie ich hier im Forum geantwortet habe. Und klar, an manchen Stellen musste ich meine Worte suchen, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist.
Ich habe am Ende auch verstanden, dass ich einfach auf die Frage antworten soll und nicht zu viele Details geben sollte und dass ich den GA selbst nachfragen lassen sollte, wenn er etwas vertiefen möchte.
Was ich aber nicht verstanden habe, ist, warum ich die Fachwörter wie „Abstinenz“ oder „Trinkmotiv“ nicht nutzen soll, obwohl ich mich mit dem Thema beschäftigt und eine Vorbereitung gemacht habe.

2- Sie meinte, meine Art und Weise, meinen Trinkverlauf darzustellen, sei nicht glaubwürdig, da er zu viele Details beinhaltet. Sie hat mir empfohlen, ihn auf maximal 6 Lebensabschnitte zu reduzieren, zum Beispiel so:
  • Anfangsphase (2011–2015)
    Von Donnerstag bis Samstag bis zu 2 × 0,5 l Bier.
  • Steigerung (2016–2019)
    Mischkonsum: von Montag bis Donnerstag bis zu 0,4 l Sekt pro Abend, von Freitag bis Samstag entweder bis zu 4 × 0,5 l Bier pro Abend oder bis zu 0,2 l Whisky pro Abend.
  • 2020 (Peak des Trinkverhaltens)
    Von Montag bis Donnerstag täglich bis zu 1 × 0,7 l Flasche Sekt und von Freitag bis Samstag täglich 0,7 l Whisky.
  • Von 2021 – März 2023
    Bis zu 0,4 l Sekt von Montag bis Donnerstag und von Freitag bis Samstag bis zu 0,4 l Whisky.
  • Juni 2023 bis Dezember 2024
    Reduktion des Konsums auf 3 × 0,5 l Bier pro Monat, dann weitere Reduktion auf 1 × 0,5 l Bier pro Monat.
  • Seit Januar 2025 bis heute
    Kein Alkohol.
Ich finde jedoch, dass in dieser Form Informationen verschwiegen werden, die später zu Widersprüchen führen könnten, zum Beispiel die Zeiten, in denen ich keinen Alkohol getrunken habe: (Untersuchungshaft: Mai 2019 – September 2019, nach der OP: November 2020 – April 2021, nach der TF: 19. März 2023 – Mai 2023).

3- Was mich psychologisch sehr getroffen hat, war ihre Aussage, nachdem ich auf die Frage „Warum trinken Sie heute keinen Alkohol mehr?“ geantwortet habe. Nachdem ich erwähnt habe, dass ich meine Trinkmotive erkannt habe und weitersprechen wollte, hat sie mich sofort gestoppt und gesagt, dass ein Widerspruch vorliegt.
Da ich mit ihr die Vorbereitung im April 2025 angefangen habe und gesagt habe, dass ich aufgrund der Erkenntnisse über meine Trinkmotive aufgehört habe zu trinken, sieht sie darin einen Widerspruch.
Ich habe sie daran erinnert, dass ich vor ihr bereits eine Vorbereitung gemacht hatte und dort auch Erkenntnisse gewonnen habe, die mir geholfen haben, mich zu ändern. Daraufhin hat sie gesagt, dass ich diese erste Vorbereitung nicht erwähnen sollte, da ich damit bei der ersten MPU nicht erfolgreich war. Sie hat mir stattdessen vorgeschlagen, auf diese Frage so zu antworten:

Da ich ab dem 01.01.2024 kontrolliertes Trinken praktiziert habe, was nur wegen der MPU war und für mich nicht stabil genug war, hat meine Frau mich dazu gebracht, mit Alkohol aufzuhören, sonst wäre unsere Ehe zu Ende gewesen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich am 31.12.2024 mein letztes Glas Alkohol trinke und ab dem 01.01.2025 aufhöre. Als ich gemerkt habe, dass mir das gut tut, habe ich am 10.02.2025 einen Abstinenzvertrag für ein Jahr unterschrieben. Später, ab April 2025 in der MPU-Vorbereitung, hat meine VP bestätigt, dass es eine gute Entscheidung war.

4- Was meinen Konsum am Tattag angeht, gebe ich 1 l Sekt plus ungefähr 475 ml reinen Whisky an, und das wird auch durch die Berechnung mit der Widmark-Formel bestätigt. Sie sagt jedoch, dass ich 1 l Sekt plus 500 ml Whisky angeben soll – mit der Begründung, dass ich nicht zu genau sein sollte. Es gab so viele Unterbrechungen, dass wir den gesamten Verlauf nicht geschafft haben. Wir sind nicht einmal auf die Trinkmotive sowie meine Rückfallprophylaxe eingegangen. Sie sagte mir am Ende, dass man erkennt, dass ich an mir gearbeitet habe, aber ich sollte nicht zu kognitiv sein und vor allem für diesen Moment vergessen, dass ich Ingenieur bin.

5- Ich bin mit einer traurigen Stimmung rausgegangen und fühlte mich gleichzeitig nicht betrogen, sondern nicht gut begleitet, obwohl ich jedes Mal für knapp 90 Minuten ca. 200 € bezahlt habe.
Seitdem stelle ich mir die Frage, ob ich gut vorbereitet bin und warum sie so lange gewartet hat, um mir diese ganzen Anmerkungen zu machen. Außerdem habe ich, um das Ganze zu vermeiden, ihr am Anfang der Vorbereitung gesagt, dass ich die MPI wechseln wollte, aber sie hat mir empfohlen, bei der gleichen MPI zu bleiben.
Ich glaube, ich habe hier im Forum irgendwann gelesen: „Bei der MPU sollte man nur die Wahrheit sagen, aber nicht die ganze Wahrheit.“
Die MPU wird wahrscheinlich nächsten Monat stattfinden. Bis Dienstag um 18 Uhr war ich sehr zuversichtlich, aber jetzt weiß ich nicht mehr weiter und brauche wieder Hilfe.
 
ich habs auch nochmal überflogen und so bisschen insgesamt auf mich wirken lassen ...

Es ist ok, dass Du Angst davor hast, süchtig zu werden - aber ich glaube, du warst noch gut davon entfernt. Für meinen Geschmack argumentierst Du Dich zu sehr in Richtung A1. Hier z.B.:

Es würde reichen, wenn Du hier den Kontrollverlust anführst, der dich vllt irgendwann unweigerlich in eine Sucht treiben würde.
Den hast Du öfter angeführt, der Respekt davor dürfte auch eher den Tatsachen entsprechen. Und das dürfte Dich glaubhaft erschrecken, zusammen mit der erworbenen Giftfestigkeit.

A propos Tatsachen:


Das dürfte nicht stimmen. Der Alkohol hat es Dir ermöglicht, mit Deiner Familie gemeinsame Rituale zu feiern, das ist etwas, was verbindet (und Familie ist immer sowas wie ein sicherer Hafen, besonders dann in der Fremde). Du hast erlebt, wie er mehr Kontakt ermöglichte. Es ist ok und wichtig, wenn Du inzwischen andere Wege gefunden hast - aber dieses "nur" dürfte halt nicht stimmen. Es sind oft die kleinen Worte, die den Eindruck hervorrufen, Du erzählst jetzt nur was, das der Gutachter hören mag.

... das waren jetzt noch die zwei kleinen Glöckchen, die bei mir gebimmelt haben. Ansonsten würde ich sagen: jup. Hau rein :)
Und wie immer: Du wirst das alles nicht im Gespräch unterbekommen - aber Du hättest es zur Verfügung, wenn der Gutachter mal stellenweise tiefer bohrt.

btw: was hat denn der Psychologe der Suchtberatung zu Deiner Alkohol-Problemtiefe gesagt?
Zu meiner Alkoholproblemtiefe hat die Suchtberaterin mir gesagt, dass ich, so wie ich es geschildert habe, in meinem Konsum sehr fortgeschritten war und im Bereich des Alkoholmissbrauchs lag, jedoch keine Abhängigkeit bestand, da Merkmale wie Entzugssymptome oder die Vernachlässigung meiner Pflichten bei mir nicht vorlagen.
 
– mit der Begründung, dass ich nicht zu genau sein sollte.
ja. Das wirkt wie "auf den Punkt berechnet", bloß nicht mehr zugeben als unbedingt nötig -> Verharmlosung
Es sei denn, Du kannst es gut einschätzen (weil halt noch ein Rest in der 500ml Flasche war.. dann sagt man aber "nicht ganz ne Flasche mit 500ml")

Fachwörter wie „Abstinenz“ oder „Trinkmotiv“
ich habe noch keinen Gutachter erlebt, der da drüber gestolpert ist. Im Gegenteil: Du hast doch eine fachkundige Aufarbeitung hinter Dir? Da darf man schon mal was lernen.


und dass das nicht natürlich wirkt, sondern auswendig gelernt und konstruiert.
jup. Da muss man aufpassen und die Antworten mit echtem Leben füllen. Fühlbar. Theoretischen Antworten merkt man idR die Theorie an.

dass in dieser Form Informationen verschwiegen werden, die später zu Widersprüchen führen könnten, zum Beispiel die Zeiten, in denen ich keinen Alkohol getrunken habe:
DER Satz ließe sich ja noch einfügen. Es ist übrigens ein A1- Kriterium, wenn man öfter versucht, den Konsum zu verringern oder auf null zu fahren und dann immer wieder im steigenden Pegel landet. Gutachter fragen das übrigens explizit ab.

Bei der MPU sollte man nur die Wahrheit sagen, aber nicht die ganze Wahrheit.“
wir sagen gerne: Du musst nicht alles erzählen, was wahr ist - aber das, was Du erzählst, muss wahr sein.
Und wenn Du zuviel Wahres verschweigst und diese Wahrheiten nach Salamitaktik scheibchenweise zugeben musst, ist das halt auch Gift für eine MPU.
Ich glaube, Du kannst anfangen, ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen; es ist nicht schlimm, wenn der Gutachter hie und da mal was Genaueres wissen mag. Bösartig wirds dann, wenn auf Nachfrage nichts kommt und er wiederholt nachfragen muss. Naja.. und im Check ist offenbar ein Widerspruch aufgetaucht, den Du aber jetzt und hier auflösen konntest, richtig?

btw: ich halte es grundsätzlich für eine gute Idee, einen MPU-Check beim Kollegen des Vorbereiters zu machen, nicht beim Vorbereiter selbst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese Anzahl hast du nach meiner Anmerkung zu mehreren Fahrten an einem „Trinkanlass“ nicht geändert…
Ist das so gewollt ?
Ich habe es trotz deiner Hinweise so gelassen, weil ich meine Antwort mit „mindestens 600 Malen“ präzisiert habe. Aufgrund deiner Hinweise hätte ich die Zahl auf mindestens 700 erhöhen können, aber es wäre immer noch nur eine Einschätzung gewesen.
Also dann redest du nicht mit deiner Frau..?
Oder doch.. ? Und es „reicht“ dir dann ( noch ) nicht.. ?
Hier sprichst du doch bei von einer „Gelassenheit“ ob Situationen, die du nicht beeinflussen kannst…?
Doch, doch, ich rede mit meiner Frau, und das entlastet mich sehr. Parallel dazu ist es aber so, dass ich mich manchmal trotz des Gesprächs gedanklich weiter mit dem Thema oder der Situation beschäftige. In solchen Fällen gehe ich spazieren oder mache zu Hause Liegestütze.
Ich komme dann auch schnell aus den Gedanken heraus, vor allem bei Situationen wie meinem Aufenthaltstitel, weil ich mir sage: „Hier kannst du nichts machen – lass die Dinge sich von selbst lösen.“

Also kannst du diese intrafamiliären Differenzen nur mit professioneller Hilfe lösen…?
Wie lief das denn während deines abstinenten Lebens…?
Es ist doch eher unrealistisch, in diesen alltäglichen Situationen jedes Mal Hilfe von Außen zu suchen…?
Nein, @Karl-Heinz, die alltäglichen Situationen werden bis jetzt gut beherrscht und ich habe bisher keine professionelle Hilfe gebraucht.


Aber wenn wir den Fall betrachten, dass meine Frau mir sagt, dass sie wegen dieser Einschränkungen nicht mehr mit mir weiterleben möchte, sehe ich das nicht als alltägliche Situation. Für so einen Fall würde ich natürlich zuerst mit meinem Bruder sprechen, aber er ist weit weg von mir. Wenn das Gespräch mit ihm nicht ausreicht, glaube ich, dass professionelle Hilfe an dieser Stelle sinnvoll wäre.

Wir hatten Ende Dezember einen schweren Fall in der Familie, bei dem meine Schwiegermutter verstorben ist. Eigentlich in unserer Kultur sollte ich bei der Beerdigung in Kamerun an der Seite meiner Frau stehen, aber das war aufgrund meiner Situation (Aufenthaltsstatus) nicht möglich.
In so einer Situation könnte sie zum Beispiel sagen, dass das Leben mit mir zu schwer ist und es zu einer schwierigen Entscheidung für unsere Ehe kommen könnte.

Also ist die professionelle Hilfe für solche extremen Situationen gedacht.
 
Also, erst einmal, lieber @christ, sehe ich keinerlei Anlass, dass du dich schlecht fühlen musst.
Dass du das tust, ist aber vollumfänglich nachvollziehbar.
Aus meiner Sicht solltest du deinem Gefühl vertrauen, kann doch auch hier eine gute Übung sein, oder ?
Deine Gefühle, Bedürfnisse, Wünsche…?

Ich möchte und kann sie auch nicht kritisieren, aber nach deiner Schilderung, der ich volles Vertrauen schenke, ein kurzes Statement meinerseits:
Firlefanz !

Im Detail:
1- Vom Verhalten her hat sie mir gesagt, dass ich zu perfekt bin in meiner Art, die Fragen zu beantworten, und dass das nicht natürlich wirkt, sondern auswendig gelernt und konstruiert. Sie meinte auch, dass die Benutzung von Fachwörtern wie „Abstinenz“ oder „Trinkmotiv“ nicht zu einem Gespräch mit dem GA passt, da es ebenfalls auswendig gelernt wirkt.
Also, der GA erkennt sehr genau, ob etwas auswendig gelernt ist oder nicht.
Zum Einen, ob analoge und digitale Kommunikation ( gesprochene Sprache eindeutig zu Körpersprache, Mimik, Gestik, Augen etc. ) zueinanderpassen und ob bei Nach- und Wiederholungsfragen die gleiche Antwort bzw. Substantielles kommt.
Insofern halte ich das für Quatsch.
Authentizität ist gefragt, und ich bin mir absolut sicher, dass du das sein wirst.

Ich muss auch erkennen, dass ich bei meinen Antworten immer alles erklären wollte, d. h. alle Details geben wollte, damit es nicht zu Widersprüchen kommt – genauso wie ich hier im Forum geantwortet habe.
So, wie du hier im Forum geantwortet hast, ist alles großartig !
Wenn wir sagen, dass das eine sehr gute Aufarbeitung ist, ist das so.
Bei mir im rl ist auch noch nie jemand durchgefallen.

Und klar, an manchen Stellen musste ich meine Worte suchen, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist.
Das ist etwas, was du auch durchaus am Anfang des Gespräches erwähnen kannst.
So kannst du dich gleich vorentlasten und kommst nicht „in`s Schwitzen“ oder unter unnötigen Druck.

Ich habe am Ende auch verstanden, dass ich einfach auf die Frage antworten soll und nicht zu viele Details geben sollte und dass ich den GA selbst nachfragen lassen sollte, wenn er etwas vertiefen möchte.
Das allerdings halte ich für gefährlich !
Grundsätzlich gilt im psychologischen Gespräch:
Nachfragen des GAs: Schlecht !
„Abwürgen“: gut

Sprich frei von der Leber weg, der GA weiß zum Einen damit umzugehen und zum Anderen deine ausführlichen detailreichen Antworten einzuschätzen.
Ist sein Job ( steht auch genau so in den BK ).

Was ich aber nicht verstanden habe, ist, warum ich die Fachwörter wie „Abstinenz“ oder „Trinkmotiv“ nicht nutzen soll, obwohl ich mich mit dem Thema beschäftigt und eine Vorbereitung gemacht habe.
Ebenso Quatsch !
Also ich erkläre meinen Klienten relativ am Anfang immer die Säulen einer MPU.
Das ist doch wichtig, um überhaupt zu verstehen, wie und warum ein Gespräch so abläuft, was überhaupt erwartet, gefordert wird.
Ein vorgegebenes Gerüst, welches wir dann im Laufe der Vorbereitung zielorientiert mit Inhalt füllen.
Meine Erfahrung ist, dass solche Infos Sicherheit und Struktur in diesem Dschungel vermitteln.

2- Sie meinte, meine Art und Weise, meinen Trinkverlauf darzustellen, sei nicht glaubwürdig, da er zu viele Details beinhaltet. Sie hat mir empfohlen, ihn auf maximal 6 Lebensabschnitte zu reduzieren, zum Beispiel so:
  • Anfangsphase (2011–2015)
    Von Donnerstag bis Samstag bis zu 2 × 0,5 l Bier.
  • Steigerung (2016–2019)
    Mischkonsum: von Montag bis Donnerstag bis zu 0,4 l Sekt pro Abend, von Freitag bis Samstag entweder bis zu 4 × 0,5 l Bier pro Abend oder bis zu 0,2 l Whisky pro Abend.
  • 2020 (Peak des Trinkverhaltens)
    Von Montag bis Donnerstag täglich bis zu 1 × 0,7 l Flasche Sekt und von Freitag bis Samstag täglich 0,7 l Whisky.
  • Von 2021 – März 2023
    Bis zu 0,4 l Sekt von Montag bis Donnerstag und von Freitag bis Samstag bis zu 0,4 l Whisky.
  • Juni 2023 bis Dezember 2024
    Reduktion des Konsums auf 3 × 0,5 l Bier pro Monat, dann weitere Reduktion auf 1 × 0,5 l Bier pro Monat.
  • Seit Januar 2025 bis heute
    Kein Alkohol.
Ich finde jedoch, dass in dieser Form Informationen verschwiegen werden, die später zu Widersprüchen führen könnten, zum Beispiel die Zeiten, in denen ich keinen Alkohol getrunken habe: (Untersuchungshaft: Mai 2019 – September 2019, nach der OP: November 2020 – April 2021, nach der TF: 19. März 2023 – Mai 2023).
Höre auf dein Gefühl !

3- Was mich psychologisch sehr getroffen hat, war ihre Aussage, nachdem ich auf die Frage „Warum trinken Sie heute keinen Alkohol mehr?“ geantwortet habe. Nachdem ich erwähnt habe, dass ich meine Trinkmotive erkannt habe und weitersprechen wollte, hat sie mich sofort gestoppt und gesagt, dass ein Widerspruch vorliegt.
Da ich mit ihr die Vorbereitung im April 2025 angefangen habe und gesagt habe, dass ich aufgrund der Erkenntnisse über meine Trinkmotive aufgehört habe zu trinken, sieht sie darin einen Widerspruch.
Ich habe sie daran erinnert, dass ich vor ihr bereits eine Vorbereitung gemacht hatte und dort auch Erkenntnisse gewonnen habe, die mir geholfen haben, mich zu ändern. Daraufhin hat sie gesagt, dass ich diese erste Vorbereitung nicht erwähnen sollte, da ich damit bei der ersten MPU nicht erfolgreich war. Sie hat mir stattdessen vorgeschlagen, auf diese Frage so zu antworten:
Firlefanz !
Ich sehe das als einen großen Schritt der Weiterentwicklung in dem Aufarbeitungsprozess.

4- Was meinen Konsum am Tattag angeht, gebe ich 1 l Sekt plus ungefähr 475 ml reinen Whisky an, und das wird auch durch die Berechnung mit der Widmark-Formel bestätigt. Sie sagt jedoch, dass ich 1 l Sekt plus 500 ml Whisky angeben soll – mit der Begründung, dass ich nicht zu genau sein sollte. Es gab so viele Unterbrechungen, dass wir den gesamten Verlauf nicht geschafft haben. Wir sind nicht einmal auf die Trinkmotive sowie meine Rückfallprophylaxe eingegangen. Sie sagte mir am Ende, dass man erkennt, dass ich an mir gearbeitet habe, aber ich sollte nicht zu kognitiv sein und vor allem für diesen Moment vergessen, dass ich Ingenieur bin.
Mumpitz !
Du sollst genau so sein, wie und was du bist.

5- Ich bin mit einer traurigen Stimmung rausgegangen und fühlte mich gleichzeitig nicht betrogen, sondern nicht gut begleitet, obwohl ich jedes Mal für knapp 90 Minuten ca. 200 € bezahlt habe.
Das finde ich echt traurig.
Ich persönlich halte es für wichtig, eine Stimmung insbesondere am Anfang und am Ende des Gespräches aufzufangen.
Schlechte Gefühle kommen in diesem Prozess sowieso schon mehr als genug hoch…

Seitdem stelle ich mir die Frage, ob ich gut vorbereitet bin
Du bist hervorragend vorbereitet !

und warum sie so lange gewartet hat, um mir diese ganzen Anmerkungen zu machen. Außerdem habe ich, um das Ganze zu vermeiden, ihr am Anfang der Vorbereitung gesagt, dass ich die MPI wechseln wollte, aber sie hat mir empfohlen, bei der gleichen MPI zu bleiben.
Was möchtest du ?
Und genau so würde ich es an deiner Stelle machen.

Ich glaube, ich habe hier im Forum irgendwann gelesen: „Bei der MPU sollte man nur die Wahrheit sagen, aber nicht die ganze Wahrheit.“
Alles, was du in der MPU sagst, muss die Wahrheit sein.
Aber nicht alles, was wahr ist, musst du sagen.

Allerdings wüsste ich jetzt nicht, dass das überhaupt auf dich zutrifft…

Bis Dienstag um 18 Uhr war ich sehr zuversichtlich, aber jetzt weiß ich nicht mehr weiter und brauche wieder Hilfe.
Bitte bleibe zuversichtlich, und klar, wir helfen immer gerne.
In deinem Falle allerdings können wir an deiner Aufarbeitung nun nix mehr verbessern, aber dich wieder aufbauen ist ja ebenso prächtig ;)

LG
 
Grundsätzlich gilt im psychologischen Gespräch:
Nachfragen des GAs: Schlecht !
„Abwürgen“: gut
ich würde da gern etwas relativieren:
das mag für "normal gebriefte" Leute gelten - aber wenn wir hier die Leute in die MPU entlassen, haben die ja Stoff für 2 MPUs :p

Ich hätte Sorge, dass dieses pauschale "schlecht" Leute verunsichern kann. Einmal nachfragen ist ok, wenn man viel zu erzählen hat - nur sollte DANN alles Relevante wie aus der Pistole kommen. Wenn der Gutachter dann ein zweites Mal nachfragen muss, wirds kritisch.
Ich glaube, es ist ne gute Idee, darauf hinzuweisen, dass der Erkenntnistopf groß sei und man versuche, zunächst das Wichtige vom weniger Wichtigen zu trennen.
 
Und hier zeigt sich doch wieder, wie großartig das ist, dass wir uns zu 95% einig sind, bei solchen, ich nenne es mal „Feinheiten“ unterschiedliche Herangehensweisen haben.
Im Ergebnis der Prognoseneinschätzung haben wir aber immer eine 100%ige Übereinstimmung.

Und da sind wir uns auch bei dir absolut einig :smiley138:
 
Gibt es vielleicht jemanden, bei dem du noch eine Simulation machen könntest ?
Vielleicht sollte ich noch weitersuchen. Sie hat mir einen zweiten Termin für eine weitere Simulation gegeben, und ich überlege, ob ich ihn absagen soll. Ich weiß aber nicht, ob es möglich ist, einfach zu jemand anderem nur für eine Simulation zu gehen und ob das jemand akzeptieren würde.
 
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