31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Ich habe mich für eine vollständige Abstinenz entschieden weil ich aus eigener Erfahrung weiß das der Konsum von Cannabis und Kokain bei mir zu Problemen führt. Rückblickend war der Konsum immer ein Mittel um mit Stress, Einsamkeit, Selbstzweifeln und meinem Stottern umzugehen. Kurzfristig wirksam aber langfristig schädlich.
Beim medizinischen Cannabis habe ich damals fälschlicherweise geglaubt das ich nach einigen Stunden wieder fahrbereit bin. Kokain habe ich gezielt genutzt um sozialer zu sein und neue Kontakte zu knüpfen. Rückblickend weiß ich heute das beide Substanzen mich Abhängig von äußeren Faktoren gemacht haben und meine Lebensqualität beeinträchtigt haben.
Heute setze ich auf nachhaltige Strategien die mir helfen mit Stress und Belastungen umzugehen. Beispielsweise Sport, gesunde Ernährung, Atemübungen, tägliche Hypnose-Rituale, gezieltes Sprachtraining sowie berufliche Weiterbildung. Diese Routinen geben mir Sicherheit, Struktur und mehr Selbstbewusstsein, sodass ich nicht mehr auf Drogen angewiesen bin um mich wohl zu fühlen oder Probleme zu bewältigen.
Da ich das Prozedere der MPU bereits kenne und die Anforderungen kenne weiß ich auch was auf mich zukommt und das nur eine dauerhafte Abstinenz der Grundlage ist um die Fahrtauglichkeit zu erhalten und Verantwortung zu übernehmen, sowohl für mich sleber als auch für andere Verkehrsteilnehmer.
32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Der entscheidene Punkt war die Kontrolle im Juli 24 nachdem ich erneut meinen Führerschein verloren hatte und realisiert habe wie viel Kontrolle ich über mein Leben in den letzten Jahren wieder verloren hatte. Ich hatte fast 130 kg, habe nur Müll eigentlich gegessen (Fast Food und Süßigkeiten) ,war wieder fast bei 100g Cannabis im Monat, habe zusätzlich an den Wochenenden Kokain auf Partys und Bars konsumiert und gleichzeitig finanzielle Schwierigkeiten. Ich habe gespürt das der Konsum mich kurzfristig entlastet aber langfristig zerstört (Gesundheit, Beziehungen und Zukunftsperspektiven)
Da wurde mir klar das ich nur durch konsequente Abstinenz wieder Verantwortung für mich und mein Leben übernehmen kann. Die alten Strategien die früher funktioniert haben, hatten versagt. Das war der Punkt an dem ich mich bewusst dazu entschlossen habe kein Cannabis, kein Kokain und keine Ausreden mehr.
Seitdem habe ich sofort gehandelt und alle Drogen abgesetzt, mir psychologische Hilfe genommen habe (VP), neue Tagesstrukturen in meinem Leben etabliert, Sport angefangen , Ernährung umzustellen und berufliche Weiterbildung angefangen. Ich spüre immer wieder wie diese Veränderungen mein Selbstwert und meine Motivation steigern lassen und Probleme ohne Drogen zu lösen.
Dieses mal ist es nicht nur ein Versuch wie bei der ersten MPU sondern eine dauerhafte Entscheidung für ein abstinentes Leben, weil ich jetzt genau weiß welche Konsequenzen ein Rückfall hätte.
33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?
Für mich kommt nur Abstinenz in Frage, weil ich weiß, wie schnell ich wieder in alte Muster abrutsche, sobald ich auch nur gelegentlich Drogen nehme. Früher dachte ich ich könnte Cannabis kontrolliert nutzen, aber ich habe erlebt, dass ich das nicht konnte und der Konsum sehr schnell wieder regelmäßig wurde.
Gelegentlicher Konsum wäre für mich ein Risiko, weil ich Drogen früher immer als Weg genutzt habe, um abzuschalten oder mit Stress, Einsamkeit und meinem Stottern klarzukommen. Heute weiß ich, dass das nicht funktioniert und nur Abstinenz mir Sicherheit gibt für mein Leben, meine Gesundheit und meine Fähigkeit, Auto zu fahren.
34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Die Umstellung auf Abstinenz war am Anfang richtig hart. Die ersten zwei Wochen hatte ich Schlafstörungen und starke Schweißausbrüche, das hat mir gezeigt, wie sehr mein Körper an Cannabis gewöhnt war. Nach diesen 14 Tagen wurde es aber von Tag zu Tag besser ich konnte wieder ruhiger und besser schlafen und mich mehr auf den Alltag konzentrieren.
Mental war es eine Herausforderung: Früher habe ich Cannabis genutzt, um Stress, Einsamkeit oder mein Stottern zu “bewusst vermeiden“ Kokain dagegen habe ich gezielt eingesetzt, um kontaktfreudiger zu sein, flüssig zu sprechen und unter Leute zu kommen und meine Schüchternheit zu überbrücken. Ohne Kokain fiel mir das Ansprechen fremder Menschen schwer, ich fühlte mich einsam und unsicher.
Mit der Abstinenz musste ich lernen, beide Situationen ohne Drogen zu bewältigen. Ich habe neue Strategien entwickelt: regelmäßiger Sport, Atemübungen, die Hypnose-CD, eine feste Tagesstruktur und gezielte Übungen, um meine Unsicherheiten beim Sprechen zu überwinden. Auch der Umgang mit anderen Menschen klappt langsam wieder natürlicher, ohne dass ich chemische Hilfsmittel (Kokain) brauche. Nach einigen Wochen merkte ich, dass ich wieder mehr Kontrolle über mich und meinen Alltag habe. Abstinenz ist für mich der einzige Weg, dauerhaft stabil und sicher zu bleiben sowohl im Alltag als auch im Straßenverkehr.
35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Dabei haben mich mehrere Personen unterstützt und ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Meine VP an die ich mich jederzeit rund um die Uhr wenden konnte wenn es mal Probleme gab oder ich Fragen hatte. Mit ihr habe ich außerdem aufgearbeitet wie es wieder zu dem Rückfall Ende 2020 gekommen ist und wie es sich dann weiter entwickelt hat. Außerdem haben wir viel auch über das Stottern selbst geredet und die entstandenen Probleme mit den Trading Verlusten.
Meine Familie die mich dauerhaft unterstützt hat und mit immer einem offenen Ohr für meine Problemen und Sorgen da war. Auch konnte ich mit einem sehr guten alten Freund immer reden, bzw telefonieren wenn ich mich unwohl oder einsam gefühlt habe. Und zum Schluss meinen Chef der mich trotz des Führerscheinnverlust weiter hat in der Firma arbeiten lassen und immer eine Lösung gefunden hat, wie beispielsweise für mich ein E-Bike zu besorgen damit ich weiterhin mobil auf der Arbeit bin.
36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Durchwegs positiv meine Familie und engsten Freunde sehen wieder das ich Spaß am Leben habe, regelmäßig meinen Sport mache und meine Ernährung umgestellt und schon 20 kg in dieser Zeit verloren habe. Dadurch das ich wieder meine regelmäßigen Atemübungen und die Hypnose mache, klappt es auch immer besser mit dem
Sprechen, natürlich gibt es da für mich noch Stolpersteine, aber ich habe mittlerweile akzeptiert das dass stottern zu mir und meinem leben dazu gehört und ich einfach damit umgehen muss.
37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Nein ich habe den Kontakt zu ihnen abgebrochen und möchte das auch in der Zukunft so beibehalten.
38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Nein, nur manchmal riecht es in der Stadt nach Cannabis aber ich gehe dann direkt weiter.
39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Ich möchte weiterhin meine strikte Abstinenz einhalten auch wenn es jetzt legal ist. Ich habe mittlerweile für mich realisiert das Cannabis in meinem Leben nur negative Dinge mir gebracht hat, die einzig positiven Dinge waren das ich für den Rauschzustand mal an nichts mehr denken musste und einen freien Kopf für ein paar Momente habe. Trotzdem überwiegen die negativen Effekte wie Konflikte mit den Eltern, in der Schule oder dem
Staat. Ich will das einfach nicht mehr und habe auch gemerkt das ich damit nicht umgehen kann. Daher kommt für mich nur eine strikte Abstinenz in Frage.
40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein und auch keine anderen Drogen.
41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Ich verhindere das heute nicht mehr durch zeitliche Abstände, Konsumregeln oder Selbsteinschätzung sondern nur durch eine klare Trennung von Konsum und Straßenverkehr, nämlich durch vollständige Abstinenz. Gerade weil ich schon eine MPU hinter mir habe und es erneut nach fast 5 Jahren Abstinenz wieder zu einem Rückfallgekommen ist, weiß ich das nur eine strikte Abstinenz für mich funktioniert und auch in Frage kommt.
Früher habe ich mir selber Rechtfertigungen gemacht wie beim Cannabis das ich es ja auf Rezept habe und deshalb meinen Führerschein auf garkeinen Fall verlieren werde. Beim Kokain habe ich mir auch immer eingeredet es wird schon reichen wenn ich 2-3 Tage nach dem Konsum das Auto stehen lasse. Genau diese Denkweise hat dazu geführt das ich die Risiken verharmlost und mich selbst überschätzt habe.
Heute weiß ich es besser und gehe anders damit um. Ich konsumiere keine illegalen Drogen mehr auch kein Cannabis trotz der Legalisierung. Zusätzlich habe ich mein Leben so umgestellt das der alte Zusammenhang aus Stress, Einsamkeit, Konsum und Autofahren nicht mehrentsteht. Ich habe feste Tages Routinen in mein Leben verankert wie Sport, Atemübungen und die Hypnose sowie die berufliche Fortbildung. Habe gelernt das ich nicht immer alles in mich hineinfressen muss und auch viele Leute habe an die ich mich wenden kann. Sollte dies nicht ausreichen würde ich mich auch nicht scheuen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein weiterer Punkt aus dem Verlust des Führerscheins war für mich außerdem, das Mobilität nicht über allem stehen darf und das es auch andere Lösungen gibt, wie beispielsweise das was mein Chef für mich getan hat mit dem Ebike das ich dort weiterhin mobil bin und meinen Job ausüben kann.
42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Heutewürde ich das nicht erst am Konsum erkennen sondern schon vielfrüher an Veränderungen in meinem Denken, Fühlen und Verhalten.
Ein erstes Warnsignal wäre bei mir der erneute Rückzug. Wenn ich anfange wieder mehr Dinge mit mir selber auszumachen, weniger über Gefühle spreche und Probleme für mich behalte und nicht offen und direkt darüber rede. Das wäre für mich ein erste klares Zeichen, den genauso hat das sich 2020 auch angebahnt.
Auch Veränderungen im Alltag wären für mich Warnsignale. Wenn ich anfange meine festen Tagesstrukturen zu vernachlässigen, zum Beispiel den Sport immer öfters ausfallen lasse oder meine Atemübungen sowie die Hypnose nicht mehr ernst zu nehmen ist das ein deutliches Warnsignal. Denn diese neu geschaffenen Strukturen sind heute meine Stabilität.
Beim Kokain würde ich ein Rückfallrisiko daran erkennen das ich wieder den Wunsch verpüre mich nur mit Hilfe der Droge unter Menschen zutrauen oder neue Kontakte zu knüpfen. Wenn ich wieder merke das Einsamkeit, Scham wegen des Stotterns wieder stärker werden und ich denke ohne Hilfsmittel nicht dazuzugehören ist das ein klares Warnsignal.
Wenn ich diese Warnsignale bei mir wahrnehme handle ich sofort. Ich weiß das jederzeit mit meiner Famile bzw engeren Freunde darüber reden kann und sollte dies mal nicht ausreichen würde ich mich auch nicht scheuen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
43.Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Immer noch wie zuvor auch, ich trinke nicht oft Alkohol maximal 3-4 x im Jahr. Zuletzt habe ich an Silvester 2x 0,5 liter Helles Bier mit meinem Vater getrunken.
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Zusätzlich für Wiederholungstäter
44. Wie lange haben Sie nach der letzten Begutachtung (MPU, FÄG) pausiert?
04/2015 – 12/2020
45. Was war der Auslöser für Ihr erneutes Fehlverhalten?
Der Auslöser für mein erneutes Fehlverhalten war kein einzelnes Ereignis, sondern eine schleichende Entwicklung, bei der mehrere Faktoren zusammenkamen.
Nach fast fünf Jahren Abstinenz habe ich ab Ende 2020 wieder angefangen Cannabis zu konsumieren. In dieser Phase war ich beruflich sehr viel allein auf Montage, hatte kaum soziale Kontakte und wenig Austausch. Gleichzeitig kamen Zukunftsängste dazu die Unsicherheit, ob ich beruflich langfristig bestehen kann, ob ich jemals eine Partnerschaftaufbauen werde und wie mein Leben weitergeht.
Hinzu kamen hohefinanzielle Belastungen durch Verluste beim Trading. Anfangs hatteich dort noch Gewinne, die mir kurzfristig ein gutes Gefühl gegebenhaben. Als die Verluste einsetzten, entstanden starker Druck,Schuldgefühle und der Wunsch, diese Situation nicht mehr fühlen zumüssen. Statt mich diesen Problemen aktiv zu stellen, habe ichwieder zu Cannabis gegriffen, um Gedanken und Gefühle zu dämpfen.
Ein entscheidender Faktor war außerdem meine falsche Selbsteinschätzung nach der ersten MPU. Durch die mehrjährige Abstinenz habe ich geglaubt, meine Drogenproblematik überwunden zu haben. Der medizinische Cannabiskonsum hat mir zusätzlich eine trügerische Sicherheit gegeben. Ich habe mir eingeredet, dass dieser Konsumkontrollierbar und unproblematisch sei und habe dadurch Warnsignale ignoriert.
Beim Kokain kam ein weiterer Aspekt hinzu. Es war kein Mittel zum Abschalten, sondern ein Mittel gegen Einsamkeit und soziale Unsicherheit. Ich habe es genutzt, um kontaktfreudiger zu sein, unter Menschen zu kommen und mein Stottern in sozialen Situationen zu überdecken.
Zusammengefasst war der Auslöser mein fehlender Umgang mit Belastungen, Einsamkeit und Selbstzweifeln sowie die Fehleinschätzung, ich könne nach der ersten MPU wieder kontrolliert konsumieren. Diese Kombination hat dazu geführt, dass sich mein Fehlverhalten über Jahre hinweg erneut entwickelt hat.
46.Wieso hat es sich bei dem erneuten Fehlverhalten nicht um eineneinmaligen Ausrutscher gehandelt?
Nachmeiner ersten MPU war ich zwar mehrere Jahre abstinent, habe aber die Ursachen meines früheren Konsums nicht dauerhaft gelöst. Als ich2020 wieder angefangen habe, war das kein einzelner Fehltritt, sondern ein bewusster Schritt zurück in alte Muster. Ich habe Cannabis wieder regelmäßig genutzt und den Konsum schrittweisegesteigert. Später kam zusätzlich Kokain hinzu, das ich gezielt in bestimmten Situationen eingesetzt habe.
Der Konsumwurde Teil meines Alltags und meiner Problemlösung. Ich habe Cannabis genutzt, um abzuschalten, Sorgen zu verdrängen und mit Einsamkeit umzugehen. Kokain habe ich eingesetzt, um mich selbstsicherer zu fühlen, unter Leute zu kommen und meine Hemmungen zu überwinden. Diese Funktionen haben dazu geführt, dass ich nicht nach einem einzelnen Konsum wieder aufgehört habe, sondern immer wieder zur Droge gegriffen habe.
Hinzu kommt, dass ich mir mein Verhalten über einen langen Zeitraum selbst gerechtfertigt habe, unter anderem durch das ärztliche Cannabisrezept und durch die Annahme, ich hätte den Konsum im Griff. Dadurch habe ich Warnzeichen ignoriert und den Konsum normalisiert.
Ein einmaliger Ausrutscher hätte bedeutet, den Konsum schnell zu beenden und gegenzusteuern. Genau das habe ich nicht
getan. Stattdessen habe ich über Jahre weiter konsumiert und die Problematik verdrängt. Erst durch den erneuten Verlust der Fahrerlaubnis habe ich realisiert, dass ich mich erneut in eine ernsthafte Fehlentwicklung gebracht habe.
47.War Ihr Verhalten schlimmer oder weniger schlimm als vor der ersten Auffälligkeit
Im Grunde habe ich Cannabis damals wie heute aus dem gleichen Grund konsumiert, um abzuschalten und Probleme nicht fühlen zu müssen. Das war schon vor der ersten Auffälligkeit so und hat sich inhaltlich nicht verändert.
Was sich aber verändert hat, ist meine Ausgangslage. Beim zweiten Mal wusste ich ganz genau, was passieren kann. Ich hatte den Führerschein schon einmal verloren, ich kannte die MPU, ich wusste, welche Folgen mein Konsum haben kann und trotzdem habe ich wieder angefangen.
Der Konsum war diesmal auch kein jugendlicher Leichtsinn mehr, sondern lief über Jahre parallel zu Arbeit, Alltag und Verantwortung. Cannabis war fest in meinen Tagesablauf eingebaut, Kokain kam zusätzlich dazu, um sozialer zu sein und meine Unsicherheit zu überdecken. Das macht es rückblickend problematischer als beim ersten Mal.
Schlimmer war also nicht der Grund des Konsums, sondern dass ich trotz Erfahrung und Wissen wieder dieselben Fehler gemacht habe. Ich habe mich selbst überschätzt und mir eingeredet, ich hätte es unter Kontrolle. Genau das zeigt mir heute, dass ich meine Problematik lange unterschätzt habe.
48. Warum hat es sich so entwickelt?
Ich kannte die Konsequenzen meines Handelns bereits aus der ersten MPU und wusste genau, was passieren würde. Trotzdem wusste ich damals nicht, wie ich anders mit der Situation umgehen sollte, und griff erneut zu Cannabis und später auch zu Kokain, weil ich in diesem Moment den für mich scheinbar einfachsten Weg gewählt habe.
49. Was haben Sie gegenüber dem vorhergehenden Versuch geändert?
Im Vergleich zum vorhergehenden Versuch habe ich gelernt, dass reine Vorsätze oder Konsumregeln bei mir nicht funktionieren. Deshalb habe ich jetzt einen klaren, verbindlichen Weg gewählt, vollständige Abstinenz von allen illegalen Drogen. Ich habe Strukturen in meinem Alltag geschaffen, die diese Abstinenz unterstützen, und achte bewusst darauf, Situationen zu erkennen, in denen ein Rückfall drohen könnte, um rechtzeitig gegenzusteuern.