MPU wegen Cannabis und Kokain

1.Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?

Inder Schule (5.Klasse) im Biologie Unterricht

2.Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)

Alkohol mit 14

Cannabis mit 16

Speed/XTC mit 18/19 Jahren ( einmaliger Probierkonsum)

Kokain mit 32 in Südamerika

3.Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)

Was: Alkohol

Wie:

Mit14 Jahren habe ich zum ersten mal Alkohol getrunken. Damals haben einFreund und ich eine Flasche Feigenschnaps von meinem Vater geklautund diese zu 2 getrunken. Der Abend endete für mich damals imKrankenhaus wo mir der Magen ausgepumpt werden musste und ich einenFilmriss hatte. Seitdem halte ich Abstand zu Hartalkohol. Wenn ichden mal etwas trinke ist es zu speziellen Anlässen wie einGeburtstag, Hochzeit, im Sommer oder auch mal an Weihnachten. Dabeitrinke ich auch maximal 2-3 Bier oder Radler in Gesellschaft.

Welche Gelegenheit:

Alkohol habe ich beispielsweise zu sozialen Anlässen konsumiert, nicht aus Druck oder zu Bewältigung von Stress oder Problemen. Typische Gelegenheiten hierfür waren Geburtstage, Hochzeit oder im Sommer am See in geselliger Runde.

Was:Cannabis

Wie:

Mit16 Jahren habe ich zum ersten mal THC konsumiert mit einem damaligen Freund der das aus dem Internat mitgebracht hat. Die Wirkung hatte mir gefallen, an nichts mehr denken zu müssen und die Hänseleien wegen dem Stottern aus der Schule für einen Moment zu vergessen. Der ganze Konsum steigerte sich dann über die Jahre immer mehr bis ich 24 wurde und den Konsum aufgrund von einer entgangenen Haftstrafe + den Führerscheinentzug einstellte. Danach war ich dann bis ich 29 wurde abstinent. Von 29-33 habe ich dann wieder konsumiert.

Welche Gelegenheit:

Inder Jugend habe ich Cannabis konsumiert bei sehr vielen Gelegenheiten, beispielsweise um den Hänseleien in der Schule wegen meines Stotterns zu entfliehen und nicht mehr darüber nachdenken zu müssen. Aber auch um mal mit dazu zu gehören. Bei den Leuten mit denen ich damals in der Jugend konsumiert hatte wurde ich nicht wegen meines Sprechens aufgezogen, ich habe mich bei ihnen wohl und wie zuhause gefühlt. Dann später entwickelte sich das ganze in eine Routine, ich habe bei jeder Gelegenheit die ich hatte konsumiert um meine negativen Gedanken und Gefühle zu überdecken. Nach der langen Abstinenz habe ich dann aufgrund mehrerer Dinge wieder angefangen zu rauchen. Diese Dinge waren Einsamkeit, verursacht durch die Arbeit bei der ich sehr oft teilweise Wochen alleine auf Montage war und nicht wirklich jemanden zum reden hatte. Zu der Zeit war auch Corona und dadurch konnte man mit niemanden etwas unternehmen. Zukunftsängste ob ich den überhaupt diese Ausbildung schaffe und wie es danach weitergeht. Viel Geld mit Trading verloren. Eine Familie in der Zukunft zu gründen. Stottern hat zu dem Zeitpunktnatürlich auch noch eine sehr zentrale rolle gespielt.


Das waren alles für mich Dinge an die ich nicht mehr so viel nachdenken wollte und deshalb wieder zum Cannabis gegriffen hatte um meine Sorgen und Probleme für einen Moment zu vergessen.


Was: Amphetamin und XTC

Wie:

Mit18/19 einmaliger Konsum von Amphetamin und XTC in einer Diskothek, aus Neugier auf die Wirkung. Es hat mir überhaupt nicht gefallen und hat auch mein Stottern seit dem Abend extrem verschlimmert. Ich habe es seitdem nie wieder konsumiert.

Welche Gelegenheit:


einmaliger Probierkonsum

Was:Kokain

Wie:

Mit32 in Kolumbien zum ersten mal probiert. Es war das komplette Gegenteil zum Cannabis, beim Konsum und während der Wirkung war ich wie ein anderer Mensch. Ich war kontaktfreudiger und bin auch auf fremde Leute zu gegangen und habe mit ihnen geredet ohne darüber nachzudenken wie spreche ich das aus ohne zu stottern. Ich habe einfach gemacht und das hat mir gefallen diese Seite von mir die ich so noch nicht kannte.


Welche Gelegenheit:

In Südamerika habe ich das circa 5-10 x mit meinem Freund bei dem ich zu Besuch dort war konsumiert. Der Konsum fand statt beim weggehen, also Abends beim Besuch von Bars oder Clubs. In Deutschland hat sich das ganze dann so fortgesetzt, das Kokain wurde konsumiert um unterneue Leute zu kommen und Frauen anzusprechen.


4.Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?

Nein, da ich bereits mit 14 Jahren eine Flasche Feigenschnaps von meinen Eltern geklaut hatte und diese mit einem Freund zusammen getrunken hatte. Der Abend endete mit einem Filmriss und einem Aufenthalt in der Notaufnahme.

5.Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?

Alkohol trinke ich ganz selten und wenn dann nur Bier (3-4 x im Jahr) zu besonderen Anlässen .

6.Sonstige Suchtmitteleinnahme?

2-3Kaffees über den Tag verteilt und circa 1 Schachtel Zigaretten

7.Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?

Ja das habe ich. Nachdem ich Cannabis konsumiert hatte, wurde ich sehr oft antriebslos und Gleichgültig. Ich habe Dinge aufgeschoben und liegen lassen und wollte mich nur noch mit banalen Dingen wie zum Beispiel fernsehen und auf dem Sofa chillen beschäftigen. Außerdem habe ich nach dem Konsum immer alles mögliche an schlechten Lebensmittel wie süßes, Chips und Fastfood in mich hinein gefuttert was zu einer extremen Gewichtszunahme geführt hat. Am Schluss war ich bei fast 130 kg Körpergewicht. Zusätzlich isolierte ich mich immer mehr in meinen eigenen 4 Wänden und bin teilweise bis auf in die Arbeit nicht mehr aus dem Haus gegangen, weil ich nur noch zuhause sein wollte um dort zu konsumieren.

Beim Kokain fühlte ich mich immer in den nächsten Tagen wie ausgebrannt, alle Glückshormone waren weg. Die Nase fühlte sich rau und verstopft an. Stimmungsschwankungen wie Gereiztheit kamen auch dazu.


8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?

Ja ich habe trotzt negativer Folgen weiter konsumiert. Wenn ich jetzt darauf zurückblicke ist genau das ein zentrales Problem meiner damaligen Problematik. Ich habe trotzdem weiter konsumiert, der Grund dafür war nicht Unwissenheit sondern Verdrängung. Gerade in Phasen von Stress, Einsamkeit und finanziellen Sorgen habe ich bewusst die negativen Folgen in Kauf genommen, weil der Konsum mir kurzfristig Erleichterung gegeben hat. Ich habe mich auf diesen kurzfristigen Effekt fokussiert und die langfristigen Konsequenzen ausgeblendet.

Erst wieder durch den erneuten Verlust der Fahrerlaubnis und das riskieren von meinem Job wurde mir klar das ich mich selber getäuscht hatte. Heute weiß ich das genau dieses weitermachen trotz negativer Folgenzeigt, das mein Konsum von Cannabis und Kokain nicht mehrkontrolliert war und ich ihn als Bewältigungsstrategie für meine Einsamkeit, finanziellen Problemen und der Zukunftsängste missbraucht habe.

9.Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?

Blutwerte:

THC:


9,3ng/ml Tetrahydrocannabinol (THC)


3,5ng/ml11-Hydroxy-Tetrahydrocannabinol (OH-THC)


129ng/ml Tetrahydrocannabinol Carbonsäure (THC-COOH)


Kokain:


ca9,0 ng/ml Benzoylecgonin


ca0,5 ng/ml Ecgoninmethylester


10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

Cannabis jeden Tag circa 3-4 Joints a 0,5 g.

Kokain an dem Freitag vor der Auffälligkeit 0,5g - 1g nasal

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?

Am Tag der Auffälligkeit habe ich gegen 11 Uhr morgens meinen letzten Joint konsumiert (0,5g), danach hatte ich dann kein Cannabis mehr daheim.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?

Nein es war mein täglicher Cannabiskonsum.

Das Kokain hatte ich am Freitag konsumiert, da wir von der Arbeit aus ein Sommerfest hatten und ich dort mich unter die Leute mischen wollte um mit ihnen in Gespräche zu kommen und dort Spaß zu haben.

13. Wie sind Sie auffällig geworden?

An dem Tag hatte ich frei von der Arbeit und konnte Abends nicht einschlafen. Ich redete mir ein das wenn ich jetzt noch Cannabis hätte ich einschlafen könnte. Ich habe darauf geschaut bei wem ich noch etwas kaufen kann und habe dann jemanden in der nächsten Stadt gefunden wo mir noch etwas verkaufen konnte. Daraufhin bin ich ins Auto gestiegen und zu ihm gefahren.


Die Person bei der ich das Cannabis gekauft hatte, war noch nicht daheim und meinte das ich noch 10 min vor seinem Haus auf ihn warten sollte. Dabei saß ich im Auto, hatte den Motor laufen und das Licht von automatisch auf aus gestellt. Als der Handel abgeschlossen war bin ich dann wieder in mein Auto und habe beim losfahren das Licht nicht mehr angeschaltet, es war schon dunkel (23:45 Uhr) . Bin dann circa 2 km weit gekommen und wurde dann von einer Streife raus gezogen, da ich ohne Licht unterwegs war. Im Fahrzeug wurde dann starker Cannabis Geruch wahrgenommen und ich musste mit ins Krankenhaus für eine Blutprobe da ich die UK zuerst verweigert hatte. Im Krankenhaus habe ich dann gefragt ob ich kurz aufs Klo könnte da wir ziemlich lange auf den Arzt warten mussten, dabei wurde dann die UK gemacht und Cannabis und Kokain festgestellt.

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):

14. Was war der Zweck der Fahrt?

Cannabis kaufen

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?

Ich wollte insgesamt 20 km fahren, davon gekommen bin ich circa 12 km

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?

Rückwirkend gesehen eigentlich dauerhaft da Cannabis sich bei Dauerkonsum sehr langsam abbaut und ich zu der Zeit täglich konsumiert hatte. Beim Kokain ebenso ich hab zwar 2-3 Tage das Auto stehen lassen und bin nicht gefahren aber aus heutiger Sicht weiß ich das dass auch zu wenig Zeit war und ich teilweise immer noch unter dem Einfluss war.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?

Damals habe ich den Konflikt zwischen Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges nicht wirklich gelöst. Ich habe ihn bewusst verdrängt.


Ich habe mich in meinem Leben nicht grundsätzlich an Regeln odergesetzliche Vorgaben gehalten, sondern eher daran, was für mich persönlich gerade akzeptabel war. Ich habe es mir damals auch schon in meiner Jugend so hingedreht wie es für mich gerade gepasst hat. Habe Drogen gekauft und verkauft um meine eigene Sucht zu finanzieren, bin von mehreren Schulen geflogen weil ich mich unter aller Sau benommen habe und teilweise auch den Unterricht geschwänzt habe. Das alles hat sicherlich auch mit dem damaligen Konsum und den vielen Hänseleien wegen meines Sprachfehlers zu tun, ich wollte einfach zu der Zeit rebellieren um auf mich aufmerksam zu machen.


Auch beim Thema Drogen und Autofahren ging es mir nicht darum, mich konsequent an gesetzliche Grenzen zu halten, sondern darum, mir selbst eine Rechtfertigung zu schaffen, mit der ich weiterkonsumieren und trotzdem mobil bleiben konnte. Diese hatte ich mir dem Rezept geschaffen. Es lies mich beruhigter fahren, da ich mitbekommen habe das wenn es vom Arzt verschrieben wird und korrekt eingenommen wird die Fahrerlaubnis aufgrund dessen nicht verlieren kann, was natürlich auch ein Trugschluss war.


Beim Kokainkonsum habe ich den Konsum bewusst auf Wochenenden gelegt und mir eingeredet, dass ein paar konsumfreie Tage ausreichen würden, um keine Konsequenzen zu riskieren. Auch hier stand nicht die Verkehrssicherheit im Vordergrund, sondern mein Wunsch, keine Einschränkungen in Kauf nehmen zu müssen.


Heuteerkenne ich, dass dieses Verhalten Ausdruck meiner generellen Haltung war: Ich habe Regeln erst dann ernst genommen, wenn ich selbst negative Konsequenzen gespürt habe. Genau deshalb funktionieren für mich keine „Konsumregeln“ oder zeitlichen Abstände. Sie geben mir nur wieder die Möglichkeit, Ausnahmen zu machen und Risiken klein zureden. Die einzige realistische Konsequenz, die ich daraus gezogen habe, ist vollständige Abstinenz. Nur so entziehe ich mir selbst den Spielraum, Gesetze zu relativieren oder Risiken zu ignorieren, und kann dauerhaft sicherstellen, dass Drogenkonsum und Straßenverkehr getrennt bleiben.

18.Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)

Weil Drogen die Fähigkeit sicher am Straßenverkehr teilzunehmen erheblich beeinträchtigen. Sie verändern die Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit, Aufmerksamkeit sowie das Entscheidungsverhalten. Damit steigt die Gefahr eines Unfallrisikos enorm.

Cannabisverlangsamt die Reaktionsfähigkeit und verschlechtert die Wahrnehmung von Geschwindigkeiten und Abständen. Ich habe in der Vergangenheit selbst erlebt dass ich mich fahrbereit fühlte obwohl ich es nicht war. Das kann zu sehr gefährlichen Situationen führen.

Kokainführt zu Selbstüberschätzung. Ich habe mich während des Konsums leistungsfähiger und fitter gefühlt als ich es tatsächlich war die Droge hat es mir in dem Moment vorgegaukelt. Dadurch werden Risiken im Straßenverkehr deutlich unterschätzt und die Wahrscheinlichkeit steigt falsche Entscheidungen im Verkehr zutreffen.

Für mich ist heute klar das jeder Konsum einer Substanz ein Risikobedeutet, daher kommt für mich nur Abstinenz in Frage. Ich habe für mich neue Strategien entwickelt und mit meiner VP herausgearbeitet sodass ich nicht mehr unter dem Einfluss von Substanzen ein Fahrzeugführe. Ich plane meine Tage jetzt im voraus , das bedeutet konkret das ich jeden 2 Tag zum Sport gehe und mich dort auspowere. Eine feste abendliche Routine habe ich auch in meinen Tag eingebaut beider ich 15 Minuten Abends meine Atemübungen mache und im Anschluss danach noch meine Hypnose CD gegen das Stottern höre.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?

Beim Cannabis kann die akute Wirkung mehrere Stunden anhalten. Entscheidend ist aber das bei regelmäßigen und täglichem Konsum sowie das bei mir der Fall war auch deutlich längere Nachwirkungen auftreten können. Die Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit kann Teilweise noch über Tage beeinträchtigt sein, selbst wenn man sich wieder nüchtern fühlt. Genau dieser Unterschied zwischen Gefühl und reeller Leistungsfähigkeit habe ich falsch eingeschätzt.

Beim Kokain hält die akute Wirkung zwar nur einige Stunden an, jedoch können die Nachwirkungen wie innere Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen und Selbstüberschätzung deutlich länger anhalten. Bei mir hielten diese Effekte noch teilweise 1-2 Tage nachdem Konsum an.



20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?

Ja ich bin mir der Folgen eines täglichen Konsums bewusst. Durch meine eigenen Erfahrungen weiß ich das regelmäßiger Konsum von Cannabis und auch gelegentlicher Konsum von Kokain negative Auswirkungen auf Körper, Psyche und den Alltag hat.


Cannabisführt sehr schnell zur Gewöhnung, heißt es wird immer mehrgebraucht um den selben Effekt zu spüren, vor allem wenn dieselbe Sorte konsumiert wird kommt es sehr schnell zu Dosissteigerungen. Die Leistungsfähigkeit und Konzentration nehmen ab , die Motivation sinkt und es entsteht eine scheiß egal Einstellung die ich sowieso schon meine ganze Jugend lang an den Tag gelegt habe. Ebenso treten psychische Auswirkungen wie Antriebslosigkeit, Rückzug und emotionale Dämpfung auf. Körperliche und gesundheitliche Folgen wie Müdigkeit; Erschöpfung und Lungenprobleme, sowie gesundheitliche Schäden sind ebenso folgen des täglichen Konsums.


Kokain selbst wenn ich es nicht täglich konsumiert habe führt auch sehr schnell zur Gewöhnung sodass immer mehr gebraucht wird um den selben Effekt wie anfangs zu spüren. Aber selbst gelegentlicher Konsum hat mir gezeigt das die Nachwirkungen wie innere Unruhe, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit hervorgerufen werden. Ebenso erhöht es die Risikobereitschaft und kann falsche Entscheidungenbegünstigen.


Für mich persönlich bedeutet das, dass ich erkannt habe das der Konsum von Substanzen sei es Cannabis oder Kokain nie kontrollierbar war und mich immer in Abhängigkeit oder Probleme geführt hat. Sei es Konflikte in der Jugend oder mit dem Gesetz. Deshalb ist Abstinenz für mich die einzige Option um langfristig gesund, leistungsfähig und verkehrssicher zu sein.
 
Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?

In meiner Jugend war das Cannabis für mich vor allem da um vor Problemen, Sorgen und Ängsten zu entfliehen. Ich hatte mich extremmies gefühlt aufgrund der Hänseleien wegen meines Stotterns. Durch den Konsum konnte ich mich zurückziehen vor den Ängsten und Sorgen und der starken Selbstzweifel. Das Cannabis war für mich mein Rückzugventil bei dem ich alles für einen kurzen Moment ausblenden konnte.


Das war für mich auch eine sehr rebellische Zeit in der ich oft mit dem Gesetz in Konflikt kam , zum Beispiel habe ich sehr oft Drogen gekauft und verkauft um meinen eigenen Konsum zu finanzieren .Bin in der Zeit auch von mehreren Schulen geflogen, vom Gymnasium in ein anderes Gymnasium, bis mich meine Eltern irgendwann dann aufgrund der vielen Fehlzeiten in denen ich lieber draußen war und mit den damaligen Freunden gekifft habe in ein Internat geschickt haben.

Dort war ich auch nur 1 Schuljahr und wurde danach dann auch von dort rausgeworfen da ich mich nicht immer an die Regeln gehalten habe. Ich wollte einfach nicht in der Schule sein um den ganzen Hänseleien die ich dort verspüren musste zu entkommen. Letzten Endes bin ich dann ab der 9 Klasse in die Realschule gekommen da das ganze auf dem Gymnasium keinen Sinn mehr gemacht hat und ich es wahrscheinlich zu der damaligen Zeit nicht geschafft hätte. Ich fing danach dann ein FSJ an und arbeitete im Anschluss bei mehreren Leiharbeitsfirmen bis ich irgendwann dann eine Ausbildung anfing die ich aber nach einem Jahr abgebrochen.


Ich habe dann die ganze Zeit weiter konsumiert bis es dann wieder aufgrund eines Konflikts mit dem Gesetz mit 24 bei dem ich eine größere Menge Amphetamin gekauft um diese für meinen hohen Cannabiskonsum zu verkaufen erwischt wurde. Es folgte eine Hausdurchsuchung bei meinen Eltern im Haus bei der 3-4 g Cannabisgefunden wurden. Da ich eine größere Menge Amphetamin gekauft hatte und diese verkaufen wollte, habe ich damals eine Freiheitsstrafe bekommen von 1 Jahr die ausgesetzt wurde auf 2 Jahre Bewährung.


Im selben Jahr habe ich auch meinen Führerschein verloren da ich unter dem Einfluss von Cannabis Auto gefahren bin. Das war dann damals für mich der Knackpunkt an dem ich den Konsum zum ersten mal in meinem Leben aufgehört hatte und eine Abstinenz begonnen habe. In dieser Zeit von der Abstinenz wollte ich dann mein Abitur wieder anfangen und habe eine Abendschule besucht um es dort nachzuholen. Morgens hatte ich täglich einen Job bei einem Supermarkt. Das erste Jahr habe ich dann geschafft. Im 2 Jahr was das vorletzte sein sollte wurde es mir dann vom Stoff zu schwer und ich habe es abgebrochen. Dann habe ich mir eine Ausbildung gesucht und diese auch gefunden und absolviert. In dieser Zeit habe ich nicht konsumiert und war Abstinent.


Der Konsum von Cannabis ging wieder Ende 2020 los als ich fast fertig mit der Ausbildung war. Begonnen damit habe ich wieder aufgrund von mehreren Dingen. Ich war in der Ausbildung ständig alleine auf Montage unterwegs, fühlte mich noch unsicher, da ich die geforderten Aufgaben noch nicht so richtig händeln konnte, hatte keinen Ansprechpartner vor Ort den ich fragen konnte und war mir oft unsicher ob ich es richtig mache.


Dazu kam noch die jahrelange Einsamkeit in der ich keine richtigen Freunde hatte außer mit denen wo man konsumiert, keine Freundin aufgrund der Angst zu sprechen und sich zu blamieren, hinzukam noch Corona und das Gefühl mit fast 30 Jahren sein Leben verpasst zu haben weil ich die meiste Zeit im Rausch war und mein Leben verschlafen hab. Es war eine „Mid-Life Crisis“ in der ich dann wieder zum für mich leichtesten Weg gegriffen habe und zwar Cannabis zur Verdrängung der Probleme.


Außerdem kam noch hinzu das ich in der Zeit sehr viel Geldverloren habe durch das Trading mit Krypto. Anfangs als noch teilweise Gewinne eingefahren wurden hat das mich glücklich und zufrieden gestellt. Dies wurde aber sehr schnell durch hohe verluste der gewinne + mein ganzes erpartes gedämpft. Da ich mein geld zurückhaben wollte habe ich noch mehrere kredite aufgenommen und diese auch nach einiger zeit beim trading verloren. Diese ganzen faktoren haben dazu geführt das ich immer mehr und mehr konsumiert habe um das ganze vergessen zu können bzw. auszuschalten.



22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?


Mein Umfeld hat den Konsum erst sehr viel später mitbekommen, da ich ja sehr oft auf Montage war und nicht zuhause. Erst als ich nach bestandener Ausbildung die Firma gewechselt habe und dann in meinen jetzigen Betrieb gewechselt bin, hat es meine Familie wieder mitbekommen. Zu dieser Zeit war ich ja wieder voll drin im Konsum mit 40 g im Monat. Sie haben es nicht für gut befunden und mir immer wieder davon abgeraten es zu konsumieren und mich auf die Vergangenheit mit dem Verlust der Fahrerlaubnis und den vielen Konflikten mit dem Staat hingewiesen. Diese ganzen Warnungen habe ich immer wieder ausgeblendet, da ich ja ein Rezept vom Arzt dafür hatte und mich immer auf der sicheren Seite gewogen habe, was natürlich jetzt im Nachhinein ein Trugschluss war und ist.

Die „Freunde“ zu denen ich damals unregelmäßigen Kontakt hatte, haben nichts zu dem Konsum gesagt da sie ja selber konsumiert hatten.

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?

Als ich dann Mitte 2022 mein gesamtes erspartes + Kredite beim Trading verloren hatte. Der Konsum ging von Monat zu Monat schleichend immer höher, die verschriebene Menge vom Arzt reichte schon lange nicht mehr aus um dieselbe Wirkung wie am Anfang zu erzielen und war zur damaligen Zeit auch recht teuer. Immer wieder wurde auch Cannabis von der Straße dazu gekauft. Bis ich dann 2024 bei wieder fast 100g im Monat war.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)

Warum:
Weil ich realisiert habe was ich in den letzten Jahren wieder für einen Mist gebaut habe und meine komplette Zukunft wieder für den Drogenrausch und dem Rückzug aus der Realität aufs Spiel gesetzt habe . Mir war klar das wenn ich so weiter mache wie bisher sich alles verschlimmern wird und ich eventuell in eine Abhängigkeit gerate die ich vielleicht nie wieder loswerde. Ich wollte endgültig aussteigen aus dem Konsum und endlich ein normales, geregeltes Leben führen. Eine Familie gründen. Mich wieder mehr um mich zu kümmern und dem Stottern wieder entgegen zu wirken in dem ich regelmäßig meine Übungen mach und diese auch praktiziere.


Wann und Wer:

Erst als ich dann im Juli 2024 wieder meinen Führerschein verloren habe und wieder mal realisiert habe was ich die letzten 4 Jahre meines Lebens eigentlich gemacht habe, hatte ich mich an meine VP gewendet. Den Konsum hatte ich sofort in der selben Nacht eingestellt.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?

nein

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen? Warum? Wann?

Wann:

Konsumpause :


22.4.2015 – 11/2020

Konsumspitzen:

Mitte 2022 – 07/2024

Warum: siehe Frage 21 und 23


27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?

In erster Linie weil ich es bis auf die fast 5 Jahren Abstinenz (24-29)nicht anders in meinem Leben kannte. Ich habe früher in meiner Jugend schon immer zu Cannabis gegriffen um abzuschalten bzw. meine Sorgen und Probleme und negative Gedanken zu verdrängen. Die damaligen Strategien was ich bei der ersten MPU entwickelt habe waren jetzt rückblickend eher auf Vermeidung getrimmt als auf echte innere Veränderung. Ich habe damals Abstand gehalten zu Personen die konsumieren und bin ab und an mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und habe Football gespielt was ich aber aufgrund einer Verletzung dann irgendwann auch aufgegeben habe.

Diese ganzen damaligen Maßnahmen waren eher äußere Motive und keine inneren die wirklich richtig gefestigt waren. Heute habe ich neue Strategien für mich entwickelt wie zum Beispiel regelmäßig zum Sport zu gehen und meine Ernährung umzustellen. Durch das konnte ich auch 20 kg bereits verlieren was mein Selbstwertgefühl wieder steigen lassen hat. Ebenso habe ich auch wieder angefangen da das lange auf der Strecke geblieben ist meine Atemübungen zu machen und die Hypnose CD täglich anzuhören, dieses „Ritual“ führe ich jeden Abend durch, um so eine feste Tagesstruktur zu haben. Ich habe mir außerdem eine Challenge selber auferlegt bei der ich jeden Tag mich in eine unangenehme Situation begeben muss um mein Sprechen zu üben, durch die Atemübungen und die Hypnose klappt das immer besser. Seit diesem Jahr habe ich außerdem angefangen die Meisterschule in Teilzeit zu besuchen um mich persönlich fortzubilden und mich in der Zukunft jobmäßig besser abzusichern.

Ein weiterer Punkt war außerdem das ich zu wenig über meine Gefühle gesprochen habe. Statt mich vertrauten Menschen wie meiner Familie oder meinem besten Freund anzuvertrauen, habe ich wieder angefangen alles in mich hineinzufressen. Dadurch wurde erneut der leichteste für mich bis dahin bekannte Weg gewählt.

Das Kokain hat mich nicht abschalten lassen, das Kokain war für mich ein Missbrauch um kontaktfreudiger zu sein und unter Leute zu kommen. Ohne Kokain wäre ich nicht in irgendwelche Bars und hätte einfachwildfremde Personen angesprochen. Es war für mich ein Mittel um nicht mehr so einsam zu sein und ggf eine Partnerin kennen zu lernen, da ich ja sonst sehr schüchtern und zurückhaltend bin aufgrund des Stotterns. Dadurch das ich jetzt immer mehr meine Übungen mache und bereits 20 kg verloren habe, werde ich immer selbstbewusster und traue mich auch mehr.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Ja ich war eindeutig gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu rutschen. Rückblickend sehe ich mehrere Faktoren die dieses Risiko deutlich erhöht haben.
Zum einen habe ich Cannabis und später auch zeitweise Kokain genutzt um gezielt meine inneren Belastungen , Ängste und Sorgen zu überdecken. Der Konsum der Drogen hatte für mich klare Funktionen:

Beim Cannabis waren es Abschalten, Sorgen und Probleme zu dämpfen, Einsamkeit besser zu ertragen und dem psychischen Druck durch mein Stottern zu mildern.

Beim Kokain war es das ich mal wieder rauskomme aus den eigenen 4 Wänden, neue Leute kennenlerne und vielleicht sogar endlich mal wieder eine Partnerin.

Wenn Substanzen regelmäßig diese Funktionen übernehmen steigt das Risiko einer Abhängigkeit enorm.

Zum anderen war mein Konsumverhalten über längere Zeit regelmäßig und immer mehr zunehmend . Beim Cannabis kam es immer zu einer Dosissteigerung, weil die gewünschte Wirkung nachließ. Ich habe immer mehr konsumiert um den selben Effekt von Ruhe , Isolierung und Abstand zu erreichen. Beim Kokain habe ich in Deutschland immer das doppelte von der Dosis aus Südamerika gebraucht um den selben Effekt der Droge zu merken.

Dieses Muster aus Gewöhnung, Steigerung auf die Substanz ist ein deutliches Warnsignal gewesen das ich damals ignoriert habe. Es war eine fehleinschätzung der eigenen Kontrolle. Durch die beinahe 5 jährige Abstinenz nach der ersten MPU habe ich geglaubt meine Drogenproblematik überwunden zu haben. Durch das habe ich die Rückfallgefahr defintiv unterschätzt und Warnzeichen nicht wahrgenommen,

Heute sehe ich klar das ich mich in dieser Lebensphase, hätte ich den Konsum so weitergeführt definitiv in eine Abhängigkeitsentwicklung reingerutscht wäre. Diese Erkenntnis ist eine der Gründe warum ich mich heute konsequent für ein abstinentes Leben entscheiden habe.

Ich war hoch gefährdet in eine Abhängigkeit zu rutschen habe aber noch Bereiche wie Arbeit aufrechterhalten. Entscheidend für mich ist aber das ich erkannt habe ,das dieser Zustand damals instabil war und sehr schnell und leicht in eine Abhängigkeit hätte kippen können.

29. Waren sie drogenabhängig?

Ich würde meinen konsum rückblickend nicht als ausgeprägte Abhängigkeit bezeichnen, aber eindeutig als fortgeschrittene Drogenproblematik mit missbräuchlichem Konsum und hoher Abhängigkeitsgefährdung, sowohl im Bezug auf Cannabis als auch Kokain.


Beim Cannabis zeigte sich die Problematik über einen sehr langen Zeitraum durch regelmäßigen und immer steigerndem Konsum. Ich habe es gezielt genutzt um innere Anspannungen, Einsamkeit , Stress und psychischen Druck insbesondere im Zusammenhang mit meinem Stottern zu lösen. Es kam zu Gewöhnung; Steigerung der Dosis trotz klar erkennbarer negativen Folgen. Das ist klar ein typisches Muster für missbräuchlichen Konsum.

Der Kokainkonsum war anders aber ebenfalls problematisch. Ich habe Kokain nicht regelmäßig im Alltag genutzt, sondern sondern Situationsbezogen bei Weggehen. Dennoch war auch hierbei ein riskantes Muster erkennbar. Es diente der Stimmungssteigerung, der Selbstsicherheit und der kurzfristigen Flucht aus innerer leere und Unzufriedenheit. Besonders kritisch sehe ich heute die dadurch entstandene Selbstüberschätzung die durch das Kokain enstanden ist, sowie die Tatsache das ich trotz meiner Vorgeschichte überhaupt wieder zu illegallen Drogen gegriffen habe.

Heute habe ich erkannt das für mich weder ein kontrollierter Konsum noch ein gelegentlicher Konsum von Drogen in Frage kommt, da ich es einfach nicht kontrollieren kann und es früher oder später ins extreme verläuft. Aus dieser Erkenntnis habe ich mich bewusst für ein vollständig abstinentes Leben entschieden

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Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Rückblickendglaube ich, dass ich eine weitere Verschärfung meiner Drogenproblematik hätte verhindern können, wenn ich die Warnsignale früher ernst genommen hätte.

Nach meiner ersten MPU hatte ich mehrere Jahre Abstinenz. Damals hatte ich Strategien entwickelt, um nicht mehr zu konsumieren. Rückblickend waren diese Strategien jedoch eher auf Vermeidung und äußere Kontrolle ausgelegt . ich habe gelernt, Drogen zu meiden, aber nicht, belastende Lebenssituationen dauerhaft ohne Substanzen zu bewältigen.

Als sich ab 2020 meinLeben veränderte durch langeMontagezeiten, Einsamkeit, beruflichen Druck, finanzielle Verlustebeim Trading und die psychischen Belastungen durch mein Stottern waren meine alten Strategien nicht mehr ausreichend. Ich habe dieWarnsignale ignoriert, den Konsum verharmlost und mich selbstüberschätzt.

Auch der medizinische Einsatz von Cannabis hat mich in falscher Sicherheit gewogen. Ich dachte, ich könne kontrolliert und verantwortungsvoll konsumieren. Dadurch wurden alte Muster wieder aktiviert, ohne dass ich es zunächst als Rückfallerkannt habe.

Hätte ich früher meine Gefühle und Probleme ernst genommen, mir rechtzeitig Unterstützung gesucht und die Situation reflektiert, hätte ich verhindern können, dass sich der Konsum wieder verschärft.

Aus heutiger Sicht weiß ich, dass nur eine konsequente Abstinenz die nachhaltige Lösung ist. Ich habe gelernt, dass präventive Maßnahmen und das frühzeitige Erkennen eigener Grenzen entscheidend sind, um nicht erneut in eine problematische Spirale zu geraten.
 
31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

Ich habe mich für eine vollständige Abstinenz entschieden weil ich aus eigener Erfahrung weiß das der Konsum von Cannabis und Kokain bei mir zu Problemen führt. Rückblickend war der Konsum immer ein Mittel um mit Stress, Einsamkeit, Selbstzweifeln und meinem Stottern umzugehen. Kurzfristig wirksam aber langfristig schädlich.

Beim medizinischen Cannabis habe ich damals fälschlicherweise geglaubt das ich nach einigen Stunden wieder fahrbereit bin. Kokain habe ich gezielt genutzt um sozialer zu sein und neue Kontakte zu knüpfen. Rückblickend weiß ich heute das beide Substanzen mich Abhängig von äußeren Faktoren gemacht haben und meine Lebensqualität beeinträchtigt haben.

Heute setze ich auf nachhaltige Strategien die mir helfen mit Stress und Belastungen umzugehen. Beispielsweise Sport, gesunde Ernährung, Atemübungen, tägliche Hypnose-Rituale, gezieltes Sprachtraining sowie berufliche Weiterbildung. Diese Routinen geben mir Sicherheit, Struktur und mehr Selbstbewusstsein, sodass ich nicht mehr auf Drogen angewiesen bin um mich wohl zu fühlen oder Probleme zu bewältigen.

Da ich das Prozedere der MPU bereits kenne und die Anforderungen kenne weiß ich auch was auf mich zukommt und das nur eine dauerhafte Abstinenz der Grundlage ist um die Fahrtauglichkeit zu erhalten und Verantwortung zu übernehmen, sowohl für mich sleber als auch für andere Verkehrsteilnehmer.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)


Der entscheidene Punkt war die Kontrolle im Juli 24 nachdem ich erneut meinen Führerschein verloren hatte und realisiert habe wie viel Kontrolle ich über mein Leben in den letzten Jahren wieder verloren hatte. Ich hatte fast 130 kg, habe nur Müll eigentlich gegessen (Fast Food und Süßigkeiten) ,war wieder fast bei 100g Cannabis im Monat, habe zusätzlich an den Wochenenden Kokain auf Partys und Bars konsumiert und gleichzeitig finanzielle Schwierigkeiten. Ich habe gespürt das der Konsum mich kurzfristig entlastet aber langfristig zerstört (Gesundheit, Beziehungen und Zukunftsperspektiven)

Da wurde mir klar das ich nur durch konsequente Abstinenz wieder Verantwortung für mich und mein Leben übernehmen kann. Die alten Strategien die früher funktioniert haben, hatten versagt. Das war der Punkt an dem ich mich bewusst dazu entschlossen habe kein Cannabis, kein Kokain und keine Ausreden mehr.

Seitdem habe ich sofort gehandelt und alle Drogen abgesetzt, mir psychologische Hilfe genommen habe (VP), neue Tagesstrukturen in meinem Leben etabliert, Sport angefangen , Ernährung umzustellen und berufliche Weiterbildung angefangen. Ich spüre immer wieder wie diese Veränderungen mein Selbstwert und meine Motivation steigern lassen und Probleme ohne Drogen zu lösen.

Dieses mal ist es nicht nur ein Versuch wie bei der ersten MPU sondern eine dauerhafte Entscheidung für ein abstinentes Leben, weil ich jetzt genau weiß welche Konsequenzen ein Rückfall hätte.


33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?


Für mich kommt nur Abstinenz in Frage, weil ich weiß, wie schnell ich wieder in alte Muster abrutsche, sobald ich auch nur gelegentlich Drogen nehme. Früher dachte ich ich könnte Cannabis kontrolliert nutzen, aber ich habe erlebt, dass ich das nicht konnte und der Konsum sehr schnell wieder regelmäßig wurde.

Gelegentlicher Konsum wäre für mich ein Risiko, weil ich Drogen früher immer als Weg genutzt habe, um abzuschalten oder mit Stress, Einsamkeit und meinem Stottern klarzukommen. Heute weiß ich, dass das nicht funktioniert und nur Abstinenz mir Sicherheit gibt für mein Leben, meine Gesundheit und meine Fähigkeit, Auto zu fahren.



34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Die Umstellung auf Abstinenz war am Anfang richtig hart. Die ersten zwei Wochen hatte ich Schlafstörungen und starke Schweißausbrüche, das hat mir gezeigt, wie sehr mein Körper an Cannabis gewöhnt war. Nach diesen 14 Tagen wurde es aber von Tag zu Tag besser ich konnte wieder ruhiger und besser schlafen und mich mehr auf den Alltag konzentrieren.

Mental war es eine Herausforderung: Früher habe ich Cannabis genutzt, um Stress, Einsamkeit oder mein Stottern zu “bewusst vermeiden“ Kokain dagegen habe ich gezielt eingesetzt, um kontaktfreudiger zu sein, flüssig zu sprechen und unter Leute zu kommen und meine Schüchternheit zu überbrücken. Ohne Kokain fiel mir das Ansprechen fremder Menschen schwer, ich fühlte mich einsam und unsicher.

Mit der Abstinenz musste ich lernen, beide Situationen ohne Drogen zu bewältigen. Ich habe neue Strategien entwickelt: regelmäßiger Sport, Atemübungen, die Hypnose-CD, eine feste Tagesstruktur und gezielte Übungen, um meine Unsicherheiten beim Sprechen zu überwinden. Auch der Umgang mit anderen Menschen klappt langsam wieder natürlicher, ohne dass ich chemische Hilfsmittel (Kokain) brauche. Nach einigen Wochen merkte ich, dass ich wieder mehr Kontrolle über mich und meinen Alltag habe. Abstinenz ist für mich der einzige Weg, dauerhaft stabil und sicher zu bleiben sowohl im Alltag als auch im Straßenverkehr.



35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?


Dabei haben mich mehrere Personen unterstützt und ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Meine VP an die ich mich jederzeit rund um die Uhr wenden konnte wenn es mal Probleme gab oder ich Fragen hatte. Mit ihr habe ich außerdem aufgearbeitet wie es wieder zu dem Rückfall Ende 2020 gekommen ist und wie es sich dann weiter entwickelt hat. Außerdem haben wir viel auch über das Stottern selbst geredet und die entstandenen Probleme mit den Trading Verlusten.


Meine Familie die mich dauerhaft unterstützt hat und mit immer einem offenen Ohr für meine Problemen und Sorgen da war. Auch konnte ich mit einem sehr guten alten Freund immer reden, bzw telefonieren wenn ich mich unwohl oder einsam gefühlt habe. Und zum Schluss meinen Chef der mich trotz des Führerscheinnverlust weiter hat in der Firma arbeiten lassen und immer eine Lösung gefunden hat, wie beispielsweise für mich ein E-Bike zu besorgen damit ich weiterhin mobil auf der Arbeit bin.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?


Durchwegs positiv meine Familie und engsten Freunde sehen wieder das ich Spaß am Leben habe, regelmäßig meinen Sport mache und meine Ernährung umgestellt und schon 20 kg in dieser Zeit verloren habe. Dadurch das ich wieder meine regelmäßigen Atemübungen und die Hypnose mache, klappt es auch immer besser mit dem
Sprechen, natürlich gibt es da für mich noch Stolpersteine, aber ich habe mittlerweile akzeptiert das dass stottern zu mir und meinem leben dazu gehört und ich einfach damit umgehen muss.


37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?


Nein ich habe den Kontakt zu ihnen abgebrochen und möchte das auch in der Zukunft so beibehalten.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?


Nein, nur manchmal riecht es in der Stadt nach Cannabis aber ich gehe dann direkt weiter.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?


Ich möchte weiterhin meine strikte Abstinenz einhalten auch wenn es jetzt legal ist. Ich habe mittlerweile für mich realisiert das Cannabis in meinem Leben nur negative Dinge mir gebracht hat, die einzig positiven Dinge waren das ich für den Rauschzustand mal an nichts mehr denken musste und einen freien Kopf für ein paar Momente habe. Trotzdem überwiegen die negativen Effekte wie Konflikte mit den Eltern, in der Schule oder dem
Staat. Ich will das einfach nicht mehr und habe auch gemerkt das ich damit nicht umgehen kann. Daher kommt für mich nur eine strikte Abstinenz in Frage.


40. Haben Sie zu Hause Cannabis?


Nein und auch keine anderen Drogen.

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?

Ich verhindere das heute nicht mehr durch zeitliche Abstände, Konsumregeln oder Selbsteinschätzung sondern nur durch eine klare Trennung von Konsum und Straßenverkehr, nämlich durch vollständige Abstinenz. Gerade weil ich schon eine MPU hinter mir habe und es erneut nach fast 5 Jahren Abstinenz wieder zu einem Rückfallgekommen ist, weiß ich das nur eine strikte Abstinenz für mich funktioniert und auch in Frage kommt.

Früher habe ich mir selber Rechtfertigungen gemacht wie beim Cannabis das ich es ja auf Rezept habe und deshalb meinen Führerschein auf garkeinen Fall verlieren werde. Beim Kokain habe ich mir auch immer eingeredet es wird schon reichen wenn ich 2-3 Tage nach dem Konsum das Auto stehen lasse. Genau diese Denkweise hat dazu geführt das ich die Risiken verharmlost und mich selbst überschätzt habe.

Heute weiß ich es besser und gehe anders damit um. Ich konsumiere keine illegalen Drogen mehr auch kein Cannabis trotz der Legalisierung. Zusätzlich habe ich mein Leben so umgestellt das der alte Zusammenhang aus Stress, Einsamkeit, Konsum und Autofahren nicht mehrentsteht. Ich habe feste Tages Routinen in mein Leben verankert wie Sport, Atemübungen und die Hypnose sowie die berufliche Fortbildung. Habe gelernt das ich nicht immer alles in mich hineinfressen muss und auch viele Leute habe an die ich mich wenden kann. Sollte dies nicht ausreichen würde ich mich auch nicht scheuen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein weiterer Punkt aus dem Verlust des Führerscheins war für mich außerdem, das Mobilität nicht über allem stehen darf und das es auch andere Lösungen gibt, wie beispielsweise das was mein Chef für mich getan hat mit dem Ebike das ich dort weiterhin mobil bin und meinen Job ausüben kann.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?

Heutewürde ich das nicht erst am Konsum erkennen sondern schon vielfrüher an Veränderungen in meinem Denken, Fühlen und Verhalten.


Ein erstes Warnsignal wäre bei mir der erneute Rückzug. Wenn ich anfange wieder mehr Dinge mit mir selber auszumachen, weniger über Gefühle spreche und Probleme für mich behalte und nicht offen und direkt darüber rede. Das wäre für mich ein erste klares Zeichen, den genauso hat das sich 2020 auch angebahnt.


Auch Veränderungen im Alltag wären für mich Warnsignale. Wenn ich anfange meine festen Tagesstrukturen zu vernachlässigen, zum Beispiel den Sport immer öfters ausfallen lasse oder meine Atemübungen sowie die Hypnose nicht mehr ernst zu nehmen ist das ein deutliches Warnsignal. Denn diese neu geschaffenen Strukturen sind heute meine Stabilität.

Beim Kokain würde ich ein Rückfallrisiko daran erkennen das ich wieder den Wunsch verpüre mich nur mit Hilfe der Droge unter Menschen zutrauen oder neue Kontakte zu knüpfen. Wenn ich wieder merke das Einsamkeit, Scham wegen des Stotterns wieder stärker werden und ich denke ohne Hilfsmittel nicht dazuzugehören ist das ein klares Warnsignal.

Wenn ich diese Warnsignale bei mir wahrnehme handle ich sofort. Ich weiß das jederzeit mit meiner Famile bzw engeren Freunde darüber reden kann und sollte dies mal nicht ausreichen würde ich mich auch nicht scheuen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

43.Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?

Immer noch wie zuvor auch, ich trinke nicht oft Alkohol maximal 3-4 x im Jahr. Zuletzt habe ich an Silvester 2x 0,5 liter Helles Bier mit meinem Vater getrunken.
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Zusätzlich für Wiederholungstäter

44. Wie lange haben Sie nach der letzten Begutachtung (MPU, FÄG) pausiert?

04/2015 – 12/2020

45. Was war der Auslöser für Ihr erneutes Fehlverhalten?

Der Auslöser für mein erneutes Fehlverhalten war kein einzelnes Ereignis, sondern eine schleichende Entwicklung, bei der mehrere Faktoren zusammenkamen.

Nach fast fünf Jahren Abstinenz habe ich ab Ende 2020 wieder angefangen Cannabis zu konsumieren. In dieser Phase war ich beruflich sehr viel allein auf Montage, hatte kaum soziale Kontakte und wenig Austausch. Gleichzeitig kamen Zukunftsängste dazu die Unsicherheit, ob ich beruflich langfristig bestehen kann, ob ich jemals eine Partnerschaftaufbauen werde und wie mein Leben weitergeht.

Hinzu kamen hohefinanzielle Belastungen durch Verluste beim Trading. Anfangs hatteich dort noch Gewinne, die mir kurzfristig ein gutes Gefühl gegebenhaben. Als die Verluste einsetzten, entstanden starker Druck,Schuldgefühle und der Wunsch, diese Situation nicht mehr fühlen zumüssen. Statt mich diesen Problemen aktiv zu stellen, habe ichwieder zu Cannabis gegriffen, um Gedanken und Gefühle zu dämpfen.


Ein entscheidender Faktor war außerdem meine falsche Selbsteinschätzung nach der ersten MPU. Durch die mehrjährige Abstinenz habe ich geglaubt, meine Drogenproblematik überwunden zu haben. Der medizinische Cannabiskonsum hat mir zusätzlich eine trügerische Sicherheit gegeben. Ich habe mir eingeredet, dass dieser Konsumkontrollierbar und unproblematisch sei und habe dadurch Warnsignale ignoriert.

Beim Kokain kam ein weiterer Aspekt hinzu. Es war kein Mittel zum Abschalten, sondern ein Mittel gegen Einsamkeit und soziale Unsicherheit. Ich habe es genutzt, um kontaktfreudiger zu sein, unter Menschen zu kommen und mein Stottern in sozialen Situationen zu überdecken.


Zusammengefasst war der Auslöser mein fehlender Umgang mit Belastungen, Einsamkeit und Selbstzweifeln sowie die Fehleinschätzung, ich könne nach der ersten MPU wieder kontrolliert konsumieren. Diese Kombination hat dazu geführt, dass sich mein Fehlverhalten über Jahre hinweg erneut entwickelt hat.

46.Wieso hat es sich bei dem erneuten Fehlverhalten nicht um eineneinmaligen Ausrutscher gehandelt?


Nachmeiner ersten MPU war ich zwar mehrere Jahre abstinent, habe aber die Ursachen meines früheren Konsums nicht dauerhaft gelöst. Als ich2020 wieder angefangen habe, war das kein einzelner Fehltritt, sondern ein bewusster Schritt zurück in alte Muster. Ich habe Cannabis wieder regelmäßig genutzt und den Konsum schrittweisegesteigert. Später kam zusätzlich Kokain hinzu, das ich gezielt in bestimmten Situationen eingesetzt habe.

Der Konsumwurde Teil meines Alltags und meiner Problemlösung. Ich habe Cannabis genutzt, um abzuschalten, Sorgen zu verdrängen und mit Einsamkeit umzugehen. Kokain habe ich eingesetzt, um mich selbstsicherer zu fühlen, unter Leute zu kommen und meine Hemmungen zu überwinden. Diese Funktionen haben dazu geführt, dass ich nicht nach einem einzelnen Konsum wieder aufgehört habe, sondern immer wieder zur Droge gegriffen habe.

Hinzu kommt, dass ich mir mein Verhalten über einen langen Zeitraum selbst gerechtfertigt habe, unter anderem durch das ärztliche Cannabisrezept und durch die Annahme, ich hätte den Konsum im Griff. Dadurch habe ich Warnzeichen ignoriert und den Konsum normalisiert.

Ein einmaliger Ausrutscher hätte bedeutet, den Konsum schnell zu beenden und gegenzusteuern. Genau das habe ich nicht
getan. Stattdessen habe ich über Jahre weiter konsumiert und die Problematik verdrängt. Erst durch den erneuten Verlust der Fahrerlaubnis habe ich realisiert, dass ich mich erneut in eine ernsthafte Fehlentwicklung gebracht habe.

47.War Ihr Verhalten schlimmer oder weniger schlimm als vor der ersten Auffälligkeit

Im Grunde habe ich Cannabis damals wie heute aus dem gleichen Grund konsumiert, um abzuschalten und Probleme nicht fühlen zu müssen. Das war schon vor der ersten Auffälligkeit so und hat sich inhaltlich nicht verändert.

Was sich aber verändert hat, ist meine Ausgangslage. Beim zweiten Mal wusste ich ganz genau, was passieren kann. Ich hatte den Führerschein schon einmal verloren, ich kannte die MPU, ich wusste, welche Folgen mein Konsum haben kann und trotzdem habe ich wieder angefangen.


Der Konsum war diesmal auch kein jugendlicher Leichtsinn mehr, sondern lief über Jahre parallel zu Arbeit, Alltag und Verantwortung. Cannabis war fest in meinen Tagesablauf eingebaut, Kokain kam zusätzlich dazu, um sozialer zu sein und meine Unsicherheit zu überdecken. Das macht es rückblickend problematischer als beim ersten Mal.


Schlimmer war also nicht der Grund des Konsums, sondern dass ich trotz Erfahrung und Wissen wieder dieselben Fehler gemacht habe. Ich habe mich selbst überschätzt und mir eingeredet, ich hätte es unter Kontrolle. Genau das zeigt mir heute, dass ich meine Problematik lange unterschätzt habe.

48. Warum hat es sich so entwickelt?


Ich kannte die Konsequenzen meines Handelns bereits aus der ersten MPU und wusste genau, was passieren würde. Trotzdem wusste ich damals nicht, wie ich anders mit der Situation umgehen sollte, und griff erneut zu Cannabis und später auch zu Kokain, weil ich in diesem Moment den für mich scheinbar einfachsten Weg gewählt habe.


49. Was haben Sie gegenüber dem vorhergehenden Versuch geändert?


Im Vergleich zum vorhergehenden Versuch habe ich gelernt, dass reine Vorsätze oder Konsumregeln bei mir nicht funktionieren. Deshalb habe ich jetzt einen klaren, verbindlichen Weg gewählt, vollständige Abstinenz von allen illegalen Drogen. Ich habe Strukturen in meinem Alltag geschaffen, die diese Abstinenz unterstützen, und achte bewusst darauf, Situationen zu erkennen, in denen ein Rückfall drohen könnte, um rechtzeitig gegenzusteuern.
 
Man kann ja bis zu 3 Monate nach dem letzen abstinenznachweis zur mpu gehen oder ?
Lt. Bestimmungen können unter nachvollziehbaren Umständen bis zu 4 Monate vor der Begutachtung AN akzeptiert werden.
Allerdings wie gesagt, ist es eine Kann-Bestimmung.

Ich rate aber immer vehement davon ab, das nur im Ansatz auszureizen.
Dafür ist eine MPU zu teuer, dass es im GA heißt, „ja, können wir, müssen wir aber nicht, es ergeben sich Hinweise, dass…“

Dann möchte ich noch einmal, wie schon so viele, darauf hinweisen, dass ich der Überzeugung bin, dass die V-Fragestellung sich zum Einen nicht auf wiederholte FE-Entzüge beziehen kann ( unter Drogeneinfluss wären durch die D-Fragestellung abgedeckt ), und zum Anderen nicht auf die einmalige Geschwindigkeitsübertretung ( der Knackpunkt in der Begründung der FEB ist „mit und ohne Drogeneinfluss“ ).
Da muss mehr hinterstecken.

Das ist fundamental wichtig, um deinen Fragebogen konstruktiv kommentieren zu können, für dich, für deine MPU.
Es geht ja um deine wiederzuerlangende FE, stimmt`s ?

Zu deinem FB:
Ich werde ihn zu diesem Zeitpunkt nicht kommentieren, da er ja nicht vollständig die Fragestellungen abdeckt ( hatte ich ja schon d``rauf hingewiesen ) und imho, wie ausgeführt, noch Hintergrundinformationen fehlen.

Allgemein lässt sich aber schon Folgendes feststellen:
Er ist grundsätzlich noch viel zu dünn.
Ja, du lieferst Einiges, Stottern, Unsicherheit dadurch etc., aber das ist zum größten Teil das, was du in der 1.MPU schon angegeben hast.
Das kann und wird aber nicht reichen dürfen, weil das entweder bedeutet, dass du damals selber nicht von dem überzeugt warst und das daher auch nicht umsetzen wolltest / konntest oder aber, dass du große, wichtige, entscheidende Dinge, die zur WHT geführt haben, nicht aufgearbeitet hast.

Es geht aber in deinem Falle nicht nur um nachzujustierende Rückfallprophylaxe.

Du bist ja nicht nur „reiner“ WHT, sondern du hast zusätzlich noch eine Eskalationsstufe d`raufgelegt mit einer hochpotenten illegalen Droge, nämlich Kokain.
Du gibst in der 1.MPU den einmaligen Konsum von X oder Amphe an.
Da dir das aber nicht „gefallen“ habe, habest du von diesen Substanzen die Finger gelassen.
Wie kommt also auf einmal das in dein Leben ? Und hinter`s Steuer ?
Als deutlich „gebranntes Kind“ ?

Was das Cannabis anbelangt, ist anhand deiner Werte zwar ein gewisses „abfallendes“ Konsummuster erkennbar, allerdings greift deine Erklärung
„MedCan“ nicht, da du doch nicht nur das konsumiert hast, sondern auch g-oder haufenweise „nebenbei“, richtig ?
Entweder hast du das also ausgeblendet oder dir selbst einen vorgelogen.
In Zusammenhang mit einer erneuten TF lässt das insgesamt auf eine noch weitaus tiefer liegende Drogenproblematik schließen als in der 1.MPU.

Das wirst du beweisen müssen, dass du jetzt aber wirklich und ehrlich nicht mehr im öffentlichen StV auffällig werden wirst, und zwar mit oder ohne Drogen im Blut.

Mit der hier gezeigten Aufarbeitung ist das noch lange nicht möglich.
 
Guten Morgen zusammen,

erstmal danke für deine Zeit den FB durch zu lesen und mir eine Einschätzung dazu zu geben.
Dann möchte ich noch einmal, wie schon so viele, darauf hinweisen, dass ich der Überzeugung bin, dass die V-Fragestellung sich zum Einen nicht auf wiederholte FE-Entzüge beziehen kann ( unter Drogeneinfluss wären durch die D-Fragestellung abgedeckt ), und zum Anderen nicht auf die einmalige Geschwindigkeitsübertretung ( der Knackpunkt in der Begründung der FEB ist „mit und ohne Drogeneinfluss“ ).
Da muss mehr hinterstecken.
Also du hast ja oben bereits die Antwort der FEB gelesen und weder ich noch die VP bei der ich bin, die übrigens 20 Jahre selber GA war verstehen wieso ich diese Fragestellung noch dazu bekomme, sie und ich kennen ja meine akte. deßhalb tu ich mir auch so schwer darauf einzugehen und das mit einzubauen, im Prinzip sind das ja alles D-Fragstellungen. Als ich während dern Suche nach einer Begutachtungsstelle am telefonieren war, habe ich auch von mehreren Stellen unterschiedliche Meinungen dazu bekommen. Die einen sehen es als 2 Fragestellungen an und die anderen als 3.

Zu deinem FB:
Ich werde ihn zu diesem Zeitpunkt nicht kommentieren, da er ja nicht vollständig die Fragestellungen abdeckt ( hatte ich ja schon d``rauf hingewiesen ) und imho, wie ausgeführt, noch Hintergrundinformationen fehlen.
ich weiß halt nicht was für Hintergrundinformationen ich da noch mit einbauen soll. kannst du/ihr mir dann vielleicht bitte ein paar tipps geben wo genau ich das mit einbauen soll? also bei welchen fragen.

Allgemein lässt sich aber schon Folgendes feststellen:
Er ist grundsätzlich noch viel zu dünn.
Ja, du lieferst Einiges, Stottern, Unsicherheit dadurch etc., aber das ist zum größten Teil das, was du in der 1.MPU schon angegeben hast.
Das kann und wird aber nicht reichen dürfen, weil das entweder bedeutet, dass du damals selber nicht von dem überzeugt warst und das daher auch nicht umsetzen wolltest / konntest oder aber, dass du große, wichtige, entscheidende Dinge, die zur WHT geführt haben, nicht aufgearbeitet hast.

Es geht aber in deinem Falle nicht nur um nachzujustierende Rückfallprophylaxe.
ja das war ja auch so das ich das bei der 1 mpu einfach nicht genug gefestigt hatte und meinen führerschein wieder haben wollte. und wie du schon sagtest ich war einfach nicht von dem überzeugt und wollte und konnte es nicht richtig umsetzen. dadurch das dann 2020 neue lebensumstände dazukamen die ich so vorher noch nicht kannte, das war wie eine mid life crisis habe ich dann wieder zu dem mir leichtesten und bekanntesten weg nämlich dem cannabis gegriffen um für einen kurzen moment wieder aus der realität zu fliehen. ich kann ja nichts einfach etwas erfinden und erzählen was nicht so gewesen ist. es waren mehrere faktoren die dazu beigetragen haben und die habe ich mmn alle in dem fb genannt.

Du bist ja nicht nur „reiner“ WHT, sondern du hast zusätzlich noch eine Eskalationsstufe d`raufgelegt mit einer hochpotenten illegalen Droge, nämlich Kokain.
Du gibst in der 1.MPU den einmaligen Konsum von X oder Amphe an.
Da dir das aber nicht „gefallen“ habe, habest du von diesen Substanzen die Finger gelassen.
Wie kommt also auf einmal das in dein Leben ? Und hinter`s Steuer ?
Als deutlich „gebranntes Kind“ ?
das dann später noch kokain ab dem 32 Lebensjahr noch dazu kommt als "gebranntmarktes Kind" habe ich ja oben auch beschrieben. habe es in südamerika probiert, es hat mir gefallen da es das komplette gegenteil zum cannabis war und ich es dann auch öfters in deutschland genommen hatte um kontaktfreudiger, unter neue leute zu kommen, sowie ggf in der hoffnung dadurch eine partnerin kennen zu lernen. das war alles teil der mid life crisis und ehrlich gesagt sind wir Menschen doch nicht alle fehlerfrei, jeder macht mal fehler in seinem leben. der eine macht die fehler nur einmal und andere wieder rum halt öfters bis sie es dann irgendwann auch mal oder gar nicht lernen.
Was das Cannabis anbelangt, ist anhand deiner Werte zwar ein gewisses „abfallendes“ Konsummuster erkennbar, allerdings greift deine Erklärung
„MedCan“ nicht, da du doch nicht nur das konsumiert hast, sondern auch g-oder haufenweise „nebenbei“, richtig ?
Entweder hast du das also ausgeblendet oder dir selbst einen vorgelogen.
In Zusammenhang mit einer erneuten TF lässt das insgesamt auf eine noch weitaus tiefer liegende Drogenproblematik schließen als in der 1.MPU.
ja ich habe am schluss auch deutlich öfters etwas von der straße noch zusätzlich dazu gekauft, da sehr oft teilweise sorten auch nicht lieferbar waren oder das cannabis aus der apotheke eben so schwach war das mich die wirkung davon nicht zufriedengestellt hat. das ich das rezept als nvorwand hatte um mir meinen konsum zu rechtfertigen und dadurch die fe nicht zu verlieren, habe ich mir ja auch oben in dem fb eingestanden und auch so geschrieben. ich habe mir auch damals etwas vorgelogen und das weiß ich ja mittlerweile auch.
Mit der hier gezeigten Aufarbeitung ist das noch lange nicht möglich.
was soll ich den noch mit einbauen?
 
an diesem Moment kann es extrem hilfreich sein, 3cm Haare am Kopf zu haben, die man dem Gutachter anbieten kann^^
also haare hab ich nach der letzten Analyse geschnitten aber 3 cm kann ich aufjedenfall anbieten. deswegen wird ja noch normalerweise am tag der untersuchung noch eine uk gemacht. letzte ha war am 30.12 also es ist noch nicht so lange her.
Und nicht mit gerade rasiertem Schädel…
das trage ich sowieso nie, ein bisschen haare habe ich immer auf dem kopf :)
 
also ich hätte da dann nochmal ein paar fragen. ist den der komplette fb eine voll Katastrophe oder muss ich einfach noch die antworten feinschleifen? ich bin jetzt maximal verwirrt und frage mich wie meine vp sagen kann das ich mpu reif wäre und es so mit dem jetzigen stand wie ihr sagt nicht mal ansatzweise reicht um die 2 eigentlich ist es ja schon die 3 da ich beim ersten mal aufgrund von zu wenig ha es erst beim 2 versuch dann geschafft habe ein positives ga zu bekommen. ich versteh es halt leider nicht und stehe momentan echt ein wenig auf dem schlauch.

wie kann die vp die auch nicht gerade ganz billig war meinen das dass so für die 2 mpu ausreicht. ich hab ihr auch meine ängste geschildert davor und sie meinte immer wieder das die 2 mpu nicht arg viel unterschied zur ersten macht. ich mein wenn man in der vergangenheit mehrere tausend ga's geschrieben hat dann muss man doch wissen wie es läuft und was alles nötig ist um zu bestehen. ich sehe ja auch ihre rezessionen und da hat es jeder geschafft die mpu beim ersten mal zu bestehen.

könntet ihr mir vielleicht ein paar gute fragebögen verlinken, die auch wdhs sind, das ich mir das mal anschauen kann worauf es dann ankommt. könnenn auch gerne alkohol fb sein, will nur mal wie gesagt die richtung sehen in die es gehen muss

bin nämlich echt fast schon so weit das jetzt bei diesem versuch abzubrechen und zu stornieren und mich nochmals 3 monate jetzt drauf vorbereite was ich eigentlich echt ungern machen würde, da es wie gesagt schon bezahlt ist und ich nicht weiß inwiefern man da sein geld zurückfordern kann :(
 
…deswegen wird ja noch normalerweise am tag der untersuchung noch eine uk gemacht.
Nein !
Die UK am Tag der Begutachtung dient nur dem Ausschluss, ob du zu diesem Zeitpunkt unter Einfluss psychotroper Substanzen stehst.
Sie sind kein AN im Sinne der BUK.

Zu allem anderen, was du geschrieben hast, habe ich nichts mehr hinzuzufügen außer „Midlife crisis“ mit 32 ?
Mir stellt sich das eher dar als sehr lang andauernde Adoleszenphase.

Um überhaupt eine „Midlife crisis“ zu haben, musst du erst einmal grob 20 Jahre ein gesetztes, normales Leben geführt haben.
 
Zu allem anderen, was du geschrieben hast, habe ich nichts mehr hinzuzufügen außer „Midlife crisis“ mit 32 ?
Mir stellt sich das eher dar als sehr lang andauernde Adoleszenphase.

Um überhaupt eine „Midlife crisis“ zu haben, musst du erst einmal grob 20 Jahre ein gesetztes, normales Leben geführt haben.
das habe ich jetzt so genannt weil mir nichts anderes eingefallen ist und ehrlich gesagt passt das wort adolszenzphase hier schon besser da hast du recht. kannte das wort nichtmal und musste es gerade googeln.
 
…und sie meinte immer wieder das die 2 mpu nicht arg viel unterschied zur ersten macht.
Falls sie das so gesagt haben sollte, hat sie keine Ahnung.

Es ist doch logisch, dass ein WHT ( der du ja nicht „nur“ bist ) eine 2. MPU machen muss, hat seine vorherige positive Prognose ad absurdum geführt.
Diese Prognose war ganz einfach falsch.

Das bedeutet entweder, dass derjenige gelogen hat, dass sich die Balken biegen, den GA also über den Leisten barbiert hat, oder die erste Aufarbeitung schon „für den knallroten Sack“ war.

Was meinst du:
Musst du dem jetzigen GA mehr, weniger oder das gleiche „bieten“ ?
Bei dir kommen ja auch noch andere Auffälligkeiten, zumindest sind sie -wie auch immer- Teil der Fragestellung, hinzu, das macht es für dich noch schwieriger, und zwar um Einiges.

Zusammengefasst:
Wenn es überhaupt in ein mathematisches Schema gepresst werden würde, ist eine 2. MPU doppelt so schwer, mindestens, oder, wie der liebe
@joost sagen würde, hammer-, hammer-, hammerhart.
 
das es diesmal härter wird als beim ersten mal ist mir bewusst. ich mache mich jetzt am Wochenende nochmal dran und überarbeite das ganze und werde auch probieren so gut es geht die v Fragestellung mit einzubeziehen . das fällt mir zwar schwer da sowas wie schon erwähnt eigentlich nur leute bekommen die wegen punkten zur mpu müssen aber es hilft ja nichts und ich muss das auch mit einbringen in den fb. das nicht alle 49 fragen drankommen werden beim Untersuchung Gespräch ist mir auch klar, dafür würde die zeit von max 2 stunden auch niemals ausreichen um diese alle zu beantworten.

die kernfragen für mich dürften ja lauten:

1. Warum ist die erste MPU gescheitert?

2. Warum habe ich trotz Wissen über die Konsequenzen wieder konsumiert?

3. Warum kam jetzt auch noch Kokain dazu?

4. Warum war es kein Ausrutscher sondern ein Muster?

5. Warum ist es diesmal stabil und nicht nur anders erklärt?
 
Bei deiner Aufzählung fehlt wieder die V-Fragestellung.
Du blendest das offenbar total aus, warum nur…?

Um diese Fragestellung geht es:
Ist insbesondere nicht zu erwarten, dass Herr …
auch zukünftig erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Bestimmungen (mit und
ohne Drogen- und/oder Cannabiseinfluss) verstoßen wird?
Antwort der FEB:
„…und die 3. Fragestellung bezieht sich auf die wiederholten Verstöße, welche unter anderem zu einem wiederholten Fahrerlaubnisentzug geführt haben.“

… das fällt mir zwar schwer da sowas wie schon erwähnt eigentlich nur leute bekommen die wegen punkten zur mpu müssen.
Hier bewahrheitet sich wieder, dass „eigentlich“ die stärkste deutsche Verneinung ist.
Das ist nämlich samt und sonders Quatsch.
Und was dir schwer fällt, interessiert die FEB und den GA genau 0.

Es ist hier unumgänglich, dass wir über alle Informationen verfügen, die der GA auch zur Verfügung hat.
Sonst ist die Arbeit hier für uns Zeitverschwendung und für dich auch nicht hilfreich.

Also mache ich mal folgenden Vorschlag:
Stelle doch ( mindestens ) deine MPU-Anordnung aus 10 / 25 hier -sorgfältig anonymisiert- ein.

Zu deinem Beitrag #90 kann ich nur noch 2 Dinge sagen:
1. Mit den Antworten kannst du nicht bestehen ( Begründung s. #85 ).
2. Google-Rezensionen sind so glaubhaft wie die erste Wettervorhersage aus dem Jahre 1692.
 
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Bei deiner Aufzählung fehlt wieder die V-Fragestellung.
Du blendest das offenbar total aus, warum nur…?
weil das mmn totale willkür der feb ist. besitzt er die körperliche und geistigen anforderungen das hört sich für mich an sry das ich das so sagen muss das ich ein totaler junky bin der sich kaputt konsumiert hat.

und bis auf das ich damals ein asf machen musste (probezeit wurde verlängert) wo ich innerorts mit 21 km/h zu viel geblitzt wurde und einmal in einer 80er Zone mit 112 km/h unterwegs war nichts verkehrsrelevantes. klar das ich regelmäßig unter drogeneinfluss ein kfz geführt habe kommt da bestimmt auch noch dazu, sowie jetzt die 2 entziehung aufgrund von einfluss unter btmg.
 
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