Frage 1-30, der Rest kommt morgen oder übermorgen
Vorgeschichte:
1.Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
In der Schule (5.Klasse) im Biologie Unterricht
2.Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
Alkohol mit 14 zum ersten mal
Cannabis mit 16 Jahren zum ersten mal
Speed/XTC einmaliger Probierkonsum mit 18/19 Jahren
Kokain zum ersten mal mit 32 in Südamerika
3.Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, WelcheGelegenheit?)
Alkohol:
Erstkonsum:
mit 14 Jahren eine Flasche Feigenschnaps von den Eltern geklautund mit einem damaligen Freund zu 2 getrunken
→ Krankenwagen musste gerufen werden (Filmriss)
→ seit diesem Vorfall keinen Hartalkohol mehr getrunken nur beimriechen wird mir schon extrem schlecht davon
→ mal im Sommer oder an Geburtstagen 1-3 x 0.5 Radler oderHelles Bier
→ zur Zeit kein Alkoholkonsum (letztes mal an Silvester 25/26 / 2x 0.5 Liter Bier)
3-4 x im Jahr
Cannabis:
Erstkonsum:
→ mit 16 Jahren zum ersten mal THC konsumiert, mit einemdamaligen Freund der unter der Woche im Internat war und von dortetwas mitgebracht hatte, an dem anliegenden Spielplatz der bei unsder der Nähe war
→ zwischen 16 und 19 wurde weiter THC konsumiert (10-20 Gramm imMonat)
→ THC wurde bis zu dem Vorfall wo ich die Gerichtsverhandlunghatte (17.3.2014) weiter konsumiert (25-40 Gramm im Monat), ab daging es dann ins extreme
in dem einen Jahr von der HD (17.3.2014) bei mir daheim bis zurGerichtsverhandlung (22.4.2015) war der Cannabiskonsum extrem
→ teilweise am Tag bis zu 10 Joints a 0,4-0,6g
monatlich teilweise 50-100g
04/2015 – 11/2020 Abstinent
12/2020 - Erstes Cannabis Rezept -> Gründe: Sprechangst undStottern, Schlafstörungen
2020 (30g im Monat)
2021 (30g im Monat)
2022 (40g im Monat)
2023 (50g im Monat)
2024 (60g im Monat) –> teilweise noch bis zu 40 g im Monat auf der Straße noch zusätzlich gekauft
60-100 g im Monat
Speed/Amphetamin:
mit 18/19 einmaliger Konsum von Speed und XTC in einer Diskothek,aus Neugier auf die Wirkung
→ war ein total unangenehmes Gefühl (Hyperaktiv wie wenn man 5Kaffes oder Energy Drinks auf einmal nimmt, Herzschlag enorm erhöht, sehr starkes Schwitzen
→ nicht schlafen können für beinahe einen Tag
→ hat seitdem Konsum, an diesem Abend mein Stottern damals zudem Zeitpunkt extrem verschlimmert
Kokain:
Erstkonsum: Januar 2024 – Februar 2024:
→ Besuch bei einem alten Freund in Kolumbien der 2010 mit seinenEltern wieder dort hin zurück gezogen war. In diesem einen Monat alsich dort im Urlaub war circa 5-10 x Kokain nasal konsumiert(schätzungsweise bei jedem Konsum maximal 0,2 – 0,5 g)
Februar – März → kein Konsum da Operation
März – Juli → 2x im Monat Freitags oder Samstags 0,5-1 g Kokain nasal konsumiert immer auf Partys oder in Bars , nie alleine daheim.
4.Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Nein,da ich bereits mit 14 Jahren eine Flasche Feigenschnaps von meinenEltern geklaut hatte und diese mit einem Freund zusammen getrunken hatte. Der Abend endete mit einem Filmriss und einem Aufenthalt in der Notaufnahme.
5.Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Alkohol trinke ich ganz selten und wenn dann nur Bier (3-4 x im Jahr) , da ich mit Hartalkohol schon sehr früh in meinem Leben, sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe.
6.Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Kaffee und Zigaretten
7.Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Cannabis:
schlechte Konzentration und Aufmerksamkeit
Gedächtnis und Lernfähigkeit sehr schlecht
antriebslos und Gleichgültig
Rückzug+ Verdrängung von Problemen und Sorgen
erneute Entwicklung eines sehr teuren und problematischen Konsum
Kokain:
Selbstüberschätzung
innere Unruhe nach dem Konsum
Stimmungsschwankungen
starkreizbar nach dem Konsum
8.Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Ja ich habe trotz negativer Folgen und Auswirkungen weiter konsumiert, weil ich die Drogen erneut als Bewältigungsstrategie genutzt habe und wieder den für mich leichtesten Weg gewählt habe der Realität zu entfliehen. Der Grund hierfür war, dass ich die Drogen erneut eingesetzt habe um mit Stress, Einsamkeit, finanziellen Problemen und meinem Stottern umzugehen, was Rückblickend enorm dumm von mir war.
9.Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
Blutwerte:
THC:
9,3ng/ml Tetrahydrocannabinol (THC)
3,5ng/ml11-Hydroxy-Tetrahydrocannabinol (OH-THC)
129ng/ml Tetrahydrocannabinol Carbonsäure (THC-COOH)
Kokain:
ca 9,0 ng/ml Benzoylecgonin
ca 0,5 ng/ml Ecgoninmethylester
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Cannabis jeden Tag ca 3-4 Joints a 0,5 g. Kokain an dem Freitag vor der Auffälligkeit 0,5g - 1g nasal
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Am Tag der Auffälligkeit habe ich gegen 11 Uhr morgens meinen letzten Joint konsumiert (0,5g), danach hatte ich dann kein Cannabis mehr daheim.
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Nein es war mein täglicher Cannabiskonsum
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Ich war Cannabis einkaufen da ich um ca. 11 Uhr morgens mein letztes konsumiert hatte. Die Person bei der ich das Cannabis gekauft hatte, war noch nicht daheim und meinte das ich noch 10 min vor seinem Haus auf ihn warten sollte. Dabei saß ich im Auto, hatte den Motor laufen und das Licht von automatisch auf aus gestellt. Als der Handel abgeschlossen war bin ich dann wieder in mein Auto und habe beim losfahren das Licht nicht mehr angeschaltet, es war schon dunkel (23:45 Uhr) . Bin dann circa 2 km weit gekommen und wurde dann von einer Streife raus gezogen, da ich ohne Licht unterwegs war. Im Fahrzeug wurde dann starker Cannabis Geruch wahrgenommen und ich musste mit ins Krankenhaus für eine Blutprobe da ich die UK zuerst verweigert hatte. Im Krankenhaus habe ich dann gefragt ob ich kurz aufs Klo könnte da wir ziemlich lange auf den Arzt warten mussten, dabei wurde dann die UK gemacht und Cannabis und Kokain festgestellt.
Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?
Cannabis kaufen
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Ich wollte insgesamt 20 km fahren, davon gekommen bin ich circa 12 km
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Rückwirkend gesehen eigentlich dauerhaft da Cannabis sich bei Dauerkonsum sehr langsam abbaut und ich zu der Zeit täglich konsumiert hatte
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Damals habe ich den Konflikt zwischen Drogenkonsum und dem Führen eines Autos falsch gelöst. Beim medizinischen Cannabis habe ich mich auf die Annahme verlassen, dass ich nach etwa acht Stunden wieder sicher fahren könnte. Ich habe diese Einschätzung meiner Ärztin übernommen und mich dadurch in falscher Sicherheit gewiegt. Rückblickend weiß ich heute, dass das ein Fehler war, da insbesondere bei regelmäßigem Konsum die Beeinträchtigung deutlich länger anhalten kann ,teilweise über mehrere Tage.
BeimKokainkonsum bin ich ähnlich falsch vorgegangen. Ich habe den Konsumbewusst auf Freitag, Samstag gelegt und das Auto danach für 2-3 Tagestehen lassen. Auch hier habe ich die Nachwirkungen und dieAuswirkungen auf meine Fahrtüchtigkeit unterschätzt. Heute ist mirklar dass diese Herangehensweise keine verantwortungsvolle Lösungwar .
Deshalb habe ich für mich eine klare Konsequenz gezogen:
Ich verzichte vollständig auf Drogen. Den nur durch Abstinenz kann ich den Konflikt zwischen Konsum und Straßenverkehr dauerhaft lösen.
18.Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zuführen?
(Beschreibungbitte für die zutreffende Substanz)
Drogen beeinträchtigen die Fahrtauglichkeit und dadurch steigt das Risiko andere und sich selber in Gefahr zu bringen. Drogen verändern die Wahrnehmung ,Reaktionsfähigkeit, Aufmerksamkeit und das Entscheidungsverhalten.
Kokain:
- führt zu Selbstüberschätzung
- erhöhte Risikobereitschaft (Leistungsfähigkeit wird überschätzt)
- Gefahren werden unterschätzt
THC:
- verlangsamt die Reaktionsfähigkeit
- verschlechtert die Wahrnehmung von Geschwindigkeiten und Abständen
fühlt sich oft fahrtüchtig obwohl man es nicht ist (Unfallrisiko steigt)
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Das ist von Person zu Person unterschiedlich und lässt sich nicht pauschal festlegen, da die Wirkungs- und Nachtwirkungszeiten bei jedem anders sind.
THC:
- die akute Wirkung hält teilweise bis zu mehreren Stunden an, bei regelmäßigem Konsum können Beeinträchtigungen deutlich länger anhalten, teilweise über mehrere Tage
- Kokain:
- die akute Wirkung hält auch einige Stunden an wie bei THC, die Nachwirkungen des Kokainkonsums können ebenfalls bis in die nächsten 2-3 Tage anhalten.
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
- Ja täglicher Konsum führt sehr schnell zu Gewöhnung , Leistungsabfall und Gleichgültigkeit (scheiß egal Einstellung).
- Risiko in eine Abhängigkeit zu kommen
- dauerhafte Müdigkeit und Erschöpfung
- Lungenprobleme / gesundheitliche Folgen
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Warum ist es passiert?
21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Nach fast 5 Jahren Abstinenz habe ich Ende 2020 wieder angefangen Cannabis zu konsumieren. Die Gründe dafür lagen an mehreren Dingen:
2019 – 2020 ständig unterwegs, teilweise mehrere Wochen auf Montage. Abends oft alleine im Hotelzimmer. Als Azubi im 2 Lehrjahr wurde ich von Projekt zu Projekt geschickt und war dort sehr oft auf mich alleine gestellt. Dies war für mich zur damaligen Zeit alles Neuland und es kamen immer mal wieder sehr starke Selbstzweifel auf ob und wie ich das alles bewältigen kann , da zu der Zeit mir noch viel Wissen in dem Beruf gefehlt hat.
Zudem kam noch hinzu das ich zu der Zeit auch enorm unter Einsamkeit litt, eine Freundin hatte ich nicht und Freunde zum reden auch nur wenige. Mit meiner Familie konnte ich schon über meine Ängste und Probleme reden, jedoch wollte ich sie nicht mit diesen Dingen belasten und habe wieder alles in mich hineingefressen anstatt offen und klar darüber zu kommunizieren.
Anfang 2020 kam ich dann über einen Azubi aus der Berufsschule auf das Trading mit Krypto (Leverage). Anfangs lief es ganz gut damit aber je tiefer ich dort hineinkam umso gieriger wurde ich und verlor immer mehr Geld dabei. Bis ich dann Ende 2021 mein ganzes erspartes Verloren habe + mehrere Kredite bei mehreren Banken.
Die hohe finanziellen Belastungen im Monat + der Stress aus der Arbeit und die Angst die Ausbildung nicht zu schaffen und nochmals 1 Jahr in dem Betrieb „gefangen „zu sein spielten mir in die Karten um wieder mit dem Cannabis anzufangen und den leichtesten Weg für eine kurze Erleichterung zu wählen.
Durch das Rezept vom Arzt für Cannabis, habe ich mich auf der sicheren Seite gesehen um den Führerschein aufgrund des Konsums nicht zu verlieren. Das Rezept habe ich aufgrund des Stotterns und von angegebenen Schlafstörungen bekommen.
22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Mein Umfeld hat den Konsum erst sehr viel später mitbekommen, da ich ja sehr oft auf Montage war und nicht zuhause. Erst als ich nach bestandener Ausbildung die Firma gewechselt habe und dann in meinen jetzigen Betrieb gewechselt bin, hat es meine Familie wieder mitbekommen. Zu dieser Zeit war ich ja wieder voll drin im Konsum mit 40 g im Monat. Sie haben es nicht für gut befunden und mir immer wieder davon abgeraten es zu konsumieren und mich auf die Vergangenheit mit dem Verlust der Fahrerlaubnis und den vielen Konflikten mit dem Staat hingewiesen. Diese ganzen Warnungen habe ich immer wieder ausgeblendet, da ich ja ein Rezept vom Arzt dafür hatte und mich immer auf der sicheren Seite gewogen habe, was natürlich jetzt im Nachhinein ein Trugschluss war und ist.
Die „Freunde“ zu denen ich damals unregelmäßigen Kontakt hatte, haben nichts zu dem Konsum gesagt da sie ja selber konsumiert hatten.
23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Als ich dann Mitte 2022 mein gesamtes erspartes + 5 Kredite beim Trading verloren hatte. Der Konsum ging von Monat zu Monat schleichend immer höher, die verschriebene Menge vom Arzt reichte schon lange nicht mehr aus um dieselbe Wirkung wie am Anfang zu erzielen und war zur damaligen Zeit auch recht teuer. Immer wieder wurde auch Cannabis von der Straße dazu gekauft. Bis ich dann 2024 bei wieder fast 100g im Monat war.
24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)
Erst als ich dann im Juli 2024 wieder meinen Führerschein verloren habe und bereits mein ganzes Geld und wieder mal realisiert habe was ich die letzten 4 Jahre meines Lebens eigentlich gemacht habe, hatte ich mich an meine VP gewendet. Den Konsum hatte ich sofort in der selben Nacht eingestellt.
25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
nein
26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?
Konsumpause :
22.4.2015 – 11/2020
Konsumspitzen:
Mitte 2022 – 07/2024
Warum: siehe Frage 23
27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Nach der ersten MPU hatte ich Strategien um ohne Drogen zu leben. Diese haben auch mehrere Jahre für mich funktioniert, was ich rückblickend an der fast 5 jährigen Abstinenz sehen kann. Jetzt rückblickend muss ich allerdings zugeben das diese damaligen Strategien eher auf Vermeidung als auf echte innere Veränderung ausgelegt waren.
Ich hatte in der damaligen Zeit (1 MPU) gelernt Drogen nicht mehr zu konsumieren aber ich hatte nicht ausreichend gelernt dauerhaft mit Belastungen umzugehen wenn sich mein Leben drastisch verändert. Ab 2020 kamen dann neue Stressfaktoren hinzu:
- viel Zeit alleine auf Montage
- zunehmende Einsamkeit und Zukunftsängste
- beruflicher Druck
- Stottern (dauerhaft psychischer Druck und Stress)
Für diese neuen Situationen waren meine damaligen Strategien nicht mehr ausreichend.
Ein großer Fehler war das ich mir damals zu viel Selbstkontrolle zugetraut habe. Ich dachte ich hätte meine Probleme im Griff weil ich jahrelang abstinent von den Drogen war. Dadurch habe ich die Warnsignale unterschätzt und mir keine Hilfe geholt als es notwendig gewesen wäre
Dazu kam das ich das medizinal Cannabis als sichere Ausnamhme betrachtet habe. Ich habe mir eingeredet das ich damit kontrolliert und verantwortungsvoll umgehen kann. Genau das hat dazu geführt das ich alte Konsummuster wieder aktiviert habe ohne es zunächst als Rückfall zu erkennen.
Meine alten Stategien waren stark auf äußere Kontrolle ausgelegt (Abstand zu den konsumierenden Personen und feste Regeln) aber nicht ausreichend auf innere Stabilität. Ich habe zu wenig über Gefühle und Probleme gesprochen und Probleme zu lange in mich hinein gefressen und mich wieder daran gewöhnt diese durch das Kiffen zu dämpfen und auszuhalten/-schalten.
Heute sehe ich das nicht das fehlen von Strategien das Problem war sondern das sie von mir nicht weiterentwickelt wurden. Genau daran habe ich jetzt gearbeitet. Ich habe reflektiert und gelernt frühzeitig Belastungen und Stress ernst zu nehmen, mir Hilfe zu holen und Abschalten nicht mehr über Drogen zu lösen sondern aktiv über Gespräche, neue Strukturen wie jeden 2 Tag ins Fitnessstudio, sehr viel Fahrrad fahren und professionelle Unterstützung durch meine VP.
Deswegen bin ich heute überzeugt das meine aktuellen Strategien besser sind als die alten. Für mich kommt nur ein dauerhaft abstinentes Leben in Frage.
28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Ja die Wahrscheinlichkeit dafür war sehr hoch. Ich habe den Konsum genutzt um Probleme und Sorgen zu verdrängen. Dieser Prozess ist schleichend entstanden und wurde sehr lange von mir unterschätzt. Ich dachte das ich nach fast 5 Jahren Abstinenz meine Drogenproblematik überwunden hatte. Dies führte dann dazu das ich die Rückfallgefahr nicht ernst genug genommen hatte.
29. Waren sie drogenabhängig?
Ich würde meinen früheren Konsum nicht als Drogenabhängigkeit bezeichnen sondern als fortgeschrittene Drogenproblematik mit Missbrauch.
Ich habe Drogen gezielt eingesetzt um mit inneren Belastungen umzugehen. Cannabis und zeitweise auch Kokain hatten für mich klare Funktionen:
- Stress abbauen
- abschalten
- innere Unruhe dämpfen
- psychischer Druck durch mein Stottern und meine Einsamkeit reduzieren
Die Drogen habe ich missbräuchlich genutzt um die oben genannten Dinge zu regulieren.
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Wieso passiert das nicht wieder?
30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Ja das hätte ich wenn ich die Warnsignale erst genommen und früher darauf reagiert hätte. Von Mitte 2015 bis Ende 2020 hatte ich über mehrere Jahre eine stabile Abstinenz. Mein Fehler war dann das ich dieses lange Abstinenz als dauerhafte Sicherheit interpretiert hatte. Ich habe es unterschätzt das sich Lebensumstände ändern und damit auch mein persönliches Rückfallrisiko.
Spätestens als ich Ende 2020 wieder begonnen habe Cannabis zu konsumieren hätte ich erkennen müssen das ich mich erneut in eine gefährliche Richtung bewege. Ich habe den Konsum wieder verharmlost und die Warnzeichen wie regelmäßigen und immer steigen deren Konsum verdrängt und nicht wahrhaben wollen. An diesem Punkt hätte ich abbrechen sollen und mir professionelle Hilfe holen müssen.
Ein weiterer Punkt ist, dass ich meine früheren Strategien nicht weiterentwickelt habe. Sie haben in einer bestimmten Lebensphase funktioniert, aber nicht mehr, als neue Belastungen wie Einsamkeit, beruflicher Stress und psychischer Druck hinzugekommen sind. Statt diese Überforderung offen anzusprechen, habe ich wieder zu Substanzen gegriffen.
Übergroße Zeilenabstände entfernt, und tw. fehlende Abstände zwischen den einzelnen Wörtern eingefügt
*Nancy*