Vielleicht auch sogar „nachfühlen“….?
Wie soll ich das am besten schreiben? Ich war 16 Jahre lang der Mittelpunkt, ich habe mich gefühlt wie der König. Ich habe die alleinige Aufmerksamkeit und Zuneigung erhalten, weil ich nichts teilen musste und meine Eltern für mich alleine hatte! Ich habe es als Selbstverständlichkeit angesehen, dass sich alles um mich drehte!
( Und mir fällt auf, dass ich dieses Adjektiv auch in #72 gebraucht habe.
Siehst du da eine Parallele ? )
Ja, irgendwie schon. Ich verhalte mich immer noch wie der König von damals.
Du warst also Einzelkind ?
Ja 16 Jahre lang war ich er Mittelpunkt zu Hause.
Haben deine Eltern beide gearbeitet ?
Ja, mein Vater war Betriebsleiter von einem großen Konzern.
Und meine Mutter war dort auch tätig, später als Sie schwanger wurde, aber nicht mehr.
Hatten beide Eltern „genug“ Zeit für dich ?
Mein Vater war oft spät von der Arbeit zurück. (eher weniger)
Meine Mutter holte mich aus dem Kindergarten ab und wir verbrachten den Tag zusammen. (hat sich viel Zeit genommen)
Heute weiß ich, dass mein Vater sehr streng war. Alles musste perfekt sein: Pünktlichkeit, Schule, Noten, selbst meine Mutter. Er war lieb. ER wurde nie gewalttätig, aber er war streng, wenn ich eine schlechte Note hatte. Er sagte, ich würde im Leben nichts erreichen, wenn ich solche Noten liefere. Bei einer 4 ging es los. Ich habe weniger Taschengeld bekommen oder musste etwas von meinen Ersparnissen abgeben. Bei einer 5 was nicht oft vorkam habe ich Stummerrest erhalten Ich habe viel gelernt und geübt. Außerdem habe ich mit einer Nanny zusammengearbeitet, die mir dabei geholfen hat. Ich musste auch Tests machen.
Er war der König zu Hause und ich sein Nachfolger. Ich habe ihn bewundert, weil er so eine starke Persönlichkeit hatte. Er war mein Vorbild, weil er alles hatte: Job, Frau, Kind, Geld, und wurde von er Familie Respektiert. (OH GOTT es hört sich an als Schreibe ich über mich).
Wie war deine Mutter so ?
Meine Mutter war nicht so streng! Wenn ich Stummerrest hatte, durfte ich dennoch manchmal raus, spielen, musste aber zu Hause sein, bevor mein Vater wieder zu Hause war und die Hausaufgaben aus der Schule mussten erledigt sein. Sie hat auch viel mit mir gemacht: Zoobesuche, Schwimmen gegangen oder war auch viel dabei, wenn ich zum Sport gegangen bin, Eishockey. Sie war sehr liebevoll und hat mir meine Wünsche aus meinen Augen ablesen können. ich habe mich sehr geliebt Gefühlt.
Also wie würdest du deine Kindheit und Jugend bis 16 beschreiben ?
Einfach toll, alles war perfekt, ich hatte alles, was sich ein Kind nur wünschen kann, trotz der Strenge meines Vaters!
Gab es bis zu diesem Alter Auffälligkeiten ?
nicht Wirklich (Oha jetzt wird es aber komisch).
Wie war dein Arbeits- / Sozialverhalten in der Schule ?
Ich war gut in der Schule, ich wurde von vielen Mitschülern gemocht, sowie auch von den Lehrern. Also ich war kein Außenseiter oder Einzelgänger, ich war immer in einer Gruppe, die was auf dem Schulhof zu sagen hatten, und kam auch bei den (damals ja Mädchen) immer gut an. (Vielleicht nicht der König vom Schulhof, aber die damaligen kannte ich und durfte auch mit denen abhängen.)
Arbeitstechnisch habe ich durch Leistung viel erreicht in meinem Leben. Ich bin (bzw. war) an dem Punkt, wo ich mich gesehen habe und endlich mein Ziel erreicht habe.
Wenn ich mir das so durchlese, wird mir irgendwie ganz unwohl!