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MPU wegen Alkohol

mit " Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken? " habe ich verstanden Wo und mit wem haben Sie am meisten getrunken?.

Meine Frau trinkt keinen Alkohol, und klar, es kam ab und zu vor, dass wir Besuch zu Hause hatten und ich mit den Gästen Alkohol getrunken habe. Das war jedoch sehr selten, deswegen habe ich gesagt:
Ah, okay, verstehe.

Ich hatte da die Anmerkungen deiner Frau bzgl. deiner Sauferei im Kopf.
Kamen die also eher z.B. nach den Sauftouren vor…?
Es klingt nun für mich so, als hättest du dich zu Hause, z.B. bei Besuch, zurückgehalten…?
Wenn du mit ihr alleine warst, hast du nicht getrunken ?
So nach dem Motto, dass du keine Streitereien vom Zaun brechen wolltest…?
 
Also, lieber @christ, du merkst nun vielleicht, wie ein psychologisches Gespräch „funktioniert“, wie ein GA tickt und wie Aussagen von dir interpretiert werden können….

Ich finde es toll, wie du hier mitarbeitest !
Und dass du nachfragst !

LG :smiley138:
 
Guten Abend zusammen, ich hoffe, dass ihr einen schönen Tag hattet. Wie ich gestern gesagt habe, werde ich zuerst auf die verschiedenen Anmerkungen reagieren und die Kritik sammeln. Wenn es keine weiteren Kritikpunkte mehr gibt, werde ich meinen Fragebogen mit den gewonnenen Inputs neu ausfüllen.
 
Ah, okay, verstehe.

Ich hatte da die Anmerkungen deiner Frau bzgl. deiner Sauferei im Kopf.
Kamen die also eher z.B. nach den Sauftouren vor…?
Es klingt nun für mich so, als hättest du dich zu Hause, z.B. bei Besuch, zurückgehalten…?
Wenn du mit ihr alleine warst, hast du nicht getrunken ?
So nach dem Motto, dass du keine Streitereien vom Zaun brechen wolltest…?
Meine Frau ist von Natur aus ein sehr ruhiger Mensch. Sie hat mich immer auf mein Trinkverhalten angesprochen, wenn ich nüchtern war. Aber es hat nichts gebracht, und trotzdem hat sie weitergemacht. Es war für mich zu diesem Zeitpunkt schwer zu verstehen, oder ich wollte nicht begreifen, dass mein Umgang mit Alkohol problematisch war. Heute schäme ich mich, ihr so viel Unruhe zugefügt zu haben.


Zu Hause konnte ich sowohl mit Besuchern trinken als auch, wenn wir nur zu zweit zu Hause waren.


Die Trinkanlässe mit Besuchern zu Hause waren nicht so oft, aber allein zu Hause (ohne mittrinkende Person) kam es mit der Zeit sehr häufig vor. Deshalb stand in meiner Antwort auch „allein zu Hause“.
 
Also, lieber @christ, du merkst nun vielleicht, wie ein psychologisches Gespräch „funktioniert“, wie ein GA tickt und wie Aussagen von dir interpretiert werden können….

Ich finde es toll, wie du hier mitarbeitest !
Und dass du nachfragst !

LG :smiley138:
Ja, @Karl-Heinz, ich merke, dass aus einer Antwort viele weitere Fragen entstehen können. Deshalb ist es besser, beim Antworten die dazugehörigen Details zu nennen.


In der Vorbereitung wurde jedoch gesagt, dass man die Antworten möglichst kompakt halten sollte, da es bei der Begutachtung nicht viel Zeit gibt.


Ich kann mich nur bedanken, dass es so ein Forum gibt, und vor allem, dass es Menschen wie euch gibt, die ihre Freizeit nutzen, um anderen zu helfen. Vielen Dank für eure Unterstützung.
 
In der Vorbereitung wurde jedoch gesagt, dass man die Antworten möglichst kompakt halten sollte, da es bei der Begutachtung nicht viel Zeit gibt.
Das stimmt, und zugleich fragt er durchaus manchmal etwas genauer nach, wenn es ihm wichtig erscheint.
Wenn Du hier erfolgreich durch bist, dürfte dich keine Vertiefungsfrage des Gutachters mehr aus dem Gleichgewicht bringen.
 
In der Vorbereitung wurde jedoch gesagt, dass man die Antworten möglichst kompakt halten sollte, da es bei der Begutachtung nicht viel Zeit gibt.
So pauschal ist das nicht richtig.
Ich würde es gern ein wenig differenzieren.

Das merkt der GA sofort, wenn du nur kurz gehaltene Antworten gibt, insbesondere bei dem Motiv und den Vermeidungsstrategien, den Dreh- und Angelpunkten des psychologischen Gesprächs.

Merke grundsätzlich, mal so als Faustformel:
Wenn der GA nachhaken muss, schlecht !
Wenn der GA dich unterbricht, gut !

Es ist seine Aufgabe, das Gespräch zu lenken und zu leiten, es ist ja keine „Unterhaltung“…

Vielleicht noch mal so:
Eine gute psychologische Aufarbeitung sind 100%.
Im Gespräch bringst du ca. 25% ein.
( Die meisten Menschen mit einer positiven Prognose sind eher „enttäuscht“, weil sie gerne noch viel mehr erzählt hätten…)

Aber diese 75% in deinem Kopf, in deiner Seele strahlen dir aus jedem Knopfloch.
Der GA merkt also, dass er bei dir noch sehr viel tiefer gehen könnte, muss es aber nicht, sondern kann das Kriterium abhaken und weitergehen.

Bei einigen Fragen empfiehlt sich die Prämisse „kompakt“.
Denke an, „Wie oft haben sie…und sind nicht aufgefallen ?“ oder „Wie oft waren Sie mit…?“
( So kannst du vielleicht auch besser meine kritischen Anmerkungen verstehen..;) )

Auch dieses ständige, es täte mir ja so Leid, es sei verantwortungslos gewesen etc.
Davon geht der GA aus, sofern keine z.B. antisoziale Persönlichkeitsstörung vorliegt.

Wenn jemand also bei relativ, einfachen formalen Sachfragen ewig „herumschwafelt“, könnte ihm eher der Gedanke kommen, dass der Kunde vom Wesentlichen ablenken möchte..

Verständlich, lieber @christ ?

Zusammenfassend:
Du bist auf einem wirklich guten Weg, und so langsam ergibt sich ein stimmiges Bild.
Großes Lob an dich, einfach ist nämlich nicht, das wissen wir !
 
Das sind oben Beispiele für die Schwierigkeit der deutschen Sprache bzw. der unterschiedlichen Interpretation.
Was heißt früher? Vor der TF oder vor dem MPU-Termin?
Was heißt alleine getrunken? Es war niemand dabei oder ich war der einzige in der Gruppe der getrunken hat?
@joost sollte christ die Klärung in die Antwort einbeziehen wenn es nicht eindeutig ist?
 
ot:

@bernie
Du hast dich im Dezember letzten Jahres angemeldet aufgrund deiner TF mit 2,3 Umdrehungen in 10/25.
Du hast selbst geschrieben, dass du keinerlei Erfahrung mit der sehr komplexen Thematik MPU hast.
Meinst du nicht, dass es für dich sinnvoller ist, dich um deine Aufarbeitung zu kümmern, also bevor du zum „MPU-Profi“ avancierst…?
Das könnte ja durchaus für User auch missgedeutet werden…
Nach deiner MPU, wenn du Erfahrungen gesammelt hast, wäre es eine wirkliche Bereicherung, wenn du dich hier einbringst.
Es könnte ja auch sein, dass du dich um andere User kümmerst, um dich nur nicht deiner Aufarbeitung zu widmen.
Davor würde ich dich gerne bewahren.
LG :smiley138:

ot Ende
 
So pauschal ist das nicht richtig.
Ich würde es gern ein wenig differenzieren.

Das merkt der GA sofort, wenn du nur kurz gehaltene Antworten gibt, insbesondere bei dem Motiv und den Vermeidungsstrategien, den Dreh- und Angelpunkten des psychologischen Gesprächs.

Merke grundsätzlich, mal so als Faustformel:
Wenn der GA nachhaken muss, schlecht !
Wenn der GA dich unterbricht, gut !

Es ist seine Aufgabe, das Gespräch zu lenken und zu leiten, es ist ja keine „Unterhaltung“…

Vielleicht noch mal so:
Eine gute psychologische Aufarbeitung sind 100%.
Im Gespräch bringst du ca. 25% ein.
( Die meisten Menschen mit einer positiven Prognose sind eher „enttäuscht“, weil sie gerne noch viel mehr erzählt hätten…)

Aber diese 75% in deinem Kopf, in deiner Seele strahlen dir aus jedem Knopfloch.
Der GA merkt also, dass er bei dir noch sehr viel tiefer gehen könnte, muss es aber nicht, sondern kann das Kriterium abhaken und weitergehen.

Bei einigen Fragen empfiehlt sich die Prämisse „kompakt“.
Denke an, „Wie oft haben sie…und sind nicht aufgefallen ?“ oder „Wie oft waren Sie mit…?“
( So kannst du vielleicht auch besser meine kritischen Anmerkungen verstehen..;) )

Auch dieses ständige, es täte mir ja so Leid, es sei verantwortungslos gewesen etc.
Davon geht der GA aus, sofern keine z.B. antisoziale Persönlichkeitsstörung vorliegt.

Wenn jemand also bei relativ, einfachen formalen Sachfragen ewig „herumschwafelt“, könnte ihm eher der Gedanke kommen, dass der Kunde vom Wesentlichen ablenken möchte..

Verständlich, lieber @christ ?

Zusammenfassend:
Du bist auf einem wirklich guten Weg, und so langsam ergibt sich ein stimmiges Bild.
Großes Lob an dich, einfach ist nämlich nicht, das wissen wir !
Vielen Dank, @Karl-Heinz, für deine ausführliche Antwort.
 
Hmm, das ist doch Bestandteil jeder guten Erziehung, dass ich nicht, „du bist doof, dumm, hässlich, fett…“
Insgesamt leider noch völlig unzureichend und psychologisch noch nicht schlüssig.
Bedenke, dass die Antwort auf diese Frage der Dreh- und Angelpunkt im psychologischen Gespräch ist ?
Also fundamental wichtig !


Ist das die Antwort auf die Frage…?
Wenn du den gewünschten Effekt erreicht hattest…?


Achte auf die genaue Fragestellung…
Wie haben Sie darauf reagiert…


Achte auch hier bei allen deinen Antworten auf die genaue Fragestellung.


Sicher…?


Also „Nein“, oder ?
Was steht in der Fragestellung ?


Ist das eine Kategorie…?

Gehört das noch zur Frage…?
Danke, @Karl-Heinz. Ich befasse mich jetzt am Wochenende erneut mit meinem FB und berücksichtige dabei deine Anmerkungen.


Ich melde mich wieder, wenn ich damit fertig bin. Euch ein schönes Wochenende.
 
Guten Abend zusammen,
ich habe mich noch einmal mit meinem FB unter Berücksichtigung Ihrer Hinweise beschäftigt und stelle ihn hier noch einmal für Ihre ehrliche Einschätzung und ggf. Kritik ein. Ich habe mehr Zeit gebraucht als gedacht, da die Formulierungen nicht einfach waren, obwohl alle Antworten in meinem Kopf sind.
Ich habe heute um 17:30 Uhr einen Termin bei der Fsst., um meine Akte einzusehen. Worauf soll ich bitte achten, wenn ich dort bin?

Außerdem habe ich in meiner Akte, die ich von meinem früheren Anwalt geholt habe, bemerkt, dass bei der AAK zwei Werte angegeben wurden, jeweils 0,72 und 0,73 mg/l.

Ich hatte auch bei der Polizei angegeben, dass ich 1 Bier und ein Glas Jack Daniel’s getrunken hatte. Ich möchte wissen, wie problematisch das sein kann.


0. Warum sind Sie heute hier?
Da mein Verhalten früher im Bezug auf Alkohol unverantwortlich war, möchte ich heute zeigen, dass sich meine Einstellung gegenüber Alkohol geändert hat und dadurch auch mein Leben. Gleichzeitig möchte ich die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde ausräumen.




Tathergang


1- Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten. (Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille).
Am 17.03.2023 war ich noch Student und hatte keine Arbeit, daher war ich den ganzen Tag zu Hause. Für diesen Tag war Besuch von meinem Schwager und seiner Frau angekündigt. Sie wohnen in München und waren auf dem Weg nach Hamm. Da wir uns lange nicht gesehen hatten, wollten sie gegen 18:00 Uhr einen Zwischenstopp bei uns machen und etwa zwei Stunden bleiben.
Gegen 16:00 Uhr begann ich in der Küche mit dem Kochen und öffnete dabei eine Flasche Sekt (0,7 l, 11 %), die ich bis etwa 18:30 Uhr austrank. Unsere Besucher kamen kurz vor 18:00 Uhr, und wir verbrachten den Abend gemeinsam bis etwa 20:30 Uhr. Nachdem ich die erste Flasche ausgetrunken hatte, öffnete ich im Verlauf des Abends eine zweite Flasche Sekt, von der ich etwa 1,5 Gläser à ca. 200 ml trank.
Nachdem unsere Besucher gegen 20:30 Uhr weiter nach Hamm gefahren waren, verließ ich ebenfalls das Haus, um einen Freund abzuholen, damit wir gemeinsam zu einem weiteren Freund fahren konnten, bei dem unser geplanter Männerabend stattfinden sollte. Unterwegs kauften wir für das Abend zwei Flaschen Jack Daniel’s (0,7 l, 40 %). Gegen 22:00 Uhr kamen wir dort an, und ich begann gegen 22:30 Uhr erneut zu trinken. Im Laufe des Abends trank ich insgesamt etwa 4,75 Gläser à ca. 300 ml Mischgetränk, bestehend aus jeweils etwa 100 ml reiner Whisky sowie Cola und Eis.
Während unserer Männerabende war es üblich, Karten zu spielen oder über Politik zu diskutieren. An diesem Abend diskutierten wir über die politische Situation in unserem Heimatland, die aktuell sehr angespannt ist. Dabei kam es zu Meinungsverschiedenheiten, die zu einem Streit führten. Ich entschied mich daraufhin gegen 01:00 Uhr, nach Hause zu fahren, und wollte zuvor noch den Freund, den ich abgeholt hatte, nach Hause bringen.
Ich fuhr auf einer geraden Straße mit mehreren grünen Ampeln bis zu einem Kreisverkehr. Dort kam es gegen etwa 01:15 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit Sachschaden. Die andere beteiligte Person verständigte die Polizei. Vor Ort wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt, der einen AAK. von 1,44 ‰ ergab. Anschließend wurde ich zur Polizeiwache gebracht, wo ein Arzt weitere Tests durchführte (u. a. Koordinationstests wie Finger-Nase-Versuch und Gehen auf einer Linie). Die Blutentnahme erfolgte um 02:37 Uhr. Das spätere Ergebnis der Blutuntersuchung ergab eine BAK. von 1,74 ‰

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

- Von ca. 16h bis ca. 20h30 ungefähr 1000ml Sekt mit 11% Alkohol
- Von ca. 22h30 bis ca. 1h Mischgetränk mit ungefähr 475ml reiner Whisky Jack Daniels.

- BAK-Berechnung

AlK [g]: (1000ml * 0,11 * 0,8) + (475ml * 0,4*0,8) = 240g

BAK[‰] =[240g / (102kg *0,7)] -[10,5 * 0,15] = 1,786 ‰

mit Einflussfaktoren komme ich auf 1,74 ‰


3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Ich sollte insgesamt 16km fahren, bin aber nur 4 km gefahren, bis ich in einem Kreisverkehr
den Unfall gebaut habe.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)


Ja ich hatte das Gefühl, dass ich noch fahren könnte, da ich von dem Haus bis zum Auto gelaufen bin,
ohne irgendwelche Beeinträchtigung zu merken. Die Tatsache, dass ich nicht bemerkt habe, dass ich nicht mehr fahren konnte, liegt meiner Meinung nach an der Tatsache, dass mein Körper in diesem Zeitpunkt sehr auf Alkohol trainiert war, da ich sehr häufig und in großen Mengen Alkohol in diesen Zeiten konsumiert hatte.



5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Um ehrlich zu sein, habe ich nicht aktiv versucht, es zu verhindern. Ich bin wie ich immer gemacht hatte einfach ins Auto eingestiegen und losgefahren, ohne an den Konsequenzen zu denken.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.


7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen, ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Ich war von 2018 bis März 2023 Autobesitzer und bin mehrmals unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr gestanden. Wenn meine ganzen Bewegungen betrachten soll, zwischen, die Männerabend, die Trinkanlässe in der Stadtmitte und die ganzen Partys, wo ich teilgenommen habe und danach nach Hause gegangen bin, würde ich sagen, dass ich mindestens 600 Male unter Alkohol an Straßenverkehr teilgenommen habe.

Dieses Verhalten war sehr egoistisch von mir, da ich während diesen ganzen Fahrten unter Alkohol viele Risiko eingegangen bin nicht nur für mich, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber. Diese könnte von Sachschaden sogar bis zu Personenschaden führen und ich schäme mich wirklich für dieses frühere Verhalten und sehe klar, dass ich über die Zeit ein Alkohol Kontrollverlust entwickelt hatte.
 
Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Ich hatte seit meiner Kindheit immer Kontakt mit Alkohol, da mein Vater Alkohol trank und dort, wo ich herkomme, meistens Alkohol gekauft wird, wenn man feiern oder trinken möchte. Ab einem bestimmten Alter war es meine Aufgabe, Alkohol zu kaufen, wenn er gebraucht wurde.

Meinen ersten Alkoholkonsum hatte ich im Jahr 2011, als ich 24 Jahre alt war. Zu dieser Zeit wohnte ich in einem Studentenwohnheim, und wir hatten dort regelmäßig Wohnheimpartys. Als ich im Jahr 2011 an einer solchen Party teilnahm, habe ich dort mein erster Radler getrunken.

Obwohl ich seit meiner Kindheit ständig Kontakt mit Alkohol und Zigaretten hatte, war beides für mich streng verboten. Ich kam am Ende meines 21. Lebensjahres nach Deutschland und lebte zunächst bei meiner Schwester, wo Alkohol ebenfalls streng verboten war, da sie – genau wie ich – die gleiche Erziehung hatte. Mit Anfang 23 zog ich dann allein um. Das war das erste Mal, dass ich selbstständig lebte und mir Dinge erlauben konnte, die zu Hause oder bei meiner Schwester nicht möglich gewesen waren.



9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?


Mein Alkoholkonsum war regelmäßig und hat sich wie folgt über den Jahren entwickelt:

März 2011 – Frühling 2013: hatte ich ein Konsum von bis zu 3 Radler oder 3 Bier wöchentlich von Donnerstag bis Samstag überwiegen bei Studentenparty oder Disco außer in den Klausur Phasen.

Sommer 2013 – Sommer 2015: stiegt mein Konsum auf bis zu 6 Bier pro Woche ebenfalls von Donnerstag bis Samstag bei Studentenpartys oder Studentenpartys außer in den Klausurphasen.

Herbst 2015 – Sommer 2016:
nach dem ich mein Bachelor abgeschlossen hatte, zog ich nach Aachen für ein Masterstudium et hatte dort keine Bekannte und machte deswegen dort keine Party deswegen sankt mein Alkohol Konsum für diese gesamte Zeitraum auf ca. 20 Bier und diese entspricht die entspricht die Bier, die ich getrunken habe, als ich in Koblenz war für den Besuch während dieses Zeitraums.

Herbst 2016 – Herbst 2018: Nach meiner Rücker in meiner Empfangsstadt in Deutschland, stiegt wieder mein Konsum auf etwa 1 Flasche Sekt (0,7 l, 11 %) und 6 Bier pro Woche. Sekt hatte während der Woche allein beim Essen getrunken und Bier am Wochenende mit Freunden.

Dez 2018 – Mai 2019: Steigerung meines Konsums auf bis zu 9 Bier oder etwa 0,4 l Whisky pro Woche, zusätzlich ca. 2 Flaschen Sekt pro Woche. Indem Sekt in der Woche beim Essen getrunken wurde und Bier oder Whisky am Wochenende.

14.05.2019 – 03.09.2019: Kein Alkoholkonsum wegen Inhaftierung (Untersuchungshaft).

04.09.2019 – 19.02.2020: Nach der Inhaftierung, Starke Reduzierung des Alkoholkonsums auf bestimmte Gelegenheiten (neue persönliche Vorsätze, u. a. Alkoholreduktion). Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche oder 0,2 Flasche Whisky pro Woche, z. B. beim Fußballschauen, Restaurantbesuch, Treffen mit Freunden, Weihnachten oder Neujahr.

20.02.2020 – 31.10.2020: Sehr starker erhöhter Mischkonsum mit bis zu 4 Flaschen Sekt und 2 Flaschen Whisky pro Woche. Dieser Zeitraum war geprägt durch viele schlechte Ereignisse in meinem Leben: ich habe am 20 Februar 2020 meine Letzte Prüfung in einem Masterstudium endgültig nicht bestanden, und danach kam die Corona Pandemie mit dem Lockdown, außerdem als Ausländer mit einem laufenden Strafverfahren, hatte ich auch Probleme mit meinem Aufenthalt Erlaubnis. In dieser Zeit hatte ich meiner Meinung nach keine Zukunftsaussichten und habe ich mich mit Alkohol getröstet.

01.11.2020 – 04.2021: Kein Alkoholkonsum. Am 31.10.2020 hatte ich zu Hause unter Alkohol ein Unfall gehabt und wurde dafür operiert. Nach der OP hatte ich mich entschlossen, künftig sehr wenig Alkohol zu trinken, da der Unfall in Zusammenhang mit Alkoholkonsum stand.

05.2021 – 12.2021: in der Durchsetzung meiner Entscheidung hatte ich in dieser Zeitraum Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche konsumiert.

01.2022 – 18.03.2023: stiegt wieder mein Konsum auf Etwa 2 Flaschen Sekt und 1 Flasche Whisky pro Woche bis zu meiner TF.

06.2023 – 31.12.2023: Nach meiner TF. Habe ich wegen Schock zuerst eine Alkohol Pause gemacht und danach mein Konsum auf Etwa 2 bis 3 Bier pro Monat reduziert.

01.01.2024 – 31.12.2024: In meiner Kultur wird von einem Familienvater erwartet, dass er bei Anlässen wie Geburtstagen oder Taufen anstößt. Deshalb habe ich vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 im Rahmen des kontrollierten Trinkens getrunken, um weiterhin im Einklang mit meiner Kultur zu bleiben, und habe deswegen mein Konsum auf maximal 1 Bier oder 0,2 l Sekt pro Monat reduziert.

Seit 01.01.2025: ich lebe Abstinent und habe vor in der Zukunft abstinent zu leben.



10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit



- März 2011 - Frühling 2013: bis zu 3 x 0,5l Radler oder Biere pro Woche von Donnerstag bis Samstag außer Klausur Phase.

- Sommer 2013 - Sommer 2015: bis zu 6 x 0,5l Biere pro Woche von Donnerstag bis Samstag außer Klausur Phase.

- Herbst 2015 - Sommer 2016: ca. 20 x 0,5l Biere die gesamte Zeit.

- Herbst 2016 - Herbst 2018: Mischkonsum von bis zu 1 x 0,7l Flasche Sekt und 6 x 0,5l Biere pro Woche.

- Dez 2018 - Mai 2019: Mischkonsum von bis zu 2 x 0,7l Flasche Sekt und entweder bis 400 ml Whisky oder 9 x 0,5l Biere pro Woche

- 14.Mai.2019 - 03.Sept.2019: Kein Konsum.

- 04.Sept.2019 -19.Feb.2020: 1 x 0,7l Flasche Sekt pro Woche oder 200ml Whisky pro Woche.

- 20.Fev.2020 - 31.Okt.2020: bis zu 4 x 0,7l Flasche Sekt und bis zu 2 x 0,7l Flasche Whisky pro Woche.

- 01.Nov.2020 - Avril 2021: Kein Alkohol Konsum.

- Mai.2021 - Dez.2021 : bis 1 x 0,7l Flasche Sekt pro Woche.

- 01.Jan.2022-18.März.2023: Bis zu 2 x 0,7l Flasche Sekt und bis zu 1 x 0,7l Flasche Whisky pro Woche.

- Jn.2023 - 31.Dez.2023: 2 bis 3 x 0,5l Biere pro Monat.

- 01.Jn.2024 - 31.Dez.2024: entweder 0,2l Sekt oder 1 x 0,5l Bier pro Monat.

- 01.Jn.2025 -jetzt und immer: Abstinent.



11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

von März 2011 bis Juli 2016 war mein Konsum überwiegend in Wohnheimparty oder Disco mit Freunden oder Wohnheimmitbewohner,

von Herbst 2016 bis 31.Dez.2024 war mein Konsum überwiegen mit Freunden aus meinem Freundeskreis bei unseren Männerabend entweder bei mir oder bei einem anderen zwischen uns sowie in der Stadtmitte, bei privaten Partys, auch viel als allein trinkender Person zu Hause bei Abendessen in der Woche.



12. Warum haben Sie getrunken? (Innere + äußere Motive)


Äußere Motive:


Alkohol war für mich am Anfang ein Mittel, um mit Menschen einfacher in Kontakt zu kommen besonders bei Partys oder in der Disco. Wenn ich Alkohol konsumiert hatte, veränderte sich meine Persönlichkeit: Ich wurde redseliger und hatte keine Schwierigkeiten mehr, mit anderen zu kommunizieren, da es mir ohne Alkohol schwerfiel zu sprechen, ohne mich ständig zu fragen, wie meine Worte rüberkommen.

Als ich nach Deutschland kam und in ein Wohnheim zog, war das das erste Mal für mich, dass ich mir Dinge erlauben konnte, die zuvor für mich verboten, gewesen waren, da Alkohol bis dahin für mich tabu war.

Nach meiner Rückkehr in meine Heimatstadt schloss ich mich in einem Freundeskreis an, in dem Alkohol bei fast allen Gelegenheiten präsent war, wenn wir uns trafen, und es wurde dort auch sehr viel getrunken. Dadurch wurde Alkohol für mich etwas Normales im sozialen Umfeld.


Innere Motive:

Als ich 7 Jahre alt war, hatten mein Vater und meine Mutter in meiner Anwesenheit ein kleines Missverständnis wegen eines Witzes. Ich nahm Partei für meine Mutter und sagte zu meinem Vater: „Wenn es dir hier nicht gefällt, dann geh doch.“ Für mich war diese Aussage ebenfalls als eine Art Witz gemeint, aber ich hatte mich dabei auf die Seite meiner Mutter gestellt. Mein Vater sah das nicht als Witz eines 7-jährigen Jungen und schlug mich so, wie ich in meinem Leben noch nie geschlagen worden war. Dabei sagte er zu mir: „Man soll andere Menschen nicht mit seinen Worten verletzen, wenn man selbst nicht verletzt werden möchte.“ Dieser Satz begleitete mich mein ganzes Leben. Wenn ich später Stellung nehmen oder etwas sagen wollte, stellte ich mir immer viele Fragen, bevor ich einen Satz aussprach. Das führte dazu, dass ich wenig redete und eher zurückhaltend wurde.

Mein Vater sagte außerdem ständig, dass ein richtiger Mann derjenige ist, der sich um jeden Preis um seine Familie kümmert und seiner Frau immer zeigt, dass er alles im Griff hat. Ich sah selbst, wie sehr er sich bemühte, für uns zu sorgen. Trotz aller Schwierigkeiten versuchte er immer, für uns und auch für seine Geschwister zu sorgen. Im Laufe meines Lebens entwickelte ich daher das Bild eines idealen Mannes als jemanden, der für seine Familie sorgt und nie über seine Schwierigkeiten – vor allem nicht mit seiner Frau spricht.

Als ich nach Deutschland kam und allein in ein Umfeld zog, in dem Partys und Alkohol sehr präsent waren und in dem ich viele neue, sehr offene Menschen mit einer anderen Erziehung kennenlernte, fiel es mir anfangs schwer, in dieser neuen Umgebung mitzuhalten, da ich beim Reden nicht spontan war, ich machte oft lange Denkpausen, um die richtigen Worte zu finden. Das führte dazu, dass ich auf einer Wohnheimparty zum ersten Mal Alkohol probierte, Ich stellte fest, dass ich entspannter wurde, freier sprechen konnte und weniger Angst hatte, negativ bewertet zu werden. Diese Erfahrung speicherte ich innerlich als Lösung ab: Alkohol hilft mir.

Als ich 2009 nach Deutschland kam, sah ich es als Chance, meine Eltern und meine Familie stolz zu machen. Ich arbeitete hart, um meine Familie in Afrika zu unterstützen, und stand immer zur Verfügung, wenn meine Hilfe gebraucht wurde. Gleichzeitig versuchte ich, mein Studium voranzubringen, um später eine besser bezahlte Beschäftigung zu bekommen. Es war jedoch nicht immer möglich, auf legalem Weg genug Geld zu verdienen, und das setzte mich unter enormen Druck. Dadurch schloss ich mich in eine kriminelle Masche, was zu einem strafrechtlichen Verfahren und später zu einer Verurteilung führte, wodurch mein Aufenthalt in Deutschland gefährdet wurde.

Im Februar 2020 hatte ich meine letzte Prüfung im Masterstudium und bestand sie im letzten Versuch endgültig nicht. Deshalb wurde ich exmatrikuliert. Hinzu kam die Corona-Zeit mit den Lockdowns, die soziale Kontakte stark einschränkten. Ich hatte viel Zeit, über meine Situation nachzudenken und sie in meinem Kopf zu verarbeiten.

Zu meinen Eltern oder Verwandten Nein zu sagen, wenn sie um Hilfe baten, war für mich in dieser Zeit sehr schwer, da ich Angst hatte, als Versager dazustehen.

All diese Umstände verursachten mir enormen Stress und setzten mich unter Druck, und ich sah zu diesem Zeitpunkt keine guten Perspektiven für meine Zukunft. Da ich die Illusion hatte, dass Alkohol in Stresssituationen hilft, trank ich ohne Maß, um zu versuchen, zu vergessen, was gerade in meinem Leben passierte. Aus diesem Grund erreichte mein Alkoholkonsum im Jahr 2020 seinen Höhepunkt.

Ich konnte mit niemandem über diese Situation sprechen, weil ich mich dafür schämte und vor allem immer zeigen wollte, dass ich die Situation unter Kontrolle hatte. Meine Frau bemerkte, dass ich immer mehr trank, da ich zu dieser Zeit wegen des Lockdowns nicht viel ausgegangen bin und daher ständig zu Hause getrunken habe. Es ist klar, dass sie wusste, was gerade in meinem Leben vor sich ging, und darüber sprechen wollte, weil ich keine Emotionen zeigte. ,und ich lehnte ihr Angebot, darüber zu sprechen, systematisch ab, weil ich ihr zeigen wollte, dass ich alles unter Kontrolle hatte. Stattdessen benutzte ich Alkohol, um mich zu trösten, meine Probleme zu vergessen und meine Gefühle zu regulieren.



13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


- bei wenig Alkohol:

Bei wenig Alkohol konnte ich noch das Geschmack genießen. ich hatte das Gefühl, dass meine Gedanken freier werden. Ich wurde redseliger, war in lockerer Stimmung und initiierte Gespräche mit fremden Leuten, ohne groß nachzudenken. Ich wurde einfach entspannt.

- bei viel Alkohol:

Wenn ich viel Alkohol getrunken hatte, konnte ich nicht mehr wirklich das Geschmack genießen, es kam noch zusätzlich auf die Entspannung die Tatsache, dass ich für einen Moment meine Sorge vergessen und einfach den aktuellen Moment im vollem genießen könnte. Ich wurde zugleich lauter, risikofreudiger. Außerdem wurde mit der Zeit nach Alkohol Genuss vor allem bei großen Mengen die Erholungszeit länger.



13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?

rückblickend erkenne ich heute, dass es zu weiteren Alkoholkonsum gekommen ist, trotzt das Erreichen des gewünschten Effekts, weil ich die Kontrolle über mein Trinkverhalten zunehmend verloren habe, und es fielt mir schwer stopp zu machen.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Von meinem Freundeskreis gab es keinen kritischen Hinweis, da es normal in unserem Freundeskreis war so viel zu trinken. Von meiner Frau gab es schon Kritische Hinweise auf meinem Konsum, da sie kein Alkohol konsumiert. Die Kritik wurde noch intensiver in den Zeiten, wo ich sehr viel getrunken hatte (Jahr 2020). Ich fand immer Ausreden wie: "ich habe alles im Griff“, um die Diskussion mit ihr zu vermeiden und habe dann seine Kritik ignoriert und nicht wahrgenommen, denn ich mein Selbst Bild als richtiger Man schützen wollte.



15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Am Anfang habe ich Alkohol als Trost benutzt, um meine Sorgen und Probleme zu vergessen und meine Gefühle besser zu regulieren. In dem Moment, in dem ich getrunken habe, fühlte ich mich besser und entspannter. Aber sobald ich wieder nüchtern war, waren meine Sorgen wieder da. Das heißt, dass Alkohol keine langfristige Lösung für meine Probleme war.

Durch meinen Alkoholkonsum, besonders nach meiner Rückkehr in meine Heimatstadt, habe ich zwar weiter studiert und meine Pflichten erfüllt, aber ich war nicht 100-prozentig für meine Familie da. Am Freitagabend wollte ich meistens zu meinen Freunden gehen, um zu trinken. Mit meiner Frau habe ich am Wochenende nur selten etwas unternommen. Am nächsten Tag war ich oft müde und hatte keine Energie, um mit meinen Kindern zu spielen. Oft lag ich den ganzen Tag auf dem Sofa und habe mich ausgeruht, um am Abend wieder trinken zu gehen.

Heute weiß ich, dass meine Frau und meine Kinder darunter gelitten haben. Da ich fast immer müde am Wochenende war. Auch finanziell hat mich der Alkohol viel Geld gekostet.

Außerdem habe ich durch mein Trinken und meine Teilnahme alkoholisiert im Straßenverkehr mich selbst und andere Menschen gefährdet. Unter Alkohol Einfluss, Ich habe zwei Unfälle verursacht. Einer davon war zu Hause und führte zu einer Bandscheibenoperation und zu körperlichen Einschränkung. Der zweite war der TF wo in auffällig worden bin und hat mich fast 15.000 Euro gekostet.



16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


Ja, von 2011, als ich angefangen habe zu trinken, bis zu meiner Trunkenheitsfahrt habe ich deutlich mehr Alkohol getrunken als heute. Heute trinke ich keinen Alkohol mehr.

Besonders kurz vor der Trunkenheitsfahrt und am Tag der Trunkenheitsfahrt war mein Konsum höher. Eine weitere Phase, in der ich besonders viel getrunken habe, war der Zeitraum von Februar 2020 bis zum 31.10.2020. In dieser Zeit sind viele negative Ereignisse in meinem Leben passiert, die mich stark belastet haben.



17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja ich habe schon Kontrolle über meine Trinkmenge verloren und Zweimal bis zum großen Filmriss getrunken. Das erste Mal war im Halloween 2013 wo ich Bier und Wodka gemischt hatte und das zweite Mal war am 31 Oktober 2020 der Tag, wo ich mein erster Unfall gehabt hatte, die zu meiner Operation geführt hat. Außerdem habe ich auch inzwischen kleinere Lücke infolge meines Trinkmenge Kontrollverlust gehabt.



18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Nein.



19. In welcher Kategorie eines Alkohols trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein? (mit Begründung)



Ich hatte mich früher nicht in einer Kategorie der trinkenden Menschen eingeordnet hatte, da ich mir kein Gedanke darüber gemacht habe. Mein Konsum war für mich in dieser Zeit Normal, da in meinem Freundeskreis viel getrunken wurde.

Mit meinem heutigen Wissen, wenn ich mich rückblickend in einer Kategorie einstufen muss, wurde ich sagen, dass mein Trinkmuster früher als Alkoholmissbrauch einzustufen war.

da ich zwar für eine lange Zeit fast jeden Tag Alkohol konsumiert habe, um mein Gefühl zu regulieren oder um meine Probleme zu bewältigen aber hatte in diesen Zeiten 2 Unfälle in Folge meines Konsums gehabt, die zur gesundheitlichen und Finanzielle Belastungen geführt haben und dazu kommt noch die Tatsache, dass trotzt Kritische Hinweise meiner Frau ich weitergetrunken habe.

ich erkenne heute, dass ich innerhalb einer relativen kurzen Zeit eine hohe Alkoholtoleranz entwickelt habe und mein Trinkverhalten problematisch wurde.
 


Heute und Zukunft



20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?

(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Nein ich lebe abstinent seit dem 01.01.2025.



21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Das letzte Mal, dass ich Alkohol getrunken habe, war am 31.01.2024 gegen 21 Uhr beim Silvesterabendessen. Dabei habe ich ein Glas Sekt (0,2 l) konsumiert.



22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?


Nein.



23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?



Ich habe mich seit dem 01.01.2025 für die Abstinenz entschieden, weil ich endlich verstanden habe, warum ich Alkohol konsumiert habe und was die inneren und äußeren Motive für meinen Konsum waren. Außerdem habe ich erkannt, dass Alkohol nicht die Lösung für meine Problembewältigung oder meine emotionale Regulation war, sondern dass die Lösung woanders liegt.

Nachdem ich mir die Folgen meines früheren Umgangs mit Alkohol angeschaut habe, habe ich auch verstanden, dass Alkohol nur Nachteile in mein Leben gebracht hat. Vor allem habe ich mich entschieden, meine Ängste, Probleme und meinen Stress zu konfrontieren und langfristige Lösungen dafür zu suchen. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht und ich erlebe täglich, dass ich keinen Alkohol mehr brauche, um entspannt zu sein oder um meine Probleme zu bewältigen.



24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?



Wie bereits erwähnt, habe ich mir früher keine bewussten Gedanken über mein Trinkverhalten gemacht. Alkohol war für mich über viele Jahre ein normaler Bestandteil meines Alltags und meines sozialen Umfelds. Zwar hatte ich zuvor einen Unfall zu Hause, der zu meiner Operation geführt hat, doch in dem Moment habe ich nur einen Teil der Schuld meinem Umgang mit Alkohol gegeben.

Erst nach meiner Auffälligkeit am 18.03.2023 wurde mir klar, welche erheblichen Gefahren insbesondere Trunkenheitsfahrten mit sich bringen. An diesem Abend hätte es auch zu einem schweren Personenschaden kommen können. Ab diesem Zeitpunkt begann ich, mein Trinkverhalten kritisch zu hinterfragen und wollte unbedingt verstehen, was meine Trinkmotive waren.

Zunächst habe ich meinen Konsum stark reduziert und mich für kontrolliertes Trinken entschieden, um weiterhin im Einklang mit meiner Kultur zu sein, in der ein Familienvater bei feierlichen Anlässen wie Kindergeburtstagen oder Taufen anstoßen soll.

Da ich schon mehrmals ohne tiefes Nachdenken versucht hatte, meinen Konsum zu reduzieren, dies jedoch nicht durchgehalten habe, hielt ich es für gefährlich, weiterhin in Kontakt mit Alkohol zu bleiben. Außerdem habe ich verstanden, dass ich in KT Muster Alkohol konsumierte, um zu vermeiden, dass meine Verwandten sich wundern, wenn ich als Familienvater nicht anstoße. Damit handelte ich weiterhin gegen meine eigenen Bedürfnisse: ein Verhalten, das ich aufgeben wollte.

Zwar funktionierte das KT zunächst gut für mich, aber ich wollte die Umsetzung meiner Veränderung dauerhaft in meinem Leben sehen und weiterausüben. Deshalb habe ich mich seit dem 01.01.2025 für ein Leben in Abstinenz entschieden und bin damit zufrieden.

Ich habe diese Entscheidung nach meinen eigenen Bedürfnissen getroffen und erlebe die damit verbundenen Vorteile, wie ein strukturierteres Familienleben, die Einhaltung meines Kraftsporttrainings und dass ich heute ein besserer Familienvater geworden bin.



25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Mein Trunkenheitsfahrt ist mir wie ein Faustschlag ins Gesicht gekommen, und ab da habe ich realisiert, dass mein Umgang mit Alkohol problematisch war. Ich habe mir viele Fragen gestellt, und die Kernfrage war zu wissen, wie es dazu gekommen ist, dass ich so viel trinke.

Ich habe zuerst versucht, allein eine Antwort zu finden, aber ich habe es nicht geschafft. Ich musste meiner Frau endlich recht geben, dass mein Umgang mit Alkohol problematisch war, und habe sie darauf angesprochen, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

Die erste Maßnahme, die ich mir vorgenommen habe, war, meinen Konsum zu reduzieren, da ich kein Wissen über kontrolliertes Trinken hatte. Nachdem ich mich informiert hatte, habe ich ab dem 01.01.2024 kontrolliertes Trinken praktiziert.

Ich habe anschließend eine VP kontaktiert und habe dank ihrer Hilfe verstanden, was meine Trinkmotive waren. Danach habe ich viele Entscheidungen getroffen, die mir geholfen haben, Alkohol ganz aufzugeben.

Ich habe zuerst auf meine äußeren Trinkmotive reagiert, indem ich mich peu à peu von meinem alten Freundeskreis distanziert habe und neue Verhaltensweisen entwickelt habe. Anstatt ab Freitagabend mit meinen alten Freunden herumzuhängen, gestalte ich jetzt mein Wochenende mit meiner Familie. Meine Frau und ich gehen zum Beispiel regelmäßig ins Restaurant oder ins Kino.

Manchmal nutzen wir den Freitagabend auch, um gemeinsam zu kochen. Da ich gern koche, haben wir das zu einer gemeinsamen Aktivität gemacht und probieren verschiedene Rezepte aus. Außerdem machen wir auch gemeinsam Sport im Fitnessstudio, meistens am Samstag.



Für meine Kinder stehe ich jetzt zu hundert Prozent zur Verfügung, und wir unternehmen auch viel zusammen. Wir gehen zum Beispiel fast jeden Samstag auf den Spielplatz, wenn das Wetter es ermöglicht. Wir gehen auch ins Schwimmbad, und zu Hause basteln wir viel zusammen, zum Beispiel mit Lego oder machen Puzzle. Basteln ist inzwischen eine unserer Lieblingsaktivitäten geworden. All diese Familienaktivitäten waren vor meiner Trunkenheitsfahrt sehr selten.

Außerdem habe ich mich auch entschieden, meine Herausforderungen anders zu bewältigen. Ich habe verstanden, dass ich nicht alles allein lösen kann. Wenn ich heute vor einer schwierigen Situation stehe, die mir Stress macht, rede ich mit meiner Frau darüber, und gemeinsam finden wir eine Lösung.

Das letzte Mal, dass ich vor einer sehr schwierigen Situation stand, war im September 2024. Damals hat mir die Ausländerbehörde mitgeteilt, dass mein Status in Deutschland aufgrund meiner Verurteilung von einer Aufenthaltserlaubnis zu einer Duldung geändert werden sollte. Das war sehr schwer für mich, und nur mit der Hilfe meiner Frau habe ich diese Situation überstanden. Dadurch habe ich auch verstanden, dass im Leben nicht immer alles nach Plan läuft.

Ich habe auch gelernt, Stellung zu nehmen und meine Meinung zu sagen, ohne mir zu viele Fragen zu stellen, wenn ich etwas für richtig halte.

Beim Umsetzen meiner neuen Einstellungen habe ich auch verstanden, dass mein früheres Bild von einem „richtigen Mann“ ein Irrtum war. Jeder Mensch hat Schwächen, und man sollte sich nicht schämen, darüber mit vertrauten Personen zu sprechen. Außerdem habe ich verstanden, dass man nicht alle Probleme der Familie allein lösen kann. Ich habe gelernt, auch einmal „Nein“ zu sagen, ohne dabei Druck zu fühlen.

Die Umstellungsphase war am Anfang nicht einfach, weil ich über einen langen Zeitraum einen festen Freundeskreis und feste Gewohnheiten hatte.

Die Trennung von meinem Freundeskreis war nicht plötzlich. Ich habe dafür ein paar Monate gebraucht. Ich habe ihnen sogar empfohlen, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren oder abstinent zu leben. Sie wollten aber nicht verstehen, warum ich abstinent leben wollte, und haben mich immer wieder zum Trinken eingeladen. Deshalb habe ich schließlich entschieden, dass eine Distanz für mich notwendig ist.

Auch alte Gewohnheiten, wie beim Essen oder beim Fernsehen ein Glas Sekt zu trinken, waren am Anfang nicht einfach zu ändern. Aber da ich mich für ein abstinentes Leben entschieden habe, habe ich das mit der Hilfe meiner Frau geschafft. Heute bin ich sehr zufrieden mit mir und mit meiner neuen Lebensweise.









26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?



Da ich heute kein Alkohol mehr trinke, habe ich in manchen Aspekten meines Lebens viele Vorteile erlebt. Meine geplanten Sporteinheiten nehme ich jetzt wahr und fühle mich dadurch wohler und fitter, und die Abstinenz führt auch dazu, dass meine Gesundheit nicht in Gefahr steht, da mein früheres Trinkverhalten zu vielen Krankheiten wie Leberzirrhose führen könnte.

Die Tatsache, dass ich jetzt viel mit meiner Frau und meinen Kindern unternehme, führt dazu, dass meine Familie glücklicher ist. Da ich jetzt meine Meinung sagen oder Stellung nehmen kann, ohne ständig nachzudenken, wie es ankommen wird, fühle ich mich jetzt entlastet und echt. Und gleichzeitig, da ich weiß, dass ich ohne Vorurteile moralische und emotionale Unterstützung bekommen werde, wenn ich sie brauche, macht mich das freier, und ich weiß heute, dass jedes Problem eine Lösung hat, vor allem wenn man Hilfe in Anspruch nimmt.

Meine Frau hat mir gesagt, dass die Tatsache, dass wir jetzt viel gemeinsam unternehmen und über alles reden, uns näher zusammenbringt als früher. Diese ehrliche Aussage von ihr hat nur bestätigt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Bei meinen alten Freunden kam meine Entscheidung nicht gut an. Sie haben meine Entscheidung nicht gut angenommen und sagten, dass ich langweilig geworden bin. Deswegen habe ich mich von ihnen getrennt.

Meine Familie in Afrika merkt, dass ich nicht wie früher immer auf ihre Hilfe eine positive Antwort gebe, da ich meine Hilfe jetzt nur gebe, wenn meine finanziellen Mittel es mir erlauben.

Ich bin zufrieden mit dem Ganzen, was in meinem Leben passiert, seitdem ich mich mit meinem Trinkverhalten beschäftigt habe, und bin fest davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist.



27 Wie stellen Sie sicher, dass ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Seitdem ich die Motive erkannt habe, die mein Verhalten verschlechtert hatten, habe ich einen Schutzmechanismus entwickelt und ein paar Verhaltensweisen in meinen Alltag integriert, die mir helfen, mein neues Verhalten stabil zu halten.

Zuerst habe ich mich von meinem alten Freundeskreis getrennt, da dort eine große Gefahr bestand, weiterhin mit Alkohol in Kontakt zu bleiben. Stattdessen habe ich einen neuen Freund, der keinen Alkohol trinkt und mit dem ich unter der Woche Sport mache.

Dann habe ich meine Freizeit mit gemeinsamen Aktivitäten mit meiner Familie gestaltet. Dadurch erlebe ich immer wieder, wie mein neues Verhalten meine Familie glücklich macht und mich antreibt, weiterzumachen.

Ich verpasse jetzt auch keine Gelegenheit mehr, meine Meinung zu sagen, Stellung zu nehmen oder in Gespräche mit fremden Leuten zu kommen, ohne Angst zu haben oder lange darüber nachzudenken, solange ich es für richtig halte, was ich sagen möchte. Das erlebe ich jedes Mal als Erfolg.

Außerdem gehe ich jetzt mit meinen Problemen und Stress anders um, indem ich meine Frau und meinen kleinen Bruder zu vertrauten Personen gemacht habe. Ich schäme mich nicht mehr, über alles mit meiner Frau zu reden. Mein kleiner Bruder hilft uns auch manchmal, wenn wir eine dritte Meinung brauchen.

Gleichzeitig habe ich auch verstanden, dass das alte Bild vom „richtigen Mann“ falsch war. Deshalb gebe ich meine Hilfe nur noch, wenn es mir möglich ist, da ich niemandem etwas schuldig bin und niemandem etwas beweisen muss.

In Kombination mit diesen verschiedenen Maßnahmen achte ich ständig auf körperliche, seelische und geistige Warnsignale und handle so schnell wie möglich, wenn eines dieser Signale vorkommt.

Ich möchte anhand eines Beispiels erklären, wie ich die verschiedenen Warnsignale wahrnehme.


Wenn mein Vater mich anruft und mich nach Geld fragt, das ich nicht geben kann, achte ich auf folgende Warnzeichen:



Körperliche Warnzeichen:
Ich sage „Ja“, obwohl ich weiß, dass ich das nicht kann. Das heißt, ich fange an zu lügen.

Seelische-Warnzeichen (Gefühl):
Ich möchte „Nein“ sagen, aber ich bekomme ein Druckgefühl im Bauch oder mein Bauch fühlt sich komisch an, weil ich überlege, wie ich meine Antwort schöner machen kann. Eigentlich sollte ich einfach ehrlich „Nein“ sagen können.

Geistig-Warnzeichen (Gedanken):
Ich denke zu viel darüber nach, wie ich „Nein“ sagen soll, obwohl es eigentlich klar und einfach wäre, weil ich das Geld nicht habe. Ich mache mir unnötig viele Gedanken.

Ich muss auch erkennen, dass die Tatsache, dass ich mit meinem Studium fertig bin, eine gute Arbeitsstelle habe und meine Bewährung beendet ist, dazu beiträgt, dass ich mich entlastet und ausgeglichen fühle und dadurch mein neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt.





28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Ein Rückfall ist theoretisch möglich, da Alkohol für eine lange Zeit in meinem Leben präsent war und ich dadurch eine große Toleranz entwickelt habe.

Aber dank meiner nachhaltigen Lebensumstellung und der täglichen Anwendung meiner Schutzmaßnahmen ist das Risiko eines Rückfalls eher gering.

Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Bestandteil meiner Schutzmaßnahmen selbst zum Problem wird, wie zum Beispiel ein Problem mit meiner Frau oder meinem Bruder, oder auch Probleme mit meinem Aufenthaltsstatus oder mit meiner Arbeit.

Für solche Fälle werde ich mir schnell professionelle Hilfe suchen. Zum Beispiel hat mir meine VP gesagt, dass ich sie jederzeit kontaktieren darf, wenn es nötig ist. Außerdem habe ich mir die Notfallnummer der Telefonseelsorge herausgesucht und gespeichert, für den Fall, dass meine VP nicht erreichbar ist.

Genauso wie ich mein Leben lang Respekt vor harten Drogen gehabt habe, habe ich auch einen solchen Respekt vor Alkohol.



29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Da ich mich für eine lebenslange Abstinenz entschieden habe, besteht für mich keine Gefahr mehr, Trinken und Fahren nicht trennen zu können. Das Problem hat sich durch meinen alkoholfreien Lebensstil von selbst gelöst.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Nein
 
Lieber @christ, das ist schon um Einiges besser :smiley138:

ich habe mich noch einmal mit meinem FB unter Berücksichtigung Ihrer Hinweise
Wir bleiben aber beim „du“, okay ;) ?

Ich habe mehr Zeit gebraucht als gedacht, da die Formulierungen nicht einfach waren, obwohl alle Antworten in meinem Kopf sind.
Jupp, das glaube ich dir.
Das ist auch sicher eine Schwierigkeit, Dinge im Kopf, auf der Gefühlsebene auf den Punkt zu bringen.
Aber bei „Ruhe“ und „Zeit“ bekommst du in jedem Falle ein besseres „Ergebnis“, was ja auch hier zu merken ist.

Ich habe heute um 17:30 Uhr einen Termin bei der Fsst., um meine Akte einzusehen. Worauf soll ich bitte achten, wenn ich dort bin?
Im Prinzip auf gar nichts.
„Guten Tag“, Akte vollständig fotografieren, „Danke“ und „Auf Wiedersehen“.

Lasse dich nicht auf irgendwelche Gespräche ein, außer Wetter, Haustiere, Lage der internationalen Politik, Wahl in BaWü oder sonst irgendetwas Unverfängliches, was nicht deine Person, deine MPU o.Ä. anbelangt.

Außerdem habe ich in meiner Akte, die ich von meinem früheren Anwalt geholt habe, bemerkt, dass bei der AAK zwei Werte angegeben wurden, jeweils 0,72 und 0,73 mg/l.
Egal.
Es zählt die BAK, weil AAK nicht gerichtsfest.

Ich hatte auch bei der Polizei angegeben, dass ich 1 Bier und ein Glas Jack Daniel’s getrunken hatte. Ich möchte wissen, wie problematisch das sein kann.
Auch egal.
Meistens hören die Dunkelblauen immer, „2-3 Halbe“ ;)

0. Warum sind Sie heute hier?
Da mein Verhalten früher im Bezug auf Alkohol unverantwortlich war,
möchte ich heute zeigen, dass sich meine Einstellung gegenüber Alkohol geändert hat und dadurch auch mein Leben. Gleichzeitig möchte ich die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde ausräumen.
Das kannst du weglassen ( s. Anmerkung zu „Akte auf`s Haupt kippen ).
Der Rest ist gut !

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

- Von ca. 16h bis ca. 20h30 ungefähr 1000ml Sekt mit 11% Alkohol
- Von ca. 22h30 bis ca. 1h Mischgetränk mit ungefähr 475ml reiner Whisky Jack Daniels.

- BAK-Berechnung

AlK [g]: (1000ml * 0,11 * 0,8) + (475ml * 0,4*0,8) = 240g

BAK[‰] =[240g / (102kg *0,7)] -[10,5 * 0,15] = 1,786 ‰

mit Einflussfaktoren komme ich auf 1,74 ‰
Nachgerechnet habe ich es jetzt nicht, erscheint mir aber plausibel.

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Ich sollte insgesamt 16km fahren, bin aber nur 4 km gefahren, bis ich in einem Kreisverkehr
den Unfall gebaut habe.
Ist da z.B. die erste Fahrt zu deinem Freund und zur Location mit einberechnet ?
Du bist ja schon unter Alkoholeinfluss zu Hause losgefahren.

4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)


Ja ich hatte das Gefühl, dass ich noch fahren könnte, da ich von dem Haus bis zum Auto gelaufen bin,
ohne irgendwelche Beeinträchtigung zu merken. Die Tatsache, dass ich nicht bemerkt habe, dass ich nicht mehr fahren konnte, liegt meiner Meinung nach an der Tatsache, dass mein Körper in diesem Zeitpunkt sehr auf Alkohol trainiert war, da ich sehr häufig und in großen Mengen Alkohol in diesen Zeiten konsumiert hatte.
Gut, vielleicht noch, „dass ich mir eine hohe Giftfestigkeit angeeignet habe..“.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Um ehrlich zu sein, habe ich nicht aktiv versucht, es zu verhindern. Ich bin wie ich immer gemacht hatte einfach ins Auto eingestiegen und losgefahren, ohne an den Konsequenzen zu denken.
Gut.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.
Gut.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen, ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Ich war von 2018 bis März 2023 Autobesitzer und bin mehrmals unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr gestanden. Wenn meine ganzen Bewegungen betrachten soll, zwischen, die Männerabend, die Trinkanlässe in der Stadtmitte und die ganzen Partys, wo ich teilgenommen habe und danach nach Hause gegangen bin, würde ich sagen, dass ich mindestens 600 Male unter Alkohol an Straßenverkehr teilgenommen habe.
Prima, dass du die Gesamtzahl nennst ;)
Du hattest ja am Tag der TF mindestens 4 TFen.
Prüfe das doch bitte noch einmal, ob das öfter vorgefallen ist, also Fahrten unter Einfluss von Alkohol von zu Hause, zu einem Freund, zu einer Location, Freund wieder nach Hause bringen etc.
Grundsätzlich gilt: Je mehr, desto besser !
Dieses Verhalten war sehr egoistisch von mir, da ich während diesen ganzen Fahrten unter Alkohol viele Risiko eingegangen bin nicht nur für mich, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber. Diese könnte von Sachschaden sogar bis zu Personenschaden führen und ich schäme mich wirklich für dieses frühere Verhalten und sehe klar, dass ich über die Zeit ein Alkohol Kontrollverlust entwickelt hatte.
Weglassen, s.o.
 
Kurz mein erster Eindruck: A1.
Bei Dir ist der langjährige Missbrauch mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Sucht geworden. 15 Monate Nachweis plus die vllt schmerzhafte, aber wichtige Erkenntnis, dass Du nie wieder Alkohol zuverlässig kontrollieren kannst.
Und vermutlich gab es noch viel mehr Kontrollverluste, immerhin hast Du mehrmals Deinen Konsum zu reduzieren versucht und bist immer wieder hochgeschossen mit den Mengen.

Es würde den Gutachter beruhigen, wenn er spüren könnte, wie ernst Du das Thema nimmst. Dazu gehört, dass Du jetzt bereits Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen hast und berichten kannst, worüber ihr euch da unterhalten habt - und wie es Dir damit ging.
 
Zuletzt bearbeitet:
8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)

Ich hatte seit meiner Kindheit immer Kontakt mit Alkohol, da mein Vater Alkohol trank und dort, wo ich herkomme, meistens Alkohol gekauft wird, wenn man feiern oder trinken möchte. Ab einem bestimmten Alter war es meine Aufgabe, Alkohol zu kaufen, wenn er gebraucht wurde.

Meinen ersten Alkoholkonsum hatte ich im Jahr 2011, als ich 24 Jahre alt war. Zu dieser Zeit wohnte ich in einem Studentenwohnheim, und wir hatten dort regelmäßig Wohnheimpartys. Als ich im Jahr 2011 an einer solchen Party teilnahm, habe ich dort mein erster Radler getrunken.

Obwohl ich seit meiner Kindheit ständig Kontakt mit Alkohol und Zigaretten hatte, war beides für mich streng verboten. Ich kam am Ende meines 21. Lebensjahres nach Deutschland und lebte zunächst bei meiner Schwester, wo Alkohol ebenfalls streng verboten war, da sie – genau wie ich – die gleiche Erziehung hatte. Mit Anfang 23 zog ich dann allein um. Das war das erste Mal, dass ich selbstständig lebte und mir Dinge erlauben konnte, die zu Hause oder bei meiner Schwester nicht möglich gewesen waren.
Gut, die Erklärung muss hier noch nicht kommen, finde ich aber in deinem Falle aber i.O. :smiley138:

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?


Mein Alkoholkonsum war regelmäßig und hat sich wie folgt über den Jahren entwickelt:

März 2011 – Frühling 2013: hatte ich ein Konsum von bis zu 3 Radler oder 3 Bier wöchentlich von Donnerstag bis Samstag überwiegen bei Studentenparty oder Disco außer in den Klausur Phasen.

Sommer 2013 – Sommer 2015: stiegt mein Konsum auf bis zu 6 Bier pro Woche ebenfalls von Donnerstag bis Samstag bei Studentenpartys oder Studentenpartys außer in den Klausurphasen.

Herbst 2015 – Sommer 2016:
nach dem ich mein Bachelor abgeschlossen hatte, zog ich nach Aachen für ein Masterstudium et hatte dort keine Bekannte und machte deswegen dort keine Party deswegen sankt mein Alkohol Konsum für diese gesamte Zeitraum auf ca. 20 Bier und diese entspricht die entspricht die Bier, die ich getrunken habe, als ich in Koblenz war für den Besuch während dieses Zeitraums.

Herbst 2016 – Herbst 2018: Nach meiner Rücker in meiner Empfangsstadt in Deutschland, stiegt wieder mein Konsum auf etwa 1 Flasche Sekt (0,7 l, 11 %) und 6 Bier pro Woche. Sekt hatte während der Woche allein beim Essen getrunken und Bier am Wochenende mit Freunden.

Dez 2018 – Mai 2019: Steigerung meines Konsums auf bis zu 9 Bier oder etwa 0,4 l Whisky pro Woche, zusätzlich ca. 2 Flaschen Sekt pro Woche. Indem Sekt in der Woche beim Essen getrunken wurde und Bier oder Whisky am Wochenende.

14.05.2019 – 03.09.2019: Kein Alkoholkonsum wegen Inhaftierung (Untersuchungshaft).

04.09.2019 – 19.02.2020: Nach der Inhaftierung, Starke Reduzierung des Alkoholkonsums auf bestimmte Gelegenheiten (neue persönliche Vorsätze, u. a. Alkoholreduktion). Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche oder 0,2 Flasche Whisky pro Woche, z. B. beim Fußballschauen, Restaurantbesuch, Treffen mit Freunden, Weihnachten oder Neujahr.

20.02.2020 – 31.10.2020: Sehr starker erhöhter Mischkonsum mit bis zu 4 Flaschen Sekt und 2 Flaschen Whisky pro Woche. Dieser Zeitraum war geprägt durch viele schlechte Ereignisse in meinem Leben: ich habe am 20 Februar 2020 meine Letzte Prüfung in einem Masterstudium endgültig nicht bestanden, und danach kam die Corona Pandemie mit dem Lockdown, außerdem als Ausländer mit einem laufenden Strafverfahren, hatte ich auch Probleme mit meinem Aufenthalt Erlaubnis. In dieser Zeit hatte ich meiner Meinung nach keine Zukunftsaussichten und habe ich mich mit Alkohol getröstet.

01.11.2020 – 04.2021: Kein Alkoholkonsum. Am 31.10.2020 hatte ich zu Hause unter Alkohol ein Unfall gehabt und wurde dafür operiert. Nach der OP hatte ich mich entschlossen, künftig sehr wenig Alkohol zu trinken, da der Unfall in Zusammenhang mit Alkoholkonsum stand.

05.2021 – 12.2021: in der Durchsetzung meiner Entscheidung hatte ich in dieser Zeitraum Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche konsumiert.

01.2022 – 18.03.2023: stiegt wieder mein Konsum auf Etwa 2 Flaschen Sekt und 1 Flasche Whisky pro Woche bis zu meiner TF.

06.2023 – 31.12.2023: Nach meiner TF. Habe ich wegen Schock zuerst eine Alkohol Pause gemacht und danach mein Konsum auf Etwa 2 bis 3 Bier pro Monat reduziert.

01.01.2024 – 31.12.2024: In meiner Kultur wird von einem Familienvater erwartet, dass er bei Anlässen wie Geburtstagen oder Taufen anstößt. Deshalb habe ich vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 im Rahmen des kontrollierten Trinkens getrunken, um weiterhin im Einklang mit meiner Kultur zu bleiben, und habe deswegen mein Konsum auf maximal 1 Bier oder 0,2 l Sekt pro Monat reduziert.

Seit 01.01.2025: ich lebe Abstinent und habe vor in der Zukunft abstinent zu leben.
Nachgerechnet habe ich nicht, erscheint mir aber plausibel.

10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit




- März 2011 - Frühling 2013: bis zu 3 x 0,5l Radler oder Biere pro Woche von Donnerstag bis Samstag außer Klausur Phase.

- Sommer 2013 - Sommer 2015: bis zu 6 x 0,5l Biere pro Woche von Donnerstag bis Samstag außer Klausur Phase.

- Herbst 2015 - Sommer 2016: ca. 20 x 0,5l Biere die gesamte Zeit.

- Herbst 2016 - Herbst 2018: Mischkonsum von bis zu 1 x 0,7l Flasche Sekt und 6 x 0,5l Biere pro Woche.

- Dez 2018 - Mai 2019: Mischkonsum von bis zu 2 x 0,7l Flasche Sekt und entweder bis 400 ml Whisky oder 9 x 0,5l Biere pro Woche

- 14.Mai.2019 - 03.Sept.2019: Kein Konsum.

- 04.Sept.2019 -19.Feb.2020: 1 x 0,7l Flasche Sekt pro Woche oder 200ml Whisky pro Woche.

- 20.Fev.2020 - 31.Okt.2020: bis zu 4 x 0,7l Flasche Sekt und bis zu 2 x 0,7l Flasche Whisky pro Woche.

- 01.Nov.2020 - Avril 2021: Kein Alkohol Konsum.

- Mai.2021 - Dez.2021 : bis 1 x 0,7l Flasche Sekt pro Woche.

- 01.Jan.2022-18.März.2023: Bis zu 2 x 0,7l Flasche Sekt und bis zu 1 x 0,7l Flasche Whisky pro Woche.

- Jn.2023 - 31.Dez.2023: 2 bis 3 x 0,5l Biere pro Monat.

- 01.Jn.2024 - 31.Dez.2024: entweder 0,2l Sekt oder 1 x 0,5l Bier pro Monat.

- 01.Jn.2025 -jetzt und immer: Abstinent.
s.o.
11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

von März 2011 bis Juli 2016 war mein Konsum überwiegend in Wohnheimparty oder Disco mit Freunden oder Wohnheimmitbewohner,

von Herbst 2016 bis 31.Dez.2024 war mein Konsum überwiegen mit Freunden aus meinem Freundeskreis bei unseren Männerabend entweder bei mir oder bei einem anderen zwischen uns sowie in der Stadtmitte, bei privaten Partys, auch viel als allein trinkender Person zu Hause bei Abendessen in der Woche.
Gut.

12. Warum haben Sie getrunken? (Innere + äußere Motive)


Äußere Motive:

Alkohol war für mich am Anfang ein Mittel, um mit Menschen einfacher in Kontakt zu kommen besonders bei Partys oder in der Disco. Wenn ich Alkohol konsumiert hatte, veränderte sich meine Persönlichkeit: Ich wurde redseliger und hatte keine Schwierigkeiten mehr, mit anderen zu kommunizieren, da es mir ohne Alkohol schwerfiel zu sprechen, ohne mich ständig zu fragen, wie meine Worte rüberkommen.

Als ich nach Deutschland kam und in ein Wohnheim zog, war das das erste Mal für mich, dass ich mir Dinge erlauben konnte, die zuvor für mich verboten, gewesen waren, da Alkohol bis dahin für mich tabu war.

Nach meiner Rückkehr in meine Heimatstadt schloss ich mich in einem Freundeskreis an, in dem Alkohol bei fast allen Gelegenheiten präsent war, wenn wir uns trafen, und es wurde dort auch sehr viel getrunken. Dadurch wurde Alkohol für mich etwas Normales im sozialen Umfeld.


Innere Motive:

Als ich 7 Jahre alt war, hatten mein Vater und meine Mutter in meiner Anwesenheit ein kleines Missverständnis wegen eines Witzes. Ich nahm Partei für meine Mutter und sagte zu meinem Vater: „Wenn es dir hier nicht gefällt, dann geh doch.“ Für mich war diese Aussage ebenfalls als eine Art Witz gemeint, aber ich hatte mich dabei auf die Seite meiner Mutter gestellt. Mein Vater sah das nicht als Witz eines 7-jährigen Jungen und schlug mich so, wie ich in meinem Leben noch nie geschlagen worden war. Dabei sagte er zu mir: „Man soll andere Menschen nicht mit seinen Worten verletzen, wenn man selbst nicht verletzt werden möchte.“ Dieser Satz begleitete mich mein ganzes Leben. Wenn ich später Stellung nehmen oder etwas sagen wollte, stellte ich mir immer viele Fragen, bevor ich einen Satz aussprach. Das führte dazu, dass ich wenig redete und eher zurückhaltend wurde.

Mein Vater sagte außerdem ständig, dass ein richtiger Mann derjenige ist, der sich um jeden Preis um seine Familie kümmert und seiner Frau immer zeigt, dass er alles im Griff hat. Ich sah selbst, wie sehr er sich bemühte, für uns zu sorgen. Trotz aller Schwierigkeiten versuchte er immer, für uns und auch für seine Geschwister zu sorgen. Im Laufe meines Lebens entwickelte ich daher das Bild eines idealen Mannes als jemanden, der für seine Familie sorgt und nie über seine Schwierigkeiten – vor allem nicht mit seiner Frau spricht.

Als ich nach Deutschland kam und allein in ein Umfeld zog, in dem Partys und Alkohol sehr präsent waren und in dem ich viele neue, sehr offene Menschen mit einer anderen Erziehung kennenlernte, fiel es mir anfangs schwer, in dieser neuen Umgebung mitzuhalten, da ich beim Reden nicht spontan war, ich machte oft lange Denkpausen, um die richtigen Worte zu finden. Das führte dazu, dass ich auf einer Wohnheimparty zum ersten Mal Alkohol probierte, Ich stellte fest, dass ich entspannter wurde, freier sprechen konnte und weniger Angst hatte, negativ bewertet zu werden. Diese Erfahrung speicherte ich innerlich als Lösung ab: Alkohol hilft mir.

Als ich 2009 nach Deutschland kam, sah ich es als Chance, meine Eltern und meine Familie stolz zu machen. Ich arbeitete hart, um meine Familie in Afrika zu unterstützen, und stand immer zur Verfügung, wenn meine Hilfe gebraucht wurde. Gleichzeitig versuchte ich, mein Studium voranzubringen, um später eine besser bezahlte Beschäftigung zu bekommen. Es war jedoch nicht immer möglich, auf legalem Weg genug Geld zu verdienen, und das setzte mich unter enormen Druck. Dadurch schloss ich mich in eine kriminelle Masche, was zu einem strafrechtlichen Verfahren und später zu einer Verurteilung führte, wodurch mein Aufenthalt in Deutschland gefährdet wurde.

Im Februar 2020 hatte ich meine letzte Prüfung im Masterstudium und bestand sie im letzten Versuch endgültig nicht. Deshalb wurde ich exmatrikuliert. Hinzu kam die Corona-Zeit mit den Lockdowns, die soziale Kontakte stark einschränkten. Ich hatte viel Zeit, über meine Situation nachzudenken und sie in meinem Kopf zu verarbeiten.

Zu meinen Eltern oder Verwandten Nein zu sagen, wenn sie um Hilfe baten, war für mich in dieser Zeit sehr schwer, da ich Angst hatte, als Versager dazustehen.

All diese Umstände verursachten mir enormen Stress und setzten mich unter Druck, und ich sah zu diesem Zeitpunkt keine guten Perspektiven für meine Zukunft. Da ich die Illusion hatte, dass Alkohol in Stresssituationen hilft, trank ich ohne Maß, um zu versuchen, zu vergessen, was gerade in meinem Leben passierte. Aus diesem Grund erreichte mein Alkoholkonsum im Jahr 2020 seinen Höhepunkt.

Ich konnte mit niemandem über diese Situation sprechen, weil ich mich dafür schämte und vor allem immer zeigen wollte, dass ich die Situation unter Kontrolle hatte. Meine Frau bemerkte, dass ich immer mehr trank, da ich zu dieser Zeit wegen des Lockdowns nicht viel ausgegangen bin und daher ständig zu Hause getrunken habe. Es ist klar, dass sie wusste, was gerade in meinem Leben vor sich ging, und darüber sprechen wollte, weil ich keine Emotionen zeigte. ,und ich lehnte ihr Angebot, darüber zu sprechen, systematisch ab, weil ich ihr zeigen wollte, dass ich alles unter Kontrolle hatte. Stattdessen benutzte ich Alkohol, um mich zu trösten, meine Probleme zu vergessen und meine Gefühle zu regulieren.
Gefällt mir schon sehr gut !

2 Anmerkungen:
1. Ich würde an deiner Stelle deinen kulturellen Hintergrund einbringen.
Meines Wissens hat Kamerun noch, obwohl es Gegenströmungen gibt, noch sehr tief verwurzelte politische, kulturelle, wirtschaftliche und familiäre patriarchalische Strukturen.
Aus meiner Sicht erklärt das dein -nachvollziehbares- Motiv noch um Einiges besser.
Es ist nun einmal so, dass sich destruktive Verhaltensmuster, die z.B. in überhöhtem Konsum psychotroper Substanzen münden können, in der Kindheit ihren Ursprung haben.
Auch dieser äußere Druck, Geld zu schicken, hat meiner Einschätzung nach dort seinen Anfangspunkt.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass du dich immer öfter in einem Zwiespalt beider Kulturen befunden hast, der einen sehr großen Druck erzeugt haben könnte.
Bewege das mal in deinem Herzen und schaue, ob das für dich passen könnte.

2. Was war das für eine Straftat ?
Gibt es ein Urteil / Strafbefehl ?
Könnte das aktenkundig sein ?

13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


- bei wenig Alkohol:

Bei wenig Alkohol konnte ich noch das Geschmack genießen. ich hatte das Gefühl, dass meine Gedanken freier werden. Ich wurde redseliger, war in lockerer Stimmung und initiierte Gespräche mit fremden Leuten, ohne groß nachzudenken. Ich wurde einfach entspannt.

- bei viel Alkohol:

Wenn ich viel Alkohol getrunken hatte, konnte ich nicht mehr wirklich das Geschmack genießen, es kam noch zusätzlich auf die Entspannung die Tatsache, dass ich für einen Moment meine Sorge vergessen und einfach den aktuellen Moment im vollem genießen könnte. Ich wurde zugleich lauter, risikofreudiger. Außerdem wurde mit der Zeit nach Alkohol Genuss vor allem bei großen Mengen die Erholungszeit länger.



13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?

rückblickend erkenne ich heute, dass es zu weiteren Alkoholkonsum gekommen ist, trotzt das Erreichen des gewünschten Effekts, weil ich die Kontrolle über mein Trinkverhalten zunehmend verloren habe, und es fielt mir schwer stopp zu machen.
Gut !

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Von meinem Freundeskreis gab es keinen kritischen Hinweis, da es normal in unserem Freundeskreis war so viel zu trinken. Von meiner Frau gab es schon Kritische Hinweise auf meinem Konsum, da sie kein Alkohol konsumiert. Die Kritik wurde noch intensiver in den Zeiten, wo ich sehr viel getrunken hatte (Jahr 2020). Ich fand immer Ausreden wie: "ich habe alles im Griff“, um die Diskussion mit ihr zu vermeiden und habe dann seine Kritik ignoriert und nicht wahrgenommen, denn ich mein Selbst Bild als richtiger Man schützen wollte.
Ihre, oder ?
Das „Selbstbild als richtiger Mann“ könntest du auch noch sehr gut noch in dein Motiv einbauen, meiner Einschätzung nach.

15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Am Anfang habe ich Alkohol als Trost benutzt, um meine Sorgen und Probleme zu vergessen und meine Gefühle besser zu regulieren. In dem Moment, in dem ich getrunken habe, fühlte ich mich besser und entspannter. Aber sobald ich wieder nüchtern war, waren meine Sorgen wieder da. Das heißt, dass Alkohol keine langfristige Lösung für meine Probleme war.
Als kleinen Verbesserungsvorschlag hätte ich noch „Problemlöser“, „negativer-Gedanken-Unterdrücker“ und „Druckventil“.

Durch meinen Alkoholkonsum, besonders nach meiner Rückkehr in meine Heimatstadt, habe ich zwar weiter studiert und meine Pflichten erfüllt, aber ich war nicht 100-prozentig für meine Familie da. Am Freitagabend wollte ich meistens zu meinen Freunden gehen, um zu trinken. Mit meiner Frau habe ich am Wochenende nur selten etwas unternommen. Am nächsten Tag war ich oft müde und hatte keine Energie, um mit meinen Kindern zu spielen. Oft lag ich den ganzen Tag auf dem Sofa und habe mich ausgeruht, um am Abend wieder trinken zu gehen.

Heute weiß ich, dass meine Frau und meine Kinder darunter gelitten haben. Da ich fast immer müde am Wochenende war. Auch finanziell hat mich der Alkohol viel Geld gekostet.

Außerdem habe ich durch mein Trinken und meine Teilnahme alkoholisiert im Straßenverkehr mich selbst und andere Menschen gefährdet. Unter Alkohol Einfluss, Ich habe zwei Unfälle verursacht. Einer davon war zu Hause und führte zu einer Bandscheibenoperation und zu körperlichen Einschränkung. Der zweite war der TF wo in auffällig worden bin und hat mich fast 15.000 Euro gekostet.
Gut !

16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.


Ja, von 2011, als ich angefangen habe zu trinken, bis zu meiner Trunkenheitsfahrt habe ich deutlich mehr Alkohol getrunken als heute. Heute trinke ich keinen Alkohol mehr.
Hier könntest du auch noch einbringen, dass du die „Befreiung“ aus dem Elternhaus „gefeiert“ hast.
Besonders kurz vor der Trunkenheitsfahrt und am Tag der Trunkenheitsfahrt war mein Konsum höher. Eine weitere Phase, in der ich besonders viel getrunken habe, war der Zeitraum von Februar 2020 bis zum 31.10.2020. In dieser Zeit sind viele negative Ereignisse in meinem Leben passiert, die mich stark belastet haben.
Welche ?

17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja ich habe schon Kontrolle über meine Trinkmenge verloren und Zweimal bis zum großen Filmriss getrunken. Das erste Mal war im Halloween 2013 wo ich Bier und Wodka gemischt hatte und das zweite Mal war am 31 Oktober 2020 der Tag, wo ich mein erster Unfall gehabt hatte, die zu meiner Operation geführt hat. Außerdem habe ich auch inzwischen kleinere Lücke infolge meines Trinkmenge Kontrollverlust gehabt.
Gut.

18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Nein.
Gut !
 
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