1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
in der Schule mit 14 Jahren vielleicht von Cannabis
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
September 2018 mit 15 Jahren Cannabis
3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
September 2018- August/September 2021 Cannabis ca. einmal die Woche - vorerst ging es um soziale Integration, Zugehörigkeit und Anerkennung, später Gewohnheitskonsum.
Aufgehört habe ich nachdem mir bewusst wurde, dass Cannabis meine Unsicherheit extrem verstärkte und das Gegenteil von dem bewirke, weshalb ich ursprünglich angefangen hatte zu konsumieren.
Dezember 2021- Mai 2022 Ecstasy 3 mal insgesamt - Integration in neue "Freundesgruppe", Impulskomsum auf einer Party, danach Konsum im kleinen Kreis da Ecstasy Konsum sehr auffällig ist
September 2022- Mai 2023 Kolain, insgesamt 6 mal
Um den auffälligen Ecstasy Konsum zu umgehen und trotzdem im Rausch zu feiern Kokain konsumiert. Durch mangelnde Risikoeinschätzung weiter Kokain zu bestimmten Gelegenheiten konsumiert, gemeinsam mit Alkohol.
4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Ja, Kokain wurde immer mit Alkohol konsumiert
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Generell moderat, Alkohol nur zu besonderen Anlässen in geringen Mengen. Im Kombination mit Kokain wurde immer Alkohol getrunken, größtenteils Bier, selten hochprozentiger Alkohol
6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
Zigaretten, sonst nichts weiteres
7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Bei Cannabis Konsum habe ich festgestellt, dass der Komsum meine Personlichkeit einschränkt und meine damals eh schon vorhandene Unsicherheit deutlich verstärkt hat. Ich machte mir sehr viele Gedanken, sagte kaum ein Wort während des Rausches und war unzufrieden . Bei Kokain und Ecstasy Konsum war ich am nächsten Tag etwas erschöpft, allerdings nicht so sehr dass ich die negativen Folgen wirklich als solche angesehen hatte.
Haben sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Nein, Cannabis Konsum habe ich eingestellt.
Bei den anderen Drogen keine wirklich negativen Folgen feststellen können, außer am Tag der Auffälligkeit, als ich ohne zu schlafen nach einem Konsumabend arbeiten musste (Minijob)
9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
225ng/ml bonzoylecgonin
10.9ng/ml ecgoninmethylester
4.3ng/ml cocaethylen
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
Ca 0.2-0.25g Kokain(am Tag vor der Auffälligkeit) und Alkohol 2 Bier 0.33 und 2 Vodka Energy Mischgetränke
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Am Vorabend/in der Nacht 0.2-0.25g Kokain
Und Alkohol
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ich hatte erfahren dass ich mein Abitur bestanden hatte
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Mein Rücklicht auf einer Seite war dunkler als das andere, daraufhin wurde ich angehalten mit dem Verdacht, dass es defekt sei. Es war nicht defekt, allerdings wurde im Verlauf des Gespräches der Verdacht geweckt, dass ich unter Einfluss von Substanzen stehe da meine Augen sehr glasig waren.
Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):
14. Was war der Zweck der Fahrt?
Ich wollte von der Arbeit nach Hause fahren
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Ca. einen Kilometer, den bin ich auch gefahren, da ich 20 Meter vor meiner Haustür angehalten wurde.
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
Unter dem Einfluss von Cannabis größtenteils mit dem Fahrrad oder Motorroller, wobei ich darauf achtete nie im Aktiven Rausch im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Unter Einfluss der Droge stand ich natürlich trotzdem noch . ähnlich ist es bei chemischen Drogen, da man 2-4 Tage unter dem Einfluss steht, kam es auch hier häufiger vor dass ich unter drogeneinfluss im Verlehr unterwegs gewesen bin.
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
Nicht richtig. Ich bin zwar im direkten Rauschzustand nicht gefahren, dass ich noch deutlich länger unter Einfluss einer Substanz stehe war mir allerdings nicht so bewusst wie es hätte sein sollen. Nach dem Konsum von Ecstasy habe ich darauf geachtet an den beiden Folgetagen kein Auto zu fahren, am Tag nach dem Kokainkonsum sah ich es unproblematischer, durch den schwächeren und kürzeren Rausch von Kokain
18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)
Weil die Gesetze es verbieten. Und diese Gesetze bestehen, da man unter dem Einfluss von Kokain eine verzögerte Reaktionszeit, falsche Risikowahrnehmung, eine falsche Einschätzung von Geschwindigkeiten und eingeschränktes Sichtfeld hat. Kurz, ich bin nach dem Konsum von Kokain nicht mehr fahrtüchtig.
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
Je nach Droge 3-4 Tage oder länger bei chronischem Konsum
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
Perspektivlosigkeit, schwere gesundheitliche Probleme, Sucht, Verlust des sozialen Umfelds, Verlust des Jobs, möglicherweise Beschaffungskriminalität, kurzum würde ich mir mein gesamtes Leben und die gesamte Zukunft verbauen
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Warum ist es passiert?
21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Ich war Waldorfschüler und hatte in meiner Nachbarschaft nicht wirklich viele Freunde, da die meisten von Ihnen auf der gleichen Schule oder zumindest im gleichen Kindergarten waren. Ich freundete mich mit einem der Jungs durch ein gemeinsames Hobby an und wir verbrachten immer öfter Zeit gemeinsam. Irgendwann kam die Frage ob ich kiffen möchte mit ihm und weiteren Personen aus der Freundesgruppe, das sah ich als perfekte Gelegenheit in die Gruppe integriert zu werde und zu beweisen dass ich "cool" bin... So ging es dann mit Cannabis los . Ecstasy Konsum fand das erste Mal tatsächlich aus ähnlichen Gründen in einem anderen Personenkreis statt. Was sich durch meinen gesamten Verlauf zieht, ist die meine Unsicherheit damals und das starke Bedürfnis zugehörig zu sein. Welches mir so wichtig war, dass ich rücksichtslos chemische Drogen konsumiert habe nur um dazu zu gehören. Ein fehlendes Selbstbewusstsein damals und falsche Vorstellungen von dem was "cool" ist prägten die Zeit damals. Darüber hinaus eine völlig falsche Risikoeinschätzung gegenüber Drogen, speziell auch für Kokain. Der Rausch war weniger intensiv als erwartet und hielt auch vergleichsweise kurz an, daher entwickelte sich dieses falsche Risikobewusstsein, welches auch maßgeblich daran beteiligt war, dass ich mich an dem Folgetag ohne Schlaf ins Auto gesetzt habe.
22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Außer denjenigen mit denen ich konsumierte wusste es niemand
23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
Am Tag vor der Auffälligkeit konsumierte ich obwohl ich wusste, dass ich am nächsten Tag arbeiten musste
24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)
Nein, da ich die Problematik in dem Moment nicht als solche gesehen hatte.
25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nicht das ich wüsste
26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?
Zwischen Ende des Cannabiskonsums und Beginn des Ecstasy Konsums lagen 3 Monate Pause
27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Gar nichts
28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
Definitiv, die Einnahme hoch suchtpotenter Drogen wie Kokain bringt immer eine solche Gefahr mit Sicht. Die Frequenz des Konsums hat sich zwar nicht gesteigert, allerdings ist eine Risikoentwicklung klar erkennbar, da ich am Tag vor der Auffälligkeit Konsumiert habe, obwohl ich genau wusste dass ich am nächsten Tag arbeiten musste und habe die negativen Folgen in Kauf genommen.
29. Waren sie drogenabhängig?
Nein
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Wieso passiert das nicht wieder?
30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
Definitiv, hätte ich nicht so viel Wert auf die Illusion gelegt zu den "coolen" dazu gehören zu müssen und weiter meine eigenen Interessen verfolgt, hätte ich eine Drogenkarriere verhindern können. Leider war ich damals zu unsicher und besaß kein gesundes Selbstbewusstsein, weshalb ich mich durch den Konsum und die Zugehörigkeit zu bestimmten Leuten definiert habe. Zu dieser Zeit war die Illusion leider auch realistisch und fühlte sich richtig an.
31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
Ich habe für mich gemerkt dass ich langfristig nur zufrieden und glücklich leben kann, wenn ich komplett auf Drogen und Alkohol verzichte. Nach meiner Vergangenheit kommt gelegentlicher Konsum nicht in Frage, wo würde ich die Grenze setzen?
32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Nach der Auffälligkeit. Ehrlich gesagt ging es mir damals nur darum meinen Führerschein schnell wieder zu bekommen und ich wusste dass ich dafür Abstinent leben musste, nach meiner ersten MPU begriff ich dann worum es wirklich geht und dass der Sinn der MPU nicht ist, ein paar Fragen auswendig zu lernen, sondern dass ich mich wirklich grundlegend ändern muss. Also suchte ich mir professionelle Hilfe, arbeitete meine Konsumgeschichte auf und änderte meine Einstellung zu Drogen, nachdem ich reflektierte was die letzten Jahre überhaupt so passiert ist.
33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?
Cannabis Konsum komplett eingestellt, Gelegenheitskonsum von Kokain kommt nicht in Frage und auch bei Alkohol habe ich einen klaren Cut gesetzt.
34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
Sehr sehr positiv. Nicht nur der Entfall von negativen Faktoren(Konsum) sondern auch die Zunahme von positiven Faktoren. Ein bewussterer Lebensstil, ich weiß meine Gefühle besser einzuordnen, ich ernähre mich gesünder, treibe viel Sport und habe ernsthafte Perspektiven und Ziele im Leben und im Zuge dieser Auseinandersetzuung mit mir selbst, ein neues gesundes Selbsbewusstsein erlangt. Außerdem habe ich die Beziehung zu meiner Familie verbessert da ich öfter zuhause bin und habe eine feste Freundin
35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Drogenberatung, gute Freunde und Familie und vorallem ich selbst
36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Positiv, viel Unterstützung und Zuspruch von Familie und vorallem von Freunden
37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
Zu den Personen mit denen ich Ecstasy und Kokain konsumiert habe einige Tage nach der Auffälligkeit Kontakt abgebrochen . Aus meinem Unfeld konsumieren noch einige wenige Personen Cannabis und Alkohol, das ist für mich aber kein Problem
38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
Ja gelegentlich
39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Nicht konsumieren
40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein
41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Indem ich keine Drogen mehr nehmen
42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Wenn mein ausgewogener Lebensstil zu kippen droht, ich z.B. zu viel Stress oder zu viel Langeweile habe und merke dass etwas fehlt/dass es gerade zu viel ist. Oftmals kommt in solchen Situationen der Wunsch nach Entspannung/Action, auf welchen früher vermutlich mit Konsum reagiert wurde. Sollte ich dies bemerken, würde ich meine Lebensstrukturen anpassen(z.B. mal ein Training ausfallen lassen, Lesen, Klavier spielen, mehr Sport machen etc., je nachdem ) dass es wieder ausgeglichen ist. Sollte ich dann immernoch merken dass ich unzufrieden bin würde ich mir Hilfe holen bei Beratungsstellen , meinem besten Freund oder meinem großen Bruder
43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Kein Konsum
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