• Als Forenbetreiber sind wir nicht verpflichtet, Beiträge oder Themen auf bloßen Wunsch zu löschen. Eine Entfernung erfolgt ausschließlich bei Vorliegen einer gesetzlichen Verpflichtung (z. B. bei rechtswidrigen Inhalten oder berechtigten datenschutzrechtlichen Ansprüchen). Bitte veröffentlichen Sie daher nur Inhalte, deren dauerhafte Speicherung und öffentliche Zugänglichkeit Sie zustimmen.

Früherer Abstinentvertrag wurde durch Auffälligkeit abgebrochen- Aktenkundig?

Bobbycar300

Neuer Benutzer
Guten Tag, ich habe am 17. April meine zweite Medizinisch Psychologische Untersuchung, da ich im Straßenverkehr mit Abbauprodukten von Kokain auffällig geworden bin und habe ein wichtiges Anliegen. Delikttag war der 18. Mai 2023 im Blut wurden 225ng/ml Benzoylecgonin, 10.9ng/ml Ecgoninmethylester und 4.3ng/ml Cocaethylen festgestellt. Ich habe eine Suchtberatung von der Caritas besucht, an einem besonderes Aufbauseminar teilgenommen, 15 Monate Drogen und 3 Monate Alkoholabstinenz mittels Urinkontrollen nachgewiesen. Ich habe nun schon öfter gelesen, dass die Alkohol Abstinenz zu kurz sein kann, allerdings kein Genickbruch bedeuten muss, da es sich um eine reine BTM Fragestellung handelt. Mein Vorbereiter von der Caritas sagte mir, dass die drei Monate reichen sollten, also habe ich nur diesen Zeitraum nachgewiesen obwohl ich länger schon kein Alkohol mehr trinke.
Nun aber zur eigentlichen Frage:
Es handelt sich um meine zweite MPU, die erste bestand ich nicht , da ich nur 6 Monate Abstinenz nachgewiesen hatte und mich definitiv nicht entsprechen vorbeiretet hatte. Anschließend verlängerte ich meine Abstinenzvertrag um 7 Monate um insgesamt 15 Monate zu haben. In meiner Vorletzen Probe kam es allerdings zur Auffälligkeit, da ich, während ich sehr krank, war Paracodin zu mir nahm welches ein verschreibungspflichtiges Opioid mit dem Wirkstoff Dihydrocodein ist. Das war mir in dem Moment absolut nicht bewusst, ich wollte bloß schnell dass der Reizhusten aufhört. Der Test war natürlich positiv, ich habe das Medikamet nicht verschrieben bekommen(wir hatten es zuhause weil meine Mutter es vor einiger Zeit verschrieben bekommen hatte) also waren die 14 Monate Abstinenznachweise dahin. Ich fing also wieder von vorne an und habe jetzt lückenlos nochmal 15 volle Monate nachgewiesen. Meine Frage ist, ob ich die Auffälligkeit bei meiner MPU erwähnen sollte oder lieber nicht. Einerseits möchte ich mit offenen Karten spielen und auch gerne Zeigen, dass ich wirklich seit knapp 3 Jahren keine Drogen mehr nehme, andererseits wird mir die Auffälligkeit vermutlich sehr negativ dargelegt ( warum bin ich nach 14 Monaten Abstinenz wieder auffällig geworden? Warum sollte das jetzt anders sein?) . Ich habe die Nachweise beim TÜV Nord erbracht und werde die Begutachtung beim TÜV Hessen durchführen. Weiß jemand ob der TÜV Hessen sich auch nach alten Abstinenzverträgen erkundigen darf? Oder ob alle Infos auch direkt ans Straßenverkehrsamt gehen? Und ich meine nicht, wie es in der Theorie Datenschutzrechtlich aussieht, sondern wirklich wie es in der Praxis aussieht? Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen schonmal gemacht und weiß wie ich mich verhalten soll?
Vielen lieben Dank schonmal, ich hoffe sehr dass mir jemand helfen kann, da mein Vorbereiter nun längere Zeit krankgeschrieben ist und ich mit ihm vermutlich nicht mehr sprechen kann vor der Begutachtung
 
Du kannst ja gerne sagen, dass Du nun schon 30 Monate ohne Konsum bist und für die letzten 15 Nachweise mitbringst. Das entspricht den Kriterien, damit ist der GA zufrieden. Da dürfte auch keine Nachfrage kommen (Falls doch, kannst du glaube ich offen bleiben, die Erklärung ist, besonders unter Einbeziehung der Umstände, vollkommen glaubwürdig).

Weiß jemand ob der TÜV Hessen sich auch nach alten Abstinenzverträgen erkundigen darf?
bei einer anderen Stelle? Nein. Datenschutz. Da erfährt ja (theoretisch) nicht mal der Gutachter der gleichen MPU-Stelle davon, deshalb musst Du die ja auch mitbringen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Alles klar danke, das hilft mir sehr. Soweit ich gehört habe nehmen MPI's gerne mal untereinander Kontakt auf, um vorgelegte Nachweise auf Echtheit zu überprüfen und bestätigen zu lassen, da könnte es ja sein dass ein Gutachter vielleicht mal nachfragt nach dem Motto "und gibt's sonst irgendwas was ihr über die Person erzählen könnt?", Aber gerade bei Institutionen wie beim TÜV sollten ja eigentlich rechtliche Vorgaben großgeschrieben werden.
 
Also, ich finde es nicht glaubhaft, während eines laufenden AKPs „versehentlich“ wegen starken Hustenreizes ein opioidhaltiges Medikament mit hohem Abhängigkeitspotenzial ( Anl. III BtmG ) zu nehmen.
Steht auch sehr klar in den Richtlinien des Labors, auf was du achten musst.

Und dass du als Btm-Konsument generell die Finger davonlassen musst, hätte dir ebenso klar sein müssen.

Mit stabiler und zufriedener Abstinenz habe ich lieber Hustenreiz als einen Rückfall zu riskieren und mein AKP zu zerschießen.
Abgesehen davon gibt es mittlerweile wirksame Hustenstiller, die nicht unter das BtmG fallen.
 
Guten Tag, nachdem mir bei einem anderen Anliegen so schnell geholfen wurde, habe ich nun eine neue Frage :)

Zu meinem Fall: ich bin am 18. Mai 2023 im Straßenverkehr auffällig geworden, es wurden folgende Werte im Urin festgestellt:
Benzoylecgonin 225ng/ml
Ecgoninmethylester 10.9ng/ml
Cocaethylen 4.3ng/ml

Eine erste MPU habe ich mangels ausreichender Vorbereitung und mangelnde Umstellung meines Lebensstils nicht bestanden, habe mich dann entschlossen die Sache ernsthaft anzugehen und mein Lebensstil und mein Verhalten grundlegend zu ändern.

Nun habe ich am 17. April 2026 meine zweite MPU, bin seit ca. 1 1/2 Jahren bei der Caritas in einer Sichtberatung und habe 15 Monate Dorgenasbtinenz mittels Urinkontrollen nachgewiesen. Mein Konsumverlauf wurde durch meinen Vorbereiter als fortgeschrittene Drogenproblematik eingestuft, unter anderem aus dem Grund, dass bei kokainkonsum gleichzeitig Alkohol konsumiert wurde, also Mischkonsum. Diese Tatsache ist auch Aktenkundig, aufgrund des Cocaethylen Wertes. Insgesamt habe ich ca 3 Jahre Cannabis konsumiert, im Schnitt ca einmal pro Woche. Den Konsum stellte ich aber aus freien Stücken wieder ein, da ich merkte dass er mir nichts mehr gab. Allerdings konsumierte ich danach dreimal Ecstasy und sechsmal Kokain im Zeitraum von ca. einem Jahr, bis ich auffällig wurde. Mein Alkoholkonsum generell war moderat, ich trank in der Regel nur zu besonderen Anlässen und auch nur wenig, da ich mich mit dem Rausch von Alkohol nie wirklich angefreundet hatte. Anders sah es allerdings mit dem Konsum gemeinsam mit Kokain aus, ich hatte bereits beim ersten Konsum von Kokain "Gelernt" dass Alkohol und Kokain gemeinsam einen angenehmen Rausch erschaffen, so konsumierte ich beide Substanzen sechsmal gemeinsam. Nach der Auffälligkeit trank ich wieder sehr selten Alkohol und auch wieder geringere Mengen. Nun zu meiner Problematik: im Rahmen meiner Vorbereitung hat mir mein Berater empfohlen den Alkoholkonsum komplett einzustellen, was ich nun auch seit Oktober letzten Jahres tue. Er empfahl mir außerdem, die letzten drei Monate vor der MPU auch nachzuweisen dass ich keinen Alkohol mehr trinke, was ich auch tat bzw. noch tue, der laufende Abstinenzvertrag auf Alkohol wird am 10.04 beendet. Nun ist mein Berater längerfristig krankgeschrieben und unsere letzten Sitzungen vor der MPU fallen aus. Ich habe mich selbst noch ein wenig informiert und bin im Internet immer wieder auf die Information gestoßen, dass bei Mischkonsum 6 Monate nachgewiesene Alkoholabstinenz zusätzlich zur Drogenabstinenz zwingend notwendig sind und kein "nice to have" wie es mir mein Berater vermittelt hat.
Nun bin ich etwas verzweifelt und weiß nicht was ich tun soll.
Wie schätzt ihr die Situation ein? Ist es möglich mit diesen Voraussetzungen ein positives Gutachten zu erhalten? Ich fühle mich, abgesehen davon, gut vorbereitet, führe ein zufriedenes abstinentes Leben und werde das in der Begutachtung auch darstellen. Oder besteht die Möglichkeit auf ein Gutachten mit Auflagen, etwa der Auflage für die nächsten drei Monate weiterhin Alkohol Abstinenz nachzuweisen? Sollte es mit diesen Voraussetzungen nicht möglich sein zu bestehen würde mich es schön verärgern, da es für mich ja kein Problem gewesen wäre die 6 Monate voll nachzuweisen, hätte mein Berater mich darauf hingewiesen. Natürlich besteht Eigenverantwortung aber gerade in einer solchen Situation habe ich auf die Expertise meines Beraters vertraut.

Über eure Einschätzung würde ich mich sehr freuen.

Danke und viele Grüße
 
Ich schlage mal Folgendes vor:
Ich finde es mit 2 Threads ( ein lieber Mod möge es imho bitte verbinden ) und ohne Profilfragebogen sehr unübersichtlich und demzufolge auch schwer zu beantworten.
Und da du in 14 Tagen deine nächste MPU haben wirst, fülle doch bitte auch ausführlich und sorgfältig den Drogen-FB aus.

 
ischkonsum 6 Monate nachgewiesene Alkoholabstinenz zusätzlich zur Drogenabstinenz zwingend notwendig sind
ich bin ehrlich gesagt etwas am hadern. Es muss natürlich auch zur eigenen Erkenntnis passen, sonst hat sowas keinen Bestand.
Ok, illegale Drogen sind ne Schuhnummer für sich. Ich meine... wie oft klaust Du so im Monat? Wie oft erpresst oder betrügst Du andere Leute? Gar nicht, oder? Du hast also schon eine Idee von Rechtssystem und erlaubt / verboten. Aber bei Drogen setzt es da aus bei Dir. Das macht es so "wichtig". Ja klar - zurück in die Legalität, wie sonst auch. Gut aufräumen mit den Ursachen. Aufräumen, nicht nur "Bescheid wissen".

Aber der Alk?
Ich sehe jenseits der Wirksamkeitsunterstützung keine echte Alkoholgefährdung. Wenn Du richtig gut mit dem illegalen Drogenkonsum aufräumst, zeigen kannst, dass Du es heute anders lösen kannst (wofür auch immer die Illegalität wichtig war) UND risikoarmer Konsum (also ohne dass Alkohol irgendeinen Lösungsversuch darstellen müsste) gut zu dir passt ...
Eine Abstinenzentscheidung, die nicht nötig ist (nach echter eingehender Beschäftigung mit der Problematik), dürfte keinen Bestand haben. Das spürt dann auch der Gutachter.
siehe auch bk5:
Falls der Klient weiterhin Alkohol konsumiert, finden sich keine Hinweise auf problematische Konsummuster, die sich ungünstig auf die
Aufrechterhaltung der Drogenabstinenz auswirken können

Zur Debatte freigegeben.
P.S.: WENN Du allerdings die Erkenntnis hattest, dass dann Alk an die Stelle des Problemlösers rutschen könnte, dann wäre sowas natürlich unbedingt ein Grund für eine Abstinenzentscheidung, weil dann Kontrolle kaum mehr möglich ist - sofern das Kernproblem noch aktiv ist. Eine Trinkpause, also ein Zeitraum komplett ohne "Hilfsmittel", ist schon wichtig, allein damit Du mal mitbekommst, wie Du DANN mit Deinem Leben zurecht kommst.


Oder besteht die Möglichkeit auf ein Gutachten mit Auflagen, etwa der Auflage für die nächsten drei Monate weiterhin Alkohol Abstinenz nachzuweisen?
definitiv: nein.
Du musst zur MPU mitbringen, was nötig ist. Ein "danach" gibt es nicht. Aber: Die 6 Monate sind auch nur nach erkennbarer Alkoholkonsumstörung (Kontrollverlust) gefordert. War die denn erkennbar? Falls nein, sagen die bk eindeutig:
Lag in der Vergangenheit ein unkontrollierter oder wirkungsverstärkender Mischkonsum mit Alkohol vor (vgl. Kriterium D 2.2 N Ind. 7),
welcher Anlass für die Untersuchung war, verzichtet der Klient auch auf Alkoholkonsum. Dies wird zumindest für den Zeitraum von 3-4 Monaten vor der Begutachtung entsprechend den Anforderungen der CTUKriterien belegt.

...
Diese Tatsache ist auch Aktenkundig,
Welche Alkoholwerte hattest Du denn?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier nochmal der springende Punkt der Debatte:

Lag in der Vergangenheit ein unkontrollierter oder wirkungsverstärkender Mischkonsum mit Alkohol vor (vgl. Kriterium D 2.2 N Ind. 7),
welcher Anlass für die Untersuchung war, verzichtet der Klient auch auf Alkoholkonsum. Dies wird zumindest für den Zeitraum von 3-4 Monaten vor der Begutachtung entsprechend den Anforderungen der CTUKriterien belegt.

Ist der Verzicht als Abstinenzentscheidung für die Zukunft gemeint oder nur innerhalb der "Eintrittkarte" - unter der Voraussetzung, dass eine Alkoholkonsumstörung NICHT zu erkennen ist?
Denn wir haben ja in den bk immer noch das hier:
Falls der Klient weiterhin Alkohol konsumiert, finden sich keine Hinweise auf problematische Konsummuster, die sich ungünstig auf die
Aufrechterhaltung der Drogenabstinenz auswirken können
Letzteres würde natürlich platzen, wenn die Wirkungsverstärkung a priori mit unter "problematische Konsummuster" fällt - selbst bei eher sporadischen Konsum.

Und mal ganz nebenbei: ist das wirklich eine klare D2? Der wirkungssteigernde Mischkonsum wäre da noch der zwingendste Hinweis darauf.
*grübel

@Bobbycar300 : lass dich jetzt mal nicht verunsichern - solche Debatten sind manchmal wichtig für die Trennschärfe von Einschätzungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
in der Schule mit 14 Jahren vielleicht von Cannabis
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)

September 2018 mit 15 Jahren Cannabis

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)

September 2018- August/September 2021 Cannabis ca. einmal die Woche - vorerst ging es um soziale Integration, Zugehörigkeit und Anerkennung, später Gewohnheitskonsum.
Aufgehört habe ich nachdem mir bewusst wurde, dass Cannabis meine Unsicherheit extrem verstärkte und das Gegenteil von dem bewirke, weshalb ich ursprünglich angefangen hatte zu konsumieren.

Dezember 2021- Mai 2022 Ecstasy 3 mal insgesamt - Integration in neue "Freundesgruppe", Impulskomsum auf einer Party, danach Konsum im kleinen Kreis da Ecstasy Konsum sehr auffällig ist

September 2022- Mai 2023 Kolain, insgesamt 6 mal
Um den auffälligen Ecstasy Konsum zu umgehen und trotzdem im Rausch zu feiern Kokain konsumiert. Durch mangelnde Risikoeinschätzung weiter Kokain zu bestimmten Gelegenheiten konsumiert, gemeinsam mit Alkohol.


4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
Ja, Kokain wurde immer mit Alkohol konsumiert
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
Generell moderat, Alkohol nur zu besonderen Anlässen in geringen Mengen. Im Kombination mit Kokain wurde immer Alkohol getrunken, größtenteils Bier, selten hochprozentiger Alkohol

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?

Zigaretten, sonst nichts weiteres

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
Bei Cannabis Konsum habe ich festgestellt, dass der Komsum meine Personlichkeit einschränkt und meine damals eh schon vorhandene Unsicherheit deutlich verstärkt hat. Ich machte mir sehr viele Gedanken, sagte kaum ein Wort während des Rausches und war unzufrieden . Bei Kokain und Ecstasy Konsum war ich am nächsten Tag etwas erschöpft, allerdings nicht so sehr dass ich die negativen Folgen wirklich als solche angesehen hatte.

Haben sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
Nein, Cannabis Konsum habe ich eingestellt.
Bei den anderen Drogen keine wirklich negativen Folgen feststellen können, außer am Tag der Auffälligkeit, als ich ohne zu schlafen nach einem Konsumabend arbeiten musste (Minijob)

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
225ng/ml bonzoylecgonin
10.9ng/ml ecgoninmethylester
4.3ng/ml cocaethylen


10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?

Ca 0.2-0.25g Kokain(am Tag vor der Auffälligkeit) und Alkohol 2 Bier 0.33 und 2 Vodka Energy Mischgetränke

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
Am Vorabend/in der Nacht 0.2-0.25g Kokain
Und Alkohol
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
Ich hatte erfahren dass ich mein Abitur bestanden hatte

13. Wie sind Sie auffällig geworden?
Mein Rücklicht auf einer Seite war dunkler als das andere, daraufhin wurde ich angehalten mit dem Verdacht, dass es defekt sei. Es war nicht defekt, allerdings wurde im Verlauf des Gespräches der Verdacht geweckt, dass ich unter Einfluss von Substanzen stehe da meine Augen sehr glasig waren.

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden(auch Parkplatz):

14. Was war der Zweck der Fahrt?
Ich wollte von der Arbeit nach Hause fahren

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
Ca. einen Kilometer, den bin ich auch gefahren, da ich 20 Meter vor meiner Haustür angehalten wurde.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?

Unter dem Einfluss von Cannabis größtenteils mit dem Fahrrad oder Motorroller, wobei ich darauf achtete nie im Aktiven Rausch im Straßenverkehr unterwegs zu sein. Unter Einfluss der Droge stand ich natürlich trotzdem noch . ähnlich ist es bei chemischen Drogen, da man 2-4 Tage unter dem Einfluss steht, kam es auch hier häufiger vor dass ich unter drogeneinfluss im Verlehr unterwegs gewesen bin.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?

Nicht richtig. Ich bin zwar im direkten Rauschzustand nicht gefahren, dass ich noch deutlich länger unter Einfluss einer Substanz stehe war mir allerdings nicht so bewusst wie es hätte sein sollen. Nach dem Konsum von Ecstasy habe ich darauf geachtet an den beiden Folgetagen kein Auto zu fahren, am Tag nach dem Kokainkonsum sah ich es unproblematischer, durch den schwächeren und kürzeren Rausch von Kokain

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)
Weil die Gesetze es verbieten. Und diese Gesetze bestehen, da man unter dem Einfluss von Kokain eine verzögerte Reaktionszeit, falsche Risikowahrnehmung, eine falsche Einschätzung von Geschwindigkeiten und eingeschränktes Sichtfeld hat. Kurz, ich bin nach dem Konsum von Kokain nicht mehr fahrtüchtig.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?

Je nach Droge 3-4 Tage oder länger bei chronischem Konsum

20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?

Perspektivlosigkeit, schwere gesundheitliche Probleme, Sucht, Verlust des sozialen Umfelds, Verlust des Jobs, möglicherweise Beschaffungskriminalität, kurzum würde ich mir mein gesamtes Leben und die gesamte Zukunft verbauen

----------------------------------------------------------

Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?
Ich war Waldorfschüler und hatte in meiner Nachbarschaft nicht wirklich viele Freunde, da die meisten von Ihnen auf der gleichen Schule oder zumindest im gleichen Kindergarten waren. Ich freundete mich mit einem der Jungs durch ein gemeinsames Hobby an und wir verbrachten immer öfter Zeit gemeinsam. Irgendwann kam die Frage ob ich kiffen möchte mit ihm und weiteren Personen aus der Freundesgruppe, das sah ich als perfekte Gelegenheit in die Gruppe integriert zu werde und zu beweisen dass ich "cool" bin... So ging es dann mit Cannabis los . Ecstasy Konsum fand das erste Mal tatsächlich aus ähnlichen Gründen in einem anderen Personenkreis statt. Was sich durch meinen gesamten Verlauf zieht, ist die meine Unsicherheit damals und das starke Bedürfnis zugehörig zu sein. Welches mir so wichtig war, dass ich rücksichtslos chemische Drogen konsumiert habe nur um dazu zu gehören. Ein fehlendes Selbstbewusstsein damals und falsche Vorstellungen von dem was "cool" ist prägten die Zeit damals. Darüber hinaus eine völlig falsche Risikoeinschätzung gegenüber Drogen, speziell auch für Kokain. Der Rausch war weniger intensiv als erwartet und hielt auch vergleichsweise kurz an, daher entwickelte sich dieses falsche Risikobewusstsein, welches auch maßgeblich daran beteiligt war, dass ich mich an dem Folgetag ohne Schlaf ins Auto gesetzt habe.

22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
Außer denjenigen mit denen ich konsumierte wusste es niemand
23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?

Am Tag vor der Auffälligkeit konsumierte ich obwohl ich wusste, dass ich am nächsten Tag arbeiten musste

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)
Nein, da ich die Problematik in dem Moment nicht als solche gesehen hatte.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
Nicht das ich wüsste

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?

Zwischen Ende des Cannabiskonsums und Beginn des Ecstasy Konsums lagen 3 Monate Pause

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
Gar nichts

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?

Definitiv, die Einnahme hoch suchtpotenter Drogen wie Kokain bringt immer eine solche Gefahr mit Sicht. Die Frequenz des Konsums hat sich zwar nicht gesteigert, allerdings ist eine Risikoentwicklung klar erkennbar, da ich am Tag vor der Auffälligkeit Konsumiert habe, obwohl ich genau wusste dass ich am nächsten Tag arbeiten musste und habe die negativen Folgen in Kauf genommen.

29. Waren sie drogenabhängig?

Nein
----------------------------------------------------------


Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Definitiv, hätte ich nicht so viel Wert auf die Illusion gelegt zu den "coolen" dazu gehören zu müssen und weiter meine eigenen Interessen verfolgt, hätte ich eine Drogenkarriere verhindern können. Leider war ich damals zu unsicher und besaß kein gesundes Selbstbewusstsein, weshalb ich mich durch den Konsum und die Zugehörigkeit zu bestimmten Leuten definiert habe. Zu dieser Zeit war die Illusion leider auch realistisch und fühlte sich richtig an.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?

Ich habe für mich gemerkt dass ich langfristig nur zufrieden und glücklich leben kann, wenn ich komplett auf Drogen und Alkohol verzichte. Nach meiner Vergangenheit kommt gelegentlicher Konsum nicht in Frage, wo würde ich die Grenze setzen?

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
Nach der Auffälligkeit. Ehrlich gesagt ging es mir damals nur darum meinen Führerschein schnell wieder zu bekommen und ich wusste dass ich dafür Abstinent leben musste, nach meiner ersten MPU begriff ich dann worum es wirklich geht und dass der Sinn der MPU nicht ist, ein paar Fragen auswendig zu lernen, sondern dass ich mich wirklich grundlegend ändern muss. Also suchte ich mir professionelle Hilfe, arbeitete meine Konsumgeschichte auf und änderte meine Einstellung zu Drogen, nachdem ich reflektierte was die letzten Jahre überhaupt so passiert ist.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht für gelegentlicher Konsum in Betracht?

Cannabis Konsum komplett eingestellt, Gelegenheitskonsum von Kokain kommt nicht in Frage und auch bei Alkohol habe ich einen klaren Cut gesetzt.


34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?

Sehr sehr positiv. Nicht nur der Entfall von negativen Faktoren(Konsum) sondern auch die Zunahme von positiven Faktoren. Ein bewussterer Lebensstil, ich weiß meine Gefühle besser einzuordnen, ich ernähre mich gesünder, treibe viel Sport und habe ernsthafte Perspektiven und Ziele im Leben und im Zuge dieser Auseinandersetzuung mit mir selbst, ein neues gesundes Selbsbewusstsein erlangt. Außerdem habe ich die Beziehung zu meiner Familie verbessert da ich öfter zuhause bin und habe eine feste Freundin

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
Drogenberatung, gute Freunde und Familie und vorallem ich selbst

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
Positiv, viel Unterstützung und Zuspruch von Familie und vorallem von Freunden

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?

Zu den Personen mit denen ich Ecstasy und Kokain konsumiert habe einige Tage nach der Auffälligkeit Kontakt abgebrochen . Aus meinem Unfeld konsumieren noch einige wenige Personen Cannabis und Alkohol, das ist für mich aber kein Problem

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?

Ja gelegentlich

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
Nicht konsumieren
40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
Nein

41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
Indem ich keine Drogen mehr nehmen

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
Wenn mein ausgewogener Lebensstil zu kippen droht, ich z.B. zu viel Stress oder zu viel Langeweile habe und merke dass etwas fehlt/dass es gerade zu viel ist. Oftmals kommt in solchen Situationen der Wunsch nach Entspannung/Action, auf welchen früher vermutlich mit Konsum reagiert wurde. Sollte ich dies bemerken, würde ich meine Lebensstrukturen anpassen(z.B. mal ein Training ausfallen lassen, Lesen, Klavier spielen, mehr Sport machen etc., je nachdem ) dass es wieder ausgeglichen ist. Sollte ich dann immernoch merken dass ich unzufrieden bin würde ich mir Hilfe holen bei Beratungsstellen , meinem besten Freund oder meinem großen Bruder

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
Kein Konsum

----------------------------------------------------------
 
Hier nochmal der springende Punkt der Debatte:



Ist der Verzicht als Abstinenzentscheidung für die Zukunft gemeint oder nur innerhalb der "Eintrittkarte" - unter der Voraussetzung, dass eine Alkoholkonsumstörung NICHT zu erkennen ist?
Denn wir haben ja in den bk immer noch das hier:

Letzteres würde natürlich platzen, wenn die Wirkungsverstärkung a priori mit unter "problematische Konsummuster" fällt - selbst bei eher sporadischen Konsum.

Und mal ganz nebenbei: ist das wirklich eine klare D2? Der wirkungssteigernde Mischkonsum wäre da noch der zwingendste Hinweis darauf.
*grübel

@Bobbycar300 : lass dich jetzt mal nicht verunsichern - solche Debatten sind manchmal wichtig für die Trennschärfe von Einschätzungen.
Also wie gesagt, Alkohol konsumierte ich sehr selten, mal ein Glas Sekt zum anstoßen an einem Geburtstag oder Ähnliches. Ich habe die ersten Male als ich Alkohol getrunken hatte hochprozentiges Getrunken und die Wirkung hatte mir überhaupt nicht gefallen, daher habe ich den Komsum auf ein Minimum reduziert. Bei dem ersten Kokain Komsum wurde mit gesagt, dass Kokain nur gut wirkt wenn man sich dabei auch betrinken würde, also habe ich zu Kokain auch getrunken. Immernoch in Maßen, nicht wie viele andere aber schon etwas mehr als normalerweise. Nach der Auffälligkeit habe ich den Alkoholkonsum wieder zurückgerudert, wie ich es vor meinem Kokainkonsum hatte. Ab Oktober habe ich dann auf Anraten meiner Beraters komplett aufgehört was überhaupt kein Problem war. Ich vermisse den Konsum nicht und habe nicht vor wieder Alkohol zu trinken
 
Aber natürlich, hier der Profilfragebogen
Zur Person
Geschlecht: m
Alter:22

Was ist passiert?
Drogensorte: Kokain
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): Cannabis 3 Jahre, ca einmal die Woche.
Ecstasy 3 mal in ca einem halben Jahr
Kokain 6 mal in ca 8 Monaten
Datum der Auffälligkeit: 18. Mai 2023

Drogenbefund
Blutwerte: 225ng/ml benzoylecgonin
10.9ng/ml ecgoninmethylester
4.3ng/ml cocaethylen
Schnelltest:Kokain positiv
Beim Kauf erwischt: Nein
Nur daneben gestanden: Nein

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert:
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: ja schon vor langer Zeit
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt:
Verurteilt:
Strafe abgebüßt:

Führerschein
Hab ich noch:
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt:ja
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: Nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Die genaue Fragenstellung ist mir nicht bekannt, in der Zahlungsaufforderung vom TÜV Hessen wird als Kostenpunkt "Begutachtung BTM Fragestellung" und "Urinkontrolle BTM" angegeben, also handelt es sich um eine reine BTM Fragestellung

Bundesland: NRW

Konsum
Ich konsumiere noch: Nein
letzter Konsum: Delikttag bzw. Vorabend, Nacht vom 17. auf den 18. Mai 2023

Abstinenznachweis
Haaranalyse:
Urinscreen: 15 Monate Drogen, beendet am 29.03.2026 und 3 Monate Alkohol, läuft bis zum 10.04.2026
Keinen Plan:

Aufarbeitung
Drogenberatung: Caritas
Selbsthilfegruppe (SHG):
Psychologe:
Ambulante/stationäre Therapie:
Keine Ahnung:

Ein besonderes Aufbauseminar wurde auch besucht, laut FSST war das wohl ein Versehen dass es zu früh angeordnet wurde, sei aber nicht problematisch dass ich es schon absolviert habe

MPU
Datum: 17.04.2026
Welche Stelle (MPI): TÜV Hessen
Schon bezahlt?: ja
Schon gehabt?: Ja(2024, meine erste MPU)
Wer hat das Gutachten gesehen?: Nur ich
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: Es ist weiterhin zu erwarten dass Drogen konsumiert werden, Körperliche Beeinträchtigungen liegen nicht vor



Altlasten
Bist du Rückfalltäter?: Nein
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hatte einen Vorbereitungskurs bei xxx gemacht, der daraus bestand, mir eine erfundene Geschichte beizubringen die ich bei der MPU erzählen sollte. Ich sollte erzählen dass meine Freundin mich betrogen hatte und ich aus Verzweiflung zu Kokain gegriffen habe etc. (Ja ich habs leider auch genau so erzählt). Außerdem hatte ich nur 6 Monate Abstinenz nachgewiesen. Schon im Gespräch sagte mir der Gutachter, dass er Bescheid wisse wie es bei xxx läuft und meine Geschichte sehr unrealistisch sei, auch vom Konsumverlauf her. Natürlich waren auch die 6 Monate Abstinenz viel zu kurz.
Und für diese "Vorbereitung" durfte ich auch noch knapp 4000€ bezahlen
Ich bin natürlich selbst schuld, hatte wie gesagt zu dem Zeitpunkt nur das Ziel im Kopf meinen Führerschein so schnell es geht wieder zu bekommen... da waren die versprochenen 6 Monate von xxx natürlich sehr verlockend.

Firmenname anonymisiert und Vorzitat gelöscht. *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zurück
Oben