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Ersttäterin 1.86 Promille

Nordstern

Neuer Benutzer
Zur Person
Geschlecht: weiblich
Größe: 179cm
Gewicht: 75kg
Alter: 27

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 11.03.20
BAK: 1.86
Trinkbeginn: 19.30 ? Weiß es nicht genau
Trinkende: 22.45
Uhrzeit der Blutabnahme: 23.40

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert:
Strafbefehl schon bekommen: ja
Dauer der Sperrfrist: 8 Monate bzw 11 nach Tattag

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: am Tattag
Hab ich neu beantragt: Nein
Habe noch keinen gemacht:

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Nein
Sonstige Verstöße oder Straftaten?:
2017 ein Punkt wegen Handy am Steuer
2019 Vorfahrt missachtet, ebenfalls ein Punkt
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): /

Bundesland: NRW


Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: Nein
Ich lebe abstinent seit: Tattag 11.03.20

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: nein
Urinscreening ja/nein: ja
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wieviele:
Nein

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): Nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: ja, Erstgespräch
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: Nein
Ambulante/stationäre Therapie: Entgiftung und Entwöhnungstherapie wenige Tage nach der TF
Keine Ahnung:

MPU
Datum: /
Welche Stelle (MPI):/
Schon bezahlt?:/
Schon eine MPU gehabt?/
Wer hat das Gutachten gesehen?:/
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?: /

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: Nein



Hallo liebe Forumsmitglieder,
Ich lese schon länger mit und möchte nun meinen Fall darstellen.

Im März bin ich betrunken Auto gefahren. Ein Problem mit Alkohol habe ich so ca 2 Jahre.. es hat schleichend begonnen, schnell hat es sich verselbständigt. Bis vor der Tat habe ich so 4 bis 5 Mal die Woche etwa 2 bis höchstens 3 Liter Bier getrunken (Zuhause nach Feierabend)

Nun, am Tattag bin ich schon während der Arbeit angefangen zu Trinken, ich wollte eigentlich nur ein Bier zwischendurch zum "locker machen", habe aber komplett die Kontrolle verloren.
Ich arbeite in der mobilen Pflege. Ich weiß wie schlimm es ist und schäme mich sehr.
Viel weiß ich von dem Abend nicht mehr. Ich wurde von der Polizei angehalten, hatte deutliche Ausfallerscheinungen... 1.86 Promille BAK!
Ich bin sehr schnell danach in eine Entgiftung und eine anschließende Reha.
Seitdem lebe ich abstinent und das möchte ich auch beibehalten, auch wenn der Führerschein wieder da ist.

Meine Sperrfrist endet im Dezember .
Der Verkehrspsychologe, bei dem ich das Erstgespräch für die Vorbereitung gemacht habe, sagte mir dass ich um ein Jahr Abstinenznachweise nach der Therapie nicht herum komme und auch erst dann den FS zurück bekomme.
Gibt es für mich wirklich keine Möglichkeit da herum zu kommen ? In dem ich vielleicht meine Therapie verschweige.
Ich weiß, dass ein Jahr Abstinenz nachgewiesen werden muss, sobald die Diagnose Abhängigkeit besteht.
Ich habe aber noch nichts bei der FSST beantragt, somit wissen die ja auch noch nichts und haben eine solche Hypothese auch nicht aufgestellt.

Ich wüsste aber natürlich nicht, wie ich einen solchen Wert begründen sollte, zumal es im Dienst passiert ist (Dienstwagen).

Habe nun einen Vertrag mit einem zertifizierten Labor abgeschlossen, möchte es über den Urin nachweisen.

Habe hier öfter gelesen, dass es auch ausreicht mit einem ähnlichen Wert nur ein halbes Jahr nachzuweisen und trotzdem fiel das Gutachten positiv aus.

Was würdet ihr mir raten?

Vielen lieben Dank schon im Voraus.
 
Hallo Nordstern,

willkommen im Forum :smiley138:
Ich bin sehr schnell danach in eine Entgiftung und eine anschließende Reha.
Seitdem lebe ich abstinent und das möchte ich auch beibehalten, auch wenn der Führerschein wieder da ist.
Darf ich fragen, warum du zur Entgiftung und Therapie gegangen bist? Schock? Oder hattest du das Gefühl dass es ohne externe Hilfe nicht mehr geht und du bereits in eine Alk.erkrankung gerutscht bist?
Meine Sperrfrist endet im Dezember .
Der Verkehrspsychologe, bei dem ich das Erstgespräch für die Vorbereitung gemacht habe, sagte mir dass ich um ein Jahr Abstinenznachweise nach der Therapie nicht herum komme und auch erst dann den FS zurück bekomme.
Gibt es für mich wirklich keine Möglichkeit da herum zu kommen ? In dem ich vielleicht meine Therapie verschweige.
Ich weiß, dass ein Jahr Abstinenz nachgewiesen werden muss, sobald die Diagnose Abhängigkeit besteht.
Ich habe aber noch nichts bei der FSST beantragt, somit wissen die ja auch noch nichts und haben eine solche Hypothese auch nicht aufgestellt.
Schwierig zu beantworten
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Einerseits richtig, sofern die FSSt. bzw. auch das MPI nichts von einer Therapie bzw. Erkrankung weiß, sind AN über ein Jahr keine Pflicht.
Andererseits würdest du dem GA nicht die ganze Wahrheit bei der MPU sagen können...
Habe hier öfter gelesen, dass es auch ausreicht mit einem ähnlichen Wert nur ein halbes Jahr nachzuweisen und trotzdem fiel das Gutachten positiv aus.

Was würdet ihr mir raten?
Wir müssten erst einmal etwas mehr über dich wissen bevor eine ordentliche Einschätzung getroffen werden kann. Da deine TF noch nicht soo lange her ist, macht es noch keinen Sinn mit dem großen FB anzufangen. Darum wäre es gut wenn du uns noch ein wenig mehr über dich und dein Trinkverhalten im Vorfeld berichten könntest. V.a. wie und warum es zu dem hohen Konsum gekommen ist...

Wichtige Abkürzungen
 
Vielen Dank für die schnelle Antwort :) Ich hab mich so über mich selbst erschrocken, dass ich so betrunken gefahren bin, dass ich dachte: oh Gott, du bist ein richtiger Alkoholiker! Dass ich zu viel trinke und zu häufig, war mir schon irgendwie klar..

ich hab so vor zwei Jahren angefangen, auch mal ein oder zwei Bier nach Feierabend zu trinken, ein oder zwei Mal die Woche... aber in letzter Zeit ist es immer mehr geworden. Zuletzt bis zu 2 oder seltenst auch 3 Liter.. Ich hab es Zuhause gemacht und so hatte es für mich nie irgendwelche Konsequenzen. Da ich auch nie Entzugserscheinungen hatte und auch mal ne längere Pause einlegen konnte, sah ich noch keinen Handlungsbedarf (hab es mir wohl schön geredet). Wenn ich diese Feierabendbiere getrunken habe, war es eigentlich zur Entspannung und zum Frustabbau. Ich habe Probleme damit mich richtig durchzusetzen und meine Interessen zu vertreten, bin nicht sonderlich selbstsicher.... Darüber hab ich mich dann geärgert und die einfachste Methode, dass es mir kurzfristig besser geht, war der Alkohol.

Ich habe manchmal schon ein Bier getrunken auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Eventuell hatte ich auch mal Restalkohol als ich früher noch in Discos gegangen bin und am nächsten Tag gefahren bin vor ein paar Jahren, aber ansonsten kann ich sagen, dass ich niemals volltrunken gefahren bin. Ich habe einen ordentlichen Filmriss von dem besagten Abend. Was ich noch weiß ist, dass ich beim vorletzten Kunden das erste Bier schon ausgemacht habe Beim Kunden danach noch mal eins... dann habe ich Nachschub geholt und bin ins Büro gefahren. Mehr weiß ich nicht. Es war ein blöder Tag für mich, ich war sehr frustriert über mich selbst, über meinen Job (den hab ich in der Zwischenzeit auch gewechselt) und war überarbeitet und es war der Todestag eines Familienmitgliedes.
Das kann ich so spontan dazu sagen....
 
Nun, das hört sich erstmal nicht nach einer Alk.erkrankung an, sondern eher nach Trinken zur Problembewältigung...
Wie war denn die Einschätzung in der Therapie? Hast du dir den Bericht aushändigen lassen?
Und - seit wann machst du die Urinscreenings?
 
In der Therapie habe ich die Diagnose Abhängigkeit bekommen, den Bericht habe ich auch Zuhause.
Die Screenings bin ich erst diesen Monat angefangen, weil ich bis Ende Mai in der Therapie war.
Ich habe gerade gemerkt, dass ich bei der Aufzählung da oben nicht geschrieben habe, dass ich zum Schluss manchmal bis zu 4 mal in der Woche abends getrunken habe. Das ging so seit Ende Dezember, dass es mehr wurde.
 
Hallo Nordstern,

nun gut, dann steht die Einschätzung einer Alk.erkrankung somit fest...

Dann bleibt die Frage wie stark dein Abstinenzwille künftig bleiben wird.
Nicht falsch verstehen - es geht nicht darum das z.B. ich anzweifele dass du auch künftig abstinent bleiben kannst, sondern eher darum wie DU selbst es siehst.
AN über 6 Monate sind recht schnell erbracht - AN über 12....da hat "man" schon etwas mehr Zeit um die künftige Stabilität weiter zu stärken. Es ist halt die Frage ob es für dich selbst nicht besser wäre die Zeit zur weiteren Festigung zu nutzen und dem Gutachter später "reinen Wein einzuschenken"
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Es ist ja auch nicht so dass, auch wenn die Erkrankung nicht bekannt ist, "automatisch" 6 Monate reichen. Der GA könnte trotzdem 12 Monate "fordern"...

Zu einer SHG möchtest du nicht gehen?
 
nur mal so...wie ich das verstanden habe, war das alles freiwillig. das weiß doch keiner, oder steht das irgendwo was du für therapien machst?
 
Hallo Nanny, ich denke wenn ich wirklich die 12 Monate Abstinenz einhalte und dem Gutachter später "reinen Wein" einschenke, kann ich etwas entspannter in die MPU gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich einen so hohen Promillewert irgendwie erklären kann, ohne die Kriterien für eine Abhängigkeit zu erfüllen und damit wären wir wieder bei den geforderten 12 Monaten.

Eine passende SHG habe ich noch nicht gefunden, da ich nur noch Nachtdienste mache und sich das immer in die Quere kommt.

@Rübezahl und @Vespa125 :
Von der Therapie weiß niemand bei der FSST was, das stimmt, aber wie gesagt: mit einem so hohen Wert noch Auto fahren zu können, da muss doch eigentlich eine Abhängigkeit vorliegen.

Viele Grüße
 
Ich finde es sehr gut, dass du so einsichtig bist - wenn du aber mit Abhängigkeit rein gehst, machst du dir das Leben sehr schwer. Und es gibt sehr viele Fälle, in denen der BAK deutlich höher lag. Abhängigkeit ist ein hartes Wort und hat nur bedingt etwas mit der Gewöhnung zu tun. Missbrauch, ja - aber da gibt es schon noch einige Schritte zur Abhängigkeit.
 
Ich bin da ganz bei funkytown. Einerseits solltest du dem GA schon die ganze Problematik die hinter deinem Alk.konsum stand erklären können - andererseits sind die Anforderungen bei einer Alk.erkrankung ungleich höher...
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Probleme machen dir ja (wenn ich es richtig verstehe) Dinge wie:
Ich wüsste aber natürlich nicht, wie ich einen solchen Wert begründen sollte, zumal es im Dienst passiert ist (Dienstwagen).
"Begründen" in dem Sinne musst du es nicht, da aus deiner Vorgeschichte und dem Trinkverhalten im Vorfeld bereits für den GA ersichtlich wird dass eine hohe Alk.gewöhnung stattgefunden hat - und das es "im Dienst" passierte ist oftmals an der Tagesordnung (als Bsp. sind hier die LKW-Fahrer zu nennen die einen nicht unerheblichen Anteil an alk.auffälligen Kraftfahrern ausmacht) für einen GA. Genau so wie Menschen die einmalig z.B. mit über 2 Promille auffallen alk.erkrankt sein können, können es auch Menschen sein die zufällig mit 0,46‰ angehalten werden...

Allein diese Aussage von dir:
Viel weiß ich von dem Abend nicht mehr. Ich wurde von der Polizei angehalten, hatte deutliche Ausfallerscheinungen... 1.86 Promille BAK!
sagt aus das deine "Trinkkapazität" deutlich überstiegen war. Nun sagt der Grad der Betrunkenheit und die Höhe der BAK nicht alles über die Schwere der Problematik aus. Ich habe jedoch den Eindruck dass du das Ganze an der Höhe deiner BAK festmachst.
Nur mal zum Vergleich: Meine BAK betrug damals 1,79‰. Ich bin mit KT zur MPU und habe diese erfolgreich im ersten Anlauf bestanden. Sowas kann natürlich nicht verallgemeinert werden, ich wollte nur darauf hinweisen dass auch andere User hier mit recht hoher BAK aufgehalten wurden und sich trotzdem nicht in den Bereich eines alk.erkrankten Menschen einordnen würden....

Warum es in der Therapie zu dieser Einstufung kam ich hier erstmal nicht ersichtlich. Ich vermute aber, dass es im Zusammenhang mit den Antworten stand die du dem Psychologen dort auf seine Fragen gegeben hast....

Kennst du die Formen des Alkoholismus?
Lies es dir doch mal durch und schau ob du dich dort i-wo einordnen kannst. Passt deine Geschichte vllt. doch eher zum Alpha-Trinker?

Nicht falsch verstehen! Ich will dir hier nicht ausreden zu deinen Problemen zu stehen, etwas zu verschleiern oder Wahrheiten zu "kaschieren", sondern einfach darauf aufmerksam machen das so eine Diagnose "Alkabhängigkeit" i-wo haften bleibt. Das bedeutet z.B., dass dies in deiner Akte stehen wird und das daraus mitunter noch Nachwirkungen entstehen die heute so noch gar nicht bedacht werden können....
 
Jetzt wo ich diese Einteilung lese, würde ich mich zum Alpha Trinker zähle. Die war mir vorher nicht bekannt.
In der Klinik sind wir nach den sechs WHO Kriterien gegangen - sind drei erfüllt, spricht man wohl von einer Abhängigkeit.

Körperliche Symptome einer Abhängigkeit hatte ich niemals. Ich hatte schon nach dem Feierabend oft Verlangen / Lust... mir was zu trinken. Dem bin ich leider auch zu oft nachgegangen, aber Suchtdruck hatte ich nicht. Ich wurde nicht nervös, wenn ich noch nicht trinken konnte oder so.

Die WHO Kriterien sind ja:
1. Starker Wunsch oder Zwang die Substanz zu konsumieren.

2. Verminderte Kontrollfähigkeit bzgl. Beginn, Beendigung und der Menge des Konsums.

3. Körperliches Entzugssyndrom

4. Nachweis einer Toleranz

5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Konsums.

6. Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen.


Bei Punkt 1 bin ich mir unsicher, ob der auf mich so zutrifft, in der Klinik habe ich dem zugestimmt.

Punkt 2 trifft auf mich auch zu, ich konnte oft die Menge meines Konsums nicht mehr bestimmen, habe einfach öfters kein Ende gefunden, wenn ich auf Feiern war.

Punkt 3 trifft für mich nicht zu.

Punkt 4: ich denke schon, dass ich in der Zeit eine Toleranz entwickelt habe, sonst hätte ich das Auto wohl nicht mehr gefunden. Allerdings hatte ich deutliche Ausfallerscheinungen (hab gelallt und konnte wohl auch nicht mehr gerade stehen oder gehen. Diesen "Test" zu Ausfallerscheinungen als der Arzt da war, habe ich aber verweigert, daran erinnere ich mich noch).

Punkt 5 trifft auf mich auch nicht zu.
Ich habe meine Arbeit gemacht und habe mich weiter mit Freunden getroffen, um meine Tiere gekümmert und so weiter wie immer. Ich hatte auch niemals Fehltage, die irgendwas mit Alkohol zu tun hatten.

Zu Punkt 6 wurde mir damals gesagt, dass dieser Punkt auch schon erfüllt ist, wenn man sich öfter in peinliche Situationen verstrickt. Das ist mir schon passiert, ja.
Körperliche Oder arbeitsrechtliche Folgen oder irgendwas auf der zwischenmenschlichen Ebene ist nicht passiert. Als mir der FS entzogen wurde, habe ich abrupt aufgehört zu trinken.


In der Klinik gab es auch einen Vortrag zum Führerscheinentzug und da wurde uns ausdrücklich geraten offen in der MPU zu sagen, dass wir abhängig sind, denn dann bräuchte man nicht um den heißen Brei herum reden und verstrickt sich nicht in Widersprüche.
 
Hallo Nordstern,

ich möchte dir auf deinen Beitrag gerne ausführlich antworten, schaffe es aber gerade zeitlich nicht. Ich bitte dich um etwas Geduld, ich hole dies am Wochenende nach... :smiley138:
 
Edit:

Das sollte wohl eher "nach dem Wochenende" heißen......aber ich bin dran :smiley1659:
 
Hallo Nordstern,
Jetzt wo ich diese Einteilung lese, würde ich mich zum Alpha Trinker zähle. Die war mir vorher nicht bekannt.
In der Klinik sind wir nach den sechs WHO Kriterien gegangen - sind drei erfüllt, spricht man wohl von einer Abhängigkeit.
hier noch einmal die Einteilung die zur Einstufung ob alk.krank oder nicht, führt:
Bitte unbedingt lesen!!!! - DSM-IV-Kriterien (ICD10)
Es müssen mind. 3 dieser Symptome in einem Zeitraum von 12 Monaten aufgetreten sein.
Körperliche Symptome einer Abhängigkeit hatte ich niemals. Ich hatte schon nach dem Feierabend oft Verlangen / Lust... mir was zu trinken. Dem bin ich leider auch zu oft nachgegangen, aber Suchtdruck hatte ich nicht. Ich wurde nicht nervös, wenn ich noch nicht trinken konnte oder so.
Okay, ich stelle dir trotzdem nochmal ein paar Fragen dazu:
Die WHO Kriterien sind ja:
1. Starker Wunsch oder Zwang die Substanz zu konsumieren.
[......]
Bei Punkt 1 bin ich mir unsicher, ob der auf mich so zutrifft, in der Klinik habe ich dem zugestimmt.
Wie hat sich das denn geäußert?
Konntest du es manchmal gar nicht mehr "aushalten" endlich Alk. zu trinken?
Heißt: hast du während der Arbeit "Abstecher" zum nächsten Supermarkt gemacht, dir dort eine oder mehrere Flaschen Bier gekauft und die noch im Auto getrunken? Oder hast du den Feierabend vorgezogen um zu Hause zu trinken? Hast du Termine bei deinen Patienten ausgelassen um i-wo Alk. zu konsumieren?
2. Verminderte Kontrollfähigkeit bzgl. Beginn, Beendigung und der Menge des Konsums.
[......]
Punkt 2 trifft auf mich auch zu, ich konnte oft die Menge meines Konsums nicht mehr bestimmen, habe einfach öfters kein Ende gefunden, wenn ich auf Feiern war.
Ist ein Symptom (trifft allerdings auch oft auf Missbräuchler zu)
3. Körperliches Entzugssyndrom
[......]
Punkt 3 trifft für mich nicht zu.
Okay
4. Nachweis einer Toleranz
[......]
Punkt 4: ich denke schon, dass ich in der Zeit eine Toleranz entwickelt habe, sonst hätte ich das Auto wohl nicht mehr gefunden. Allerdings hatte ich deutliche Ausfallerscheinungen (hab gelallt und konnte wohl auch nicht mehr gerade stehen oder gehen. Diesen "Test" zu Ausfallerscheinungen als der Arzt da war, habe ich aber verweigert, daran erinnere ich mich noch).
Sicher erhöht sich mit der Zeit die Toleranzgrenze. Bei dir war jedoch die Obergrenze längst erreicht und somit die Intoxikation.
5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Konsums.
[......]
Punkt 5 trifft auf mich auch nicht zu.
Ich habe meine Arbeit gemacht und habe mich weiter mit Freunden getroffen, um meine Tiere gekümmert und so weiter wie immer. Ich hatte auch niemals Fehltage, die irgendwas mit Alkohol zu tun hatten.
Okay
6. Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen.
[......]
Zu Punkt 6 wurde mir damals gesagt, dass dieser Punkt auch schon erfüllt ist, wenn man sich öfter in peinliche Situationen verstrickt. Das ist mir schon passiert, ja.
Körperliche Oder arbeitsrechtliche Folgen oder irgendwas auf der zwischenmenschlichen Ebene ist nicht passiert. Als mir der FS entzogen wurde, habe ich abrupt aufgehört zu trinken.
Wohl jeder von uns hat sich im Zustand der Alkoholisierung in Situationen begeben die im Nachhinein eher keine Glanzleistung waren, solange es dadurch nicht zu "schädlichen Folgen" kam ist das aber eher sekundär.
Wichtig ist doch das du an deiner Arbeitsstelle immer deinen Job gemacht hast, es nicht zu Konflikten mit deinem Vorgesetzten kam, oder es Beschwerden der Patienten gab.
In der Klinik gab es auch einen Vortrag zum Führerscheinentzug und da wurde uns ausdrücklich geraten offen in der MPU zu sagen, dass wir abhängig sind, denn dann bräuchte man nicht um den heißen Brei herum reden und verstrickt sich nicht in Widersprüche.
Ich frage mich gerade wer diesen Vortrag gehalten hat... :smiley2204:

Ich kann nach wie vor keine Alk.erkrankung deinerseits feststellen.
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Hallo Nancy, ich habe mir die Einteilung noch mal durchgelesen und würde mich da beim Missbrauch einordnen. Der Übergang ist wirklich fließend aber bei der Abhängigkeit treffen zu wenig Kriterien auf mich zu.

In der Therapie saßen wir am ersten Tag mit unserer Gruppe zusammen (20 Patienten) und wir wurden die sechs Kriterien abgefragt. Wie gesagt, es wurde sehr "großzügig" mit der Erfüllung der Kriterien umgegangen.

Das macht mir doch noch etwas Hoffnung auf früheres Bestehen der MPU und nicht erst im Juni nächsten Jahres.

Die Diagnose hat man dann ja wirklich ein mal dort stehen und kriegt sie nie wieder weg.. an meinem Abstinenzwillen halte ich aber trotzdem fest!

Kann ich die Akteneinsicht eigentlich schon mal einfordern oder geht das erst in einem bestimmten Zeitraum vor der MPU?

Ich könnte ja schon mal den großen Fragebogen ausfüllen die Tage, oder ?
 
Akteneinsicht kannst du nach Anforderung immer nehmen. Am besten überschaubar kurz vor versendung zum mpi...damit du auch alles siehst was der GA auch zu sehen bekommt
 
Hallo Nordstern,
Hallo Nancy, ich habe mir die Einteilung noch mal durchgelesen und würde mich da beim Missbrauch einordnen. Der Übergang ist wirklich fließend aber bei der Abhängigkeit treffen zu wenig Kriterien auf mich zu.
genau so sehe ich das auch. Missbrauch hast du definitiv betrieben, aber eine Abhängigkeit besteht nicht.
In der Therapie saßen wir am ersten Tag mit unserer Gruppe zusammen (20 Patienten) und wir wurden die sechs Kriterien abgefragt. Wie gesagt, es wurde sehr "großzügig" mit der Erfüllung der Kriterien umgegangen.
Also gar keine "Einzelsitzung" bei der Diagnose?
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Das erklärt natürlich einiges....
Das macht mir doch noch etwas Hoffnung auf früheres Bestehen der MPU und nicht erst im Juni nächsten Jahres.
Jepp:smiley711:
Die Diagnose hat man dann ja wirklich ein mal dort stehen und kriegt sie nie wieder weg.. an meinem Abstinenzwillen halte ich aber trotzdem fest!
Den will dir hier auch ganz sicher niemand ausreden. Wenn du künftig abstinent leben möchtest ist das die -für Dich- sicher richtige Entscheidung.
Kann ich die Akteneinsicht eigentlich schon mal einfordern oder geht das erst in einem bestimmten Zeitraum vor der MPU?
Akteneinsicht macht (wie Rübezahl schon schrieb) am meisten Sinn wenn die Akte versandbereit für das MPI ist. ABER, in deinem Fall könnte es auch vorab schon sinnvoll sein da hinein zu sehen, da du so erfahren kannst was bisher enthalten ist.
IdR funktioniert das auch mit der Einsicht. Es gibt allerdings auch SB die sich dagegen stellen sofern noch kein Neuantrag gestellt wurde. Heißt = solange kein laufender Verwaltungsakt im Gange ist, ist die Behörde nicht verpflichtet eine Einsicht zu gewähren.
Ich könnte ja schon mal den großen Fragebogen ausfüllen die Tage, oder ?
Ja klar, kannst du gerne machen :smiley138:
 
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