Das ist eine echt sehr gute Frage, die ich mir auch gestellt habe und wofür ich ca. 3–4 Monate gebraucht habe. Dafür habe ich quasi „Experimente“ angefangen.
Ich würde da noch einmal erwähnen, dass ich auf die MPU gar nicht gewartet habe und deswegen habe ich auf Promillegrenzen usw. nicht geachtet und ich hatte am Anfang in der Testphase keine direkten, klaren Regeln. Also, es war so: Am Anfang, nach dem Alkoholverzicht, habe ich am 5.10. beim Wasen mit meinem Kumpel und seinem Freundeskreis Bier konsumiert, ungefähr so viel wie vorher. Das Ziel war zu schauen, wie es wirkt und wie ich mich fühle.
Am Ende habe ich analysiert, dass es mir nicht mehr hilft, sondern ganz im Gegenteil: Ich fühle mich müde, weniger konzentriert, die Gefühle sind nicht mehr so klar. Insgesamt war auch die Kommunikation schlechter als im nüchternen Zustand.
Dann habe ich bis Ende Oktober wieder komplett abgelehnt, weil ich eher keine Zeit mehr hatte. Ende Oktober hatte ich meine Forschungspräsentation beim Kongress und war aktiv damit beschäftigt. Außerdem habe ich mit meiner Psychotherapeutin ein paar Strategien erarbeitet, damit ich weniger trinke. Aber ich hatte noch kein bestimmtes Ziel, weder bis wann, noch wie viel und überhaupt warum noch. Ich war mir in meiner Entscheidung nicht sicher.
Dann kam Ende Oktober, wo ich nach dem Kongress direkt 4 Wochen Urlaub in meiner Heimatstadt hatte, wo ich aufgewachsen bin, gelebt, studiert und bis 26 Jahre gearbeitet habe. Dort habe ich viele Freunde und Familie. Im Urlaub habe ich generell viel Alkohol konsumiert, häufiger als normal, weil ich jeden Tag draußen war und unter meinen Freunden und meiner Familie war. Diese meinten auch, dass ich, weil ich so viel arbeite und studiere, es „verdient“ habe, zum Erholen zu trinken, und es war normal.
Aber dieses Mal war es ganz anders: Ich habe weniger als 80 % Alkohol konsumiert. Einmal am Ende des Urlaubs habe ich wieder in hoher Menge getrunken, weil ich schauen wollte, ob die ersten Erfahrungen im Oktober vielleicht Zufall waren und ich es noch einmal testen wollte. Das Ergebnis war wie im Oktober, überwiegend negativ.
Sonst habe ich Alkohol entweder abgelehnt oder in kleinen Mengen konsumiert, aber ich hatte keine klaren Regeln, und es waren 1 bis 3/4 Bier. Überwiegend habe ich positive Rückmeldungen über mein neues Trinkverhalten bekommen und meine Freunde haben das akzeptiert.
Zum Beispiel: Ich war mit meinen Freunden einmal zu Hause und einmal im Restaurant bei einem langen Abendessen, wo ich vorher normalerweise getrunken habe, aber dieses Mal bin ich bei 2–3 Bier geblieben. Mit meinem Kumpel, mit dem ich auch meistens gefeiert und getrunken habe, bin ich dieses Mal bei mir zu Hause bei 2 Bier geblieben. Mit einer Freundin, mit der ich auch meistens gefeiert und getrunken habe, bin ich in der Bar bei 1 Bier geblieben.
Aber es gab einzelne Momente, in denen einige wollten, dass ich unbedingt trinke wie früher, und da habe ich „als Kompromiss“ ein bisschen mehr getrunken, 3 oder 4.
Danach habe ich meine inneren Motive im Dezember/Januar analysiert. Es war eher die Vaterrolle, die in meiner Erziehung eher passiv war. Er war zwar immer da in der Familie, aber ich habe nicht gelernt, meine Grenzen zu schützen und meine Wünsche zu priorisieren. Außerdem habe ich nicht gelernt, Entscheidungen zu treffen, ohne viel zu überlegen, ohne viel Angst zu haben, etwas falsch zu machen, und ohne ständig darüber nachzudenken, was andere denken.
Nachdem ich das bearbeitet und analysiert habe, habe ich im Januar/Februar angefangen, in unterschiedlichen Mengen zu konsumieren: 1, 2, 3, 4. Dabei habe ich festgestellt, dass es nicht um die Menge geht, sondern um die Wirkung, und habe meine Grenze nach meinem eigenen Wunsch festgelegt, unabhängig davon, was andere denken oder wollen. Sondern danach, was ich will, wie ich will und warum ich es will.
Dabei habe ich erkannt, dass ich Alkohol nur noch als Genuss, wie ein alkoholfreies Getränk, konsumieren möchte. Nach den Erfahrungen habe ich festgestellt, dass ich sofort aufhöre, sobald ich eine Wirkung spüre, wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche, d. h. wenn der Alkohol anfängt zu wirken.
Nach meiner Erfahrung kommt das meistens beim Essen eher nach dem 2. Getränk oder bei etwa 1,5, und ohne Essen eher nach dem ersten oder etwa 0,5–0,8 Getränk.
Das habe ich alles so analysiert und meine Prinzipien erarbeitet, festgestellt und verstanden. Und genau da, Anfang März, kam plötzlich die MPU und hat alles durcheinandergebracht, weil ich jetzt nicht mehr weiß, was ich machen soll

weil ich keine Labornachweise gemacht habe. Ich habe darauf überhaupt nicht gewartet und mich nicht vorbereitet. Das alles war aus meiner eigenen Motivation und meinem Wunsch heraus.