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Escooter 1.12 promille. Keine Ausfallerscheinungen.

Deine Antworten zeugen ja schon davon, dass du ein Alkoholproblem hast. Alkoholiker können auch monatelang Trinkpausen haben. Ich würde eher argumentieren, warum du dich von deinem alten Trinkverhalten distanzierst, warum war dein Konsum schädlich, dass du ihn jetzt änderst?
 
einmal das, ja..
und trotzdem:

Die Trinkpause steht in den Kriterien. Egal, ob jetzt mit oder ohne Nachweis-Unsicherheit aufgrund der neuen BK5,
Was wäre Deine Antwort? Immerhin hattest Du ja eine Trinkpause ...
Mein Grund und meine Antwort waren, dass ich klären wollte, warum ich überhaupt Alkohol getrunken habe und welche Effekte und welche Rolle das hatte. Brauche ich das überhaupt zu trinken oder habe ich es unbewusst aus Gewohnheit gemacht?
Dafür habe ich Zeit gebraucht, nämlich 3,5 Monate, in denen ich das intensiv in der Psychotherapie aufgearbeitet habe. Während dieser Zeit habe ich auch unterschiedliche Bücher gelesen, die mir geholfen haben, das Prinzip zu verstehen, z. B. Transaktionsanalyse von Eric Berne.
Am Anfang war ich eher zurückhaltend, in den ersten 2–4 Wochen, und ich habe die Situationen vermieden, in denen ich am meisten getrunken habe. Dabei habe ich analysiert, dass ich überwiegend Alkohol nur in Gesellschaft getrunken habe, weil es mir geholfen hat, besser zu kommunizieren und Gefühle auszudrücken.
Ich bin in einem kritischen Umfeld aufgewachsen und hatte unbewusst Angst vor Kritik und war „schüchtern“. Danach habe ich angefangen zu testen, wie ich mich ohne Alkohol fühle, in den Situationen, in denen ich zuvor überwiegend getrunken habe.
Ich hatte schon früher Phasen, etwa 1–2 Mal pro Jahr, in denen ich nicht getrunken habe, z. B. während der orthodoxen Fastenzeit vor Ostern oder Weihnachten, die etwa 40–49 Tage dauern. Aber damals habe ich das nicht bewusst reflektiert.
Ich war zum Beispiel Mitte August alleine in Kroatien für fünf Tage auf einem Festival. Dort habe ich komplett auf Alkohol verzichtet und hatte viel klarere und intensivere Gefühle, war viel konzentrierter und energiegeladener als unter Alkohol. Außerdem hatte ich keinen Kater und keine Abgeschlagenheit am nächsten Tag, was mir besonders gefallen hat.
Ich bin auch alleine in Stuttgart in eine Bar gegangen und habe nur alkoholfreie Getränke getrunken. Das Ergebnis war das gleiche, und ich konnte sogar viel besser in Kommunikation kommen, weil ich mich besser konzentrieren konnte und energiegeladener war als unter Alkohol.
Beim Date habe ich ebenfalls auf Alkohol verzichtet und auch hier die gleichen Erfahrungen gemacht.

P.S. Ich hoffe, ich habe deine Frage beantwortet. Ich habe versucht, möglichst kompakt zu schreiben, damit du nicht zu lange liest :)
 
ok.. das dürfte dem Gutachter genügen. Jetzt wird er nachfragen: wenn das ohne Alkohol so supertoll ist - wofür dann noch der risikoarme Konsum?
 
Das ist eine echt sehr gute Frage, die ich mir auch gestellt habe und wofür ich ca. 3–4 Monate gebraucht habe. Dafür habe ich quasi „Experimente“ angefangen.
Ich würde da noch einmal erwähnen, dass ich auf die MPU gar nicht gewartet habe und deswegen habe ich auf Promillegrenzen usw. nicht geachtet und ich hatte am Anfang in der Testphase keine direkten, klaren Regeln. Also, es war so: Am Anfang, nach dem Alkoholverzicht, habe ich am 5.10. beim Wasen mit meinem Kumpel und seinem Freundeskreis Bier konsumiert, ungefähr so viel wie vorher. Das Ziel war zu schauen, wie es wirkt und wie ich mich fühle.
Am Ende habe ich analysiert, dass es mir nicht mehr hilft, sondern ganz im Gegenteil: Ich fühle mich müde, weniger konzentriert, die Gefühle sind nicht mehr so klar. Insgesamt war auch die Kommunikation schlechter als im nüchternen Zustand.
Dann habe ich bis Ende Oktober wieder komplett abgelehnt, weil ich eher keine Zeit mehr hatte. Ende Oktober hatte ich meine Forschungspräsentation beim Kongress und war aktiv damit beschäftigt. Außerdem habe ich mit meiner Psychotherapeutin ein paar Strategien erarbeitet, damit ich weniger trinke. Aber ich hatte noch kein bestimmtes Ziel, weder bis wann, noch wie viel und überhaupt warum noch. Ich war mir in meiner Entscheidung nicht sicher.
Dann kam Ende Oktober, wo ich nach dem Kongress direkt 4 Wochen Urlaub in meiner Heimatstadt hatte, wo ich aufgewachsen bin, gelebt, studiert und bis 26 Jahre gearbeitet habe. Dort habe ich viele Freunde und Familie. Im Urlaub habe ich generell viel Alkohol konsumiert, häufiger als normal, weil ich jeden Tag draußen war und unter meinen Freunden und meiner Familie war. Diese meinten auch, dass ich, weil ich so viel arbeite und studiere, es „verdient“ habe, zum Erholen zu trinken, und es war normal.
Aber dieses Mal war es ganz anders: Ich habe weniger als 80 % Alkohol konsumiert. Einmal am Ende des Urlaubs habe ich wieder in hoher Menge getrunken, weil ich schauen wollte, ob die ersten Erfahrungen im Oktober vielleicht Zufall waren und ich es noch einmal testen wollte. Das Ergebnis war wie im Oktober, überwiegend negativ.
Sonst habe ich Alkohol entweder abgelehnt oder in kleinen Mengen konsumiert, aber ich hatte keine klaren Regeln, und es waren 1 bis 3/4 Bier. Überwiegend habe ich positive Rückmeldungen über mein neues Trinkverhalten bekommen und meine Freunde haben das akzeptiert.
Zum Beispiel: Ich war mit meinen Freunden einmal zu Hause und einmal im Restaurant bei einem langen Abendessen, wo ich vorher normalerweise getrunken habe, aber dieses Mal bin ich bei 2–3 Bier geblieben. Mit meinem Kumpel, mit dem ich auch meistens gefeiert und getrunken habe, bin ich dieses Mal bei mir zu Hause bei 2 Bier geblieben. Mit einer Freundin, mit der ich auch meistens gefeiert und getrunken habe, bin ich in der Bar bei 1 Bier geblieben.
Aber es gab einzelne Momente, in denen einige wollten, dass ich unbedingt trinke wie früher, und da habe ich „als Kompromiss“ ein bisschen mehr getrunken, 3 oder 4.
Danach habe ich meine inneren Motive im Dezember/Januar analysiert. Es war eher die Vaterrolle, die in meiner Erziehung eher passiv war. Er war zwar immer da in der Familie, aber ich habe nicht gelernt, meine Grenzen zu schützen und meine Wünsche zu priorisieren. Außerdem habe ich nicht gelernt, Entscheidungen zu treffen, ohne viel zu überlegen, ohne viel Angst zu haben, etwas falsch zu machen, und ohne ständig darüber nachzudenken, was andere denken.
Nachdem ich das bearbeitet und analysiert habe, habe ich im Januar/Februar angefangen, in unterschiedlichen Mengen zu konsumieren: 1, 2, 3, 4. Dabei habe ich festgestellt, dass es nicht um die Menge geht, sondern um die Wirkung, und habe meine Grenze nach meinem eigenen Wunsch festgelegt, unabhängig davon, was andere denken oder wollen. Sondern danach, was ich will, wie ich will und warum ich es will.
Dabei habe ich erkannt, dass ich Alkohol nur noch als Genuss, wie ein alkoholfreies Getränk, konsumieren möchte. Nach den Erfahrungen habe ich festgestellt, dass ich sofort aufhöre, sobald ich eine Wirkung spüre, wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche, d. h. wenn der Alkohol anfängt zu wirken.
Nach meiner Erfahrung kommt das meistens beim Essen eher nach dem 2. Getränk oder bei etwa 1,5, und ohne Essen eher nach dem ersten oder etwa 0,5–0,8 Getränk.
Das habe ich alles so analysiert und meine Prinzipien erarbeitet, festgestellt und verstanden. Und genau da, Anfang März, kam plötzlich die MPU und hat alles durcheinandergebracht, weil ich jetzt nicht mehr weiß, was ich machen soll :D weil ich keine Labornachweise gemacht habe. Ich habe darauf überhaupt nicht gewartet und mich nicht vorbereitet. Das alles war aus meiner eigenen Motivation und meinem Wunsch heraus.
 
Dabei habe ich erkannt, dass ich Alkohol nur noch als Genuss, wie ein alkoholfreies Getränk, konsumieren möchte. Nach den Erfahrungen habe ich festgestellt, dass ich sofort aufhöre, sobald ich eine Wirkung spüre, wie Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche, d. h. wenn der Alkohol anfängt zu wirken.
check :)
 
:)

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was mir noch eingefallen ist:
Viele Gutachter wollen bei dem Thema eine Alkoholberechnung, dem TÜV reicht die Grobschätzung (Dekra will meines Wissens Widmark).
Hast Du die auf dem Kasten?

und:
Hätte ich noch gesagt dass meine klare regeln ist aktuell bis max 2 Getränke.
ist zwar das nächste Level, aber kennst Du die Kriterien für A2-kontrolliertes Trinken? Nur so als Orientierung?
 
:)

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was mir noch eingefallen ist:

ist zwar das nächste Level, aber kennst Du die Kriterien für A2-kontrolliertes Trinken? Nur so als Orientierung?
Soweit ich recherchiert habe und gelesen und verstanden habe, gilt das beim Alkoholmissbrauch: Man trinkt nur zu besonderen Anlässen 1–2 Getränke, wie z. B. an Geburtstagen oder Feiertagen, bis maximal 10–12 Mal im Jahr.

P.s Missbrauch heißt grob gesagt, dass man ohne Alkohol etwas nicht schaffen oder tun könnte, was man eigentlich machen wollte.
 
ok. Ich geb Dir mal ein paar Eckpunkte:
  • Keine Spirituosen
  • Beurteilungskriterien: Max. 24 g (max. 1,5 Flaschen Bier pro Tag Männer, 1 Fl. Bier tägl. Frauen
  • Langsam, kleine Schlucke, Pausen (genussvoll); max. 1 Getränkeeinheit pro Stunde (0,2 Bier, 0,1 Wein)
  • Nicht täglich, mindestens 1-2 abstinente Tage pro Woche
  • Nicht während der Arbeit, oder anderen Verpflichtungen, nicht auf leeren Magen, nicht zum Durstlöschen, nur zu bestimmten
    Zeiten (nicht vor 18:00 Uhr)
  • Nicht, wenn der Arzt davon abrät
  • Nicht dort, wo früher zu viel getrunken wurde
  • Nicht mit Personen oder Gruppen, die viel trinken
  • Nicht, wenn andere dazu drängen
  • Nicht, wenn man sich schlecht fühlt
  • Nicht, wenn man ein starkes Bedürfnis nach Alkohol hat
  • Nicht, um eine konkrete Wirkung zu erzielen
  • Nie, wenn man Medikamente einnimmt
  • Nie bei Schwangerschaft
  • Nie beim Autofahren
  • Nie, bei der Ausübung gefährlicherTätigkeiten

Überprüfe dein vergangenes "risikoarmes Trinken" mal anhand dieser Liste
Und: ein paar begleitende Leberwerte vom Hausarzt könnten den Gutachter (ganz jenseits normaler Nachweise) beruhigen.
 
Zuletzt bearbeitet:
ok. Ich geb Dir mal ein paar Eckpunkte:
  • Keine Spirituosen
  • Beurteilungskriterien: Max. 24 g (max. 1,5 Flaschen Bier pro Tag Männer, 1 Fl. Bier tägl. Frauen
  • Langsam, kleine Schlucke, Pausen (genussvoll); max. 1 Getränkeeinheit pro Stunde (0,2 Bier, 0,1 Wein)
  • Nicht täglich, mindestens 1-2 abstinente Tage pro Woche
  • Nicht während der Arbeit, oder anderen Verpflichtungen, nicht auf leeren Magen, nicht zum Durstlöschen, nur zu bestimmten
    Zeiten (nicht vor 18:00 Uhr)
  • Nicht, wenn der Arzt davon abrät
  • Nicht dort, wo früher zu viel getrunken wurde
  • Nicht mit Personen oder Gruppen, die viel trinken
  • Nicht, wenn andere dazu drängen
  • Nicht, wenn man sich schlecht fühlt
  • Nicht, wenn man ein starkes Bedürfnis nach Alkohol hat
  • Nicht, um eine konkrete Wirkung zu erzielen
  • Nie, wenn man Medikamente einnimmt
  • Nie bei Schwangerschaft
  • Nie beim Autofahren
  • Nie, bei der Ausübung gefährlicherTätigkeiten

Überprüfe dein vergangenes "risikoarmes Trinken" mal anhand dieser Liste
Danke noch mal, dass du die Punkte aufgeschrieben hast.
Tatsächlich habe ich unter der Woche davor auch kaum getrunken, sondern nur am Freitag und Samstag. Auf leeren Magen vermeide ich es ebenfalls, weil es sofort wirkt, und deswegen bevorzuge ich es, beim Essen oder eher nach dem Essen zu trinken.
Spirituosen habe ich davor auch nicht gemocht; die habe ich eher wegen der Wirkung getrunken.
Beim Autofahren hatte ich die Regel, dass ich nicht einmal bis zur erlaubten Grenze getrunken habe, also eine 0,0-Promille-Regel. Nur nach dem Delikt habe ich auch auf den Alkoholrest nicht geachtet, es sei denn, dass ich mit Restalkohol ca. 10-mal gefahren bin. Aber ich habe mindestens 6–8 Stunden vorher aufgehört und ausgeschlafen. Wenn ich zu viel getrunken hatte, konnte ich wegen Kater und Abgeschlagenheit sowieso nicht aufstehen.
Ich denke, dieses Thema spreche ich nur dann an, wenn ich danach gefragt werde.
Letztendlich gehe ich auch nicht mehr so oft in Bars oder Clubs wie früher, vielleicht 1–2 Mal pro Monat.
 
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