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FB Alkohol Wiederholungstäter 2,8 ./.

Hallo an alle,

noch zwei Wochen, dann ist es (endlich) soweit.

Ich fühle mich gut vorbereitet und habe heute noch einmal beim Institut nachgefragt, wie ich die Nachweise mitbringen darf. Die Nachweise müssen im Original vorgelegt werden, allerdings nicht in Klarsichthüllen, da sie abgestempelt werden. Die Originale kann ich auf Wunsch wieder zurückbekommen. Alternativ kann ich auch Kopien mitbringen, die dort mit den Originalen verglichen werden. Das hatte ich mir so erhofft und meine Unterlagen bereits entsprechend vorbereitet, denn inzwischen ist es ein ganzes Pamphlet geworden.

Jetzt komme ich zu dem Punkt, der mich im Moment am meisten beschäftigt. Deshalb muss ich mir hier im Forum einfach etwas Luft machen.

Der für mich wichtigste Nachweis fehlt noch: die Bescheinigung über die fast zweijährige Begleitung durch die DROB. Meine Suchtberaterin hat mir gesagt, dass sie aktuell so viel zu tun hat, dass sie nicht sagen kann, wann sie den Bericht fertigstellen wird.

Natürlich ist noch etwas Zeit. Zur Not habe ich meinen Kalender, in dem jeder einzelne Termin abgezeichnet wurde. Trotzdem gehe ich mit einem unguten Gefühl in die letzten zwei Wochen, wenn ausgerechnet dieser Bericht fehlen sollte. Gerade weil die Arbeit mit der DROB für meinen Weg und meine Entwicklung so wichtig war.

Ich hoffe jetzt einfach, dass es doch noch klappt. Weil Nachreichen finde ich jetzt echt bescheiden.
 
Ja genau @joost, jetzt ist es ein ganz anderes Vorgehen.

Klar kann ich mich inzwischen wieder so weit beruhigen, dass ich mich ablenken kann. Zum einen habe ich mir hier durch das Schreiben einmal Luft gemacht. Auf der Heimfahrt von der Arbeit – mein Vater fährt mich ja derzeit – musste er sich meinen Frust anhören. Er ist ein sehr geduldiger Zuhörer (und kann im Auto auch nicht weg ;-)) und weiß mittlerweile, dass ich manchmal einfach alles loswerden möchte, ohne dass er mir direkt Ratschläge gibt.

Trotzdem habe ich ihn gefragt, was er von der Situation hält. Natürlich sind das nur Mutmaßungen, aber vielleicht steckt auch ein kleiner wahrer Kern in seiner Sichtweise. Er meint, die Suchtberaterin teste mich vielleicht ein Stück weit darin, nicht immer alles perfekt machen zu wollen.

Dann ist die MPU-Mappe eben nicht bis ins kleinste Detail geplant und vollständig. Wahrscheinlich wird das auch gar nicht verlangt. Ich könnte meine Veränderungen und meine Entwicklung vermutlich auch so schon überzeugend darstellen.

Manchmal möchte ich auch einfach mal maulen. Immer nur super vorbildlich und besonnen zu reagieren, setzt mich irgendwann auch unter Druck.

Naja, und eine Tafel Schokolade musste diesmal ebenfalls dran glauben – und nein, das ist keine Suchtverlagerung. Am Anfang meiner Reise bin ich in solchen Situationen noch deutlich häufiger rauchen gegangen. Das hat sich ganz nebenbei ebenfalls stark reduziert. Seit einigen Monaten gibt es in einer Woche mehr rauchfreie als Rauchtage.

Und auch hier gilt für mich: Es muss nicht alles perfekt sein. Veränderung bedeutet nicht, plötzlich alles richtig zu machen. Es bedeutet für mich vielmehr, mit schwierigen Situationen anders umzugehen als früher – und dabei auch mal zu schimpfen, Schokolade zu essen oder einfach schlechte Laune zu haben, ohne gleich in alte Muster zurückzufallen.

Ein altes Verhaltensmuster wäre in einer solchen Situation gewesen, sofort zu denken: „Ich schaffe das nicht.“ Dann hätte ich versucht, mir Mut anzutrinken, die DROB anzurufen und nach einer für mich nicht zufriedenstellenden Antwort weiterzutrinken.
 
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