11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?
Von 1998 -2000 Konsumierte ich bei Schulfreunden.-
2000-2019 Trank ich Überwiegend mit den Arbeitskollegen die zu dieser Zeit wie Freunde waren. Hauptsächlich wurde in der Kneipe, Bars und in Discotheken getrunken.
2019 bis Ende 2023 konsumiert ich ausschließlich auf Familienfeiern.
Ende 2023 bis zur 2 Alkoholfahrt am 14.7.24 habe ich alleine getrunken.
12. Warum haben Sie getrunken?
(Innere + äußere Motive)
Alkohol habe ich hauptsächlich als, Problemlöser, (verdrängen meiner Gefühle, des alleine seins und der Sorgen des verlassen werden, verdrängen und wegschieben von Streitigkeiten Konsumiert. Ich wollte der Realität und der Wahrheit oft schlecht bis gar nicht ins Gesicht blicken. Als mein Vater uns Verlies und den Kontakt abgebrochen hatte, musste ich schnell Erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Arbeiten die zuhause anfielen mussten von mir und meinen Schwestern erledigt werden, Geschah dies nicht drohten Hausarrest, Zimmerarrest oder verbot meinen Sport nachzugehen (Fußball im Verein). Für Gefühle oder Ängste hatte meine Mutter keine Zeit. Probleme wurden nie ausgesprochen oder thematisiert und somit Tod geschwiegen, und unter den Tisch gekehrt. So konnte ich eine emotionale Beziehung mit einer Erwachsenen Person nie aufbauen. Ich habe nie gelernt mich zu öffnen und meine Sorge und Ängste richtig auszusprechen oder ehrlich zu kommuniziere, Ich konnte mich nie öffnen da ich es in meiner Kindheit von meiner Mutter immer vorgelebt bekommen habe, dass man seine Sorgen nicht öffentlich Kund tut, weil man sonst in der Gesellschaft Unter geht und als schwach angesehen wird. Ich habe in frühster Kindheit gelernt das in meiner Familie Probleme mit Alkohol verdrängt wurden und Konflikte nie offen und ehrlich angegangen worden sind, sondern sie wurden unter den Teppich gekehrt. Mir wurde nie wirklich zugetraut dass ich es schaffen könnte einen Beruf zu erlernen und dort Erfolgreich zu sein. In der Schule war ich nicht der Beste und meine Noten waren meist Unterdurchschnittlich, dadurch musste ich mir regelmäßig von meinen Lehrern und meiner Mutter an hören dass aus mir nie was werden würde. Das Nagte immer sehr an meinem Selbstwertgefühl.
Streitereien mit der Familie schob ich vor mir her, da diese mich überforderten. Zu dieser Zeit versuchte ich durch Rebellion irgendwie auf mich aufmerksam zu machen. Dies schadete jedoch der Beziehung zu meiner Mutter immer mehr. Später unterdrückte ich meine Überforderungen in extremen Stress Situationen und der körperlichen Belastung meines Berufes. Das Bedürfnis immer stark zu sein und keine Angriffsfläche zu bieten zog sich wie ein Roter Faden durch mein Leben. Ich missbrauchte den Alkohol als Ventil um alles zu vergessen und letzten Endes vor mir herzuschieben um mich ja nicht damit auseinandersetzen und/oder damit befassen zu müssen. Ich machte alle Konflikte mit mir selbst aus. (Zumindest dachte ich das). Ich Fraß alles in mich rein. Ich wollte es meiner Familie immer beweisen das ich es alleine schaffe und alles im Griff habe. Ich habe versucht über meine Beruflichen Laufbahn Aufmerksamkeit von meiner Familie zu bekommen, dass ich mein Leben perfekt sei, weil sie mir es nie zugetraut haben Privaten sowie beruflichen Erfolg zu haben.
In meinem Beruf konsumierte ich Alkohol um Anschluss an Arbeitskollegen zu bekommen um nicht alleine zu sein. Ich konsumierte ihn um mich in der Gruppe zu profilieren und einen vermeintlich gewissen Platz dort einzunehmen. Persönliche Beleidigungen meiner Chefs waren an der Tagesordnung, wenn es nicht so lief wie er sich es Vorstellte, diese zogen mich oft runter und ich fühlte mich als ein nichts.
Ich wollte keine Schwäche nach außen zeigen. Über die Schattenseiten der Sternegastronomie habe ich nie gesprochen, denn dann hätte ich zugeben müssen das es nicht immer schöne Zeiten gegeben hat und der druck sehr hoch war. Dass man als angestellter nicht viel wert war, außer eine billige Arbeitskraft und schnell weg vom Fenster ist, wenn man Gefühle oder Private Probleme mit auf die Arbeit nehmen würde. Es Zählte nur 100% Leistung.
Als unser Kind geboren wurde war die Freude riesig und die Welt war scheinbar in Ordnung. Doch tief in mir verspürte ich große Unsicherheit. Werde ich meiner Rolle als Vater gerecht? Bin ich in der Lage es besser zu machen wie meine Eltern? Welche Fehler haben mich als Kind negativ beeinflusst die ich auf alle Fälle vermeiden will? Ich setzte mich unterbewusst selbst sehr unter Druck. Viele negative Erinnerungen kamen immer wieder zum Vorschein.
Im Alltag drehte sich alles um unser Kind und es war gefühlt keine Zeit für mehr, um unsere eigenen Bedürfnisse als Ehepaar auszuleben oder zu erfüllen. Stück für Stück lebten wir uns auseinander, und wir merkten es nicht einmal. Wir lebten wir zwar in einer häuslichen Gemeinschaft, eine Ehe war dies aber nicht mehr.
Wir nahmen uns keine gemeinsame Zeit mehr um uns etwas Gutes zu tun. Jeder kam nur noch seinen Pflichten nach. (Kind, Haus, Arbeit). Ich dachte einige male darüber nach, dieses Thema anzusprechen, schob es aber immer wieder vor mir her, da ich nicht wusste wie ich es ansprechen soll. Wie all die Jahre zuvor wenn es schwierig wurde, verdrängte ich meine Gefühle und Gedanken um einen eventuellen Streit aus dem weg zu gehen, weil ich schon in meiner Kindheit nicht lernte mit meinen Sorgen herauszukommen und darüber zu sprechen. Ich hatte Angst meine Frau damit zu verletzen und wollte dass sie nicht denkt, ich würde glauben unser Kind sei dran schuld. Diese Gedanken frass ich in mich hinein, unterdrückte sie und schob sie vor mir weg. Ich fing wieder das trinken an und erhöhte die Menge schnell.
Durch den wieder erhöhten Alkoholkonsum wurde das Verhältnis immer schlechte zwischen meiner Frau und mir. Es kam immer regelmäßiger und häufiger zu Streitigkeiten. Das größte Streitthema war mein Alkoholkonsum, sie glaubte mir meine fadenscheinigen aus reden die ich ihr präsentierte nicht mehr. (Es sei nur eine Phase, ich hatte großen Stress in der Arbeit) Sie bat mich mehrmals professionelle Hilfe zu holen um mein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen. Darauf reagierte ich mit Ablehnung und Wut und nahm dies als ein Angriff auf mich selbst war. Ich leugnete die Warnsignale meiner Frau und nahm sie nicht ernst. Im Februar 2024 sagte sie mir, sie könne so nicht weitermachen und sie trennt sich von mir, um sich selbst und unser Kind vor mir zu schützen. Da versank ich im Gefühlschaos. Ich habe als Ehemann und Vater versagt, alles was ich in meinem Leben besser machen wollte als meine Eltern ist gescheitert. Es mischte sich Wut, Enttäuschung und die sorge und Angst ein. Wie soll es weitergehen mit der Erziehung unseres gemeinsamen Kindes, werde ich es regelmäßig sehen dürfen? Habe ich dann noch ein Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen? oder würde sie mich übergehen. Ich hatte große Angst das sie mir mein Kind entziehen könnte und ein Umgangsverbot erwirken wollen würde. All diese Gedanken machten mich fertig und zogen mich immer weiter runter. Die Finanzielle Lage (was passiert mit dem gemeinsamen Haus) kam zu dem noch oben drauf. Die Häusliche Trennung war für mich der Supergau der Gefühle und ich verlor dass bisschen Kontrolle dass ich noch über mich hatte völlig. Das hat mich vollkommen aus der Bahn geworfen und ich Tank immer mehr um diese negativen Schmerzen und Ängste die mich innerlich zerstörten, aus meinem Kopf zu bekommen. Alte Trinkgewohnheiten waren wieder zu 100% da und der Alkohol diente mir als Seelentröster wie ich es Jahre davor auch schon immer gemacht habe, wenn das Leben gerade mal wieder schwierig war.
Wir vereinbarten das mein Kind alle 4 Tage am Wochenende zu mir kommt und bei mir schläft. Anfangs vermied ich das trinken wenn er bei mir war, was gut funktionierte. Mit den Wochen scheiterte aber auch dieses vorhaben dass ich mir als Ziel gesetzt habe.
Als mein Kind eines Tages zu mir kam und merkte das ich Getrunken hatte wollte es nicht bei mir bleiben und fuhr mit seiner Mutter wieder nach Hause. Meine Frau sagte zu mir, wenn ich weiter so mache dürfte ich ihn nur noch in Begleitung von ihr sehen.
Ich wollte meinem Kind immer eine Perfekte Familie bieten. Ich wollte ihm das Gefühl geben dass er immer zu mir kommen kann egal welche Sorgen und Bedürfnisse er hat und nicht die Angst haben muss das ich ihn nicht ernst nehmen würde, so wie es bei mir war. Ich wollte ihm mehr Geborgenheit geben als ich in der Kindheit selbst hatte. Mein Anspruch war ihm ein besserer Vater zu sein wie ich ihn selber hatte. Ich habe Versagt und der Gedanke und das Gefühl alles falsch gemacht zu haben was ich mir als Ziel gesetzt hatte war für mich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ertragbar. Ich verkroch mich immer mehr in Selbstmittleid und Selbstzweifel.
13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)
Bei wenig Alkohol habe ich eine beruhigende Wirkung verspürt, ich wurde lockerer sah alles nicht mehr so verbissen, eine gewisse Entspannung trat ein. Mit dem gesteigerten Abholgenuss grübelte ich viel über vieles nach, zweifelte viel an mir und redete mir meine Probleme, Ängste und Sorgen am Ende immer schön, Hauptsache ich musste der Realität und Wahrheit nicht ins Auge sehen. Dadurch konnte ich gefühlt besser verdrängen, der Stress viel von mir ab, eine gewisse gleich Gültigkeit setzte ein. Dies funktionierte allerdings nur am Angang meiner Alkoholhistorie und nur für kurze Zeit. Das trügerische war jedoch das mit immer mehr zunehmenden Problemen der Konsum mehr werden musste um den gewünschten Effekt zu erlangen. Dies schlug immer mehr in missbräuchlichen Konsum und ins Gegenteil um. Ich versank immer öfter in Selbstmitleid, Selbst Hass, Traurigkeit. Aus dieser Situation kam ich nicht mehr raus. Ich Überschätzte mich selbst und nahm Gefahren nicht mehr wahr. Meine Risikobereitschaft stieg immer mehr an. Ich Stellte alles in Frage, wurde Unzufrieden und teilweise wütend. Andere Meinungen wollte ich nicht akzeptieren. Ein normales Gespräch war nicht mehr möglich, da ich alles als Angriff auf meine Person sah. Mit gesteigertem Konsum verschwamm meine Wahrnehmung immer mehr und ich entwickelte eine hohe Giftfestigkeit. Am Tag nach dem Konsum ging es mir schlecht, Kopfschmerzen, Unwohlsein. Ich war antriebslos und es war nichts mit mir anzufangen. Ich hatte ein schlechtes Gewissen gegen über anderer Menschen. Ich funktionierte irgendwie, kam meinen Pflichten nur mäßig nach. Dies hielt mich aber nicht davon ab immer wieder mein Verlangen nach Alkohol zu befriedigen und nahm den nächsten Tag billigend in Kauf das es mir nicht gut gehen würde. Heute ist mir bewusst dass ich Jahrelang versucht habe mit meine sozialen Defizite mit Alkohol herunter zu Spülen und zu verdrängen. Ich habe sehr viel Lebenszeit sinnlos verschwendet, Dies ist mir heute klar und ich möchte niemals mehr in diesen Zustand zurückehren.
Für die User, die als Trinkmotiv eine Steigerung des eigenen Selbstbewusstseins erkannt haben (und dies bei der MPU auch so anführen), ergibt sich eine weitere Frage:
13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?
(Zum Hintergrund der Frage kann hier nachgelesen werden:
KLICK)
14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?
Ja. Ich habe eine hohe Toleranzentwicklung gemerkt in dem ich immer mehr Alkohol trinken musste um den gewünschten Effekt der Verdrängung zu erreichen. Ich vernachlässigte meine Sozialen Kontakte und zog stattdessen immer öfter den Konsum vor. Meine Frau sprach mich
während der Eheprobleme sowie in der Trennungsphase mehrmals auf das viele Trinken an und ich ignorierte diese Warnsignale.
Außerdem Fragte mich meine Sekretärin mehrmals ob alles in Ordnung bei mir sei, da ich Öfter nicht Fit in die Arbeit kam und starke Alkoholausdünstungen hatte.
Mein bester Freund äußerte auch seine Sorgen nachdem meine Frau mit Ihm sprach und ihre starken bedenken äußerte. Ich erfand immer wieder fadenscheinige ausreden und tat alles als eine Phase ab die ich im Griff habe und lenkte von unangenehmen Fragen ab.
15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?
Der Alkoholkonsum bestimmte große Phasen meines Lebens und ich richtete oft meine Freizeit danach aus. Ich Interessierte mich kaum für andere Aktivitäten oder andere Menschen.
Ich ging auf Familientreffen oder Freunde treffen nicht mehr mit und zog mich immer weiter zurück. Wenn ich mal dabei war fand Gesellschaft verträglicher Konsum selten statt.
Durch den wieder angefangenen extremem Alkoholkonsum verstärkten sich die Eheprobleme immer mehr.
Mein Kind nahm diese drastische Veränderung an meiner Persönlichkeit wahr und verschloss sich vor mir.
Ich ging meiner Arbeit nicht mehr richtig nach. Ich war zwar anwesend aber mit mir war nichts anzufangen.
Es kam zur Trennung und ich zog aus dem gemeinsamen Haushalt aus.
Es kam zum Entzug der Fahrerlaubnis.
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben. Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.
2003-2012 war ich sehr viel als Koch unterwegs um verschiedene Küchenstile wie möglich kennen zu lernen. In dieser Zeit war ich hauptsächlich in Guide Michelin Sterne ausgezeichneten Restaurants tätig. Mit diesen Herausforderungen entwickelte sich ein hoher Belastungsdruck (Körperlich wie Psychisch) um der geforderten Qualität gerecht zu werden und den hohen Belastungen stand zu halten griff ich immer öfter zur Flasche um dem ganzen Herr zu werden und zu entfliehen. Ich liebte diese Art zu Kochen, gestand mir aber nicht ein, dass ich den permanenten Stress nicht gewachsen war.
Als die Eheprobleme begannen fing der extreme Alkoholkonsum wieder an. Ich war mit der Ständigen Streiterei Überfordert und hatte große Angst meine Familie zu verlieren. Ich habe nicht realisiert dass der Alkohol alles noch viel schlimmer machte und am Ende ein großer Auslöser für die Trennung war.
17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?
Ja ich habe mehrfach die Kontrolle über meine Trinkmenge sowie über jegliches maß an Sozialverträglichen Konsum verloren. Bei beiden Trunkenheitsfahrten mit Unfallflucht war dies auch der Fall.
18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?
Ich habe es einige male versucht ca. 8mal einen längeren Zeitraum völlig auf Alkohol zu verzichten Ich setzte mir ein Ziel von 3 Wochen was ich auch einhielt Nach dieser Zeit fing ich mit dem Konsum wieder an.
19. In welcher Kategorie eines Alkohol trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein?
(mit Begründung)
Früher sah ich meinen extremen Alkohol Konsum als nicht bedenklich an. Ich machte mir diesbezüglich wenig Gedanken, da ich mich ausschließlich in einem Kreis bewegte in dem regelmäßig viel Alkohol getrunken wurde. Somit empfand ich es als normal und stellte es nicht in Frage.
Ich Stufe mich heute als extremem Missbräuchlichen Trinker ein, mit starker Neigungen zum Gammatrinker. Ich verlor immer öfter die Kontrolle über meinen Konsum und Trank mich in einen Rausch und konnte meine Grenzen nicht mehr definieren. Ich hatte zwar noch keine Körperlichen Entzugserscheinungen, Psychische prägten sich aber immer mehr aus. Mir viel es immer schwerer nach 3 Bier aufzuhören. Obwohl mir bewusst war dass ich aufhören muss, trank ich weiter.
Heute und in Zukunft
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit
Nein ich trinke keinen Alkohol mehr und lebe Abstinent