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Negativ Gutachten verkehrs-/strafrechtliche Bestimmungen verstoßen wird

hallo zusammen,

Puh... Julchen,
Da steht sie schwarz auf weiß meine gesamte, unbewusste Lebensstruktur.

Auf deine Frage Was fällt dir auf? gibt es für mich nur eine ehrliche Antwort: Mir fällt auf, dass mein altes König-Ego an dieser Stelle immer noch heimlich versucht, die Kontrolle zu behalten und den alten Schmerz wegzudrücken.
Wenn ich ganz tief in mich gehe, erkenne ich durch eure Brille zwei massive Punkte.
  1. Warum mein Königreich wirklich zusammenbrach:
    Als mein Bruder geboren wurde, brach für mich eine Welt zusammen. Mein ganzer Wert hing an der Anerkennung meines Vaters durch Leistung. Und plötzlich war da dieser kleine Junge, und mein bisheriges System funktionierte nicht mehr. Ich habe trotz Leistung kein Lob mehr bekommen. Ich fühlte mich komplett hilflos, weggestoßen, wertlos und nicht geliebt. Weil ich mit dieser Lähmung nicht umgehen konnte, kam die Wut auf meinen Bruder. Und ich habe damals unbewusst gelernt: Wenn ich durch Leistung nicht gesehen werde, dann eben durch Rebellion Alkohol, Drogen, Stress machen und auffallen um jeden Preis. Das war der Startschuss für meine spätere katastrophale Laufbahn.


  2. Der versteckte Groll heute (Das "totaler Durchschnitt" und das "Lach"):
    Karl-Heinz hat das absolut richtig erfühlt und mir brennt die Asche auf dem Kopf, wenn ich das jetzt einsehe. Dass ich meinen Bruder als totalen Durchschnitt bezeichne und ein (Lach) dahintersetze, ist die pure Abwehrhaltung meines alten Egos. Das ist der alte König in mir, der immer noch zutiefst verletzt darüber ist, dass dieser durchschnittliche Junge ihm damals die Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern geraubt hat. Indem ich ihn unbewusst abwerte, versucht mein Ego sich wieder stark und mächtig zu fühlen, weil er ja im Gegensatz zu mir nur Durchschnitt ist und ich der Manager war.
Die harte Wahrheit ist:
Mein Bruder hat genau das geschafft, was ich nie konnte. Er war bodenständig, er war kritikfähig, er war diszipliniert mit seinen Gefühlen und musste niemandem etwas beweisen. Er durfte einfach er selbst sein, während ich mein Leben lang eine Rolle spielen musste. Mein unbewusster Groll ist in Wahrheit der pure Neid auf seine innere Ruhe von damals. Eine Rolle zu spielen ist gar nicht so schwer, aber irgendwann bricht das Kartenhaus zusammen, und das über Jahre hinweg ist schon beängstigend.

Ich muss sagen, ich akzeptiere den Groll und meinen Bruder schon lange. Nur damals wusste ich gar nicht, dass es sich so entwickelt hat, dass ich eigentlich ein total zerstörtes Selbstbewusstsein entwickelt hatte während ich mich die ganze Zeit in der Rolle des starken Mannes selber gesehen habe. Es erschreckt mich, wie tief dieses Muster nach all den Jahren immer noch sitzt, aber ich bin euch unendlich dankbar, dass ihr diese Wunde offengelegt habt.

Nur wenn ich diesen alten Groll radikal akzeptiere, kann ich ihn auch endlich loslassen.

Und ich muss mir hier gerade mal eine ganz ehrliche Frage stellen.
Warum habe ich das eigentlich nicht in der teuren Aufarbeitung beim Verkehrspsychologen gelernt oder wurde mir dort aufgezeigt? War ich da so sehr von mir selber überzeugt und im Königmodus!? Ich habe hier im Forum in den letzten Tagen und Monaten mehr über mich erfahren als in den 15 Einzelstunden, die sehr, sehr teuer waren.

Danke, dass ihr so hartnäckig bleibt und mir so die Augen öffnet.


Viele Grüße,
Lupsky
 
Lupsky, ich glaube da bist du gerade an einem ziemlich wichtigen Punkt angekommen.

Ich würde nur eine Sache etwas anders sehen. Du schreibst, wenn du durch Leistung nicht mehr gesehen wirst, dann eben durch Rebellion, Alkohol, Drogen und Scheiße bauen.

Ich glaube, das war eher eine Mischung. Bitte korrigiere mich, wenn du das anders siehst.

Die Rebellion und das Scheiße bauen vielleicht wirklich, um wieder aufzufallen. Du hast ja selber gesagt, dass du irgendwann das Gefühl hattest, nur noch wahrgenommen zu werden, wenn du Mist gebaut hast. So nach dem Motto: Wenn ihr mich so nicht mehr beachtet, dann eben so.

Alkohol und Drogen sehe ich aber noch eine andere Seite. Damit konntest du vielleicht auch diese ganzen beschissenen Gefühle wegdrücken.
Eifersucht, Hilflosigkeit, Wut, sich zurückgesetzt oder nicht mehr wichtig fühlen. Die Wut vielleicht auch, um aus dieser Hilflosigkeit und Lähmung wieder herauszukommen und dich wieder stark zu fühlen. Also auf der einen Seite auffallen und auf der anderen
Seite betäuben. Das kann ja auch gleichzeitig gelaufen sein.

Was dabei gerade auffällt: Alkohol und Drogen hast du irgendwann weggelassen. Die Rebellion aber nicht.

Und vielleicht liegt genau da ein ziemlich wichtiger Punkt für deine späteren Straftaten.

Du hast irgendwann keine Drogen mehr gebraucht und auch der Alkohol war weg. Aber dieses ich mache mein Ding, ich lasse mir nichts sagen, ich entscheide selber, Regeln interessieren mich in dem Moment nicht war damit ja nicht automatisch verschwunden.

Vielleicht hat sich also nur die Art verändert, wie dein altes Muster rausgekommen ist.

Jetzt gebe ich dir noch ein Beispiel, was der liebe @joost mir einem meiner Beiträge gegeben hat:

>>Aus Beitrag #82: „…diente Alkohol (Ergänzung: und Drogen) ursprünglich mal als Lösungsversuch - vermutlich über lange Zeit auch durchaus erfolgreich.

Jetzt ist die Frage: Lösungsversuch wofür?
Cave: ein Problem verschwindet nicht dadurch, dass man Lösungsversuche weglässt. Schön wärs :/ - dann höre ich sofort auf, mein Auto zu reparieren.“<<


Früher Alkohol, Drogen, Rebellion und Scheiße bauen. Später waren Alkohol und Drogen weg, aber die Rebellion und dieses Kontroll-Ding waren noch da. Und das hat sich dann eben unter anderem im Straßenverkehr und bei deinen Straftaten gezeigt.

Damit wäre für mich auch verständlicher, warum du trotz deiner damaligen Aufarbeitung wieder auffällig werden konntest. Du hattest zwar Alkohol und Drogen im Griff bzw. weggelassen, aber an das Ding darunter bist du anscheinend noch gar nicht richtig rangekommen.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, an den ihr beim Verkehrspsychologen damals gar nicht richtig rangekommen seid. Ihr habt Alkohol, Drogen und später die Straftaten betrachtet. Aber vielleicht wurde nie richtig geschaut, was eigentlich hinter all diesen Sachen steckt.

Denn Alkohol und Drogen hast du irgendwann weggelassen, auffällig geworden bist du später trotzdem wieder. Also muss da ja noch etwas anderes gewesen sein, was weitergelaufen ist. Und genau dieses alte Muster und seinen Ursprung scheinst du jetzt langsam zu erkennen.
 
hallo zusammen,

ich nicke das absolut ab, denn du hast mein tiefstes Problem damit genau auf den Punkt getroffen. Ich habe vor 5 Jahren zwar den Alkohol weggelassen, aber mein innerer Königmodus und die Rebellion gegen das Gefühl von Hilflosigkeit liefen ohne Betäubung einfach weiter. Das hat sich damals für mich auch nicht als schwierig gezeigt, weil ich so oft damit durchgekommen bin und mich einfach unantastbar gefühlt habe. Totaler Königsmodus.

Genau deshalb bin ich später im Straßenverkehr und bei anderen Straftaten wieder voll in die alten Muster gerutscht, weil wir damals beim Verkehrspsychologen nur das Unkraut abgeschnitten, aber die Wurzel übersehen haben. Auch in der damaligen Aufarbeitung wollte ich mich einfach nur von der besten Seite zeigen, um als perfekt gesehen zu werden.

Das ist einfach krass, wenn man das so vor Augen hat!!!

Viele Grüße,
Lupsky
 
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