Trunkenheitsfahrt und Unfall mit Fahrrad - 1,67 Promille

Flowi

Benutzer
Guten Tag zusammen,

ich möchte mich kurz vorstellen. Ich heiße Florian, bin 42 Jahre alt, komme gebürtig aus Süddeutschland und lebe mittlerweile (seit 2021) in Niedersachsen. Im August 2022 hatte ich einen schweren Fahrradunfall, da ich schwer alkoholisiert versucht hatte, mit einem Fahrrad von einem Fest zurück nach Hause zu fahren.
Ich habe jetzt doch deutlich schneller als angekündigt (es war die Rede von 10Wochen Wartezeit nach Bezahlung der MPI Rechnung) einen MPU Termin erhalten (am 26.02.24) und fühle mich durch meinen TÜV Süd - Kompaktkurs leider nicht besonders gut vorbereitet.

Viele Grüße
Florian

FB Alkohol

Zur Person

Geschlecht: männlich
Größe: 176
Gewicht: 80
Alter: 42

Was ist passiert?
Datum der Auffälligkeit: 20.08.2022
BAK: 1,67
Trinkbeginn: 19:45 Uhr
Trinkende: ca. 00:15 Uhr
Uhrzeit der Blutabnahme: 02:23 Uhr

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Strafbefehl schon bekommen: Verfahren wurde nach Erfüllung einer Auflage eingestellt
Dauer der Sperrfrist: keine erhalten

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: freiwillig am 14.02.2023 abgegeben
Hab ich neu beantragt: ja
Habe noch keinen gemacht: nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: keine
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt):
Kann der Untersuchte trotz der Hinweise auf Alkoholmissbrauch (z.B. Führen eines Fahrzeuges (Fahhrad) mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille oder mehr) ein Kraftfahrzeug der Gruppe 1 (FE-Klasse B) sicher führen? Ist insbesondere nicht zu erwarten, dass er ein Kraftfahrzeug unter Alkoholeinfluss führen wird?

Bundesland:
Niedersachsen

Konsum
Ich trinke noch Alkohol, wenn ja wie oft wieviel: nein
Ich lebe abstinent seit: 20.08.2022

Abstinenznachweis
Haaranalyse ja/nein: Ja. (letzte 4. HA erfolgte Anfang Dezember 2023)
Urinscreening ja/nein: nein
PEth-Analytik ja/nein: nein
Keinen Plan?:

Leberwerte ja/nein seit wann, wie viele: nein (aber Hinweis vom Hausarzt, dass der GOT Wert schon immer etwas erhöht war)

Aufarbeitung
Suchtberatungsstelle aufgesucht?: nein
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe/Verkehrspsychologe: ja (5 Gruppen- und 4 Einzelgespräche)
Kurs für verkehrsauffällige Autofahrer: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung:

MPU
Datum: 26.02.2024
Welche Stelle (MPI): AVUS
Schon bezahlt?: ja
Schon eine MPU gehabt? nein
Wer hat das Gutachten gesehen?: /
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:/

Altlasten
Bereits durch Alkohol auffällig geworden Punkte oder sonstige Straftaten: nein
 

pipo24

Neuer Benutzer
Hallo Flowi,

Ich habe auch vor die MPU Vorbereitung bei TÜV Süd zu machen. Warum fühlst du dich nicht ausreichend vorbereitet und würdest du deine MPU-Vorbereitungbei TÜV Süd weiterempfehlen? Falls sich jemand mit dem Thema besonders auskennt bin ich auch dankbar für Ratschläge.
LG Pipo
 

Flowi

Benutzer
Hallo Pipo,
ich habe einfach das Gefühl, dass dabei sehr wenig informativer Input übermittelt wurde. Ich hatte zuvor schon einiges im Internet gelesen und über YouTube erfahren und hatte im Kurs selbst nur wenig Neues gelernt. Besonders die Einzelsitzungen verflogen mit zig Fragen zu meiner Person und kaum Feedback oder nützlichen Tipps vom VP. Also ich würde den Kurs nicht nochmals machen, ist aber natürlich ein rein subjektiver Eindruck und variiert sicher zwischen den VPs.
LG Florian
 

Flowi

Benutzer
Meine erste Frage und damit verbundenen Unsicherheit, dreht sich um mögliche weitere Abstinenzbelege:

Ich hatte meine letzte Haaranalyse ja Anfang Dezember (12.12.2023) und frage mich nun, ob ich sicherheitshalber (für den Fall, dass ich meine MPU am 26.02.2024 nicht bestehen sollte oder die weitere Bearbeitung bei der MPI und auch bei der FSST etwas länger dauern sollte), schonmal einen 5. Haaranalysetermin für Anfang März eintüten müsste.
Mir ist zwar bekannt, dass ich 4 Monate ab der letzten Haaranalyse Zeit habe um die MPU zu machen, aber ansonsten würde ja ab Anfang März 2024 eine Lücke entstehen, welche ich nicht mehr schließen könnte und alles würde wieder von vorne beginnen. Oder verstehe ich da etwas falsch?

Danke euch schonmal im Voraus und Viele Grüße
Florian
 

MrMurphy

Erfahrener Benutzer
Mir ist zwar bekannt, dass ich 4 Monate ab der letzten Haaranalyse Zeit habe um die MPU zu machen,

Das ist so nicht richtig.

Grundsätzlich sollen das Ende der Abstinenzbelege und der MPU-Termin nur einen Monat auseinanderliegen. In Coronazeiten wurden meist auch anstandlos 2 Monate akzeptiert. Die Zeiten sind aber wohl vorbei.

4 Monate sind der Maximalzeitraum, der aber nur mit einer entsprechenden Begründung akzeptiert wird, die dann auch belegt werden muss. Dabei darf die Ursache nicht bei dir liegen. Eine zulässige Begründung wäre, wenn du krankheitsbedingt ausfallen würdest oder trotz rechtzeitiger Suche keinen zeitnahen Termin bei mehreren Instituten bekommen hättest.

Ob in deinem Fall 4 Monate akzeptiert werden solltest du rechtzeitig mit dem MPU-Institut abklären und im Zweifel noch eine Haarprobe machen lassen.
 

Flowi

Benutzer
Hallo Mr Murphy und danke für die Info. Irgendwie sorgt alles für immer mehr Verunsicherung. Wenn ich drei Leute zu dem Thema befrage, bekomme ich im Schnitt 3 unterschiedliche Antworten. Ich hatte das hier mal gelesen: https://mpu-konkret.de/zeitraum-zwischen-abstinenznachweis-und-mpu/
Zitat:
in den Beurteilungskriterien für die Fahreignungsbegutachtung festgelegt. Auch die neue 4.Auflage von 2023 enthält die Frist von 4 Monaten zwischen Abstinenznachweisen und Medizinisch-Psychologischer Untersuchung
VG Florian
 

Flowi

Benutzer
Danke dir Mat_C. Die Verzögerungen sind leider durch die FSST zustande gekommen, welche meine Unterlagen bereits Anfang Oktober 2023 vollständig vorliegen hatte und leider im Dezember angefangen hatte, auf dem Postweg immer wieder weitere Unterlagen zum Thema gesundheitliche Vorgeschichte einzufordern. Aufgrund von den Feiertagen war es dann Ende Januar, bis meine Unterlagen an das MPI rausgingen. Aber hilft ja nichts … dann kann ich ja schonmal direkt wieder einen Termin im Labor abmachen. Bis Anfang März wird die Sache ja so oder so nicht bei der FSST durch sein. VG Florian
 

Flowi

Benutzer
Ein weiteres Sorgenkind ist die Berechnung der getrunkenen Alkoholmenge. Ich habs wirklich versucht, kann mich aber nicht mehr erinnern an die getrunkenen Alkoholmengen (bzw. würde es viel zu niedrig einschätzen). Ich weiß noch das ich zu Beginn mit zwei Dosen GinTonic (0,33l; 10Vol.%) anfing zu trinken und dann überwiegend Bier (0,33l; 4,8 Vol.%) getrunken hatte, zwischendurch wurden leider auch noch Korn Cola Becher (jeweils mit ca. 4cl Korn; 32 Vol.%) serviert, da kann ich mich aber absolut nicht mehr an die genaue Menge erinnern.
Um 19:45Uhr hatte ich begonnen zu trinken und um 0:30Uhr war trinkende. Um 2:23Uhr dann die Blutabnahme mit 1,67 BAK.
Grundsätzlich kann ich doch schonmal für die letzten 2h (vom Trinkende bis zur Blutabnahme) etwa 0,3Promille (TÜV Süd rechnet zwar mit 0,1...aber es heißt ja: besser etwas mehr als zu wenig) auf den BAK draufrechnen, oder? Also hatte ich dann ja wohl ca. 1,97 BAK um 0:30 Uhr!?
Wäre folgende Rechnung eurer Meinung nach realistisch und glaubwürdig?

185 g
- 20 % Resorptionsverlust. (-37g)
= 148g Alkohol
: 56 kg Körperflüssigkeit (70% von 80kg)
= 2,64 Promille ‰
- Alkoholabbau (0,15‰ p.h.) (4,45h x 0,15‰ p.h.= 0,66)
= 1,98 Alkohol ‰

VG Florian
 
Zuletzt bearbeitet:

Flowi

Benutzer
Guten Morgen Zusammen,
hier: http://mpu-alarm.de/BAK-Berechnung.htm hatte ich es auch nochmals mit den unterschiedlichen Resorptionsdefiziten geprüft.
Wäre das eurer Meinung nach schlüssig mit meinem BAK-Wert von 1,67 um 2:23Uhr?
Viele Grüße Florian
 

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Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Flowi,

ich selbst stehe mit Widmark auf "Kriegsfuß" (da lange nicht mehr gemacht), aber nach Überprüfung deiner Angaben anhand des von mir verwendeten Promillerechners, halte ich deine Trinkmengenangabe für realistisch. Evtl. ist mein Kollege Max aber so nett und schaut auch noch einmal drauf...

und fühle mich durch meinen TÜV Süd - Kompaktkurs leider nicht besonders gut vorbereitet.
Dann wäre es sinnvoll, wenn du den Fragebogen für eine Alkohol-MPU ausfüllen würdest, denn dann könnten wir dir eine Einschätzung darüber geben, ob deine Befürchtung richtig ist...
 

Flowi

Benutzer
Guten Morgen Nancy und vielen lieben Dank für deine Antwort!
So gehts mir auch mit der Widmark-Formel, aber das beruhigt schonmal, dass du meine Rechnung für realistisch hältst.
Ich habe gestern angefangen den ganzen Fragebogen auszufüllen und werde ihn so schnell wie möglich hier bereitstellen. Wünsche dir und den anderen Forumsmitgliedern schonmal ein schönes Wochenende!
VG Florian
 

Flowi

Benutzer
So...hallo zusammen:smiley138:,
ich habe mal eine Frage zu Punkt 10 im Fragebogen (das beschäftigt und beunruhigt mich mit am meisten):
10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Für mich ist die Frage nicht gewissenhaft und einfach zu beantworten, da ich ein viel zu sehr schwankendes Konsummuster hatte. Außerdem kann ich mich beim besten Willen nicht mehr an die genauen Konsummengen von vor 20 oder auch 10 Jahren erinnern. Da ich ganz offen und ehrlich in die MPU gehen möchte, kann ich diese Frage nicht wirklich beantworten…da es alles zusammen geraten (und damit unehrlich) ist. Zudem wüsste ich nicht, wie ich so etwas auswendig lernen soll. Wenn das noch im Kreuzverhör zwischen Arzt und Psychologe abgefragt wird, dann habe ich schon fast keine Hoffnung mehr.

VG Florian
 

Karl-Heinz

Erfahrener Benutzer
Diese Sorge brauchst du dir nicht zu machen.
Es wird nicht erwartet, dass du jede Menge an jedem Tag in jedem Jahr berechnen bzw. wissen kannst.

Du solltest Promille berechnen können, aber wenn es um deine länger zurückliegende Konsumhistorie gut, kannst du sagen:
„So genau weiß ich das leider nicht mehr. Anhand dessen, was ich heute über z.B. Toleranzaufbau weiß, müssten es so ca. 8 Bier á 0,3l gewesen sein.“
( Und dabei lieber zuviel als zuwenig schätzen )
 

Flowi

Benutzer
@Karl-Heinz Hallo Karl-Heinz, danke für diene Antwort! mir geht es dabei gar nicht um Tat selbst (die habe ich Detail wieder herleiten könne), sondern wirklich um die letzten 25 Jahre. Das würde ja eine endlos lange Liste mit lauter Schätzwerten werden.
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Flowi,

der Gutachter möchte sicher nicht den genauen Konsum der letzten 25 Jahre wissen. Es geht mehr darum den Verlauf zu erkennen, also ab wann der Alk.konsum sich gesteigert hat, wie somit die "Trinkfestigkeit" zustande kam und wie er im Zeitraum vor deiner TF war...
 

Flowi

Benutzer
@Nancy
Hallo Nancy,

ich habe Schwierigkeiten damit, weil ich es irgendwie nicht kompakt zusammenfassen kann und auch echt nicht mehr genau weiß. Es kommt mir irgendwie konstruiert und damit nicht ehrlich vor, und ich bezweifle, ob daraus in meinem Fall (wenn ich bei der Wahrheit bleibe...was ich ja will) eine Steigerung des Konsums ersichtlich ist.
Dennoch werde ich versuchen, es in den Fragebogen aufzunehmen. Ich werde ihn voraussichtlich heute oder morgen hochladen können.

VG Florian
 

mpu-crasher

Benutzer
Lieber Flowi,
eine Sache möchte ich dir aufbauend und motivierend mitgeben.
Allein die Tatsache, dass und wie du dich hier informierst und einbringst, zeigt, dass du dich intensiv mit der Situation beschäftigst. Das ist mind. die halbe Miete!!!

In Bezug auf den zurückliegenden Konsum: vielleicht hilft dir ein Panorama, also eher eine Draufsicht aus der Vogelperspektive. Niemand erwartet, dass du punkt- oder tagesgenau die Konsummenge etc. pp. angeben kannst. Es geht eher um einen selbstreflektierenden Rückblick, deine persönliche Konsumgeschichte, die du z.B. in (Lebens-)Phasen darstellen (Jugend, junges Erwachsenenalter usw.) kannst. Deutlich werden sollte, dass du Zusammenhänge von Lebensphasen, Belastungsfaktoren (evtl. Krisen) zum Substanzgebrauch herstellen kannst, und dass sich evtl. die Konsummotive verändert haben (also am Anfang Neugier, Peer etc., später vermutlich andere Konsummotive wie der Versuch, Stress zu kompensieren.
Manch einer macht das auch in Diagramm-Form...
 

Flowi

Benutzer
@mpu-crasher
Lieber MPU-Crasher,
vielen Dank für deine ermutigenden und beruhigenden Worte. Ich denke, wenn ihr meinen Frage-Bogen-Entwurf überfliegt, erklärt sich etwas meine Unsicherheit. Ein grafisches Trinkdiagramm hatte ich bereits angelegt (ohne zu genaue Details, fiel mir dies auch deutlich leichter), könnte ich dieses Diagramm auch anstelle der Antworten von Frage 10 nutzen und ggf. mit zur MPU bringen? Wie ist es allgemein mit der Mitnahme von Stichwortartigen Notizen zum psychologischen Gespräch … ist sowas erlaubt?
VG Florian
 
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