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Zweite Trunkenheitsfahrt nach 10 Jahren

Hallo zusammen,
nochmal danke für die bisherige Unterstützung und Denkanstöße. Befinde mich gerade am Anfang meiner stationären Entwöhnungstherapie, heute Tag 9.Erster Eindruck war, du bist nicht allein.
Aufstellung klarer Regeln. Beschäftigt mich immer noch. Während meiner Konsumphase, habe ich das Leben ohne klare Regeln aufgestellt. Jetzt wird mir klar, Sucht kennt keine Regeln.
Es gibt deutliche Parallelen zwischen den Regelbrüchen u. meinem Trinkverhalten.
"Wenn es keiner sieht,ist es auch nicht passiert."
Genau meine Verhaltensweise u.eigene Rechtfertigung.
Spannend ist die Verknüpfung einzelner innerer Trinkmotive mit Sehnsucht, physischer Schmerz, Freizeit, Langeweile usw.
Die Überlegung, was löst bei mir Gefühle aus, beschäftigt ungemein.
Für mich Motive, die weit entfernt lagen.

Auf geht's!
Liebe Grüße
Olli
 
Schön zu hören, dass du schon seit etwas mehr als einer Woche solche Erkenntnisse für dich erlangen konntest, das ist durchaus nicht selbstverständlich.
Es hört sich auch so an, als würdest du dich dort wohlfühlen, das freut mich wirklich sehr für dich.

Viele liebe Grüße :smiley138:
 
Ich freue mich für dich das du dich anscheinend wohl fühlst und öffnen kannst. Du wird im laufe der Zeit feststellen das Abstinenz wie ein Puzzle ist, (für mich nie fertig und ) mal Mehr mal weniger schnell fallen die Teile an ihren Platz.
Umso Mehr Teile bei mir an ihrem
Platz liegen umso weniger kreisten meine Gedanken um den Alkohol und um die Frage nach dem warum ich nicht (mehr) „ normal“ trinken kann und der Sehnsucht, das andere trinken können und ich nicht (im Sommer am Strand, im Restaurant usw.).
Mit dem immer voller werdend Puzzle und mit jedem Tag Abstinenz wurde es leichter und alkohol unwichtiger. Nicht unwichtiger gut auf meine Abstinenz aufzupassen und immer auf der Hut vor meiner persönlichen „Weinhexe“. In den Puzzle Teilen waren auch Werkzeuge wie man die imaginiere Weinhexe zum teufel Jagd, die Erkenntnis das NEIN ein ganzer Satz ist und deutlich mehr zum Einsatz kommen darf und das meine Abstinenz oberste Priorität hat.
Ich bin gespannt und neugierig was sich bei dir alles auftun wird und wünsche dir für die nächste Zeit Kraft, Geduld und zufrieden
 
Guten Abend,
evtl. kann meine Frage sicher beantwortet werden.
Nach den acht Wochen Therapie habe ich am Folgetag meiner Entlassung eine einmalige Haaranalyse beim MPI in Auftrag gegeben, um rückwirkend die Therapiezeit zusätzlich abzudecken.Parallel starte ich am selben Tag mit 12 Monaten Urinscreening.
Wird das Haarscreening anerkannt, oder argumentiert, da ich mich in einem "geschützten Raum" befand und durch den Druck der (un)regelmäßigen Alk.-Kontrollen gezwungen war, nicht zu Konsumieren.
Wäre das ein gerechtfertigtes Argument ?
Freue mich auf eure Einschätzung.
LG
 
Guten Morgen Karl-Heinz,
mir geht's gut. Nehme aus den vielen unterschiedlichen Therapien einiges für mich mit. Die Psychosomatik ist hier in der Klinik ebenfalls mit untergebracht. Häufig gemischte Gruppen. Schon aufschlussreich, wie Angst, Depression, Schmerz, Freizeit, Arbeit ect. eng mit meinem persönlichen Krankheitsbild verknüpft sind. Nicht einfach seine eigenen Teile da raus zu filtern. Doch es funktioniert.
Mein Urteil in meiner Strafsache wurde mir per Strafbefehl zugestellt. 30 Tagessätze und 10 Monate bis Antrag auf Wiedererteilung der FE. Selbe Strafe wie vor zehn Jahren.
Ärgerlich, das die in Auftrag und bezahlte Haaranalyse keinen Wert hat. Dementsprechend müsste ich ja die12 Monaten Urinscreening 18 Monate verlängern?
Mein Tag startet nun mit Psychtherapie, freue mich drauf!
Bis später
 
Den Punkt herauszuarbeiten, der zu einem, zu deiner Situation passt ist nicht einfach. Für mich ist der Weg dorthin aber sehr wertvoll und auch nachhaltiger, als wenn ich sofort sage: Stimmt - so ist es! Mach weiter so!
 
Es hört sich so an, als wärest du in einer guten Klinik gelandet.
Das freut mich unglaublich für dich !
Magst du mir per PN ( Persönliche Nachricht ) die Einrichtung nennen ?

LG :smiley138:
 
um rückwirkend die Therapiezeit zusätzlich abzudecken
nicht nötig. Man geht davon aus, dass Du innerhalb der stationären Therapie eh gut überwacht bist. Nach erfolgreicher Therapie 12 Monate, fertig. Vorausgesetzt, die dauert 3 Monate, denn das Gesamtprogramm bleibt bei 15 Monaten*.

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*frag mich nicht, wie das die Gutachter handhaben, wenn die Therapie nach 2 Monaten ordentlich beendet ist :/
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sehe darin kein Problem, sofern der Abschlussbericht professionell und aussagekräftig verfasst wurde.
Du kannst ja auch glaubhaft von deiner beschlossenen und umgesetzten Abstinenz berichten, so dass dir die Zeit des Wartens auf den Beginn der Therapie angerechnet werden wird, um die 15 Monate auch „formal vollzumachen“.

LG und weiterhin so viele Puzzlesteine :smiley138:
 
Hallo ihr Lieben,
möchte mich nach meiner stationären Therapie mal kurz Melden.
Fühlt sich " draußen " echt wieder gut an. Ist doch eine eigene, wohlbehütete Welt. Für diejenigen die unschlüssig sind, klare Empfehlung meinerseits, den Weg zu gehen.
Mir haben die intensiven ,täglichen unterschiedlichen Therapienstunden soviel Denkanstöße gegeben. Jetzt liegt es an mir, das hart Erarbeitete umzusetzen.
Seit Freitag geht es nun mit der arbeitsbegleitend ambulanten Nachsorge weiter. Vorerst für sechs Monate, mit Option auf sechs Monate Verlängerung. Das werde ich auf jeden Fall wahrnehmen. Sehr spannend, Stück für Stück mehr über sich zu erfahren.
Haaranalyse findet auch statt.23.06.26 Termin. Egal, auch wenn es die stationäre Therapie nicht anerkannt abdeckt.Gibt mir trotzdem ein gutes Gefühl. Urinscreening läuft auch für zwölf Monate. Werde ich aber auf 15 Monate verlängern.
Kann mir ein Experte sagen, ob diese Nachweise anerkannt werden, oder auch nicht, weil ich mich parallel in einer Nachsorgetherapie beim Blauen Kreuz befinde?

VG
Olli
 
Nabend Karl-Heinz,
danke.
Das Forum hier, trägt auch dazu bei.
Der Spoiler von joost z.B.,den werde ich nicht mehr vergessen! Wende das bei mir nicht nur für die FE an. Viel wichtiger noch, meine Familie, Firma u. wahre Freunde in Zukunft sicher zu behalten. @joost,allein dafür tausend Dank.
 
Ich habe auch die Nachsorge gemacht, Abstinenzbelege in der Zeit werden anerkannt, mein MPU Gutachter hat das sehr positiv bewertet das ich die Nachsorge gemacht habe. Du bist auf einem gutem Weg denke ich, kann dir eine SHG auch sehr ans Herz legen.
 
Eine passende SHG suche ich mir. Gebe mir dafür aber noch etwas Zeit. Muss halt zu mir passen. Schön das du dich gemeldet hast, michneu. Beruhigt mich, das die Nachweise später nicht nur das Papier wert sind. Hast du 15 Monate nachgewiesen oder haben 12 gereicht?
 
Hallo Olli, ich habe nach der Therapie 12Monate für die MPU nachgewiesen, da ich auch die Waffenrechtliche Eignung erneut vorweisen musste habe ich für diese 15Monate nachgewiesen, habe bei beiden Gutachten dazu gestanden Alkoholiker zu sein mit LZT, Nachsorge und SHG
 
Guten Abend zusammen,
bei meiner parallel laufenden MPU Vorbereitung für 2027, grübel ich seit geraumer Zeit über die MPU-Information der bast.
Recherche aus der bast. Seite 26:

Wie lange muss bei Alkoholabhängigkeit
die Abstinenz für eine MPU eingehalten
und belegt werden?
Nach Abschluss einer stationären
oder ambulanten Entwöhnung
mindestens ein Jahr.

Auf meinen Fall bezogen, Kombitherapie:
8 Wochen abgeschlossene stationäre Entwöhnungstherapie.Dazu gibt's einen Abschlussbericht.
6 Monate arbeitsbegleitende ambulante Stabilisierungstherapie. Verlängerung aus Eigenantrieb um weitere 6 Monate.Dazu gibt's dann einen separaten Abschlussbericht.
Verstehe ich das richtig, demnach müssten 12 Monate zertifizierte AN doch ausreichen?
Freu mich auf eure Meinungen.

Schönes WE.allen
 
das ist in der Tat nicht eineindeutig beschrieben.
Zunächst mal steht ein nachgewiesenes 15-Monatsprogramm im Raum. Innerhalb einer stationären Einrichtung geht man davon aus, dass man eh an keinen Alkohol kommt bzw. dass dort auch streng kontrolliert wird. Der Standard war mal: 3 Monate. Naja, mit einem Jahr Nachweis nach der Therapie (= suchtspezifische Rehabilitation / Entwöhnung) bist Du wieder bei 15 Monaten*. Die 15 Monate Nachweis sind auch Pflicht, wenn es um eine ambulante Therapie geht, weil ja -> Freilauf.

Der Fall, dass eine stationäre Therapie kürzer ist, wird nicht explizit behandelt. Man könnte sich jetzt auf den Passus berufen "nach erfolgreich abgeschlossener Therapie 12 Monate", was bedeuten würde, dass die Gesamtzeit dann eben nur 14 Monate beträgt (und damit den geforderten 15 insgesamt widerspricht) oder man liefert in diesem Falle 13 Monate Nachweise - und für diesen Zeitraum gibts aber kein Nachweisprogramm.

tja...
Ich glaube, die Gutachter debattieren derzeit auch noch darüber, wie sie mit einem solchen Fall umgehen^^.

Schauen wir mal zu ambulant: 15 Monate Nachweise, die ambulante Therapie begleitet das. Sie sollte 6 Monate vor Nachweisende beendet sein (Stabilitätstest) - sofern es sich um eine suchtspezifische Rehabilitation / Entwöhnung handelt. Eine ambulante Stabilisierung im Nachfeld kann stattfinden, wann sie will.

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* auch bei Fällen, wo man bereits vor der stationären Therapie bereits Nachweise erbracht hatte, reiht sich diese Logik ein, mit der Einschränkung, dass NACH der Entzugstherapie noch 6 Monate nachzuweisen sind - auch im Sinne: war die Therapie erfolgreich? Dann sähe es beispielsweise so aus: 6 Monate Nachweise, danach stationär 3 Monate, dann noch 6 Monate Nachweise, gesamt dann auch wieder 15.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Fall, dass eine stationäre Therapie kürzer ist, wird nicht explizit behandelt. Man könnte sich jetzt auf den Passus berufen "nach erfolgreich abgeschlossener Therapie 12 Monate", was bedeuten würde, dass die Gesamtzeit dann eben nur 14 Monate beträgt (und damit den geforderten 15 insgesamt widerspricht) oder man liefert in diesem Falle 13 Monate Nachweise - und für diesen Zeitraum gibts aber kein Nachweisprogramm.
Wir hatten letzt die Diskussion genau zu diesem Punkt in der SHG. Bei uns ist ja dieses Kombi-Nord-Programm recht verbreitet (ob sinnvoll sprich nachhaltig erfolgreich oder nicht ist eine andere Frage), bei dem 8-9 Wochen stationär sind. Ein Mitglied der Gruppe hatte dann 12 Monate Urin gemacht und dann so knapp vor der MPU noch 1x Haaranalyse, dass gerade der Bericht des Labors zum Untersuchungstag da war. Dem GA hat das gefallen....
Mit der Kombination aus Urin + Haar ist man dann auf der sicheren Seite, allerdings hat ja nicht jeder diese Möglichkeit.
 
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