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Drogen-MPU wegen Fahrt unter THC und Methamphetamin

Könnt ihr mir bitte noch Tips zu „persönliche Hintergründe ihres Drogenkonsums“ im FB geben. Alles was im alten FB dazu steht ist Käse.

Ich möchte das alles schriftlich festhalten was wir die letzten Tage rausgebohrt haben, solange es noch frisch ist.

Soll ich beim Urschleim mit Schule und Ohrfeigen anfangen, dann zu den entstandenen Ängsten und verbundenen Erlebnissen übergehen? So richtig Lebenslauf mäßig? Oder mit dem ersten Konsum starten und den Rest nur auf Nachfrage Preis geben.
 
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Das Ganze auch vorbereitend auf Sitzungen beim Psychtherapeuten…
50min für 110€ wollen gut genutzt sein. Das Ganze mal 12. :oops:
 
Soll ich beim Urschleim mit Schule und Ohrfeigen anfangen,
ich würde erstmal die emotionale Ausgangsbasis für den Drogeneinstieg erwähnen (und in der weiteren Entwicklung). Also das, wofür der Drogenkonsum ursprünglich ein Lösungsversuch war. Die dahinterliegenden Details wollen Gutachter idR gar nicht wissen, aber bei Nachfrage hättest Du was in Petto (das ist auch der Grund, weshalb wir hier im Forum bisschen tiefer bohren als vllt unbedingt nötig).

Gut wäre auch, wenn Du erkennst, was der Konsum so mit Dir gemacht hat, vllt erst unmerklich, später dann offensichtlicher, bis hin zur Trunkenheitsfahrt. Und wenn Du heute, im hier und jetzt, eine gut erkennbare innere Distanz zu Deinen damaligen Entscheidungen spürbar machen kannst, ist das Gold wert für die MPU.
Mit ersterem sicherst Du die H-null ("kann ich dem Menschen vor mir vertrauen") und zeigst, dass Du Dir Mühe gegeben hast, unter die platte Oberfläche zu schauen, mit letzterem signalisierst Du Langzeitstabilität Deiner neuen Lebensentscheidung.

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Sitzungen beim Psychtherapeuten…
Nur meine Meinung: Für das Geld sollte er gut sein. Du solltest schon nach der zweiten Sitzung dorthin kommen, wo es weh tut und nicht erst stundenlang um den heissen Brei rumschwafeln. Das merkst Du schon. Naja... und die Chemie muss natürlich stimmen, weil sonst die unbewussten (wichtigen) Prozesse blockieren. Hast Du was mit EgoState / Schematherapie gefunden?
 
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Ich baller jetzt einfach mal rein, was ich bisher ausgearbeitet habe. Darauf könnte ich bei den weiteren Fragen gefühlt gut aufbauen.
Ihr müsst nicht kommentieren wenn der Rest noch nicht da ist. Hackt aber bitte dazwischen wenn völliger Käse dabei ist. Damit ich falsche Ideen nicht weiter spinne.
Joost wird sofort bemerken dass ich plötzlich doch vorher mal (außer bei Anlässen) Alkohol getrunken habe. Asche auf mein Haupt :smiley1659:

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
  • In der 7. Klasse im Sozialkunde-Unterricht
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
  • THC 1999
  • Crystal 2014
3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)

THC
  • Ab´99 Mo-Fr 1-3mal über die Woche verteilt abends im Lehrlingswohnheim in der Gruppe Gras/Hasch geraucht.
  • Ab ´01 Dosis langsam gesteigert zu täglichem Konsum. Zunehmend auch alleine.
  • Je nach beruflicher/privater Anforderung ab ´05 auch schon mal morgens. Direkt auf Arbeit oder unterwegs nie. Bis 2014 im Wochenmittel je nach Verfügbarkeit 4g Hasch oder 6g Gras.
  • Ab ´14 bis zum Delikt im April´25 gleiches Konsummuster aber Menge gesteigert auf 8g Gras/Woche.
Crystal
  • Ab Anfang 2014 Einstieg mit 1 Line je 0,1g pro Woche am Wochenende abends in der Gruppe
  • Ende ˋ14 Ausweitung Konsum zunehmend auf Wochentage, anfangs zu Nachtschichten, dann im Verlauf des Jahres und mit Beginn Hausbau nahezu täglich, immer morgens nicht mehr abends, fast nur noch allein im stillen Kämmerchen. Max. wöchentliche Menge steigt bis 1g.
  • Ab ´16 weiterhin Konsum nahezu täglich morgens, Menge bis zum Delikt im April ´25 auf 1g pro Woche konstant halten können.
  • Ich besorgte alle 7-8 Tage 1g das ich mir entsprechend aufteilte
4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
  • Nein, sicherlich in jungen Jahren probiert aber nach schlechten Erfahrungen in Kombination mit THC schnell bleiben lassen
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
  • In der Intervention haben wir den bisherigen Konsum besprochen und risikoarm festgestellt. Ich habe nicht gemischt konsumiert. Etwa 2-3 mal die Woche ein Radler 0,5l, (typischerweise bei meiner Schwester) oder ein 0,33l Bier bei meinem Onkel wo man nicht wegkam ohne etwas getrunken zu haben. Zu Anlässen 6mal jährlich bis 2 x 0,5l Bier.
6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
  • Ich trinke morgens 2 Tassen Kaffee und rauche 15 Zigaretten am Tag. Nachmittags ggf. noch eine Tasse Kaffee.
7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
  • Durch Cannabis zog ich mich von meinem nicht konsumierenden sozialen Umfeld zurück. Ich legte weniger Wert auf mein Äußeres. Mein Kurzzeitgedächtnis wurde schlechter. Die Konzentration war eingeschränkt.
  • Crystal steigerte meine Leistungsfähigkeit scheinbar. Auf das morgendliche High folgte aber Erschöpfung am Abend. Durch gesunde Ernährung und dauerhafte Begrenzung der Dosis hielt ich die Auswirkungen über Jahre im Rahmen, gesundheitliche Auswirkungen bemerkte ich aber. Aus dem Konsum resultierte Selbstüberschätzung, dies hatte noch nach dem Konsumstop beruflich negative Auswirkungen.
8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
  • Ja. Ich wollte einerseits Ängste dämpfen und andererseits vor meinen Eltern alles recht machen um nicht in Ungnade zu fallen
  • Bezüglich Crystal erschreckt mich das heute besonders. Ich war in Sorge ohne die Droge in ein Leistung-Loch zu fallen oder auf Arbeit nicht mehr genug leisten zu können.
9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
  • 24ng THC 12ng OH 180ng COOH
  • 100ng Methamphetamin
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
  • Täglich nachmittags/abends 1g Cannabis, Morgens 0,15g Crystal
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
  • Morgens bis 10Uhr 0,15g Crystal und 0,5g Cannabis
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
  • Ja. Cannabis hatte ich an diesem Tag schon morgens konsumiert. Der Grund war, dass ich Urlaub hatte und unsere Tochter die Nacht davor und noch bis abends bei Oma und Opa in Betreuung war. Auf Arbeit oder bei Beschäftigung mit meiner Tochter war ich darauf bedacht nicht erkennbar bekifft zu sein
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
  • Die Polizei wendete nach einer Vorbeifahrt auf einer Nebenstraße. Auf der Bundesstraße war eine Baustelle. Der Streifenwagen folgte mir und unterzog mich einer allgemeinen Verkehrskontrolle (nicht anlassbezogen).
14. Was war der Zweck der Fahrt?
  • Ich war dabei eine neue Starterbatterie für die selten genutzte Familienkutsche zu besorgen. Gegen 10Uhr morgens beim Ausparken aus dem Carport sprang der Wagen gerade so noch an. Am nächsten Tag wollten wir pannenfrei zum Flughafen fahren und nach 10 Tagen wieder heim.
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
  • Vom Heimatort bis zum ATU ~25km, auf dem Rückweg wurde ich nach etwa 3km kontrolliert
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
  • THC wirkt lange nach, daher sind über die Jahre 4000mal realistisch.
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
  • Es gab keinen Konflikt mehr. Ich achtete großteils noch darauf nicht all zu offensichtlich/zu stark berauscht unterwegs zu sein um möglichst unfallfrei zu fahren und um nicht erwischt zu werden. Ich stellte aber meinen Lebenswandel über die Verkehrssicherheit. Das beweist die TF. Eine Trennung von Konsum und Fahren fand nicht mehr statt.
18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
  • THC verlangsamt Reaktionszeiten, verändert zeitliches und räumliches Empfinden, falsche Einschätzung von Situationen und veränderte Reaktion auf Gefahren, Blendempfindlichkeit nimmt zu
  • Crystal führt zu Selbstüberschätzung, führt evt. zu schnellem und riskantem Fahren, Situationen und Gefahren können anders bewertet und unangemessen reagiert werden
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
  • Je nach Konsummuster kann THC bis 72h nachwirken, Crystal je nach Menge bis 2 Tage
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
  • Täglicher Konsum kann zu Abhängigkeit führen
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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Drogenkonsum?
  • 2 bestimmende Probleme konnte ich während meiner Aufarbeitung finden. Beide stehen in Zusammenhang mit Ängsten, die ich auf traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit zurückführe.
  • Problem_1… Angst vor Vielem… Ich dachte im Leben oft über Erlebnisse und Zwischenmenschliches NEGATIV nach. Was denkt man von mir? Habe ich genug geleistet und alles richtig gemacht? Habe ich etwas getan was mich schlecht aussehen lässt? Damit verbunden war ich unsicher in Gruppen, fühlte mich nicht wohl unter vielen Leuten oder Fremden. Auch fremde Umgebungen machten mir Angst. Diese Gedanken versuchte ich mit THC-Konsum zu dämpfen. Die schlechten Gedanken vorwiegend nach der Arbeit. Die Angst vor fremden Umgebungen beispielsweise am Tag der TF, vor einem Urlaub in der Ferne. Crystal steigerte mein Selbstwertgefühl, was mir auf Arbeit hilfreich schien. Kundenbesuche im Störungsfall oder komplexe Umschaltungen erzeugten Ängste und ich konnte so scheinbar souveräner und spontaner anpacken.
  • Problem_2… Das Lieblingskind-Abschaum-Schema... Meine Eltern hatten schon immer eine hohe Erwartungshaltung an mich. Sie achten sehr darauf wie man sie im Ort wahrnimmt. Wenn ich mal nicht funktionierte, gaben sie mir das Gefühl weniger wert zu sein. (Was du kiffst? Aufhören oder Du fliegst raus, Drogen= Abschaum). Hier spielt auch meine Schwester eine Rolle die, ganz anders als ich, unabhängig ihren eigenen Weg ging. Was meinen Eltern gar nicht nicht passt. Aktuell bekommt sie immernoch Konsequenzen in Form von Vernachlässigung zu spüren. (Vater-hasst-Schwager-Problem). So entstand ein Druck immer abliefern, immer Liebkind sein zu müssen. Diese Prägung reichte weit über Familiäres hinaus. Ich hatte Angst vernachlässigt und weniger geliebt zu werden (Abschaum zu sein) wenn ich nicht immer 110% abliefere. Hohe Anforderungen auf Arbeit (Schichtarbeit/Nachtschichten) führte im Zusammenhang damit, beim Crystal-Problem zu einer Dosis-Steigerung. Hin zu einem fast täglichen Konsum.
  • THC-Einstieg… Zu Cannabis kam ich in der Ausbildung 100km weit von zu Hause weg. Fühlte mich immer fremd und gehemmt. Der Kollege mit dem ich das Zimmer teilte, kiffte abends oft auf dem Balkon. Ich schaute mir das ungefähr 1 Jahr lang an. Es blieb offenbar ohne ernste Konsequenzen. Er kam gut klar. Zwischenzeitlich schloss ich mich der, meiner Meinung nach, coolsten Gruppe an, wo auch gelegentlich gekifft wurde. Ich probierte daher irgendwann auch und hatte das Gefühl dass es mich lockerer und weniger verkopft macht. Ich hatte nun ein „Werkzeug“ in der Hand, das ich im weiteren Leben immer wieder benutzte. In dieser eingeschworenen Gruppe konsumierte ich auch erstmals Amphetamin. Vor der praktischen Abschluss-Prüfung brachte ein Kollege das Pulver mit. Sagte es hilft gegen Prüfungsangst. 6 Kollegen teilten sich eine kleine Menge. Die Dosis war wirklich winzig ABER die Hemmung etwas zu schnupfen, war abgebaut. Konsequenzen hatte das vorerst nicht.
  • Crystal-Einstieg… Mit etwa 28 Jahren bin ich in eine Szene vor Ort gekommen, wo Drogen gut verfügbar waren. Anfangs hauptsächlich um Cannabis zu kaufen. Hier hielt ich mich dann immer öfter auf und begann an Wochenenden in der Gruppe Amphetamine zu nehmen. Das weitete sich in den folgenden Jahren aus. Ich hatte oft Nachtschichten und war Pendler mit 80km einfacher Strecke. Vermeintlich konnte ich das besser mit Amphetaminen leisten. Es schlich sich so nach und nach in meinen Arbeitsalltag ein. Ab 2014 gab es kaum noch Amphetamine mehr, Crystal war stets gut verfügbar. Ich stieg nach einigem Zögern ein.
 
Ursachen: bis hierher sicherst Du Dir die H-null, der Gutachter dürfte auch alles weitere gern glauben wollen. Tiefer musst Du erstmal sicherlich nicht gehen, Du hast ihm ein paar rote Fäden hingeworfen, die er ja dann aufgreifen kann, wenn er mag.
Jetzt schaue noch mal genau hin, wie sich im Lauf der Zeit die schädlichen Nebenwirkungen entwickelt haben. Die magst Du vllt damals gar nicht wahrgenommen haben, aber aus heutiger Sicht kann die Suche recht ergiebig sein...
Cave: so insgesamt liest es sich teilweise schon etwas nach "Verselbstständigung des Konsums, lösgelöst von ursprünglichen Nutzen" (=Sucht).
Dieser Abschnitt hier löst das aber gut wieder auf:
. Ich war in Sorge ohne die Droge in ein Leistung-Loch zu fallen oder auf Arbeit nicht mehr genug leisten zu können.

Bin jetzt nur mal drübergeflogen, aber so insgesamt finde ich es beeindruckend!
 
Zum Thema Kalibrierung.
Genau das mit dem Leistungsloch haben wir in der Intervention in der ABC-Analyse als eine Bewertung(alt) drin gehabt.
„Es gibt mir Antrieb um gute Leistungen zu bringen, wenn ich aufhöre befürchte ich ein Leistungs-Loch. Viele Sachen würden liegen bleiben, auch in der Familie“ :smiley138:
 
Die FEB hat gerade angerufen. Schicken die MPU-Aufforderung jetzt raus. Akte liegt bereit. Man sind die schnell. Neuantrag ist am 29.09. gewesen. Langsam wirds ernst. :smiley138:
Scheinbar zahlt sich aus, dass ich brav den FS freiwillig abgegeben und vor Ort gekuscht habe. Die sind handzahm.
 
Zuletzt bearbeitet:
27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?

Ich muss nochmal was fragen. Was ist der Hintergrund dieser beiden Fragen bzw. wo ist der Unterschied?

Die 27…Soll das lediglich die Konsistenz der vorherigen Aussagen prüfen? Das passt irgendwie nicht und sollte doch erst nach „wieso passiert das nicht wieder?“ kommen…
Ist auch gar nicht so richtig passend zu den Fragen 26,28,29 drumherum.
 
Würdest du das den GA auch fragen, mein Lieber ?
Glaube mir, dass dieser FB das Gespräch sehr gut abbildet.
Jede Frage und auch die Reihenfolge haben ihren Sinn.

Überlege dir ganz in Ruhe die Antworten.
Sie müssen stimmig, schlüssig und passend zu deiner restlichen Aufarbeitung sein.

Das Ausfüllen des FBs braucht vieieieiel Zeit und Mühe, keine Stichpunkte.
Kommt bei dir eine gewisse Ungeduld auf…..?

LG :smiley138:
 
Hallo Karl-Heinz,
Ok, verstehe. Es ist komplex. Hoch kommt am ehesten wieder das Lieblingskind-Abschaum-Schema. …sprich, Denen zeig ich was ich drauf habe.
Die neu erarbeiteten Zusammenhänge erklären ganz viel das ich bisher in keinster Weise so betrachtet habe. Das muss ich ordnen und das braucht Zeit. Es wäre gut gewesen wenn ich mich eher hier ans Licht getraut hätte. Froschi hat gelernt. ;)

Liebe Grüße :smiley138:
 
Kommenden Dienstag, Erstgespräch beim Psychologen/Therapeuten. Dass ich mich auf sowas mal freuen würde kann ich selbst kaum glauben. Das wollte ich noch schnell mitteilen.

Froschi zieht sich erhabenst in seinen Tümpel zurück, zwinkert und äußert ein zufriedenes Quaak.
 
Froschi lugt aus dem Tümpel und quakt „Überarbeitung fertig“.

Hallo Ihr Lieben,

Ich habe versucht die Anregungen einfließen zu lassen. Karl-Heinz wird vielleicht meckern, weil wieder Stichpunkte drin sind. ;) Es lässt sich aber eigentlich alles in einem Rutsch lesen und ich krieg das hin alles in Sätze zu fassen. Mir nützt es zur Orientierung. Weil die Geschichte ja doch lang und komplex ist. Bitte nicht böse sein.

-Im Jahr 2018 hatte ich den Crystal-Konsum schon mal reduziert und dann wieder gesteigert. Das hatte ich vorher gar nicht mit drin. Habe es auch entsprechend begründet.
-Positive Erlebnisse in der Abstinenzzeit… Hier habe ich mich recht kurz gefasst, es sind im Text zuvor aber schon mehr Sachen erwähnt die übergreifen.

Danke und liebe Grüße! :smiley138:


1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
  • In der 7. Klasse im Sozialkunde-Unterricht
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
  • THC 1999
  • Crystal 2014
3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
  • Ab Ende ˋ98 mit 17 Jahren Mo-Fr 1-3mal über die Woche verteilt abends im Lehrlingswohnheim in Erfurt im Kollegenkreis Gras/Hasch geraucht. Am Wochenende in der Heimat auch alle 4 Wochen abends mit Freundin Nala. Probierkonsum Magic Mushrooms im Jahr 1999 abends mit Kollegen im Wohnheim. Im Jahr 2000 erstmals Amphetamin, geringe Dosis zur praktischen Abschlussprüfung in der Gruppe.
  • THC-Einstieg… Zu Cannabis kam ich in der Ausbildung 100km weit von zu Hause weg. Fühlte mich immer fremd und gehemmt. Der Kollege mit dem ich das Zimmer teilte, kiffte abends oft auf dem Balkon. Ich schaute mir das ungefähr 1 Jahr lang an. Es blieb offenbar ohne ernste Konsequenzen. Er kam gut klar, war mir in technischem Bereich und PC-Technik weit voraus. Zwischenzeitlich schloss ich mich der, meiner Meinung nach, coolsten Gruppe an, wo auch gelegentlich gekifft wurde. Ich probierte daher irgendwann auch und hatte das Gefühl dass es mich lockerer und weniger verkopft macht. Das „fremd sein“ trat in den Hintergrund. Ich hatte nun ein „Werkzeug“ in der Hand, das ich im weiteren Leben immer wieder benutzte. In dieser eingeschworenen Gruppe konsumierte ich auch erstmals Amphetamin. Vor der praktischen Abschluss-Prüfung brachte ein Kollege das Pulver mit. Sagte es hilft gegen Prüfungsangst. 6 Kollegen teilten sich eine kleine Menge. Die Dosis war wirklich winzig ABER die Hemmung etwas zu schnupfen, war abgebaut. Konsequenzen hatte das vorerst nicht.
  • Ab 2001 mit Wechsel nach Kassel und Tausch 1. gegen 2. Freundin Nele (die kiffte nicht mit), THC gesteigert zu fast täglichem Konsum. In der Woche, immer alleine in der Mietswohnung nach der Arbeit. Am Wochenende 1-2 mal bei Freunden wo ich Nachschub holte.
  • 2002-2003 Zivildienst mit Hungerlohn, 3. Freundin (kifft auch nicht mit), Konsum THC 3-4 mal die Woche abends bei Drogenfreunden, wenn das Geld reichte. Gemeinsame Wohnung in Zella-Mehlis, rauchfrei.
  • Ab 2004 und mit Wechsel nach Frankfurt wieder THC die Woche über ab Feierabend, auch 1-2 mal die Woche schon morgens je nach beruflicher Anforderung. Frankfurt war einfach schrecklich. Am Wochenende weiter 1-2 mal bei Freunden wo ich Nachschub holte. Direkt auf Arbeit oder unterwegs nie.
  • 2006 Wechsel nach Bamberg. Ab hier Kein Konsum mehr vor der Arbeit weil Anforderungen hoch und pendelte jeden Tag ab Zella-Mehlis. Weiterhin Konsum THC 3-4 mal die Woche abends bei Drogenfreunden
  • Ab 2007 Freundin weg, Umzug zu Eltern, THC wird wieder mehr, viel Aufenthalt bei Drogenfreunden, 5 mal die Woche nach der Arbeit/abends und am Wochenende in der Gruppe
  • 2010 viel Aufenthalt bei neuer Szene nahe Heimatort, weiter 5 mal die Woche nach der Arbeit/abends zum Schlafen und am Wochenende in der Gruppe
  • 2012 neue Freundin, ziehen zusammen, weiter 5 mal die Woche nach der Arbeit/abends zum Schlafen und am Wochenende in der Gruppe, gleiche Szene
  • Ende 2014 Storch bringt Kind
  • Ab ´15 bis zum Delikt im April´25 gleiches Konsummuster, weiter ca. 6 mal die Woche nach der Arbeit und abends zum Einschlafen und mal am Wochenende mit der Freundin, Sonntag drogenfrei außer bei Schichten übers Wochenende
Crystal
  • Ab Anfang 2014 Einstieg mit 1 Line je 0,1g pro Woche am Wochenende abends in der Gruppe
  • Crystal-Einstieg… Etwa 2011 bin ich in eine Szene nahe dem Heimatort gekommen, wo Drogen gut verfügbar waren. Anfangs hauptsächlich um Cannabis zu kaufen. Hier hielt ich mich dann immer öfter auf und begann an Wochenenden in der Gruppe Amphetamine zu nehmen. Hier stand Steigerung des Selbstwertgefühls und langes Durchhalten (Mithalten) im Vordergrund. Alle machten es und ich fühlte mich weniger gehemmt im Umgang. Das weitete sich in den folgenden Jahren aus. Ich hatte oft Nachtschichten und war Pendler mit 80km einfacher Strecke. Vermeintlich konnte ich das besser mit Amphetaminen leisten. Es schlich sich über Jahre in meinen Arbeitsalltag ein. Zu Nachtschichten war es nach 2 Jahren die Regel. Ab 2014 gab es keine Amphetamine mehr zu kaufen, Crystal war stets gut verfügbar. Ich schaute mir andere Konsumenten einige Zeit an. Stieg dann nach einigen Monaten ein
  • Ende ˋ14 Ausweitung Konsum auch auf Wochentage, anfangs nur zu Nachtschichten, dann im Verlauf des Jahres 2015 und mit Beginn Hausbau nahezu täglich, morgens vor dem Gang zur Baustelle. Max. wöchentliche Menge steigt bis 1g.
  • Szene löst sich auf, ab hier Konsum zu Hause
  • Ab ´16 weiterhin Konsum morgens vor der Arbeit, 1-2 mal am Wochende auf der Baustelle, Innenausbau läuft. Sonntag nicht. Weiterhin ca. 1g pro Woche. 2017 Einzug ins neue Haus.
  • 2018 Konsum reduziert auf 2-3 mal wöchentlich zum Arbeiten an Außenanlagen ums Haus und ggf. am Wochenende mit Lebensgefährtin. 1 Jahr Pause von Beruf nach Abfindung und Auflösungsvertrag wegen Steuervorteil. ENDE Pendeln nach Bamberg. 0,5g die Woche
  • 2019 neuer Job, Stress ohne Ende, ständig Autofahren in ganz Deutschland auch oft über Nacht weg, bis 10 Stunden am Tag arbeiten. Langsam wieder Konsum täglich vor der Arbeit. Bis Mitte 2021 Menge wieder gesteigert bis 1g/Woche
  • 2021 gekündigt und neuer Job. Technischer Service Kundendienst. Wieder täglich unterwegs im ganzen Bundesland und StörungsBereitschaft. Weiter Konsum täglich vor der Arbeit und 1 mal am Wochenende. Sonntag drogenfrei.
  • Menge bis zum Delikt im April ´25 auf 1g pro Woche konstant halten können. Wenn am Wochenende, dann nicht morgens sondern abends gemeinsam mit Partnerin als Aphrodisiakum, Sonntag drogenfrei.
  • Der Nachschub an Drogen war nie zu 100% gesichert da ich immer beim selben Dealer Nachschub holte. Gab es mal nichts, bin ich nie auf andere Quellen ausgewichen, sondern habe gewartet bis er wieder was hat. Das war alle 6-8 Wochen für ca. 1 Woche der Fall. So lange hielten seine Vorräte in etwa. Ich selbst habe nie Vorräte angelegt, immer nur 1g gekauft.
4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
  • Nein, habe ich nicht. Ich habe es sicherlich in jungen Jahren probiert aber nach schlechten Erfahrungen in Kombination mit THC schnell bleiben lassen
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
  • In der Intervention haben wir den bisherigen Konsum besprochen und risikoarm festgestellt. Ich habe nicht gemischt konsumiert. Etwa 2-3 mal die Woche ein Radler 0,5l, (typischerweise bei meiner Schwester) oder ein 0,33l Bier bei meinem Onkel wo man nicht wegkam ohne etwas getrunken zu haben. Zu Anlässen 6mal jährlich bis 1L Bier. Das ist die Grenze ab der meine Zunge schwer wird. Kein Bier daheim gehabt.
6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
  • Ich trinke morgens 2 Tassen Kaffee und rauche 15 Zigaretten am Tag. Nachmittags ggf. noch 1-2 Tassen Kaffee.
7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
  • Durch Cannabis zog ich mich von meinem nicht konsumierenden sozialen Umfeld zurück. Ich legte weniger Wert auf mein Äußeres. Mein Kurzzeitgedächtnis wurde schlechter. Die Konzentration war eingeschränkt. Schlechtes wurde langsamer verarbeitet, alte Erinnerungen kamen immer wieder mit Wucht hoch. Ich ging weniger auf Veranstaltungen und allgemein noch weniger unter Leute. Die Beziehungen die ich ab 20 Jahren hatte, litten immer darunter und hätten mit mehr Offenheit und ohne Flucht Richtung Cannabis sicher länger gehalten. Ich bin bei meinen technischen Hobbies schlecht voran gekommen. Ich konnte weniger gut auf meine Tochter eingehen. Ich hatte sie zwar immer sehr lieb. Es war aber weniger körperliche und gefühlsmäßige Nähe da. Ich konnte schlechter auf sie eingehen. Meine Partnerin fing da viel auf. Beruflich kam ich zwar zurecht aber ich hätte mit klarem Kopf noch deutlich mehr erreichen können.
  • Crystal steigerte meine Leistungsfähigkeit scheinbar. Auf das morgendliche High folgte aber Erschöpfung am Abend. Ich habe oft versucht Dinge besser zu machen als nötig gewesen wäre. Hielt mich an Überflüssigem lange auf. Durch gesunde Ernährung und dauerhafte Begrenzung der Dosis hielt ich die gesundheitlichen Auswirkungen über Jahre im Rahmen, Auswirkungen bemerkte ich aber. Die schlimmste Auswirkung neben den FE-Verlust war der Verlust meines Arbeitsplatzes lange nachdem ich den Konsum schon gestoppt hatte. Mein Laptop wurde geprüft und private Dateien gefunden. Die Dateien stammten aus den schlimmsten Zeiten. Ich hatte versäumt meinen Saustall aufzuräumen als ich nüchtern war. Als ich noch „drauf“ war, hatte ich nie gedacht dass das jemand mitbekommt. Wer würde es auch wagen den Laptop von Superman zu kontrollieren? Man hat mich Monate nach meinem Drogen-Outing im Betrieb getestet und ich bin durchgefallen. Bekam Fristlose.
8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
  • Ja. Ich wollte einerseits Ängste dämpfen und andererseits vor meinen Eltern alles recht machen um nicht in Ungnade zu fallen. Ich wollte immer Allen alles recht machen und das so gut wie möglich.
  • Bezüglich Crystal erschreckt mich das heute besonders. Ich bildete mir ein dass mir die Droge Antrieb gibt, war in Sorge ohne die Droge in ein Leistung-Loch zu fallen oder auf Arbeit nicht mehr genug leisten zu können. Ich befürchtete dass auch daheim Vieles liegen bleiben könnte und redete mir ein ich könnte Dinge schneller fertig stellen.
9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
  • 24ng THC 12ng OH 180ng COOH
  • 100ng Methamphetamin
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
  • Montag-Samstag, täglich 1g Cannabis Feierabend/abends, morgens 0,15g Crystal
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
  • Morgens bis 10Uhr 0,15g Crystal und 0,5g Cannabis
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
  • Ja. Eine Urlaubsreise stand unmittelbar bevor und triggerte Ängste vor fremden Umgebungen und Unbekanntem. Der Tag war voller Herausforderungen bezüglich Urlaubsvorbereitungen. Dazu kam, dass ich arbeitsfrei hatte und unsere Tochter die Nacht davor und noch bis abends bei Oma und Opa in Betreuung war.
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
  • Die Polizei wendete nach einer Vorbeifahrt auf einer Nebenstraße. Auf der Bundesstraße war eine Baustelle. Der Streifenwagen folgte mir und unterzog mich einer allgemeinen Verkehrskontrolle (nicht anlassbezogen).
14. Was war der Zweck der Fahrt?
  • Ich musste möglichst schnell eine neue Starterbatterie für die selten genutzte Familienkutsche besorgen. Gegen 10Uhr morgens, beim Ausparken aus dem Carport, sprang der Wagen gerade so noch an. Am nächsten Tag wollten wir pannenfrei zum Flughafen fahren und nach 10 Tagen wieder heim. Einen Konflikt mit dem Fahren gab es nicht mehr, also fuhr ich los obwohl ich gerade erst konsumiert hatte.
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
  • Vom Heimatort bis zum ATU ~25km, auf dem Rückweg nach Hause wurde ich nach etwa 3km kontrolliert
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
  • THC wirkt lange nach, daher sind über die Jahre 4000mal sicher nicht übertrieben
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
  • Es gab keinen Konflikt mehr. Ich achtete großteils noch darauf nicht all zu offensichtlich/zu stark berauscht unterwegs zu sein um möglichst unfallfrei zu fahren und um nicht erwischt zu werden. Ich stellte aber meinen Lebenswandel über die Verkehrssicherheit. Das beweist die TF. Eine Trennung von Konsum und Fahren fand nicht mehr statt.
18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
  • THC verlangsamt Reaktionszeiten, verändert zeitliches und räumliches Empfinden, falsche Einschätzung von Situationen und veränderte Reaktion auf Gefahren, Blendempfindlichkeit nimmt zu
  • Crystal führt zu Selbstüberschätzung, führt evt. zu schnellem und riskantem Fahren, Situationen und Gefahren können anders bewertet und unangemessen reagiert werden. Müdigkeit wird überspielt aber beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit trotzdem.
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
  • Je nach Konsummuster kann THC bis 72h nachwirken, Crystal je nach Menge bis 2 Tage
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
  • Täglicher Konsum kann zu Abhängigkeit führen
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Warum ist es passiert?

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Drogenkonsum?
  • 2 bestimmende Probleme konnte ich während meiner Aufarbeitung finden. Beide stehen in Zusammenhang mit Ängsten, die ich auf traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit zurückführe. Sie greifen ineinander, waren immer präsent und lenkten mein Verhalten. In der Intervention haben wir auch ein emotionales Syndrom als mitbestimmend erkannt. Es verstärkte zeitweise meinen Cannabis-Konsum.
  • (Angst vor Vielem…) Ich dachte im Leben oft über Erlebnisse und Zwischenmenschliches NEGATIV nach. Was denkt man von mir? Habe ich genug geleistet und alles richtig gemacht? Habe ich etwas getan was mich schlecht aussehen lässt? Damit verbunden war ich unsicher in Gruppen, fühlte mich nicht wohl unter vielen Leuten oder Fremden. Auch fremde Umgebungen machten mir Angst. Diese Gedanken versuchte ich mit THC-Konsum zu dämpfen. Die schlechten Gedanken vorwiegend nach der Arbeit. Die Angst vor fremden Umgebungen beispielsweise am Tag der TF, vor einem Urlaub in der Ferne. Crystal steigerte mein Selbstwertgefühl, was mir auf Arbeit hilfreich schien. Kundenbesuche im Störungsfall oder komplexe Umschaltungen erzeugten Ängste und ich konnte so scheinbar souveräner und spontaner anpacken.
  • (Das Lieblingskind-Abschaum-Schema...) Meine Eltern hatten schon immer eine hohe Erwartungshaltung an mich. Sie achten sehr darauf wie man sie im Ort wahrnimmt. Wenn ich mal nicht funktionierte, gaben sie mir das Gefühl weniger wert zu sein. (Was du kiffst? Aufhören oder Du fliegst raus, Drogen= Abschaum). Hier spielt auch meine Schwester eine Rolle, sie ist anders als ich und geht ihren eigenen Weg. Das passt meinen Eltern nicht und hat Konsequenzen. Diese bekommt sie in Form von Vernachlässigung zu spüren. (Vater-hasst-Schwager-Problem). Sie erleidet das, was ich fürchtete. Ich fühlte mich unter Druck immer abliefern, immer Liebkind sein zu müssen. Diese Prägung reichte weit über Familiäres hinaus. Ich hatte Angst vernachlässigt und weniger geliebt zu werden (Abschaum zu sein) wenn ich nicht immer 110% abliefere. Hohe Anforderungen auf Arbeit (Schichtarbeit/Nachtschichten) führte im Zusammenhang damit, beim Crystal-Problem zu einer Dosis-Steigerung. Hin zu einem fast täglichen Konsum in der Woche vor der Arbeit oder allgemein bei Arbeiten rund um den Hausbau wenn ich meinem Vater wieder mal zeigen wollte, was ich kann.
22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
  • Meine Eltern und meine Schwester warnten mich anfangs dass es böse enden wird und hießen es nicht gut. Dass ich kiffe war Ihnen schon seit der Ausbildung bekannt. Dass ich Crystal nehme, wusste außer meiner Lebensgefährtin niemand. Da ich beruflich und finanziell gut zurecht kam, wurde das Kiffen in Verwandt- und Bekanntschaft nie weiter thematisiert, regelrecht tot geschwiegen. Mein Onkel ist immer sehr direkt und sagte „iß mehr Du dürrer Hund“. Mit meiner Lebensgefährtin sprach ich hin und wieder darüber dass sich etwas ändern muss weil es so nicht ewig weiter geht. Auch weil unsere Tochter es früher oder später mitbekommt und die Anforderungen in der Erziehung größer werden.
23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
  • Im Alter von 16 Jahren hatte ich eine Beziehung die mir sehr gut tat und die ich durch Fremdgehen nach 2,5 Jahren verlor. Das hat mich lange und intensiv beschäftigt. (Abschaum-Schema + Liebeskummer). In den Jahren danach war ich ab 2001 fern der Heimat in Kassel und Frankfurt beschäftigt. Hier fühlte ich mich nie richtig wohl. Versäumte Anschluss und sinnvolle Beschäftigung zu suchen. Sicher auch wegen den Unsicherheiten die mich immer begleiteten (Angst vor Vielem und in der Fremde). Hier steigerte sich mein Cannabis-Konsum deutlich. Ich wollte negative Gedanken und den Liebeskummer verdrängen. Wollte Einsamkeit und Langeweile betäuben. Das Gegenteil habe ich erreicht. Konnte den Liebeskummer ewig nicht los werden und hockte nur rum. Arbeiten, Kiffen, Zocken, Schlafen und wieder von vorne. Meine Strategie „Cannabis als Werkzeug“ verfestigte sich und ging nun über den Freizeitkonsum mit Freunden hinaus.
  • Hausbau ab 2015. Ich hatte mir mit der Planung meines Hauses ambitionierte Ziele gesetzt. Auch der Druck aus meinem Elternhaus ein Prestige-Objekt zu schaffen, spielte hier mit hinein. Die Expertise brachte mein Vater mit. Das Ziel war in 7 Monaten Elternzeit den Rohbau in Eigenregie, beginnend auf grüner Wiese, fertig zu stellen. Ich dachte ich könnte die harte körperliche Arbeit mit Crystal besser bringen. Daher begann ich morgens den Tag mit einer Dosis. Mein Vater hing sich richtig rein und ich wollte ihm zeigen dass ich es wert bin (Abschaum-Schema) Wir hatten keinen extra Bauleiter, also waren Baustoffbestellung und -beschaffung, Detailentscheidungen sowie Organisatorisches auch auf meinen Schultern. Um abends gut zur Ruhe zu kommen und Unsicherheiten zu vergessen, rauchte ich weiter Cannabis.
 
24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?

(Warum, wann, wer?)
  • Nein, nicht direkt. Die Umstellung zur Abstinenz habe ich selbst bewältigt. Um die Abstinenz auch zukünftig und langfristig stabil zu halten, habe ich Hilfe in Anspruch genommen. Mit meiner Lebensgefährtin habe ich geklärt dass Drogen in unserem Haus Geschichte sind. Wir gehen sehr offen miteinander um und bestärken uns gegenseitig. Mit dem Schritt zur Abstinenz und vielen Gesprächen lernten wir uns besser kennen als in den Jahren zuvor. Unsere Beziehung hat es gefestigt. Mit ihr hatte ich immer jemanden zum Reden an meiner Seite.
25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?
  • Mein Opa väterlicherseits hat seine Sorgen und Einsamkeit nach dem Tod von Oma im Alkohol ertränkt. Das Ganze endete mit einem Schlaganfall, der ihn zum Pflegefall machte. Das hat mich als Kind sehr geprägt da ich es unmittelbar miterlebt habe. Vom Beginn mit versteckten Schnapsflaschen bis volluriniertes Bett.
26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?

Warum? Wann?
  • Konsumspitzen waren für THC die Zeit in Kassel und Frankfurt in der Mietswohnung verbunden mit den oben beschriebenen Problemen. Hier habe ich 1-2 mal die Woche auch schon morgens vor der Arbeit gekifft. Für Crystal war die Spitze zur Zeit des Hausbaus.
  • Wenig Konsum, 2-3 mal die Woche, fand bei einer Auszeit vom Job das ganze Jahr 2018 statt. Ich hatte mit goldenem Handschlag bei Firma X aufgehört und aus steuerlichen Gründen eine Auszeit eingelegt. War rund ums Haus tätig, Einfahrt Pflastern, Zaun bauen, Garten und Terrasse anlegen.
  • Kleinere Unterbrechungen waren z.B.: bis zu 2 Wochen zu Urlaubssreisen 2mal jährlich. Ich habe da nie Drogen mitgenommen. Oder beispielsweise 4 Wochen THC, 2 Wochen Meth bei Einstellungsuntersuchung 2021 (mit Drogentest)
  • Mehrere Male im Jahr gab es 1-2 Wochen lang nichts zu kaufen beim Dealer. Seit 15 Jahren holte ich immer bei der selben Person Nachschub. Mein Drang nach Nachschub war nicht so stark dass ich mich unbedingt anderswo hätte versorgen müssen. Ich kam klar, Pausen waren ungewohnt aber nicht unerträglich.
27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?
  • Nichts, Cannabis war meine Bewältigungsstrategie für negative Gedanken/Ängste und ich war daran gewöhnt so zu handeln. Ich bin handwerklich begabt, sportlich und (immer noch) attraktiv. Ich hätte sportliche und gesellschaftliche Angebote wahrnehmen können die mich genauso erfüllt hätten. Auspowern bei Sport oder über schlechte Gedanken reden fiel mir nicht ein. Ich hätte meinen Ängsten viel früher auf den Grund gehen können anstatt mich zu betäuben. Ich brauche vor nichts Angst haben denn ich bin gut so wie ich bin.
28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?
  • Ja, das kann ich nicht bestreiten. Mit der Zeit hätten sich sicher weitere negative Auswirkungen gezeigt, denen ich wieder mit falschen „Werkzeugen“ und irrigen Verhaltensweisen begegnet wäre.
29. Waren sie drogenabhängig?
  • Nein. Die negativen Auswirkungen nahmen zwar zuletzt zu, beruflichen, familiären und finanziellen Verpflichtungen kam ich größtenteils nach. Ich denke ich habe die Kurve noch rechtzeitig gekriegt.
  • Durch das Kiffen kam ich zum Rauchen und rauche jetzt seit 25 Jahren. Danach bin ich süchtig. Etwas Derartiges habe ich bei THC und Crystal nicht verspürt. Kann ich sowas schreiben???
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Wieso passiert das nicht wieder?

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?
  • Ja, indem ich in Drogen keinen Ausweg gesucht hätte. Ich kann Ängste nicht wegrauchen, ich muss mich stellen denn sie sind unbegründet und verschwinden nur so dauerhaft. Ich kann mich auch nicht zum Lieblingskind dopen, zu Abschaum sehr wohl.
31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?
  • Ich hatte die Kontrolle verloren und möchte sie zukünftig behalten. Nur abstinent gelingt mir der Start in ein neues Leben. Ich werde nicht zu Abschaum wenn ich nüchtern mal falsche Entscheidungen treffe oder Schwächen zeige. Ganz sicher aber wenn ich weiter Drogen nehme. Mit THC habe ich meine Ängste gepflegt statt mich zu stellen und ihnen die Macht zu nehmen. Crystal hat mich letztendlich einen sehr guten Job gekostet den ich gern behalten hätte. Meine Tochter und Lebensgefährtin brauchen etwas Besseres als einen ständig benebelten Papa. Ich sehe um mich herum wie meine Freunde und ehemaligen Klassenkameraden gesellschaftlich akzeptiert und integriert sind. Ich hingegen habe mich durch Drogen zum Sonderling entwickelt, der sich immer weiter isoliert hat. Das ändert sich nun wieder. Meine Eltern kommen auch langsam in ein Alter wo ich helfen und unterstützen muß. Ich bin nüchtern und gesund für sie da.
32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)
  • Als die beiden jungen Polizisten mich stoppten sah ich kommen wie die Kontrolle endet und dass sich mein Leben ändern muss. Dass es jetzt soweit ist. Den Verlust der FE habe ich gebraucht um endlich etwas zu ändern. Der Weg war steinig und manchmal schmerzhaft. Aber verbunden mit der Chance auf ein neues und gesünderes Leben ohne Drogen. Für immer. Ein Unfall hätte mein und andere Leben zerstören können. Auch für immer, ohne Chance auf einen Reset. Es ist ein glücklicher Umstand dass ich erwischt wurde. Ich habe mich seitdem besser kennen gelernt als Jahrzehnte zuvor.
33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht gelegentlicher Konsum in Betracht?
  • Ich befürchte in alte Muster zurückzufallen und wieder die Kontrolle zu verlieren. Das kann ich nur durch Abstinenz sicher verhindern. Dass ich nicht kontrolliert konsumieren kann, habe ich bewiesen.
34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?
  • Den Konsum von Crystal beendete ich am Tag der TF. Da wurde mir schlagartig bewusst dass mein Doppelleben jetzt endet. Ich hatte große Angst gesellschaftlich abzusteigen und das Ansehen zu verlieren das ich noch hatte. Jetzt weiter Meth zu konsumieren hatte von jetzt auf gleich keinen Sinn oder Funktion mehr die mir genutzt hätte. Im Gegenteil, ich hatte mich damit richtig reingeritten und weiter zu machen hätte es noch schlimmer gemacht. Ich hatte bezüglich Crystal keine nennenswerten Entzugserscheinungen. Da ich konstante Dosen morgens und nur nasal zu mir genommen hatte war der gefühlte „Mehrwert“ schon immer begrenzt. Es fühlte sich die ersten Wochen ungewohnt an. Ich hatte aber keinen Suchtdruck oder Craving. Nach den ersten Wochen stellte ich fest dass ich nüchtern mehr leisten konnte, zielstrebiger und weniger launisch war. Meine Arbeitsergebnisse waren sehr gut und das Verhältnis zu den Kollegen besser denn je. Ich habe mich den Kollegen angepasst und mich nicht mehr aufgeregt, dass alles an mir hängen bleibt. Habe mich nicht mehr sinnlos abgezappelt oder gedacht ich müsse mehr tun wie Andere.
  • Nach der TF konnte ich aber nicht widerstehen erstmal noch zu kiffen. Ich hatte den Zusammenhang meiner Ängste mit dem Cannabiskonsum noch nicht verstanden und an diesem Tag hatte ich große Angst. Ich kiffte also an diesem Abend noch um das Gedankenkarussell zu beruhigen. Mit mäßigem Erfolg. Ich kam trotzdem nicht zur Ruhe. Am nächsten Tag flogen wir 14 Tage nach Fuerte Ventura. Urlaubsreisen 2mal jährlich waren immer drogenfrei. So auch diese. Ich konnte meine Gedanken etwas ordnen und über alles nachdenken. Wirklich entspannen aber nicht. Nach der Rückkehr kamen auch alle Probleme und Gedanken mit Wucht zurück. Was wird aus meinem Job, was sagen meine Eltern, warum hab ich es überhaupt soweit kommen lassen? Das machte mir wieder eine Heidenangst und ich rauchte nach 2 Tagen abends wieder. Gegen meine unterschwelligen Ängste hatte das ja auch immer irgendwie geholfen. Hier half es aber nicht, weil ich diesmal echte Probleme hatte die ich so nicht lösen konnte. Das Gedankenkarussell begann jetzt erst richtig zu drehen, ich hatte Gewissensbisse und fühlte mich mies. Konnte entgegen meinen Erwartungen kein Stück besser schlafen. Das habe ich Wochen später noch 2 mal probiert und genauso wieder erlebt. Ich stürzte mich in die Arbeit. Sorgte dafür dass ich abends ausgepowert bin und konnte gut schlafen. Am 21.07.25, 2Tage vor der nächsten Urlaubsreise, rauchte ich das letzte Mal und zog dann auch den Schlussstrich für Cannabis. Ich hatte keine Entzugserscheinungen. Ungewohnt war es anfangs aber ebenfalls.
  • Ich musste mich während der Abstinenz oft meinen Ängsten stellen und das Abschaum-Schema überwinden. Ich habe gute Erfahrungen gemacht. Ich habe mich beispielsweise beim Betriebsarzt mit der vollen Wahrheit geoutet. Anschließend mit meinen Chefs besprochen wie es ohne FE weiter gehen soll. Von der TF im April bis November 25 habe ich ja noch nüchtern gearbeitet. Wir waren 2mal mit Öffis im Auslandsurlaub und ich bin mehrere Male zur Intervention gereist. Ich war mit meiner Tochter oft am Wochenende unterwegs zum Shopping. Waren bei 2 Konzerten. Sind zum Kirmestanz und Karneval gegangen.
35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?
  • Die Einzel-Intervention durch eine Verkehrspsychologin der DEKRA hat mir geholfen. Nach dem Cannabis-Stop half es sehr einer neutralen Person meine Geschichte zu erzählen und Tipps zu erhalten wie ich stabil abstinent bleibe (Verhaltenstherapeutisch und Richtung Stressmanagement). Hier erhielt ich wichtige Settings und vor allem eine Idee was bezüglich Ängsten und Abschaum-Schema eigentlich mit mir los ist. Die verkehrspsychologische Intervention fand zum Teil am Beginn der Abstinenz statt. Nach 12 Monaten Bewährungsphase fanden noch 2 Doppelstunden statt.
  • Therapie Ängste und Trauma…. Über die Intervention hinaus habe ich mich in Psycho-Therapie begeben um meinen Ängsten auf den Grund zu gehen und falsche Einstellungen sowie Kindheitserlebnisse aufzuarbeiten. Ich brauchte einige Zeit bis mir klar wurde dass es eine stabile Abstinenz einfacher macht.
  • Ich habe auch ein Erstgespräch bei der örtlichen Suchtberatung (TWSD Thüringen) wahr genommen. Ich wollte diesbezüglich Distanz abbauen und jemanden in der Nähe haben, an den ich mich bei möglichen Problemen oder drohenden Rückfällen wenden kann. Ich war überrascht wie unkompliziert das lief. Ich hatte sofort das Gefühl willkommen zu sein und verstanden zu werden. Wertvolle Hilfe ist nur eine kurze Busfahrt entfernt. Die Mitarbeiterin Fr. X hielt es nicht für nötig dass ich zu weiteren Beratungen komme „aber meine TelNr. kennen sie jetzt“ sagte sie zum Abschied.
  • Vertrauensperson Nummer 1 ist meine Lebensgefährtin. Ich habe ihr nach dem Delikt erstmals meine wirklich ganze Geschichte erzählt. Wir haben all die Jahre gelegentlich gemeinsam konsumiert und beschlossen auch gemeinsam den Ausstieg. Wir konnten uns gegenseitig bestärken und haben viel über unsere Entwicklung und Unterschiede zu vorher gesprochen. Wir waren auch gemeinsam bei dem Termin bei der Drogenberatung.
  • Ebenso wichtig ist mir meine Schwester. Sie ist auf den Tag genau 10 Jahre älter als ich und ich respektiere sie sehr. Ich habe mit ihr über meinen Führerscheinverlust und die Gründe dafür gesprochen. Ich hatte wegen den Drogen schon immer ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber. Über 20 Jahre lang stand ein rosa Elefant im Raum der jetzt endlich weg ist. Gegenüber meinen Eltern positioniere ich mich klar auf ihrer Seite.
  • Mein bester Freund kennt meine Geschichte auch bis ins Detail. Bis vor 3 Jahren war er auch noch Konsument. Eine Entzündung des Herzmuskels hat seine Herzleistung auf 30% reduziert und ich helfe ihm viel in Haus und Garten. Damit helfe ich mir auch selbst. Gespräche mit ihm sind intensiv und vertraut weil wir uns seit dem Kindergarten kennen. Er kennt auch meine traumatische „ich will nicht in die Schule“ Geschichte.
36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?
  • Mein sonstiges Umfeld besteht im Großen und Ganzen noch aus meiner/unserer Verwandtschaft und meinen Eltern. Wir haben seit dem Einzug ins neue Haus vor 10 Jahren kein wirkliches Familienfest ausgerichtet. Das haben wir dieses Jahr geändert und den 50. meiner Lebensgefährtin groß gefeiert. Ich weiß dass jeder in meinem Umfeld merkt dass ich mich zum Besseren verändere.
  • Es fällt im Dorf sicher auf dass wir uns wieder mehr an gesellschaftlich Ereignissen wie z.B. Kirmes beteiligen und unser Garten in neuem Glanz erstrahlt. Wir werden uns auch beim Karneval wieder sehen lassen. Das Verhältnis zur Nachbarschaft ist offener. Es gibt keine geröteten Augen oder eine ständig laufende Nase mehr zu verbergen.
  • Bei Elternabenden in der Schule treffe ich ehemalige Klassenkameraden. Sie merken dass ich mich mehr beteilige und nicht mehr so still bin, sprich ich „taue auf“.
37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?
  • Den Kontakt zum Dealer habe ich abgebrochen. Wir haben uns seitdem einmal kurz beim Einkaufen getroffen und gegrüßt. Vielmehr auch nicht. Eine mir bekannte Szene existiert seit langem nicht mehr und ich möchte auch keine mehr kennen lernen.
38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?
  • Nein. Ich gehe Konsumenten aus dem Weg. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis sind keine Konsumenten mehr.
39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?
  • Garnicht. Ich werde mich von Konsumenten fernhalten. Ich kenne keine Orte mehr an denen konsumiert wird bzw. verlasse die Orte wenn ich mich da wiederfinden sollte.
40. Haben Sie zu Hause Cannabis?
  • Nein
41. Wie wollen Sie es gegebenen Falls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
  • Ich werde meine Abstinenz einhalten.
42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?
  • Die Gefahr eines Rückfalles wird immer da sein und ich werde auf Warnsignale achten. Ich kenne jetzt die Ursachen meines Konsums und weiß um meine Schwächen. Ich würde eingreifen, sollte ich z.B. wieder Ängste bemerken und an eine Lösung mit Drogen denken. Oder das Abschaum-Schema greift wieder und ich will übers Ziel hinaus. Ich weiß auch dass ich mir problemlos professionelle Hilfe holen kann. Nicht erst wenn es zu spät ist, sondern diesmal rechtzeitig.
43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?
  • Mein Alkoholkonsum hat sich kaum verändert seit der Drogen-Abstinenz. Am Wochenende trinke ich gelegentlich zusätzlich ein Glas Wein mit meiner Partnerin. Aber nicht zwingend jedes. Ich habe nach wie vor nicht mal Bier im Haus. In der Intervention haben wir die Möglichkeit einer Suchtverlagerung besprochen. Ich achte weiterhin darauf meinen Alkoholkonsum im risikoarmen Bereich zu halten.
 
Lieber Mammo,

nein, ich meckere nicht :smiley138:.
Ich finde, dass sich deine Aufarbeitung jetzt wie ein Fließtext liest,

Auch finde ich ganz großartig, wie du insbesondere deine Motive darstellst, wirklich Hut ab !

Das normale „Rauchen“ ist grundsätzlich kein Problem, da Nikotin keine psychotrope Substanz ist. Du könntest hier ausführen, ob dich das triggert, ja / nein, warum ?

Die Antwort auf Frage 42 ist mir noch ein bisschen zu kurz geraten. Daran könnten wir noch gemeinsam arbeiten.

( Da deine MPU erst in ca. 3 Monaten ist, habe ich deinen FB jetzt noch nicht Wort für Wort „auseinandergenommen“ ;) )

Also, wirklich sehr gut gemacht, sei stolz auf dich !

Schulterklopfen von Karl-Heinz :smiley138:
 
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