Froschi lugt aus dem Tümpel und quakt „Überarbeitung fertig“.
Hallo Ihr Lieben,
Ich habe versucht die Anregungen einfließen zu lassen. Karl-Heinz wird vielleicht meckern, weil wieder Stichpunkte drin sind.

Es lässt sich aber eigentlich alles in einem Rutsch lesen und ich krieg das hin alles in Sätze zu fassen. Mir nützt es zur Orientierung. Weil die Geschichte ja doch lang und komplex ist. Bitte nicht böse sein.
-Im Jahr 2018 hatte ich den Crystal-Konsum schon mal reduziert und dann wieder gesteigert. Das hatte ich vorher gar nicht mit drin. Habe es auch entsprechend begründet.
-Positive Erlebnisse in der Abstinenzzeit… Hier habe ich mich recht kurz gefasst, es sind im Text zuvor aber schon mehr Sachen erwähnt die übergreifen.
Danke und liebe Grüße!
1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?
- In der 7. Klasse im Sozialkunde-Unterricht
2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)
3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)
- Ab Ende ˋ98 mit 17 Jahren Mo-Fr 1-3mal über die Woche verteilt abends im Lehrlingswohnheim in Erfurt im Kollegenkreis Gras/Hasch geraucht. Am Wochenende in der Heimat auch alle 4 Wochen abends mit Freundin Nala. Probierkonsum Magic Mushrooms im Jahr 1999 abends mit Kollegen im Wohnheim. Im Jahr 2000 erstmals Amphetamin, geringe Dosis zur praktischen Abschlussprüfung in der Gruppe.
- THC-Einstieg… Zu Cannabis kam ich in der Ausbildung 100km weit von zu Hause weg. Fühlte mich immer fremd und gehemmt. Der Kollege mit dem ich das Zimmer teilte, kiffte abends oft auf dem Balkon. Ich schaute mir das ungefähr 1 Jahr lang an. Es blieb offenbar ohne ernste Konsequenzen. Er kam gut klar, war mir in technischem Bereich und PC-Technik weit voraus. Zwischenzeitlich schloss ich mich der, meiner Meinung nach, coolsten Gruppe an, wo auch gelegentlich gekifft wurde. Ich probierte daher irgendwann auch und hatte das Gefühl dass es mich lockerer und weniger verkopft macht. Das „fremd sein“ trat in den Hintergrund. Ich hatte nun ein „Werkzeug“ in der Hand, das ich im weiteren Leben immer wieder benutzte. In dieser eingeschworenen Gruppe konsumierte ich auch erstmals Amphetamin. Vor der praktischen Abschluss-Prüfung brachte ein Kollege das Pulver mit. Sagte es hilft gegen Prüfungsangst. 6 Kollegen teilten sich eine kleine Menge. Die Dosis war wirklich winzig ABER die Hemmung etwas zu schnupfen, war abgebaut. Konsequenzen hatte das vorerst nicht.
- Ab 2001 mit Wechsel nach Kassel und Tausch 1. gegen 2. Freundin Nele (die kiffte nicht mit), THC gesteigert zu fast täglichem Konsum. In der Woche, immer alleine in der Mietswohnung nach der Arbeit. Am Wochenende 1-2 mal bei Freunden wo ich Nachschub holte.
- 2002-2003 Zivildienst mit Hungerlohn, 3. Freundin (kifft auch nicht mit), Konsum THC 3-4 mal die Woche abends bei Drogenfreunden, wenn das Geld reichte. Gemeinsame Wohnung in Zella-Mehlis, rauchfrei.
- Ab 2004 und mit Wechsel nach Frankfurt wieder THC die Woche über ab Feierabend, auch 1-2 mal die Woche schon morgens je nach beruflicher Anforderung. Frankfurt war einfach schrecklich. Am Wochenende weiter 1-2 mal bei Freunden wo ich Nachschub holte. Direkt auf Arbeit oder unterwegs nie.
- 2006 Wechsel nach Bamberg. Ab hier Kein Konsum mehr vor der Arbeit weil Anforderungen hoch und pendelte jeden Tag ab Zella-Mehlis. Weiterhin Konsum THC 3-4 mal die Woche abends bei Drogenfreunden
- Ab 2007 Freundin weg, Umzug zu Eltern, THC wird wieder mehr, viel Aufenthalt bei Drogenfreunden, 5 mal die Woche nach der Arbeit/abends und am Wochenende in der Gruppe
- 2010 viel Aufenthalt bei neuer Szene nahe Heimatort, weiter 5 mal die Woche nach der Arbeit/abends zum Schlafen und am Wochenende in der Gruppe
- 2012 neue Freundin, ziehen zusammen, weiter 5 mal die Woche nach der Arbeit/abends zum Schlafen und am Wochenende in der Gruppe, gleiche Szene
- Ende 2014 Storch bringt Kind
- Ab ´15 bis zum Delikt im April´25 gleiches Konsummuster, weiter ca. 6 mal die Woche nach der Arbeit und abends zum Einschlafen und mal am Wochenende mit der Freundin, Sonntag drogenfrei außer bei Schichten übers Wochenende
Crystal
- Ab Anfang 2014 Einstieg mit 1 Line je 0,1g pro Woche am Wochenende abends in der Gruppe
- Crystal-Einstieg… Etwa 2011 bin ich in eine Szene nahe dem Heimatort gekommen, wo Drogen gut verfügbar waren. Anfangs hauptsächlich um Cannabis zu kaufen. Hier hielt ich mich dann immer öfter auf und begann an Wochenenden in der Gruppe Amphetamine zu nehmen. Hier stand Steigerung des Selbstwertgefühls und langes Durchhalten (Mithalten) im Vordergrund. Alle machten es und ich fühlte mich weniger gehemmt im Umgang. Das weitete sich in den folgenden Jahren aus. Ich hatte oft Nachtschichten und war Pendler mit 80km einfacher Strecke. Vermeintlich konnte ich das besser mit Amphetaminen leisten. Es schlich sich über Jahre in meinen Arbeitsalltag ein. Zu Nachtschichten war es nach 2 Jahren die Regel. Ab 2014 gab es keine Amphetamine mehr zu kaufen, Crystal war stets gut verfügbar. Ich schaute mir andere Konsumenten einige Zeit an. Stieg dann nach einigen Monaten ein
- Ende ˋ14 Ausweitung Konsum auch auf Wochentage, anfangs nur zu Nachtschichten, dann im Verlauf des Jahres 2015 und mit Beginn Hausbau nahezu täglich, morgens vor dem Gang zur Baustelle. Max. wöchentliche Menge steigt bis 1g.
- Szene löst sich auf, ab hier Konsum zu Hause
- Ab ´16 weiterhin Konsum morgens vor der Arbeit, 1-2 mal am Wochende auf der Baustelle, Innenausbau läuft. Sonntag nicht. Weiterhin ca. 1g pro Woche. 2017 Einzug ins neue Haus.
- 2018 Konsum reduziert auf 2-3 mal wöchentlich zum Arbeiten an Außenanlagen ums Haus und ggf. am Wochenende mit Lebensgefährtin. 1 Jahr Pause von Beruf nach Abfindung und Auflösungsvertrag wegen Steuervorteil. ENDE Pendeln nach Bamberg. 0,5g die Woche
- 2019 neuer Job, Stress ohne Ende, ständig Autofahren in ganz Deutschland auch oft über Nacht weg, bis 10 Stunden am Tag arbeiten. Langsam wieder Konsum täglich vor der Arbeit. Bis Mitte 2021 Menge wieder gesteigert bis 1g/Woche
- 2021 gekündigt und neuer Job. Technischer Service Kundendienst. Wieder täglich unterwegs im ganzen Bundesland und StörungsBereitschaft. Weiter Konsum täglich vor der Arbeit und 1 mal am Wochenende. Sonntag drogenfrei.
- Menge bis zum Delikt im April ´25 auf 1g pro Woche konstant halten können. Wenn am Wochenende, dann nicht morgens sondern abends gemeinsam mit Partnerin als Aphrodisiakum, Sonntag drogenfrei.
- Der Nachschub an Drogen war nie zu 100% gesichert da ich immer beim selben Dealer Nachschub holte. Gab es mal nichts, bin ich nie auf andere Quellen ausgewichen, sondern habe gewartet bis er wieder was hat. Das war alle 6-8 Wochen für ca. 1 Woche der Fall. So lange hielten seine Vorräte in etwa. Ich selbst habe nie Vorräte angelegt, immer nur 1g gekauft.
4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?
- Nein, habe ich nicht. Ich habe es sicherlich in jungen Jahren probiert aber nach schlechten Erfahrungen in Kombination mit THC schnell bleiben lassen
5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?
- In der Intervention haben wir den bisherigen Konsum besprochen und risikoarm festgestellt. Ich habe nicht gemischt konsumiert. Etwa 2-3 mal die Woche ein Radler 0,5l, (typischerweise bei meiner Schwester) oder ein 0,33l Bier bei meinem Onkel wo man nicht wegkam ohne etwas getrunken zu haben. Zu Anlässen 6mal jährlich bis 1L Bier. Das ist die Grenze ab der meine Zunge schwer wird. Kein Bier daheim gehabt.
6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?
- Ich trinke morgens 2 Tassen Kaffee und rauche 15 Zigaretten am Tag. Nachmittags ggf. noch 1-2 Tassen Kaffee.
7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?
- Durch Cannabis zog ich mich von meinem nicht konsumierenden sozialen Umfeld zurück. Ich legte weniger Wert auf mein Äußeres. Mein Kurzzeitgedächtnis wurde schlechter. Die Konzentration war eingeschränkt. Schlechtes wurde langsamer verarbeitet, alte Erinnerungen kamen immer wieder mit Wucht hoch. Ich ging weniger auf Veranstaltungen und allgemein noch weniger unter Leute. Die Beziehungen die ich ab 20 Jahren hatte, litten immer darunter und hätten mit mehr Offenheit und ohne Flucht Richtung Cannabis sicher länger gehalten. Ich bin bei meinen technischen Hobbies schlecht voran gekommen. Ich konnte weniger gut auf meine Tochter eingehen. Ich hatte sie zwar immer sehr lieb. Es war aber weniger körperliche und gefühlsmäßige Nähe da. Ich konnte schlechter auf sie eingehen. Meine Partnerin fing da viel auf. Beruflich kam ich zwar zurecht aber ich hätte mit klarem Kopf noch deutlich mehr erreichen können.
- Crystal steigerte meine Leistungsfähigkeit scheinbar. Auf das morgendliche High folgte aber Erschöpfung am Abend. Ich habe oft versucht Dinge besser zu machen als nötig gewesen wäre. Hielt mich an Überflüssigem lange auf. Durch gesunde Ernährung und dauerhafte Begrenzung der Dosis hielt ich die gesundheitlichen Auswirkungen über Jahre im Rahmen, Auswirkungen bemerkte ich aber. Die schlimmste Auswirkung neben den FE-Verlust war der Verlust meines Arbeitsplatzes lange nachdem ich den Konsum schon gestoppt hatte. Mein Laptop wurde geprüft und private Dateien gefunden. Die Dateien stammten aus den schlimmsten Zeiten. Ich hatte versäumt meinen Saustall aufzuräumen als ich nüchtern war. Als ich noch „drauf“ war, hatte ich nie gedacht dass das jemand mitbekommt. Wer würde es auch wagen den Laptop von Superman zu kontrollieren? Man hat mich Monate nach meinem Drogen-Outing im Betrieb getestet und ich bin durchgefallen. Bekam Fristlose.
8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?
- Ja. Ich wollte einerseits Ängste dämpfen und andererseits vor meinen Eltern alles recht machen um nicht in Ungnade zu fallen. Ich wollte immer Allen alles recht machen und das so gut wie möglich.
- Bezüglich Crystal erschreckt mich das heute besonders. Ich bildete mir ein dass mir die Droge Antrieb gibt, war in Sorge ohne die Droge in ein Leistung-Loch zu fallen oder auf Arbeit nicht mehr genug leisten zu können. Ich befürchtete dass auch daheim Vieles liegen bleiben könnte und redete mir ein ich könnte Dinge schneller fertig stellen.
9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?
- 24ng THC 12ng OH 180ng COOH
- 100ng Methamphetamin
10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?
- Montag-Samstag, täglich 1g Cannabis Feierabend/abends, morgens 0,15g Crystal
11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?
- Morgens bis 10Uhr 0,15g Crystal und 0,5g Cannabis
12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?
- Ja. Eine Urlaubsreise stand unmittelbar bevor und triggerte Ängste vor fremden Umgebungen und Unbekanntem. Der Tag war voller Herausforderungen bezüglich Urlaubsvorbereitungen. Dazu kam, dass ich arbeitsfrei hatte und unsere Tochter die Nacht davor und noch bis abends bei Oma und Opa in Betreuung war.
13. Wie sind Sie auffällig geworden?
- Die Polizei wendete nach einer Vorbeifahrt auf einer Nebenstraße. Auf der Bundesstraße war eine Baustelle. Der Streifenwagen folgte mir und unterzog mich einer allgemeinen Verkehrskontrolle (nicht anlassbezogen).
14. Was war der Zweck der Fahrt?
- Ich musste möglichst schnell eine neue Starterbatterie für die selten genutzte Familienkutsche besorgen. Gegen 10Uhr morgens, beim Ausparken aus dem Carport, sprang der Wagen gerade so noch an. Am nächsten Tag wollten wir pannenfrei zum Flughafen fahren und nach 10 Tagen wieder heim. Einen Konflikt mit dem Fahren gab es nicht mehr, also fuhr ich los obwohl ich gerade erst konsumiert hatte.
15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?
- Vom Heimatort bis zum ATU ~25km, auf dem Rückweg nach Hause wurde ich nach etwa 3km kontrolliert
16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?
- THC wirkt lange nach, daher sind über die Jahre 4000mal sicher nicht übertrieben
17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?
- Es gab keinen Konflikt mehr. Ich achtete großteils noch darauf nicht all zu offensichtlich/zu stark berauscht unterwegs zu sein um möglichst unfallfrei zu fahren und um nicht erwischt zu werden. Ich stellte aber meinen Lebenswandel über die Verkehrssicherheit. Das beweist die TF. Eine Trennung von Konsum und Fahren fand nicht mehr statt.
18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
- THC verlangsamt Reaktionszeiten, verändert zeitliches und räumliches Empfinden, falsche Einschätzung von Situationen und veränderte Reaktion auf Gefahren, Blendempfindlichkeit nimmt zu
- Crystal führt zu Selbstüberschätzung, führt evt. zu schnellem und riskantem Fahren, Situationen und Gefahren können anders bewertet und unangemessen reagiert werden. Müdigkeit wird überspielt aber beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit trotzdem.
19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?
- Je nach Konsummuster kann THC bis 72h nachwirken, Crystal je nach Menge bis 2 Tage
20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?
- Täglicher Konsum kann zu Abhängigkeit führen
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Warum ist es passiert?
21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Drogenkonsum?
- 2 bestimmende Probleme konnte ich während meiner Aufarbeitung finden. Beide stehen in Zusammenhang mit Ängsten, die ich auf traumatische Erlebnisse in meiner Kindheit zurückführe. Sie greifen ineinander, waren immer präsent und lenkten mein Verhalten. In der Intervention haben wir auch ein emotionales Syndrom als mitbestimmend erkannt. Es verstärkte zeitweise meinen Cannabis-Konsum.
- (Angst vor Vielem…) Ich dachte im Leben oft über Erlebnisse und Zwischenmenschliches NEGATIV nach. Was denkt man von mir? Habe ich genug geleistet und alles richtig gemacht? Habe ich etwas getan was mich schlecht aussehen lässt? Damit verbunden war ich unsicher in Gruppen, fühlte mich nicht wohl unter vielen Leuten oder Fremden. Auch fremde Umgebungen machten mir Angst. Diese Gedanken versuchte ich mit THC-Konsum zu dämpfen. Die schlechten Gedanken vorwiegend nach der Arbeit. Die Angst vor fremden Umgebungen beispielsweise am Tag der TF, vor einem Urlaub in der Ferne. Crystal steigerte mein Selbstwertgefühl, was mir auf Arbeit hilfreich schien. Kundenbesuche im Störungsfall oder komplexe Umschaltungen erzeugten Ängste und ich konnte so scheinbar souveräner und spontaner anpacken.
- (Das Lieblingskind-Abschaum-Schema...) Meine Eltern hatten schon immer eine hohe Erwartungshaltung an mich. Sie achten sehr darauf wie man sie im Ort wahrnimmt. Wenn ich mal nicht funktionierte, gaben sie mir das Gefühl weniger wert zu sein. (Was du kiffst? Aufhören oder Du fliegst raus, Drogen= Abschaum). Hier spielt auch meine Schwester eine Rolle, sie ist anders als ich und geht ihren eigenen Weg. Das passt meinen Eltern nicht und hat Konsequenzen. Diese bekommt sie in Form von Vernachlässigung zu spüren. (Vater-hasst-Schwager-Problem). Sie erleidet das, was ich fürchtete. Ich fühlte mich unter Druck immer abliefern, immer Liebkind sein zu müssen. Diese Prägung reichte weit über Familiäres hinaus. Ich hatte Angst vernachlässigt und weniger geliebt zu werden (Abschaum zu sein) wenn ich nicht immer 110% abliefere. Hohe Anforderungen auf Arbeit (Schichtarbeit/Nachtschichten) führte im Zusammenhang damit, beim Crystal-Problem zu einer Dosis-Steigerung. Hin zu einem fast täglichen Konsum in der Woche vor der Arbeit oder allgemein bei Arbeiten rund um den Hausbau wenn ich meinem Vater wieder mal zeigen wollte, was ich kann.
22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?
- Meine Eltern und meine Schwester warnten mich anfangs dass es böse enden wird und hießen es nicht gut. Dass ich kiffe war Ihnen schon seit der Ausbildung bekannt. Dass ich Crystal nehme, wusste außer meiner Lebensgefährtin niemand. Da ich beruflich und finanziell gut zurecht kam, wurde das Kiffen in Verwandt- und Bekanntschaft nie weiter thematisiert, regelrecht tot geschwiegen. Mein Onkel ist immer sehr direkt und sagte „iß mehr Du dürrer Hund“. Mit meiner Lebensgefährtin sprach ich hin und wieder darüber dass sich etwas ändern muss weil es so nicht ewig weiter geht. Auch weil unsere Tochter es früher oder später mitbekommt und die Anforderungen in der Erziehung größer werden.
23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?
- Im Alter von 16 Jahren hatte ich eine Beziehung die mir sehr gut tat und die ich durch Fremdgehen nach 2,5 Jahren verlor. Das hat mich lange und intensiv beschäftigt. (Abschaum-Schema + Liebeskummer). In den Jahren danach war ich ab 2001 fern der Heimat in Kassel und Frankfurt beschäftigt. Hier fühlte ich mich nie richtig wohl. Versäumte Anschluss und sinnvolle Beschäftigung zu suchen. Sicher auch wegen den Unsicherheiten die mich immer begleiteten (Angst vor Vielem und in der Fremde). Hier steigerte sich mein Cannabis-Konsum deutlich. Ich wollte negative Gedanken und den Liebeskummer verdrängen. Wollte Einsamkeit und Langeweile betäuben. Das Gegenteil habe ich erreicht. Konnte den Liebeskummer ewig nicht los werden und hockte nur rum. Arbeiten, Kiffen, Zocken, Schlafen und wieder von vorne. Meine Strategie „Cannabis als Werkzeug“ verfestigte sich und ging nun über den Freizeitkonsum mit Freunden hinaus.
- Hausbau ab 2015. Ich hatte mir mit der Planung meines Hauses ambitionierte Ziele gesetzt. Auch der Druck aus meinem Elternhaus ein Prestige-Objekt zu schaffen, spielte hier mit hinein. Die Expertise brachte mein Vater mit. Das Ziel war in 7 Monaten Elternzeit den Rohbau in Eigenregie, beginnend auf grüner Wiese, fertig zu stellen. Ich dachte ich könnte die harte körperliche Arbeit mit Crystal besser bringen. Daher begann ich morgens den Tag mit einer Dosis. Mein Vater hing sich richtig rein und ich wollte ihm zeigen dass ich es wert bin (Abschaum-Schema) Wir hatten keinen extra Bauleiter, also waren Baustoffbestellung und -beschaffung, Detailentscheidungen sowie Organisatorisches auch auf meinen Schultern. Um abends gut zur Ruhe zu kommen und Unsicherheiten zu vergessen, rauchte ich weiter Cannabis.