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MPU wegen Alkohol

19. In welcher Kategorie eines Alkohols trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein? (mit Begründung)



Ich hatte mich früher nicht in einer Kategorie der trinkenden Menschen eingeordnet hatte, da ich mir kein Gedanke darüber gemacht habe. Mein Konsum war für mich in dieser Zeit Normal, da in meinem Freundeskreis viel getrunken wurde.

Mit meinem heutigen Wissen, wenn ich mich rückblickend in einer Kategorie einstufen muss, wurde ich sagen, dass mein Trinkmuster früher als Alkoholmissbrauch einzustufen war.

da ich zwar für eine lange Zeit fast jeden Tag Alkohol konsumiert habe, um mein Gefühl zu regulieren oder um meine Probleme zu bewältigen aber hatte in diesen Zeiten 2 Unfälle in Folge meines Konsums gehabt, die zur gesundheitlichen und Finanzielle Belastungen geführt haben und dazu kommt noch die Tatsache, dass trotzt Kritische Hinweise meiner Frau ich weitergetrunken habe.

ich erkenne heute, dass ich innerhalb einer relativen kurzen Zeit eine hohe Alkoholtoleranz entwickelt habe und mein Trinkverhalten problematisch wurde.
Gut, nur bei „problematisch“ würde ich an deiner Stelle noch einen Schritt weiter gehen, vielleicht „hoch problematisch“ oder durchaus noch einmal „missbräuchlich“.

Edit: Den Hinweis von dem lieben @joost finde ich sehr gut, also wäre hier ein „am Rande der Abhängigkeit“ sogar passender.
 
Im Prinzip auf gar nichts.
„Guten Tag“, Akte vollständig fotografieren, „Danke“ und „Auf Wiedersehen“.

Lasse dich nicht auf irgendwelche Gespräche ein, außer Wetter, Haustiere, Lage der internationalen Politik, Wahl in BaWü oder sonst irgendetwas Unverfängliches, was nicht deine Person, deine MPU o.Ä. anbelangt
ok !!!
ich wusste nicht das ich abfotografieren dürfte
 
Das kannst du weglassen ( s. Anmerkung zu „Akte auf`s Haupt kippen ).
Der Rest ist gut !
ok
Ist da z.B. die erste Fahrt zu deinem Freund und zur Location mit einberechnet ?
Du bist ja schon unter Alkoholeinfluss zu Hause losgefahren.
danke @Karl-Heinz ich hatte die Hinfahrt vernachlässig und habe nur die Rückfahrt betrachtet.
Gut, vielleicht noch, „dass ich mir eine hohe Giftfestigkeit angeeignet habe..“.
wird noch angepasst
Prima, dass du die Gesamtzahl nennst ;)
Du hattest ja am Tag der TF mindestens 4 TFen.
Prüfe das doch bitte noch einmal, ob das öfter vorgefallen ist, also Fahrten unter Einfluss von Alkohol von zu Hause, zu einem Freund, zu einer Location, Freund wieder nach Hause bringen etc.
Grundsätzlich gilt: Je mehr, desto besser !
Die 600 Fahrten waren nur grob geschätzt. Tatsächlich ist es so, dass ich mehrmals Freunde abgeholt habe,
ok
und sie wieder nach Hause gefahren habe. Deshalb müsste ich die Zahl von 600 eigentlich noch erhöhen. Ich habe gesagt, dass es mindestens 600 Fahrten waren.
 
Kurz mein erster Eindruck: A1.
Bei Dir ist der langjährige Missbrauch mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Sucht geworden. 15 Monate Nachweis plus die vllt schmerzhafte, aber wichtige Erkenntnis, dass Du nie wieder Alkohol zuverlässig kontrollieren kannst.
Und vermutlich gab es noch viel mehr Kontrollverluste, immerhin hast Du mehrmals Deinen Konsum zu reduzieren versucht und bist immer wieder hochgeschossen mit den Mengen.

Es würde den Gutachter beruhigen, wenn er spüren könnte, wie ernst Du das Thema nimmst. Dazu gehört, dass Du jetzt bereits Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen hast und berichten kannst, worüber ihr euch da unterhalten habt - und wie es Dir damit ging.
Hallo @joost,

vielen Dank für deinen Vorschlag. Ich habe mich eher in der Kategorie Alkoholmissbrauch eingestuft statt Abhängigkeit, trotz der gescheiterten Versuche, meinen Alkoholkonsum zu reduzieren. Der Grund ist, dass ich keinen Zwang zu trinken hatte, keine Entzugssymptome gezeigt habe, Alkohol nicht im Mittelpunkt meines Lebens stand, ich keinen Kontrollverlust bei jedem Trinken hatte und mein Konsum nicht zu einem sozialen oder Bildung Zusammenbruch geführt hat.

Mein Wunsch, meinen Alkoholkonsum zu reduzieren, kam meistens nach einem schlechten Ereignis in meinem Leben, wie zum Beispiel einer Operation oder der U-Haft. Das geschah jedoch ohne tiefe Reflexion und ohne einen klaren Plan. Ich blieb immer im gleichen Umfeld und hatte keine Strategie für eine nachhaltige Reduktion meines Alkoholkonsums.

Stattdessen habe ich Alkohol benutzt, um meinen Stress zu regulieren. Dafür habe ich jetzt eine klare Strategie entwickelt, die funktioniert. Als zusätzliche Unterstützung habe ich meine Vertrauensperson (VP), die mir immer helfen kann, wenn ich ihre Hilfe brauche.

Mich jetzt im März noch bei einer Suchtberatung zu melden, könnte möglicherweise als eine Taktik nur für die MPU interpretiert werden.

Im Moment plane ich daher, meine Einstufung – wie von @Karl-Heinz vorgeschlagen – als Alkoholmissbrauch mit hochgefährlichem Trinkverhalten darzustellen.
 
Mich jetzt im März noch bei einer Suchtberatung zu melden, könnte möglicherweise als eine Taktik nur für die MPU interpretiert werden.
nur, wenns eine Taktik für die MPU wäre, nicht aber, wenn Du es aus der eigenen Erkenntnis der Alkoholproblem-Tiefe so entscheidest. Der Gutachter hat ein Gespür für echte Motivationen...
 
2 Anmerkungen:
1. Ich würde an deiner Stelle deinen kulturellen Hintergrund einbringen.
Meines Wissens hat Kamerun noch, obwohl es Gegenströmungen gibt, noch sehr tief verwurzelte politische, kulturelle, wirtschaftliche und familiäre patriarchalische Strukturen.
Aus meiner Sicht erklärt das dein -nachvollziehbares- Motiv noch um Einiges besser.
Es ist nun einmal so, dass sich destruktive Verhaltensmuster, die z.B. in überhöhtem Konsum psychotroper Substanzen münden können, in der Kindheit ihren Ursprung haben.
Auch dieser äußere Druck, Geld zu schicken, hat meiner Einschätzung nach dort seinen Anfangspunkt.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass du dich immer öfter in einem Zwiespalt beider Kulturen befunden hast, der einen sehr großen Druck erzeugt haben könnte.
Bewege das mal in deinem Herzen und schaue, ob das für dich passen könnte
ok das werde ich machen
2. Was war das für eine Straftat ?
Gibt es ein Urteil / Strafbefehl ?
Könnte das aktenkundig sein ?
- Computer Betrug
- Ja urteil habe ich
- Ja es steht in meiner Akte
- ich habe auch Straferlas bekommen da ich auf Bewährung bis zum 19.12.2025 war.
Ihre, oder ?
Das „Selbstbild als richtiger Mann“ könntest du auch noch sehr gut noch in dein Motiv einbauen, meiner Einschätzung nach
" Ihre" stimmt @Karl-Heinz Ich gebe nur mein Bestes: Die deutsche Sprache ist nicht einfach ;).
Das „Selbstbild als richtiger Mann“ könntest du auch noch sehr gut noch in dein Motiv einbauen, meiner Einschätzung nach.
Ich schaue mir das noch an und überlege, wie ich es integrieren kann, oder ob ich es auch für Diskussionen im Gespräch reservieren kann.
Hier könntest du auch noch einbringen, dass du die „Befreiung“ aus dem Elternhaus „gefeiert“ hast.
Danke für den Hinweis.
Verurteilung, Exmatrikulation im Masterstudium, Aufenthaltsstatus in Gefahr, mangelnde Perspektive im Leben, Pandemie-Krise
 
Lasse dich nicht auf irgendwelche Gespräche ein, außer Wetter, Haustiere, Lage der internationalen Politik, Wahl in BaWü oder sonst irgendetwas Unverfängliches, was nicht deine Person, deine MPU o.Ä. anbelangt.
O.T. Kurze Zwischenfrage, ich wurde bei Akteneinsicht auf meine extrem hohe Promillezahl angesprochen… Da es bei mir eh in der Akte steht, ist es jetzt in meinem Fall nicht tragisch, dass ich gesagt hab: ja ich weiß, ist hoch, weiß ich. Ich bin alkoholabhängig, Therapie wusste sie auch schon vom Schreiben Anwalt… oder?
 
nur, wenns eine Taktik für die MPU wäre, nicht aber, wenn Du es aus der eigenen Erkenntnis der Alkoholproblem-Tiefe so entscheidest. Der Gutachter hat ein Gespür für echte Motivationen...
@joost, trotz meiner Erklärung findest du es immer noch nötig, mich bei einer Suchtstelle zu melden, obwohl ich für mich eine funktionierende Strategie entwickelt habe?

Ich laufe auch sofort Gefahr, 15 Monate Abstinenznachweise (AN) zeigen zu müssen. Ich habe aber nur 12 Monate verfügbar und habe nicht so viele Haare, um meine AN zu verlängern. Ich habe zwar einen Bart, aber ich weiß nicht, ob das passen würde. Das bedeutet doch, dass ich meine AN von vorne anfangen muss, oder?
 
Ich laufe auch sofort Gefahr, 15 Monate Abstinenznachweise (AN) zeigen zu müssen.
Nein.
Ein guter Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle heisst nicht, dass Du süchtig bist, sondern dass Du allen Eventualitäten vorgreifst. Es stellt innerhalb einer A2 eine Absicherung für die Rückfallprophylaxe dar. Das könntest Du mit dem Fachmann dort auch so kommunizieren


Ich habe aber nur 12 Monate verfügbar
Eine erkannte Alkoholproblemtiefe sollte von der Alkoholproblemtiefe abhängen, nicht von der Verfügbarkeit irgendwelcher externen Dinge.
Mir gehts jetzt gerade darum, dass Du für DICH klar wirst, ich selbst hatte nur ne Warnglocke, mehr nicht. Ich verkünde hier keine "Wahrheiten"

Das hier z.B.
Der Grund ist, [...] ich keinen Kontrollverlust bei jedem Trinken hatte
fällt unter "überspezifische Dementi" - zur einer Einordnung in eine A1 ist es nicht nötig, bei jedem Trinken Kontrollverlust zu haben, sondern regelmäßig wieder. Darunter fällt auch die Absicht, weniger zu konsumieren - und sich dann nicht an die Absicht halten zu können. Diese Regelmäßigkeit wird bei Dir erkennbar. Ein guter Gutachter wird nachbohren, wie es Dir so in der Zeit ohne Alkohol ging und was der (gute!) Grund war, wieder in alte Höhen zurückzukehren.
 
Nein.
Ein guter Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle heisst nicht, dass Du süchtig bist, sondern dass Du allen Eventualitäten vorgreifst. Es stellt innerhalb einer A2 eine Absicherung für die Rückfallprophylaxe dar. Das könntest Du mit dem Fachmann dort auch so kommunizieren



Eine erkannte Alkoholproblemtiefe sollte von der Alkoholproblemtiefe abhängen, nicht von der Verfügbarkeit irgendwelcher externen Dinge.
Mir gehts jetzt gerade darum, dass Du für DICH klar wirst, ich selbst hatte nur ne Warnglocke, mehr nicht. Ich verkünde hier keine "Wahrheiten"

Das hier z.B.

fällt unter "überspezifische Dementi" - zur einer Einordnung in eine A1 ist es nicht nötig, bei jedem Trinken Kontrollverlust zu haben, sondern regelmäßig wieder. Darunter fällt auch die Absicht, weniger zu konsumieren - und sich dann nicht an die Absicht halten zu können. Diese Regelmäßigkeit wird bei Dir erkennbar. Ein guter Gutachter wird nachbohren, wie es Dir so in der Zeit ohne Alkohol ging und was der (gute!) Grund war, wieder in alte Höhen zurückzukehren.
Danke @joost, ich hatte dich wohl falsch verstanden. Jetzt ist es klar, und ich werde mir eine Beratungsstelle suchen. Vielen Dank für deinen Rat, und ich entschuldige mich gleichzeitig für das Missverständnis, falls es eines gegeben hat.
 
Nein.
Ein guter Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle heisst nicht, dass Du süchtig bist, sondern dass Du allen Eventualitäten vorgreifst. Es stellt innerhalb einer A2 eine Absicherung für die Rückfallprophylaxe dar. Das könntest Du mit dem Fachmann dort auch so kommunizieren



Eine erkannte Alkoholproblemtiefe sollte von der Alkoholproblemtiefe abhängen, nicht von der Verfügbarkeit irgendwelcher externen Dinge.
Mir gehts jetzt gerade darum, dass Du für DICH klar wirst, ich selbst hatte nur ne Warnglocke, mehr nicht. Ich verkünde hier keine "Wahrheiten"

Das hier z.B.

fällt unter "überspezifische Dementi" - zur einer Einordnung in eine A1 ist es nicht nötig, bei jedem Trinken Kontrollverlust zu haben, sondern regelmäßig wieder. Darunter fällt auch die Absicht, weniger zu konsumieren - und sich dann nicht an die Absicht halten zu können. Diese Regelmäßigkeit wird bei Dir erkennbar. Ein guter Gutachter wird nachbohren, wie es Dir so in der Zeit ohne Alkohol ging und was der (gute!) Grund war, wieder in alte Höhen zurückzukehren.
@joost , ich habe gerade die Möglichkeit gesehen, eine Suchtberatung bei der Caritas ohne Voranmeldung zu machen. Muss ich am Ende eine Bestätigung bekommen, dass ich dort war? Kann eine solche Beratungsstelle ernst genommen werden, oder muss es unbedingt eine kostenpflichtige Stelle sein?
 
Muss ich am Ende eine Bestätigung bekommen, dass ich dort war?
aus Sicht einer A2 nicht.
Der Gutachter wird dich evtl nach Deinen Erfahrungen dort fragen. Wenn Du dann was zu berichten hättest, wäre das toll :)
Das sind so Indizien, dass Du Deinen ehemaligen Konsum ernst nimmst und sowas beruhigt viele Gutachter ziemlich.
Wenn dich die dortige Fachkraft nicht als A1 ansieht (was ja auch eine beruhigende Information wäre), dann hättet ihr eh nicht sooo viel zu bereden und es ginge dann eher so um den Eindruck, den Du mitnimmst. War es ein gutes Gespräch? Könntest Du Dir vorstellen, dich dorthin zu wenden, wenn Deine Bordmittel an die Grenzen stoßen? Wäre der Ansprechpartner für Dich da? Sowas halt ...
 
20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?

(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Nein ich lebe abstinent seit dem 01.01.2025.
Jupp :smiley22:
21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Das letzte Mal, dass ich Alkohol getrunken habe, war am 31.01.2024 gegen 21 Uhr beim Silvesterabendessen. Dabei habe ich ein Glas Sekt (0,2 l) konsumiert.
Jupp ;)

22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein.
Prima !

23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Ich habe mich seit dem 01.01.2025 für die Abstinenz entschieden, weil ich endlich verstanden habe, warum ich Alkohol konsumiert habe und was die inneren und äußeren Motive für meinen Konsum waren. Außerdem habe ich erkannt, dass Alkohol nicht die Lösung für meine Problembewältigung oder meine emotionale Regulation war, sondern dass die Lösung woanders liegt.

Nachdem ich mir die Folgen meines früheren Umgangs mit Alkohol angeschaut habe, habe ich auch verstanden, dass Alkohol nur Nachteile in mein Leben gebracht hat. Vor allem habe ich mich entschieden, meine Ängste, Probleme und meinen Stress zu konfrontieren und langfristige Lösungen dafür zu suchen. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht und ich erlebe täglich, dass ich keinen Alkohol mehr brauche, um entspannt zu sein oder um meine Probleme zu bewältigen.
Gut !

24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Wie bereits erwähnt, habe ich mir früher keine bewussten Gedanken über mein Trinkverhalten gemacht. Alkohol war für mich über viele Jahre ein normaler Bestandteil meines Alltags und meines sozialen Umfelds. Zwar hatte ich zuvor einen Unfall zu Hause, der zu meiner Operation geführt hat, doch in dem Moment habe ich nur einen Teil der Schuld meinem Umgang mit Alkohol gegeben.

Erst nach meiner Auffälligkeit am 18.03.2023 wurde mir klar, welche erheblichen Gefahren insbesondere Trunkenheitsfahrten mit sich bringen. An diesem Abend hätte es auch zu einem schweren Personenschaden kommen können. Ab diesem Zeitpunkt begann ich, mein Trinkverhalten kritisch zu hinterfragen und wollte unbedingt verstehen, was meine Trinkmotive waren.

Zunächst habe ich meinen Konsum stark reduziert und mich für kontrolliertes Trinken entschieden, um weiterhin im Einklang mit meiner Kultur zu sein, in der ein Familienvater bei feierlichen Anlässen wie Kindergeburtstagen oder Taufen anstoßen soll.

Da ich schon mehrmals ohne tiefes Nachdenken versucht hatte, meinen Konsum zu reduzieren, dies jedoch nicht durchgehalten habe, hielt ich es für gefährlich, weiterhin in Kontakt mit Alkohol zu bleiben. Außerdem habe ich verstanden, dass ich in KT Muster Alkohol konsumierte, um zu vermeiden, dass meine Verwandten sich wundern, wenn ich als Familienvater nicht anstoße. Damit handelte ich weiterhin gegen meine eigenen Bedürfnisse: ein Verhalten, das ich aufgeben wollte.

Zwar funktionierte das KT zunächst gut für mich, aber ich wollte die Umsetzung meiner Veränderung dauerhaft in meinem Leben sehen und weiterausüben. Deshalb habe ich mich seit dem 01.01.2025 für ein Leben in Abstinenz entschieden und bin damit zufrieden.

Ich habe diese Entscheidung nach meinen eigenen Bedürfnissen getroffen und erlebe die damit verbundenen Vorteile, wie ein strukturierteres Familienleben, die Einhaltung meines Kraftsporttrainings und dass ich heute ein besserer Familienvater geworden bin.
Gut !

25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Mein Trunkenheitsfahrt ist mir wie ein Faustschlag ins Gesicht gekommen, und ab da habe ich realisiert, dass mein Umgang mit Alkohol problematisch war. Ich habe mir viele Fragen gestellt, und die Kernfrage war zu wissen, wie es dazu gekommen ist, dass ich so viel trinke.

Ich habe zuerst versucht, allein eine Antwort zu finden, aber ich habe es nicht geschafft. Ich musste meiner Frau endlich recht geben, dass mein Umgang mit Alkohol problematisch war, und habe sie darauf angesprochen, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

Die erste Maßnahme, die ich mir vorgenommen habe, war, meinen Konsum zu reduzieren, da ich kein Wissen über kontrolliertes Trinken hatte. Nachdem ich mich informiert hatte, habe ich ab dem 01.01.2024 kontrolliertes Trinken praktiziert.

Ich habe anschließend eine VP kontaktiert und habe dank ihrer Hilfe verstanden, was meine Trinkmotive waren. Danach habe ich viele Entscheidungen getroffen, die mir geholfen haben, Alkohol ganz aufzugeben.

Ich habe zuerst auf meine äußeren Trinkmotive reagiert, indem ich mich peu à peu von meinem alten Freundeskreis distanziert habe und neue Verhaltensweisen entwickelt habe. Anstatt ab Freitagabend mit meinen alten Freunden herumzuhängen, gestalte ich jetzt mein Wochenende mit meiner Familie. Meine Frau und ich gehen zum Beispiel regelmäßig ins Restaurant oder ins Kino.

Manchmal nutzen wir den Freitagabend auch, um gemeinsam zu kochen. Da ich gern koche, haben wir das zu einer gemeinsamen Aktivität gemacht und probieren verschiedene Rezepte aus. Außerdem machen wir auch gemeinsam Sport im Fitnessstudio, meistens am Samstag.

Für meine Kinder stehe ich jetzt zu hundert Prozent zur Verfügung, und wir unternehmen auch viel zusammen. Wir gehen zum Beispiel fast jeden Samstag auf den Spielplatz, wenn das Wetter es ermöglicht. Wir gehen auch ins Schwimmbad, und zu Hause basteln wir viel zusammen, zum Beispiel mit Lego oder machen Puzzle. Basteln ist inzwischen eine unserer Lieblingsaktivitäten geworden. All diese Familienaktivitäten waren vor meiner Trunkenheitsfahrt sehr selten.

Außerdem habe ich mich auch entschieden, meine Herausforderungen anders zu bewältigen. Ich habe verstanden, dass ich nicht alles allein lösen kann. Wenn ich heute vor einer schwierigen Situation stehe, die mir Stress macht, rede ich mit meiner Frau darüber, und gemeinsam finden wir eine Lösung.

Das letzte Mal, dass ich vor einer sehr schwierigen Situation stand, war im September 2024. Damals hat mir die Ausländerbehörde mitgeteilt, dass mein Status in Deutschland aufgrund meiner Verurteilung von einer Aufenthaltserlaubnis zu einer Duldung geändert werden sollte. Das war sehr schwer für mich, und nur mit der Hilfe meiner Frau habe ich diese Situation überstanden. Dadurch habe ich auch verstanden, dass im Leben nicht immer alles nach Plan läuft.

Ich habe auch gelernt, Stellung zu nehmen und meine Meinung zu sagen, ohne mir zu viele Fragen zu stellen, wenn ich etwas für richtig halte.

Beim Umsetzen meiner neuen Einstellungen habe ich auch verstanden, dass mein früheres Bild von einem „richtigen Mann“ ein Irrtum war. Jeder Mensch hat Schwächen, und man sollte sich nicht schämen, darüber mit vertrauten Personen zu sprechen. Außerdem habe ich verstanden, dass man nicht alle Probleme der Familie allein lösen kann. Ich habe gelernt, auch einmal „Nein“ zu sagen, ohne dabei Druck zu fühlen.

Die Umstellungsphase war am Anfang nicht einfach, weil ich über einen langen Zeitraum einen festen Freundeskreis und feste Gewohnheiten hatte.

Die Trennung von meinem Freundeskreis war nicht plötzlich. Ich habe dafür ein paar Monate gebraucht. Ich habe ihnen sogar empfohlen, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren oder abstinent zu leben. Sie wollten aber nicht verstehen, warum ich abstinent leben wollte, und haben mich immer wieder zum Trinken eingeladen. Deshalb habe ich schließlich entschieden, dass eine Distanz für mich notwendig ist.

Auch alte Gewohnheiten, wie beim Essen oder beim Fernsehen ein Glas Sekt zu trinken, waren am Anfang nicht einfach zu ändern. Aber da ich mich für ein abstinentes Leben entschieden habe, habe ich das mit der Hilfe meiner Frau geschafft. Heute bin ich sehr zufrieden mit mir und mit meiner neuen Lebensweise.
Grundsätzlich ist das nicht schlecht.
Einige Darstellungen von dir gehen aber mehr in die Richtung Fr.26 ( Wie wirkt sich…auf Ihr Umfeld aus )
Die Maßnahmen, also wie du das erreicht hast, sind gut gelungen.
Erfahrungsgemäß ist die Umstellungsphase mit einigen Rückschlägen, Unsicherheiten usw. einher.
Du schreibst zwar, dass das nicht einfach war, ist mir aber noch zu wenig an Inhalt.

26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Da ich heute kein Alkohol mehr trinke, habe ich in manchen Aspekten meines Lebens viele Vorteile erlebt. Meine geplanten Sporteinheiten nehme ich jetzt wahr und fühle mich dadurch wohler und fitter, und die Abstinenz führt auch dazu, dass meine Gesundheit nicht in Gefahr steht, da mein früheres Trinkverhalten zu vielen Krankheiten wie Leberzirrhose führen könnte.

Die Tatsache, dass ich jetzt viel mit meiner Frau und meinen Kindern unternehme, führt dazu, dass meine Familie glücklicher ist. Da ich jetzt meine Meinung sagen oder Stellung nehmen kann, ohne ständig nachzudenken, wie es ankommen wird, fühle ich mich jetzt entlastet und echt. Und gleichzeitig, da ich weiß, dass ich ohne Vorurteile moralische und emotionale Unterstützung bekommen werde, wenn ich sie brauche, macht mich das freier, und ich weiß heute, dass jedes Problem eine Lösung hat, vor allem wenn man Hilfe in Anspruch nimmt.

Meine Frau hat mir gesagt, dass die Tatsache, dass wir jetzt viel gemeinsam unternehmen und über alles reden, uns näher zusammenbringt als früher. Diese ehrliche Aussage von ihr hat nur bestätigt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Bei meinen alten Freunden kam meine Entscheidung nicht gut an. Sie haben meine Entscheidung nicht gut angenommen und sagten, dass ich langweilig geworden bin. Deswegen habe ich mich von ihnen getrennt.

Meine Familie in Afrika merkt, dass ich nicht wie früher immer auf ihre Hilfe eine positive Antwort gebe, da ich meine Hilfe jetzt nur gebe, wenn meine finanziellen Mittel es mir erlauben.

Ich bin zufrieden mit dem Ganzen, was in meinem Leben passiert, seitdem ich mich mit meinem Trinkverhalten beschäftigt habe, und bin fest davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist.
Das gefällt mir sehr gut !
Interessieren würde mich:
Wie reagiert denn deine Familie darauf ?
Wie gelingt dir ohne Alkohol der „Spagat“ zwischen den Kulturen ?

27 Wie stellen Sie sicher, dass ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Seitdem ich die Motive erkannt habe, die mein Verhalten verschlechtert hatten, habe ich einen Schutzmechanismus entwickelt und ein paar Verhaltensweisen in meinen Alltag integriert, die mir helfen, mein neues Verhalten stabil zu halten.

Zuerst habe ich mich von meinem alten Freundeskreis getrennt, da dort eine große Gefahr bestand, weiterhin mit Alkohol in Kontakt zu bleiben. Stattdessen habe ich einen neuen Freund, der keinen Alkohol trinkt und mit dem ich unter der Woche Sport mache.

Dann habe ich meine Freizeit mit gemeinsamen Aktivitäten mit meiner Familie gestaltet. Dadurch erlebe ich immer wieder, wie mein neues Verhalten meine Familie glücklich macht und mich antreibt, weiterzumachen.

Ich verpasse jetzt auch keine Gelegenheit mehr, meine Meinung zu sagen, Stellung zu nehmen oder in Gespräche mit fremden Leuten zu kommen, ohne Angst zu haben oder lange darüber nachzudenken, solange ich es für richtig halte, was ich sagen möchte. Das erlebe ich jedes Mal als Erfolg.

Außerdem gehe ich jetzt mit meinen Problemen und Stress anders um, indem ich meine Frau und meinen kleinen Bruder zu vertrauten Personen gemacht habe. Ich schäme mich nicht mehr, über alles mit meiner Frau zu reden. Mein kleiner Bruder hilft uns auch manchmal, wenn wir eine dritte Meinung brauchen.

Gleichzeitig habe ich auch verstanden, dass das alte Bild vom „richtigen Mann“ falsch war. Deshalb gebe ich meine Hilfe nur noch, wenn es mir möglich ist, da ich niemandem etwas schuldig bin und niemandem etwas beweisen muss.

In Kombination mit diesen verschiedenen Maßnahmen achte ich ständig auf körperliche, seelische und geistige Warnsignale und handle so schnell wie möglich, wenn eines dieser Signale vorkommt.

Ich möchte anhand eines Beispiels erklären, wie ich die verschiedenen Warnsignale wahrnehme.


Wenn mein Vater mich anruft und mich nach Geld fragt, das ich nicht geben kann, achte ich auf folgende Warnzeichen:



Körperliche Warnzeichen:
Ich sage „Ja“, obwohl ich weiß, dass ich das nicht kann. Das heißt, ich fange an zu lügen.

Seelische-Warnzeichen (Gefühl):
Ich möchte „Nein“ sagen, aber ich bekomme ein Druckgefühl im Bauch oder mein Bauch fühlt sich komisch an, weil ich überlege, wie ich meine Antwort schöner machen kann. Eigentlich sollte ich einfach ehrlich „Nein“ sagen können.

Geistig-Warnzeichen (Gedanken):
Ich denke zu viel darüber nach, wie ich „Nein“ sagen soll, obwohl es eigentlich klar und einfach wäre, weil ich das Geld nicht habe. Ich mache mir unnötig viele Gedanken.

Ich muss auch erkennen, dass die Tatsache, dass ich mit meinem Studium fertig bin, eine gute Arbeitsstelle habe und meine Bewährung beendet ist, dazu beiträgt, dass ich mich entlastet und ausgeglichen fühle und dadurch mein neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt.
Auch das ist richtig gut dargestellt.
Besonders die Auflistung der „Warnzeichen“ ist prima !
Bringe da doch noch einige schon erlebte Situationen mit ein.

28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen?
(mit Begründung)


Ein Rückfall ist theoretisch möglich, da Alkohol für eine lange Zeit in meinem Leben präsent war und ich dadurch eine große Toleranz entwickelt habe.

Aber dank meiner nachhaltigen Lebensumstellung und der täglichen Anwendung meiner Schutzmaßnahmen ist das Risiko eines Rückfalls eher gering.
Das würde ich anders formulieren, es klingt mir „zu sicher“.
Vielleicht, „ich arbeite täglich daran, durch meine o.g. Maßnahmen, das Risiko eines Rückfalls gering zu halten, um frühzeitig zu erkennen, wenn ich das Risiko für mich höher einordne ( s.u. ).
So kann ich rechtzeitig gegensteuern. ( nur so als Vorschlag, aber mir erscheint es besser, wenn du auch das in „Ich-Form“ schreibst, sonst klingt es eher so, dass das Risiko dich steuert..)
Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Bestandteil meiner Schutzmaßnahmen selbst zum Problem wird, wie zum Beispiel ein Problem mit meiner Frau oder meinem Bruder, oder auch Probleme mit meinem Aufenthaltsstatus oder mit meiner Arbeit.

Für solche Fälle werde ich mir schnell professionelle Hilfe suchen. Zum Beispiel hat mir meine VP gesagt, dass ich sie jederzeit kontaktieren darf, wenn es nötig ist. Außerdem habe ich mir die Notfallnummer der Telefonseelsorge herausgesucht und gespeichert, für den Fall, dass meine VP nicht erreichbar ist.

Genauso wie ich mein Leben lang Respekt vor harten Drogen gehabt habe, habe ich auch einen solchen Respekt vor Alkohol.
Vielleicht fallen dir noch niederschwelligere Dinge ein, Sport, Musik hören, Spazieren gehen oder so.
Die Maßnahmen, die du genannt hast, finde ich gut, klingen für mich jetzt aber eher nach worst case…

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Da ich mich für eine lebenslange Abstinenz entschieden habe, besteht für mich keine Gefahr mehr, Trinken und Fahren nicht trennen zu können. Das Problem hat sich durch meinen alkoholfreien Lebensstil von selbst gelöst.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Nein
Priml !

So, lieber @christ, das sind meine Gedanken zu deinem wirklich gut gelungenen Fragebogen :smiley138:
 
was könntest du hier nachrechnen? nur zum verständnis
Ich meinte, ich habe jetzt nicht die Promillewerte nicht im Einzelnen nachgerechnet, sondern nur so grob.

" Ihre" stimmt .Ich gebe nur mein Bestes: Die deutsche Sprache ist nicht einfach ;).
Um Himmels Willen, ich wollte in keiner Weise deine Grammatik kritisieren.
Ich wollte nur sichergehen.
Es hätte ja sein können, dass du neben deiner Frau noch Hinweise von einem „er“ bekommen hast.
Okay ?

Liebe Grüße :smiley138:
 
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