MPU wegen Cannabis / bekifft gefahren

Sinner

Stamm-User
FB Drogen

Zur Person
Geschlecht: M
Alter: 50

Was ist passiert?
Drogensorte: Cannabis
Konsumform (Dauer und Häufigkeit je Substanz): zuletzt leider fast täglich Cannabis, wenn auch nur wenig.
Datum der Auffälligkeit: xx.05.21

Drogenbefund
Blutwerte: zw. 20 und 30 ng/ml THC und zw. 125 und 130 ng/ml THC-COOH
Schnelltest: keiner
Beim Kauf erwischt: nein
Nur daneben gestanden: nein

Stand des Ermittlungsverfahrens
Gerade erst passiert: nein
Polizei hat sich mit den Blutwerten gemeldet: nein
Verfahren gegen Bußgeld eingestellt: ja (Strafverfahren ohne Bußgeld eingestellt, Owi-Verfahren mit Bußgeld)
Verurteilt: nein
Strafe abgebüßt: nein, da Strafverfahren eingestellt

Führerschein
Hab ich noch: nein
Hab ich abgegeben: ja
Hab ich neu beantragt: ja
Habe noch keinen gemacht: nein

Führerscheinstelle
Hab schon in meine Akte geschaut Ja/Nein: ja
Sonstige Verstöße oder Straftaten?: nein
Genaue Fragestellung der FSSt (falls bekannt): Ist davon auszugehen, dass der Untersuchte den Konsum von Cannabis und das Führen von Kfz ausreichend und sicher trennen kann?

Bundesland: NRW

Konsum
Ich konsumiere noch: nein
letzter Konsum: am Kontrolltag xxx

Abstinenznachweis
Haaranalyse: ja (11.2.22, rückwirkend Abstinenz für 6 Monate festgestellt)
Urinscreen: nein
Keinen Plan: ?

Aufarbeitung
Drogenberatung: Quit-the-shit (Online-Programm, aber ohne Nachweis)
Selbsthilfegruppe (SHG): nein
Psychologe: nein
Ambulante/stationäre Therapie: nein
Keine Ahnung: ?

MPU
Datum: xx.04.22
Welche Stelle (MPI): xxx
Schon bezahlt?: ja
Schon gehabt?: nein
Wer hat das Gutachten gesehen?:
Was steht auf der letzten Seite (Beantwortung der Fragestellung)?:

Altlasten
Bist du Rückfalltäter?: nein



Bald muss ich eine MPU wegen Cannabis machen. Im April letzten Jahres bin ich kontrolliert worden. Leider hatte ich an dem Tag noch konsumiert, bin also auch etwas bekifft gefahren. Noch blöder: Ich habe ausgesagt, dass es mir schlecht geht und allein bin und deswegen konsumiert hätte. Außerdem, dass ich an dem Tag und dem Tag davor konsumiert hätte. Bluttest hat dann zw. 20 und 30 ng/ml THC und zw. 125 und 130 ng/ml THC-COOH ergeben. Außerdem hatte ich eine geringe Menge Cannabis dabei (<5g). Ansonsten habe ich eine blütenreine Weste. Aber bei Einsicht in meine Führerscheinakte musste ich leider feststellen, dass im Polizeibericht steht, dass Stummel im Aschenbecher darauf hindeuten würden, dass ich täglich konsumiere, dabei waren das Zigarettenstummel (selbst gedrehte) und wurden gar nicht analysiert. Außerdem hat der Arzt (imho wahrheitswidrig) behauptet, dass ich beim Finger-Finger- und Finger-Nase-Test langsam gewesen wäre und depressiv gewirkt hätte. Dass keiner Hurra schreit, sollte ja eigentlich klar sein. Auch die Polizei behauptet, dass ich etwas depressiv gewirkt hätte und angeblich langsam aus dem Auto ausgestiegen sei (was auch Blödsinn ist, ich bin ganz normal ausgestiegen, wenn auch nicht übertrieben schnell).
Dann hatte ich Glück im Unglück und habe einen sehr guten MPU-Berater gefunden. Leider ist der dann gestorben. :( und dann habe ich auch keinen neuen Berater gehabt, weil viele mir etwas unseriös vor kamen oder zumindest nicht so gut, wie mein erster MPU-Berater.

Eine Haaranalyse habe ich gemacht und kann damit ein halbes Jahr Abstinenz nachweisen, allerdings wird die zum MPU-Termin älter als acht Wochen alt sein und vermutlich muss ich dann eine neue Haaranalyse machen lassen. Ich wusste nichts von der Achtwochenfrist und zudem hat sich alles verzögert durch die Einsicht in die Führerscheinakte und Terminvergabe bei der MPU-Stelle. Nun ja, in einem Monat habe ich einen Termin für die MPU (bei der Avus in Berlin). Den Fragenbogen hier im Forum werde ich so bald wie möglich machen. Im Moment habe ich furchtbaren Bammel, dass man mir eine Drogenproblematik bescheinigen wird und ich dann durch die MPU falle und erst mal ein ganzes Jahr Abstinenz nachweisen muss.

Ich denke eigentlich, dass ich ein reflektierter Mensch bin und mir bereits über vieles Gedanken gemacht habe. Und seit ich erwischt wurde, habe ich gar nichts mehr konsumiert (außer Kaffee, Alkohol, Zigaretten). Ich hatte mich bei Quit-the-shit angemeldet und gemerkt, dass ich gar kein oder nur wenig Probleme mit dem Verzicht hatte. Anfangs hat es mir noch gefehlt, ich habe ein paar Tage schlecht geträumt, aber sonst fehlt mir nichts. Ich habe viele neue Beschäftigungen, z. B. im Garten und habe meine engsten Freunde und Familie eingeweiht.

Übrigens habe ich seit vielen Jahren einen festen Job und war nicht so einer, der nur Jogginghosen trägt und morgens schon den ersten Bong raucht und den ganzen Tag gar nichts macht. Trotzdem habe ich richtig Bammel, durch die MPU zu fallen. Ich brauche den Führerschein nicht mal unbedingt, aber ich will mich endlich rehabilitieren und die MPU machen zu müssen, belastet mich und raubt viel Zeit und natürlich auch Geld.

Tja, so sieht es zurzeit aus .... vielleicht kann mir ja jemand etwas von der Angst nehmen. Oder auch einen Tipp geben und sei es, die MPU noch nicht zu machen. Wobei ich echt keine Lust habe noch ein weiteres halbes Jahr in der Luft zu hängen.


Einige Angaben des Users auf seinen Wunsch hin anonymisiert *Nancy*
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Anton

Stamm-User
Bei deinen Werten kann ich mir kaum vorstellen das es mit 6 Monaten AN was wird.
12 Monate AN ist eig. Pflicht bei solchen Werten sagte mir mein Drogenberater.
Am besten fängst du schon mit dem Drogen FB an.
Aber die Profis werden bestimmt noch was dazu sagen.

Lg
 

Sinner

Stamm-User
Das kann ich mir nicht vorstellen, da die Werte noch eher auf gelegentlichen und nicht eindeutig auf regelmäßigen Konsum hinweisen. Zudem hatte ich einen sehr guten Berater, der vor seinem Tod noch von 6 Monaten Abstinenznachweis gesprochen hat. Allerdings kannte der den Inhalt der Führerscheinakte noch nicht.
 

Sinner

Stamm-User
Der Knackpunkt ist eher, ob nun nach Ansicht der Gutachter eine Drogenproblematik vorliegt oder nur eine Drogengefährdung. Bei einer Drogengefährdung reichen 6 Monate Abstinenz, bei Drogenproblematik werden mindestens 12 Monate verlangt.
 

Sinner

Stamm-User
Bin mir nicht sicher ... soll ich schon den FB ausfüllen oder noch nicht?

Oben im Profilfragebogen habe ich geschrieben, dass ich zuletzt täglich konsumiert habe. Ja, das war eine schwere Zeit mit Corona und Lockdown, zudem noch ein paar private Dinge. Damals hatte ich noch einen Nachbarn, der hatte mich ein paar Mal eingeladen und wir haben zusammen konsumiert, das war kein guter Kontakt für mich. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der bei Problemen gleich zu Drogen oder Alkohol greift. Die Gesamtsituation hat aber irgendwie dazu geführt, dass ich mehr als sonst konsumiert habe und blöderweise auch dazu, dass ich berauscht gefahren bin. Dachte damals, ich sei nur "ein bisschen" berauscht. Naja. Ich weiß noch wie der Polizist zu mir meinte "Kiffen okay, aber andere gefährden geht gar nicht". Das war mir vorher gar nicht so bewusst, dass ich andere gefährde, obwohl ich natürlich wusste, dass man unter Einfluss von Cannabis mindestens 48h (besser 72h) nicht fahren darf. Ich bin unter anderem Ersthelfer und es liegt mir echt fern, andere zu gefährden. Daher habe ich seit dem Abend auch nicht mehr konsumiert. Ach ja ...
 
Zuletzt bearbeitet:

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Sinner,

willkommen im Forum.

Ich schließe mich der Ansicht von Anton an und würde dir ebenfalls empfehlen die AN für ein ganzes Jahr zu machen.
Es sind ja nicht nur die hohen Werte, sondern auch deine Angaben darüber was im Polizeibericht stehen wird...

Eine bessere Einschätzung kann erfolgen wenn du den FB ausgefüllt hast.

Darum
Bin mir nicht sicher ... soll ich schon den FB ausfüllen oder noch nicht?
ja, fülle ihn mal aus. Lass' dir dabei aber Zeit und lies am besten vorab in den Gute Fragebögen Drogen damit du siehst, wie umfangreich geantwortet werden sollte...
 

Sinner

Stamm-User
Danke, Nancy. Ich weiß genau, was im Polizeibericht steht, da ich die Führerscheinakte eingesehen habe und Kopien anfertigen konnte. Wenn es hilft, dann kann ich das auch noch genauer sagen. Siehe weiter unten.

Zu den Werten: Wieso sind die zu hoch? Klar sind sie hoch, aber rein von den Werten her bedeutet das imho noch keine Drogenproblematik. Dazu habe ich z. B. das hier gefunden:

VGH München v. 27.07.2005:
Bei einem Befund von 51,1 ng/ml THC und 143,8 ng/ml THC-COOH nach einer Verkehrsteilnahme steht zumindest gelegentlicher Cannabiskonsum bei mangelndem Trennvermögen und somit Fahrungeeignetheit fest.
Quelle: https://verkehrslexikon.de/ModuleB/Gelegentlicher_Konsum_von_Cannabis.php

Die Sache ist außerdem die: Ich habe das Geld an die Begutachtungsstelle überwiesen und keine Ahnung, wie das ist, wenn ich die MPU jetzt doch erst in fünf Monaten mache. Bis dahin dürfte es auch wieder extrem eng werden mit der bereits genehmigten Verlängerung zur Vorlage der MPU, so dass ich dann den Führerschein wieder neu beantragen müsste. Die Frist zur Vorlage der MPU wurde bis zum 31.8.22 verlängert. Um weitere 6 Monate nachzuweisen, müsste ich am 12.8.22 eine Haaranalyse machen lassen, die dann aber erst drei Wochen später bei mir im Briefkasten landet. Klar, ich will die >800€ für die MPU nicht umsonst ausgeben, aber ich will auch die >120€ für den Neuantrag eigentlich nicht zwei Mal ausgeben. Und vor allem hätte ich es doch gerne langsam hinter mir, denn das ist so eine schwebende Last mit der MPU in der Zukunft.

Also zu dem, was in der Akte steht. Zunächst zu dem, was der Arzt "beigetragen" hat:

"Verhalten verlangsamt, Stimmung stumpf, Sprache verlangsamt, depressiv, verlangsamte Koordination beim Aussteigen aus dem Fahrzeug, Finger-Finger- und Finger-Nasen-Probe unsicher. Diese lassen sich durch die Folgen des zugegebenen Betäubungsmittelkonsums erklären."

Dazu kann ich nur sagen: Das ist dreist gelogen! Natürlich war ich nicht begeistert davon erwischt zu werden und natürlich war ich in dem Moment etwas niedergeschlagen, aber das mit der verlangsamten Koordination und der unsicheren Probe ist einfach unwahr. Interessant ist auch, dass mir dies nicht mitgeteilt wurde. Ich weiß, dass ich eine im Vergleich zu vielen anderen Personen sehr gute Reaktion und Koordination habe, selbst in dem Moment. Und ich weiß natürlich auch, dass die Finger-Proben gut geklappt haben, da war nichts unsicher. Aber nun, ich kann kaum dagegen juristisch vorgehen und selbst wenn, würde das ewig dauern und viel Geld kosten. Aber das macht mich wirklich sauer. Würde ich im Gutachten so etwas sagen, würde man mir daraus erst recht einen Strick drehen, wie ich vermute. Das ist echt krass.

Polizeibericht:
"In der Mittelkonsole befanden sich mehrere abgerauchte Jointstummel. [...] Der BER gab an, dass er heute, vor Fahrtantritt, Marihuana konsumiert hatte. Er sei momentan in einer schlechten Lebensphase und fühle sich so alleine. Dass das nicht gut sei, habe er gewusst. [...] Der BER verhielt sich während der Kontrolle und der Fahrt zur APW ein wenig depressiv."

Das mit dem Jointstummel in der Mittelkonsole (gemeint war wohl der Aschenbecher) ist ebenfalls schlicht gelogen! Richtig ist, dass da Zigarettenstummel waren, denn ich rauche halt selbst gedrehte Zigaretten (mit Eindrehfilter). Die wurden nicht analysiert, es wird einfach behauptet.

Begründung der Eignungszweifel:
"In der Mittelkonsole konnten mehrere aufgerauchte Jointstummel festgestellt werden. Zudem befanden sich Cannabis-Utensilien, wie Longpaper in seinem PKW. [...] Der Betroffene gab an, gerade alleine und in einer schwierigen Lebensphase zu sein. Daher habe er konsumiert. [...] Auf Grund der Anzahl von Stummeln in der Mittelkonsole kann davon ausgegangen werden, dass dies kein einmaliger Konsum von Marihuana war. Zudem gab der Betroffene an, dass er am 25.05. und 26.05.21 ebenfalls konsumiert habe. Somit kann ein täglicher Konsum von Maruhuana nicht ausgeschlossen werden. [...] Gleich gelagerte Vorfälle in der Vergangenheit sind nicht bekannt."

Also auch da kann ich nur sagen, dass vieles schlicht nicht wahr ist. Ich hatte keinerlei spezielle Cannabis-Utensilien dabei, lediglich Tabak und kurze Blättchen und Filter, da ich auch selbst gedrehte Zigaretten rauche. Dass die aus einfachen Zigarettenstummeln nun Joinstummel zaubern, finde ich echt krass. Ich dachte immer, solche Vorwürfe müssten bewiesen werden, aber offenbar können die sich einfach etwas aus den Fingern saugen und falsche Schlüsse ziehen ohne die zu beweisen. Man hätte die Stummel ja untersuchen können.

Tja, nun stehe ich da und höre mich vermutlich an, wie einer, der schuldig ist und beteuert unschuldig zu sein. Nein, ich bin schuldig, ich bin berauscht gefahren. Aber vieles von dem Behaupteten ist halt nicht wahr. Wie sind die Chancen dagegen vorzugehen? Ich tippe auf 0,0. Schöne Sch....
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Sinner,

ich kann dich schon sehr gut verstehen und nachvollziehen dass du dich ungerecht behandelt fühlst, aber es ist leider so, dass der Inhalt deiner Akte praktisch "Gesetz" für die Begutachter sind. Wenn du bei der MPU abstreiten würdest dass Joints in deinem Aschenbecher waren, könnte es deine Lage in der Tat verschlimmern. Du müsstest schon auf einen recht "verständigen" Gutachter treffen der es dir glaubt...

Und machen wir uns nichts vor, bei deinen Abbauwerten geht jeder Gutachter von Dauerkonsum aus, was gleichzeitig auf Missbrauch (vertiefte Problematik) schließen lässt, was wiederum voraussetzt, dass eine pos. MPU nur mit AN von einem Jahr erreicht werden kann.

Sicher kannst du es mit 6 Monaten versuchen, aber ärgerlich wäre es schon wenn du so eine Menge Geld in den Sand setzt, "nur" weil dir 6 Monate fehlen...
Die Sache ist außerdem die: Ich habe das Geld an die Begutachtungsstelle überwiesen und keine Ahnung, wie das ist, wenn ich die MPU jetzt doch erst in fünf Monaten mache. Bis dahin dürfte es auch wieder extrem eng werden mit der bereits genehmigten Verlängerung zur Vorlage der MPU, so dass ich dann den Führerschein wieder neu beantragen müsste. Die Frist zur Vorlage der MPU wurde bis zum 31.8.22 verlängert. Um weitere 6 Monate nachzuweisen, müsste ich am 12.8.22 eine Haaranalyse machen lassen, die dann aber erst drei Wochen später bei mir im Briefkasten landet.
Es gäbe ja auch noch die Möglichkeit die 2. Haaranalyse am Tag der MPU direkt beim MPI machen zu lassen. Gewiss verzögert sich dann auch das Gutachten um ca. 2 Wochen, aber somit könntest du beim MPI mal anfragen ob das für sie so in Ordnung wäre und sie deine Akte so lange liegen lassen. Auch eine Nachfrage bei deiner FSSt. ob sie deinen Antrag noch bis September ruhen lassen können wäre möglich. Da du keinen FS mehr hast bist du ja derzeit keine Gefahr für den Straßenverkehr..
 

Sinner

Stamm-User
Wie schon gesagt, sehe ich die Werte weniger als Problem an, ich habe doch extra das VG zitiert. Es ist ja nicht so, dass die Gutachter einfach nach Gutdünken vorgehen. Mich würde ganz konkret interessieren: Habe ich gar keine Chance, die MPU mit 6 Monaten AN zu bestehen? Und wenn ja, warum? Das mit den Werten kann nicht sein, das glaube ich nicht ohne weitere Angaben, da ich da andere Informationen habe.

Problematisch ist das in Verbindung mit den dreisten Lügen der Polizei und des Arztes. Und ja, ist mir klar, dass das für die Gutachter einfach als Tatsache angenommen wird. Was sollen die auch sonst machen? Das kann ich denen nicht mal übel nehmen. Da kommt man ja auch nicht drauf, dass Polizisten und Ärzte einfach so lügen, nur wei sie gerade Bock drauf haben. Hätte ich selbst nicht geglaubt, wäre ich nicht betroffen. Ich habe gerade mit Freunden gesprochen, die mich gut kennen und die wissen, dass ich keine schlechte Reaktion habe und nie Longpapers benutze.

Das zeigt einem, was man von diesem Rechtsstaat zu halten hat, wenn die einfach etwas behaupten können ohne etwas zu beweisen. Ich werde nie wieder mit der Polizei auch nur ein Wort reden, bestenfalls sagen, was ich muss: Name, Anschrift, Beruf usw. Nie wieder werde ich eine Straftat melden oder anzeigen, wenn ich eine beobachte. Dann gehe ich einfach weiter, ist doch nicht mein Problem. Sorry, aber solch eine Ungerechtigkeit ausgerechnet durch Polizei-Täter regt mich total auf!

Mich würde interessieren, wer hier ähnliche Erfahrungen mit der Polizei gemacht hat. Da kann ich doch unmöglich der Einzige sein, dem so etwas passiert ist.

Aber wie auch immer. Ich hätte den Kram eigentlich gerne hinter mir gehabt und mich rehabilitiert. Eine Drogenproblematik habe ich nicht, das habe ich selbst gemerkt, als ich ohne Probleme aufgehört habe, wenn auch durch diesen "Motivationsschub" des Erwischtwerdens. Mal abgesehen von hin und wieder mal dran denken hatte ich keinerlei Probleme mit dem Verzicht. Ich habe außerdem an mir gearbeitet und mir neue und sinnvolle Beschäftigungen gesucht, die mir Befriedigung verschaffen. Ich bringe Leuten etwas bei, habe einen Naturgarten angelegt, arbeite an einem Naturprojekt und setze mich dafür ein. Und den Führerschein brauche ich nicht unbedingt, jedenfalls nicht für Alltägliches. Nur schade, dass ich dann halt auch nicht mal in die Natur fahren kann. Viel wichtiger wäre es mir aber, das ich meine Weste wieder rein wasche, einfach so für mich. Von der Polizei und dem Arzt fühle ich mich daher geradezu vergewaltigt. Ich hatte sowieso geplant, das Auto abzuschaffen, aber aus ganz anderen Gründen: fürs Klima und weil der Sprit durch den Krieg teuer geworden ist, was sicherlich noch ein paar Jahre so bleibt. Und weil ich halt auch mit der Bahn gut zur Arbeit komme, alle Geschäfte in der Nähe habe. Zwischendurch hatte ich mal daran gedacht, mir ein Wohnmobil zu kaufen, aber ist ohnehin zu teuer, da kann man besser in Urlaub fliegen.
 

Sinner

Stamm-User
Es gäbe ja auch noch die Möglichkeit die 2. Haaranalyse am Tag der MPU direkt beim MPI machen zu lassen. Gewiss verzögert sich dann auch das Gutachten um ca. 2 Wochen, aber somit könntest du beim MPI mal anfragen ob das für sie so in Ordnung wäre und sie deine Akte so lange liegen lassen. Auch eine Nachfrage bei deiner FSSt. ob sie deinen Antrag noch bis September ruhen lassen können wäre möglich. Da du keinen FS mehr hast bist du ja derzeit keine Gefahr für den Straßenverkehr..
Nein, das MPI nimmt für die Haaranalyse mehr als das Doppelte, fast das Dreifache meines Labors. Aber ja, ich kann eventuell noch eine Verlängerung beantragen. Ich habe eben nachgesehen und man kann insgesamt bis zu einem Jahr verlängern. Vorausgesetzt, dem Antrag wird stattgegeben. Nun werde ich wohl ohne MPU Urlaub in Berlin machen müssen, denn die Unterkunft ist gebucht und zum Stornieren ist es zu spät. Wenn es geht, mache ich die MPU dann doch lieber in Düsseldorf, denn was soll ich ein zweites Mal nach Berlin fahren? Hatte das nur gemacht, weil das ursprünglich so vorgesehen war, denn mein verstorbener MPU-Berater war aus Berlin.

Andere Möglichkeit: Ich beantrage die Neuerteilung des Führerscheins neu. Das kostet zwar wieder 138 € extra, aber dann könnte ich noch in Ruhe das augenärztliche Gutachten besorgen, um dann auch bis 7,5 t wieder beantragen zu können. Darauf hatte ich verzichtet, weil es nicht möglich war, einen zeitnahen Termin für so ein Gutachten zu bekommen. Jedenfalls nicht da, wo es günstig ist. Und bei mir ist das etwas knapp mit der Sehstärke. Auto fahren kann ich ohne Brille, für die Klasse >3,5 bis 7,5t sind die Anforderungen höher und ich wollte keine Brille im Führerschein eingetragen haben, weil ich die sonst nicht brauche.
 

Anton

Stamm-User
Hier im Forum findest du die GA's einiger User, wenn du diese liest weißt du genau was fast alle GA‘s von solchen Werten halten.

Ich kann dir nur empfehlen diese wirklich gründlich zu lesen, viele hattegeringere Werte und die GA‘s wollte trotzdem 12 mon AN.

Hier im Forum bekommst du die beste Hilfe was Vorbereitung und wissen angeht.
Du kannst natürlich mit deinen 6 mon AN zur Mpu gehen, aber da besteht nicht mal ne 50:50 Chance zu bestehen.
 

Sinner

Stamm-User
Nimm's mir nicht übel, Anton, aber das ist mir etwas zu unkonkret. Entscheidend für den Abstinenzzeitraum ist doch, ob eine Drogengefährdung vorliegt oder eine Drogenproblematik. Man kann auch mit geringeren Werten eine Drogenproblematik haben keine Frage. Dass man auch wegen mangelnder Aufarbeitung durchfallen kann, ist auch klar, aber wahrscheinlich doch sehr individuell.

Aber die GA würde ich mir gerne trotzdem durchlesen. Gibt es dafür einen gesonderten Ort oder gibt es Tipps für die Suche? Ich habe gerade eben mal geguckt und entweder fehlen Werte oder das GA ist noch nicht durch. In einem Fall steht nur etwas von "hohen Werten" ohne genaue Angabe, das GA ist noch nicht durch, aber niemand empfiehlt da 12 Monate, wenn ich das richtig gesehen habe.
 

Anton

Stamm-User

Wenn du den GA sagst das du täglich konsumiert hast, geht er höchstwahrscheinlich von einer tieferen Drogenproblematik aus.

Aber wie gesagt, hier bekommst du sehr gute Hilfe, entscheiden musst du selber.
 

Sinner

Stamm-User
Das dauert etwas, bis ich da durch bin. Die meisten GA scheinen ja Alkohol zu betreffen oder gar Mischkonsum.

Nur zur Klarstellung: Bei mir gab es keinen Mischkonsum und der fast tägliche Konsum betraf vor allem die Zeit vor der Kontrolle. Ich denke, das war auch nicht gut ausgedrückt mit "täglich". Es war gelegentlicher Konsum und dann die Zeit problematische Zeit, wo ich mehr konsumierte. Entscheidend für die Änderung im Konsumverhalten waren ein paar Dinge: ein ehemaliger Nachbar, der einen schlechten Einfluss auf mich hatte, der mich zum Konsumieren animierte und es mir auch besorgte. Ferner ein Umzug und letzten Endes halt auch die damals empfundene Einsamkeit durch den Lockdown. Ich bin sicherlich mehr als nur ein Mal unter dem Einfluss von Cannabis gefahren, weil die Wirkung ja bis zu 72h anhält. Aber ich bin nur in dieser Woche zwei Mal wirklich akut berauscht gefahren. Vor dem Lockdown bin ich fast nur mit dem Zug gefahren, zum einen wegen Klima, zum anderen aber auch, um eben nicht mit dem Auto zu fahren.
 

MrMurphy

Stamm-User
Mal deutlich, um dich auf den richtigen Weg zu bringen:

Dir ist Drogenmißbrauch im verkehrsrechtlichen Sinn nachgewiesen worden. Deine hier vorgebrachten Informationen / Argumente interessieren dabei überhaupt nicht. Das hättest du alles vorher im Strafverfahren klären müssen.

Wenn du vor Ablauf der Verjährungsfrist wieder Kfz führen willst musst du die MPU bestehen. Dafür gibt es klare Regeln.

Eine wichtige ist: Du darfst der Aktenlage bei der MPU nicht widersprechen. Der Gutachter hat seinerseits die Aktenlage zu akzeptieren. Wenn die Aktenlage falsch ist, hättest du früher dagegen angehen müssen.

Als weiteres musst du darlegen, dass du dein Drogenproblem erkannt hast und eine Lösung gefunden hast, trotzdem zukünftig gefahrlos am Straßenverkehr teilzunehmen. Mit dem Gutachten muss dir also nichts bewiesen werden, sondern du must ganz einseitig liefern.

Wenn du die große Ausnahme bist, die bei der MPU eigentlich nichts verloren hat, wirst du dir eine Lügengeschichte ausdenken müssen.

Hier im Forum kannst du deinen Ärger und deinen Frust loswerden. Bloß für die MPU bringt das überhaupt nichts. Der Gutachter ist auch die falsche Person um deinen Frust bei ihm abzuladen.
 

Sinner

Stamm-User
Dir ist Drogenmißbrauch im verkehrsrechtlichen Sinn nagewiesen worden. Deine hier vorgebrachten Informationen / Argumente interessieren dabei überhaupt nicht. Das hättest du alles vorher im Strafverfahren klären müssen.
Danke für deine Meinung. Das diese Unterstellungen seitens der Polizei keine Relevanz für das Gutachten haben, ist mir klar. Das macht mich ja so wütend, weil man da völlig machtlos ist. Das Strafverfahren ist eingestellt worden. Ferner kann ich nur zu den Vorwürfen Stellung beziehen, über die ich in Kenntnis gesetzt wurde. Dies ist nicht geschehen. Ich habe erst aus der Führerscheinakte von diesen Dingen erfahren (Stummel, angeblich unsicher beim Fingertest etc).

Wenn du vor Ablauf der Verjährungsfrist wieder Kfz führen willst musst du die MPU bestehen. Dafür gibt es klare Regeln.
Völlig klar.

Eine wichtige ist: Du darfst der Aktenlage bei der MPU nicht widersprechen. Der Gutachter hat seinerseits die Aktenlage zu akzeptieren.
Das ist völlig klar.

Wenn die Aktenlage falsch ist, hättest du früher dagegen angehen müssen.
Wie? Das erscheint mir zudem völlig sinnlos, da das viel Geld und Zeit kosten würde und am Ende doch der Polizei und dem Arzt geglaubt werden würde. Dies zeigen auch andere Fälle. In ganz seltenen Fällen gibt es dann Videoaufnahmen, wo die Polizisten dann der Falschaussage überführt werden können, aber nicht in meinem Fall. Also egal. Abgehakt.

Als weiteres musst du darlegen, dass du dein Drogenproblem erkannt hast und eine Lösung gefunden hast, trotzdem zukünftig gefahrlos am Straßenverkehr teilzunehmen. Mit dem Gutachten muss dir also nichts bewiesen werden, sondern du must ganz einseitig liefern.
Das ist völlig klar.

Wenn du die große Ausnahme bist, die bei der MPU eigentlich nichts verloren hat, wirst du dir eine Lügengeschichte ausdenken müssen.
Wie kommst du darauf? Ich meine, ich habe keinen Anlass gegeben, das zu vermuten und ich habe mich auch nicht entsprechend geäußert. Mir ist völlig klar, dass ich Fehler gemacht habe. Ich habe den Konsum sofort eingestellt und hatte nie einen Rückfall. Ich habe gelernt und mein Verhalten geändert, gehe anders mit Problemen um. Ferner habe ich Kontakte zu Konsumenten eingestellt. Meine Familie und meine Freunde sind eingeweiht und unterstützen mich.

Hier im Forum kannst du deinen Ärger und deinen Frust loswerden. Bloß für die MPU bringt das überhaupt nichts. Der Gutachter ist auch die falsche Person um deinen Frust bei ihm abzuladen.
Auch das ist mir völlig klar.
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Hallo Sinner,
Wie schon gesagt, sehe ich die Werte weniger als Problem an, ich habe doch extra das VG zitiert.
ja, das habe ich gesehen. Du hast aber nur ein Urteil zitiert in dem etwas stand, von dem du glaubtest dass du es gerne lesen möchtest, obwohl es im Grunde auch nichts anderes aussagt als das was dir hier geschrieben wurde. Aber wenn wir schon beim Verkehrslexikon als Quelle sind, empfiehlt es sich, auch hier mal zu lesen: https://verkehrslexikon.de/Module/FECannabisCOOH.php

Dort findet sich unter vielen anderen gleichartigen Aussagen auch diese hier:

VG Ansbach v. 14.03.2006:
Nach den Forschungen von Daldrup entspricht es gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass bei festgestellten THC-COOH-Konzentrationen zwischen 5 und 75 ng/ml wenigstens gelegentlicher Cannabiskonsum und bei einer THC-COOH-Konzentration von als 75 ng/ml (bzw. von 150 ng/ml bei zeitlich konsumnaher Blutentnahme) von regelmäßigem Cannabiskonsum mit der Folge der sofortigen Entziehung der Fahrerlaubnis auszugehen ist. Bezüglich des Problems des regelmäßigen Konsums werden die Ergebnisse von Daldrup durch die Forschungen von Alderjan nicht in Frage gestellt.

oder diese hier:

OVG Münster v. 07.01.2003:
Weist ein auf Anordnung der Fahrerlaubnisbehörde angeordnetes Gutachten eine THC-Konzentration 13,9 ng/ml und eine Konzentration des THC-Metaboliten THC-COOH 114,4 ng/ml im Blut aus, so ist von regelmäßigem Cannabiskonsum des Betroffenen und somit von Fahrungeeignetheit mit der Folge der Entziehung der Fahrerlaubnis ohne vorherige weitere Überprüfungsmaßnahmen auszugehen.

Aus unserer inzwischen langjährigen Erfahrung können wir ganz gut einschätzen in welchen Fällen ein AN von 12 Monaten sinnvoll ist. Wir wollen dir damit nichts Böses, sondern wir möchten dass du deine MPU beim ersten Mal bestehst.
Eine Drogenproblematik habe ich nicht, das habe ich selbst gemerkt, als ich ohne Probleme aufgehört habe, wenn auch durch diesen "Motivationsschub" des Erwischtwerdens.
Sorry, aber solange du selbst nicht erkannt hast dass du eine Drogenproblematik hast, wird es sehr schwer die MPU zu bestehen...
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Sinner

Stamm-User
bzw. von 150 ng/ml bei zeitlich konsumnaher Blutentnahme
Aber genau das ist doch der Fall.

Ich habe zwischenzeitlich mit einem Ex-MPU-Gutachter telefoniert. Und der bestätigte meine Sicht. Natürlich ist es auch eine Frage der Gesamtumstände und sicher hängt viel von meinen Antworten ab.
Aus unserer inzwischen langjährigen Erfahrung können wir ganz gut einschätzen in welchen Fällen ein AN von 12 Monaten sinnvoll ist. Wir wollen dir damit nichts Böses, sondern wir möchten dass du deine MPU beim ersten Mal bestehst.
Das ist lieb. Aber ich weiß so rein gar nichts über eure Vitae.

Sorry, aber solange du selbst nicht erkannt hast dass du eine Drogenproblematik hast, wird es sehr schwer die MPU zu bestehen...
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So weit ich weiß, ist es auch Sinn des Gutachtens, festzustellen, ob eine Drogengefährdung oder eine Drogenproblematik vorliegt. Was macht dich so sicher, dass bei mir eine Drogenproblematik vorliegt und keine Drogengefährdung? Ich meine, du scheinst dir ja sehr sicher zu sein.
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Aber genau das ist doch der Fall.
Ja eben. Wo liegt jetzt hier der Denkfehler?
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Ich habe zwischenzeitlich mit einem Ex-MPU-Gutachter telefoniert. Und der bestätigte meine Sicht. Natürlich ist es auch eine Frage der Gesamtumstände und sicher hängt viel von meinen Antworten ab.
...und es hängt auch viel von dem Gutachter ab bei dem du die MPU machen wirst...
rolleyes.gif

Aber ich weiß so rein gar nichts über eure Vitae.
Meinen Lebenslauf werde ich hier nicht einstellen ;)
So weit ich weiß, ist es auch Sinn des Gutachtens, festzustellen, ob eine Drogengefährdung oder eine Drogenproblematik vorliegt. Was macht dich so sicher, dass bei mir eine Drogenproblematik vorliegt und keine Drogengefährdung? Ich meine, du scheinst dir ja sehr sicher zu sein.
Es ist nun mal so, dass bei einem regelmäßigen Konsum von einer vertieften Drogenproblematik auszugehen ist.

Wie bereits geschrieben, kannst du es natürlich mit AN von 6 Monaten versuchen, wer weiß, vllt. gehörst du ja zu den Glücklichen die trotz aller Widrigkeiten noch in die Gefährdung eingestuft werden...
 

Sinner

Stamm-User
Ja eben. Wo liegt jetzt hier der Denkfehler?
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Mein Wert lag aber unter 150 ng/ml und die Blutentnahme fand zeitnah zum Konsum statt.

Es ist nun mal so, dass bei einem regelmäßigen Konsum von einer vertieften Drogenproblematik auszugehen ist.
Also, ich war sicherlich in Gefahr eine Drogenproblematik zu entwickeln, keine Frage. Aber so lange und regelmäßig war der Konsum auch wieder nicht. Über einen Zeitraum von vielleicht einem Dreivierteljahr hat sich mein Konsum nach oben geschaukelt. Oben hatte ich das doch beschrieben:

Oben im Profilfragebogen habe ich geschrieben, dass ich zuletzt täglich konsumiert habe. Ja, das war eine schwere Zeit mit Corona und Lockdown, zudem noch ein paar private Dinge. Damals hatte ich noch einen Nachbarn, der hatte mich ein paar Mal eingeladen und wir haben zusammen konsumiert, das war kein guter Kontakt für mich. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der bei Problemen gleich zu Drogen oder Alkohol greift. Die Gesamtsituation hat aber irgendwie dazu geführt, dass ich mehr als sonst konsumiert habe und blöderweise auch dazu, dass ich berauscht gefahren bin.
Daraus schließe ich: Drogengefährdung. Das beim Gespräch mit dem Gutachter darzustellen ist natürlich die Herausforderung, auf die es ankommen wird.

Für mich spricht aus meiner Sicht, dass ich den Konsum sofort eingestellt habe. Mir hätte es vorher klar sein sollen, aber letztlich hat der Spruch des Polizisten auf mich sehr gewirkt: "Cannabis konsumieren ist das eine, aber andere gefährden geht gar nicht". Ich bin Ersthelfer und schon von daher machte das natürlich auf mich Eindruck.

Ferner, dass ich danach meine Entscheidung, nicht mehr zu konsumieren, gefestigt habe, indem ich dieses Online-Programm mitmache. Da habe ich dann gemerkt, dass ich gar oder nur sehr wenig Probleme mit dem Verzicht habe. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass der Verzicht auf Konsum durchaus einige Vorteile hat, u. a. dass ich Probleme effektiver angehen kann und weniger in Selbstmitleid versinke. Ich habe außerdem den toxischen Kontakt zu meinem Ex-Nachbarn abgebrochen, meine Familie und engen Freunde eingeweiht und mir neue Beschäftigungen gesucht, die mir ihrerseits helfen, weil sie mich seelisch befriedigen. Ich machen nun viel im neuen Garten, tue etwas für den Schutz von Wildbienen und Vögeln. Klingt vielleicht blöd, aber Gartenarbeit ist echt Balsam für die Seele. Außerdem gebe ich mein Wissen über verschiedene Dinge nun als Dozent in Kursen weiter, was mir ebenfalls persönlich viel bringt und mich dadurch stabilisiert.

Mir ist das außerdem wichtig, dass ich die MPU machen kann, weil ich mich dadurch ja rehabilitieren kann. Das ist mir persönlich halt wichtig. Ich will nicht ewig in der Schwebe hängen. Der Führerschein selbst spielt da für mich eine absolut untergeordnete Rolle, denn ich brauche schlicht keinen Führerschein, was ich aber ja auch schon geschrieben hatte.

So weit ich weiß, gibt es auch die Möglichkeit, dass man mit Auflagen besteht. Wie auch immer die aussehen, ich denke vielleicht ein weiteres Abstinenzgutachten vorlegen. Das wäre kein Problem.

Außerdem hatte ich nie andere illegale Drogen konsumiert, habe seit Jahrzehnten einen feste Arbeitsstelle, war nie straffällig, habe noch nicht mal falsch geparkt. Außerdem bin ich auch vorher schon mal in eine Kontrolle geraten, habe da einen Schnelltest gemacht und der war negativ. Das steht natürlich nicht in der Führerscheinakte. Leider scheinen die da ausschließlich belastende Dinge zu sammeln, nicht aber entlastende. Ebenso steht da natürlich nicht drin, dass ich mal von der Polizei auf dem Weg zur Arbeit gestoppt wurde und der Beamte meine Pupillenreflexe mit einer kleinen Taschenlampe getestet hat. Weiß nicht, ob ich darüber irgendwo einen Nachweis bekommen kann und ob mir das in der MPU überhaupt helfen würde, aber es ist schon ärgerlich, dass alles nur zu meinem Nachteil ausgelegt wird und anscheinend nichts entlastend berücksichtigt wird.
 
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