Wiederholungstäter

Thomas F.

Stamm-User
Also das entspricht nicht der Realität. Es gibt viele VP´s, die früher Prüfende bei einem MPI waren!
Sicher, die gibt es. Das ist aber nicht immer der Fall. Das Studium ist das gleiche, es geht dann um die Weiterbildung und welcher Karriereweg eingeschlagen wird. Als VP muss man nicht bei einem MPI gearbeitet haben.

Hier im Forum immer wieder in Beiträgen zu finden. Auch wenn man über die MPU gefrustet ist, sollte man schon wahrheitsgemäßes sagen...
Das ist die Wahrheit/Realität.
 

kapomick

Benutzer
Sicher, die gibt es. Das ist aber nicht immer der Fall. Das Studium ist das gleiche, es geht dann um die Weiterbildung und welcher Karriereweg eingeschlagen wird. Als VP muss man nicht bei einem MPI gearbeitet haben.
Das habe ich nie gesagt. Aber es stimmt einfach nicht, dass man sich entscheiden muss, enweder - oder. Es ist nacheinander beides möglich. Das lehrt die Erfahrung hier.
 

Schotty

Stamm-User
...
Begutachtungsrichtlinien hin oder her, die sind so oder so vom Gutachter dehnbar.
...
Dazu kannst du hingehen wo du willst, um dich in Gefährdung, Missbrauch oder Abhängigkeit einstufen zu lassen.
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Ich habe mir jetzt schon viele Gutachten durchgelesen und da jetzt mal nur ein Beispiel für unterschiedliche Bewertungen.
1. Herr XY hat seinen Freundeskreis behalten und trinkt dort nichts mehr. Der eine Gutachter bewertet das positiv, weil er jetzt auch in früheren Trinksituationen standhaft bleibt, der andere negativ, weil er den Freundeskreis nicht gewechselt hat.
...
Jetzt kommt aber auch noch ein Aber meinerseits. Ich würde die MPU auch nicht gänzlich abschaffen, aber zukünftig nur anordnen, wenn man WHT ist, die Fsst eine Diagnose von einem Amtsarzt fordert und Abhängigkeit diagnostiziert wurde, bei Personen- und Sachschäden, ab 2,5 Promille und bei harten Drogen.
Sorry, aber ich merke, dass Du Dich mit den Thema Alkohol/Abhängigkeit noch nicht allzu intensiv auseinander gesetzt hast. Da gibt es kein Schwarz oder Weiß.
An den Definitionen von Missbrauch, Abhängigkeit, Trinkerkategorien und - muster, etc., haben sich schon viele schlaue Leute die Zähne ausgebissen.

Ich habe damals weder meinen Freundeskreis verlassen noch bin ich nicht mehr zu Veranstaltungen gegangen die ich zu nassen Zeiten besucht hatte. Habe ich dem Gutachter auch entsprechend erklärt. Es muss halt das Gesamtpaket stimmen und auch glaubhaft sein.

Und wärst du etwas mehr im Thema, wäre Dir auch klar das mit 2,5 Promille sogar viele Hardcore Säufer nicht mehr das Zündschloss finden. Ebenso wenig kann ein Haus- oder Amtsarzt ohne körperliche Symptome einen Missbrauch oder Abhängigkeit diagnostizieren, wenn der Patient falsche Angaben macht. Nicht mal Leberwerte sind wirklich aussagekräftig weshalb die entsprechend immer weniger Beachtung finden.

Und wer das hier alles so ungerecht findet:
In Norwegen und Schweden geht's bei über 1,5 bzw. 1 Promille tatsächlich in den Knast. In Dänemark wird ab 2 Promille sogar das Auto entzogen und versteigert:
 

Hammer1860

Erfahrener Benutzer
Sorry, aber ich merke, dass Du Dich mit den Thema Alkohol/Abhängigkeit noch nicht allzu intensiv auseinander gesetzt hast
Hallo Schotty, da muß ich dir widersprechen, habe mich mit dem Thema Alkohol sogar sehr auseinandergesetzt, nicht zuletzt auch, weil ich ja selbst betroffen bin. Habe durch eigene und externe Vorbereitung viel über Alkohol und den Zusammenhängen mit mir selbst gelernt. Mit Abhängigkeit vielleicht nicht ganz so intensiv, aber im Rahmen der SHG und dem Forum hier bleibt es ja auch nicht aus.

An den Definitionen von Missbrauch, Abhängigkeit, Trinkerkategorien und - muster, etc., haben sich schon viele schlaue Leute die Zähne ausgebissen.
Klar, aber dem Gutachter als letzte Instanz wird es dann zugetraut dich in eine Hypothese zu stecken und daran ist dann auch nicht mehr rüttelbar. Egal, ob er falsch oder richtig liegt.

Ich habe damals weder meinen Freundeskreis verlassen noch bin ich nicht mehr zu Veranstaltungen gegangen die ich zu nassen Zeiten besucht hatte. Habe ich dem Gutachter auch entsprechend erklärt. Es muss halt das Gesamtpaket stimmen und auch glaubhaft sein.
Hat bei dir funktioniert, das heißt aber nicht, dass trotz stimmigen Gesamtpaket ein anderer Gutachter es nicht anders sehen könnte. Im Endeffekt wollte ich damit ausdrücken, das es viele Sachen gibt, wo es der eine Gutachter etwas positiv sieht, ein anderer wiederum negativ. Zum Beispiel reicht einem GA eine persönliche Aufarbeitung, ein anderer GA will eine professionelle Vorbereitung und/oder SHG sehen.

Ebenso wenig kann ein Haus- oder Amtsarzt ohne körperliche Symptome einen Missbrauch oder Abhängigkeit diagnostizieren, wenn der Patient falsche Angaben macht. Nicht mal Leberwerte sind wirklich aussagekräftig weshalb die entsprechend immer weniger Beachtung finden.
Aber ein Gutachter soll das dann anhand von Angaben entscheiden. Selbst ein schwer Alkoholabhängiger kann mit "nur" 1,6 Promille erwischt werden und dem GA eine entsprechende Geschichte servieren und damit durchkommen. Ein anderer sagt ehrlich, das er bei Anlässen aus Spaß und Gemeinschaftsgefühl ohne tiefere Hintergründe getrunken hat und fällt deswegen durch, weil in den Augen des GA erkennbare Trinkmotive fehlen, obwohl es vielleicht wirklich keine gibt.

Und wer das hier alles so ungerecht findet:
In Norwegen und Schweden geht's bei über 1,5 bzw. 1 Promille tatsächlich in den Knast. In Dänemark wird ab 2 Promille sogar das Auto entzogen und versteigert:
Ich persönlich finde den Knast als Alternative ja gar nicht ungerecht, wenn man sich dadurch die MPU erspart. Aber hier werden jetzt ja sogar bald noch die Kriterien verschärft, sodaß KT bald unmöglich erscheint, der Zeitraum der Abstinenznachweise sich verlängern wird und man jetzt schneller bei der sogenannten Substanzgebrauchsstörung(4 von 11 Kriterien), statt wie früher(3 von 6 Kriterien) in die höchste Stufe eingeordnet werden kann. Jede andere Straftat ist nach Abbüßung und Begleichung erledigt, hier wird das Ganze noch weiter in die Länge gezogen und dazu noch mit ungewissem Ausgang bei der MPU.

Natürlich ist die MPU eine Chance, aber ich sehe es eben kritisch, das die MPU alternativlos ist. Knast als Option, noch längere Abstinenznachweise nach Ende der Sperrfrist, Pflichteinbau von Alksperren im Auto, Einführung einer 0,0 Promillegrenze für Erststraftäter in Sachen Alkohol, usw. wären Alternativen. Schwere Vergehen im Verkehr(Schwerverletzte, Tod) werden ja auch dementsprechend bestraft, ich rede hier von Vergehen, wo Gott sei Dank nichts Schwerwiegendes passiert ist. Wenn das alles nicht greift, kann man ja immer noch im Wiederholungsfalle eine MPU veranlassen. Eine Gewähr gibt es auch nach einer positiven MPU durch den GA nicht, wie man unschwer an der Zahl der Wiederholungstäter sehen kann. Ich schreibe natürlich jetzt nur über Alkohol, von Drogen und anderweitigen Verkehrsdelikten habe ich entweder keine Ahnung oder Lösungsvorschläge.

Bin persönlich halt nicht so entspannt, wie ich es eigentlich sein müsste. Trotz endloser Aufarbeitung und Vorbereitung(persönlich, hier und auch therapeutisch), Urinscreenings, SHG und eigener Einsicht ist die psychische Belastung von der Abhängigkeit des Gutachters enorm. Für mich steht fest, das ich mein letztes Bier bei der TF getunken habe, aber glaubt mir das der Gutachter?

Sorry Schotty, ist jetzt etwas ausschweifend geworden. aber die Sorge ist halt, das ein einzelner Mensch wie der GA alle positiven Veränderungen nicht entsprechend würdigt und sich die negativen Bedingungen( DB sage ich dazu nur) dann fortsetzen.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Und wer das hier alles so ungerecht findet:
In Norwegen und Schweden geht's bei über 1,5 bzw. 1 Promille tatsächlich in den Knast. In Dänemark wird ab 2 Promille sogar das Auto entzogen und versteigert:
Ich wollte für meine MPU auch für 6 Monate in den Knast, mein Anwalt hatte mir aber abgeraten.
Eigentlich hätte ich es machen sollen ... hätte mir viel Geld und Nerven erspart ... Essen und Unterkunft wären ja frei gewesen.
Gegenbeispiel: MPU light ... In Österreich ist eine spezielle Vorbereitung auf die Untersuchung nicht notwendig, denn es sind keine Computerkenntnisse erforderlich und es wird kein Fahrschulwissen abgefragt.

Und JA, der Max ist ein Gegner der MPU ... sonst würde ich hier nicht helfen, damit die Betroffenen nicht ungläubig in eine MPU rennen !!!
 

Thomas F.

Stamm-User
Ich bin da ganz bei Hammer, die Belastung durch die Aussicht auf eine negative MPU sind für mich furchtbar. Meine Freundin tillt, weil in meinem Kopf immer wieder diese Prüfung rotiert.
Das ist irre, ich weiß.
 

Hammer1860

Erfahrener Benutzer
Ich wollte für meine MPU auch für 6 Monate in den Knast, mein Anwalt hatte mir aber abgeraten.
Eigentlich hätte ich es machen sollen ... hätte mir viel Geld und Nerven erspart ... Essen und Unterkunft wären ja frei gewesen

Du sprichst mir aus der Seele, wenn es die Möglichkeit geben würde sich Sperrfrist, Geldstrafe, Screenings, Vorbereitung, MPU und ganz viel Nerven zu ersparen, ich wäre sofort eingewandert. Da hätte ich persönlich sicher genauso von gelernt und meine Konsequenzen gezogen.
 

Hammer1860

Erfahrener Benutzer
Leider nein, sonst wäre ich nicht in diesem Forum, sondern entweder noch hinter schwedischen Gardinen, oder ohne das Unternehmen Zukunft(DB) wieder mit dem eigenen Auto unterwegs.
 

Schotty

Stamm-User
Und JA, der Max ist ein Gegner der MPU ... sonst würde ich hier nicht helfen, damit die Betroffenen nicht ungläubig in eine MPU rennen !!!
Das ist ja auch völlig legitim. Ich bin auch nur hier um beim Bestehen zu Helfen.

Ohne MPU hätte ich aber als Alkoholiker weiterhin fahren können. Da ich nicht annähernd 6 Monate Abstinenz hin bekommen hätte war ich zum großen Glück für mich und andere 5 Jahre aus dem Verkehr gezogen.

Wie die MPU bürokratisch undurchsichtig und extrem kostenintensiv gehandhabt wird finde ich auch nicht richtig. Der Grundgedanke dahinter ist aber imho durchaus positiv zu sehen. Eine Sperre ist abgesessen und fertig, Omma's Geburtstag war dann natürlich die absolute Ausnahme um besoffen zu fahren und die sprittigen Kollegen klopfen dir noch aufmunternd auf die Schulter. Weil kann ja mal passieren und ist dumm gelaufen.

MPU hingegen ist der "Idiotentest", jeder weiß das da deutlich mehr als nur 0,5Promille im Spiel waren und ich muss mich tatsächlich mal mit der Kacke, die ich gebaut habe, intensiver auseinander setzen und der eine oder andere kommt vielleicht doch drauf, dass sein Konsumverhalten sehr ungesund ist.

Die Geldschneiderei von denen, die durch die MPU finanziellen Vorteil ziehen, ist absolut ungerechtfertigt. Und wäre besoffen fahren bei uns ähnlich stigmatisiert wie in Skandinavien bräuchte es den ganzen Mist wohl erst garnicht...
 

Thomas F.

Stamm-User
Haargenau auch meine Situation. Meine Freundin dreht auch durch, weil das Kopfkino rund um die MPU oft meinen Alltag beherrscht. Ist alles nicht normal, aber ich finde den Knopf zum Ausschalten nicht.

Es dreht sich alles nur noch um die MPU.

Jetzt mit über 50 soll ich über meine toten Eltern erzählen und mir überlegen warum ich Samstags beim Fußball Bier getrunken hab.
klar ist der Kardinalfehler gewesen mit dem Auto in die Kneipe zu fahren. Das will ich auch nicht wieder tun, aber der ganze Irrsinn mit Psychologen, GA, Landratsamt....

am besten geht es mir noch in der Gruppe, Leute die genauso in der K... sitzen und andere Betroffene.

Ich könnte heulen wenn ich in die Garage schaue und wie auf der Straße alles steht.
Und ich fahr wieder Mofa.....

Sorry für den emotionalen Ausbruch.
 

Hammer1860

Erfahrener Benutzer
Wir könnten Blutsbrüder in unserer Gedankenwelt sein. Deine Äußerungen spiegeln genau mein Denken wieder. Und ich war heute auch in der Gruppe, wo der Austausch nicht nur wegen dem Alkohol hilft, sondern auch, weil man sich über andere ähnlich gelagerte Fälle unterhalten kann und sich nicht ganz so alleine mit seinen Problemen rund um die MPU fühlt.
 

Thomas F.

Stamm-User
Bin gespannt wie es bei dir läuft. Hast du schon einen Terminplan?
Arg viel mehr an Vorbereitung kann man ja nicht machen?

Uns trennen wahrscheinlich nur die Fußballvereine...... ;-)
1893.....

Aber wahrscheinlich schweife ich ab.....
 

Hammer1860

Erfahrener Benutzer
Habe eine Sperrfrist bis 03.11, Urinscreenings laufen bis 26.10.22 plus/minus 12 Tage, Neuerteilung habe ich letzte Woche beantragt. Im besten Falle wäre dann eine MPU Mitte November möglich
.
Und ja, mehr Vorbereitung als ich eh schon mache ist kaum möglich.

Die Lieblingsvereine trennen uns wohl. Du bist ja im Schwabenländle fündig geworden, während ich im Londoner East End und einer südlichen deutschen Landeshauptstadt fündig geworden bin. Allerdings so komisch es klingen mag, beiden größeren Vereinen dort die Daumen drücke. Das Warum ist aber eine lange Geschichte, die hier den Rahmen sprengt.
 
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