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MPU wegen Alkohol

Vielleicht fallen dir noch niederschwelligere Dinge ein, Sport, Musik hören, Spazieren gehen oder so.
Die Maßnahmen, die du genannt hast, finde ich gut, klingen für mich jetzt aber eher nach worst case…
sehe ich ähnlich und so, wie ich Deine Argumentation bisher gelesen habe, würdest Du das wohl auch hinbekommen. Gerade Telefonseelsorge ist irgendwas kurz vor dem endgültigen Crash, weit davor könnte dein Suchtberater schon mal tätig werden, mit dem du ja optimalerweise bis zur MPU schon mal Kontakt aufgenommen hast ;)

Mach doch zum Spass mal mit Deinen neuen Erfahrungen bisher eine Liste von aktuellen Belastungen, mit denen Du zwischenzeitlich auch ohne Alkohol überraschend gut zurechtgekommen bist (und bei denen Du früher getrunken hättest)
 
Um Himmels Willen, ich wollte in keiner Weise deine Grammatik kritisieren.
Ich wollte nur sichergehen.
Es hätte ja sein können, dass du neben deiner Frau noch Hinweise von einem „er“ bekommen hast.
Okay ?
Alles gut @Karl-Heinz, vielen Dank nochmal für deine Hinweise. Ich werde mich noch einmal mit meinem FB beschäftigen und hoffe jetzt, auf eine optimierte Weise meine Änderungen darstellen zu können.

Ich war heute bei der Fahrerlaubnisbehörde zur Akteneinsicht und mir wurde gefragt, wann ich bevorzuge, dass meine Akte an die MPI geschickt wird. Ich habe den 18.03.2026 vorgeschlagen. Ich habe ihr gesagt, dass ich auf mein Gehalt warte, um die Kosten für die MPU zu zahlen, aber eigentlich möchte ich nur ein bisschen Zeit für meine Vorbereitung gewinnen, sodass ich in der ersten Woche von April am Start bin.

Außerdem teilte mir die Frau auch mit, dass die Gültigkeit der AN 3 Monate ist und nicht 4, wie ich bisher gedacht hatte.
 
sehe ich ähnlich und so, wie ich Deine Argumentation bisher gelesen habe, würdest Du das wohl auch hinbekommen. Gerade Telefonseelsorge ist irgendwas kurz vor dem endgültigen Crash, weit davor könnte dein Suchtberater schon mal tätig werden, mit dem du ja optimalerweise bis zur MPU schon mal Kontakt aufgenommen hast ;)

Mach doch zum Spass mal mit Deinen neuen Erfahrungen bisher eine Liste von aktuellen Belastungen, mit denen Du zwischenzeitlich auch ohne Alkohol überraschend gut zurechtgekommen bist (und bei denen Du früher getrunken hättest)
Danke @joost, ich setze mich daran und werde mich noch einmal melden, wenn ich mein FB entsprechend den ganzen Hinweisen angepasst habe.
 
Außerdem teilte mir die Frau auch mit, dass die Gültigkeit der AN 3 Monate ist und nicht 4, wie ich bisher gedacht hatte.

Das ist etwas komplizierter. Die Zeit zwischen Abstinenznachweisende (nicht Abstinenz, die gilt lebenslänglich) und MPU soll möglichst kurz sein.

Vor Corona waren 4 bis 6 Wochen üblich. Seit Corona werden in der Regel 2 (oder wie in deinem Fall offenbar sogar 3 Monate) ohne Begründung akzeptiert.

4 Monate ist die Maximaldauer. Die dürfen aber nur ausgeschöpft werden wenn sie nicht im eigenen Verschulden liegen. Sie müssen deshalb begründet und nachgewiesen werden. Zulässige Begründungen sind zum Beispiel unerwartete Krankheiten oder Unfälle. Oder mehrere MPU-Institute konnten keinen Termin innerhalb der Zeit geben. Wer auf einem bestimmten Institut besteht muss halt selbst dafür sorgen das die Lücke nicht unzulässig groß wird.

Wichtig: Sobald man merkt des es wegen der Lücke zu Problemen kommen kann sollte man dies mit der Führerscheinstelle klären. Die haben etwas Spielraum.
 
Moin, ich sehe gerade, dass ich noch eine Frage übersehen habe…:smiley138:

Ich habe gerade die Möglichkeit gesehen, eine Suchtberatung bei der Caritas ohne Voranmeldung zu machen. Muss ich am Ende eine Bestätigung bekommen, dass ich dort war? Kann eine solche Beratungsstelle ernst genommen werden, oder muss es unbedingt eine kostenpflichtige Stelle sein?
Auf jeden Fall ist das eine sehr gute Idee.
Eine Bestätigung brauchst du nicht unbedingt, und kostenpflichtig muss es schon überhaupt nicht sein.
Fragen nach einer Bestätigung kannst du aber in jedem Fall.

Im Gespräch reicht es aber, wenn du sagst, dass du dort warst.
Der GA will einfach nur deine Erfahrungen wissen.
Hat dir der Besuch etwas gebracht ?
Warum ?
Inwiefern ?

Wenn nicht, warum nicht ?

Die AN können wir uns ja noch einmal genau anschauen.
Das habe zumindest ich jetzt nicht im Kopf…:smiley2204:

Und bitte melden, wenn du deine Akte hast.:)

LG :smiley138:
 
Guten Tag,

ich habe meine FB unter Berücksichtigung deiner Hinweise noch einmal überarbeitet. Ich finde sie allerdings ein bisschen zu ausführlich und weiß nicht, ob ich genug Zeit haben werde, um alles zu erzählen.

@Karl-Heinz : Ich habe meine Antwort auf Frage 12 so gelassen, wie sie war, sonst wäre es noch ausführlicher geworden. Ich würde lieber die Punkte, die du in deinen Anmerkungen zu dieser Antwort angesprochen hast, aufgreifen, falls mir während der Diskussion eine Frage in diese Richtung gestellt wird.

Außerdem habe ich Antwort 19 angepasst, um zu zeigen, wie fortgeschritten mein Missbrauch damals war, ohne dass bereits eine Abhängigkeit bestand. Damit versuche ich, die Hypothese A1 auszuschließen.

Ich war bei der Akteneinsicht und es gibt im Vergleich zur letzten MPU nichts Neues in meiner Akte. Auch die Fragestellungen sind gleichgeblieben:

  1. Ist zu erwarten, dass Herr … künftig (auch) ein Fahrzeug unter einem die Fahrsicherheit beeinträchtigenden Alkoholeinfluss führen wird (Antrag wurde auf Gruppe 1 gestellt)?
  2. Liegen im Zusammenhang mit dem früheren Alkoholkonsum Beeinträchtigungen vor, die das sichere Führen eines Kraftfahrzeuges der Gruppe 1 in Frage stellen?
Ich war auch bei einer Suchtberatung und wurde von einer sehr netten Frau empfangen. Wir haben uns etwa 90 Minuten unterhalten. Dabei habe ich ihr meine Situation erklärt, wie ich es bisher geschafft habe, abstinent zu bleiben, und auch über kleine Ängste gesprochen oder über Situationen, in denen mir manchmal kurz der Gedanke kommt, ein Glas Alkohol zu trinken, und wie ich diesen Moment überstehe.

Dabei hat sie mir noch ein paar Tipps und Werkzeuge zur Ablenkung für diese kurzen Momente gegeben. Am Ende des Gesprächs sagte sie mir, dass sie mein aktuelles Verhalten als stabil einschätzt. Trotzdem könne ich einmal im Monat zu ihr kommen, um mich kurz auszutauschen, und dass sie jederzeit bereit ist, mir zu helfen, wenn ich Unterstützung brauche.

Zwar sehe ich diesen monatlichen Austausch, der mir vorgeschlagen wurde und den ich auch angenommen habe, als eine weitere Maßnahme, um nicht in mein altes Verhalten zurückzufallen. Gleichzeitig habe ich aber etwas Angst, das in der MPU zu sagen. Ich frage mich, ob der Gutachter dann denken könnte: „Warum hat er das angenommen, wenn er sein Verhalten selbst als stabil einschätzt?“

Was denkst du darüber?
 
0- Warum sind Sie heute hier?

Ich möchte heute zeigen, dass sich meine Einstellung gegenüber Alkohol geändert hat und dadurch auch mein Leben. Gleichzeitig möchte ich die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde ausräumen.



Tathergang


1- Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten. (Wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille).

Am 17.03.2023 war ich noch Student und hatte keine Arbeit, daher war ich den ganzen Tag zu Hause. Für diesen Tag war Besuch von meinem Schwager und seiner Frau angekündigt. Sie wohnen in München und waren auf dem Weg nach Hamm. Da wir uns lange nicht gesehen hatten, wollten sie gegen 18:00 Uhr einen Zwischenstopp bei uns machen und etwa zwei Stunden bleiben.
Gegen 16:00 Uhr begann ich in der Küche mit dem Kochen und öffnete dabei eine Flasche Sekt (0,7 l, 11 %), die ich bis etwa 18:30 Uhr austrank. Unsere Besucher kamen kurz vor 18:00 Uhr, und wir verbrachten den Abend gemeinsam bis etwa 20:30 Uhr. Nachdem ich die erste Flasche ausgetrunken hatte, öffnete ich im Verlauf des Abends eine zweite Flasche Sekt, von der ich etwa 1,5 Gläser à ca. 200 ml trank.
Nachdem unsere Besucher gegen 20:30 Uhr weiter nach Hamm gefahren waren, verließ ich ebenfalls das Haus, um einen Freund abzuholen, damit wir gemeinsam zu einem weiteren Freund fahren konnten, bei dem unser geplanter Männerabend stattfinden sollte. Unterwegs kauften wir für das Abend zwei Flaschen Jack Daniel’s (0,7 l, 40 %). Gegen 22:00 Uhr kamen wir dort an, und ich begann gegen 22:30 Uhr erneut zu trinken. Im Laufe des Abends trank ich insgesamt etwa 4,75 Gläser à ca. 300 ml Mischgetränk, bestehend aus jeweils etwa 100 ml reiner Whisky sowie Cola und Eis.
Während unserer Männerabende war es üblich, Karten zu spielen oder über Politik zu diskutieren. An diesem Abend diskutierten wir über die politische Situation in unserem Heimatland, die aktuell sehr angespannt ist. Dabei kam es zu Meinungsverschiedenheiten, die zu einem Streit führten. Ich entschied mich daraufhin gegen 01:00 Uhr, nach Hause zu fahren, und wollte zuvor noch den Freund, den ich abgeholt hatte, nach Hause bringen.
Ich fuhr auf einer geraden Straße mit mehreren grünen Ampeln bis zu einem Kreisverkehr. Dort kam es gegen etwa 01:15 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit Sachschaden. Die andere beteiligte Person verständigte die Polizei. Vor Ort wurde ein Atemalkoholtest durchgeführt, der einen AAK. von 1,44 ‰ ergab. Anschließend wurde ich zur Polizeiwache gebracht, wo ein Arzt weitere Tests durchführte (u. a. Koordinationstests wie Finger-Nase-Versuch und Gehen auf einer Linie). Die Blutentnahme erfolgte um 02:37 Uhr. Das spätere Ergebnis der Blutuntersuchung ergab eine BAK. von 1,74 ‰


2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)


Von ca. 16h bis ca. 20h30 ungefähr 1000ml Sekt mit 11% Alkohol
Von ca. 22h30 bis ca. 1h Mischgetränk mit ungefähr 475ml reiner Whisky Jack Daniels.


3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Ich sollte insgesamt 32 km fahren, hatte aber schon 20 km gefahren, bis ich in einem Kreisverkehr
den Unfall gebaut habe.



4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können?
(Ja/Nein + Begründung)


Ja ich hatte das Gefühl, dass ich noch fahren könnte, da ich von dem Haus bis zum Auto gelaufen bin,
ohne irgendwelche Beeinträchtigung zu merken. Die Tatsache, dass ich nicht bemerkt habe, dass ich nicht mehr fahren konnte, liegt meiner Meinung nach an der Tatsache, dass mein Körper in diesem Zeitpunkt sehr auf Alkohol trainiert war und ich mir eine hohe Alkoholfestigkeit angeeignet habe. Da ich sehr häufig und in großen Mengen Alkohol in diesen Zeiten konsumiert hatte.

5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Um ehrlich zu sein, habe ich nicht aktiv versucht, es zu verhindern. Ich bin wie ich immer gemacht hatte einfach ins Auto eingestiegen und losgefahren, ohne an den Konsequenzen zu denken.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein.



7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen, ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Ich war von 2018 bis März 2023 Autobesitzer und bin mehrmals unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr gestanden. Wenn meine ganzen Bewegungen betrachten soll, zwischen, die Männerabend, die Trinkanlässe in der Stadtmitte und die ganzen Partys, wo ich teilgenommen habe und danach nach Hause gegangen bin, würde ich sagen, dass ich mindestens 600 Male unter Alkohol an Straßenverkehr teilgenommen habe und Ich folgere daraus, dass ich mir über die Jahre eine hohe Alkoholfestigkeit angeeignet habe.
 
Exploration

8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)



Ich hatte seit meiner Kindheit immer Kontakt mit Alkohol, da mein Vater Alkohol trank und dort, wo ich herkomme, meistens Alkohol gekauft wird, wenn man feiern oder trinken möchte. Ab einem bestimmten Alter war es meine Aufgabe, Alkohol zu kaufen, wenn er gebraucht wurde.

Meinen ersten Alkoholkonsum hatte ich im Jahr 2011, als ich 24 Jahre alt war. Zu dieser Zeit wohnte ich in einem Studentenwohnheim, und wir hatten dort regelmäßig Wohnheimpartys. Als ich im Jahr 2011 an einer solchen Party teilnahm, habe ich dort mein erster Radler getrunken.

Obwohl ich seit meiner Kindheit ständig Kontakt mit Alkohol und Zigaretten hatte, war beides für mich streng verboten. Ich kam am Ende meines 21. Lebensjahres nach Deutschland und lebte zunächst bei meiner Schwester, wo Alkohol ebenfalls streng verboten war, da sie – genau wie ich – die gleiche Erziehung hatte. Mit Anfang 23 zog ich dann allein um. Das war das erste Mal, dass ich selbstständig lebte und mir Dinge erlauben konnte, die zu Hause oder bei meiner Schwester nicht möglich gewesen waren.


9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?



Mein Alkoholkonsum war regelmäßig und hat sich wie folgt über den Jahren entwickelt:

März 2011 – Frühling 2013: hatte ich ein Konsum von bis zu 3 Radler oder 3 Bier wöchentlich von Donnerstag bis Samstag überwiegen bei Studentenparty oder Disco außer in den Klausur Phasen.

Sommer 2013 – Sommer 2015: stiegt mein Konsum auf bis zu 6 Bier pro Woche ebenfalls von Donnerstag bis Samstag bei Studentenpartys oder Studentenpartys außer in den Klausurphasen.

Herbst 2015 – Sommer 2016:
nach dem ich mein Bachelor abgeschlossen hatte, zog ich nach Aachen für ein Masterstudium et hatte dort keine Bekannte und machte deswegen dort keine Party deswegen sankt mein Alkohol Konsum für diese gesamte Zeitraum auf ca. 20 Bier und diese entspricht die entspricht die Bier, die ich getrunken habe, als ich in Koblenz war für den Besuch während dieses Zeitraums.

Herbst 2016 – Herbst 2018: Nach meiner Rücker in meiner Empfangsstadt in Deutschland, stiegt wieder mein Konsum auf etwa 1 Flasche Sekt (0,7 l, 11 %) und 6 Bier pro Woche. Sekt hatte während der Woche allein beim Essen getrunken und Bier am Wochenende mit Freunden.

Dez 2018 – Mai 2019: Steigerung meines Konsums auf bis zu 9 Bier oder etwa 0,4 l Whisky pro Woche, zusätzlich ca. 2 Flaschen Sekt pro Woche. Indem Sekt in der Woche beim Essen getrunken wurde und Bier oder Whisky am Wochenende.

14.05.2019 – 03.09.2019: Kein Alkoholkonsum wegen Inhaftierung (Untersuchungshaft).

04.09.2019 – 19.02.2020: Nach der Inhaftierung, Starke Reduzierung des Alkoholkonsums auf bestimmte Gelegenheiten (neue persönliche Vorsätze, u. a. Alkoholreduktion). Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche oder 0,2 Flasche Whisky pro Woche, z. B. beim Fußballschauen, Restaurantbesuch, Treffen mit Freunden, Weihnachten oder Neujahr.

20.02.2020 – 31.10.2020: Sehr starker erhöhter Mischkonsum mit bis zu 4 Flaschen Sekt und 2 Flaschen Whisky pro Woche. Dieser Zeitraum war geprägt durch viele schlechte Ereignisse in meinem Leben: ich habe am 20 Februar 2020 meine Letzte Prüfung in einem Masterstudium endgültig nicht bestanden, und danach kam die Corona Pandemie mit dem Lockdown, außerdem als Ausländer mit einem laufenden Strafverfahren, hatte ich auch Probleme mit meinem Aufenthalt Erlaubnis. In dieser Zeit hatte ich meiner Meinung nach keine Zukunftsaussichten und habe ich mich mit Alkohol getröstet.

01.11.2020 – 04.2021: Kein Alkoholkonsum. Am 31.10.2020 hatte ich zu Hause unter Alkohol ein Unfall gehabt und wurde dafür operiert. Nach der OP hatte ich mich entschlossen, künftig sehr wenig Alkohol zu trinken, da der Unfall in Zusammenhang mit Alkoholkonsum stand.

05.2021 – 12.2021: in der Durchsetzung meiner Entscheidung hatte ich in dieser Zeitraum Etwa 1 Flasche Sekt pro Woche konsumiert.

01.2022 – 18.03.2023: stiegt wieder mein Konsum auf Etwa 2 Flaschen Sekt und 1 Flasche Whisky pro Woche bis zu meiner TF.

06.2023 – 31.12.2023: Nach meiner TF. Habe ich wegen Schock zuerst eine Alkohol Pause gemacht und danach mein Konsum auf Etwa 2 bis 3 Bier pro Monat reduziert.

01.01.2024 – 31.12.2024: In meiner Kultur wird von einem Familienvater erwartet, dass er bei Anlässen wie Geburtstagen oder Taufen anstößt. Deshalb habe ich vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024 im Rahmen des kontrollierten Trinkens getrunken, um weiterhin im Einklang mit meiner Kultur zu bleiben, und habe deswegen mein Konsum auf maximal 1 Bier oder 0,2 l Sekt pro Monat reduziert.

Seit 01.01.2025: ich lebe Abstinent und habe vor in der Zukunft abstinent zu leben.



10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken?
(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit



- März 2011 - Frühling 2013: bis zu 3 x 0,5l Radler oder Biere pro Woche von Donnerstag bis Samstag außer Klausur Phase.

- Sommer 2013 - Sommer 2015: bis zu 6 x 0,5l Biere pro Woche von Donnerstag bis Samstag außer Klausur Phase.

- Herbst 2015 - Sommer 2016: ca. 20 x 0,5l Biere die gesamte Zeit.

- Herbst 2016 - Herbst 2018: Mischkonsum von bis zu 1 x 0,7l Flasche Sekt und 6 x 0,5l Biere pro Woche.

- Dez 2018 - Mai 2019: Mischkonsum von bis zu 2 x 0,7l Flasche Sekt und entweder bis 400 ml Whisky oder 9 x 0,5l Biere pro Woche

- 14.Mai.2019 - 03.Sept.2019: Kein Konsum.

- 04.Sept.2019 -19.Feb.2020: 1 x 0,7l Flasche Sekt pro Woche oder 200ml Whisky pro Woche.

- 20.Fev.2020 - 31.Okt.2020: bis zu 4 x 0,7l Flasche Sekt und bis zu 2 x 0,7l Flasche Whisky pro Woche.

- 01.Nov.2020 - Avril 2021: Kein Alkohol Konsum.

- Mai.2021 - Dez.2021 : bis 1 x 0,7l Flasche Sekt pro Woche.

- 01.Jan.2022-18.März.2023: Bis zu 2 x 0,7l Flasche Sekt und bis zu 1 x 0,7l Flasche Whisky pro Woche.

- Jn.2023 - 31.Dez.2023: 2 bis 3 x 0,5l Biere pro Monat.

- 01.Jn.2024 - 31.Dez.2024: entweder 0,2l Sekt oder 1 x 0,5l Bier pro Monat.

- 01.Jn.2025 -jetzt und immer: Abstinent.



11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?

von März 2011 bis Juli 2016 war mein Konsum überwiegend in Wohnheimparty oder Disco mit Freunden oder Wohnheimmitbewohner,

von Herbst 2016 bis 31.Dez.2024 war mein Konsum überwiegen mit Freunden aus meinem Freundeskreis bei unseren Männerabend entweder bei mir oder bei einem anderen zwischen uns sowie in der Stadtmitte, bei privaten Partys, auch viel als allein trinkender Person zu Hause bei Abendessen in der Woche.



12. Warum haben Sie getrunken? (Innere + äußere Motive)



Äußere Motive:


Alkohol war für mich am Anfang ein Mittel, um mit Menschen einfacher in Kontakt zu kommen besonders bei Partys oder in der Disco. Wenn ich Alkohol konsumiert hatte, veränderte sich meine Persönlichkeit: Ich wurde redseliger und hatte keine Schwierigkeiten mehr, mit anderen zu kommunizieren, da es mir ohne Alkohol schwerfiel zu sprechen, ohne mich ständig zu fragen, wie meine Worte rüberkommen.

Als ich nach Deutschland kam und in ein Wohnheim zog, war das das erste Mal für mich, dass ich mir Dinge erlauben konnte, die zuvor für mich verboten, gewesen waren, da Alkohol bis dahin für mich tabu war.

Nach meiner Rückkehr in meine Heimatstadt schloss ich mich in einem Freundeskreis an, in dem Alkohol bei fast allen Gelegenheiten präsent war, wenn wir uns trafen, und es wurde dort auch sehr viel getrunken. Dadurch wurde Alkohol für mich etwas Normales im sozialen Umfeld.



Innere Motive:

Als ich 7 Jahre alt war, hatten mein Vater und meine Mutter in meiner Anwesenheit ein kleines Missverständnis wegen eines Witzes. Ich nahm Partei für meine Mutter und sagte zu meinem Vater: „Wenn es dir hier nicht gefällt, dann geh doch.“ Für mich war diese Aussage ebenfalls als eine Art Witz gemeint, aber ich hatte mich dabei auf die Seite meiner Mutter gestellt. Mein Vater sah das nicht als Witz eines 7-jährigen Jungen und schlug mich so, wie ich in meinem Leben noch nie geschlagen worden war. Dabei sagte er zu mir: „Man soll andere Menschen nicht mit seinen Worten verletzen, wenn man selbst nicht verletzt werden möchte.“ Dieser Satz begleitete mich mein ganzes Leben. Wenn ich später Stellung nehmen oder etwas sagen wollte, stellte ich mir immer viele Fragen, bevor ich einen Satz aussprach. Das führte dazu, dass ich wenig redete und eher zurückhaltend wurde.

Mein Vater sagte außerdem ständig, dass ein richtiger Mann derjenige ist, der sich um jeden Preis um seine Familie kümmert und seiner Frau immer zeigt, dass er alles im Griff hat. Ich sah selbst, wie sehr er sich bemühte, für uns zu sorgen. Trotz aller Schwierigkeiten versuchte er immer, für uns und auch für seine Geschwister zu sorgen. Im Laufe meines Lebens entwickelte ich daher das Bild eines idealen Mannes als jemanden, der für seine Familie sorgt und nie über seine Schwierigkeiten – vor allem nicht mit seiner Frau spricht.

Als ich nach Deutschland kam und allein in ein Umfeld zog, in dem Partys und Alkohol sehr präsent waren und in dem ich viele neue, sehr offene Menschen mit einer anderen Erziehung kennenlernte, fiel es mir anfangs schwer, in dieser neuen Umgebung mitzuhalten, da ich beim Reden nicht spontan war, ich machte oft lange Denkpausen, um die richtigen Worte zu finden. Das führte dazu, dass ich auf einer Wohnheimparty zum ersten Mal Alkohol probierte, Ich stellte fest, dass ich entspannter wurde, freier sprechen konnte und weniger Angst hatte, negativ bewertet zu werden. Diese Erfahrung speicherte ich innerlich als Lösung ab: Alkohol hilft mir.

Als ich 2009 nach Deutschland kam, sah ich es als Chance, meine Eltern und meine Familie stolz zu machen. Ich arbeitete hart, um meine Familie in Afrika zu unterstützen, und stand immer zur Verfügung, wenn meine Hilfe gebraucht wurde. Gleichzeitig versuchte ich, mein Studium voranzubringen, um später eine besser bezahlte Beschäftigung zu bekommen. Es war jedoch nicht immer möglich, auf legalem Weg genug Geld zu verdienen, und das setzte mich unter enormen Druck. Dadurch schloss ich mich in eine kriminelle Masche, was zu einem strafrechtlichen Verfahren und später zu einer Verurteilung führte, wodurch mein Aufenthalt in Deutschland gefährdet wurde.

Im Februar 2020 hatte ich meine letzte Prüfung im Masterstudium und bestand sie im letzten Versuch endgültig nicht. Deshalb wurde ich exmatrikuliert. Hinzu kam die Corona-Zeit mit den Lockdowns, die soziale Kontakte stark einschränkten. Ich hatte viel Zeit, über meine Situation nachzudenken und sie in meinem Kopf zu verarbeiten.

Zu meinen Eltern oder Verwandten Nein zu sagen, wenn sie um Hilfe baten, war für mich in dieser Zeit sehr schwer, da ich Angst hatte, als Versager dazustehen.

All diese Umstände verursachten mir enormen Stress und setzten mich unter Druck, und ich sah zu diesem Zeitpunkt keine guten Perspektiven für meine Zukunft. Da ich die Illusion hatte, dass Alkohol in Stresssituationen hilft, trank ich ohne Maß, um zu versuchen, zu vergessen, was gerade in meinem Leben passierte. Aus diesem Grund erreichte mein Alkoholkonsum im Jahr 2020 seinen Höhepunkt.

Ich konnte mit niemandem über diese Situation sprechen, weil ich mich dafür schämte und vor allem immer zeigen wollte, dass ich die Situation unter Kontrolle hatte. Meine Frau bemerkte, dass ich immer mehr trank, da ich zu dieser Zeit wegen des Lockdowns nicht viel ausgegangen bin und daher ständig zu Hause getrunken habe. Es ist klar, dass sie wusste, was gerade in meinem Leben vor sich ging, und darüber sprechen wollte, weil ich keine Emotionen zeigte. ,und ich lehnte ihr Angebot, darüber zu sprechen, systematisch ab, weil ich ihr zeigen wollte, dass ich alles unter Kontrolle hatte. Stattdessen benutzte ich Alkohol, um mich zu trösten, meine Probleme zu vergessen und meine Gefühle zu regulieren.



13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet?
(bei wenig und bei viel Alkohol)


- bei wenig Alkohol:

Bei wenig Alkohol konnte ich noch das Geschmack genießen. ich hatte das Gefühl, dass meine Gedanken freier werden. Ich wurde redseliger, war in lockerer Stimmung und initiierte Gespräche mit fremden Leuten, ohne groß nachzudenken. Ich wurde einfach entspannt.

- bei viel Alkohol:

Wenn ich viel Alkohol getrunken hatte, konnte ich nicht mehr wirklich das Geschmack genießen, es kam noch zusätzlich auf die Entspannung die Tatsache, dass ich für einen Moment meine Sorge vergessen und einfach den aktuellen Moment im vollem genießen könnte. Ich wurde zugleich lauter, risikofreudiger. Außerdem wurde mit der Zeit nach Alkohol Genuss vor allem bei großen Mengen die Erholungszeit länger.



13a. Warum hat Ihnen das Erreichen des eigentlich gewünschten Effektes bei wenig Alkohol dann nicht genügt, wieso kam es zu weiterem Alkoholkonsum?

rückblickend erkenne ich heute, dass es zu weiteren Alkoholkonsum gekommen ist, trotzt das Erreichen des gewünschten Effekts, weil ich die Kontrolle über mein Trinkverhalten zunehmend verloren habe, und es fielt mir schwer stopp zu machen.

14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

Von meinem Freundeskreis gab es keinen kritischen Hinweis, da es normal in unserem Freundeskreis war so viel zu trinken. Von meiner Frau gab es schon Kritische Hinweise auf meinem Konsum, da sie kein Alkohol konsumiert. Die Kritik wurde noch intensiver in den Zeiten, wo ich sehr viel getrunken hatte (Jahr 2020). Ich fand immer Ausreden wie: "ich habe alles im Griff“, um die Diskussion mit ihr zu vermeiden und habe dann ihre Kritik ignoriert und nicht wahrgenommen, denn ich mein Selbst Bild als richtiger Man schützen wollte.





15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Am Anfang habe ich Alkohol als Problemlöser benutzt, um meine Sorgen und Probleme zu vergessen und meine Gefühle besser zu regulieren. In dem Moment, in dem ich getrunken habe, fühlte ich mich besser und entspannter. Aber sobald ich wieder nüchtern war, waren meine Sorgen wieder da. Das heißt, dass Alkohol keine langfristige Lösung für meine Probleme war.

Durch meinen Alkoholkonsum, besonders nach meiner Rückkehr in meine Heimatstadt, habe ich zwar weiter studiert und meine Pflichten erfüllt, aber ich war nicht 100-prozentig für meine Familie da. Am Freitagabend wollte ich meistens zu meinen Freunden gehen, um zu trinken. Mit meiner Frau habe ich am Wochenende nur selten etwas unternommen. Am nächsten Tag war ich oft müde und hatte keine Energie, um mit meinen Kindern zu spielen. Oft lag ich den ganzen Tag auf dem Sofa und habe mich ausgeruht, um am Abend wieder trinken zu gehen.

Heute weiß ich, dass meine Frau und meine Kinder darunter gelitten haben. Da ich fast immer müde am Wochenende war. Auch finanziell hat mich der Alkohol viel Geld gekostet.

Außerdem habe ich durch mein Trinken und meine Teilnahme alkoholisiert im Straßenverkehr mich selbst und andere Menschen gefährdet. Unter Alkoholeinfluss habe ich zwei Unfälle verursacht. Einer davon war zu Hause und führte zu einer Bandscheibenoperation und zu körperlichen Einschränkung. Der zweite war die Trunkenheitsfahrt, bei der ich auffällig geworden bin und hat mich fast 15.000 Euro gekostet.



16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben?
Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.



Ja. Von 2011, als ich angefangen habe zu trinken, bis zu meiner Trunkenheitsfahrt habe ich deutlich mehr Alkohol getrunken als heute. Heute trinke ich keinen Alkohol mehr.

Besonders kurz vor der Trunkenheitsfahrt und am Tag der Trunkenheitsfahrt war mein Konsum höher.

Eine weitere Phase, in der ich besonders viel getrunken habe, war der Zeitraum von Februar 2020 bis zum 31.10.2020. In dieser Zeit sind mehrere belastende Ereignisse in meinem Leben passiert, die mich stark unter Druck gesetzt haben.





17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Ja ich habe schon Kontrolle über meine Trinkmenge verloren und Zweimal bis zum großen Filmriss getrunken. Das erste Mal war im Halloween 2013 wo ich Bier und Wodka gemischt hatte und das zweite Mal war am 31 Oktober 2020 der Tag, wo ich mein erster Unfall gehabt hatte, die zu meiner Operation geführt hat. Außerdem habe ich auch inzwischen kleinere Lücke infolge meines Trinkmenge Kontrollverlust gehabt.



18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Nein.


19. In welcher Kategorie eines Alkohols trinkenden Menschen haben Sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein? (mit Begründung)
Ich hatte mich früher nicht in einer Kategorie der trinkenden Menschen eingeordnet hatte, da ich mir kein Gedanke darüber gemacht habe. Mein Konsum war für mich in dieser Zeit Normal, da in meinem Freundeskreis viel getrunken wurde.

Rückblickend stufe ich mich im Bereich des fortgeschrittenen Alkoholmissbrauchs ein. Heute ist mir bewusst, dass ich die Grenze zur Abhängigkeit bereits gestreift hatte. Dass ich nach meiner OP 2020 und trotz der Hinweise meiner Frau nicht dauerhaft aufhören konnte, zeigt, wie sehr ich die Kontrolle über meinen Konsum verloren hatte. Ich war nicht mehr in der Lage, meinen Alkoholkonsum zuverlässig zu steuern, weil ich damals keine anderen Strategien hatte, um mit meinen Problemen und Belastungen umzugehen.
 
Heute und Zukunft



20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft?

(Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)


Nein ich lebe abstinent seit dem 01.01.2025.



21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

Das letzte Mal, dass ich Alkohol getrunken habe, war am 31.12.2024 gegen 21 Uhr beim Silvesterabendessen. Dabei habe ich ein Glas Sekt (0,2 l) konsumiert.



22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?


Nein.



23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?



Ich habe mich seit dem 01.01.2025 für die Abstinenz entschieden, weil ich endlich verstanden habe, warum ich Alkohol konsumiert habe und was die inneren und äußeren Motive für meinen Konsum waren. Außerdem habe ich erkannt, dass Alkohol nicht die Lösung für meine Problembewältigung oder meine emotionale Regulation war, sondern dass die Lösung woanders liegt.

Nachdem ich mir die Folgen meines früheren Umgangs mit Alkohol angeschaut habe, habe ich auch verstanden, dass Alkohol nur Nachteile in mein Leben gebracht hat. Vor allem habe ich mich entschieden, meine Ängste, Probleme und meinen Stress zu konfrontieren und langfristige Lösungen dafür zu suchen. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht und ich erlebe täglich, dass ich keinen Alkohol mehr brauche, um entspannt zu sein oder um meine Probleme zu bewältigen.



24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?



Wie bereits erwähnt, habe ich mir früher keine bewussten Gedanken über mein Trinkverhalten gemacht. Alkohol war für mich über viele Jahre ein normaler Bestandteil meines Alltags und meines sozialen Umfelds. Zwar hatte ich zuvor einen Unfall zu Hause, der zu meiner Operation geführt hat, doch in dem Moment habe ich nur einen Teil der Schuld meinem Umgang mit Alkohol gegeben.

Erst nach meiner Auffälligkeit am 18.03.2023 wurde mir klar, welche erheblichen Gefahren insbesondere Trunkenheitsfahrten mit sich bringen. An diesem Abend hätte es auch zu einem schweren Personenschaden kommen können. Ab diesem Zeitpunkt begann ich, mein Trinkverhalten kritisch zu hinterfragen und wollte unbedingt verstehen, was meine Trinkmotive waren.

Zunächst habe ich meinen Konsum stark reduziert und mich für kontrolliertes Trinken entschieden, um weiterhin im Einklang mit meiner Kultur zu sein, in der ein Familienvater bei feierlichen Anlässen wie Kindergeburtstagen oder Taufen anstoßen soll.

Da ich schon mehrmals ohne tiefes Nachdenken versucht hatte, meinen Konsum zu reduzieren, dies jedoch nicht durchgehalten habe, hielt ich es für gefährlich, weiterhin in Kontakt mit Alkohol zu bleiben. Außerdem habe ich verstanden, dass ich in KT Muster Alkohol konsumierte, um zu vermeiden, dass meine Verwandten sich wundern, wenn ich als Familienvater nicht anstoße. Damit handelte ich weiterhin gegen meine eigenen Bedürfnisse: ein Verhalten, das ich aufgeben wollte.

Zwar funktionierte das KT zunächst gut für mich, aber ich wollte die Umsetzung meiner Veränderung dauerhaft in meinem Leben sehen und weiterausüben. Deshalb habe ich mich seit dem 01.01.2025 für ein Leben in Abstinenz entschieden und bin damit zufrieden.

Ich habe diese Entscheidung nach meinen eigenen Bedürfnissen getroffen und erlebe die damit verbundenen Vorteile, wie ein strukturierteres Familienleben, die Einhaltung meines Kraftsporttrainings und dass ich heute ein besserer Familienvater geworden bin.


25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Mein Trunkenheitsfahrt ist mir wie ein Faustschlag ins Gesicht gekommen, und ab da habe ich realisiert, dass mein Umgang mit Alkohol problematisch war. Ich habe mir viele Fragen gestellt, und die Kernfrage war zu wissen, wie es dazu gekommen ist, dass ich so viel trinke.

Ich habe zuerst versucht, allein eine Antwort zu finden, aber ich habe es nicht geschafft. Ich musste meiner Frau endlich recht geben, dass mein Umgang mit Alkohol problematisch war, und habe sie darauf angesprochen, damit wir gemeinsam eine Lösung finden.

Die erste Maßnahme, die ich mir vorgenommen habe, war, meinen Konsum zu reduzieren, da ich kein Wissen über kontrolliertes Trinken hatte. Nachdem ich mich informiert hatte, habe ich ab dem 01.01.2024 kontrolliertes Trinken praktiziert.

Ich habe anschließend eine VP kontaktiert und habe dank ihrer Hilfe verstanden, was meine Trinkmotive waren. Danach habe ich viele Entscheidungen getroffen, die mir geholfen haben, Alkohol ganz aufzugeben.

Ich habe zuerst auf meine äußeren Trinkmotive reagiert, indem ich mich peu à peu von meinem alten Freundeskreis distanziert habe und neue Verhaltensweisen entwickelt habe. Anstatt ab Freitagabend mit meinen alten Freunden herumzuhängen, gestalte ich jetzt mein Wochenende mit meiner Familie. Meine Frau und ich gehen zum Beispiel regelmäßig ins Restaurant oder ins Kino.

Manchmal nutzen wir den Freitagabend auch, um gemeinsam zu kochen. Da ich gern koche, haben wir das zu einer gemeinsamen Aktivität gemacht und probieren verschiedene Rezepte aus. Außerdem machen wir auch gemeinsam Sport im Fitnessstudio, meistens am Samstag.



Für meine Kinder stehe ich jetzt zu hundert Prozent zur Verfügung, und wir unternehmen auch viel zusammen. Wir gehen zum Beispiel fast jeden Samstag auf den Spielplatz, wenn das Wetter es ermöglicht. Wir gehen auch ins Schwimmbad, und zu Hause basteln wir viel zusammen, zum Beispiel mit Lego oder machen Puzzle. Basteln ist inzwischen eine unserer Lieblingsaktivitäten geworden. All diese Familienaktivitäten waren vor meiner Trunkenheitsfahrt sehr selten.

Außerdem habe ich mich auch entschieden, meine Herausforderungen anders zu bewältigen. Ich habe verstanden, dass ich nicht alles allein lösen kann. Wenn ich heute vor einer schwierigen Situation stehe, die mir Stress macht, rede ich mit meiner Frau darüber, und gemeinsam finden wir eine Lösung.

Das letzte Mal, dass ich vor einer sehr schwierigen Situation stand, war im September 2024. Damals hat mir die Ausländerbehörde mitgeteilt, dass mein Status in Deutschland aufgrund meiner Verurteilung von einer Aufenthaltserlaubnis zu einer Duldung geändert werden sollte. Das war sehr schwer für mich, und nur mit der Hilfe meiner Frau habe ich diese Situation überstanden. Dadurch habe ich auch verstanden, dass im Leben nicht immer alles nach Plan läuft.

Ich habe auch gelernt, Stellung zu nehmen und meine Meinung zu sagen, ohne mir zu viele Fragen zu stellen, wenn ich etwas für richtig halte.

Beim Umsetzen meiner neuen Einstellungen habe ich auch verstanden, dass mein früheres Bild von einem „richtigen Mann“ ein Irrtum war. Jeder Mensch hat Schwächen, und man sollte sich nicht schämen, darüber mit vertrauten Personen zu sprechen. Außerdem habe ich verstanden, dass man nicht alle Probleme der Familie allein lösen kann. Ich habe gelernt, auch einmal „Nein“ zu sagen, ohne dabei Druck zu fühlen.

Die Umstellungsphase war am Anfang nicht einfach, weil ich über einen langen Zeitraum einen festen Freundeskreis und feste Gewohnheiten hatte.

Die Trennung von meinem Freundeskreis war nicht plötzlich. Ich habe dafür ein paar Monate gebraucht. Ich habe ihnen sogar empfohlen, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren oder abstinent zu leben. Sie wollten aber nicht verstehen, warum ich abstinent leben wollte, und haben mich immer wieder zum Trinken eingeladen. Deshalb habe ich schließlich entschieden, dass eine Distanz für mich notwendig ist.

Auch alte Gewohnheiten, wie beim Essen oder beim Fernsehen ein Glas Sekt zu trinken, waren am Anfang nicht einfach zu ändern. Manchmal kam mir die Idee, ein Glas zu trinken, vor allem samstags spätabends beim Fernsehschauen, aber ich stellte mir immer die Frage „Wofür jetzt?“ und traf nach 1 bis 2 Minuten Überlegung immer die richtige Entscheidung.

Es stimmt, dass sich mein Leben derzeit stärker um meine Familie dreht, aber ich gehe oft zu Veranstaltungen oder sonntags zum Fußball meiner Community, ohne einer bestimmten Freundesgruppe anzugehören. Wenn mir Alkohol von Bekannten angeboten wird, kann ich jetzt Nein sagen und lieber einen Saft trinken, ohne erklären zu müssen, warum ich Saft statt Alkohol wähle.

Es fiel mir am Anfang schwer, über alles mit meiner Frau zu reden, da ich noch am Beginn meines Veränderungsprozesses war. Aber ich habe festgestellt, wie entlastend es ist, alles mit ihr zu besprechen und wie wir gemeinsam zu Lösungen kamen, die innere Ruhe geben. So wurde es für mich langsam fast automatisch, zuerst mit ihr zu reden, wenn mich etwas stört.

Besonders schwer fiel es mir, meinem Vater Nein zu sagen, da eine solche Antwort in unserer Kultur als unhöflich gilt und den Wert der Person als Mann mindern kann. Das erste Mal, dass ich meinem Vater Nein sagen musste, war mit Begleitung meiner Frau, die mir die Kraft dafür gegeben hat, diesen ersten Schritt zu machen. Er hatte mich um Hilfe bei der Dachrenovierung unseres Hauses gebeten, und das war mir in dem Moment nicht möglich. Ich habe darüber mit meiner Frau geredet und ihr gesagt, welche Herausforderung es für mich war, ihm zu sagen, dass ich kein Geld habe. Sie hat mir angeboten, mir zu helfen, diesen ersten Schritt zu machen. Ab da habe ich mich peu à peu getraut, ihm Nein zu sagen, wenn ich nicht helfen konnte, oder ihm zu sagen, dass er falsch liegt, wenn es der Fall war.

Ich würde sagen, dass meine Umstellungsphase einige Hürden mit sich gebracht hat. Aber da ich mich für ein abstinentes Leben entschieden habe, habe ich es mit der Hilfe meiner Frau geschafft. Heute bin ich sehr zufrieden mit mir und meiner neuen Lebensweise.


26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?



Da ich heute keinen Alkohol mehr trinke, habe ich in manchen Aspekten meines Lebens viele Vorteile erlebt. Meine geplanten Sporteinheiten nehme ich jetzt wahr und fühle mich dadurch wohler und fitter, und die Abstinenz führt auch dazu, dass meine Gesundheit nicht in Gefahr steht, da mein früheres Trinkverhalten zu vielen Krankheiten wie Leberzirrhose führen könnte.

Die Tatsache, dass ich jetzt viel mit meiner Frau und meinen Kindern unternehme, führt dazu, dass meine Familie glücklicher ist. Da ich jetzt meine Meinung sagen oder Stellung nehmen kann, ohne ständig nachzudenken, wie es ankommen wird, fühle ich mich jetzt entlastet und authentisch. Gleichzeitig weiß ich, dass ich ohne Vorurteile moralische und emotionale Unterstützung bekommen werde, wenn ich sie brauche. Das macht mich freier, und ich weiß heute, dass jedes Problem eine Lösung hat, vor allem wenn man Hilfe in Anspruch nimmt.

Mein geändertes Leben wirkt sich auch positiv auf meine kleine Familie aus, und sie lassen mich das auch wissen. Meine Frau hat mir gesagt, dass die Tatsache, dass wir jetzt viel gemeinsam unternehmen und über alles reden, uns näher zusammenbringt als früher. Es ist immer eine Freude für mich, wenn meine beiden jüngsten Söhne mich fragen: „Papa, was machen wir am Samstag?“ Oder wenn sie fragen: „Papa, wie oft müssen wir noch schlafen, bis Samstag ist?“ Das beweist, dass sie selbst wissen, dass wir fast jeden Samstag etwas gemeinsam unternehmen und dass sie dies auch in ihren Zeitplan integriert haben.

Bei meinen alten Freunden kam meine Entscheidung nicht gut an. Sie haben meine Entscheidung nicht gut angenommen und sagten, dass ich langweilig geworden bin. Deswegen habe ich mich von ihnen getrennt.

Meine Familie in Afrika merkt, dass ich nicht wie früher immer auf ihre Bitte um Hilfe eine positive Antwort gebe, da ich meine Hilfe jetzt nur gebe, wenn meine finanziellen Mittel es mir erlauben.

Besonders mein Vater hat es nicht gut aufgenommen, dass ich nicht immer positiv reagiere, wenn er mich um Hilfe bittet und dass ich ihm auch mitteile, wenn er Unrecht hat. Ich habe versucht, ihm zu erklären, dass mein früheres Leben zu viel Druck auf mich ausgeübt hat und dass es mir nicht möglich ist, immer positiv auf seine Bitten zu reagieren.

Ich kann ihn aber auch verstehen, denn ich bin sein erster Sohn und er sieht sich in mir widergespiegelt und kennt keine andere Lebensweise, als dass ein Mann alles auf sich nimmt. Trotzdem bleibe ich bei meiner neuen Einstellung und bringe ihm weiterhin den Respekt entgegen, der ihm zusteht.

Ich bin zufrieden mit dem Ganzen, was in meinem Leben passiert, seitdem ich mich mit meinem Trinkverhalten beschäftigt habe, und bin fest davon überzeugt, dass es der richtige Weg ist.


27 Wie stellen Sie sicher, dass ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Seitdem ich die Motive erkannt habe, die mein Verhalten verschlechtert hatten, habe ich einen Schutzmechanismus entwickelt und ein paar Verhaltensweisen in meinen Alltag integriert, die mir helfen, mein neues Verhalten stabil zu halten.

Zuerst habe ich mich von meinem alten Freundeskreis getrennt, da dort eine große Gefahr bestand, weiterhin mit Alkohol in Kontakt zu bleiben. Stattdessen habe ich einen neuen Freund, der keinen Alkohol trinkt und mit dem ich unter der Woche Sport mache.

Dann habe ich meine Freizeit mit gemeinsamen Aktivitäten mit meiner Familie gestaltet. Dadurch erlebe ich immer wieder, wie mein neues Verhalten meine Familie glücklich macht und mich antreibt, weiterzumachen.

Ich verpasse jetzt auch keine Gelegenheit mehr, meine Meinung zu sagen, Stellung zu nehmen oder in Gespräche mit fremden Leuten zu kommen, ohne Angst zu haben oder lange darüber nachzudenken, solange ich es für richtig halte, was ich sagen möchte. Das erlebe ich jedes Mal als Erfolg.

Als Beispiel: An meinem Arbeitsplatz teile ich mein Büro mit einem älteren Kollegen, der 62 Jahre alt ist. Er hatte die Gewohnheit, die Fenster auch bei kalten Temperaturen offen zu lassen. Trotz der Tatsache, dass ich neu in der Firma war, habe ich ihm freundlich und höflich gesagt, dass es mich stört, wenn die Fenster offen sind, besonders bei Kälte. Wir fanden daraufhin einen Kompromiss, sodass wir die Fenster nur noch gelegentlich öffnen. Früher wäre es für mich unmöglich gewesen, eine solche Stellungnahme zu äußern, da der Kollege erstens älter ist als ich und zweitens schon sehr lange in der Firma und in diesem Büro arbeitet.

Außerdem gehe ich jetzt mit meinen Problemen und Stress anders um, indem ich meine Frau und meinen kleinen Bruder zu vertrauten Personen gemacht habe. Ich schäme mich nicht mehr, über alles mit meiner Frau zu reden. Mein kleiner Bruder hilft uns auch manchmal, wenn wir eine dritte Meinung brauchen.

Gleichzeitig habe ich auch verstanden, dass das alte Bild vom „richtigen Mann“ falsch war. Deshalb gebe ich meine Hilfe nur noch, wenn es mir möglich ist, da ich niemandem etwas schuldig bin und niemandem etwas beweisen muss.

In Kombination mit diesen verschiedenen Maßnahmen achte ich ständig auf körperliche, seelische und geistige Warnsignale und werde so schnell wie möglich handeln, wenn eines dieser Signale vorkommt.

Ich möchte anhand eines Beispiels erklären, wie ich die verschiedenen Warnsignale wahrnehme.


Wenn mein Vater mich anruft und mich nach Geld fragt, das ich nicht geben kann, achte ich auf folgende Warnzeichen:



Körperliche Warnzeichen:
Ich sage „Ja“, obwohl ich weiß, dass ich das nicht kann. Das heißt, ich fange an zu lügen.

Seelische-Warnzeichen (Gefühl):
Ich möchte „Nein“ sagen, aber ich bekomme ein Druckgefühl im Bauch oder mein Bauch fühlt sich komisch an, weil ich überlege, wie ich meine Antwort schöner machen kann. Eigentlich sollte ich einfach ehrlich „Nein“ sagen können.

Geistig-Warnzeichen (Gedanken):
Ich denke zu viel darüber nach, wie ich „Nein“ sagen soll, obwohl es eigentlich klar und einfach wäre, weil ich das Geld nicht habe. Ich mache mir unnötig viele Gedanken.

Ich muss auch erkennen, dass die Tatsache, dass ich mit meinem Studium fertig bin, eine gute Arbeitsstelle habe und meine Bewährung beendet ist, dazu beiträgt, dass ich mich entlastet und ausgeglichen fühle und dadurch mein neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt.



28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen? (mit Begründung)

Ein Rückfall ist theoretisch möglich, da Alkohol für eine lange Zeit in meinem Leben präsent war und ich dadurch eine große Toleranz entwickelt habe.

Ich achte jeden Tag darauf, meine Schutzmaßnahmen einzuhalten, damit das Risiko eines Rückfalls klein bleibt. So merke ich früh, wenn es für mich gefährlicher wird, und kann dann rechtzeitig etwas dagegen tun.

Früher habe ich Stresssituationen wie Prüfungen im Studium oder die Angst, in meine Heimat abgeschoben zu werden, mit Alkohol bewältigt. Heute spreche ich zwar mit meiner Frau über meine Stresssituationen, aber es kommt oft vor, dass ich Stress bei der Arbeit habe oder dass ich in Situationen wie der Aufnahme eines Bankkredits oder wenn meine Kinder über Familienbesuche im Ausland reden merke, wie sehr ich durch meinen Status in Deutschland eingeschränkt bin. Das setzt mich ebenfalls unter Druck.

In solchen Situationen mache ich zu Hause regelmäßig Liegestütze oder gehe spät abends spazieren, damit meine Gedanken wieder klar werden. Außerdem habe ich mir die Regel auferlegt, „nicht zu viel über Dinge nachzudenken, die ich nicht vollständig steuern kann“. Das hilft mir auch in Situationen wie meinem Status, nicht lange darüber nachzudenken. Ich lasse die Sache sich von allein lösen, während ich weiterhin das tue, was richtig ist.

Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Bestandteil meiner Schutzmaßnahmen selbst zum Problem wird, wie zum Beispiel ein Problem mit meiner Frau oder meinem Bruder, auch ein Brief mit der Mitteilung einer möglichen Abschiebung oder der Verlust meiner Arbeit.

Für solche Fälle werde ich mir schnell professionelle Hilfe suchen. Zum Beispiel hat mir meine VP gesagt, dass ich sie jederzeit kontaktieren darf, wenn es nötig ist.

Ich war auch bei einer Suchtberatung bei der Caritas in der Nähe meiner Ortschaft und wurde dort gut empfangen und beraten. Dabei habe ich auch einen guten Kontakt aufgebaut, der mir bei Bedarf jederzeit helfen kann.

Im schlimmsten Fall habe ich mir auch die Notfallnummer der Telefonseelsorge herausgesucht und gespeichert, für den Fall, dass meine VP oder die Beraterin nicht erreichbar ist.

Genauso wie ich mein Leben lang Respekt vor harten Drogen gehabt habe, habe ich auch jetzt einen solchen Respekt vor Alkohol, wenn ich rückblickend sehe, welchen Schaden ein schlechter Umgang damit verursachen kann.

29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Da ich mich für eine lebenslange Abstinenz entschieden habe, besteht für mich keine Gefahr mehr, Trinken und Fahren nicht trennen zu können. Das Problem hat sich durch meinen alkoholfreien Lebensstil von selbst gelöst.

30. Haben Sie zum Abschluss noch etwas hinzuzufügen?

Nein
 
ot:
@Ferenc_91

Husch, husch, nach Hause !
Mama wartet mit dem Abendessen, Hände waschen, Sesamstraße und dann ab in`s Bett, hoppigaloppi :smiley138:
ot Ende


Moin :smiley138:

ich habe meine FB unter Berücksichtigung deiner Hinweise noch einmal überarbeitet. Ich finde sie allerdings ein bisschen zu ausführlich und weiß nicht, ob ich genug Zeit haben werde, um alles zu erzählen.
Mit Sicherheit nicht ;)
Eine gute Aufarbeitung, mit der eine positive Prognose de facto sicher ist, zeugt davon, dass ca. 25% davon in dem psychologischen Gespräch „`rübergebracht“ werden können.
Die 75% erschnuppert der GA aber in den ersten 3 Minuten :smiley22:

Ich habe meine Antwort auf Frage 12 so gelassen, wie sie war, sonst wäre es noch ausführlicher geworden. Ich würde lieber die Punkte, die du in deinen Anmerkungen zu dieser Antwort angesprochen hast, aufgreifen, falls mir während der Diskussion eine Frage in diese Richtung gestellt wird.
Priml !

Außerdem habe ich Antwort 19 angepasst, um zu zeigen, wie fortgeschritten mein Missbrauch damals war, ohne dass bereits eine Abhängigkeit bestand. Damit versuche ich, die Hypothese A1 auszuschließen.
Lieben Dank für den Hinweis :)

Zwar sehe ich diesen monatlichen Austausch, der mir vorgeschlagen wurde und den ich auch angenommen habe, als eine weitere Maßnahme, um nicht in mein altes Verhalten zurückzufallen. Gleichzeitig habe ich aber etwas Angst, das in der MPU zu sagen. Ich frage mich, ob der Gutachter dann denken könnte: „Warum hat er das angenommen, wenn er sein Verhalten selbst als stabil einschätzt?“

Was denkst du darüber?
Erst einmal sehr gut, dass du das gemacht hast !

Mir fällt dazu folgender Spruch ein:
„Wenn es dir schlecht gehe, gehe in die SHG.
Wenn es dir gut geht, renne dorthin !“

Ja, der Spruch stammt von den AA, aber da die Grenzen zwischen Missbrauch und Abhängigkeit durchaus fließend sind, finde ich, dass auch dieser für beide passt…

Eines ist aber sowieso immer richtig:
Wer sich als stabil einschätzt und der Überzeugung ist, dass das irgendwie schon so bleiben wird, hat mehr als die Hälfte des Weges zum ersten Glas schon zurückgelegt.

Kurz gesagt:
Du kannst das in der MPU so sagen, meiner Einschätzung nach.

Später geht es weiter, liebe Grüße :smiley138:
 
ich habs auch nochmal überflogen und so bisschen insgesamt auf mich wirken lassen ...

Es ist ok, dass Du Angst davor hast, süchtig zu werden - aber ich glaube, du warst noch gut davon entfernt. Für meinen Geschmack argumentierst Du Dich zu sehr in Richtung A1. Hier z.B.:
dass ich die Grenze zur Abhängigkeit bereits gestreift hatte.
Es würde reichen, wenn Du hier den Kontrollverlust anführst, der dich vllt irgendwann unweigerlich in eine Sucht treiben würde.
Den hast Du öfter angeführt, der Respekt davor dürfte auch eher den Tatsachen entsprechen. Und das dürfte Dich glaubhaft erschrecken, zusammen mit der erworbenen Giftfestigkeit.

A propos Tatsachen:

habe ich auch verstanden, dass Alkohol nur Nachteile in mein Leben gebracht hat.
Das dürfte nicht stimmen. Der Alkohol hat es Dir ermöglicht, mit Deiner Familie gemeinsame Rituale zu feiern, das ist etwas, was verbindet (und Familie ist immer sowas wie ein sicherer Hafen, besonders dann in der Fremde). Du hast erlebt, wie er mehr Kontakt ermöglichte. Es ist ok und wichtig, wenn Du inzwischen andere Wege gefunden hast - aber dieses "nur" dürfte halt nicht stimmen. Es sind oft die kleinen Worte, die den Eindruck hervorrufen, Du erzählst jetzt nur was, das der Gutachter hören mag.

... das waren jetzt noch die zwei kleinen Glöckchen, die bei mir gebimmelt haben. Ansonsten würde ich sagen: jup. Hau rein :)
Und wie immer: Du wirst das alles nicht im Gespräch unterbekommen - aber Du hättest es zur Verfügung, wenn der Gutachter mal stellenweise tiefer bohrt.

btw: was hat denn der Psychologe der Suchtberatung zu Deiner Alkohol-Problemtiefe gesagt?
 
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