MPU wegen Cannabis / bekifft gefahren

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Gibt es hier oder anderswo eine Auflistung möglicher, innerer Motive?
Verantwortungspflicht

* Druckabbau

* Problemverarbeitung / Beruf Privat

Entspannung

* Innerliche Ruhe finden

* Abschalten/Vergessen vom Alltag

Arbeit

* Angst ums Arbeitsverhältnis

* Zukunftsperspektiven

* Arbeitszeiten/Schichtarbeit
 

Pbuddy

Stamm-User
Gaaanz am Anfang war es sicherlich Neugier, später auch zur Entspannung, zum Abschalten, um sich selbst nach stressigen Phasen oder Projekten zu belohnen.
Versuche zu ergründen warum du diesen Weg genommen hast und keinen anderen. Warum war es dir nicht möglich auf andere Art und Weise abzuschalten, dich zu belohnen oder mit Stress umzugehen? Gehe auf deine persönliche Wesensart und und was zu deinem Handeln führte.
 

Sinner

Stamm-User
Versuche zu ergründen warum du diesen Weg genommen hast und keinen anderen. Warum war es dir nicht möglich auf andere Art und Weise abzuschalten, dich zu belohnen oder mit Stress umzugehen? Gehe auf deine persönliche Wesensart und und was zu deinem Handeln führte.
Leichter gesagt bei so vielen Jahren Konsum, weil sich Gründe und Konsumhäufigkeit über die Jahre verändert haben.
Ich bin dabei, das so gut wie möglich aufzuschreiben.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Leichter gesagt bei so vielen Jahren Konsum, weil sich Gründe und Konsumhäufigkeit über die Jahre verändert haben.
Du brauchst auch nicht zig Jahre zurück denken, führe einfach die Jahre auf, die zu deinem Delikt geführt haben ... quasi wo eine Konsumveränderung stattgefunden hat.
 

Pbuddy

Stamm-User
Beispiel: jemand hat sich in früher Kindheit schon Konfliktvermeidung antrainiert. Bei Streit gab es zuhause immer großen Ärger. Klein Hans hat gelernt, dass es keinen Ärger gibt, wenn er den Konflikten ausm Weg geht. Hans wird erwachsen. Großer Hans hat nun in seinem Leben große Konflikte mit seiner Frau Heidi, die nörgelt halt ständig an ihm herum und großer Hans fühlt sich in die Ecke gedrängt. Da kleiner Hans ja gelernt hatte, dass es keinen Ärger gibt, wenn er Konflikte vermeidet, nimmt er als großer Hans kiffikiffi zur Hand, weil dies seine Probleme augenscheinlich verdrängt.

Und wenn er nicht gestorben ist, schafft es großer Hans in der MPU seine inneren Motive verständlich darzulegen. :)
 

Sinner

Stamm-User
Du brauchst auch nicht zig Jahre zurück denken, führe einfach die Jahre auf, die zu deinem Delikt geführt haben ... quasi wo eine Konsumveränderung stattgefunden hat.
Ja, ich hab jetzt ausgeholt, weil der VT meinte, dass ich sicherlich danach gefragt werde. Das habe ich jetzt also in den FB geschrieben.

Und wenn er nicht gestorben ist, schafft es großer Hans in der MPU seine inneren Motive verständlich darzulegen. :)
Schönes Beispiel, aber das kann ich nicht eins zu eins auf mich übertragen. Den berühmten "roten Faden" sehe ich irgendwie nicht. :( Gut, es war schon Stress- und Problembewältigung, Flucht vor Alltagsproblemen. Und als die Probleme überhand genommen haben, habe ich versucht, das mit mehr und mehr Konsum zu bekämpfen. Etwas Besseres fällt mir derzeit nicht ein.

Den FB habe ich nun erst mal wieder durch. Bin mir aber noch nicht so sicher, dass ich den schon wieder präsentieren kann. Eine Freundin guckt da gerade noch drüber, ob ihr etwas auffällt. Jetzt muss ich leider erst noch Wäsche waschen, damit die bis morgen trocken ist, sonst kann ich nicht packen.
 

Pbuddy

Stamm-User
aber das kann ich nicht eins zu eins auf mich übertragen. Den berühmten "roten Faden" sehe ich irgendwie nicht.
Natürlich sollst du das nicht 1:1 auf dich übertragen. Es geht eher darum mit dir selbst in Kritik zu gehen. Worin lagen deine Defizite, was hast du wie und warum falsch angegangen und was tust du heute dagegen. Es geht darum sich in Selbstreflexion zu üben und zu eruieren was für ein Mensch man damals war und heute ist.

Wenn du zb durch jahrelangen Konsum in eine Lethargie gerutscht bist, geht es darum zu zeigen, was du heute tust um nicht erneut reinzurutschen. Und es geht darum zu erklären wie es damals dazu kam, denn theoretisch (und praktisch) wäre es ja damals schon möglich gewesen, dem zu entgehen.
 

Sinner

Stamm-User
Es geht eher darum mit dir selbst in Kritik zu gehen. Worin lagen deine Defizite, was hast du wie und warum falsch angegangen und was tust du heute dagegen. Es geht darum sich in Selbstreflexion zu üben und zu eruieren was für ein Mensch man damals war und heute ist.
Die Zukunft und meine Herangehensweise scheinen weniger das Problem zu sein, vielmehr meine inneren Motive.
Wenn du zb durch jahrelangen Konsum in eine Lethargie gerutscht bist, geht es darum zu zeigen, was du heute tust um nicht erneut reinzurutschen. Und es geht darum zu erklären wie es damals dazu kam, denn theoretisch (und praktisch) wäre es ja damals schon möglich gewesen, dem zu entgehen.
Sicher, man wird schon etwas lethargisch durch Konsum. Der Konsum war aber ja nicht immer so problematisch, dass ich regelmäßig konsumiert habe. Vielmehr ist mir die Kontrolle irgendwann entglitten. Aus meiner Sicht wegen zunehmender Probleme, u. a. durch zunehmende Einsamkeit/Single-Dasein. Dazu kann ich was sagen, das fällt mir relativ leicht.

Kann es denn überhaupt mehrere innere Motive gegeben haben? Wenn ich die Sichtweise von Psychologen und dein Beispiel richtig verstehe, dann gibt es den einen Grund in der Kindheit, der sich dann wie ein roter Faden durch das Leben zieht. Aber ich frage mich langsam, ob mir das überhaupt geglaubt wird, wenn ich sage, dass ich Jahrzehnte lang nur gelegentlich, dann aber quasi plötzlich regelmäßig konsumiert habe.

Im Moment bin ich ziemlich durcheinander und habe Angst, dass ich die MPU nicht bestehe.
 

Nancy

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Das ist doch auch verständlich, die wenigsten werden kpl. "siegessicher" in eine MPU gehen...

Aber ich frage mich langsam, ob mir das überhaupt geglaubt wird, wenn ich sage, dass ich Jahrzehnte lang nur gelegentlich, dann aber quasi plötzlich regelmäßig konsumiert habe.
Ich habe jetzt nicht alles gelesen, aber es wäre für den Gutachter durchaus nachvollziehbar wenn du deinen Konsum intensiviert hättest als die Probleme größer wurden. Du hattest ja Erfahrung damit dass dir das Kiffen hilft...
 

Sinner

Stamm-User

Pbuddy

Stamm-User
Kann es denn überhaupt mehrere innere Motive gegeben haben? Wenn ich die Sichtweise von Psychologen und dein Beispiel richtig verstehe, dann gibt es den einen Grund in der Kindheit, der sich dann wie ein roter Faden durch das Leben zieht.
Klar kannst du mehrere innere Motive gehabt haben. Und natürlich muss nicht alles unmittelbar mit der Kindheit verknüpft sein.

So wie ich das verstehe wurde der Konsum unkontrolliert, als deine Probleme wie Einsamkeit zunahmen. Du könntest sagen, dass du zu dem Zeitpunkt Unfähigkeit besessen hattest das Problem mit deiner Einsamkeit aktiv anzugehen. Stattdessen hast du dich in die Betäubung, ins Selbstmitleid gleiten lassen. Und jedes weitere Problem hat diesen Zustand noch verschärft.

Ich kann mir vorstellen, dass ein GA hören will, dass man zu Selbstkritik fähig ist, sein Handeln (nicht nur auf die Tat bezogen, sondern auch psychologisch mit sich selbst) bereut und sein agieren von allen möglichen Seiten hinterleuchtet hat.
Ich denke, man sollte sich nicht in die Gefahr begeben etwas herunterzuspielen oder gegensätzlich gar verzweifelt zu wirken, sowie ebenfalls nicht ahnungslos zu sein. Dann könnte ein GA vermuten, dass man sich psychisch nicht ausreichend mit sich selbst beschäftigt hat.

Vielleicht bist du gerade an einem Punkt, an dem du dich krass verrückt machst. Vielleicht solltest du auch mal einen Tag etwas Abstand gewinnen und was ganz anderes machen. Vielleicht verbringst du den Tag mal in deinem Garten, meditierst ne Runde oder macht sonstwas schönes. Der menschliche Geist kann nicht grenzenlos funktionieren. :)
 

Sinner

Stamm-User
Wie schon gesagt, hatte ich den "guten FB" mit den hohen Werten gelesen. Ich muss aber sagen, dass ich den ganz und gar nicht gut finde. Da sind so viele Sachen, die ich unstimmig finde, wie z. B. nur von 20 Drogenfahrten auszugehen bei langem Konsum und deutlich höherem THC-COOH-Wert, als ich ihn hatte (er: 275 ng/ml, ich 128 ng/ml). Gerade auch bei der Konsumbiographie kann ich mir echt nicht vorstellen, dass ein Gutachter damit zufrieden ist, so kurz und knapp, wie er sie schilderte.

Deswegen habe ich mich jetzt entschieden, den FB wieder einzustellen, auch wenn er vielleicht an manchen Stellen zu lang ist. Die Zeit rennt und da nutzt es mir nichts, den FB mit einem zu vergleichen, der imho noch schlechter ist.
 

Sinner

Stamm-User

Was ist passiert?​


Vorgeschichte:​

1. Wann haben Sie das allererste Mal von illegalen Drogen gehört?​

Das war wohl in der Realschule. Wir haben mal Christiane F. geschaut und den Film besprochen. Da ging es in der Hauptsache um Heroin, wenn ich mich recht erinnere.

(2. Wann haben Sie das erste Mal konsumiert? (Datum)​

Ich habe im Alter von 24 Jahren das erste Mal Cannabis aus Neugier probiert.

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)​

Ich habe Cannabis stets in Verbindung mit Tabak als Joints bzw Cannabiszigaretten konsumiert.
Als ich noch jung war, war der Konsum sehr sporadisch, wenn ein Joint herumgereicht wurde und ich “Bock” hatte. Oft habe ich aber auch abgelehnt, z. B. wenn ich etwas getrunken habe. Ich wollte wohl dazu gehören und nicht immer “Nein” sagen. Ich fühlte mich nach dem Konsum gut, man war albern und hat viel gelacht. Es vergingen damals Wochen oder mehrere Monate bis zum nächsten Konsum. Damals hatte ich mir auch nie selber etwas gekauft, sondern immer nur mit Bekannten zusammen konsumiert.
Ab ca 35 Jahre habe ich mir auch schon mal selber Cannabis gekauft und mit einem damaligen Freund konsumiert und hin und wieder auch alleine. Die Kosten haben wir uns stets geteilt. Wir haben uns dabei oft unterhalten und Filme geschaut oder sind in einen nahen Wald gegangen. Ich empfand den Konsum als entspannend und “lustig”. Der Konsum war gelegentlich und immer an Wochenenden, wenn wir beide frei und Zeit hatten. Die Freundschaft hielt bis ich 40 war. Danach habe ich mir hin und wieder selbst etwas gekauft. Ich habe mich oft selbst belohnt, wenn ich stressige Zeiten auf der Arbeit hinter mir hatte, und dann am Wochenende konsumiert. Ich hatte aber auch immer wieder längere Konsumpausen, die teils Monate dauerten. Ich hatte eine längere Pause von einem Jahr, weil ich dachte, dass der Konsum zu sehr zur Gewohnheit werden würde. Und ein Mal habe ich sogar zwei Jahre nichts konsumiert, das lag aber auch daran, dass meine damalige Freundin strikt gegen Drogenkonsum war. Nach der Trennung von ihr hatte ich wieder angefangen gelegentlich zu konsumieren. (WANN GENAU?). Heute weiß ich, dass der Konsum schon immer problematisch war. Das war mir früher nie so bewusst. Aber ich hatte mein Leben im Großen und Ganzen immer gut im Griff. So war ich nie arbeitslos, bin bis heute in Beschäftigung und habe ein einwandfreies Führungszeugnis.

Problematischer wurde es nach einer Trennung von einer langjährigen Freundin, als ich dann lange keine neue Freundin gefunden hatte. Ich fühlte mich zunehmend einsam, hatte wenig Erfolg beim Online-Dating und auch im Bekanntenkreis keine passende Freundin mehr gefunden. Mich bedrückte das Alleinsein zunehmend. Ich habe mich in mich zurückgezogen und mehr Zeit alleine zuhause verbracht und weniger Zeit mit Freunden verbracht. So kam es dann, dass ich ab etwa Juli 2020 immer regelmäßiger konsumierte. Ein damaliger Nachbar hatte mich mit Cannabis versorgt. Mit diesem habe ich auch zusammen konsumiert. Aber ich habe auch alleine konsumiert, um vor meinen Problemen weg zu laufen. Da habe ich jedes Wochenende konsumiert. Im Urlaub habe ich fast täglich konsumiert, so zu Weihnachten 2020, weil das für mich eine Zeit ist, die ich normalerweise mit der Freundin verbracht habe. Nur wenn ich bei meiner Familie war, habe ich nicht konsumiert. Eine besondere Belastung war dann noch eine Freundin meiner Schwester, die durch einen Schlaganfall und Herzinfarkt im Rollstuhl saß. Sie war sehr depressiv und hatte Todessehnsucht, die sie mir gegenüber auch immer geäußert hat. Ich habe ihr des öfteren bei Problemen mit Internet, Computer und Smartphone geholfen. Ich hätte froh sein sollen, dass ich gesund bin, aber ich habe dann immer vor Augen gehabt, dass ich selbst so enden könne. Ich habe Cannabis missbraucht, um diese Dinge auszublenden, um vor diesen Problem zu flüchten.

4. Haben Sie Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert?​

Nein, nie.

5. Wie ist der Umgang mit Alkohol gewesen?​

Ich trinke gelegentlich ein oder zwei Gläser Bier oder ein Glas Wein, zum Beispiel zu einem Essen mit Freunden oder auf Feiern.

6. Sonstige Suchtmitteleinnahme?​

Ich rauche 15-20 Zigaretten und trinke 2-3 Tassen Kaffee.

7. Haben Sie bei sich negative Folgen festgestellt?​

Beim gelegentlichen Konsum habe ich keine negativen Folgen festgestellt. Später habe ich gemerkt, dass ich träge wurde und ich noch mehr als sonst in mich gekehrt war. Das habe ich aber damals nicht mit dem Konsum in Verbindung gebracht. Heute weiß ich, dass da ein Zusammenhang besteht und der Konsum mich noch einsamer und träger gemacht hat.

8. Haben Sie trotz negativer Folgen weiter konsumiert?​

Ja, da ich die negativen Folgen zunächst nicht mit dem Konsum in Verbindung brachte und mir eingeredet habe, meine Trägheit sei durch die Einsamkeit bedingt. Denn wenn ich konsumiert hatte, war ich für den Moment gut drauf, konnte mit den anderen lachen, Probleme waren weit weg und ich war dadurch von diesen abgelenkt. Die negativen Folgen habe ich dann verdrängt. Ich konnte im Rausch nicht klar denken und wollte es auch gar nicht. Erst durch die Kontrolle und das Quit-the-shit-Programm sind mir die Zusammenhänge von Konsum und negativen Folgen richtig bewusst geworden.

9. Was für Werte wurden bei Ihrer Auffälligkeit festgestellt?​

25 ng/ml THC und 128 ng/ml THC-COOH. Die Kontrolle war am 27.05.2021

10. Wann und wieviel haben Sie in der Woche vor der Auffälligkeit konsumiert?​

In der Woche vor der Auffälligkeit hatte ich Urlaub und habe da beinahe täglich konsumiert. Ich kann nicht genau sagen, wie viel, aber ich schätze so ein halbes bis ganze Gramm täglich.

11. Wieviel und was haben Sie am Tag der Auffälligkeit Konsumiert?​

Ich habe zwei Cannabiszigaretten geraucht, eine davon kurz vor Fahrtantritt.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?​

Ja, mich hatte der fehlende Lebenswille bis hin zu Selbstmordabsichten der Freundin mit dem Schlaganfall sehr mitgenommen. Hinzu kam das Gefühl der Einsamkeit. Ich habe Cannabis missbraucht, um vor meinen Problemen davon zu laufen.

13. Wie sind Sie auffällig geworden?​

Ich wurde kontrolliert, als ich auf einem Rastplatz hielt. Der Polizist hatte es sofort gerochen.

Nur für die, die im Straßenverkehr ermittelt wurden (auch Parkplatz):​


14. Was war der Zweck der Fahrt?​

Es gab für die Fahrt keinen besonderen Grund, außer dass ich weg wollte.

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?​

Circa 40 km. Ich war auf dem Rastplatz, um zu konsumieren und um auf die Karte zu gucken, wie ich wieder nach Hause komme.

16. Wie oft waren sie bereits unter Drogeneinfluss im Straßenverkehr unterwegs?​

Da ich mittlerweile weiß, dass man auch noch bis zu 72 Stunden nach dem Konsum unter dem Einfluss von Cannabis stehen kann, wohl viele hundert Mal. Wie ich heute weiß, wird im Schnitt nur jede 300. Drogenfahrt aktenkundig, da man nur selten kontrolliert wird. Wahrscheinlich wäre ich nicht kontrolliert worden, wenn die Polizei nicht zufällig auf dem Parkplatz eine Kontrolle durchgeführt hätte. Heute bin ich froh darum, dass ich aufgefallen bin.

17. Wie haben Sie den Konflikt zwischen dem Drogenkonsum und dem Führen eines Kraftfahrzeuges gelöst?​

Ich hatte keinen Konflikt, da ich mir keine Gedanken darum gemacht hatte. Vielmehr habe ich fälschlicherweise angenommen, dass ich trotz Berauschung noch fahren konnte.

18. Wieso ist es verboten unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?
(Beschreibung bitte für die zutreffende Substanz)​

Weil sich Cannabis stark auf die Fahreignung auswirkt, man weniger konzentriert und leichter ablenkbar ist, die Reaktion schlechter ist und die Gefahr eines Unfalls stark ansteigt.

19. Wie lange stehen Sie nach dem Konsum von Drogen unter deren Einfluss?​

Bei Cannabis bis zu 72 Stunden.

20. Sind sie sich darüber im Klaren, welche Folgen es bei einem täglichen Konsum gibt?​

Ja, man gewöhnt sich daran und kann abhängig werden. Zudem drohen gesundheitliche Schäden, insbesondere der Lunge, aber auch Parodontitis ist häufiger bei Konsumenten und als Spätfolge Demenz. Konsumenten werden sozial träge. Außerdem können latente Psychosen ausbrechen oder psychische Krankheiten, wie Depressionen, auftreten.

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Sinner

Stamm-User

Warum ist es passiert?​


21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?​

Über die Jahre gab es verschiedene. Ganz zu Anfang war es Neugier. Später dann zur gelegentlichen Entspannung. Noch viel später habe ich mich für stressige Zeiten nach abgeschlossenen Projekten damit belohnt. Zum Schluss habe ich mich betäubt, habe versucht, vor meinen Problemen, wie der Einsamkeit, zu fliehen, was natürlich nicht gelang. So habe ich dann die Kontrolle über meinen Konsum verloren, immer mehr konsumiert und schweren Missbrauch betrieben.

22. Wie hat sich Ihr Umfeld über Ihren Drogenkonsum geäußert?​

Meine Familie wusste nichts von meinem Konsum, da ich nie darüber gesprochen habe. Gut möglich, dass sie es ahnten. Ebenso habe ich nie mit Kollegen darüber gesprochen. Meine Freunde wussten von meinem Konsum, aber die meisten wussten nicht von der Konsumintensität. Sie fanden Cannabiskonsum okay, fanden es nicht schlimmer, als Bier zu trinken. Meine beste Freundin war die Einzige, die im Bilde war über meinen regelmäßig gewordenen Konsum und meine Probleme. Sie empfand Cannabiskonsum nicht generell als schlimm, meinte aber, dass ich doch sehr viel konsumiere. (Daraufhin habe ich mich informiert und erstmals von Quit-the-shit gehört, mich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht angemeldet.)

23. Gab es Ereignisse in Ihrem Leben, die zu verstärktem Konsum geführt haben?​

Ja, die Einsamkeit und wenigen sozialen Kontaktmöglichkeiten, gerade auch um Weihnachten 2020. Da habe ich beinahe täglich konsumiert, außer wenn ich bei meiner Familie zu Besuch war. Dann insbesondere die Belastung durch die Freundin meiner Schwester, die mit dem Schlaganfall und der Todessehnsucht. Das hat mich bei jedem Kontakt sehr deprimiert und ich habe danach immer konsumiert. Dennoch konnte ich ihr meine Hilfe nicht verweigern, wenn sie mich bat bei Computerproblemen zu helfen. Das war ab Frühjahr 2021.

24. Haben Sie sich an Jemand um Hilfe gewandt, um den Drogenkonsum zu beenden?
(Warum, wann, wer?)​

Nein, nicht vor der Kontrolle. Nach der Kontrolle wurde mir schlagartig bewusst, was ich da tue, habe dann sofort aufgehört und mich noch in der gleichen Woche bei einem Online-Programm (Quit-the-shit) angemeldet.

25. Gibt es in Ihrer Familie aktenkundige Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Suchtkrankheiten?​

Nein.

26. Hatten sie Konsumpausen/spitzen?
Warum? Wann?​

Ja, ich hatte über die Jahre immer wieder Konsumpausen. Wenn ich merkte, dass der Konsum zu häufig wurde, habe ich pausiert. Ebenso, wenn ich den Kopf längere Zeit frei haben musste für die Arbeit oder Bewerbungen. Aber auch eine Freundin war mal der Grund für eine lange Konsumpause (2 Jahre).
Ab Mitte 2020 habe ich jedoch die Kontrolle über den Konsum verloren und schrittweise mehr konsumiert, bis ich zum Schluss fast täglich konsumiert habe: Nach der Arbeit zuhause, an den Wochenenden und im Urlaub auch schon am frühen Nachmittag.

27. Was hat Sie daran gehindert, ohne Droge abzuschalten?​

Ich war unfähig, mit der Einsamkeit und mit Belastungen umzugehen. Ich hatte mich in mein Schneckenhaus zurückgezogen und ging weniger auf Menschen zu. Ich hatte dann oft Langeweile, war aber unfähig neue soziale Kontakte aufzubauen, war antriebslos und habe die entstandende Langeweile wieder für Konsum genutzt. Ich hatte ein paar Freunde, die aber wenig gesehen, wir standen meist aber über Messenger in Kontakt. Ich scheute mich aber aus Scham davor, über meine Probleme zu reden und wenn ich es doch tat, konnte mir keiner helfen. Was mir auch fehlte, waren persönliche Kontakte, die mir gut taten. Dazu muss man sagen, dass meine Freunde in anderen Städten wohnen und ich keine Freunde vor Ort hatte, mit denen ich regelmäßig etwas unternehmen konnte. Lediglich Bekannte, die ebenfalls konsumierten.

28. Waren Sie gefährdet in eine Drogenabhängigkeit zu geraten?​

Ja. Ich hätte meine Probleme angehen sollen und mich nicht in den Cannabiskonsum flüchten sollen. Jeder, der konsumiert, kann abhängig werden.

29. Waren sie drogenabhängig?​

Nein.

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Wieso passiert das nicht wieder?​

30. Hätten sie, rückblickend, eine Drogenkarriere verhindern können?​

Ja. Ich hätte meine Probleme anders angehen sollen, mich Freunden und Familie bezüglich dieser Probleme mehr anvertrauen sollen, darüber reden sollen, dass mir die Einsamkeit zu schaffen machte, ich antriebslos und freudlos war, dass mich die Todessehnsucht der Freundin mit dem Schlaganfall sehr belastet hat. Leider habe ich viel in mich hineingefressen und verdrängt, in Gesprächen nicht oder nur wenig von meinen Problemen gesprochen und mich stattdessen in den Cannabisrausch geflüchtet. Wie ich heute weiß, hätte ich mich sowohl meiner Familie, insbesondere meiner Schwester anvertrauen können. Ich hätte mir auch professionelle Hilfe suchen können.

31. Wieso haben Sie sich für eine Abstinenz entschieden?​

Mir wurde schlagartig klar, was ich da anrichte, dass ich mich und sogar andere gefährde. Das wurde mir klar durch die Kontrolle, sowie Quit-the-shit. Ich habe dann meine Probleme reflektiert und erkannt, dass ich schweren Missbrauch betrieben habe, versucht habe, vor Problemen zu flüchten. Ich hatte keine Problemlösungsstrategie hatte, stattdessen nur den Rausch, der meine Probleme nur kurzzeitig gelindert, aber dann nur verstärkt hat, indem ich sozial träger und verschlossener wurde. Ich habe dann eine Entwicklung durchgemacht und erkannt, dass ich viel Positives in meinem Leben bewirken kann, wenn ich es nur tue, dass ich Wissen weitergeben kann, dass ich auf Menschen zugehen kann, eine Beziehung führen kann. Das fand ich alles erstrebenswert. Ich wollte mich nicht mehr in meinem Selbstmitleid suhlen und in den Rausch flüchten. Ich habe wieder gelernt, dass ich auch ohne Drogen abschalten und erholen kann, dass ich über Probleme reden kann und dass ich selbst einen erheblichen Einfluss auf mein Wohlempfinden habe. Außerdem habe ich mich Freunden und Familie offenbart und mit ihnen über meine Fehler und Probleme gesprochen, worauf sie positiv und hilfsbereit reagierten, was mich wiederum bestärkt hat. Ich habe mir Strategien überlegt, wie ich positiv auf mich einwirken und meine Abstinenz stabilisieren kann. Konkret habe ich mir Möglichkeiten geschaffen, mich zu erholen, mich körperlich und geistig zu fordern und Kontakte aufzubauen. Zur Erholung beschäftige ich mich in meinem Naturgarten, den ich eingerichtet habe. Der ist Balsam für die Seele, da ich mich dort beschäftigen und dabei abschalten und erholen kann. Ferner wandere ich viel in der Natur, zunächst wenige Kilometer in der Umgebung, heute auch lange Wanderungen, ob allein, zusammen mit Freunden oder meiner Freundin. Das Wandern ist Erholung und sportliche Betätigung zugleich, besonders im Gebirge. Zudem paddele ich gerne, entweder auf Kanu-Touren oder auf dem SUP am See. Falls der Winter kalt wird, werde ich ins Fitnesstudio gehen und etwas für meinen Rücken tun. Ferner fordere ich meinen Geist, indem ich technische Projekte realisiere, zum Beispiel zur Vogelstimmenerkennung, und mich weiterbilde, indem an Kursen zu IT-Themen online teilnehme, wodurch ich mich außerdem qualifizieren kann. Außerdem gebe ich Wissen weiter, indem ich als Dozent Kurse zu IT-Themen und Fotografie gebe. Damit kann ich zudem nebenher Geld verdienen und Kontakte knüpfen.

32. Beschreiben Sie den Punkt, an dem Sie sich für ein abstinentes Leben entschieden haben (Knackpunkt)​

Es gab nicht den einen Knackpunkt, das waren mehrere Ereignisse und eine Entwicklung. Zum einen die Worte des Polizisten “Kiffen gut und schön, aber andere gefährden geht gar nicht”. Da ich Ersthelfer bin, hat mich das sehr getroffen. Mir war schlicht nicht bewusst, dass ich andere gefährde, hatte daran wegen meiner eigenen Probleme keinen Gedanken verschwendet. Die Kontrolle hat mir schlagartig mein Fehlverhalten und meine Probleme vor Augen geführt. Ich hatte anfangs natürlich gemischte Gefühle: ich habe mich geärgert, dass ich erwischt wurde, habe mich aber auch darüber geärgert, dass ich mich überhaupt so verhalten habe und andere gefährdet habe. Ich bin froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist und ich nicht in einen Unfall verwickelt wurde, bei dem womöglich jemand verletzt oder gar getötet worden wäre. Nach der Kontrolle habe ich nie wieder konsumiert und werde es auch nicht. Durch die Teilnahme am Quit-the-shit-Programm habe ich weiter mein Verhalten reflektieren und analysieren können, so dass ich mir da bereits absolut sicher war, dass nur noch eine totale Abstinenz in Frage kommt.

33. Wieso kommt für Sie nur Abstinenz und nicht gelegentlicher Konsum in Betracht?​

Ich habe gelernt, dass es immer Gründe für einen Konsum gibt, dass es insbesondere handfeste Gründe für einen Missbrauch gibt und dass Denkmuster zu Verhaltensmustern geführt haben, die ich letztlich nicht mehr will. Ich möchte mehr aus meinem Leben machen. Ich habe an mir gearbeitet und möchte weiter an mir arbeiten. Ich möchte mein Engagement ausbauen und Kurse an der VHS geben, Menschen etwas beibringen und auch private Projekte (Naturgarten, Artenschutz) weiter voran treiben. Zudem habe ich seit einiger Zeit eine Freundin. Der Konsum stand mir im Weg eine funktionierende Beziehung aufzubauen. Generell war der Konsum ein Hindernis bei sozialen Kontakten. Ich habe im Laufe des letzten Jahres wieder Kontakt zu vielen alten Freunden aufgenommen und außerdem neue Freunde gewonnen. Das alles möchte ich nicht gefährden. Mir gefällt mein neues Leben. Konsum, auch gelegentlicher, birgt immer die Gefahr, dass der Konsum wieder regelmäßiger wird und ich in alte Denkmuster und in Folge in alte Verhaltensmuster zurückfalle. Daher sage ich klar: Nein!

34. Wie haben Sie die Umstellung zur Abstinenz erlebt?​

Anfangs habe ich schlecht geschlafen. In den ersten ein bis zwei Wochen habe ich hin und wieder an Konsum gedacht, wollte dem aber keinesfalls nachgeben, habe meine Gedanken in mein Tagebuch bei Quit-the-Shit geschrieben. Es gab auch positive Erlebnisse, die mich darin bestärkt haben, abstinent zu bleiben. So hatte ich einen klareren Kopf, war besser organisiert und habe meinen Alltag besser gemeistert. Ich habe mich dann zunehmend mit positiveren Dingen beschäftigt, u. a. habe ich Kontakt zu alten Freunden wieder aufgenommen. Außerdem konnte ich meine Probleme viel besser reflektieren. Ich habe gerade in der Umstellungsphase viel nachgedacht.

35. Wer hat Ihnen dabei wie geholfen?​

Meine Familie und meine Freunde - darunter auch alte Freunde, die ich wieder kontaktiert habe - denen ich mich nach dem Ereignis offenbart habe. Ich hatte nicht mit so viel Verständnis und Unterstützung gerechnet, zumal ich zu den alten Freunden Jahre lang keinen Kontakt hatte. Außerdem hat mir Quit-the-shit sehr geholfen.

36. Wie reagiert Ihr Umfeld auf diese Umstellung?​

Durchweg positiv! Familie und Freunde fanden es gut, dass ich nun abstinent war und dabei bleiben wollte. Auch meine Schwester hat mir geholfen, hat mir angeboten jederzeit mit Problemen zu mir zu kommen.

37. Haben Sie nach der Auffälligkeit weiterhin Kontakt zu Ihren Drogenbekannten gehabt?​

Nein, ich habe jeglichen Kontakt zu Konsumenten abgebrochen. Das waren ja keine richtigen Freunde, sondern “Zweckbekanntschaften”. Das wurde auch so hingenommen. Auch von dem Nachbarn, mit dem ich damals ja häufiger verkehrt habe und von dem ich Cannabis bezogen habe. Ich sagte ihm, dass ich in eine Kontrolle geraten bin und keinen Konsum und Kontakt mehr möchte, was er akzeptierte. Der ist dann auch weg gezogen bzw seine Wohnung wurde ihm gekündigt.

38. Haben Sie nach Ihrer Auffälligkeit miterlebt, wie Ihre Bekannten Drogen konsumiert haben?​

Nein, ich habe nur ein Mal noch den Nachbarn offensichtlich berauscht gesehen, als ich den Kontakt abgebrochen habe. Andere Kontakte habe ich schlicht nicht mehr aufgesucht und die mich auch nicht.

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?​

Ich werde definitiv abstinent bleiben, da ich damit bislang sehr gute Erfahrungen gemacht habe und mein Leben in vielerlei Hinsicht viel besser geworden ist. Ich gebe inzwischen Kurse an der VHS, habe einen Naturgarten gestaltet, habe neue Freunde gewonnen und auch den Kontakt zu alten Freunden wieder aufgenommen. Außerdem habe ich inzwischen eine Beziehung. Ich habe viele Aktivitäten, zu denen ich mich vorher nicht aufraffen konnte. Das bedeutet mir alles sehr viel.

40. Haben Sie zu Hause Cannabis?​

Nein.

41. Wie wollen Sie es gegebenenfalls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?​

Das wird nicht mehr passieren. Zum einen, weil ich erkannt habe, dass ich damit mich und andere gefährde. Zum anderen, weil ich abstinent bleiben möchte und Strategien entwickelt habe, um Problemen zu begegnen und auf Drogenkonsum zu verzichten. Die Strategien bestehen darin, dass ich gezielt an meinen sozialen Kompetenzen arbeite, alte Freunde wieder kontaktiert habe und neue Kontakte knüpfe, ferner habe ich Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht und gefunden, die mir ermöglichen abzuschalten und mich zu erholen, mich körperlich und geistig zu beschäftigen.

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?​

Darüber habe ich mir viele Gedanken gemacht. Ich habe verschiedene Szenarien durchgespielt, von einer Kündigung bis zu einer Trennung von meiner Freundin, Streit mit Freunden oder auch den möglichen Tod von Familienmitgliedern oder engen Freunden. Ich bin heute wesentlich stabiler und widerstandsfähiger, weil ich nun viele Kontakte und Aktivitäten habe, die mich körperlich und geistig fordern oder auch helfen, mich zu entspannen und abzuschalten. Meine Umgangsweise mit Probleme jeder Art ist heute völlig anders, ich packe sie an den Hörnern und verkrieche mich nicht in mein Schneckenhaus, verfalle nicht mehr in Selbstmitleid. Dadurch verhindere ich, dass ich in alte Denkmuster zurückfalle, die dann zu Konsum führen könnten.

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?​

Ich trinke hin und wieder ein oder zwei Bier oder auch ein Glas Rotwein zu passenden Anlässen, also zu einem guten Essen mit Freunden oder bei Feierlichkeiten. In etwa 2x im Monat.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator
Da sind so viele Sachen, die ich unstimmig finde, wie z. B. nur von 20 Drogenfahrten auszugehen bei langem Konsum und deutlich höherem THC-COOH-Wert,
Der Typ ist nur ein Jahr mit dem Motorrad gefahren, ein Auto hat er nicht besessen.
Für die Anzahl der Fahrten, ist die Höhe der Werte völlig egal.
Letztendlich war der FB so gut, dass er damit die MPU bestanden hat. Mehr braucht man nicht.
 

Sinner

Stamm-User
Soll ich den FB dann entsprechend einkürzen? Nach dem Gespräch mit dem VT gestern hatte ich das Gefühl, dass es besser sei, wenn ich mehr erkläre.
 

Hans64

Stamm-User
Wie schon gesagt, hatte ich den "guten FB" mit den hohen Werten gelesen. Ich muss aber sagen, dass ich den ganz und gar nicht gut finde.
Es sind ja nicht nur in der Rubrik "gute FB" gute Fälle geschildert sondern auch generell gut bearbeitete Fragebögen aus aktuellerer Zeit zu finden.
Es nützt dir jetzt nichts , einen heraus zu picken den du nicht gut findest, sondern solltest dir FB's heraus suchen die dir helfen dich bei deinen Fragen zu unterstützen.
 
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Hans64

Stamm-User
Soll ich den FB dann entsprechend einkürzen?
Ich habe dir vor einigen Tagen den tip gegeben für dich selbst ne Kurzfassung zu schreiben.
Hilft um den Faden nicht zu verlieren. Die ausführliche Fassung ist nützlich wenn der GA Dinge im Detail wissen will und seine Rückfragen stellt
Ich hatte sogar meinen FB komplett handgeschrieben in ein schönes gebundenes Notizbuch geschrieben und dann noch in Kurzform und dann anders formulierte Fragen aus einem meiner Bücher ausgearbeitet inkl meiner Konsum Dokumentation
 

Sinner

Stamm-User
Es sind ja nicht nur in der Rubrik "gute FB" gute Fälle geschildert sondern auch generell gut bearbeitete Fragebögen aus aktuellerer Zeit zu finden.
Es nützt dir jetzt nichts , einen heraus zu picken den du nicht gut findest, sondern solltest dir FB's heraus suchen die dir helfen dich bei deinen Fragen zu unterstützen.
Den habe ich deswegen ausgewählt, weil der auch sehr hohe Werte hatte.
 

Max

Super-Moderator und MPU Profi
Teammitglied
Administrator

3. Wie sah der Konsum aus? (Konsumbiografie-Was, Wie, Welche Gelegenheit?)​

Ich habe Cannabis stets in Verbindung mit Tabak als Joints bzw Cannabiszigaretten konsumiert.
Als ich noch jung war, war der Konsum sehr sporadisch, wenn ein Joint herumgereicht wurde und ich “Bock” hatte. Oft habe ich aber auch abgelehnt, z. B. wenn ich etwas getrunken habe. Ich wollte wohl dazu gehören und nicht immer “Nein” sagen. Ich fühlte mich nach dem Konsum gut, man war albern und hat viel gelacht. Es vergingen damals Wochen oder mehrere Monate bis zum nächsten Konsum. Damals hatte ich mir auch nie selber etwas gekauft, sondern immer nur mit Bekannten zusammen konsumiert.
Ab ca 35 Jahre habe ich mir auch schon mal selber Cannabis gekauft und mit einem damaligen Freund konsumiert und hin und wieder auch alleine. Die Kosten haben wir uns stets geteilt. Wir haben uns dabei oft unterhalten und Filme geschaut oder sind in einen nahen Wald gegangen. Ich empfand den Konsum als entspannend und “lustig”. Der Konsum war gelegentlich und immer an Wochenenden, wenn wir beide frei und Zeit hatten. Die Freundschaft hielt bis ich 40 war. Danach habe ich mir hin und wieder selbst etwas gekauft. Ich habe mich oft selbst belohnt, wenn ich stressige Zeiten auf der Arbeit hinter mir hatte, und dann am Wochenende konsumiert. Ich hatte aber auch immer wieder längere Konsumpausen, die teils Monate dauerten. Ich hatte eine längere Pause von einem Jahr, weil ich dachte, dass der Konsum zu sehr zur Gewohnheit werden würde. Und ein Mal habe ich sogar zwei Jahre nichts konsumiert, das lag aber auch daran, dass meine damalige Freundin strikt gegen Drogenkonsum war. Nach der Trennung von ihr hatte ich wieder angefangen gelegentlich zu konsumieren. (WANN GENAU?). Heute weiß ich, dass der Konsum schon immer problematisch war. Das war mir früher nie so bewusst. Aber ich hatte mein Leben im Großen und Ganzen immer gut im Griff. So war ich nie arbeitslos, bin bis heute in Beschäftigung und habe ein einwandfreies Führungszeugnis.

Problematischer wurde es nach einer Trennung von einer langjährigen Freundin, als ich dann lange keine neue Freundin gefunden hatte. Ich fühlte mich zunehmend einsam, hatte wenig Erfolg beim Online-Dating und auch im Bekanntenkreis keine passende Freundin mehr gefunden. Mich bedrückte das Alleinsein zunehmend. Ich habe mich in mich zurückgezogen und mehr Zeit alleine zuhause verbracht und weniger Zeit mit Freunden verbracht. So kam es dann, dass ich ab etwa Juli 2020 immer regelmäßiger konsumierte. Ein damaliger Nachbar hatte mich mit Cannabis versorgt. Mit diesem habe ich auch zusammen konsumiert. Aber ich habe auch alleine konsumiert, um vor meinen Problemen weg zu laufen. Da habe ich jedes Wochenende konsumiert. Im Urlaub habe ich fast täglich konsumiert, so zu Weihnachten 2020, weil das für mich eine Zeit ist, die ich normalerweise mit der Freundin verbracht habe. Nur wenn ich bei meiner Familie war, habe ich nicht konsumiert. Eine besondere Belastung war dann noch eine Freundin meiner Schwester, die durch einen Schlaganfall und Herzinfarkt im Rollstuhl saß. Sie war sehr depressiv und hatte Todessehnsucht, die sie mir gegenüber auch immer geäußert hat. Ich habe ihr des öfteren bei Problemen mit Internet, Computer und Smartphone geholfen. Ich hätte froh sein sollen, dass ich gesund bin, aber ich habe dann immer vor Augen gehabt, dass ich selbst so enden könne. Ich habe Cannabis missbraucht, um diese Dinge auszublenden, um vor diesen Problem zu flüchten.
Klare Antwort ... du wolltest dazu gehören und nicht "ich wollte wohl".
Du steckst hier Motive rein, die in F21 gehören ... und dort fehlen diese Motive wieder ... ich konnte nichts davon lesen.
Motive spielen in dieser Frage keine Rolle, wichtig sind hier ... zu welchen Gelegenheiten du konsumiert hast und nachvollziehbare Zeitangaben deiner Konsumentwicklung.
Zeitangaben sind hier schwer erkennbar und sollten etwas genauer nachgebessert werden.

12. Gab es einen besonderen Grund für diesen Konsum?​

Ja, mich hatte der fehlende Lebenswille bis hin zu Selbstmordabsichten der Freundin mit dem Schlaganfall sehr mitgenommen. Hinzu kam das Gefühl der Einsamkeit. Ich habe Cannabis missbraucht, um vor meinen Problemen davon zu laufen.
Diese Frage bezieht sich auf den Tag deines Deliktes.

14. Was war der Zweck der Fahrt?​

Es gab für die Fahrt keinen besonderen Grund, außer dass ich weg wollte.
Es gibt immer einen Grund ... bitte genauer definieren.

15. Wie weit wollten/sind Sie (ge)fahren?​

Circa 40 km. Ich war auf dem Rastplatz, um zu konsumieren und um auf die Karte zu gucken, wie ich wieder nach Hause komme.
Warum belastest du dich hier selbst ? ... für diese Frage vollkommen überflüssig.

21. Welche persönlichen Hintergründe gab es für den Cannabis- Drogenkonsum?​

Über die Jahre gab es verschiedene. Ganz zu Anfang war es Neugier. Später dann zur gelegentlichen Entspannung. Noch viel später habe ich mich für stressige Zeiten nach abgeschlossenen Projekten damit belohnt. Zum Schluss habe ich mich betäubt, habe versucht, vor meinen Problemen, wie der Einsamkeit, zu fliehen, was natürlich nicht gelang. So habe ich dann die Kontrolle über meinen Konsum verloren, immer mehr konsumiert und schweren Missbrauch betrieben.
Viel zu wenig, deine Motive aus F3 fehlen hier. Bitte "umschichten".

39. Wie haben Sie in Zukunft vor mit Cannabis/dem Konsum umzugehen?​

Ich werde definitiv abstinent bleiben, da ich damit bislang sehr gute Erfahrungen gemacht habe und mein Leben in vielerlei Hinsicht viel besser geworden ist. Ich gebe inzwischen Kurse an der VHS, habe einen Naturgarten gestaltet, habe neue Freunde gewonnen und auch den Kontakt zu alten Freunden wieder aufgenommen. Außerdem habe ich inzwischen eine Beziehung. Ich habe viele Aktivitäten, zu denen ich mich vorher nicht aufraffen konnte. Das bedeutet mir alles sehr viel.
"Definitiv" ist für uns ok ... für den Gutachter ist ein "strikt" aber viel besser. Das Wort "strikt" ist psychologisch "härter".
Weiterhin, solltest du Drogen und deren Konsumenten stets meiden. Bitte ergänzen.

41. Wie wollen Sie es gegebenenfalls in Zukunft verhindern, nochmals unter Drogeneinfluss ein KFZ zu führen?​

Das wird nicht mehr passieren. Zum einen, weil ich erkannt habe, dass ich damit mich und andere gefährde. Zum anderen, weil ich abstinent bleiben möchte und Strategien entwickelt habe, um Problemen zu begegnen und auf Drogenkonsum zu verzichten. Die Strategien bestehen darin, dass ich gezielt an meinen sozialen Kompetenzen arbeite, alte Freunde wieder kontaktiert habe und neue Kontakte knüpfe, ferner habe ich Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht und gefunden, die mir ermöglichen abzuschalten und mich zu erholen, mich körperlich und geistig zu beschäftigen.
"Es wird nicht mehr passieren " ... sagen sie alle.
Der Zaubersatz heißt ... "Durch die strikte Einhaltung meiner Abstinenz !!!"

42. Wie wollen Sie einen beginnenden Rückfall erkennen?​

Darüber habe ich mir viele Gedanken gemacht. Ich habe verschiedene Szenarien durchgespielt, von einer Kündigung bis zu einer Trennung von meiner Freundin, Streit mit Freunden oder auch den möglichen Tod von Familienmitgliedern oder engen Freunden. Ich bin heute wesentlich stabiler und widerstandsfähiger, weil ich nun viele Kontakte und Aktivitäten habe, die mich körperlich und geistig fordern oder auch helfen, mich zu entspannen und abzuschalten. Meine Umgangsweise mit Probleme jeder Art ist heute völlig anders, ich packe sie an den Hörnern und verkrieche mich nicht in mein Schneckenhaus, verfalle nicht mehr in Selbstmitleid. Dadurch verhindere ich, dass ich in alte Denkmuster zurückfalle, die dann zu Konsum führen könnten.
Völlig am Thema vorbei ... auch deine MPU wäre hiermit am Ende.

Die Antwort ist eigentlich schon Standard ...

"Einen Rückfall schließe ich theoretisch aus, durch meine Aufarbeitung konnte ich viel über das Thema Drogen lernen und meine Verhaltensveränderung vollziehen. Falls ich doch einmal in eine kritische Situation gelangen sollte, werden Probleme mit Hilfe von Freunden, Bekannten und meiner Familie ausdiskutiert. Probleme werden nicht mehr verdrängt, sondern ausdiskutiert. Auch weiß ich, dass ich vor professioneller Hilfe keine Angst zu haben brauche."

43. Wie ist derzeit der Konsum von Alkohol bei Ihnen?​

Ich trinke hin und wieder ein oder zwei Bier oder auch ein Glas Rotwein zu passenden Anlässen, also zu einem guten Essen mit Freunden oder bei Feierlichkeiten. In etwa 2x im Monat.
Für das Trinken von Alkohol, solltest du besser keine Zeitangaben machen.
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Insgesamt erkennbar, dass du dich mit der Thematik auseinander gesetzt hast.

Die Anmerkungen bearbeiten und FB danach wieder komplett einstellen.
 
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