TF Fahrrad 2,2% MPU vsl. innerhalb der nächsten 3 Monate

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
Aber behalte bitte im hinterkopf: 2,2 sind ganz prinzipiell nicht die günstigsten Voraussetzungen, um mit KT ins rennen zu gehen. von daher wäre es eigentlich ganz gut, wenn du einen "Nachweis" über KT schon vorab aus der tasche zaubern könntest. Naja...viel Glück morgen
 

ffo

Neuer Benutzer
Ich bin nicht der Threadersteller, ich habe den Thread hier gerade gekapert. Ich gehe mit "nur" 1,64 auf dem Rad rein, da meinte mein VP dass die Nachweise nicht nötig wären.
 

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
Alles klar, gut dass ich nochmal gefragt habe! Danke. Führerschein hatte ich zu dem Zeitpunkt keinen, trotzdem war es ja wirklich so, dass ich da einfach kein Unrechtbewusstsein hatte.
in dem zusammenhang: im gegensatz zum rad bist du Mit Auto selbstverstandlich nie alkoholisiert unterwegs gewesen....war für dich ganz glasklar.
 

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
Ich bin nicht der Threadersteller, ich habe den Thread hier gerade gekapert. Ich gehe mit "nur" 1,64 auf dem Rad rein, da meinte mein VP dass die Nachweise nicht nötig wären.
ohhh, das ist ja "hinterhältig":smiley1084:. Meine ganzen Ausführungen bezogen sich auf die info 14.01 HA. Naja, kannste ja für dich ummünzen. mit 1,64 bist eh fast noch ein "Guter"
 

Karl1990

Benutzer
Endlich geschafft, ich bedanke mich nochmal für all die, die sich die Zeit nehmen den FB durchzulesen und mir Anregungen zu geben.



1. Beschreiben Sie den Tag Ihrer Trunkenheitsfahrt aus eigener Sicht mit Datum und Uhrzeiten. (wann, wo und mit wem getrunken / wann und wie aufgefallen / Promille)



Am 21.05.2020 habe ich bis ca. 08:00 Uhr geschlafen. Nach dem Aufstehen habe ich dann geduscht und Kaffee getrunken. Da ich 4 Freunde um 10Uhr zum Frühstück eingeladen hatte, bereitete ich das Frühstück vor.(Rührei usw.)

Nach dem gemeinsamen Frühstück tranken wir dann zusammen gegen 11 Uhr das erste Alster. (0,5l)Anschließend haben wir wie geplant eine Fahrradtour durch die Feldwege usw. gestartet. Das Wetter war sehr sonnig und angenehm, die Stimmung sehr ausgelassen. Ich und meine Freunde hatten jeweils 3l Bier für den Tag dabei.

Gegen 12 Uhr gab’s dann die erste Pause und in meinem Fall das nächste Alster. (0,5l)

Daraufhin habe ich ungefähr im Stundenrhythmus bis 17 Uhr mit meinen Freunden 4 Pils getrunken (4x 0,5l)

Zwischenzeitlich haben wir noch Fußball und Frisbee gespielt, Wasser getrunken und Schnittchen gegessen. Der Alkoholpegel stieg merklich bei mir an. (ca. 1,31%)

Gegen 17.30 bin ich dann mit meinen Freunden zu mir gefahren, 2 blieben noch und 2 sind nach Hause weiter gefahren.

Ich fühlte mich schon ordentlich angeheitert und kaputt, aufgrund der kürzlichen Trennung zu meiner Freundin, der stressigen Arbeit und der ganzen Corona Zeit, hatte ich einen emotionalen Moment in dem ich weinte und meinen Freunden von den Umständen erzählte. Kurz danach rief ein anderer Kumpel an, der uns zu einer Party einlud. Meine Freunde meinten ich solle doch am besten mitkommen und jetzt nicht allein bleiben. Ich entschied mich dann dazu mitzufahren. Wir machten vorher noch aus, dass wir zusammen mit dem Taxi wieder zu mir fahren würden und die Fahrräder da stehen lassen. Auf der Hinfahrt fiel mir das Fahrradfahren schon schwerer. Ca. 18.30 Uhr da angekommen trank ich mit den anderen einen kurzen zur Begrüßung. (Glaube julischka)

Die Stimmung war mehr als gut wovon ich mich sehr mitreißen ließ. Ich bat einen Kumpel darum mir eine Osbourne Mische zu machen, dann gab’s noch zwei Runden Kurze bei der ich mittrank. Ab dem Zeitpunkt werden die Erinnerungen verschwommen. Rein rechnerisch muss ich dann wohl noch einige Mischen getrunken haben bis ca. 21.30Uhr.Ich weiß nur noch das ich genug hatte und einfach nach Hause ins Bett wollte. Den Plan mit dem Taxi und meinen Freunden nach Hause zu fahren vergaß ich komplett. Beim Versuch aufzusteigen fiel ich mit dem Fahrrad 2mal um und redete mir ein ich könne das Schaffen wenn ich mich zusammenreiße. Der letzte Gedanke an den ich mich dann erinnere war „das Fahrrad darf nicht geklaut werden, das ist geliehen von der Mutter meines besten Freundes“. Das nächste woran ich mich erinnere sind nach ca. 1,8km Fahrt Weg ein Polizist der mich freundlich darum bat, die Fahrt zu beenden. Er habe beobachtet wie ich in Schlangenlinien auf dem Fahrrad und Fußweg fuhr und knapp den Laternenpfeiler ausgewichen bin.(ca. 10 Uhr). Anschließend habe ich zusammen mit dem Polizisten noch das Fahrrad angeschlossen, da ich das nicht mehr hinbekommen habe und bin mit auf die Wache. Da realisierte ich erst im Polizeiwagen was ich da grade getan hatte und fing an zu weinen, eine Straftat, andere Menschen und mich gefährdet, wie auch meinen Führerschein. Dann setzt meine Erinnerung wieder in der Ausnüchterungszelle ein, als der vermutliche Arzt zum Blutabnehmen kam und so glaube ich zu mindestens noch motorische Tests mit mir durchgeführt hat und ein Gespräch führte.(ca.23.30Uhr) In dem Polizeibericht wurde davon aber nichts erwähnt….hatte Akteneinsicht gefordert. BAK ergab 2,2%.

2. Was und wie viel haben Sie am Tattag insgesamt getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Trinkzeit)

11-12Uhr 1l Alster 13-17Uhr 2l Pils 19Uhr 2Kurze Julischka + 2 Osbourne Mischen und dann vermutlich noch ca. 4 Osbourne Mischen bis 21.30 Uhr. (erschreckend wie viel ich noch getrunken haben muss, um auf die Promille gekommen zu sein..)

3. Wie viel Kilometer fuhren Sie, bis Sie aufgefallen sind und wie viel Kilometer wollten Sie insgesamt fahren?

Ich wurde nach ca. 1,8km von der Polizei angehalten. 2,3km hätte ich noch fahren müssen.



4. Hatten Sie das Gefühl, noch sicher fahren zu können? (Ja/Nein + Begründung)


Da der Alkohol meine Sinne komplett Trübte, war ich der Meinung, wenn ich mich zusammenreißen würde, könnte ich das schaffen. Der Gedanke ich wolle nur noch ins Bett und das geliehene Fahrrad darf nicht geklaut werden, trieb mich an. (Der Gedanke erklärt sich bei mir bis heute nicht, das Rad war angeschlossen)Dies zeigt ganz klar wie sehr der Alkohol meine Wahrnehmung getrübt hat und zur völligen Selbstüberschätzung verleitete. Trotz dem Hinfallen beim Aufsteigen des Fahrrades und meinem Körper zur Folge etlichen blauen Flecke, also weiteren Stürze, bin ich weiter gefahren so gut es ging. Im Polizeibericht wurden auch Schürfwunden an den Händen und Knien erwähnt, im Effekt sagte ich wohl war von vorher. Aber ich bin mehrmals mit dem Rad während der TF gefallen. Ich war eine immense Gefahr im Straßenverkehr für alle anderen und mich selbst. Das ich aufgrund des Alkohols gar nicht in der Verfassung war Fahrrad zu fahren, war mir in dem Moment nicht bewusst. Auch nicht das ich eine Straftat begehe. Ich war sozusagen in einem kompletten Tunnel.



5. Wie haben Sie die Trunkenheitsfahrt vermeiden wollen (wenn überhaupt)?

Der Plan war, zusammen mit 2 Freunden mit dem Taxi zu mir zu fahren. Ich bin dann aber einfach weggegangen und vergaß diesen Plan, aufgrund des hohen Alkoholkonsums.

6. Haben Sie bereits früher im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gestanden und sind aufgefallen?

Nein, keinerlei vorherige Auffälligkeiten.

7. Wie oft haben Sie alkoholisiert am Straßenverkehr teilgenommen ohne aufzufallen und was folgern Sie daraus?

Aufgrund der Tatsache, dass ich mit meinen Freunden an diesem Tag eine Fahrradtour unter Alkoholeinfluss gemacht habe, alleine an diesem Tag etliche. Von 18-23 spielte ich Fußball, da es nach dem Training und den Spielen gelegentlich Bier gab(2-3 Pils 0,33l) fuhr ich mit dem Fahrrad des Öfteren alkoholisiert im Straßenverkehr. Sicherlich an die 100mal.

Beim Kraftfahrzeug gilt bei mir eine klare 0 Promille Politik. Da ein Freund einen Unfall mit dem PKW unter Restalkohol vom Vorabend hatte, war das absolut abschreckend.

Rückblickend schließe ich daraus, da ich weder Negativ Erlebnisse, Bußgelder, Strafen oder Stürze mit dem Fahrrad vorher unter Alkoholeinfluss hatte, habe ich meine Fahrtüchtigkeit überschätzt.

Exploration



8. Wann hatten Sie den ersten Kontakt mit Alkohol und wann haben Sie das erste Mal Alkohol zu sich genommen? (Allererste Erinnerung und erster Konsum)


Die erste Erinnerung zum Alkohol habe ich bei meinem Vater, der gerne zu Formel 1 oder Fußball Bier trank. Wie alt ich dort war, kann ich nicht mehr genau sagen. Ich schätze, dass ich da etwa 14Jahre alt war. Dazu schlief er dann immer auf dem Sofa ein. Das erste Mal Alkohol getrunken habe ich an meinem 16ten Bday. Dies war eine Flasche Bier(glaube Ottinger 0,5l), die ich von meiner Mutter bekam. Den recht herben Geschmack fand ich damals noch nicht lecker.

9. Haben Sie regelmäßig Alkohol getrunken, und wie hat sich ihr Trinkverhalten in den letzten Jahren entwickelt?



18-23: Grade beim Beisammen sein mit der Fußballmannschaft, nach dem Training, nach den Spielen, Mannschaftsabende und Discobesuche mit Freunden habe ich regelmäßig und unter der Woche getrunken. Unter der Woche max. 2-3 Bier 0,33l nach einem Training. Der Alkoholkonsum steigerte sich aber grade am Wochenende über den Zeitraum. Gelegentlich habe ich dann auch mit den Mannschaftskollegen Hochprozentigen Alkohol probiert und in Discotheken getrunken. Und auch hier über die Zeit hinweg die Menge gesteigert. Daraus Schlussfolgere ich, dass ich mir damals schon unbewusst eine Trinkfestigkeit aneignete.

23-24: Nach dem Austritt vom Fußball (die Teilnahme wurde durch etliche Überstunden im Handwerk unregelmäßig + war früher sehr schlank, nahm aber langsam durch den Alkohol zu) und dem Beitritt beim Fitness nahm mein Alkoholkonsum stark ab. Bis ich dann mit Mitte 24 ein halbes Jahr komplett auf Alkohol verzichtete und einen Ernährungsplan umsetzte.

25-27: Nach der Diät trank ich recht unregelmäßig mal wieder Bier am Wochenende, aber auch mal harten Alkohol zu Bdays bzw. Partys. Der Start meiner Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in Elektrotechnik. Da ich von Meister Bafög lebte, hatte ich kaum Geld über, um mal was trinken zu gehen oder ähnliches. Damals nahm ich nur an den wichtigsten Anlässen zum Trinken teil. Abschluss des Technikers mit 1,8. Neuer Job (Engineering Elektrotechnik, Maschinenbaufirma) Neue Freundin(Fernbeziehung)

28-29:Wegen der Fernbeziehung und den mit ihr verbrachten Wochenenden + recht viel Fahrerei, ca. 1mal pro Monat Alkohol, da ich nicht unter Alkoholeinfluss fahre und dies strikt trennte. Wenn ich das Wochenende getrennt von meiner Freundin verbrachte, trank ich auf Partys, Sit-ins oder Discos mit Freunden.

Ende Januar-TF(Mai): Anfänglich vermehrt Bier am Wochenende. Im Verlauf auch mal unter der Woche. Die Menge und Häufigkeit vom konsumierten Bier steigerte sich über die Wochen sowohl am Wochenende als auch unter der Woche. Ca. einen Monat vor der TF kam dann noch regelmäßig harter Alkohol am Wochenende hinzu. (Tatsächlich hab ich weiterhin mehr als selten unter der Woche getrunken, aber dafür an einem Tag am Wochenende vermehrt harten Alkohol, glaube aber das der GA das als zu wenig Steigerung ansehen würde, ein Rat vom Forum wäre sehr hilfreich)



Nach TF ab Juni: KT mit geführtem „Tagebuch“ und maximal 1 geplanter Anlass pro Monat, bei dem ich maximal 2x 0,33l Bier trank. (3TE) Letzter Trinkanlass 1.Januar zum Anstoßen mit Sekt, aber nur ein Schluck von genommen. (Sekt schmeckt mir nicht)



10. Wie viel und wie oft haben Sie getrunken? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)



18-23: Unter der Woche 1-2mal nach dem Training, anfänglich max 1 Pils 0,33l. Im Verlauf dann 2-3Pils 0,33l. Natürlich auch nicht immer, gab auch Trainingspausen usw. Am Wochenende habe ich vor allem im Mannschaftskreis dann auch 4-5 pils getrunken, auch hier im Verlauf mehr. Wie viel genau kann ich nicht mehr sagen. Zusätzlich kamen am Wochenende dann noch verschiedene harte Alkoholsorten dazu, die ich mit den Kollegen ausprobierte. Das Pendelte sich dann auf Osbourne ein. Anfänglich 1-2 Mischen, wurde im Verlauf auch mehr.

23-24: Gelegentlich 2-3 Pils mit anderen Freunden, bis ich dann komplett aufhörte Alkohol zu trinken.

25-29: Wenn ich trank dann an einem bestimmten Tag am Wochenende (freitags oder samstags). Unter der Woche trank ich nur sehr selten zu außerordentlichen Anlässen wie z.B. einem wichtigen Geburtstag oder einem anderen besonderem Anlass. Die Frequenz der Wochenenden, an denen ich mal viel Alkohol konsumiert habe, ist dabei eher unregelmäßig gewesen und war in der Regel abhängig von dem Ausgehangebot und meiner Freundin (Sit-ins, Partys, gute Discoveranstaltungen), zu denen ich mit Freunden und Bekannten jeweils im Vorfeld verabredet war. So konnten in den letzten Jahren auf der einen Seite die Ereignisse mit hohem Alkoholkonsum an zwei Wochenenden hintereinander auftreten, wohingegen auf der anderen Seite auch mal vier Wochen Pause zwischen höheren Trinkmengen lagen. Durchschnittlich lässt sich die Häufigkeit eines hohen Alkoholkonsums in den letzten Jahren bei mir mit etwa 1mal pro Monat beschreiben. (ca. 2-3 0,33l Pils und Osbourne 1/3 - ½ mit Cola)

Ende Januar-TF: Unter der Woche anfänglich mal 1 Bier, im Verlauf dann 2mal unter der Woche auch mal 2-3Bier. Am Wochenende regelmäßig auch mal 5-8 Bier. Einen Monat vor der TF dann auch wieder Osbourne am Wochenende. Hier steigerte sich der Konsum bis zu einer halben Flasche Osbourne.



11. Wo und mit wem haben Sie überwiegend getrunken?



Seit je her habe ich nur etwas getrunken, wenn ich ausgegangen bin oder ich mit anderen Menschen verabredet war. Typische Trinkanlässe in der Vergangenheit waren z.B.: Gesellige Abende mit Freunden, Partys, Feiern, Discobesuche oder Mannschaftsabende vom Fußball. Dabei war ich immer mit Freunden verabredet.



12. Warum haben Sie getrunken? (Innere + äußere Motive)

In meiner persönlichen Aufarbeitung der Trunkenheitsfahrt und der Umstände, die auf lange Sicht dazu geführt haben, dass ich so viel Alkohol konsumiert habe und dadurch überhaupt erst in der Lage war, mit ca. 2,2 Promille noch aufs Fahrrad steigen zu können, habe ich mehrere Dinge in Bezug auf meine Trinkmotivation herausarbeiten können. Anfänglich beim Fußball mein Drang, dazu gehören zu wollen, also ein Minderwertigkeitsgefühl und geringes Selbstvertrauen. Dies erkannte ich aber Unbewusst. Ich nahm Abstand von den früheren Mannschaftskollegen, baute mir einen neuen Freundeskreis auf, bei dem ich nicht das Gefühl hatte ich müsse dafür jemand anderes sein und änderte meine Lebensweise. Dabei startete ich mit einem Freund eine angepasste Ernährung und regelmäßig Fitness. Durch etliche Komplimente und einem besseren Selbstwertgefühl stieg mein Selbstvertrauen und meine Lebensbalance. Grade im Verlauf der Weiterbildung zum Techniker und dem danach folgenden Job im Elektrotechnik Engineering Bereich zeigt sich aber ein ganz wesentlicher Punkt, die Stressanfälligkeit.





Ich war zum Start der Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker in Elektrotechnik der Meinung, der Techniker wäre meine einzige Chance meinen Beruflichen Werdegang zu verbessern und somit auch meinen Lebensstandard. Ich war recht unzufrieden mit der Bezahlung eines Elektrikers. Da ich hier dauerhaft zu den Besten gehören wollte, setzte ich mich mit unnötig viel Ehrgeiz immens unter Druck. Um das vorweg zu nehmen, ich schloss den Techniker mit 1,8 ab.

Da ich von Meisterbafög lebte, kam ich kaum über die Runden und musste nebenbei noch Arbeiten. So hatte ich weniger Zeit für Freunde und Fitness. So steigerte sich meine Stressanfälligkeit unbewusst noch weiter.

Als ich nach dem Abschluss des Technikers recht zügig meinen neuen Job fand, war ich reichlich Motiviert wieder voll Abliefern zu wollen. Wurde in Folge auch recht schnell zum PLI(Projektleitender Ingenieur) für kleinere Projekte ernannt. Da ich auch hier weiterhin bestmögliches Leisten wollte, setze ich mich wieder unnötig unter Druck, wollte aber auch in keinster Weise von meinen neu gewonnen Verantwortlichkeiten zurücktreten. Parallel kam ich dann auch mit meiner jetzigen Ex-Freundin zusammen. Gefühlt nahm durch die Zeit mit ihr mein Stresslevel merklich ab. Im Januar vor der TF kriselte die Beziehung, wofür ich mir unbewusst die Schuld gab. Aus Angst die Beziehung gehe zu Ende, setzte ich mich so unter Druck alles perfekt machen zu wollen. (Der Anfang von regelmäßigen Alkoholkonsum)

Als dann noch Corona kam, übernahm ich auf der Arbeit einige Projekte von einem Kollegen, da er entlastet werden sollte. Der Firma drohte zusätzlich Kurzarbeit. Da Hobbys, Fitness, Soziale Kontakte und der Kontakt zu meiner Freundin total beschränkt wurden, fühlte ich so einen Psychischen Druck, der sich in Stress und Unruhe ummünzte. In der Vergangenheit hatte ich keine Probleme mit einem Verständlichen Beziehungsaus, auch wenn ich natürlich auch anfänglich Traurig war. Als meine damalige Freundin dann aber ca. 1 Monat vor der TF per WhatsApp Schluss machte, nahm mich das geschuldet der erdrückenden Situation sehr mit. Dadurch geriet ich dann völlig aus der Lebensbalance. Trotz der Unmengen an Arbeit zu dem Zeitpunkt auf der Arbeit, galt eine klare keine Überstunden Anweisung, bezüglich der drohenden Kurzarbeit. Der Druck und Stress erreichten hier seinen Höhepunkt, was sich in dem getrunkenen harten Alkohol am Wochenende widerspiegelt.

Und dann der folgenden TF.




Die Schlussfolgerung aus dem oben Dargestellten ist: Ich habe mich selbst über Jahre hinweg zu sehr unter Druck gesetzt und auch waren die externen beruflichen und finanziellen Belastungen recht hoch.

Weiter habe ich die Gefahr meines an ausgewählten Wochenenden praktizierten, jedoch über einen sehr langen Zeitraum hinweg gesteigerten Alkoholkonsums massiv unterschätz bzw. nicht als eine Gefahr für mich und andere wahrgenommen, da ich alle meine mir gesetzten Teilziele immer mit gutem bis sehr gutem Ergebnis erreicht hatte und auch keine zwischenmenschlichen Beziehungen Schaden genommen hatten, denen ich meinen Alkoholkonsum hätte zurechnen können.



13. Welche Wirkung haben Sie in der Vergangenheit nach Alkoholgenuss bei sich beobachtet? (bei wenig und bei viel Alkohol)

Bei wenig Alkohol stellte sich eine zunächst aufmunternde, lockere und redselig machende Wirkung ein, deren Eintrittsschwelle im Laufe der Zeit jedoch immer später erreicht wurde. Bei höheren Mengen setze eine zunehmende Entspannung ein, bis diese schließlich häufig in Müdigkeit und Trägheit umschlug. Bei sehr hohen Mengen kamen dann noch Konzentrationsschwierigkeiten hinzu, was z.B. das Zuhören bei Gesprächen sowie die eigene Teilnahme daran betraf



14. Gab es kritische Hinweise Anderer auf Ihren Alkoholkonsum und wie haben Sie darauf reagiert?

So mit ca. 22 äußerte meine Mutter ihre Bedenken zu meinem Alkoholkonsum. Ansonsten wurde ich nicht auf meinen Alkoholkonsum angesprochen, außer durch die Beamten am Abend der Trunkenheitsfahrt bzw. dem Blutabnehmer. Wenn ich mich recht entsinne.



15. Welche Auswirkungen und Folgen hatte Ihr Alkoholkonsum auf Ihr Leben und Ihr Umfeld?

Ich hatte in der Vergangenheit an den Wochenenden, an denen ich viel getrunken hatte, sehr häufig das Gefühl der Entspannung vom stressigen Alltag. Ich war gut gelaunt beim Trinken, habe die Seele vermeintlich baumeln lassen und war oft bis spät nachts unterwegs mit Freunden und Bekannten. An den Tagen danach war ich dann dadurch jedoch meist sehr erschöpft und habe dann den Tag über nichts weiter gemacht als zu duschen, auf dem Sofa vor dem Fernseher zu liegen und etwas zu essen. Häufig war der Start in die Arbeitswoche dann in einem körperlich unausgeruhten Zustand, wenn ich sehr viel getrunken hatte. Fitness war in dem Zustand dann auch nicht wirklich möglich.
 

Karl1990

Benutzer
16. Gab es in Ihrem bisherigen Leben frühere Zeiten, in denen sie weit mehr Alkohol als heute getrunken haben? Wenn ja, nennen sie bitte die Lebensabschnitte und mögliche Ursachen und Umstände dafür.

Ja, allgemein lag der Alkoholkonsum während des Fußball Spielens und ab etwa der Weiterbildung und dem stressigen Alltag durch die neu erhaltenden Projekte auf der Arbeit deutlich über dem Maße des heutigen Alkoholkonsums. Je näher ich an die Gegenwart rücke, umso höher waren die an ausgewählten Wochenenden konsumierten Mengen bis hin zu dem Tag, an dem die Trunkenheitsfahrt stattfand.



17. Haben sie jemals die Kontrolle über ihre Trinkmenge verloren und bis zur Volltrunkenheit Alkohol konsumiert?

Am Tag der TF, ich habe weitreichende Erinnerungslücken und habe mich, nach dem sich der Schock gelegt hatte, nachts noch mehrfach übergeben müssen.



18. Haben Sie früher schon einmal oder öfter über einen längeren Zeitraum bewusst und mit Absicht völlig auf den Genuss von Alkohol verzichtet?

Ja, zum einen während des Einhaltens meines mir auferlegten Ernährungsplanes (halbes Jahr) und zum anderen während der Klausuren Phasen, als ich die Weiterbildung machte. (Ca. 3mal im Jahr 4 Wochen, zwei Jahre lang)



19. In welcher Kategorie von Trinker haben sie sich früher gesehen und wie stufen Sie sich heute rückblickend ein? (mit Begründung)

Ausgenommen der Fußballzeit habe ich mich früher in gar keiner Kategorie als Trinker gesehen, sondern war in der Annahme, dass ich mit Alkohol vernünftig umgehen würde. Dabei war ein wesentliches Kriterium, dass ich ja beruflich wie privat all meinen Verpflichtungen und/oder Anforderung nachgekommen bin und ausschließlich nur am Wochenende große Mengen Alkohol getrunken habe. So bin ich z.B. nie zu spät zur Arbeit gekommen, bin durch keine Tests oder Klausuren gefallen, habe meine Arbeitspflichten auch im Alltag erledigt. Und auch am Wochenende habe ich z.B. keine Verabredungen von Freunden alkoholbedingt sausen lassen. Zudem bin ich meinen Freunden und Bekannten nie als aggressiv oder hilflos aufgefallen. Dies hat mich in der damaligen Wahrnehmung bestärkt, dass ich keinen nennenswerten oder risikobehafteten Alkoholkonsum praktiziert habe.

Rückblickend sehe ich es mittlerweile jedoch so, dass ich durchaus einen missbräuchlichen Konsum betrieben habe insbesondere mit Blick auf die häufig wiederkehrenden und sich auch im Laufe der Zeit gesteigerten konsumierten Mengen. Besonders harter Alkohol ist im Hinblick auf die hohe schnell zugeführte Alkoholmenge ein noch größeres Risiko. Auch der Umstand, dass ich alkoholbedingt durch die Trunkenheitsfahrt eine Straftat begangen habe, spricht für mich für einen problematischen Umgang mit Alkohol in der Vergangenheit, dem ich in der Zeit nach der Trunkenheitsfahrt nun abgeschworen habe.



20. Trinken Sie heute Alkohol? Wenn ja, was, wie viel und wie oft? (Genaue Angaben in Sorte, Menge, Häufigkeit)

Ja, ich trinke noch Alkohol, allerdings in einem kontrollierten Rahmen nach objektiven und im Vorfeld festgelegten Kriterien. So plane ich bestimmte Anlässe allerspätestens zwei bis drei Wochen im Voraus, häufig noch länger zurück, an denen ich dann überwiegend Pilsbier/Alsterwasser auf einem Bday trinke. Sekt, Wein und Champagner mag ich nicht und harter Alkohol ist für mich tabu. Maximal trinke ich 3-4 TE. Das entspricht dann 2x0,33l (1TE= 0,2l) Pils. Bevor ich das zweite Bier trinke lasse ich aber eine Stunde vergehen, damit der durchschnittliche Abbau von 0,15 Promille einsetzt. Somit bleibe ich immer unter 0,3Promille und trinke das Bier nicht der auflockernden Wirkung wegen, sondern des Geschmackes wegen. (Nachweis des KT mit HA), Trinktagebauch + Anlässe Planung werde ich dann mitnehmen und vorzeigen.


Die Frequenz der Trinkanlässe liegt in der Regel bei 1 x monatlich.
Weiter ist es natürlich auch möglich, gar keinen Alkohol zu trinken, wenn man es nicht möchte oder gar kein Trinkanlass ansteht. Grundsätzlich soll der Alkohol durch ein kontrolliertes Trinkmuster (Häufigkeit UND Menge!) wieder zu einem besonderen Erlebnis werden und keine über ein Genußmittel hinausreichende Funktion im Alltag (bei mir an den Wochenden) bekommen.



21. Wann haben Sie zuletzt Alkohol getrunken?

am 29.09.2020 - 2 * 0,33l Bier bei einem Geburtstag

1 Schluck Sekt am 1.1.2021 wenn man es ganz genau nimmt



22. Trinken sie gelegentlich alkoholfreies Bier?

Nein



23. Warum trinken Sie heute Alkohol/keinen Alkohol?

Alkohol ist für mich kein Bestandteil eines regelhaften Trinkmusters zur Beseitigung von Stress und Drucksituationen mehr. Ich trinke Alkohol mittlerweile nur noch als Genussmittel und etwas Besonderem. Dies spiegelt sich für mich in einem besonderen Ereignis, wie dem Bday eines guten Freundes wieder.



24. Warum haben Sie das Trinken reduziert bzw. aufgegeben und warum nicht schon eher?

Ich bin erst durch die besagte Trunkenheitsfahrt nachhaltig aufgerüttelt worden, was mehrere Punkte anbetrifft. Alkohol trank ich am Wochenende unbewusst als ein Mittel, um den Alltag der Arbeitswoche und andere Stresssituationen hinter mich zu lassen.

Die Folgen der Trunkenheitsfahrt haben mir schonungslos gezeigt, dass ich sowohl andere als auch mich selbst fahrlässig gefährdet habe durch mein Trinkverhalten. Insbesondere was meine Person anbetrifft, war diese Gefährdung aber nicht nur auf den besagten Abend bzw. auf meine Rolle im Straßenverkehr beschränkt. Denn durch den gesteigerten Alkoholkonsum bzw. den hohen Mengen an Alkohol habe ich nicht zuletzt insbesondere vor der TF und auch dem Zeitraum davor, meine Gesundheit massiv gefährdet, indem ich, ohne darüber nachzudenken, organische Schäden riskiert habe.

Auch habe ich seinerzeit nicht erkannt, dass eine Enthaltsamkeit oder ein durchgehend reduzierter Konsum am Wochenende mir mehr Erholung und Zeit für andere Aktivitäten wie Sport gebracht hätte, infolge derer ich auch nicht so stressanfällig für die externen Belastungen unter der Woche gewesen wäre. So hatte ich dies ja schon unbewusst nach dem Ausstieg vom Fußball erkannt. Somit wäre vielleicht bereits viel früher schon Energie freigesetzt worden, meine Situationen (innere wie äußere Motive für mein dauerhaftes Gestresstsein) zu analysieren, konstruktive Schlüsse daraus zu ziehen und eine positive Veränderung belastender Umstände zu bewirken. Letztlich hat mich mein Lebenslauf auf dem Papier sowie das beständige Erreichen aller Teilziele darin bestärkt, dass alles in Ordnung sei und ich mir keine Gedanken über mein Trinkverhalten machen müsse.



25. Wie haben Sie die Änderung Ihres Trinkverhaltens erreicht und dabei die Umstellungsphase erlebt?

Die Änderung meines Trinkverhaltens habe ich durch eine abrupte Umstellung meines Alkoholkonsums erreicht. Die Umstellung betraf dabei ja aber hauptsächlich nur die Tage, an denen das Konsumieren großer Mengen nicht ungewöhnlich war. Dies war in meinem Fall der Freitag oder der Samstag.

In den ersten Wochen nach der Trunkenheitsfahrt war ich aufgrund des Schocks über mein Verhalten und die nun drohenenden Konsequenzen wie den Strafbefehl und eine mögliche MPU komplett abstinent und bin nicht zu den sonst üblichen Treffen mit meinen Freunden gegangen. Dies hat mir insbesondere am Anfang doch gefehlt, dafür kamen meine Freunde aber vereinzelt zu mir. Dennoch habe ich die veränderte Situation eher betrübt empfunden.

Nach ca. einem Monaten bin ich dann wieder auf ein Treffen mit meinen Freunden gegangen, habe dort aber nur 2 Bier in geselliger Runde getrunken. Mir selbst ist an diesem Abend aufgefallen, dass ich durch den verringerten Konsum bereits nach ein paar Stunden deutlich merken konnte, wie der Alkohol bei den anderen angefangen hat zu wirken. Nicht, dass ich die Stimmung als schlecht empfunden hatte - es war lustig wie eigentlich immer - , doch es wurde zunehmend lauter, die Gespräche wurden sprunghafter und auch manche Witze oder Anekdoten haben mich nicht so vom Hocker gehauen wie sonst. Auch sind mir die Ausfallerscheinungen mancher Freunde und Bekannten sehr deutlich aufgefallen, wie z.B. eine verwaschene Sprache oder ein umgekipptes Getränk, Chips auf dem Boden, u.s.w.
Auf mein Trinkverhalten wurde ich kaum, und wenn doch, nur aus echtem Interesse, nicht aber in abwertender oder aufziehender Weise angesprochen. Dies hat mich nicht gestört und gerne habe ich meinen Freunden und Bekannten Auskunft über meine aktuelle Situation gegeben.

Ich fing wieder an, meinen Ernährungsplan umzustellen und wesentlich mehr Sport zu machen. Ich richtete mir in meiner Wohnung einen Fitnessraum ein. Fing wieder an mich mit entspannt mit Frauen zu treffen und gesellige Abende zu haben auch ganz ohne Alkohol. Ich fing auch mehr an mit meinen Freunden und meiner Family zu telefonieren und zu reden. Inzwischen treffe ich mich 2x mal die Woche mit einem Kumpel zum Sport bei mir und zum gemütlichen Kochen danach.



Zudem mache ich nun allgemein mehr tagsüber am Wochenende (Sport, Spazierengehen, wieder Bücher lesen) und abends meist relativ früh ins Bett. Corona verhindert dann ja doch noch so einiges. Mittlerweile habe ich mich in den Monaten seit der Trunkenheitsfahrt an die neuen und oder veränderten Treffen/Aktivitäten gewöhnt, ohne dass ich etwas vermisse, was am Anfang noch häufiger der Fall war. Schwierig war lediglich die Übergangszeit der ersten ca. drei Monate, mittlerweile habe ich an den Wochenenden deutlich an Lebensqualität auf anderer Ebene gewonnen.



26. Wie wirkt sich Ihr geändertes Verhalten auf Sie, Ihr Leben und Ihr Umfeld aus?

Durch die Trunkenheitsfahrt und die daran gekoppelten Anstöße zu einer Selbstreflektion und Veränderung des eigenen Verhaltens ist grundsätzlich etwas bei mir in Bewegung gekommen. Mittlerweile habe ich verstanden, dass ich mich nicht bei allem selbst so unter Druck setzen muss. Sowohl mein Lebenslauf, als auch meine Family und Freunde sind Grund genug Stolz auf das erreichte zu sein. Grade nach der TF zeigte sich wie sehr ich mich auf meine Freunde und meine Family verlassen kann und das diese auch immer zu mir stehen, egal ob ich nun Trinke oder wie jetzt nur kontrolliert bzw. auch gar nicht.

Es ist mir klar geworden, dass ich Energien für eine positivere Gestaltung meines Alltags gewinne, wenn ich mich selbst nicht noch zusätzlich unter Druck setze und zudem meine Freizeit nicht mit Alkohol verbringe. Ich bin dadurch grundsätzlich ausgeruhter und durch den Ersatz des Feierns mit regelmäßigem Fitness, Outside Workouts und anderen Freizeitgestaltungen am Wochenende und unter der Woche erstens ausgeglichener und zweitens zudem auch tatkräftiger geworden, was die aktive Gestaltung meiner Zukunft anbelangt.

So habe ich z.B. in der Zwischenzeit in einem Gespräch mit meinem technischen Leiter und meinem Chef über die übermäßig viele Arbeit aufgeklärt und einen mir helfenden Bearbeiter bekommen. Dadurch hat sich das aktuelle Stresslevel weiter abgesenkt, wodurch ich in diesem konkreten Punkt eine wesentliche Ursache meines damaligen Trinkverhaltens angegangen bin. Ein anderer Punkt war z.B. das Errichten eines Fitnessraumes in meiner Wohnung, damit ich immer ausgeglichen bleibe und meinem Hobby jederzeit nachgehen kann. Die Ernährung habe ich auch wieder zum positiven verbessert. Ich hatte in der Zeit auch mehrere Treffe mit Frauen und habe eine Dame kennengelernt mit er ich mich regelmäßig treffe.

Dadurch, dass ich meine Freizeit am Wochenende nun nicht mehr mit Feiern und dem sich Erholen davon verbringe, habe ich Möglichkeiten zur Erholung (besserer Schlaf, Sport) sowie mehr Raum für andere ausfüllende Tätigkeiten gewonnen.

27. Wie stellen Sie sicher, dass Ihr neues Verhalten dauerhaft stabil bleibt?

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich durch mein verändertes Verhalten insgesamt mehr Ressourcen freibekommen habe für die schönen Dinge des Lebens, ich sowohl Beruf als auch Freizeit aktiver und effizienter gestalte als in den vergangenen Jahren und ich begriffen habe, dass ich es bin, der sich um mich kümmern muss, und niemand anderes. Also bin auch ich es, der dafür Sorge tragen muss, dass ich mich durch mein Verhalten nicht selber schädige, und dies immer unter dem Gesichtspunkt, dass ich dies auch nicht auf lange Sicht tue (zu viel Stress, zu viel Alkohol, u.s.w.). Trotzdem weiß ich auch, dass ich immer auf meine Freunde und Family zurückkommen kann, wenn sich der Stresspegel soweit erhöht das ich gegen Maßnahmen einleiten muss.

Insgesamt tut mir die Veränderung meines Verhaltens sehr gut. Ich fühle mich erstmals seit langer Zeit viel entspannter als in den letzten Jahren bedingt durch eine bessere Erholung am Wochenende sowie die (Wieder)-Aufnahme mehrerer sinnvoller Freizeitaktivitäten wie z.B. Sport. Dies ist genau der richtige Weg für die Zukunft.



28. Können Sie sich vorstellen, jemals wieder in Ihre alten Gewohnheiten zurückzufallen? (mit Begründung)

Trotz der positiven Veränderung meines Verhaltens in den letzten Monaten bin ich mir durchaus darüber bewusst, dass es eine Vielzahl von Risiken gibt, die einen Rückfall in alte Verhaltensmuster begünstigen können. Wie gehe ich z.B. in Zukunft mit extremen Konflikten im Beruf und/oder Privatleben um?
Im Falle einer sich beruflich und/oder privat extrem zuspitzenden Konfliktsituation habe ich insofern vorgesorgt, als das ich sowohl meine Freunde als auch meine Mutter jederzeit kontaktieren kann. Zusätzlich habe ich mich mit Atemtechniken und Meditation auseinander gesetzt, so dass ich präventiv mit der richtigen Atmung eine gewisse Ruhe erreichen kann und punktuelle Stressspitzen schnell senken kann.

Sollte sich einer meiner Bekannten negativ über mein kontrolliertes Trinkverhalten äußern, werde ich ihm in aller Ruhe mein erlebtes Schildern. Sollte er dennoch nicht mit meinem Trinkverhalten einverstanden sein, würde ich das so hinnehmen aber als nicht relevant abstufen.

Auch gesellschaftlicher Konsum wie z.B. der Aperitif oder der obligatorische angebotene Ouzo zu einem griechischen Essen ist für mich Tabu. Auch wenn dieser Tag geplant ist, trinke ich keinen harten Alkohol mehr.



29. Wie wollen sie in Zukunft das Trinken vom Fahren trennen?

Ich habe den Entschluss gefasst, dass ich nie wieder unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führen werde. Wenn im Rahmen des Kontrollierten Trinkens also ein Trinkereignis geplant ist, so werde ich das Fahrrad bewusst zu Hause lassen und mit anderen Mitteln zum verabredeten Termin gelangen. Ist dies ohne ein Fahrrad nicht möglich (z.B. durch Fehlen einer Busanbindung, einer Mit- und Rückfahrtgelegenheit), werde ich ein solches Trinkereignis entweder nicht planen oder aber ausfallen lassen in dem Sinne, dass ich dort den geplanten Alkohol nicht trinke.
Da die Nutzung eines Taxis heutzutage allgegenwertig ist, ist das auch immer eine Option.

Für das Nutzen eines Kraftfahrzeuges galt für mich vorher und auch zukünftig die 0 Promille Politik.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
Hallo Karl,
Du schreibst ganz am Anfang, daß du mit MpuMax die Aufarbeitung beginnen möchtest.
Daher die Frage, hast Du damit schon begonnen und den FB abgestimmt?
Wäre sehr ungeschickt, die Kommentare hier abzuholen, wenn Du dann vlt auf ganz andere Inhalte kommen wirst ;)?

Bin über den FB wirklich nur schnell drüber geflogen. Mir haben sich in der Historie die 2,2‰ nicht erklärt, wie Du die hast antrainiert?
Fußball war wohl vlt der Grundstein, aber in den Motiven ist Beginn das Berufsleben und dann plötzlich eine halbe Whiskey Flasche?
Wobei eine halbe Flasche Whiskey
Durchschnittlich lässt sich die Häufigkeit eines hohen Alkoholkonsums in den letzten Jahren bei mir mit etwa 1mal pro Monat beschreiben. (ca. 2-3 0,33l Pils und Osbourne 1/3 - ½ mit Cola)
Ich habs jetzt nur ganz schnell überflogen, damit erschließen sich mir die ‰. nicht?

Du willst jetzt mit KT antreten, hatte anfänglich AB verstanden, bin mir unschlüssig ob das in den Motiven ausreichend ist.
v.a. da Du ja gerne Osbourne (sorry kenn das nicht) trinkst, würde das im Sinne KT ja heißen "gibts nicht mehr".. Warum dann plötzlich Bier?
Weiß nicht, ob ein Geburtstag als "würdiges" Ereignis dann gilt, bin da vlt zu genau.
Nach ca. einem Monaten bin ich dann wieder auf ein Treffen mit meinen Freunden gegangen, habe dort aber nur 2 Bier in geselliger Runde getrunken.
ich hoffe das war geplant und waren bestimmt 2 Kleine?
 

Karl1990

Benutzer
Moin Moin @Andi18,

Einen Vor bzw. Aufbereitungskurs werde ich nicht in Anspruch nehmen. Die MPUmax beauftrage ich, mich prüfen zu lassen. Deswegen werde ich die Kommentare als meinen Leitfaden hier ansehen.

Ja den Konsum muss ich wohl genauer wiedergeben. Das Trinken war immer über die Jahre 25- Januar vor der TF recht unregelmäßig. Aber auch da gab es dann harten Alkohol und Bier. Ca. 4 Monate vor der TF dann unter der Woche mal Bier und am Wochenende Bier und harter Alkohol. Die Menge steigerte sich kontinuierlich.
Grade am Wochenende.

Ich hatte verstanden, dass ich aufgrund des recht jungen Alters mir eher zugetraut wird eine Verhaltenänderung an den Tag zu legen, deswegen KT. Zum anderen aber auch, sollte ich keine Fristverlängerung erwirken können für die Abgabe des Ga, bekomme ich keine AB 6 bis zur Prüfung voll. Dann bleibt mir nur KT nachgewiesen mit HA.

Osbourne ist 30% Weinbrand. Grade den harten Alkohol habe ich als großes Risiko bezüglich der schnellen und hohen zugefügten Alkoholmenge ausgemacht. Diente eher dem Betrunken werden. Somit wie auch im FB erwähnt trinke ich keinen harten Alkohol mehr. Bier ist so das einzige was mir wirklich gut schmeckt und ich gerne trinke.(des Geschmacks wegen)

Natürlich nicht jeder bday von iwelchen Leuten, sondern nur dem besten 5 Freunden und mein eigener. Sollte das die falsche Herangehensweise sein, nehme ich mir das zu Herzen und ändere das.

Jap das war geplant und ist auch im "Tagebuch" so erwähnt. 2x0,33l mit 1h Pause zwischendurch. Das sind meine KT Regeln
 

sammski

Benutzer
Sry, bezüglich der Motive, im Verlauf der Weiterbildung und verstärkt durch das Berufsleben im neuen Job.
Alles gut, nimmt dir doch keiner übel, geht vor.

Weiß nicht, ob ein Geburtstag als "würdiges" Ereignis dann gilt, bin da vlt zu genau.
Nee also Geburtstag fällt da allemal weg. Bei KT auszuschließen. Haste 100+ Freunde, kannste dir den Rest denken ;)
Natürlich nicht jeder bday von iwelchen Leuten, sondern nur dem besten 5 Freunden und mein eigener. Sollte das die falsche Herangehensweise sein, nehme ich mir das zu Herzen und ändere das.
Nein, Geburtstage solltest du tunlichst nicht als Trinkgelegenheiten angeben! Silvester. Hochzeit etc. gehen ok.
Jap das war geplant und ist auch im "Tagebuch" so erwähnt. 2x0,33l mit 1h Pause zwischendurch. Das sind meine KT Regeln
Ja genau, aber geplant! PS: Was du nach der MPU machst, ist jedem sein Problem.
Fußball war wohl vlt der Grundstein, aber in den Motiven ist Beginn das Berufsleben und dann plötzlich eine halbe Whiskey Flasche?
Wobei eine halbe Flasche Whiskey
Ja klingt schon erstmal viel ;) Es kommt halt immer auf die Zeitspanne an. Man kann die in 1,5, 20 Minuten trinken oder in 1,2 etc Std.
Das macht es dann aus. Nicht unbedingt die Menge müsst Ihr sehen, sondern relativ dazu die Zeitspanne.
 

Karl1990

Benutzer
Also kurz zu der Menge, ohne jetzt den abbauwert einzubeziehen sind 3x0,33l Pils + ca 350ml Osbourne 124g Alkohol, macht 2,21 Promille. Wenn man sich das mal so durchrechnet ist das echt schockierend.

Also danke schon mal für den Hinweis die Trinkanlässe genauer zu wählen bzw. keine Geburtstage. Ändere ich dann noch.

Bezüglich der Motive, ist jetzt gemeint das vorallem die inneren Motive nicht genug analysiert bzw. geschildert sind oder wie genau ist das gemeint in Verbindung mit KT ?
 

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
Eine Alkoholrechnung ohne Resorptionsdefizit und ohne Abbau ist schlicht und ergreifend sinnlos. Negativer Nebeneffekt: die Mengen runterzurechnen damit der Wert "plausibel" wird. bei deinem Gewicht und Trinkzeit ca. 4 Std ergeben bei mir ganz grob 1,4 Promille ca. halbe Stunde nach Trinkende
 

Karl1990

Benutzer
Das Resorptionsdefizit hatte ich tatsächlich nicht im Blick, sodass 80% des Alkohols tatsächlich nur aufgenommen wird. Danke schon mal dafür. Es war jetzt nicht das Ziel sich das schön zu rechnen. Also Aussage verstanden, da muss ich auch vor der TF schon mehr getrunken haben um mich an die Promille zu gewöhnen.
 

Rübezahl

Erfahrener Benutzer
messerscharf erkannt. ich gehe immer von 15-20% Defizit aus und setze 0,125 Promille pro stunde als abbau an...und zwar mit nur geringem Zeitversatz am Trinkstart. sobald was im blut ist beginnt die Leber mit dem Abbau.
 

Karl1990

Benutzer
Moin, danke soweit schon mal für die Hilfe.

Ich hatte das Glück mit einem Bekannten, der Psychologe ist ein wenig mehr reden zu können. Ich hab mich bei meinen inneren und äußeren Motiven selbst belogen. Durch meine kriselnde Beziehung, der Trennungphase und der Trennung hatte ich viel mit Verlustängsten zu kämpfen, grade durch ein geringes Selbstwertgefühl.
Naja ausgelöst durch meine erste Beziehung die mit Betrug ihrerseits endete.
Nie wirklich mit befasst, dass gilt es jetzt für mich aufzuarbeiten.

Somit ist der beantwortete FB auch nicht im Kern richtig. Wie zeitnah ich das schaffe den überarbeitet hier reinzustellen kann ich leider noch nicht sagen.

Aber danke soweit schon mal.
 

Andi18

Erfahrener Benutzer
ist eine sehr interessante Wendung. Wie hast Du das denn auf die Schnelle erkannt?
Scheint ein sehr guter Psychologe zu sein.

Edit: hast dabei zeitlich einen Einfluss auf die Trinkhistorie festgestellt?
 
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